Der geschlossene Vorhang

Am 25. Oktober schickte ich folgende Email ans Theater Muotathal:

Guten Tag
Bitte Email an den Theater-Regisseur weiterleiten!

Salut Theater-Regisseur

In meinem Blog http://feldwaldwiesenblog.blueblog.ch/ schreibe ich über verschiedene Themen. Mein Ziel ist es, die Themen mit einer gewissen Ernsthafigkeit anzugehen, aber auch mit einem Zwinkern in den Augen zu schreiben. Zudem soll ja auch nicht immer alles so „bierernst“ sein.

Ich führe auch sogenannte „Blog-Interviews“, und stelle jeweils fünf Fragen an eine Person oder an eine Personengruppe. Kürzlich führte ich ein Blog-Interview mit Peter Föhn.

Ich interviewte aber auch schon Chris von Rohr, Claude Longchamp, Dominique Gisin, und diverse Muotathaler Gruppierungen.

Heute habe ich an dich und an das Theater Muotathal gedacht. Ihr seid ja nun wieder mitten drin im „Theatergeschäft“ nach der erfolgreichen Premiere. Dazu habe ich dir unten fünf Fragen vorbereitet. Es würde mich freuen, wenn du mitmachst und ich deine Antworten in meinen Blog stellen darf. Garantiert unverfälscht.

Leider leider erhielt ich bis heute keine Antwort auf meine Fragen.

Der Vorhang blieb für mich geschlossen, der Vorhang des Theaters Muotathal.

Letzten Samstag öffnete er sich aber dann „Wort-wörtlich“ auch für mich, als ich das diesjährige Stück „Dr schwarz Maa und z’Unglück“ bestaunen durfte.

Ehrlich: Absolut gelungen! Eine wirklich tragische Geschichte wurde mit den entsprechenden Zutaten des Muotathaler Naturells prima umgesetzt.

Mir kamen dabei meine Interview-Fragen wieder in den Sinn, und was ich mit denen machen soll. Ich überlegte hin und her, und kam zu einem Entschluss: Wenn mir der Regisseur schon nicht die Fragen beantwortete, dann mache ich das gleich selber. Ich schlüpfte also kurzerhand für einige Minuten in die Rolle des Theater-Regisseurs und beantwortete die Fragen des feldwaldwiesenbloggers.

Frage 1:
War eure Stimmung vor der Premiere dieses doch realtiv anspruchsvollen Stückes angespannter als vor anderen Premieren?

Nein, gar nicht. Wir bereiten uns seit gut vier Monaten auf diesen Moment vor. Ich würde sagen: Wir sind paratt, „chömid zuänis“!

Frage 2:
Was denkst du, worin liegt der grosse Erfolg des Theaters Muotathal?

Das liegt eindeutig an unserem Dialekt, den schönen Liedern, dem Humor (ähnlich schwarz wie der britische!) und an unserem wunderschönen Bergtal.

Frage 3:
Musst du „deine Schauspieler“ motivieren, damit sie auch bis zur letzten Aufführung „alles geben“?

Nun, die meisten gar nicht. Einigen wenigen hingegen muss ich dann und wann raten, etwas früher ins Bett zu gehen.

Frage 4:
Ist dein Job nach bestandener Premiere getan? Oder anders gefragt: Was für Aufgaben hat ein Regisseur während den vielen Aufführungen?

Nein, nein, mein Job ist dann schon noch nicht getan. Es gibt immer wieder kleine Verbesserungen, die man anbringen kann. Zudem fasse ich jeweils den Job des „Kafi Schnaps-Kochens“.

Frage 5:
Welches sind die Freuden des Regisseurs des Muotathaler Theaters, welches die Leiden?

Die Freuden sind eindeutig die lachenden und begeisterten Gesichter des Publikums. Leiden habe ich sozusagen keine, ausser nach einer etwas längeren Nacht mit meinen Theaterleuten.

feldwaldwiesenblogger