Regionaler Naturpark Schwyz: Ist der wirklich nötig?

Meine Wenigkeit macht sich nun endlich auch schlau zu diesem Thema. Nur, will ich das eigentlich, schlau darüber werden? Und: Wie schlau ist das Ganze eigentlich?

Als erstes klickte ich mich mal auf die entsprechende Homepage des Regionalen Naturparkes Schwyz, kurz RNP.

Da wird man über dies und jenes aufgeklärt. Zum Beispiel auch, dass ich am 17. Juni im Muotathal darüber abstimmen darf, ob ich als Bürger pro Jahr 3.20 Franken für die Errichtungsphase bezahlen möchte. Möchte ich das eigentlich?
Die „Errichtungsphase“ dauert übrigens von 2013 bis 2016, und wäre laut RNP-Homepage „gewisserweise der Testlauf für einen möglichen Regionalen Naturpark Schwyz“.
Testlauf? Für was und wen? Und was ist, wenn der Testlauf „in die Hose geht“? Sind meine 4 X 3.20 Franken = 12.80 Franken hinausgeworfenes Geld?

Emil Gwerder, Mitglied des Kernteams RNP Schwyz, meint: „Das ist eine bescheidene Investition für ein innovatives Projekt zur nachhaltigen Stärkung der ländlichen Region rund um die Mythen.“
Soso, dann melde ich meinen Blog auch als „bescheidene Investition für ein innovatives Projekt zur allgemeinen Erheiterung im Kanton Schwyz“ an. 3.20 Fr. resp. 12.80 Franken sind doch wirklich nicht viel…


Bildquelle: Peter Marty, Projektleitung Regionaler Naturpark Schwyz

Ich habe im „Projektdossier der Entwicklung“ nun etwas gelesen. Ich weiss ja nicht, wie’s euch geht. Aber mir ist das Ganze zu theoretisch und zu viel „Wischiwaschi“. Ein bisschen Natur, Landschaft und Kultur möchte man miteinander verbinden.
Man kann sich wirklich fragen: Was will und bezweckt das Projekt? Man hat das Gefühl, so gut wie nichts, ausser dass es dann (eventuell viel) kostet, und das Ganze ein kruder Kudelmudel-Mix wird.
Zudem laufen doch schon allerlei „regionale Projekte“ in unserem Kanton, auch gemeinde- und regionen-übergreifend. Wir haben jetzt schon schöne Naturzonen, wie beispielsweise der „Urwald“ Bödmerenwald.

Zudem: Ich kann beim besten Willen aus diesem Papier nichts Konkretes herauslesen.
So geht es scheinbar auch den Bürgern der einzelnen Gemeinden. Denn es ist eine grosse Ablehnung spürbar. Das Ungewisse daran ist auch die Zukunft: Wie weit könnte das Projekt dereinst gehen?

Ein mögliches „Horrorszenario“ habe ich vor einiger Zeit mal ausgemalt: Blog-Beitrag vom 18.1.2012
Ein Auszug aus meinem damaligen Beitrag:
„Die treibenden Kräfte hinter dem Naturpark wollen unsere Berge, Alpen, Täler und Dörfer schleichend zu Zoos und Museen umfunktionieren.“ Wollen die das wirklich?
Oder: „Zuletzt dürfen wir – wie in Indianer-Reservaten – gerade noch als Fotosujets für Touristen herhalten.“ Ist denn das die Möglichkeit?

Habe ich eine Wahl, als Talbewohner im Muotathal? Was darf ich dann noch?
Mich als Affe im Zoo bewegen? Oder als Museumswärter „uswärtige Fötzel“ an die Anstandsregeln erinnern? Oder muss ich gar als Alpen-Indianer rumlaufen und wild dreingucken, damit die Touristen (ev. sogar echte Indianer?) mich ablichten dürfen?

Dieses Bild verwendete ich für einen Blogbeitrag am 29.2.2008. Damals wollte man unbedingt alle Raucher in ein Reservat stecken. Nun will man das gleiche mit uns Landbewohnern im Kanton Schwyz machen. Oder irre ich mich da?

Gut, zugegeben, nun zwinkere ich mit all meinen Augen (auch mit den Hühneraugen). Aber ernsthaft: Was wären die Unterschiede zwischen dem Nationalpark im Ofenpass-Gebiet und einem Regionalen Naturpark Schwyz?
Wahrscheinlich gibt es nicht so viele. Aber: In besagtem Nationalpark wohnt ja kaum jemand (ausser ein paar Bären und Bündner). Bei uns hingegen leben zig-Tausend Einwohner, welche dort nicht nur leben, sondern auch arbeiten wollen. Grösstenteils vernünftige Bürger, welche jetzt schon sorgsam mit der Natur umgehen.
Zudem haben wir mit der Erlebniswelt Muotathal GmbH eine Gruppe im Muotathal, welche laut Homepage „unvergessliche Erlebnisse aus Abenteuer, Bildung und Kultur mit Verpflegung und einzigartiger Übernachtungsmöglichkeit bietet.“ Und weiter: „Die einmalige Infrastruktur der Husky-Lodge und die Vielzahl von Erlebnismöglichkeiten in der urwüchsigen Naturlandschaft werden auch Sie begeistern.“

Also: Was will man da noch mehr? Der sanfte Tourismus reicht vollkommen in unserer Gegend. Sollen doch die Walliser und Bündner ihre scharweisen Touristen durchfüttern. Die brauchen wir bei uns nicht.
Auch deshalb sehe ich keinen Grund, einen Naturpark aus unserer Region zu machen.

Spasseshalber habe ich im Googel „Naturpark Muotathal“ eingegeben, und folgende Links gefunden:

Machbarkeitsstudie Naturpark Schwyz

Ständerat Peter Föhn warnt Muotathaler vor Naturpark (Zeitungsbericht aus „Südostschweiz“)

Pressebericht zu Naturpark im Muotathal

Anschliessend habe ich mit den gleichen Suchwörtern auf „Bilder“ geklickt, und dabei drei schmucke Fotis unter vielen Bildchen gefunden:


Schöne Landschaft, bald nur noch bevölkert mit einheimischen Affen?


Muotathaler Wetterfrösche, eine urwüchsige Bande von Eingeborenen. Einer der besten Attraktionen für den Naturpark?


Frau Reuscher in Frankfurt. Dieses Bild habe ich letztes Jahr bei unserem Fasnachtstrip nach Frankfurt gemacht.
Dass dieses Bildchen bei den beiden Suchwörtern „Naturpark Muotathal“ erscheint, erstaunte mich doch einigermassen. Könnte es womöglich sein, dass Frau Reuscher auch etwas gegen einen Regionalen Naturpark hat?

Ich weiss, ich weiss, ich weiss … Ich höre die Kritiker schon schreien: „feldwaldwiesenblogger, lies dich besser ins Dossier rein!“ Das habe ich tatsächlich nicht gemacht. Aber das wenige Gelesene hat mir schon gereicht. Ich brauche keinen Naturpark in unserer schönen Gegend. Wer möchte mir widersprechen?

Zudem habe ich nicht eine Woche für meinen Text aufwenden können, wie das mein „Vorbild“ Urs Paul Engeler (Weltwoche) jeweils kann. Ich habe lediglich eine knappe Stunde in diesen Blogbeitrag investiert. Logisch enthält er wahrscheinlich einige Denkfehler. Er widerspiegelt dafür aber meine Meinung.

feldwaldwiesenblogger