Uns geht es ja wahrlich gut!

Gestern Morgen las ich folgenden Leserbrief des besorgten Bote-Lesers F.S. aus Muotathal:

Ich machte mir ob den Zeilen von F.S. so meine Gedanken. Erstens machte er aus „Gemeinderatsbekleidung“ eine „Gemeinderatsuniform“, und zweitens sind 6500 Franken ein lächerlich kleiner Betrag in einem sonst prall gefüllten Budget für 2012. Ja, ich nahm am Abend sogar bei einer kleinen Diskussion teil, wo dieser Leserbrief vehandelt wurde. Der Grundtenor war ein Kopfschütteln, auch wegen des Zitates von alten Muotathalern: „Jetzt ischnä flätt i Grind gstigä“. Welche alten Muotathaler hat er zitiert, die jetzt Lebenden, oder die bereits Verstorbenen?
Hat F.S. womöglich die Sache gar nicht Ernst gemeint, und hat sich einen „Gspass“ erlaubt? Damit er’s ins nächste Fasnachtsblättli schafft?

Ich ging dem Betrag von 6500 Franken noch etwas nach. Der Gemeinderat Muotathal besteht aus 9 Mitgliedern. Folglich wären das 722.22 Franken pro Kopf. Meine Recherchen ergaben, dass dieser Preis in einem Fachgeschäft sich in einem normalen Rahmen, also im Mittelpreissegment bewegt. Bei einem Discounter, also z.B. bei Charles Vögele, wäre dies hingegen eher ein teurer Preis.

Als ich heute Morgen den „Boten“ aufschlug, fand ich doch tatsächlich auch einen Beitrag über den obgenannten Leserbrief.

Ich war erst etwas enttäuscht, weil ich auch darüber schreiben wollte, und es jetzt schon jemand anders tat. Ich entschied mich, den Beitrag trotzdem zu verfassen, da schon ein Grundgerüst meines Beitrages in meinem Kopf existierte.

Säckelmeister Werner Betschart meint im Bote-Beitrag: Dass man beispielsweise bei einem Bundesratsbesuch einen besseren Eindruck machen möchte. Das ist doch wahrlich ein guter Grund, dass sich unsere Ratsmitglieder „ghörig“ anziehen möchten. Oder meinst du nicht auch, F.S.?
Betschart fügte noch hinzu: „Wir wollen damit nicht in den Ausgang“. Das nehme ich ihm nicht so richtig ab. Denn bei einem Bundesratsbesuch steht doch sicher jeweils ein ordentliches Essen an, welches ich als eine Art Ausgang der Ratsmitglieder bezeichnen würde.
Da müsste man sich dann noch über eine Art „Lätzli“ unterhalten, damit der feine Zwirn nicht bekleckert wird. Aber lassen wir das…

Ich hoffe, dass bei der Gemeindeversammlung, an welcher über das Budget beraten wird, es deswegen zu keinen Tumulten kommt. Andernfalls würde ich F.S. und Symphatisanten vorschlagen, einen Antrag zu stellen: Der Gemeinderat möge doch statt der Gemeinderatsbekleidung (oder Gemeinderatsuniform) den Posten mit „Adamskostüm“ ersetzen. Dort dürfte man dann mit Fug und Recht den Betrag von Null Franken einsetzen.

Wie man unschwer aus meinen Zeilen entnehmen kann, geht es uns ja wahrlich gut! Wir können auf hohem Niveau jammern und dabei zusehen, wie die EU finanziell untergeht und ein grosser Teil der Menschheit wegen fehlendem Geld hungert und an Krankheiten stirbt.

feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “Uns geht es ja wahrlich gut!

  1. Theo schreibt:

    Hier muss ich dem feldwaldwiesenblogger recht geben, wir jammern auf einem hohen Niveau. Beim ISV schwingfest im Muotathal hatte das OK sogar eine „EinheitsKleidung“ Kantonale Vereinsverbände haben sogar „Einheitsgleidungen“ usw. Ich gestehe unseren GemeinderäteInnen diesen Budgetposten zu. übrigens bei den Disqountern ist es meistens bei der Grösse 56/58 fertig und somit könnten einige da nicht einkaufen.

    Gruss Theo

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