Sonisphere Festival 2012 in Yverdon-Les-Bains

Gestern wurde mit der dritten Auflage des Sonisphere Festivals die Openair-Saison 2012 eingeläutet. Der diesjährige Schweizer-Ableger dieses Festivals fand in Yverdon-Les-Bains statt.

Beim Eingangsbereich (übrigens in der Nähe des Neuenburger See’s) wurde man auf ein paar wichtige Details aufmerksam gemacht. Unter anderem hätte man nicht fotografieren dürfen. Dies galt aber definitiv nicht für mein iPhone.
Dabei hörte man die letzten Töne der ersten Band (die Schweizer Eluvitie), welche grad ihren Auftritt beendeten.

Das Openair fand unter besten äusseren Bedingungen statt. Sowohl das Wetter wie das Gelände mit dem herrlichen Rasen waren einzigartig. Kein Vergleich mit dem Sonisphere-Festival von vor zwei Jahren in Jonschwil. Ich sage nur: Schlammschlacht in Jonschwil

Da die Sonne doch schon ziemlich heftig auf unsere Köpfe schien, hiess es eine geeignete Kopfbedeckung zu finden. So traf ich einerseits einen Grosswildjäger, andererseits aber auch ein Beduine.

Nebst dem entsprechenden Hut musste man sich natürlich auch genügend Flüssigkeit zuführen. So beobachtete ich durstige Zeitgenossen, die sich gleich zwei Bier auf einmal holten… Recht hatten sie!
Denn das einzige Manko am gestrigen Openair war der Verkauf von Tranksame. Im „20 Minuten“ stand heute, dass man bis zu 30 Minuten für ein Getränk anstehen musste. Ich kann das nur bestätigen, denn zwischen dem Motörhead- und Metallica-Gig stand ich auch gut eine halbe Stunde für ein Getränk an.
Die Frage muss sich der Veranstalter gefallen lassen: Wieso hatte es nicht mehr Getränkestände, und vor allem auch verschiedene? Man durfte ja keine Getränkeflaschen mit reinnehmen…

Gemächlich trabte man Richtung Bühne, und beäugte mit einem Bier in der Hand die Bands Nummer 2 und 3: Gojira und Mastodon. Beide Bands waren für mich gänzlich unbekannt, und gefielen mir nicht besonders. Zudem fiel immer wieder mal der Ton aus. Die technischen Schwierigkeiten waren aber dann bald behoben.

Da die Musik noch nicht so mein Ding war, konnte ich andere Sonderbarkeiten beobachten. Einerseits verrückte Frisuren:

Andererseits verrückte Fussballfans, welche aber auf wirklich alles einen sonderbar giftig-gelben Kleber heften müssen:

Dann kam mit Slayer ein erster musikalischer Höhepunkt, welche in Punkto Härte und Geschwindigkeit überzeugten. Ich bin zwar kein Fan von dieser Combo. Dennoch beeindruckten sie mich mit ihrem gekonnten Spiel. Slayer schaffen es, ihre agressive Musik auf den Punkt rüber zu bringen. Es kam denn auch schon ziemlich Stimmung auf.
Auf dem Bild kann man übrigens einen „toleranten Rasta-Man“ erkennen, der sich dieses Festival auch nicht entgehen lassen wollte. Denn Reggae gab es gestern definitiv keinen zu hören, gekifft wurde aber trotzdem…

Mit Lemmy Kilmister’s Motörhead kam für mich bereits ein absolutes Highlight auf die Bühne! Denn Motörhead steht für mich einfach für dreckigen, lauten und unverfälschten Rock’n’Roll. So spielten sie ihre Klassiker während gut einer Stunde, die meinen Kopf zum Headbangen brachten.
Gegen Ende des Gigs meinte Lemmy, welcher die Reinkarnation eines Rock’n’Rollers in Person ist: „We are Motörhead and we play dirty Rock’n’Roll!“ Dem ist nichts weiter hinzu zu fügen.

Um etwa 20.30 Uhr enterten die Headliner METALLICA die Bühne, und bretterten los, was das Zeug hielt. Die schon etwas reiferen Herren Hettfield, Ulrich + Co. brachten eine hervorragende Bühne mit drei grossen Bildschirmen und toller Lichtshow mit.
Was mir zudem besonders gefiel, war Hetfield’s Nostalgie-Mikrofon! Seine Stimme klang aber alles andere als altbacken. Sein Gesang und der Ton der Instrumente wurden zu einem wunderbaren Sound „performed“.

Nach einigen Songs gab’s eine kurze Filmsequenz, mit Ton untermalt. Dies war die Überleitung zum Hauptteil der Show: „Das Performen des legendären Black Albums.“ Kaum zu glauben, aber wahr: Das Black Album feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum, und zählt zu einem der wichtigsten Alben der Rockgeschichte.

Ich fand dies eine geniale Idee, dass Metallica das „Black Album-Jubiläum“ auf diese Art feiern. Song für Song wurde davon gespielt, mit den Klassikern „The Unforgiven“, „Sad but true“, „Nothing else matters“ und „Enter Sandman“. Dass dabei nebst dem musikalischen Können der Bandmitglieder auch ein Haufen Technik und Technik-Spezialisten dazugehört, geht oft etwas unter.
So widme ich folgendes Bild den besagten Technikern, welche die Technik von A bis Z im Griff hatten, und uns einen wahren Ohren- und Augenschmaus bereiteten.

So gab es, wie erwähnt, wunderbaren Sound, aber auch eine tolle Lasershow. Von meiner iPhone-Kamera konnte sie leider nur in beschränkter Qualität eingefangen werden. Aber einen „richtigen“ Photoapparat hätte man ja ohnehin nicht mit hineinnehmen dürfen…

Als Abschluss des regulären Set’s wurde „Enter Sandman“ zelebriert. Dabei wurden auch Pyro-Effekte in die Show integriert, wie auch bei den Zugabesongs.

So um 22.55 Uhr ging die „tolle Sause“ furios zu Ende. Ich sah gestern Metallica bereits zum vierten Mal. So gut wie gestern Abend habe ich persönlich die Band und deren Show aber noch nie gesehen. Schlicht und einfach ausgedrückt: ES WAR DER HAMMER! Gestern stimmte einfach alles: Wetter, Sound, Show und die Spielfreude von Metallica.
Die gut 32’000 Zuschauer („Metallica’s family“) fanden das auch, und liessen es die Band mit einem lang anhaltenden Applaus wissen.
Gut gelaunt ob so einem wunderschönen Openair ging’s zurück ins Auto und in die Innerschweizer Heimat. Um 02.30 Uhr plumpste ich müde, aber zufrieden ins Bett.

feldwaldwiesenblogger