Hoffentlich war dies eine heilsame Niederlage in Mönchengladbach!

Meine Wenigkeit durfte gestern Freitag zum ersten Mal an einen Auswärtsmatch des FC Bayern München. Ich fuhr als frischgebackenes Mitglied des Bayern München-Fanclubs Zürich das erste Mal mit, gleich nach Mönchengladbach an den Rückrundenstart der Bundesliga.

Um 10.15 Uhr fuhr ich im Muotathal los, und stieg obigem Mercedes-Transporter in Schlieren zu. Zu Neunt gings hinauf in den „grossen Kanton“, Richtung Köln. Dabei herrschte eine ausgelassene Stimmung und ich lernte 8 nette Kollegen aus dem Fanclub näher kennen. Fussballfans sind gar nicht so schlimm, wie öfters gemeint wird. Zumindest die Bayernfans nicht… Nein, nein, Spass muss sein, und den hatten wir auch.
So lernte ich auch wieder einiges und erfuhr, wie man einen BMW tunen kann: Indem man ihm einen Mercedes-Stern auf die Kühlerhaube setzt!

Ziemlich genau um 18.00 Uhr waren wir auf dem Parkplatz, in der Nähe des Borussia-Parkes. Es regnete zum Glück nicht. Somit konnte einem schönen Fussballabend eigentlich nichts im Wege stehen.

Vor dem Stadion erblickten meine neuen Kollegen weitere Bayernfans, welche sie gut kannten. Einer von ihnen erregte meine Aufmerksamkeit, vor allem seine Mütze.

Der junge Mann ist tatsächlich vom Südtirol, von einem Dorf am Fusse des Reschenpasses. Laut seinen Angaben ist er am Morgen bereits um 07.15 Uhr losgefahren! Das nenne ich mal hartgesottene Fans, was übrigens meine Kollegen vom Bayernfanclub Zürich auch sind. Einige von ihnen besuchen nämlich (fast) alles Spiele unseres Lieblingsvereines.

Nach einer Currywurst mit Pommes und einem für Deutschland und Fussballstadien guten Kaffee, betrat ich das Fussballstadion. Mir bot sich ein wirklich schönes Stadion samt gutem Rasen, welches 54.057 Zuschauern Platz bietet.

Das Spiel gegen den FC Bayern war ja dann, wie kaum anders zu erwarten war, ausverkauft. Scheints soll das Spiel auch in 200 Länder ausgestrahlt worden sein, was Rekord bedeutet.

Die Geschichte des Spiels stand für die Borussen von Anfang an unter einer guten Flagge.

Inmitten der Gladbach-Fans prangte nämlich eine grosse Schweizerfahne. Natürlich, Lucien Favre wird in Gladbach fast schon verehrt wie Hennes Weisweiler. Zuweilen wurde er auch schon geadelt, als „Hennes Favre“. Die Borussia-Fans haben zudem in Erfahrung gebracht, dass der Mann ein Schweizer ist.
So musste ich mir gestern nach der klaren Niederlage halt auch „Schmäh-SMS“ anlesen. Eines fand ich aber irgendwie doch originell: „Wer hat’s erfunden? Lucien Favre!“

Auch die „Vogelperspektiven-Kamera“, welche durch ein paar Seile über dem Fussballfeld hin und her bewegt wurde, beäugte die Bayern-Spieler bereits beim Aufwärmen argwöhnisch, wie wenn etwas in der Luft hing.

Der Schreibende ahnte dabei noch nichts von einer Niederlage, und genoss vor dem Spiel die gute Stimmung (trotz Kälte) in Mitten der Bayernfans.

Bald schritten die Gladiatoren auf den Platz, und ein schönes Fussballfest konnte endlich beginnen. Die Winterpause ist nun zu Ende, und die Bundesliga-Rückrunde wurde eingeläutet.

Das Spiel fing für die Bayern eigentlich gut an. Sie übernahmen sofort das Zepter, liessen den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren und hatten schon bald mehrheitlich Ballbesitz.
Dann kam die kapitale 11. Minute: Ein grausamer Patzer von Neuer, ein viel zu hastig ausgeführter Ball, landete in den Füssen von Marco Reus. Und schon stand es 1:0 für die Gladbacher.
In meinen Augen die Schlüsselszene im Match. Die sonst schon selbsbewussten Borussen tankten noch mehr davon, und spulten in der Folge ein cleveres Spiel ab.
Favre hatte seine „Fohlen“ scheinbar perfekt aufs Spiel vorbereitet. Die Bayern waren zwar mehrheitlich im Ballbesitz, und befanden sich auch mehr in der Platzhälfte der Gladbacher. Dies beweist auch mein „Tatort-Foto“.

Sie konnten jedoch keinen Profit daraus schlagen. Im Gegenteil: Die Borussen konterten sie in der Folge in ihrem eigenen Stadion (!!!) regelrecht aus, und legten noch zwei Tore nach.
Die Bayern wirkten über weite Strecken irgendwie ratlos. Zu durchsichtig und ideenlos war ihr Spiel. Zudem schien mir auch, dass Schweinsteiger, trotz vielen Ballkontakten, einfach noch nicht der „Alte“ ist. In meinen Augen spielten auch Thomas Müller und Arjen Robben ihrer Form hinterher. Wenn man zusätzlich noch einen Keeper hat, der richtiggehend „nonchalant“ zu Werke ging, dann Gute Nacht.
Die Einwechslung von Alaba brachte dann doch etwas mehr Zug in den Angriff der Bayern. In der letzten Viertelstunde des Spieles, in welcher auch der Ehrentreffer durch Schweinsteiger fiel, boten die Bayern endlich ihr starkes Angriffsspiel. In dieser Zeit war der Favre-Truppe denn auch das Glück hold: Die Torchancen der Bayern kamen fast im Minutentakt. Gerechterweise hätte es am Schluss 3:3 stehen müssen.
Zusammenfassend könnte man übers Spiel sagen: Erst Unvermögen, dann Pech. Zudem hoffe ich schwer, dass der einleitende Titel „Hoffentlich war dies eine heilsame Niederlage in Mönchengladbach!“ auch Tatsache wird.

Was ich aber überhaupt nicht verputzen kann, Bayernfan hin oder her, ist das idiotische Abbrennen von Fackeln oder Zünden von Böllern. Im und um den Block der Bayern konnte man gestern leider so Unrühmliches beobachten.

Da will und kann ich nicht wegschauen und halte meinen Finger drauf. Denn letztendlich ist es nur Sport, nicht mehr und nicht weniger.

Sportlich frustiert, und von den eisigen Temperaturen durchgekühlt, gings zurück zum Auto. Richi, der Fahrer des Fanclubs, bot einen fantastischen Job. Er meisterte sowohl die Hin-, als auch die Rückfahrt mit Bravour, und liefert uns so gegen 05.30 Uhr schlaftrunken aber wohlbehalten in Zürich ab.
Der Schreibende fuhr heim ins Thal, welches er um 06.30 Uhr erreichte. Vor dem Zubettgehen gabs einen Kaffee und etwas Zeitungslektüre. Der Frust über die Niederlage begann sich zu verflüchtigen. Nach gut zwei Stunden Schlaf blieben die positiven Erinnerungen an den gestrigen Ausflug mit dem Bayern München Fanclub Zürich, welche ihre Reisen und Tätigkeiten wirklich sehr gut organisiert anbieten. Sobald es mir terminlich möglich ist, werde ich gerne wieder an ein Spiel der Bayern mitfahren. Denn was gibt es Schöneres, als seine Leidenschaft mit anderen teilen zu können?

feldwaldwiesenblogger

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