Ich stimme „Jein“

Damit meine ich die Volksinitiative „Für den Schutz vor Waffengewalt“. Mein „Jein“ wird wohl als ungültig gewertet. Meinen Überlegungen zufolge gehen aber sowohl ein „Ja“ wie auch ein „Nein“ zu weit, oder je nach Sichtweise zu wenig weit.
Warum? Ein Ja hätte ungeahnte Folgen, würde einen Bürokratie-Apparat nach sich ziehen und würde ganz sicher die Falschen bestrafen.
Ein Nein beseitigt einfach nicht alle Zweifel und Probleme, welche mit der jetzigen Gesetzgebung ungenügend gelöst sind.


Es sprechen einige Argumente für die Initiative. Ganz sicher der „10vor10“-Beitrag vor einiger Zeit, wo ein TV-Team u.a. bei einer Appenzeller-Familie anklopfte und der Hausherr einige Zeit brauchte, bis er seine „alte“ Armeewaffe fand. Dieser Mann ist ganz sicher kein Einzelfall.
Das kann es doch einfach nicht sein. All jene, welche nach ihrem Militärdienst keine Schiessanlässe mehr besuchen, sollen doch bitte schön ihre Waffe abgeben, von Gesetzes wegen.
Und trotzdem: Ist diese Intitative die Richtige, wenn es darum geht, dass Kriminelle entwaffnet werden? Oder diesen Subjekten der Zugriff zu Waffen noch besser verwehrt wird? Die Initiative geht teilweise zu wenig weit, aber auch wieder zu weit (je nach Sichtweise). Sie ist nicht genug durchdacht. Gut schweizerisch gesagt: „Sie verthed eifach nüd!“


Die Ängste und Befürchtungen, welche die Initiativgegner hegen, kann ich zum Teil nachvollziehen. Gerade die Schützenvereine und ihre Schützen sowie die Jäger würden meines Erachtens unverhältnismässig mit dieser Initiative bestraft. Diese Bürger können ja wohl nicht gemeint sein, welche ihrem Sport und Hobby frönen. Wenn man den Initiativtext genauer unter die Lupe nimmt, hat man aber schnell das Gefühl, dass dem halt doch so ist.
Aber trotzdem: Welche Schweizer Werte würden da bloss zerstört? Was muss denn ich sagen, der wegen seinen schlechten Augen im Militär waffenlos war?
Jene, welche ihren Armeedienst absolviert haben und dem Schiessstand fernbleiben, müssen ihre Waffen einfach abgeben. Da stehen einfach zu viele „unkontrollierte“ Armeewaffen in irgendwelchen Schweizer Kleiderschränken rum. Wenn da mal Kriminelle einbrechen…

Wegen diesen Überlegungen herrscht bei mir eine klassische „Pattsituation“ vor, wie im Schach. Die Initiative ist einfach nicht gut gemacht, und der Bundesrat hielt es nicht für nötig, einen Gegenvorschlag zu bringen. Deshalb und auch aus Protest stimme ich am 13. Februar: Jein.

feldwaldwiesenblogger

3 Gedanken zu “Ich stimme „Jein“

  1. Hallo Feldwaldwiesenblogger

    Ich stecke da genau im gleichen Dilemma. Ich weiss auch nicht, ob ich „Ja“ oder „Nein“ stimmen soll…

    Ich finde es einfach schade, dass wir überhaupt über etwas abstimmen sollen und dann doch nicht wissen, was wir nun genau wollen. Es ist doch echt nicht okay, wenn viele Menschen nicht abstimmen, weil sie einfach verunsichert sind und dann denken, lieber so, als einen Seich zu stimmen (was natürlich auch richtig ist, aber doch unter Umständen doch kein positives Ergebnis mit sich bringt).

    Darum weiss ich nicht, ob ich überhaupt wählen soll. Wenn ich es nicht tue, fehlt vielleicht genau meine Stimme für „den richtigen Weg“… Wobei dann nur noch zu erfahren wäre, was denn der richtige Weg ist…

    Komplizierte Geschichte : )!

    Liebe Grüsse
    zambrottagirlie

  2. Ciao FWUWB

    Da schweigen die Lemma?

    Ich weiss auch nicht, ob ich eher mit einem Stgw 90 einen deutschen Steiff-Teddy erschiessen soll, wie einst im Clint Eastwood Film ins Herz oder doch eher einen billigen, chinesischen 1.-August-Lampion zertreten soll, um damit Schweizer Werte zu zerstören…

    …seltsame Wahlpropaganda?

    Warum muss denn auch schon wieder der Ausländer mit Sonnenbrille, schwarzen Haaren und Schnauz hinhalten für eine Ur-Schweizerische Abstimmung hinhalten?
    Da kann man ja gleich Poster mit weissen Schafen die Aktivdienst-Karabiner am Rücken tragen und ein schwarzes Schaf mit einer Berretta-Pistole rauskicken aufhängen, oder?

    Gruss aus EmmenBRONX & „Wenn höt ned schpensch, denn schpensch!“

    http://www.sergio-sardella.ch

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