Der Zwiespalt mit Alex Frei

Gestern schlug die Verpflichtung von Alex Frei als neuen FC Luzern-Sportchef wie eine Bombe in der Schweizer Sportwelt ein.

Sofort gingen die Diskussionen los, ob online oder real. Meine erste Reaktion ging von Enttäuschung über Unverständnis bis hin zu Kopf schütteln über die FCL-Führung. Auch etliche Kollegen fanden’s allesamt nicht gut. Kritische und barsche Töne machten die Runde. So meinte etwa R. in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe IG FC Bayern München: „Verzweiflung pur nennt man das.“
Ich stimmte ihm zu.

Die Ereignisse begannen sich zu überstürzen. Um die Mittagszeit meinte ein Arbeitskollege: „Es ist noch nichts sicher, denn Radio Pilatus vermeldete, dass weder von Luzerner noch von Basler Seite her eine Bestätigung vorliege.“

Am frühen Nachmittag legte Blickonline, der einem den ganzen Tag in Sachen „Frei“ auf Trab hielt, nach:

Allmählich schlug meine Stimmung diesbezüglich um. Ich sagte beim Nachtessen:“Wenn sie (der FCL, Anmerkung der feldwaldwiesenblogger-Redaktion) beide im Doppelpack haben können, dann wäre das für den FCL super!“

Eifrige Bote und feldwaldwiesenblog-Leser erinnern sich vielleicht, dass ich mich unlängst für Heiko Vogel als neuen FCL-Trainer stark machte.
Nun könnte es also Tatsache werden.

Zudem begann es mir auch langsam zu dämmern, was da am Rheinknie ablief: Alex Frei möchte so oder so vom FC Basel weg. Er und Murat Yakin haben das Heu nicht so auf einer Bühne, die Misstöne der letzten Zeit bekommen nun ihren Sinn.

Dann war erst mal Pause. feldwaldwiesenblogger fuhr nach Illgau, an eine Probe mit der Jazzformation Sweet&Sour. Die Probe war sehr schön, nebst viel guter Musik gab’s noch ein Bierchen und es wurde nicht über den Fall Frei gesprochen. Einfach wunderbar! Denn Musiker haben noch andere Dinge im Kopf als Sport. Was genau bleibt jetzt mal dahingestellt…

Heute Morgen gings dann aber wieder weiter, mit der Zeitungslektüre der FC Luzern-Hauszeitung Neue Luzerner Zeitung, oder eben mit unserem „Schwyzer-Ableger“.
Dani Wyrsch, der Hofberichterstatter des FCL, schrieb ein paar schöne Zeilen über die gestrige „Sportbombe“.

Jetzt geht’s nur noch um Details: Kommt er sofort, oder erst im Sommer? Bringt er Heiko Vogel gleich mit?
Denn die ganze Sache scheint nun an Dynamik zuzunehmen. Die Tatsache, dass Alex Frei bei Luzern unterschrieben hat, birgt schon seine Risiken. Angeblich möchte er noch bis Saisonende beim FC Basel weiterstürmen und nebenher schon die neue Saison beim FCL vorbereiten. Das geht so sicher nicht…

20 Minuten wusste heute nämlich schon:

Ob das so sein wird, kommt heute Nachmittag aus. Beim FC Luzern ist nämlich ab 14.30 Uhr eine Pressekonferenz geplant.
Den Verantwortlichen wäre es recht gewesen, wenn die Neuigkeit nicht schon gestern die Runde gemacht hätte. Nachdem das Ganze drei Tage unter Verschluss gehalten werden konnte, kam die Meldung angeblich aus einem „Leck“ via Deutschland (kicker) zurück in die Schweiz. Die Deutschen sind manchmal schon schnell…

Zudem: Mich überaschte heute, wie positiv die Berichterstattung ausfiel. Es gibt sie aber auch, die kritischen Stimmen:

Meine Wenigkeit änderte über Nacht, respektive nach dem Zusatz Heiko Vogel langsam aber sicher die Meinung. Ich blicke der FCL-Zukunft ziemlich positiv entgegen. Frei weiss wie die Fussballer ticken, und kann ihnen von seinem riesigen Erfahrungsschatz einiges mitgeben.
Vogel wäre sowieso der richtige Trainer für die Luzerner. Er, der beim FC Bayern München schon als Nachwuchstrainer fungierte, ist ein symphatischer und bodenständiger Kerl. Genau das, was in die Innerschweiz passt…

Frei ist aber auch eine Reizfigur, der polarisieren und die Leute vor den Kopf stossen kann. Vielleicht ist genau das nötig, bei einem FC Luzern, wo momentan einfach nur still gestanden wird. Diese Tatsache kann aber auch sehr schnell ins Negative kehren. Wie Dani Wyrsch zudem heute schreibt, ist die Verpflichtung von Frei auch eine „Gratwanderung“.
Ich würde trotzdem sagen: Die Gratwanderung soll in Kauf genommen werden, denn ein bisschen „Schüttel und Rüttel“ kann in dem behäbigen Luzern überhaupt nicht schaden. Schlussendlich wollen nämlich alle nur Spitzenfussball in Luzern sehen.
Mit Frei und (hoffentlich auch) Vogel wird dies wieder Tatsache werden. Wetten!


Usum Chäs-Chessi:

Heute Morgen früh, um 03:32 Uhr, schickte Kollege W. uns folgendes Bild in eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe mit dem Namen „Konzert-Freunde“:

Ich gab darauf folgenden Kommentar ab: „Was wott üs ächt dr jung W. mit dem sägä?“ (Übersetzung: Was will uns bloss der junge W. mit dem sagen?)
Darob rätsle ich noch immer… Der junge W. ist übrigens in Grindelwald in den „Kurzskiferien“, über den Josefstag hinaus. Er hatte wohl eine anstrengende Nacht…

feldwaldwiesenblogger

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