Knatsch im Innerschweizerischen Schwingerverband?

Heute liest man im Blick, dass im Innerschweizerischen Schwingerverband Knatsch vorherrschen soll. Ich konsultierte darauf unseren regionalen Blick, den Boten der Urschweiz, und die Neue Schwyzer Zeitung. Darin fand sich aber kein Wort über dieses Thema.

Laut Blick ist der Stein des Anstosses Geni Hasler, den einige (prominente) Schwinger nicht mehr als technischen Leiter des Innerschweizerischen Schwingerverbandes ISV haben wollen.

Namentlich sind die Rädelsführer die Gebrüder Laimbacher, Martin Grab und Christian Schuler. Sie wollen Hasler als ihren Chef weghaben und bleiben als Protest den gemeinsamen ISV-Schwingtrainings fern. Sie begründen ihre „Strafaktion“ u.a. mit der Tatsache, dass Hasler beim letztjährigen Eidgenössischen in Frauenfeld sich nicht zu 100% für den ISV im Einteilungsgericht eingesetzt haben soll. Da er, Geni, nie Schwingerkönig wurde, will und wollte er einen Innerschweizer König verhindern.

Als ich das las, blieb mir doch fast mein „Zmorgebrötli“ im Hals stecken. Das darf doch nicht wahr sein! Entweder übertreibt der Blick masslos, oder den sogenannten „Rädelsführern“ ist es einfach nur in ihren „Grind“ gestiegen.
Geni Hasler war für mich immer das Sinnbild eines vorbildlichen Schwingers, dem die Königskrone leider verwehrt blieb. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er nun um jeden Preis verhindern will, dass ein Innerschwyzer wieder mal Schwingerkönig wird.

Ich tippe leider auf das in ihren „Grind“ gestiegen, anders kann ich mir das nicht vorstellen. Die Laimbacher’s sind nun Filmstars (dank Schlatter Beat) und Martin Grab ist sowieso ein „Siebäsiech“. Christian Schuler eifert nun seinem Vorbild Grab nach. Aber nötig hätte es keiner dieser Herren, sich so für den Rauswurf von Geni stark zu machen. Im Gegenteil. Zudem: In so einem Kampfgericht sind noch andere Herren, Hasler allein kann da nicht jeden eurer Gegner aussuchen.
Kleiner Tipp am Rande: Wenn man Schwingerkönig werden will, muss man eigentlich jeden Schwinger schlagen können, oder liege ich da falsch?

Mir kommen die Innerschweizer im Schwingsport sowieso vor wie die Schweizer im Fussball: Sie sind sehr lieb und symphatisch. Sobald sie aber etwas erreicht haben, werden sie genügsam und intrigant.
Anders die Nordostschweizer: Die sind vergleichbar mit den Fussball-Deutschen. Nicht unbedingt symphatisch, aber ehrgeizig und zielstrebig. Der Berner Schwingerverband vergleiche ich da mit den französischen Fussballern: Kleine Divas, wenn’s ihnen aber läuft, dann sind sie unbezwingbar.

Ich kann dem ISV und seinen Spitzenschwingern nur anraten: Findet wieder zusammen. Denn Schwingen ist halt auch ein Mannschaftssport, bei dem die Spitzenschwinger ohne die Mittelklasse-Schwinger nicht auskommen. Zudem ist das unabdingbare Vertrauen zueinander und zu ihrem Chef ein Muss. Die besagen Herren werden das spätestens am Unspunnen-Schwingfest von anfangs September zu spüren bekommen: Ohne ihre Verbandskollegen werden sie dort „abschiffen“.

feldwaldwiesenblogger