Fünf Fragen an Peter Föhn, abtretender SVP-Nationalrat aus dem Muotathal

In etwas mehr als einer Woche finden sie nun statt, die eidgenössischen Parlamentswahlen. Dies war für mich Grund genug, „unserem Muotathaler Nationalrat“ Peter Föhn fünf Fragen zu stellen. Nach 16 Jahren im Nationalrat tritt er nun aber nicht mehr an.
Peter Föhn ist bei der SVP, und wurde ziemlich überraschend 1995 in den Nationalrat gewählt. An die nachfolgende Wahlfeier im „Thal“ kann ich mich noch erinnern. Denn ich konnte nicht dabei sein, weil wir mit „Terror Geiss“ einen legendären Auftritt in Altdorf hatten…

Wenn ich nun meine gesammelten Blog-Interviews betrachte, dann fällt auf, dass ich die meisten Interviews mit Muotathalern gemacht habe. Das ist gut so, und werde ich in Zukunft auch so weiterführen. Denn meine Mitbürger im „Thal“ haben was zu sagen, und brauchen sich nirgends zu verstecken. Denn Hinterwäldler sind wir garantiert keine, obwohl dies uns gewisse Kreise gerne „aufdrücken“ möchten.

Peter Föhn ist hellwach und garantiert nicht „hinter dem Mond“ zu Hause. Auch wenn ich mit seiner Partei und deren Gesinnung ab und zu Mühe habe, so schätze ich doch den Menschen dahinter.
Dies ist für mich auch die Motivation, Blog-Interviews zu führen. Denn mich interessieren die Menschen, ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe und Ideen.

Frage 1:
feldwaldwiesenblogger: Wie ist deine Stimmungslage an der letzten Session in Bern: Wehmütig oder froh, dass die vier Legislaturen vorbei sind?

Peter Föhn: Inzwischen ist meine letzte Session vorbei und ich verspüre keine Entzugserscheinungen und bin glücklich und froh, dass ich von nun an mich voll für meine Möbelfabrik engagieren kann.
Denn in der heute äusserst schwierigen Wirtschaftslage mit dem hohen Frankenkurs sind wir bes. in unserer Branche sehr stark gefordert.

Frage 2:
feldwaldwiesenblogger: Was hat dich in den vergangenen 16 Jahren im Nationalrat besonders gefreut? Was hat dich besonders geärgert?

Peter Föhn: Als Politiker muss man mit Siegen und Niederlagen umgehen können, sonst ist man fehl am Platz. Und das hatte ich als mittelmässiger Sportler schon rel. früh gelernt.
Als Politiker setzte ich mich mit bestem Wissen und Gewissen für das Wohl von Land und Leuten ein. Dies kommt einem Puzzlespiel ähnlich, wo man hie und da nur mit kleinen Schritten weiterkommt – was auch sehr ärgerlich sein kann.

Frage 3:
feldwaldwiesenblogger: Ich unterscheide zwischen „Land- und Stadt-SVP“. Für mich bist du ein Vertreter der „Land-SVP“, welche eigentlich zum konservativen Flügel der CVP gehören. Siehst du das auch so?

Peter Föhn: Ich hatte wirklich etliche Vorstösse gemacht und vertreten, welche auch einem C-Politiker gut angestanden wären; sie mich vielfach nicht einmal unterstützt hatten.
Dass ich konservativ bin und meine ethisch-religiösen Grundsätze habe, ist nicht wegzuleugnen. Aber in einer Mittepartei hätte ich nie politisieren können.
Ich liebe klare Verhältnisse!

Frage 4:
feldwaldwiesenblogger: Hast du ehrlicherweise auch das Gefühl, dass gewisse SVP-Exponenten auf dem Holzweg sind. Ich denke da an die „Stadt-SVP“, welche die FDP abgelöst hat, und nun in einem scharfen Ton den Wirtschaftsfilz vertritt. Was meinst du dazu?

Peter Föhn: Ein echter SVP-ler lässt sich nie auf diesen unsäglichen Wirtschaftsfilz ein, sondern übernimmt selbst die Eigenverantwortung. D. h. er versteckt sich nie hinter anderen.
Man kann heute noch die bestbezahlten Verwaltungsrat-Mandate in der Schweiz durchgehen, da findet sich kaum ein echter SVP-ler. Ausser die Firma gehört ihm selbst und ist für diese Arbeitsplätze eigens verantwortlich.

Frage 5:
feldwaldwiesenblogger: Haben wir mit Stefan Betschart (JSVP) oder Simon Hediger (JCVP) nach den nächsten Parlamentswahlen wieder einen Muotathaler in Bern?

Peter Föhn: So viel ich weiss, sind heute nicht weniger als 4 Muotathaler auf allen Nationalrats-Listen aufgeführt. Man hatte mir 1995 auch keine Chance eingeräumt, ev. gewählt zu werden…
Es ist auf einer Nebenliste recht schwierig durchzustarten. …aber mir gelang es 1995 auch – was damals auch eine riesige Überraschung war.

Besten Dank an Peter Föhn, bei der Teilnahme an meinen „Fünf Fragen an …“. Ich wünsche ihm alles Gute für die weitere Zukunft.

feldwaldwiesenblogger