Elf Fragen an dustyboots

Immer wieder mal schicke ich elf Fragen los, mit der Hoffnung, dass sie mit Antworten zurück kommen.
So geschehen auch diesmal, mit meinen heutigen Blog-Gästen, den dustyboots.
Die Fragen beantwortete mir Alex Gwerder (Sänger, Gitarrist, Bluesharp-Spieler, Komponist und Bandleader) der „Boots“. Er meinte als Einleitung: „Wenn Dir etwas zu lang ist, bin halt manchmal ein bisschen ausführlich, kannst Du die Sätze auch kürzen oder ein wenig verändern, solange der Sinn der gleiche bleibt.“
Alex, Besten Dank für deine ausführlichen und interessanten Antworten!
Ich habe überhaupt nichts gekürzt, denn ich möchte hier meinen „Interview-Partnern“ so quasi eine Plattform geben. Uneingeschränkt und ohne Kürzungen sollen deren Statements beim Leser ankommen.

Die dustyboots hier näher vorzustellen, wäre wie wenn ich Wasser in die Muota giessen würde. Die Band, gegründet 1991, hat seither 660 Konzerte gegeben (siehe bei Frage 10). Der Ursprung und die Wurzeln der „Boots“ sind in meinem Heimatort, Muotathal. Das merkt man denn auch der Band an. Geradlinig, unverfälscht und mit einem Schuss Muotathaler Schalk gehen die Jungs von dustyboots ihren Weg. So konnte die Band letztes Jahr mit einem Openair-Konzert im heimischen Muotathal ihr 20-jähriges Band-Jubiläum feiern.

Detailierte Informationen über die Band kann man der gut gestalteten Homepage der dustyboots entnehmen. Mein Ziel ist es hier nicht, ihre Infos und ihre Bio abzuschreiben und zusammen zu fassen.
Vielmehr interessiert mich, wer und was hinter den „Boots“ steckt. Was für Menschen das sind und welche Motive sie haben, ihre Band so intensiv zu „betreiben“.
Deshalb denke ich, dass uns Alex Gwerder mit seinen nachfolgenden Antworten und Aussagen einen kleinen, aber feinen Einblick hinter die Kulissen der dustyboots gewährt.

Frage 1:
Ich habe auf eurer Homepage gelesen, dass ihr Studioaufnahmen gemacht habt. Dabei habt ihr „akustische Coversongs“ aufgenommen. Das heisst also, dass ihr eine „unplugged CD“ rausgeben werdet?
„Unplugged“ ist nicht ganz das richtige Wort. Es gibt eine CD mit Songs ohne elektrische Gitarre. Das Ganze ist mit Schlagzeug, Percussion, Bass, Piano und dazu die Instrumente Akustik-Gitarre, Dobro, Mandoline und Harp aufgenommen.

Frage 2:
Auf was für Coverversionen darf man sich dabei freuen?
Immer wieder wird an den Konzerten gefragt: Ist dieser oder jener Song auch auf einer CD? So haben wir uns gedacht, dass wir diese, meistens speziellen Songs, die uns halt eben auch sehr gefallen, in einer Akustik-Version aufnehmen. Darunter sind Titel wie „Dead Flowers“, „Simple Man“, „Regular Guy“ oder „Joy of my Life“.

Frage 3:
Gibt es bei der Veröffentlichung der „akustischen Coversongs“ auch wieder so eine rauschende Plattentaufe wie anno 2010?
Nein, so eine grandiose CD-Vorstellung, mit über 1000 Besuchern wie bei der CD „MEMPHIS“, wird es nicht geben. Wir werden das Ganze in einem Rahmen, wie die CD „Live im Emmental“, machen. Es wird sicher etwas in der Zeitung oder auch im Radio kommen, aber auf ein grosses Fest haben wir bei diesem Projekt verzichtet.
Kann ja sein, dass wir uns das für ein weiteres Vorhaben in der Zukunft aufheben??

Frage 4:
Plant ihr eventuell sogar eine kleine „unplugged Tour“?
Auch das muss ich mit NEIN beantworten. Unsere Konzerte werden wie bis anhin beides, das heisst: Rock/Blues/Country/TexMex und Set`s mit einem Akustik-Teil beinhalten.

Frage 5:
Wie sieht’s mit Eigenkompositionen aus: Gibt’s bereits schon neue Songs?
Es gibt eigene Songs an denen ich am Arbeiten bin. Aber bei dieser CD haben wir bewusst auf solche verzichtet. Entweder soll es eine CD mit Cover-Songs, oder es soll eine CD mit nur eigenen Titeln sein. Aber ich bin mir sicher, dass der eine oder andere neue eigene Song in Zukunft zu hören sein wird!

Frage 6:
Die aktuelle CD „Memphis“ zeigte mir, dass ihr eine Entwicklung von einer Countryband zu einer reifen Band gemacht habt, welche Roadmusic vom feinsten spielt. Geht eure Entwicklung noch weiter?
Das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Aber wir machen sicher nicht Musik um stehen zu bleiben, sondern versuchen uns immer wieder zu fordern und damit weiter zu entwickeln.
Vor allem ist wichtig, dass man eine eigene Art – unsere Art Musik -, die man auch im Alltag verkörpert, präsentieren kann! Natürlich kommt es auch auf die Bandmitglieder an, was sie denken und fühlen. Genau da haben die „dustyboots“, so glaube ich, einen super Mix, aus dem diese spezielle Art von Musik entsteht! Ich auf jeden Fall bin stolz, dass wir immer ohne Einfluss von fremdem diesen, unseren Weg gegangen sind!

Frage 7:
Ist „Roadmusic“ eigentlich ein Oberbegriff für „erdigen Country-Rock über bluesige Roots und Creedence-Feeling bis zu Tex-Mex und straightem Rock’n’Roll“ (Auszug aus dem Pressetext von K-Tel International (Switzerland) AG)?
Der Name Roadmusic für die „dustyboots“ ist während der Entstehung der CD „MEMPHIS“ entstanden. Jeder, der uns und unsere Musik kennt weiss, dass wir keine herkömmliche Countryband sind. Wie oben erwähnt, hat sich unsere Musik über die Jahre entwickelt. Dass die eigenen Songs eher weniger zu Countrymusik eingeordnet werden, kann man gar nicht beeinflussen, es entsteht einfach! Die Musik wächst in irgend einem Kopf und wenn man das auf ein Instrument überträgt, entsteht eine spezielle Form von Musik. Das ist bei uns eindeutig die Roadmusic, wo die Oberbegriffe Rock, Blues, Folk, Country und TexMex dazu gehören.

Frage 8:
Welche Bands oder Musiker sind eigentlich eure grössten Vorbilder?
Ich kann nur von mir sagen, dass ich nicht unbedingt grosse Band-Vorbilder habe. Sicher sind Bands wie CCR, Georgia Satellites oder Lynyrd Skynyrd meine Favoriten, aber richtige Vorbilder wäre zu viel gesagt.
Aber als Songwriter habe ich ein echtes Vorbild, und zwar ist das Calvin Russel, der neben vielen anderen Songs auch den Song „Soldier“ geschrieben hat!

Frage 9:
Gab es auch schon Anfragen von Plattenfirmen, welche euch unter Vertrag nehmen wollten? Würdet ihr so ein Angebot annehmen?
Wir hatten vor einigen Jahren schon Anfragen. Doch als wir die Anforderungen und auch die Konsequenzen sahen, die man hätte einhalten müssen, war das für uns kein Thema!
Man muss immer wissen, wer man ist und wo man sich im Bekanntheitsgrad befindet. Aus diesen Kriterien sollte man abschätzen, ob sich das lohnt oder ob so eine Plattenfirma überhaupt Interesse hat, dich weiter zu bringen! Es gibt wenige in diesem harten Musikgeschäft, die etwas für dich machen wollen, meistens ist nur der eigene Profit, der zählt!
Ich kann nur sagen, für die „dustyboots“ war es zu 100% richtig, dass wir immer unser eigener Meister waren, und die Finger von fremden Abzockern gelassen haben.

Frage 10:
Ich staune immer wieder über die Anzahl eurer Auftritte pro Jahr. Wie bringt ihr das alles unter einen Hut, v.a. der Gemeindepräsident?
Ja, unsere Anzahl von Konzerten ist wirklich beachtlich (bis jetzt 660 Konzerte)! Damit wir das alles unter einen Hut bringen können, braucht es Leidenschaft und Organisation!!
Unser Lead-Gitarrist Jim Bows aus Langenthal ist Profimusiker, der Schlagzeuger Erich Strasser aus Luzern ebenfalls. Franz Föhn (Muotathal) ist Wirt und Musiker, und so sind nur noch zwei, die das Musik machen neben dem Beruf „nur“ als Hobby betreiben. Der Bassmann Marcel Hertner aus dem Baselland und ich, Alex Gwerder aus dem Muotathal. Für die beiden Profimusiker ist die Menge von Konzerten kein Thema. Sie sind sogar auch noch anderweitig – immer wieder – mit anderen Musikprojekten beschäftigt.
Da Franz Wirt und somit selbständig ist, und deshalb die Musik und auch die Politik als Gemeindepräsident betreffs Termine selber einteilen kann, braucht es natürlich eine Riesenorganisation. Für Ihn ist es auch meistens kein Problem die Musik-Termine einzuhalten. Am meisten in der Klemme sind Marcel und ich, weil wir unsere Berufe noch voll ausüben. Die Aufgaben, wie Proben, organisieren und Konzerte, gehen zu Lasten unserer Freizeit.
Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass ich die meisten freien Tage, ausser die Ferien die ich mit der Familie geniesse, für die Musik investiere.
Natürlich braucht es unbedingt das Einverständnis der Frau und Familie, wenn man ein so intensives Hobby ausübt! Dass das bei mir der Fall ist, und ich so meine „Sidetrack“-Seite ausleben kann, ist nicht selbstverständlich, was ich sehr schätze.
So hatten wir all die Jahre, ausser wir waren schon mit Konzerten besetzt, fast keine Probleme mit den Konzertterminen. Dass freut mich als Bandleader der „dustyboots“ natürlich sehr!

Frage 11:
Was haltet ihr von dem sogenannten „New Country“, welcher Lady Antebellum oder die Schweizer C.H. spielen?
Ich bin nicht abgeneigt von dieser Musik, doch ist sie mir doch eher zu kommerziell! Es wird nicht unbedingt aus dem Herz Musik gemacht, sondern man orientiert sich sehr stark nach dem Musikmarkt/Trend. Ich z.B. kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass man sich einfach für ein Projekt verkauft und auf einmal Feuer und Flamme ist für etwas, dass ich vorher eher verschmäht habe. Für mich ist wichtig, wenn man etwas macht – welche Richtung Musik auch immer -, dass man mit Haut und Haar und mit dem Herzen dahinter stehen kann!

feldwaldwiesenblogger

Jazz of de Borg

Hallo Musikfreund!

Am Sonntag, 3. Juni 2012, steigt wieder mal eine grosse Sause:

Die Unicorn Jazzband aus Ballwil LU und Muotathal SZ sowie die Freetime Big Band aus Hochdorf LU spielen zusammen an einem Openair Konzert im Park der Johnanniter Kommende zu Hohenrain LU.

Das Konzert beginnt um 16.00 Uhr, die Festwirtschaft öffnet seine Tore schon um 15.30 Uhr.
Bei ungünstiger Witterung kannst du entweder die Muotathaler Wetterfrösche oder unter der Telefon-Nummer 086 041 448 02 02 um Rat fragen.

Die Unicorn Jazzband, das „Dorforchester“ aus Ballwil – ergänzt mit einer Muotathaler Rhythmusgruppe – unterhält dich auf lockere Art mit gestandenen Blues, Rags, Stomps und Rambles aus dem letzten Jahrhundert.

Die 18-köpfige Freetime Big Band, aus der „Seetaler Hauptstadt“ Hochdorf, spielt für dich in einer klassischen Jazz Big Band Besetzung. Dabei werden sie gemäss ihrem Motto „swing and be funky“ verschiede Big Band Nummern kredenzen.

Ich lade dich herzlich ein, mit uns einen gemütlichen Old Time und Big Band Jazz-Nachmittag/-Abend zu verbringen.

Du wirst zudem auch kulinarisch von der Festwirtschaft mit tollen Leckereien vom Grill sowie diversen kühlen Getränken verwöhnt.

Ich würde mich freuen, auch dich am 3. Juni in Hohenrain anzutreffen.

Also, bis bald!
feldwaldwiesenblogger Koni

Was stimmt denn nicht im Kanton Schwyz?

Emil Gwerder, Kernteam-Leiter des Projektes Naturpark Schwyz, gibt den Bürgern des Kanton Schwyzes zum Morgenessen ein paar gehörige Denkanstösse.
Im Samstagsgespräch des „Bote der Urschweiz“ zwischen Christoph Clavadetscher und Emil Gwerder tauchen ein paar kernige Aussagen auf.

Dabei kriegen auch Ständerat Peter Föhn (SVP) und Wettermissionar Martin Horat ihr Fett ab.

Aber auch die Politik unseres Kantons scheint krank zu sein.

Unser politische Klima geht auch zusehends den Bach runter.

Nur, Emil Gwerder, ist das nur im Kanton Schwyz so?
Das Misstrauen der Bevölkerung, vor allem auf dem Lande, nimmt schweizweit zu. Es ist ein generelles Problem der Schweiz. Verursacht durch die nationale Politik. Denn was zur Zeit alles rund um die Schweiz abgeht, von den auszuhandelnden Steuerabkommen bis hin zu den Bilateralen Verträgen mit der EU: Überall harzt es. Die Eigenständigkeit scheint uns dabei abhanden zu kommen.

Deshalb erstaunt es mich nicht im geringsten, dass die Bevölkerung dort, wo sie noch was zu sagen hat, erstens misstrauisch und zweitens ablehnend gegenüber Neuem ist.
Es stimmt also nicht nur im Kanton Schwyz etwas nicht, sondern in der ganzen Schweiz.

Gwerder, und sein Kernteam für den Naturpark, werden es schwer haben, die Bevölkerung auf ihre Seite zu bringen. Zuerst müssten andere, gröbere Baustellen schweizweit bearbeitet werden. Man kann auch sagen: Sie kommen zum falschen Zeitpunkt mit ihrem Projekt.

Ich habe meinem Brainstorming zu diesem „Samstagsgespräch“ bewusst freien Lauf gelassen, damit ich meine Gedanken unverfälscht in meinen Blog stellen kann.
Überdies bin ich für Diskussionen mit Befürwortern und Gegnern des Naturpark-Projektes jederzeit zu haben.
Ich bitte auch die Gegner, sachlich und fair zu bleiben. Denn was mir sehr wichtig ist, ist eine anständige Diskussionskultur.
Ich habe Mühe mit anonymen Flugblättern, aber auch mit „Leintüchern“, welche beschmiert werden mit Kriegsrhetorik.
Ich bin auch Gegner des Naturpark-Projektes, probiere aber (hoffentlich) anständig dagegen zu argumentieren.

feldwaldwiesenblogger

Frage des Tages: Soll die Euro 2012 boykottiert, verlegt oder gar abgesagt werden?

Als ich heute Morgen im „20 Minuten“ las, stiess ich auf folgenden Artikel:

Ja, was soll man dazu sagen? Soll ich jetzt nun die beiden „küssenden Herren“ auslachen?
Ich glaube, der Grund für diese Fotomontage ist viel zu traurig, um darüber Witze zu machen. Es geht um massive Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine. Nicht nur an der Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko. Nein, auch zig-tausende andere Menschen in besagtem Land leiden unter dem „Regime“ von Wiktor Janukowitsch. Welcher im Übrigen ein bisschen wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder aussieht.

Was kann man nun machen? Im Grunde genommen eigentlich nichts. Die ganze Planung und Errichtung des Anlasses ist schon so weit fortgeschritten, dass man die Euro höchstens absagen, aber sicher nicht in ein anderes Land verlegen kann. Wie beispielsweise nach Deutschland oder eben in die Schweiz und Österreich, was gewisse Kreise fordern.

Was mich dabei aber aufregt und bedenklich stimmt, sind die heuchlerischen Staatschefs. Merkel und Co. wollen nun die Spiele boykottieren. Super, Glückwunsch, tolle Idee!
Wie wäre es aber gewesen, wenn man vorher ein bisschen nachgedacht hätte, und die Fussball-Europameisterschaft schon gar nicht an so ein Land vergeben hätte? Ja ja, da wurde wieder mal nicht richtig nachgedacht, Frau Merkel…
Aber Nein, ich vergas: Die Spiele hatte ja die UEFA vergeben. Merkel und Co. haben dabei nur tatenlos zugesehen…
Und die Russen sollen sowieso die Klappe halten: Die sind in Sachen Menschenrechtsverletzungen keinen Deut besser als die Ukrainer, im Gegenteil.

Ehrlich, Ueli Maurer tut das einzig Richtige: Halt einfach ans Startspiel gehen. Das findet sowieso in Polen statt, und da die Schweizer nicht dabei sind, hat Maurer keine Veranlassung länger dort zu bleiben.

Ob die Fussball-Europameisterschaft boykottiert werden soll, muss jeder Staatschef selber wissen. Aus ob genannten Gründen würde ich aber denen empfehlen, hinzureisen und sich dort was zu schämen.
Eine Verlegung kommt zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht mehr in Frage. Dasselbe gilt wohl auch für eine Absage. Es sei denn, Menschenrechtsaktivisten fahren mit schlimmem Terror auf. Was aber um Himmels Willen hoffentlich nicht eintreffen wird.

feldwaldwiesenblogger

Regionaler Naturpark Schwyz: Ist der wirklich nötig?

Meine Wenigkeit macht sich nun endlich auch schlau zu diesem Thema. Nur, will ich das eigentlich, schlau darüber werden? Und: Wie schlau ist das Ganze eigentlich?

Als erstes klickte ich mich mal auf die entsprechende Homepage des Regionalen Naturparkes Schwyz, kurz RNP.

Da wird man über dies und jenes aufgeklärt. Zum Beispiel auch, dass ich am 17. Juni im Muotathal darüber abstimmen darf, ob ich als Bürger pro Jahr 3.20 Franken für die Errichtungsphase bezahlen möchte. Möchte ich das eigentlich?
Die „Errichtungsphase“ dauert übrigens von 2013 bis 2016, und wäre laut RNP-Homepage „gewisserweise der Testlauf für einen möglichen Regionalen Naturpark Schwyz“.
Testlauf? Für was und wen? Und was ist, wenn der Testlauf „in die Hose geht“? Sind meine 4 X 3.20 Franken = 12.80 Franken hinausgeworfenes Geld?

Emil Gwerder, Mitglied des Kernteams RNP Schwyz, meint: „Das ist eine bescheidene Investition für ein innovatives Projekt zur nachhaltigen Stärkung der ländlichen Region rund um die Mythen.“
Soso, dann melde ich meinen Blog auch als „bescheidene Investition für ein innovatives Projekt zur allgemeinen Erheiterung im Kanton Schwyz“ an. 3.20 Fr. resp. 12.80 Franken sind doch wirklich nicht viel…


Bildquelle: Peter Marty, Projektleitung Regionaler Naturpark Schwyz

Ich habe im „Projektdossier der Entwicklung“ nun etwas gelesen. Ich weiss ja nicht, wie’s euch geht. Aber mir ist das Ganze zu theoretisch und zu viel „Wischiwaschi“. Ein bisschen Natur, Landschaft und Kultur möchte man miteinander verbinden.
Man kann sich wirklich fragen: Was will und bezweckt das Projekt? Man hat das Gefühl, so gut wie nichts, ausser dass es dann (eventuell viel) kostet, und das Ganze ein kruder Kudelmudel-Mix wird.
Zudem laufen doch schon allerlei „regionale Projekte“ in unserem Kanton, auch gemeinde- und regionen-übergreifend. Wir haben jetzt schon schöne Naturzonen, wie beispielsweise der „Urwald“ Bödmerenwald.

Zudem: Ich kann beim besten Willen aus diesem Papier nichts Konkretes herauslesen.
So geht es scheinbar auch den Bürgern der einzelnen Gemeinden. Denn es ist eine grosse Ablehnung spürbar. Das Ungewisse daran ist auch die Zukunft: Wie weit könnte das Projekt dereinst gehen?

Ein mögliches „Horrorszenario“ habe ich vor einiger Zeit mal ausgemalt: Blog-Beitrag vom 18.1.2012
Ein Auszug aus meinem damaligen Beitrag:
„Die treibenden Kräfte hinter dem Naturpark wollen unsere Berge, Alpen, Täler und Dörfer schleichend zu Zoos und Museen umfunktionieren.“ Wollen die das wirklich?
Oder: „Zuletzt dürfen wir – wie in Indianer-Reservaten – gerade noch als Fotosujets für Touristen herhalten.“ Ist denn das die Möglichkeit?

Habe ich eine Wahl, als Talbewohner im Muotathal? Was darf ich dann noch?
Mich als Affe im Zoo bewegen? Oder als Museumswärter „uswärtige Fötzel“ an die Anstandsregeln erinnern? Oder muss ich gar als Alpen-Indianer rumlaufen und wild dreingucken, damit die Touristen (ev. sogar echte Indianer?) mich ablichten dürfen?

Dieses Bild verwendete ich für einen Blogbeitrag am 29.2.2008. Damals wollte man unbedingt alle Raucher in ein Reservat stecken. Nun will man das gleiche mit uns Landbewohnern im Kanton Schwyz machen. Oder irre ich mich da?

Gut, zugegeben, nun zwinkere ich mit all meinen Augen (auch mit den Hühneraugen). Aber ernsthaft: Was wären die Unterschiede zwischen dem Nationalpark im Ofenpass-Gebiet und einem Regionalen Naturpark Schwyz?
Wahrscheinlich gibt es nicht so viele. Aber: In besagtem Nationalpark wohnt ja kaum jemand (ausser ein paar Bären und Bündner). Bei uns hingegen leben zig-Tausend Einwohner, welche dort nicht nur leben, sondern auch arbeiten wollen. Grösstenteils vernünftige Bürger, welche jetzt schon sorgsam mit der Natur umgehen.
Zudem haben wir mit der Erlebniswelt Muotathal GmbH eine Gruppe im Muotathal, welche laut Homepage „unvergessliche Erlebnisse aus Abenteuer, Bildung und Kultur mit Verpflegung und einzigartiger Übernachtungsmöglichkeit bietet.“ Und weiter: „Die einmalige Infrastruktur der Husky-Lodge und die Vielzahl von Erlebnismöglichkeiten in der urwüchsigen Naturlandschaft werden auch Sie begeistern.“

Also: Was will man da noch mehr? Der sanfte Tourismus reicht vollkommen in unserer Gegend. Sollen doch die Walliser und Bündner ihre scharweisen Touristen durchfüttern. Die brauchen wir bei uns nicht.
Auch deshalb sehe ich keinen Grund, einen Naturpark aus unserer Region zu machen.

Spasseshalber habe ich im Googel „Naturpark Muotathal“ eingegeben, und folgende Links gefunden:

Machbarkeitsstudie Naturpark Schwyz

Ständerat Peter Föhn warnt Muotathaler vor Naturpark (Zeitungsbericht aus „Südostschweiz“)

Pressebericht zu Naturpark im Muotathal

Anschliessend habe ich mit den gleichen Suchwörtern auf „Bilder“ geklickt, und dabei drei schmucke Fotis unter vielen Bildchen gefunden:


Schöne Landschaft, bald nur noch bevölkert mit einheimischen Affen?


Muotathaler Wetterfrösche, eine urwüchsige Bande von Eingeborenen. Einer der besten Attraktionen für den Naturpark?


Frau Reuscher in Frankfurt. Dieses Bild habe ich letztes Jahr bei unserem Fasnachtstrip nach Frankfurt gemacht.
Dass dieses Bildchen bei den beiden Suchwörtern „Naturpark Muotathal“ erscheint, erstaunte mich doch einigermassen. Könnte es womöglich sein, dass Frau Reuscher auch etwas gegen einen Regionalen Naturpark hat?

Ich weiss, ich weiss, ich weiss … Ich höre die Kritiker schon schreien: „feldwaldwiesenblogger, lies dich besser ins Dossier rein!“ Das habe ich tatsächlich nicht gemacht. Aber das wenige Gelesene hat mir schon gereicht. Ich brauche keinen Naturpark in unserer schönen Gegend. Wer möchte mir widersprechen?

Zudem habe ich nicht eine Woche für meinen Text aufwenden können, wie das mein „Vorbild“ Urs Paul Engeler (Weltwoche) jeweils kann. Ich habe lediglich eine knappe Stunde in diesen Blogbeitrag investiert. Logisch enthält er wahrscheinlich einige Denkfehler. Er widerspiegelt dafür aber meine Meinung.

feldwaldwiesenblogger