Dr Beerivogel

Gestern Abend wurde ich darauf angesprochen, ob ich nun zum Untersuch bei Doktor Armin Ablondi war. Ich bejahte, und musste zugleich eingestehen, dass er mir bei diesen Frühlingswallungen nicht helfen konnte. Doktor Armin Ablondi meinte lediglich, beweg dich viel an der frischen Luft und geniesse einfach den Vorfrühling und das herrliche Wetter.

Gesagt und getan: Ich nahm mir gestern frei, und ging am Morgen ins Mythengebiet skifahren. Auf dem Weg dorthin erhielt ich ein Telefon, und ja: Ich telefonierte beim Autofahren. Mea culpa, ich weiss, aber es war auch nicht sonderlich viel Verkehr auf der Strasse.
Jedenfalls ging‘s bei diesem Telefonat irgendwie auch um Frühlingsgefühle, aber solche im Herbst. Der Telefonierer erzählte mir von einem Mann. Dieser besagte Mann spürte wohl auch so gewisse Wallungen, und ging auch viel in die Natur. Er erzählte jeweils seiner Frau, dass er „beerenen“ gehe. „Beerenen“ heisst für alle Nicht-Muotathaler: „Pflücken von allerlei Beeren-Sorten“.
Jedenfalls, so erzählte man sich, ging der Mann im Herbst fleissig „beerenen“. Jedenfalls glaubten dies alle, auch seine Frau. Bis dem unbedarften Mann eines Tages jemand auf die Schliche kam, und rausfand, dass er nebst dem „Beeren ablesen“ auch noch bei einer fremden Frau zu Besuch war. Vermutlich gab’s dort auch „einiges zu pflücken“.

Als mir mein Kollege von dieser Geschichte erzählte, fiel‘s mir wie Schuppen von den Augen. Ich weiss nun endlich, woher Ländlerkönig Rees Gwerder die Inspiration zu seinem Ländler-Hit „Dr Beerivogel“ hat. Natürlich: Von dem unbedarften „Beerener“ und „dem fremde Frau-Pflücker“.

Denn bei uns wird ein windiger Mann, welcher statt die erlaubten Beeren zu pflücken, bei einer fremden Frau von den verbotenen Früchten „nascht“, als „Vogel“ bezeichnet.
Meine „Telefongeschichte“ ähnelt der biblischen Garten Eden-Geschichte, wo auch von den verbotenen Früchten gepflückt wurde. Mit dem winzigen Unterschied, dass das Verbotene diesmal ein Mann tat. So ist die Schöpfungsgeschichte also auch gleichberechtigt geworden.

Rees Gwerder ging freilich in seinem Muotathaler-Schalk noch einen Schritt weiter, und erfand für diesen lustvollen Herrn die Bezeichnung „Beerivogel“. Wie treffend!

Das Trio Chugelrund jedenfalls interpretiert den „Beerivogel“ von Rees Gwerder ausgezeichnet. Man kann sich die Geschichte dabei lebhaft vorstellen.


Usum Chäs-Chessi:

Heute sind wir doch alle Cuche-Fans. Bei seinem (leider) allerletzten Rennen im Weltcup liess sich der Neuenburger für seine letzte Fahrt im zweiten Lauf etwas einfallen.

Stilsicher fuhr einer der symphatischsten Ski-Cracks der Gegenwart nicht nur im alten Outfit den steilen Hang in Schladming runter. Er tat dies auch noch mit alten Skiern und Schuhen aus Grossvaters Zeit. Herrlich!

Didier: Wir danken dir für alle schönen Momente, welche du uns während deiner Aktivzeit als Skifahrer beschert hast!

feldwaldwiesenblogger