Fünf Fragen an den neu gegründeten Chaos Computer Club Schweiz

Gestern entdeckte ich im 20 Minuten folgenden Artikel:

Richtig gesehen! Es gibt in der Schweiz einen neuen Club, wo sich die „guten Hacker“ zu einem Chaos Computer Club Schweiz zusammen getan haben. Das weckte natürlich sofort meine Neugier. Ich formulierte fünf Fragen und schickte sie an den Mitinitiator Bernd Fix. Keine zwei Stunden später erhielt ich von Herrn Fix bereits die Antworten. Sein Name ist wohl Programm: das ging nämlich wirklich „Fix“.

Frage 1:
Wieso haben Sie und Ihre Kollegen eigentlich den Chaos Computer Club Schweiz gegründet?

In der Schweiz ist der Begriff „Hacker“ leider immer noch sehr negativ besetzt und wird mit Leuten assoziiert, die in fremde Rechner eindringen und dort Unfug treiben und Viren verbreiten.

Der „Chaos Computer Club Schweiz“ soll zeigen, dass es auch die „guten“ Hacker gibt, die sich für Bürgerrechte im digitalen Raum einsetzen und ihr Wissen über Computer und deren (Un-)Sicherheit gerne mit allen teilen.

Das dies manchmal auch mit Methoden geschieht, die mit anderer Motivation kriminell ausgenutzt werden können, lässt sich leider nicht vermeiden. Aber für uns ist die Hackerethik (ja, sowas gibt es tatsächlich) so etwas wie eine moralische Leitplanke, die dafür sorgt, dass es nur zum Gemeinwohl gemacht wird.

Frage 2:
Sind in Ihrem Club mitunter die besten Hacker der Schweiz vereint?

Wie gesagt geht es nicht darum die „besten“ Hacker der Schweiz zu vereinigen, sondern die „guten“ Hacker – „gut“ im Sinne eines moralischen Anspruchs und nicht einer Qualifikation.

Frage 3:
Wo möchten Sie und Ihr Club sich als „gute Hacker“ betätigen?

Als aktive Gruppe in der Zivilgesellschaft. „Politik ist Lebensgestaltung“ hat Pestalozzi mal gesagt und als Hacker findet diese Lebensgestaltung vor allem im Internet statt – und damit ist es auch politisch.

Ein aktuelles Beispiel dafür sind sicherlich die Überwachungsgesetze (BÜPF,VÜPF) und die Vorratsdatenspeicherung. Dort werden wir uns zusammen mit anderen Gruppen wie der Digitalen Gesellschaft Schweiz auch in Zukunft engagieren.

Frage 4:
Wenn Sie einen bösartigen Hackangriff im Internet bemerken würden, würden Sie das den Behörden melden, oder würden Sie den gleich selber bekämpfen?

Wir sind keine Cyber-Eingreiftruppe – für niemanden. Nicht für einen Staat, eine Bank oder ein anderes Unternehmen.

„Not my department“ lautet das diesjährige 29C3-Motto – und das gilt auch für diese Frage.

Frage 5:
Kann ich als „Normalbürger“ Ihren Club bei IT-Sicherheitsfragen auch um Rat fragen, ohne dass es mich fast ein halbes Vermögen kostet?

Unser Rat kostet gar nichts. Aber wir können auch nicht garantieren, dass jede Nachfrage sofort beantwortet wird. Wenn aber die Frage interessant genug ist, findet sich bestimmt jemand, der sie auch gerne beantwortet.

Ich bedanke mich bei Bernd Fix und dem Chaos Computer Club Schweiz für die sehr interessanten und zum Teil auch erstaunlichen Antworten. Ich wünsche ihm und dem Club viel Erfolg!

feldwaldwiesenblogger

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