Eigenes Experiment: Drummen mit einem Bluesstar

Auf der Rock- & Bluescruise (siehe Blogbeitrag von gestern) kam mir plötzlich eine Idee: Einmal eine Probe absolvieren dürfen und können mit einem Bluesstar.
Meine Wenigkeit ist „nur“ Amateur-Drummer und träumt unentwegt davon, in einer Bluesband spielen zu können. Ich habe schon öfters darüber geschrieben, und auch schon einige Leute diesbezüglich angekickt. Was bisher blieb, war nur der Traum.

Einerseits liegt es sicher daran, dass ich Skrupel habe, mich bei einer Bluesband zu melden („ich bin doch sicher zu wenig gut für die“), andererseits aber möchte ich mit meinen Kollegen (und eigentlich nicht mit Fremden) musizieren.

Vor Jahren hat mir mal ein Arbeits- und Musikerkollege einen Tipp gegeben. Wir suchten damals einen Sänger. Er riet mir, selber mit singen zu beginnen. Das tun wir seitdem auch, und haben schon mit einigen Formationen damit Erfolg gehabt. Der Vorteil dabei ist, dass man selber gefordert wird, und auch dazulernte.

Weiter im Text mit meinem Traum. Den hatte ich natürlich auch auf dem Schiff, erst recht wenn man so tolle Musiker sieht, wie beispielsweise Richard (Richi) Koechli.
Da ich von Koechli natürlich auch schon hörte (ein Konzert zusammen mit Bluesmax) und las, sowie mir die CD ‚Howlin‘ with the bad boys‘ zulegte (super Blues-CD!), hörte ich ihm auf dem Kreuzfahrtschiff öfters zu. Ich war dabei fasziniert von seiner bescheidenen Persönlichkeit, aber auch von seinem filigranen und technisch hochstehenden Bluesgitarren-Spiel.
Bei der 40 Minuten Blues-Jam mit Fankhauser war Koechli auch dabei, hielt sich aber immer im Hintergrund auf. Was er dabei seiner Gitarre entlockte, war schon phänomenal. Aber zugleich faszinierte mich auch seine bescheidene Art.
Auf der Cruise spielte er Solo-Konzerte, und zusammen mit dem lustig-bierernsten Bluesmax. Ich war jedes Mal aufs Neue begeistert, auch von seinem Slide-Spiel.

Als ich ihn bei einem Pergola-Konzert auf der Cruise beobachtete, wie er da alleine Blues spielte, schoss mir die eingangs erwähnte Idee in den Kopf. Ich fand, der Blues würde zusammen mit einer Begleitband und vor allem einem Drummer doch noch viel mehr „Pfupf“ haben.

Ich masse mir natürlich nicht an, ihn bei seinen Konzerten begleiten zu dürfen. Denn Richard Koechli ist ein absoluter Bluesprofi und heimste unlängst den SWISS BLUES AWARD 2013 ein (siehe auf seiner Homepage). Er ist eine absolute Koryphäe auf seinem Fach. Ich bin ja schon ein wenig verrückt, aber nicht grad so, dass ich die Realitäten nicht mehr sehen würde.

Meine Idee ist die: Ich möchte ein eigenes Experiment durchführen, und meine Leser dabei teilhaben lassen. Das Experiment ist ganz einfach. Ich möchte einfach mal eine Probe mit Richi Koechli absolvieren dürfen, und hinterher darüber schreiben, wie es ablief und ich es erlebte. Was mir dabei durch den Kopf ging, mit einem absoluten Bluesprofi spielen zu können. Was ich dabei empfunden und gefühlt habe.
Da ich Chemielaborant bin, bin ich es gewohnt, Experimente durchzuführen und zu protokollieren.
Dieses Mal sind es nicht irgendwelche Apparate und Analysen, die ich beschreibe. Es sind Emotionen, Gefühle und der Spass am Drummen mit einem Bluesprofi, die ich hier im Blog protokollieren möchte.

Meine Idee mit dem Blues-Drumming-Experiment werde ich noch heute Richi Koechli per Email zukommen lassen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie er darauf reagiert.
Drückt mir doch bitte die Daumen, liebe Leser, dass mein geplantes Experiment auch wirklich stattfinden wird. Ich werde euch jedenfalls auf dem Laufenden halten.

feldwaldwiesenblogger

Gedanken und Bilder zur 5. Schweizer Rock- & Bluescruise

Ich weiss eigentlich gar nicht so recht, was ich über diese unvergessliche Musikkreuzfahrt schreiben soll. Sie dauerte genau eine Woche, von Sonntag bis Sonntag. Dabei erlebte ich zig-Stunden wunderbarste Musik und vier Landgänge. Es war zeitweise wie in einem Rausch…

Anders als bei „üblichen“ Konzerten, wo ich ohne Probleme am Tag darauf über den Headliner und die Vorgruppe(n) bestens zu berichten weiss, habe ich nach diesem wahren Konzertmarathon Mühe, alles Gesehene und Gehörte auf die Reihe zu kriegen.
Es gab so viele unvergessliche Momente, Eindrücke und Gespräche.

Zudem war es nicht nur ein Konzertereignis erster Güte, sondern auch eine Kreuzfahrt. Eine Schifffahrt durchs Mittelmeer, von Genua nach Palermo, Valetta (Malta), Catania, Messina, Napoli und zurück nach Genua. Da gab es jeweils sehr viel zu sehen und geniessen, und neue Städte zu erkunden. Wir taten dies bei vier Landgängen mit drei längeren Taxifahrten.
In diesem Sinne war es ein doppeltes Sinnes-Vergnügen, für mich und die vielen Teilnehmer.

Ich nahm mir schon vor der Reise vor, eine Woche abzuschalten und auch keine Notizen zu machen. Aus diesem Grund gibt es hier nur ein paar Gedanken und Bilder von mir zu der am vergangenen Sonntag zu Ende gegangen Cruise.

Ich weiss, einige würden es gerne sehen, wenn ich teilweise detailliert über diesen oder jeden Anlass berichten würde. Es geht (fast) nicht. Ich habe leider nicht so ein grosses Hirn wie ein Elefant…

Mein Gedanken-Brainstorming führt mich vom körperlich gebrechlichen, aber noch immer geistig fitten Polo Hofer bis zum „liebestollen Single“ Fankhauser. Der Berner Blueser konnte seine Neigungen bei den Konzerten nicht oft genug rausposaunen. Am Ende der Reise wurde beobachtet, wie er in Begleitung eines jüngeren dunkelhäutigen Mannes die Heimfahrt in seinem Jaguar antrat…

Fabienne Louves war ebenfalls an Bord und durfte Proud Mary und Giggerig trällern, leider nur mittelmässig. Böse Zungen behaupteten, dass sie nur mitdurfte, weil Fankhauser scharf auf ihren Lover war…

Es gilt auch, den umtriebigen Schämpu Schär, den Cheforganisator zu erwähnen. Die ganze Woche hindurch hielt das oft stürmische Wetter ihn und seine Organisations-Crew auf Trab. Trotzdem: Gerade oder deshalb war es für mich sensationell, weil einige Konzerte so spontan daher kamen, dass mein Musikerherz hüpfte. Dabei gibt es ganz klar Polo’s Konzert zu erwähnen, welches eigentlich auf der Poolbühne auf dem Oberdeck „openair“ hätte stattfinden sollen. Wegen schlechtem Wetter wechselte Hofer aber in das schiffseigene Nelson-Pub. Er selber war es, welcher dort spielen wollte und seine Mitmusiker dazu ermuntern musste.
„… Die Keyboarder sind halt schon Mimöseli, gell Polo …“

Fankhauser wäre nie und nimmer wegen dem Wetter in jener Location aufgetreten.
So sind sie halt, gewisse Musiker, wenn sie die Bodenhaftung so langsam aber sicher verlieren…

Als Enttäuschung würde ich die Hot Chocolate bezeichnen. Musikalisch sicher in einem ordentlichen Gewand, kam der Gesang teilweise voll daneben daher. Leider.

Für mich persönlich kann ich auch eine Entdeckung vermelden: Der Bluesman Jimmy Hall. Hall sprüht vor Energie, tanzt wie wild, und spielt Bluesharp sowie Saxophon. Und erst die Stimme: Die war voll der Hammer! Da kam so viel Blues rüber, dass man eine Gänsehaut kriegte. Von dem Mann muss ich mir unbedingt Musik zulegen.

Noch ein Wort zu den Dusty Boots, welche ihre Band-Wurzeln im Muotathal haben. Sie wurden persönlich von Polo Hofer auf die Cruise eingeladen, und durften drei Konzerte geben. Ihr erstes Konzert, gleich zu Beginn am ersten Abend, musste ich leider sausen lassen. Unsere Kabine musste wegen Anzeichen von Seekrankheit geschlossen die Better aufsuchen…
Die anderen beiden Konzerte der Dusty Boots besuchte ich natürlich, und sie gefielen mir ausgezeichnet. Was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass die Boots, wie sie bei uns im Thal genannt werden, von der „hundsgewöhnlichen“ Countrymusik weggekommen sind und nun reife Roots-Musik made in Switzerland machen. Toll!
Polo himself war beim zweiten Konzert anwesend, und zeigte viel Gefallen an den Dusty Boots. Hinterher hielt er sich bei unzähligen Zigaretten und einem Glas Wein bei der Band auf. Meine Wenigkeit war bei der längeren Gesprächsrunde auch dabei, als Polo bewies, wie fit er immer noch im „Oberstübli“ ist. Was der Mann in Sachen Musik alles weiss, ist sensationell. Polo scheint mir diesbezüglich wie ein lebendiges Musikarchiv. Und wie er Witze erzählen kann, unglaublich…

Wie schon oben erwähnt, war das Wetter uns leider nicht immer so hold. So schaukelte das Schiff mindestens zweimal bedenklich heftig. Das erste Mal am ersten Abend, das zweite Mal am letzten Abend, wo ich zusammen mit meinen Kameraden den Champions League-Sieg der Bayern am TV sah. An jenem Abend machte mir die Schaukelei nichts mehr aus…

Gegessen haben wir gut, zwar nicht so viel wie Kollege W vorgängig meinte. Dafür wurde umso mehr getrunken. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Nun zu den Bildern:


Sandra Rippstein und Band, Hammerstimme aus dem Aargau. Auch eine Entdeckung.


Unser Taxichauffeur Francesco in Palermo, cooler Typ. Eine legendäre Fahrt durch die engen Gassen.


Die MSC Lirica musste von Zeit zu Zeit frisch gestrichen werden. Arbeitsintensiv, mit so einem schmalen Roller.


Das Meer ist beeindruckend und erschreckend zugleich. Vor allem wenn’s stark wellt.


Ein stolzer Pfau beim Landgang auf Malta. Mächtig gewaltig.


Die drei Könige, Kings of Rock, aus dem Morgenland. Brachial und lustig.


Das oft stürmische Wetter hinterliess seine Spuren. Beeindruckend.


Polo Hofer bei seinem Gig im Nelson Pub. Hier zusammen mit der Rampensau Bruno Dietrich. Einfach geil.


Eine weitere Entdeckung: Justina XYZ (Nachname weiss ich leider nicht), Specialguest beim Gig von Polo. Phänomenale Stimme.


Super Pooldeck-Konzert mit Fankhauser. Grandiose Openair-Stimmung.


40 Minuten Jam am Ende des Fankhauser-Konzertes. Mann, das ist Blues.


Timmermahn und Marc Dietrich („Peter, Sue & Marc“), zwei alte Showbiz-Haudegen. Herr Timmermahn erzählte uns jeden Abend das Guetnacht-Gschichtli.


Landgang in Messina, für einmal am Abend. Jahrgänger-Ausflug, bis es nichts mehr zu trinken gab.


Chica Torpedo, Schmidis Latino-Sound-Band. Wahnsinniger Summertime-Groove, der mir in die Beine fuhr.


Blues-Max und Friends, unter anderem mit Richi Koechli. Der Mann hat vielleicht Geschichten auf Lager.


Die MSC Lirica im Hafen von Napoli. Im ehemaligen Maradona-Land wurde viel Peperoni und der Vesuv gesichtet.


Dusty Boots live im Broadway Theater. Einmal mehr ein Genuss, ihrem schönen Roots-Sound zuzuhören. Ein stolzes Trüppchen Muotathaler begleitete die Band auf der Rock- & Bluescruise.


Jimmy Hall, meine ganz persönliche Entdeckung auf der Cruise. Ich sagte zu ihm am Hafen von Genua: You’re a great Bluesman!


Schämpu Schärs Worte am Ende der Allstar-Jam. Schämpu hat’s gut gemacht, Riesen-Kompliment!


Einfahrt in den Hafen von Genua, neben das zurzeit grösste Kreuzfahrtschiff der Welt, die MSC Precisiosa. Waaauuuwww!

Meine Ausführungen, Bilder, Berichte und Gedanken sind alles andere als vollständig. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, etwas über die die 5. Schweizer Rock- & Bluescruise zu schreiben, habe ich doch noch ein paar nette Zeilen und Bilder zusammen gebracht. Ich hoffe, es gefällt.

feldwaldwiesenblogger

Voranzeige: Schlatt-Lee live am Grümpi Muotathal

Welcome back! Die 5. Rock & Blues Cruise habe ich (mehr oder weniger) schadlos überstanden. Nun bin ich schon wieder voll im Arbeitsrhythmus und in meinem eigenen Musikbusiness. So hatte ich gestern bereits wieder Probe, mit dem Maronichor in Muotathal.

Wie man dem Plakat des Grümpi Muotathals entnehmen kann, sind wir mit Schlatt-Lee dort auch live anzutreffen, und zwar am Samstagabend in der Kaffeestube.
Zu hoffen ist, dass an jenem Abend wegen miesem Wetter nicht Kaffee getrunken werden muss, sondern das Bier die Sommerwärme kühlen darf.

Apropos Festerei: Es gibt wohl einige, die darauf hoffen, dass ich noch mal eine Breitseite oder gar ein paar böse Sprüche gegen oder über den Raiffeisen-Grossanlass von vergangenem Samstag in userem Thal vom Stapel lasse. Sorry, ich muss euch enttäuschen: Denn einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul!
Ich konnte nicht mal dabei sein, denn ich war zu dieser Zeit auf dem heftig schaukelnden Schiff Richtung Genau unterwegs.

Diejenigen, die dabei waren, erlebten aber wohl einen anständig schönen Abend. Man hörte zwar schon Stimmen, die das Essen nicht so toll fanden, oder aber das gebotene Programm. Da gabs scheinbar Nummern, bei denen einige weitergezappt hätten, wenn es sich um ein TV-Programm gehandelt hätte.
Zusammengefasst würde ich persönlich sagen, dieser Event hätte mich nicht vom Hocker gerissen. Aber wie gesagt: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul (ich wiederhole mich!).

Übrigens: Man kann mir auch auf Twitter folgen. Da lasse ich ab und zu noch „gröbere Sprüche“ raus, als hier im Blog…
Dort schrieb ich nämlich am 16. Mai:

Aber eben, ich wiederhole mich ein drittes Mal: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul!
Oder doch? Das für dieses Fest aufgewendete Geld gehört eigentlich den Raiffeisen-Genossenschaftern…

Das man den CEO Pierin Vincenz einlud, grenzt schon fast an eine Frechheit. Dieser Typ verdient im Jahr ein Schweinegeld. Aus einem Aargauer Zeitungs-Schnipsel aus dem Jahr 2011 kann man folgende Schweinereien entnehmen:

Leute, wegen solchen Leuten und solchen Ungerechtigkeiten bin ich eindeutig für die 1:12-Initiative!

So, ich werde mein Lästermaul (für heute) wieder schliessen.

feldwaldwiesenblogger

ESC-Aus: Und für diese Europäer wollen wir eine 2. Gotthardröhre bauen?

Das gestrige ESC-Aus der Schweizer Vertretung „Takasa“ wirft wieder hohe Wellen und hinterlässt viele Fragen.

Musikalisch will ich diesen Song-Contest gar nicht (mehr) beurteilen. Mir gefiel nämlich im Schnelldurchlauf eigentlich gar kein Lied so richtig…

Im ESC-Wettbewerb erkenne ich zunehmend Politik und Gesellschafts-Befinden statt Musik. Laut 20 Minuten presste die finnische Sängerin einer Tänzerin einen dicken Kuss auf die Lippen (Homo-Ehen oder nicht?). Oder die griechische Vertretung sang mit einem „Spar“-Anzug einen „Freien Alkohol“-Song (wohl noch das einzig erschwingliche im Land).

Die Schweiz kam zwar mit der Heilsarmee-Combo „Takasa“ neutral daher und hatte mit dem 95-jährigen Emil den ältesten je teilgenommenen Musiker mit an Bord.

Nützte alles nichts. Die Schweiz wird von den Europäern nicht geliebt, wurde einmal mehr im ESC-Halbfinale abgestraft.

Ich frage mich deshalb: Diesen Europäern wollen wir ernsthaft eine zweite Autobahnröhre am Gotthard bauen? Diesen undankbaren und „schweiz-links-liegen-lassenden“ Europäern, welche die Schweiz nur dazu benutzen, um in den Süden (oder retour in den Norden) zu fahren? Für diese Europäer, welche von Frühling bis Herbst jeweils Riesen-Staus vor dem Gotthard verursachen, würden wir sogar die Alpeninitiative aushebeln?

Nein, nein und nochmals Nein!
Denn: Vom Herbst bis anfangs Frühling kann man jeweils ganz gemütlich und ohne Stau durch den Gotthard-Tunnel ins Tessin fahren. In dieser Zeit trifft man nämlich auf praktisch keine Durchfahrts-Europäer.

Ergo und sorgfältig beobachtet, würden wir die zweite Röhre am Gotthard nur für die Durchfahrts-Europäer bauen. Denn ohne die hätten wir (fast) keine Staus am Gotthard!

Ich sage euch: Die ASTRA soll nicht bei unserem Bundesrat Druck machen, sondern oben in Brüssel. Die ASTRA und auch unsere gescheiten Verkehrspolitiker sollen gefälligst dafür sorgen, dass die NEAT dereinst vernünftig genutzt wird, und es keine zweite Röhre am Gotthard braucht.

Ich war damals gegen die NEAT. Nun haben wir sie bald. Dies gilt es bitte zu beachten.
Ich war damals für die Alpeninitiative. Die haben wir immer noch, und es soll auch so bleiben.
Denn beides waren damals demokratische Volksentscheide, und die gilt es zu respektieren.
Wo kämen wir hin, wenn jeder Entscheid nach einer gewissen Zeit und Laune heraus, einfach so umgestossen würde? Unsere Demokratie wäre keinen Pfifferling mehr wert.

Die eine Autobahnröhre ist genug!
Ich sehe es jeweils gerne, wenn unsere Politik und Demokratie konsequent bleibt. Wir haben uns für eine NEAT entschieden, also soll möglichst viel (Schwer)verkehr dereinst auch dorthin verlagert werden. Wir haben uns aber auch für eine Alpeninitiative entschieden, welche unbedingt den Schutz unserer Alpen einfordert. Also geben wir unseren schönen Alpen doch den nötigen Schutz, und bauen konsequenterweise keinen zweiten Autobahntunnel!

Die vielen Staus verursachen sowieso die Ferienreisenden aus dem Ausland. Lassen wir die doch im Stau stehen! Die Luft wird deswegen nicht viel dreckiger, ob die Autos nun fahren oder „Stop and go“-mässig zum jeweiligen Portal tuckern.
Für den deswegen notleidenden Schwerverkehr schlug ich oben vor, die NEAT künftig zu nutzen.

Für die staugeplagten Urner und Tessiner: Für Stauabhilfe, weniger Autoverkehr und demzufolge bessere Luft könnte auch eine saftige Tunnelgebühr sorgen: Wie wäre es, wenn der Bundesrat sich durchringen könnte, von Frühling bis Herbst eine Durchfahrtsgebühr von 20 Franken einzufordern?

Aus meinem anfänglich geglaubten Satire-Beitrag über das ESC-Aus und die stauverursachenden Europäer ist wohl eine flammende Schrift gegen eine zweite Autobahnröhre am Gotthard geworden. Trotz satirischem Unterton: Ich bin gegen eine zweite Röhre. Wegen der Demokratie und unserer Umwelt zuliebe.

feldwaldwiesenblogger

Offener Brief an Petrus

Lieber Petrus!

Pech würde ich das langsam nicht mehr nennen! Das hat System, vor allem für die Schweiz. Denn seit Februar dieses Jahres gab es kein stabiles Hoch mehr für ein Wochenende. Und auch unter der Woche ist das Wetter meist „keinen Rappen wert“.

Petrus, ich frage dich: Hast du etwas gegen die Schweiz oder uns Schweizer? Hast du uns gar vergessen?
Schon das vergangene Winterwetter war mies, grau und trüb. Das ging leider so weiter in den Frühling hinein.

Selbst meine Wenigkeit ist vorletzte Woche nach Rom geflüchtet. Wegen deinen Wettereskapaden. Ich tue es nächste Woche gleich wieder und fahre mit einem Schiff ab Genua für eine Woche auf dem Mittelmeer rum. An Bord findet die 5. Rock- und Bluescruise statt, mit vielen Schweizern und viel (vor allem) Schweizer Musik.
Verdirb uns nicht auch noch dort die Laune mit deinem Schei**-Wetter!

Stimmt die Prognose von unserem Bucheli, dass nächste Woche, nach Pfingsten, eine Wetterberuhigung einsetzen soll?

Was uns Ferienreisenden betrifft: Mein WeatherPro-App verheisst schönes Wetter für nächste Woche. Aber: Lass doch bitte für die daheimbleibenden Schweizer auch die Sonne scheinen und angenehme Temperaturen ihre Herzen wärmen.

Wie steht’s eigentlich um den „Draht“ zu unserem Wetter-Oberhirten und Wettermissionar Martin Horat?
War er etwa zu wenig brav? Hat er mit seiner Rumsitzerei auf den Ameisenhaufen und der Schneefresserei Gotteslästerung begangen und dich beleidigt? Bist du erzürnt wegen Horat?

Liegt es gar an unserem Wettermissionar, weswegen du die Schweiz vernachlässigst?
Soll er dir ein „Wetteropfer“ erbringen oder drohst du ihm sogar mit einer grausamen Strafe?

Eine der grössten Strafen für Horat wäre nämlich die Aufnahme der ersten Frau zu den Muotathaler Wetterpropheten…

Willst du das, Petrus?
Denn auch ich würde das als schreckliche Strafe ansehen. Ich bin da ganz der Meinung von Martin Horat: Den Instinkt zum Wetterpropheten haben sie definitiv nicht.

Der Einwand, das Leutschenbach-TV habe auch Wetterfeen, lasse ich nicht gelten. Die stehen jeweils einfach zur Zier auf dem Wetterdach. Die Prognosen sagt ihnen aber vorher Mister Bucheli ein.

Also, lieber Petrus, lass doch endlich die Sonne und wärmere Temperaturen die Schweiz heimsuchen. Wir tun dafür (fast) alles. Sogar über die Aufnahme der Frauen zu den Muotathaler Wetterpropheten nachdenken…

Dein ergebener Diener
feldwaldwiesenblogger

Bei Alex Frei scheiden sich immer noch die Geister. Aber er hat (teilweise) Recht…

Heute Morgen las ich noch schlaftrunken folgenden Artikel in der Neuen Schwyzer Zeitung:

Riecht das bereits schon nach Ärger, nachdem Carlos Bernegger als FCL-Coach einschlug wie eine Bombe? Sein Fazit liest sich nach sechs Spielen sehr erfolgreich: Vier Siege und zwei Unentschieden.

Da kommt er wieder hoch, der Zwiespalt mit Alex Frei.
Als Spieler schien er mit oft unnahbar, überehrgeizig und zuweilen manchmal ein Arschloch.
Mein Beitrag vom 19. März hallt in mir immer noch nach, auch weil ich den Menschen Frei als starke Persönlichkeit einschätze, welcher einen Plan hat.

Der Mensch und Sportchef Alex Frei macht das wie Matthias Sammer beim FC Bayern. Nach Siegen wird auch in München dann und wann der Mahnfinger erhoben.
Zu oft hat man in Luzern erlebt, was Dani Wyrsch heute in seinem Frontkommentar der Neuen Schwyzer Zeitung unter anderem anspricht und schreibt: „Es ist professionell, beim FCL auf die Euphoriebremse zu drücken, dessen Stimmungslage zu oft entweder himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt ist.“

Diese „Sammersche“-Haltung von Frei finde ich gut. Trotzdem besteht ein kleiner Zwiespalt: Auch wenn der Erfolg der Mannschaft gehört, darf der Coach ausnahmsweise mal mit den Spielern zur Fankurve.
Mir kam es letzten Mittwoch, als ich beim 2:0-Erfolg über den FC St. Gallen ebenfalls in der Swissporarena war, nicht in den Sinn, deswegen Bernegger zu kritisieren. Ganz im Gegenteil: Die Fans schrien nach ihm („Carlos, Carlos…“) und Bernegger zierte sich erst, bis er dann doch noch kam.

An jenem Abend hätte ich es eher als Arroganz des Trainers angesehen, wenn er nicht zu den Fans gekommen wäre. Denn der Erfolg geht ganz klar auch auf seine Kappe…

Trotzdem: Druck auf die Euphoriebremse ist geboten, gerade in Luzern.
Das beschreibt heute Morgen Roger Wehrli in seiner FCL-Kolumne (diesmal) wirklich zutreffend!

Alex Frei denkt durch und durch profesionell und möchte seinen Trainer nicht als hopsenden „Kloppo“ sehen. Ich übrigens auch nicht. Denn das manchmal zu emotionale Getue von BVB-Coach Jürgen Klopp geht mir manchmal wirklich auf den Sack.
Wenn der nämlich nach dieser Saison eventuell zu Manchester United geht, ist die Hopserei sowieso zu Ende. In England dulden sie nicht solche „Affen“…

Zurück zum FC Luzern: Mit ein paar Siegen ist es natürlich noch nicht getan. Die neue Saison muss vorbereitet werden, die angefangene, sehr professionelle Arbeit von Bernegger und Frei weitergeführt werden.

Ich bin der Meinung, dass man Feste feiern soll, wie sie fallen. Dass die „Feierei“ des Coaches nun (einstweilen) vorbei sein soll, wird Bernegger schon verkraften. Ich würde mal sagen, dass er dies nächste Saison, nach dem Gewinn des Meistertitels, wieder tun darf…

Was Alex Frei betrifft: Er ist auch noch ein „Frischling“ in seinem Job, wie Bernegger. In meinen Augen muss auch er noch dazulernen, wie Bernegger. Da kommt Dani Wyrsch mit nachfolgender Aussage (Auszug aus seinem heutigen Kommentar), die ich als Lektion für Frei sehe, gerade richtig:

Apropos professionelle Arbeit beim FC Luzern: Seit Bernegger und Frei bei den Leuchtenstädtern sind, hat sich Herr Alpstaeg (professionell) zurückgehalten. Ich hoffe, dass dies so bleibt…

feldwaldwiesenblogger

KROKUS live im Kofmehl (Solothurn)

Dieser Tage absolvieren die Altrocker Krokus im Konzertlokal Kofmehl in Solothurn ein Heimspiel. Gleich drei Shows wurden gebucht, der ersten am Donnerstag wohnte meine Wenigkeit auch bei. Die zwei anderen Konzerte stehen für heute Samstag und morgen Sonntag auf dem Programm.

Apropos Altrocker: Uriah Heep, ebenfalls eine in die Jahre gekommene Hardrockband, gastierte vorgestern Donnerstagabend im Schweizerhof, Luzern. Gute Rockmusik hat halt eben Bestand!

Zurück zu KROKUS: Die Solothurner Hardrockband hat kürzlich ihr viel gepriesenes Alterswerk „Dirty Dynamite“ in die Läden gebracht. Dies brachte sogar Weltwoche-Chef Roger Köppel dazu, in seinem vorletzten Weltwoche-Editorial eine Lobeshymne auf KROKUS zu singen.

Dass bei KROKUS sich die politische Gesinnung respektive die Schreiberlinge der entsprechenden Zeitungen zu scheiden beginnen, beweist obige Lobhuddelei und die (fast böse) Manöverkritik der NZZ.

Ich war an jenem Konzert im Volkshaus nicht dabei, verdächtige aber den NZZ-Schreiber Pascal Münger, an einem „Hudigäggeler-Konzert“ gewesen zu sein. Aber mit Bestimmtheit nicht im Volkshaus!
Sein Chef hat ihm wohl vorgängig erzählt, dass Chris von Rohr ein guter Bekannter von Christoph Blocher sei, und der SVP und der Weltwoche sehr nahe stehe. Er solle dies doch bitte berücksichtigen…


Kofmehl sagt: Da Dög! Wir sagten: Da müssen wir unbedingt hin! Zu Fünft machten wir uns am frühen Donnerstagabend zum Kofmehl auf. Vier Mitglieder der Whatsapp-Gruppe „Konzertfreunde“ und ein Musikerkollege wollten dem Heimspiel von KROKUS in Solothurn beiwohnen. Die Tickets wurden bereits schon im Januar gekauft…, und das Konzert war denn auch längst schon ausverkauft.


Kurz vor 19 Uhr wartete man mit anderen, ebenfalls nicht mehr ganz jungen Rockmusikfans, vor den Toren des „Rostcubus“ Kofmehl.


Gleich zu Beginn landete der Ablauf des Abends vor meiner iPhone-Linse.


Danach hiess es, wieder zu warten. Diese Zeit nützte ich für ein Bier und das Begutachten des Innenlebens des Kofmehls. Das Kofmehl ist eine Kulturfabrik, etwas ausserhalb von Solothurn gelegen, und hat eine Gesamtkapazität von 900 Personen (Halle) und 200 Personen (Raumbar).
Pro Jahr finden im Kofmehl über 200 Anlässe statt, und es spielen regelmässig international bekannte Künstler.


Punkt 20.30 Uhr enterten KROKUS die Bühne und liessen es mit Hallelujah Rock’n’Roll gleich zu Beginn weg ordentlich krachen.
Ich hielt mich während des ganzen Konzertes gleich rechts vom Mischpult auf und hatte so vermutlich einen recht ausgewogenen Soundmix.


Ich hatte dort auch den Überblick über die Songliste und die Einhaltung des Lautstärke-Pegels. Die Grenze von 100 Dezibel wurde meist eingehalten, hingegen die Reihenfolge der Songauswahl nicht. So wurde Long Stick goes Boom bereits als dritter Song gespielt und es wurde ein bisschen gemischelt (wahrscheinlich um den Mischer ein wenig zu ärgern). Ab dem Dög Song stimmte dann die Reihenfolge wieder…
Der „Dög“ wachte denn auch gleich hinter dem Drummer wachsam über das Geschehen auf der Bühne.


Rot eingekreist habe ich die beiden neuen Bandmitglieder. Wobei der eine, Gitarrist Mandy Meyer, schon zum dritten Mal bei KROKUS ist. Er spielte bereits schon 1981 und von 2005 bis 2008 bei den Solothurnern.
Der neue Drummer heisst Flavio Mezzodi, ein Einheimischer, und besetzt nun den vakanten Drummerstuhl. Der langjährige Drummer Freddy Steady verliess letztes Jahr Krokus. Dies nicht ohne Nebengeräusche. Dem Vernehmen nach soll es einen unüberwindbaren Zwist mit Chris von Rohr gegeben haben. Dieser war es auch, der behauptete, Steady hätte nicht (mehr) das Format eines internationalen Topdrummers.
In meinen Augen ist das Unsinn. Denn ich konnte weder auf der neuen CD (eingetrommelt von Kosta Zafiriou) noch beim donnerstäglichen Konzert einen grossen technischen Unterschied zu Steady hören und sehen.
Da regierte wohl von Rohr’s „Gring“, welchen Freddy zum Ausstieg bewog. Dies hinterlässt bei mir leider einen schalen Nachgeschmack und lässt mich den Menschen von Rohr nicht im besten Licht erscheinen…

Mandy Meyer hingegen finde ich eine tolle Ergänzung zum Rhythmus-Gitarristen Marc Kohler und Lead- und Rhythmus-Gitarristen Fernando von Arb. Anders als der NZZ-„Lümmel“ Münger meint, bezeichne ich das jetzige Gitarrenspiel als inspiriert und viel „geiler“ als früher. Meyer bringt Frische, Drive und ein feines Händchen für ausgefeilte Solis rein. Aber das konnte der bedauernswerte Herr Münger ja nicht merken, denn er war ja nicht beim besagten Konzert…


Punkt 10 nach 10 war das Konzert zu Ende. Genau so, wie auf obigem Programmablauf angekündigt.
Ich persönlich fand es ein tolles, aber kein überragendes Konzert. In meinen Augen sprang der Funke erst zur Mitte des Konzertes richtig auf das Publikum über. Woran das lag, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht liegts am Mittlerweile höheren Durchschnittsalter des Publiums (die KROKUS-Mitglieder sind teilweise über 60!), welches erstens nicht mehr so abgeht wie mit Zwanzig und sich zweitens mehr alte Songs gewünscht hätte.

Soundmässig habe ich nur wenig auszusetzen, es lief „ohrenschonend“ ab. Dies verführte meine „Konzertfreunde“ zur Aussage: „Es war zu leise!“. Diesbezüglich würde ich meinen, dass dem Drumsound etwas mehr „Watz“ nicht geschadet hätte. Viellcht vermisste ich als hoffnungsloser Nostalgiker einfach nur den Original-Drummer Steaddy …

Einen grossen Kritikpunkt habe ich dennoch anzubringen: Mir fehlten die Chöre! Als einzigem Musiker, neben dem nach wie vor überragenden Sänger Marc Storace, wurde nur Chris von Rohr ein Mikrophon hingestellt. Dieser benutzte es aber nur selten zum „Chorgesang“, und wenn doch, dann nur halbherzig oder für vier genau geplante Ansagen.
Jungs, chormässig kommt einfach „zu wenig „Dreck“. Das müsst ihr unbedingt (wieder) ändern!

Zudem: Lasst Storace bitte keine Ansagen mehr machen! Das ist ja höchst peinlich, wie der unter anderem den Klassiker Fire mit den Worten „Mir ist kalt auf der Bühne…wer hat Feuer?…“ anpries. Von Rohr ist ja sonst auch nicht auf die „Schnorre“ gefallen, oder?

Aber ansonsten: Daumen hoch! Man wünscht sich noch weitere schöne Konzertabende mit den Solothurnern. Ein weiterer ist zum Glück schon geplant: Ein Openair in Murten im Juni, wo KROKUS zusammen mit Status Quo auftreten werden.


Nach dem Konzert hielten wir uns noch bis gut Mitternacht bei einem Bier im Kofmehl auf. Dann gings für einen Schlummertrunk und eine Schlummerpizza zur Pianobar, das einzige noch geöffnete Lokal.
Irgendwann landeten wir dann im Youthhostel (Jugendherberge) Solothurn, welches malerisch an der Aare und in der Altstadt gelegen ist.


Tags darauf gings frisch und munter schlendernd durch die Altstadt. Man traf viele Leute an, die nach Büchern rochen und Augen hatten, als ob sie mehrere tausend Bücher gelesen hätten. Es begannen nämlich die Solothurner Literaturtage, welche bereits am Freitagvormittag mit dem „offenen Bücherschrank“ in einen ersten Höhepunkt gipfelten!
Dieser Schrank steht übrigens nicht mehr dort, aber bitte nicht weitersagen! Er befindet sich jetzt nämlich in der Dachwohnung von Kollege W…


Wir erklommen schliesslich noch für drei Franken den 66 Meter hohen Zwiebelturm der St. Ursenkathedrale. Es lohnte sich, die gut 250 Stufen zu erklimmen. Denn der Ausblick über Solothurn und seine schöne Altstadt ist einmalig!


Dass KROKUS hier in Solothurn wirklich Einheimische sind, belegte dieses Schaufenster eines Optikers und Schmuckverkäufers.
„Clever kaufen – besser aussehen“ mit seinen dargebotenen Brillen und Klunkern. „Für die anderen“, welche sowas nicht brauchen, gibt’s KROKUS!

Müde, aber um einiges gescheiter, gings um die Mittagszeit wieder zurück ins heimische Muotathal.
Dabei waren die Kollegen W, K, B und M, alles liebe Rocker!

feldwaldwiesenblogger

Echte Liebe

Leute, der zweite Carte blanche-Beitrag ist eingetroffen!
Ich habe mich sehr gefreut, als mich letzte Woche Ivan kontaktierte. Er fragte mich, ob er auch einen eigenen Beitrag verfassen dürfe, und zwar etwas über die Bundesliga. „Natürlich darfst du“ schrieb ich ihm zurück.
Wenige Tage später traf der Beitrag von Ivan, mit dem Titel „Echte Liebe“, bei mir ein.

Nach etwas harzigem Start in mein neues Projekt „Carte blanche“ kann ich nun den zweiten Beitrag nach Silvia Götschi’s Premiere (24.1.2013) präsentieren. Ein dritter wird demnächst folgen, wie mir Blanca Imboden kürzlich verriet.

Hier also Bühne frei für Ivan!

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Echte Liebe

Von Ivan

Irgendwie unbeschreiblich was die letzten Jahre alles abgeht in Dortmund! Im Jahr 2005 stand mein Verein noch kurz vor dem Bankrott und jetzt stehen wir im Champions League-Finale!
Dazu die überraschende Meisterschaft 2011 und der noch überraschendere Gewinn des Doubles aus Pokal und Meisterschaft 2012. Das Ganze mit einer überdurchschnittlich jungen und talentierten Mannschaft, die von Trainer Jürgen Klopp nach dem fast-Kollaps praktisch von Null aufgebaut wurde.

Echte Liebe – einerseits ein klar marketingstrategischer Slogan, andererseits aber einer der irgendwie in die Dortmunder Fanseele passt!
Ich verspüre diese „echte Liebe“ jeweils daran, dass es mir nicht kalt den Rücken runter läuft, sondern kalt den Rücken hoch wenn ich an gewisse Situationen denke oder es auf dem Platz richtig geil abgeht – das ist ein sensationell tolles Gefühl.

Der geneigte Leser mag sich fragen, warum ein Innerschweizer so sehr für einen Verein aus dem grossen Kanton schwärmen kann – ich habe darauf auch keine Antwort…
Alles begann irgendwann als ich noch klein war, Papa schaute sich samstags immer die Sportschau an, ich natürlich mit. Die Sympathien waren klar verteilt, Papa mochte den kleinen wendigen Chappi und fieberte wohl deshalb auch immer ein wenig mit den schwarzgelben Borussen mit. Wie es so ist, die Kleinen schauen sich dem Papa gern mal was ab und PENG – auch ich fieberte fortan mit den Borussen mit.

Was folgte waren tolle Jahre: spannende UEFA-Cup-Abende vor dem Fernseher mit einer Megapackung Schokoladeneis, um welches sich Papa und ich jeweils mit den Esslöffeln stritten, ein unvergesslicher Besuch in München mit meinem Cousin und Firmgötti im altehrwürdigen Olympiastadion (ich höre noch heute das Lied welches die mitgereisten Dortmunder sangen, es war das Comeback-Spiel von Chappi, nachdem dieser vom Co-Trainer im Trainingsspiel schwer verletzt wurde: der Chapuisat ist wieder da), 1995 die erste Meisterschaft nach 32 Jahren langen Wartens, Meisterschaft 96. Es folgten Champions League-Abende. All das gipfelte 1997 im Champions League-Triumph, welcher im immer noch altehrwürdigen Münchner Olympiastadion realisiert wurde, als der erst 20-jährige Lars Ricken mit seinem Traumtor zum 3-1 über die alte Dame aus Turin alles klar machte, sowie dem Weltpokalsieg über Belo Horizonte (BRA) in Tokio durch Tore von BVB-Legende und aktuellem Sportchef Michael Zorc und Heiko Herrlich. Für mich als Schweizer BVB-Fan noch schöner: Diese Jahre prägten zwei Schweizer (ja gut, vielleicht eineinhalb) ganz wesentlich mit: Stéphane Chapuisat und der jetzige Naticoach Othmar Hitzfeld!

Nach einiger Zeit des Wartens folgte dann 2002 unter der Leitung des heutigen Bayern-Sportvorstands Matthias Sammer die 6. und für längere Zeit wieder letzte Deutsche Meisterschaft der mittlerweile börsenkotierten Borussen aus dem Kohlenpott!

Wie angesprochen folgte eine lange Zeit des Wartens auf einen auch nur annähernden Erfolg des BVB. Die Einnahmen aus den erfolgreichen Champions League-Jahren wurde für überteuerte Stars und das Stadion ausgegeben. Irgendwann war dann halt Sense und nix mehr da. Die BVB-Mitgliederversammlung musste im Jahr 2005 gar einem Sanierungskonzept zustimmen.
Die rigorose, aber unumgängliche Konsolidierung und Sanierung durch die Bosse Reinhard Rauball und Aki Watzke zollte natürlich ihren Tribut: Fortan wurden kleinere Brötchen gebacken… sehr viel kleinere! Die Platzierungen wurden in der Folge leider immer ungewohnter und gipfelten schliesslich 2008 im 13. Platz und dem zeitweise heftig spukenden Abstiegsgespenst.

2008 wurde Jürgen Klopp als neuer Übungsleiter engagiert. Der für Bundesliga-Verhältnisse junge Übungsleiter formierte nach und nach eine junge und äusserst talentierte, hungrige Mannschaft.
Was anfangs noch niemand zu träumen wagte, der Mann würde die Schwarzgelben auf die Erfolgsstrasse zurückführen! Für mich ist es noch immer unfassbar was dieser TYP für Borussia Dortmund getan hat! UND: Der Mann lebt Fussball wie fast kein zweiter, der Pöhler passt zu Dortmund wie die feine Rahmkirschtorte „vo z‘Konditers“ zum schönen Muotathal!

Plötzlich kommen alte, fast verloren geglaubte Gefühle zurück! Aber nicht nur das, auch Erinnerungen, die ich weiter oben schon beschrieben habe.

Die Jungs spielten sich allmählich in einen Rausch und damit in die Herzen der Fans! Sie begeisterten die Fussballfans gar über die deutschen Landesgrenzen hinweg. Das Märchen erreicht 2011 einen ersten Höhepunkt mit dem überragenden Meistertitel! Dieser Titel kam mehr als überraschend für alle und war demnach umso schöner! Dass eine soooo junge Mannschaft einen so attraktiven und berauschenden Fussball spielen kann, hat für grosses Aufsehen gesorgt, was letztlich auch Begehrlichkeiten der ganz grossen Clubs in Europa weckte. Nuri Sahin, der Überflieger der Saison, wechselte zu Real Madrid.

Aber auch in der Folgesaison 2012 liess das Team um Jürgen Klopp nicht nach, verkraftete diverse Ausfälle und den Sahin-Abgang, als ob nichts gewesen wäre und schafft noch viel überraschender die Titelverteidung und somit die insgesamt 8. Deutsche Meisterschaft. Nicht nur das, man schaffte es sogar, unseren ärgsten Gegner aus dem Freistaat Bayern noch mehr zu verärgern und erdreistete sich auch das Pokalfinale gegen ebenjenen FC Bayern zu gewinnen. Das Spiel war eine einzige riesige Fussballparty! Mit 5 zu 2 wurden die grossen Bayern abgefertigt und ohne Lederhosen zurück nach München geschickt! Eine insgesamt traumhafte Revanche für das verlorene Endspiel 2008, welches mit 2-1 knapp zu Gunsten der Rot-Weissen ausfiel.

Die aktuelle Saison endet nur deshalb nicht in einer erneuten schwarzgelben Meistersause, weil der neue deutsche Meister eine intergalaktische Saison spielt! Unsere Jungs haben aber wiederum gezeigt, dass sie ebenfalls einen ganz tollen Fussball spielen können. Sei es weil der Abgang des quirligen Kagawa zu Manchester United problemlos verkraftet und kompensiert wurde, oder sei es, weil der BVB in dieser Champions League-Saison klasse Fussball zeigt und kurz vor Europas Krone steht. Spiele wie in dieser Champions League-Saison lassen’s mir wieder kalt den Rücken hoch laufen – auch jetzt, wo ich gerade dran denke! Ich merke mehr denn je, Borussia Dortmund ist für mich nicht nur „echte Liebe“ sondern auch Intensität pur! Bei jedem Spiel gehe ich ab, sei es vor dem TV oder via BVB-Netradio. Nobby Dickel der Stadionsprecher, Fan, Spielerlegende und Netradio-Kommentator fiebert da jeweils mit wie ein Brasilianischer TV-Kommentator in einem WM-Finale der Selecao – das reisst mit!

Ich habe kein Problem damit, hinter der aktuell besten Fussballmannschaft der Welt, sowie dem bestgeführten Sportclub der Welt zweiter zu werden.
Gratulation hiermit nach München zur Meisterschaft und dem wohl anstehenden Pokalgewinn – das sollte dann aber bitte reichen…

Jetzt freue mich diebisch auf das Endspiel um den Henkelpott, welches die beiden aktuell wohl besten Mannschaften dieses Planeten bestreiten werden!

Ganz egal wer am 25. Mai den heiligen Rasen vom Wembley als Sieger verlässt, der Fussball hat schon gewonnen! Ein Schritt in die richtige Richtung, ohne Scheichs die sich einen Traditionsverein wie ManCity oder PSG als Spielzeug zulegen und monströse Ablösesummen aus der Portokasse zahlen. Nein, zwei solide wirtschaftende Vereine wie der Ballspielverein Borussia 09 Dortmund und der FC Bayern stehen sich im Finale gegenüber. Das hat Signalwirkung und tut dem europäischen Club-Fussball extrem gut!

Natürlich kann ich nicht verleugnen, dass es für mich ein Riesengefühl wäre, wenn meine Dortmunder-Jungs den (übrigens äusserst sympathischen) Osram ein letztes Mal als Bayern-Trainer zum Glühen bringen…

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Wau, das Thema hätte passender nicht sein können! Ivan ein glühender Anhänger von Borussia Dortmund und ich ein eben solcher vom FC Bayern München. Und beide stehen sich am 25. Mai im Wembley im Endspiel der Champions League gegenüber.
Ivan meinte, ob wir mal gemeinsam ein Bayern-Dortmund-Spiel in München besuchen wollen. Aber sicher doch!

Wie ihr seht, habe ich absolut keine Berührungsängste mit Fans von anderen Mannschaften. Ganz im Gegenteil: Ich stelle sogar Beiträge von ihnen in meinen Blog.
Ich darf mich wirklich als „den etwas anderen Fan“ bezeichnen, und mags auch dem Gegner gönnen, wenn er gewinnt und gut spielt.
Gerade gestern Abend (Ironie des Schicksals?) sass ich beim Heimsieg der Luzerner über den FC St. Gallen neben einem Dortmund-Fan in der swisspor-Arena!

feldwaldwiesenblogger

Die katastrophale Speaker-Leistung am Zuger Kantonalen Schwingfest

Eigentlich ist meine Unzufriedenheit über die katastrophale Speaker-Leistung am kürzlich abgehaltenen Zuger Kantonalen Schwingfest schon wieder abgeklungen.
Eigentlich habe ich es auf sich beruhen lassen wollen, auch weil ich kurz nachher nach Rom flog und einige Ferientage geniessen konnte.
Eigentlich war es nach der guten Speaker-Leistung am Ob-/Nidwaldner Kantonalen Schwingfest von vergangenem Sonntag schon fast wieder wettgemacht worden.

Dennoch: Gestern Morgen, bei der Autofahrt zur Arbeit, kam es wieder hoch. Ich beschloss, trotzdem ein paar Zeilen zu schreiben.
Um meinem Ärger etwas Luft zu machen. Aber auch darauf hinzuweisen, dass ich bei weitem nicht der einzige bin, welchem diese Sache sauer aufstiess.

Beim Zuger Kantonalen in Baar (28. April) sassen doch tatsächlich meist drei oder vier Männer im „Speaker-Wägeli“. Diese werten Herren brachten es aber nicht fertig, eine einigermassen akzeptable „Speakerei“ abzuhalten. Der eine „Rufer“ (nicht der Sascha!), welcher die Schwinger zum Sägemehl bat, tat dies noch einigermassen passabel. Der zweite war hingegen schlicht eine Katastrophe. Denn verstand man kaum, und zu allem Unglück ging dessen Mikrophon noch kaputt. Eigentlich könnte man da ja von Glück sprechen…

X-mal musste ein Techniker zum Speaker-Wagen gebeten werden. Das würde ich der Speaker-Truppe ja noch verzeihen. Denn bei der Technik waltet eine höhere Macht, die man meist nicht beeinflussen kann. Aber die Gesamtleistung an sich war schlicht katastrophal. Die Herren verpassten es regelmässig, oder gar meist, die Spitzengänge anzusagen. Da kam nichts! Oder wenn mal etwas kam, war der Gang schon vorbei. So was Peinliches!
Statt gescheite Infos abzuliefern, erzählte der Hauptspeaker lieber von einem anderen Schwingfest und las jeweils fast die ganze Zwischenrangliste herunter. Es war kaum zu fassen!


Bildquelle: Google. Der Speakerwagen ist von einem anderen Schwingfest.

Wieso dort so viele Herren sitzen mussten (ich kontrollierte es mit meinem Feldstecher!) ist mir heute noch schleierhaft. Ich sagte zu meinen Sitznachbarn, die müssten mal zur Nachhilfe ins Muotathal fahren. Ich meinte natürlich die Speaker. Allenfalls hätten das auch ein paar Politiker nötig. Aber das ist ein anderes Thema…

Im Muotathal haben wir das Glück, mit Olgis Hans (Hans Gwerder) einen kompetenten und aufmerksamen Speaker vorzuweisen. Ob es sich um ein Rangschwingfest oder um ein Kantonales handelt: Er nimmt die Sache immer Ernst und tut dies mit viel Herzblut.
Für seinen Speakerjob braucht er leidglich einen Mann, der ihm die Infos liefert. Ich habe schon beobachtet, dass sein Bruder, der Dusty Boots-Alex, ihn dabei tatkräftig unterstützte. Alex war selber Kranzschwinger und später Betreuer von Heinz Suter, und kennt daher die Schwinger und die Szene ausgezeichnet.

Olgis Hans liefert dann etliche Zusatz-Infos zu den schwingenden Mannen ab, und man ist jederzeit bestens informiert.
Und: Sein Gesagtes ist nicht nur informativ, es erhöht auch die Spannung.

Dies habe ich am Zuger Kantonalen leider schmerzlich vermisst. Meine Herren, das kann doch nicht so schwer sein, einen guten Sprecher und einen (oder meinetwegen auch einen zweiten) fachkundigen Helfer zu organisieren.

Um jetzt nicht nur über die Speaker-Truppe aus Baar herzuziehen, muss ich auch einige andere Schwingfest mit ihren Speakern rügen. Ich vermisse da ganz klar eine Linie.

Ich verstehe einfach nicht, wieso es nicht erstrebenswert ist, mehr Infos zu liefern und dabei die sportliche Spannung zu erhöhen. Der Schwingsport ist doch so schön, und der Tradition täte es keinen Abbruch, wenn man kluge Speaker hätte.

Zudem kam einem in Baar ab und zu die Galle hoch, weil zusätzlich eine unerträgliche volksverdummende Schlager-CD angepriesen und sogar abgespielt wurde. Das grenzte schon fast an Folter.
Ich meine, urchige und schöne Volksmusik dezent einsetzen, ist schön, gut und Recht. Aber sie sollte nicht dominieren! Dafür gibt es „Stubeten“ und Ländlerabende…
Zudem sollte der Speaker nicht schweigen müssen während der Musik. Aber das ist halt meine ganz persönliche Meinung, und wird garantiert nicht überall goutiert.


Bildquelle: Google. Die übliche Villiger-Speaker-Anlage ist von einem anderen Schwingfest.

Dass immer noch die Ein-Fränkli-Ranglisten verkauft werden, habe ich den Organisatoren schon längst verziehen. Ich habe sowieso immer mein iPhone dabei, und kann meist gleich ab der Schwingenonline-Seite die aktuellen Ergebnisse abrufen. Da hat die Informatik und das Internet die Schwing-Informationspolitik schon längst rechts überholt und links liegen gelassen.

Früher störte es mich, dass keine Anzeigetafeln verwendet werden, um zum Beispiel gleich die Punktzahl nach einem Gang einzublenden. Mir wurde gesagt, dass das beim Schwingen wegen der Tradition (!) nicht in Frage kommt. Es muss diesbezüglich alles so bleiben wie es ist, warum auch immer. Dank iPhone und Schwingenonline ist das aber schon längst kein Problem mehr.
Übrigens: Dass nebst Anzeigetafeln die Werbung auch noch keinen Einzug in die Schwingarenen fand, finde ich natürlich absolut lobenswert!

Zurück zur Speakerei: Beim aktuellen Geschehen, den einzelnen Gängen, mag mein iPhone (noch) nicht mit. Da braucht es halt immer noch den Speaker. Ich denke, es ist wirklich nicht zu viel verlangt, vernünftige und gut informierte „Rufer“ zu präsentieren. Immer dieses Blättern auf den Listen, und die ständige Fragerei, wer wo was…

Bestes Beispiel war der letzte Sonntag in Kerns, als der Speaker es meist schaffte, mehrere gleichzeitig laufende Spitzengänge rechtzeitig anzukündigen und auch die Sieger zu benennen. In meinen Augen hat es die Spannung ungemein erhöht. Und so eine sportliche Spannung hat der Schwingsport doch allemal verdient.

Erst wollte ich dem „Baarer-OK“ eine Prostest-Email schreiben. Dies lasse ich nun bleiben, betrachte aber diesen Blogeintrag als offenen Brief an die besagten Leute.

Ich hoffe, meine Zeilen verhallen nicht irgendwo im Nirwana. Ich wünschte mir, dass sie stattdessen erhört und beherzigt werden.

Sonst habe ich (eigentlich) nichts auszusetzen am Schwingsport. Im Gegenteil: Die meisten Sportarten könnten sich eine dicke Scheibe unseres Nationalsportes abschneiden.
Auch haben sich der Forrer Nöldi und der Abderhalden Jörg wieder lieb…

Wie nun oben beschrieben, ist Verbesserungspotential in der Kommunikation vorhanden, und sollte dringendst angegangen werden. Warten wir mal ab!

Auf weitere spannende und gut informierte Schwingfeste freut sich
feldwaldwiesenblogger

Vier Bilder von meiner Romreise

Nun bin ich wieder zurück in der Heimat, und musste den Sommer leider in Rom zurück lassen. In der ewigen Stadt fanden wir nämlich den Sommer (bis etwa 28 Grad) und konnten auch kräftig Sonne tanken.

Gestern stiegen wir bei gut 27 Grad wieder ins Flugzeug, um gut 90 Minuten später bei kümmerlichen 14 Grad in Kloten auszusteigen.

Ich war mit einer 13-köpfigen Gruppe von Dienstag bis gestern Samstag in Rom. Dabei hatten wir einen erstklassigen Reiseleiter und Stadtführer. Er kannte sich nicht nur hervorragend aus, er sprach auch ausgezeichnet italienisch. Der Mann hat dort vor etlichen Jahren Theologie studiert und Rom wirklich erlebt.

Mit vielen Eindrücken bin ich gestern Abend heimgekehrt, möchte aber keinen meiner Leser mit einem Vortrag über Rom erschlagen. Fakten und aber auch Bilder über Rom finden sich in jedem Reiseführer und im Internet.

Was ich mitgebracht habe, sind vier Bilder. Nebst unzähligen selber gemachten Fotos habe ich diese ausgesucht. Wieso kann ich auch nicht genau sagen, sie sprangen mir einfach vor die Linse. Oder sie machten mir hinterher Eindruck, um sie mit anderen zu teilen.


Wir durften den „neuen“ Papst am Mittwoch bei seiner öffentlichen Audienz aus nächster Nähe erleben. Dabei waren Glück und Erfahrung unseres Reiseleiters massgebend, um so nahe an Franciscus heranzukommen. Ich kann euch wirklich sagen: Dieser Papst hat etwas Besonderes an sich. Er strahlt etwas aus, das mich hinterher trotz Wärme schaudern liess. Mit so einem Mann hat die römisch katholische Kirche eine gute Zukunft.


Diese beiden Gebetsmönche lieferten nicht nur eine akrobatische Höchstleistung ab. Sie meditierten auch in einer Ruhe und Gelassenheit, die mir Eindruck machte.


Dreimal waren wir in der Gelateria „Della Palma“, welche sich in der Nähe des Pantheons befindet. Dort sind tatsächlich 150 Glacesorten anzutreffen, ich hab’s überschlagsmässig gezählt und gerechnet. Einfach der Hammer, wie gut die Glace dort sind!
Ich meine, wenn die Italiener und ihr Staat alles so gut machen würden wie ihre Gelati, dann hätten sie keine (Finanz)sorgen…


Nebst Bus-, Metro- und Zugfahrten an diverse kulturelle und religiöse Orte, stand auch eine Fahrt an den Ursprung alles Lebens an: Eine Fahrt ans Meer. Als Muotathaler war ich natürlich schon rein geografisch gesehen noch nicht so viel am Meer. Das spüre ich dann jeweils auch. Denn das Gefühl von Weite, Ferne und Freiheit fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Zudem sorgen das Wasser, die Wellen, der Wind und der Sand bei mir fast für eine meditative Stimmung. Zumal jetzt anfangs Mai praktisch keine Menschen anzutreffen waren.

feldwaldwiesenblogger