Das Gesundschrumpfen der SVP

Das Gesundschrumpfen der SVP geht weiter. Nach den National- und Ständeratswahlen folgt nun die Kur in den Kantonen. So auch bei den Kantonratswahlen in meinem Kanton Schwyz.
Das ist nur positiv. Denn zu viel von etwas ist oft auch das berühmte „zu viel des Guten“. Eine gesunde Mischung aus unseren staatstragenden Parteien, ohne dass dabei eine Partei zu stark überwiegt, ist wohl das Beste für eine gut funktionierende Demokratie. So braucht’s nebst einer soliden Mitte halt auch einen starken linken und rechten Flügel. Zum Tore schiessen werden auf allen Positionen einer Mannschaft taugliche Spieler gebraucht. Paradebeispiel: Der FC Bayern…

Nebst den Sitzverlusten der SVP im Kanton Schwyz gibt’s an der kantonalen SVP-Führungsspitze einen längst fälligen Wechsel. Judith Uebersax tritt ab.

Mit ihr geht eine mir unheimliche Hardlinerin von Bord, welche den Ton der Zeit öfters nicht traf und manchmal ziemlich rüpelhaft übers Ziel schoss.

In den Startlöchern sitzt Xaver Schuler, ein facebook-Freund von mir. Der junge Mann aus Seewen, 32-jährig, ist in meinen Augen ein fähiger Mann und darf von mir aus „fröhli“ neuer SVP-Kantonalpräsident werden.

Ich will jetzt keine Lobhudeleien über Herrn Schuler loswerden. Aber das Gesundschrumpfen der SVP hat auch mit „loswerden von Irrköpfen“ zu tun. Zudem sollen die Neuen der dezimierten Mannschaft sowie deren Chefs vernünftiger ausgewählt werden.
Einen Xaver Schuler zähle ich zu einer vernünftigen Person in einer leicht verkleinerten SVP-Fraktion im Kanton.

Ich informiere mich auch laufend über regionale politische Begebenheiten, und versuche mir ein Bild darüber zu machen. Darum glaube ich auch, dass ich hier einen Kommentar abgeben darf.
Obwohl meine politische Einstellung eher Mitte-Links ist (vermutlich wie die Klein-Partei CSP), finde ich die Politik von Schuler differenziert, sachlich, bodenständig, und wie oben erwähnt, vernünftig. Klar, er ist noch jung und in vielen Belangen noch kein Polit-Schwergewicht. Macht aber nichts: Von diesen Schwergewichten haben wir schon genug in der Politik, und frischen Wind hat noch in keiner Partei geschadet.

Zudem: Die Rechte wird doch viel eher wahr genommen, wenn sie vernünftig und sachlich politisiert. Wer nimmt schon so fehlgeleitete Politiker wie Blocher, Mörgeli, Pelli etc. ernst? Ich jedenfalls nicht. Mir ist es dabei auch egal in welcher Partei sie sitzen: Hauptsache, sie führen das Volk nicht an der Nase rum und erzählen dauernd Bockmist.

Das mit dem „vernünftig und sachlich Politisieren“ gilt natürlich für alle Parteien. So beobachte ich auch argwöhnisch die „neue linkslastige Mitte“ im Bundeshaus. Ich finde, als Gegenpol braucht’s mehr denn je eine starke, gesunde und vernünftige Rechte (mit SVP und FDP), welche gewisse Dinge auch anprangern darf und muss.

Bei diesen „gewissen Dingen“ meine ich unter anderem auch unsere Energie- und Steuerpolitik. Bevor jedes AKW ausgeschaltet wird, soll und muss gründlich über Alternativen nachgedacht werden. Denn die müssen nicht nur umweltverträglich sein, nein, sie müssen auch noch den immer grösser werdenden Strombedarf der Schweiz decken.

Das gleiche bei den Forderungen der „Freunden“ der Schweiz. Ob Kavallerie oder Cowboys: Das komplette Bankgeheimnis muss doch nicht schon bei den ersten Gefechten preisgegeben werden. Dagegen halten sollen die einst so stolzen Eidgenossen, welche die Habsburger auch das Fürchten gelernt haben. Oder sind das jetzt nur wieder irgendwelche uns in der Schule vorgegaukelten Ammenmärchen?
Item: Die Schweiz muss gegenüber dem Ausland wieder selbstbewusster auftreten. Die Amerikaner und die EU sollen erst ihre eigenen dringlicheren Hausaufgaben machen, bevor sie uns „knechten“ wollen.

So, mein Politdiskurs von heute ging jetzt weiter als beabsichtigt. Sogar über den Kanton Schwyz hinaus. Trotzdem darf die kantonale SVP am 21. März Xaver Schuler junior (wie er sich eigentlich ganz korrekt nennt) als ihren neuen Chef ernennen. Denn Schwyz (aber auch die Schweiz) braucht eine „gesund-geschrumpfte“ SVP mit vernünftigen Köpfen.

feldwaldwiesenblogger