Wie sollen wir in zwei Wochen bloss abstimmen?

Ja, diese Frage beschäftigt mich und andere zurzeit. Gut, man könnte es sich leicht machen und einfach nicht abstimmen gehen. Aber, bringt’s das? Das ist doch Resignation pur.
Nein, nein. Bequem Platz nehmen und Vorlagen studieren. Zudem „gute“ Presse konsultieren, Diskussionen führen, Diskussionen mit verfolgen.

Die SVP-Ausschaffungs-Initiative schiesst meines Erachtens viel zu weit über’s Ziel hinaus. Der Gegenvorschlag des Parlamentes korrigiert scheinbare Fehler der Initiative. Ist dem wirklich so? Linke Parteien wollen gar zwei Nein einwerfen. Scheinbar reiche das geltende Recht vollends. Wirklich? Wieso möchte dann ein grosser Teil der Bevölkerung das Asylgesetz entweder mit der Ausschaffungs-Initiative oder mit dem Gegenentwurf verschärfen? Hat das Parlament und der Bundesrat gar Angst, dass die Initiative ohne ihr Zutun angenommen würde?
Ich blick da irgendwie nicht so durch. Die Politik ist halt so wichtig und so kompliziert, dass nicht nur das eine oder das andere richtig ist. Darunter können später Menschen leiden, wenn sich die verschiedenen Lager streiten und statt echte Lösungen, politisch-orientierte Lösungen (Scheinlösungen?) rauskommen.

Vorlage zwei: Da lüpft’s mir also den Hut oder das Chäppi. Nun beginnen die Superreichen auf höchstem Niveau zu jammern. Hat jemand mit denen Mitleid? Wenn die ins Ausland ziehen wollen: Bitte schön! Nur, wo ist es steuertechnisch billiger als in der Schweiz? Eben. Die Jusos haben Alfred N. Schindler ein Ticket nach Bulgarien geschenkt. Das sei der einzige Platz, wo er noch weniger Steuern zahlen müsste. Ob dann alle seine Mitarbeiter auch nach Bulgarien ziehen wollen, wage ich stark zu bezweifeln.
Und Herr Spuhler: Sie möchten dem Stimmvolk nun wohl endgültig beweisen, was Sie für ein Superpatriot sind. Ich meine, sein Geschäft und er sind etwa eine Milliarde schwer. Was fürchtet der Mann bloss? Dass er zu viel Steuern bezahlen müsste? Ja, hat er denn etwas gegen diejenige Schweiz, welche nur etwas steuer-gerechter werden möchte? Wer hat ihm bloss dieser „ich-ziehe-weg-wenn-ihr-die-SP-Initiative-annehmt“-Floh ins Ohr gesetzt? Ich meine, auf dem Mond hätte es noch genügend Platz, und da müsste er nun definitiv keine Steuern bezahlen. Nur, was macht Herr Spuhler und seine Firma, wenn der Vollmond in Neumond übergeht, dann wird’s dort nämlich richtig eng?
Dieses „Täubelen“ der Superreichen kommt den Initianten nämlich grad recht: Selbst die Initiativgegner sehen darin Gefahrenpotential, welches Unentschlossene zu einem Ja überzeugen könnte. Man könnte also sagen, dass Schindler-Spuhler und Co. der Initiative einen Gefallen getan haben.
Nur: Wer kann schon sagen wie sich ein Nein oder ein Ja auswirken könnte. Denn der Politik, ob links oder rechts, ist einfach nicht immer zu trauen.

Nun liegt‘s also am Stimmvolk, die richtigen Entscheide zu treffen.

feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “Wie sollen wir in zwei Wochen bloss abstimmen?

  1. Ciao FWUWB

    Eigentlich sind wir doch alle Ausländer!
    – ausser man bleibt IMMER bei sich zu Hause…

    Das Thema „Ausländer“ bekannt aus den 50er, 60er, 70er, 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wird die Schweizer und eidgenössischen Stimmbürger auch im 21. Jahrhundert immer wieder begleiten.

    Ein helvetisches Dilemma:
    „Man braucht Ausländer, will sie aber nicht?!“

    Gruss aus EmmenBRONX & „Wenn höt ned schpensch, denn schpensch!“

    http://www.sergio-sardella.ch

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