Elf Fragen an Schwingerkönig Kilian Wenger

Wieder mal schickte ich elf Fragen los. Diesmal an keinen geringeren als den aktuellen Schwingerkönig, Kilian Wenger. Die Idee dazu kam mir kürzlich, als ich in meinem Blog die Teilnahme von Wenger am Jubiläumsschwingfest des Schwingklubs Muotathal ankündigte.
Eine kleine Notiz am Rande: Ich war mit meiner Ankündigung ein paar Tage schneller als der „Bote der Urschweiz“.

Wie immer, fragte ich höflich nach, und stellte mich zuerst vor. Ich schrieb Kilian Wenger, dass ich gerne „hemdsärmlig“ und mit einem Zwinkern in den Augen schreibe. Weiter erklärte ich ihm, dass ich die Sache aber durchaus ernst nehme, immer mit einem bisschen „Muotathaler Schalk“ versehen.

Mit sichtlichem Stolz nahm ich gestern zur Kenntnis, dass sich Kilian Wenger die Zeit nahm, mir auf meine Fragen Antworten zu geben. Wohl wissend, dass ein Schwingerkönig ein vielbeschäftigter Mann mit vielen Terminen ist.

Überhaupt: Ich habe schon öfters übers Schwingen berichtet, auch kritisch. So brachte ich mal einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Schwingerkönige gehören nicht in die Sendung glanz&gloria“. Dazu stehe ich heute noch. Zudem sehe ich beim Thema „Jörg Abderhalden“ immer noch „orange bis rot“. Das sind aber dann schon alle Kritikpunkte betreffs Schwingen, jedenfalls zur Zeit.

Mit dem Schwingsport bin ich auch via Internet verbunden. So haben sich der Schlussgangfilmer Jakob Niederberger und ich gegenseitig verlinkt, und wir sind auch facebook-Freunde. Dank ihm bin ich schwingtechnisch immer „up-to-date“. Weiter zählen auch einige Schwinger zu meinen facebook-Freunden, und ich erfahre so Interessantes aus erster Hand.

Vor dem heutigen Interview-Partner Kilian Wenger habe ich den grössten Respekt, und achte ihn als einen fairen und symphatischen Schwinger, der sein Herz am rechten Fleck hat. Für mich ist er eigentlich nicht nur Schwingerkönig, sondern auch ein Botschafter des Schwingsportes.

Die Freude im Muotathal ist deshalb gross, dass uns der Schwingerkönig persönlich am Jubiläumsanlass beehren wird. Der jubilierende Schwingklub Muotathal wird heuer 75 Jahre jung, und feiert dies am Sonntag, 22. April, mit einem toll besetzten Teilnehmerfeld. feldwaldwiesenblogger lässt sich diesen schwingerischen Leckerbissen natürlich nicht entgehen, und hat sich diesen Termin bereits fett in der Agenda angestrichen.

Ich selber bin mehr Fan als Schwingexperte. Diese sind als Aktive oder Funktionäre in unserem Schwingklub zu finden. Als Passivmitglied des Schwingklub Muotathals kann ich aber berichten, dass mich der Schwingsport fasziniert und begeistert. Dabei verbindet sich Schweizer Urtümlichkeit mit Spitzensport. Die Tatsache, dass Schwingen auch ein Spitzensport ist, habe ich z.B. an meinem Arbeitsort in Luzern schon öfters richtig stellen müssen. Denn weniger Vertraute des Schwingsportes haben vielfach (noch) ein falsches Bild von dieser urtümlichen Sportart. Dabei sind die Topschwinger austrainierte Spitzensportler, wie Wenger.

Schwingerkönig Kilian Wenger befindet sich nun in Saison zwei nach dem Sieg am Eidgenössischen in Frauenfeld, wo er auf souveräne Art und Weise die Königskrone geholt hat. Bevor er nun in weniger als zwei Wochen zu einem weiteren Formtest ins Muotathal reist, stand er mir auf folgenden Zeilen Red und Antwort.

Frage 1:
Ich habe mitbekommen, dass du am Jubiläumsschwingfest des Schwingklubs Muotathal an den Start gehen wirst. Ich nehme an, dein Ziel ist, dort zu gewinnen?
Ich nehme Gang für Gang und werde versuchen in jedem Gang mein Bestes zu geben.

Frage 2:
Was bedeutet es für dich, im Muotathal am Jubiläumsschwingfest zu schwingen?
Ich freue mich als Gast an diesem Jubiläumsfest schwingen zu dürfen. Ich habe mich über die Einladung gefreut.

Frage 3:
Welcher Schwinger könnte dort dein grösster Kontrahent sein?
Der Innerschweizer Teilverband hat viele gute Schwinger, da kann grundsätzlich jeder Spitzenschwinger mir ein Bein stellen.

Frage 4:
Du bist stark in die Saison gestartet. Verlief die Saisonvorbereitung optimal?
Es handelt sich um 2 Hallenschwingfeste. Die beiden Erfolge freuen mich, dürfen aber nicht überbewertet werden, da wir uns immer noch in der Vorbereitung auf die Kranzfestsaison befinden. Aus meiner Sicht verläuft diese Vorbereitung plangemäss.

Frage 5:
Deine letzte Saison verlief eher durchzogen. War der Königtitel dabei mehr Bürde als Würde?
Ich bin mit der vergangenen Saison zufrieden. Die Belastung als Schwingerkönig habe ich dabei klar als Würde und nie als Bürde empfunden, dies obschon ich sehr viele Verpflichtungen neben Training, Schwingen und Ausbildung unter einen Hut zu bringen hatte.

Frage 6:
Hast du auf diese Saison hin Änderungen in deinem Training vorgenommen? Wenn ja welche?
Ich habe meine Trainings wie bis anhin gemacht und keine Änderungen vorgenommen.

Frage 7:
Wie gross ist ungefähr dein wöchentlicher Trainingsaufwand? Wie sieht der in groben Zügen aus?
Pro Woche 10-12h Aufwand. Schwingen, Kraft- und Ausdauertraining.

Frage 8:
Diese Saison gilt als Zwischensaison, da keine Anlässe mit eidgenössischem Charakter auf dem Pogramm stehen. Welcher Anlass wird dabei dein Höhepunkt sein?
Für mich ist in dieser Saison jedes Kranzfest ein neuer Höhepunkt.

Frage 9:
Was denkst du, welcher Verband stellt zur Zeit die stärksten Schwinger?
Jeder Teilverband verfügt über eine Anzahl Spitzenschwinger, und das Ganze ist sehr ausgeglichen.

Frage 10:
Denkst du diese Saison schon ein bisschen an die Titelverteidigung von nächstem Jahr?
Das ESAF in Burgdorf ist noch ziemlich weit entfernt. Ab und zu denkt man sicher daran, im Vordergrund steht aber jetzt die kommende Saison.

Frage 11:
Eine heikle Frage ist im Schwingsport die Werbung und das Marketing. Müsste sich der Schwingsport diesbezüglich modernere Rahmenbedingungen geben? Oder soll in deinen Augen alles so bleiben, wie es ist?
Die heutige Situation empfinde ich als gut, und ich denke, dass die Regelungen den Schwingern den nötigen Freiraum gewähren. Es braucht Regeln und die gilt es einzuhalten.

Ich bedanke mich bei Kilian Wenger für seine Zeit und seine interessanten Antworten, und wünsche ihm eine erfolgreiche und unfallfreie Saison. Zudem heisse ich ihn jetzt schon herzlich Willkommen im schönen Muotathal!

feldwaldwiesenblogger