KROKUS live im Kofmehl (Solothurn)

Dieser Tage absolvieren die Altrocker Krokus im Konzertlokal Kofmehl in Solothurn ein Heimspiel. Gleich drei Shows wurden gebucht, der ersten am Donnerstag wohnte meine Wenigkeit auch bei. Die zwei anderen Konzerte stehen für heute Samstag und morgen Sonntag auf dem Programm.

Apropos Altrocker: Uriah Heep, ebenfalls eine in die Jahre gekommene Hardrockband, gastierte vorgestern Donnerstagabend im Schweizerhof, Luzern. Gute Rockmusik hat halt eben Bestand!

Zurück zu KROKUS: Die Solothurner Hardrockband hat kürzlich ihr viel gepriesenes Alterswerk „Dirty Dynamite“ in die Läden gebracht. Dies brachte sogar Weltwoche-Chef Roger Köppel dazu, in seinem vorletzten Weltwoche-Editorial eine Lobeshymne auf KROKUS zu singen.

Dass bei KROKUS sich die politische Gesinnung respektive die Schreiberlinge der entsprechenden Zeitungen zu scheiden beginnen, beweist obige Lobhuddelei und die (fast böse) Manöverkritik der NZZ.

Ich war an jenem Konzert im Volkshaus nicht dabei, verdächtige aber den NZZ-Schreiber Pascal Münger, an einem „Hudigäggeler-Konzert“ gewesen zu sein. Aber mit Bestimmtheit nicht im Volkshaus!
Sein Chef hat ihm wohl vorgängig erzählt, dass Chris von Rohr ein guter Bekannter von Christoph Blocher sei, und der SVP und der Weltwoche sehr nahe stehe. Er solle dies doch bitte berücksichtigen…


Kofmehl sagt: Da Dög! Wir sagten: Da müssen wir unbedingt hin! Zu Fünft machten wir uns am frühen Donnerstagabend zum Kofmehl auf. Vier Mitglieder der Whatsapp-Gruppe „Konzertfreunde“ und ein Musikerkollege wollten dem Heimspiel von KROKUS in Solothurn beiwohnen. Die Tickets wurden bereits schon im Januar gekauft…, und das Konzert war denn auch längst schon ausverkauft.


Kurz vor 19 Uhr wartete man mit anderen, ebenfalls nicht mehr ganz jungen Rockmusikfans, vor den Toren des „Rostcubus“ Kofmehl.


Gleich zu Beginn landete der Ablauf des Abends vor meiner iPhone-Linse.


Danach hiess es, wieder zu warten. Diese Zeit nützte ich für ein Bier und das Begutachten des Innenlebens des Kofmehls. Das Kofmehl ist eine Kulturfabrik, etwas ausserhalb von Solothurn gelegen, und hat eine Gesamtkapazität von 900 Personen (Halle) und 200 Personen (Raumbar).
Pro Jahr finden im Kofmehl über 200 Anlässe statt, und es spielen regelmässig international bekannte Künstler.


Punkt 20.30 Uhr enterten KROKUS die Bühne und liessen es mit Hallelujah Rock’n’Roll gleich zu Beginn weg ordentlich krachen.
Ich hielt mich während des ganzen Konzertes gleich rechts vom Mischpult auf und hatte so vermutlich einen recht ausgewogenen Soundmix.


Ich hatte dort auch den Überblick über die Songliste und die Einhaltung des Lautstärke-Pegels. Die Grenze von 100 Dezibel wurde meist eingehalten, hingegen die Reihenfolge der Songauswahl nicht. So wurde Long Stick goes Boom bereits als dritter Song gespielt und es wurde ein bisschen gemischelt (wahrscheinlich um den Mischer ein wenig zu ärgern). Ab dem Dög Song stimmte dann die Reihenfolge wieder…
Der „Dög“ wachte denn auch gleich hinter dem Drummer wachsam über das Geschehen auf der Bühne.


Rot eingekreist habe ich die beiden neuen Bandmitglieder. Wobei der eine, Gitarrist Mandy Meyer, schon zum dritten Mal bei KROKUS ist. Er spielte bereits schon 1981 und von 2005 bis 2008 bei den Solothurnern.
Der neue Drummer heisst Flavio Mezzodi, ein Einheimischer, und besetzt nun den vakanten Drummerstuhl. Der langjährige Drummer Freddy Steady verliess letztes Jahr Krokus. Dies nicht ohne Nebengeräusche. Dem Vernehmen nach soll es einen unüberwindbaren Zwist mit Chris von Rohr gegeben haben. Dieser war es auch, der behauptete, Steady hätte nicht (mehr) das Format eines internationalen Topdrummers.
In meinen Augen ist das Unsinn. Denn ich konnte weder auf der neuen CD (eingetrommelt von Kosta Zafiriou) noch beim donnerstäglichen Konzert einen grossen technischen Unterschied zu Steady hören und sehen.
Da regierte wohl von Rohr’s „Gring“, welchen Freddy zum Ausstieg bewog. Dies hinterlässt bei mir leider einen schalen Nachgeschmack und lässt mich den Menschen von Rohr nicht im besten Licht erscheinen…

Mandy Meyer hingegen finde ich eine tolle Ergänzung zum Rhythmus-Gitarristen Marc Kohler und Lead- und Rhythmus-Gitarristen Fernando von Arb. Anders als der NZZ-„Lümmel“ Münger meint, bezeichne ich das jetzige Gitarrenspiel als inspiriert und viel „geiler“ als früher. Meyer bringt Frische, Drive und ein feines Händchen für ausgefeilte Solis rein. Aber das konnte der bedauernswerte Herr Münger ja nicht merken, denn er war ja nicht beim besagten Konzert…


Punkt 10 nach 10 war das Konzert zu Ende. Genau so, wie auf obigem Programmablauf angekündigt.
Ich persönlich fand es ein tolles, aber kein überragendes Konzert. In meinen Augen sprang der Funke erst zur Mitte des Konzertes richtig auf das Publikum über. Woran das lag, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht liegts am Mittlerweile höheren Durchschnittsalter des Publiums (die KROKUS-Mitglieder sind teilweise über 60!), welches erstens nicht mehr so abgeht wie mit Zwanzig und sich zweitens mehr alte Songs gewünscht hätte.

Soundmässig habe ich nur wenig auszusetzen, es lief „ohrenschonend“ ab. Dies verführte meine „Konzertfreunde“ zur Aussage: „Es war zu leise!“. Diesbezüglich würde ich meinen, dass dem Drumsound etwas mehr „Watz“ nicht geschadet hätte. Viellcht vermisste ich als hoffnungsloser Nostalgiker einfach nur den Original-Drummer Steaddy …

Einen grossen Kritikpunkt habe ich dennoch anzubringen: Mir fehlten die Chöre! Als einzigem Musiker, neben dem nach wie vor überragenden Sänger Marc Storace, wurde nur Chris von Rohr ein Mikrophon hingestellt. Dieser benutzte es aber nur selten zum „Chorgesang“, und wenn doch, dann nur halbherzig oder für vier genau geplante Ansagen.
Jungs, chormässig kommt einfach „zu wenig „Dreck“. Das müsst ihr unbedingt (wieder) ändern!

Zudem: Lasst Storace bitte keine Ansagen mehr machen! Das ist ja höchst peinlich, wie der unter anderem den Klassiker Fire mit den Worten „Mir ist kalt auf der Bühne…wer hat Feuer?…“ anpries. Von Rohr ist ja sonst auch nicht auf die „Schnorre“ gefallen, oder?

Aber ansonsten: Daumen hoch! Man wünscht sich noch weitere schöne Konzertabende mit den Solothurnern. Ein weiterer ist zum Glück schon geplant: Ein Openair in Murten im Juni, wo KROKUS zusammen mit Status Quo auftreten werden.


Nach dem Konzert hielten wir uns noch bis gut Mitternacht bei einem Bier im Kofmehl auf. Dann gings für einen Schlummertrunk und eine Schlummerpizza zur Pianobar, das einzige noch geöffnete Lokal.
Irgendwann landeten wir dann im Youthhostel (Jugendherberge) Solothurn, welches malerisch an der Aare und in der Altstadt gelegen ist.


Tags darauf gings frisch und munter schlendernd durch die Altstadt. Man traf viele Leute an, die nach Büchern rochen und Augen hatten, als ob sie mehrere tausend Bücher gelesen hätten. Es begannen nämlich die Solothurner Literaturtage, welche bereits am Freitagvormittag mit dem „offenen Bücherschrank“ in einen ersten Höhepunkt gipfelten!
Dieser Schrank steht übrigens nicht mehr dort, aber bitte nicht weitersagen! Er befindet sich jetzt nämlich in der Dachwohnung von Kollege W…


Wir erklommen schliesslich noch für drei Franken den 66 Meter hohen Zwiebelturm der St. Ursenkathedrale. Es lohnte sich, die gut 250 Stufen zu erklimmen. Denn der Ausblick über Solothurn und seine schöne Altstadt ist einmalig!


Dass KROKUS hier in Solothurn wirklich Einheimische sind, belegte dieses Schaufenster eines Optikers und Schmuckverkäufers.
„Clever kaufen – besser aussehen“ mit seinen dargebotenen Brillen und Klunkern. „Für die anderen“, welche sowas nicht brauchen, gibt’s KROKUS!

Müde, aber um einiges gescheiter, gings um die Mittagszeit wieder zurück ins heimische Muotathal.
Dabei waren die Kollegen W, K, B und M, alles liebe Rocker!

feldwaldwiesenblogger

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