Vorausguck auf den Stoos-Schwinget von morgen Sonntag

Die Spitzenpaarungen für den morgigen Stoos-Schwinget sind seit gestern Nachmittag auf der Homepage des besagten Schwingfestes aufgelistet.

Meine Wenigkeit will sich nicht anmassen, das gleiche nochmals zu schreiben, was man heute und in den vergangenen Tagen bereits im Boten und in der Schwyzer Zeitung lesen konnte.
Ich bin ja auch kein Schwingexperte wie beispielsweise Simon Gerber. Hingegen bin ich ein Fan, ein Fan unseres Nationalsportes Nummer 1, dem Schwingen. Fussball und Skifahren zähle ich in dem Sinne nicht zu unseren wahren „Nationalsportarten“, da deren Ursprünge nicht bei uns zu finden sind.
Das Schwingen hingegen haben unsere Vorahnen erfunden und es wird praktisch immer noch gleich praktiziert, wie anno Tobak. Das ist schön so.

Ich kann heuer auch wieder mal beim Stoos-Schwinget dabei sein. Die Vorfreude ist gross, messen sich doch morgen im 90-köpfigen Teilnehmerfeld unter anderem auch gut 20 Eidgenossen. Wobei: Eidgenossen (auf dem Papier) wären auch die anderen, einfach ungekrönte…

Schade ist, dass der Unspunnensieger von 2011, Daniel Bösch, wegen einer Knieverletzung fehlt. Auf seiner Homepage steht dazu folgendes:

Trotz seiner gewichtigen Absenz sind gleichwohl Hochkaräter aus seinem Teilverband Nordostschweiz (u.a. Forrer Arnold, Bless Michael, Clopath Beat) anzutreffen.
Die (fast) lückenlose Vertretung (so nennt es jeweils Simon Gerber) der Innerschweizer Schwingerelite wird dabei gehörig gefordert.
Der zweite Gastverband sind diesmal die Nordwestschweizer (u.a. mit Thürig Mario, Bieri Christoph, Gisler Bruno), welche auch mit dem begehrten Bergkranz heimfahren möchten.

Wie die diejenigen Leser, welche nicht so schwingbegeistert sind wie ich, gerade feststellten, nennt man beim Schwingen die Athleten immer zuerst mit dem Nachnamen. Das ist halt so, und wird auch von mir nicht geändert.

Die Berner sind diesmal nicht zu Gast. Dies ist wohl auch gut so, wenn unsere Innerschweizer den Stoos-Sieg erringen möchten. Denn die Berner Schwinger sind zur Zeit das Mass der Dinge, und schwingen die anderen Teilverbände teilweise in Grund und Sägemehl. Ich erinnere ungern an ein kürzliches Gau-Fest, wo einige Schwyzer Schwinger „bös“ Federn lassen mussten…
Die Berner sind derzeit so stark „unterwegs“, dass man ohne prophetische Fähigkeiten sagen darf: Am diesjährigen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf wird der Sieg nur über einen Berner führen.

Die Nordostschweizer (NOS) werden immer noch von ihrem in die Jahre gekommenen, und bald Schwingrentner, Forrer Arnold angeführt. Der symphatische Toggenburger scheint mir immer noch um einen Tick besser als seine besten Verbandskollegen.
NOS-Siegchancen für morgen Sonntag: 30%

Für mich sind die Nordwestschweizer Schwinger (NWS) jeweils immer eine Wundertüte. Läufts ihnen prima, dann schwingen sie um den Tagessieg mit. Wenn nicht, verschwinden sie unter Rang und Traktanden. Einen eigentlichen Leader sehe ich bei ihnen nicht. Laut Jahreswertung der Schwingerplattform Schlussgang belegen Gisler Bruno Rang 4 und Bieri Christoph Rang 5 (beide je 10 Punkte).
NOS-Siegchancen für morgen Sonntag: 30%

Trotz meiner erwähnten Bernerstärke ist unter den ersten sieben Plätzen nur ein Berner auszumachen (Rang 1 mit Sempach Matthias). Der nächste folgt erst wieder auf Platz 8 mit Anderegg Simon. Was die Berner halt so stark macht, ist ihre mannschaftliche Breite. Zudem erschwang sich Sempach wohl die besten „Filet-Stücke“ gleich selber.

Diese Rangliste nehme ich als Überleitung für unsere Innerschweizer (ISV). Denn: Auf dem zweiten und dritten Rang sind zwei Nordostschweizer anzutreffen: Bösch Daniel und Götte Urban. Beide sind morgen auf dem Stoos nicht dabei.
Das hiesse ja dann, dass die ISV-Mannen leichtes Spiel hätten…

Mitnichten, denn der erste Innerschweizer folgt bei der Schlussgang-Wertung erst auf Platz 6, Imfeld Peter mit 9 Punkten. Blättert man auf dieser Wertung weiter, folgen die nächsten auf den Rängen 12 (Schuler Christian) und 13 (Laimbacher Philipp). Laimbacher Adi folgt erst auf Rang 24, und wird trotzdem in der Schwyzer Zeitung mit dem Tagessieg in Verbindung gebracht.
Unser eigentlicher Leader, Grab Martin, ist auf dieser Liste überhaupt nicht aufgeführt. Kein Wunder, er gibt morgen auf dem Stoos ja erst sein Comeback nach einer längeren Verletzungspause.

„Wie ich die Chancen morgen für einen Innerschweizer Sieger sehe?“, höre ich da gerade. Nun, die sind intakt. Denn solche Wertungen sind da, dass man sie auch über den Haufen schwingen kann. Sie dienen aber sehr wohl als Einschätzung der Stärke der einzelnen Schwinger und den bisherigen Saisonverlauf.
Meiner Meinung nach kann einer der beiden Laimbacher-Brothers durchaus über sich hinaus wachsen und morgen Abend zu oberst stehen.
Für Grab Martin hoffe ich einfach, dass sein Knie hält, er den Wettkampf beschwerdefrei zu Ende schwingen kann und den Kranz holt.
Ob unser momentan Bester, der Imfeld Peter, morgen reüssieren kann, bezweifle ich. Alles hängt stark von der Einteilung ab, und die möchten halt einen Schwyzer zu vorderst sehen…

Einem Betschart Torsten, der aussieht wie ein Älpler, aber ein ETH-Maschineningenieur ist, traue ich morgen einiges zu. Er taucht als einer der wenigen Nichteidgenossen bei den Spitzenpaarungen für den 1. Gang auf. Wenn er einen guten Start erwischt, die Tagesform stimmt und die Einteilung ihn nicht zu grob anpackt, liegt morgen der Stoos-Sieg drin. Gönnen möchte ich es dem urchigen „Gstudierten“ auf alle Fälle. Zudem könnten ihm gewisse Konstellationen zu Hilfe kommen, wenn nämlich gewisse ISV-Cracks mit den NOS- und/oder NWS-Cracks stellen (würden)…

Meine Prognosen für einen ISV-Sieg: 40%. Meine Prognose für den Tagessieg: Torsten Betschart.

Wir sehen uns morgen auf dem Stoos! Da ist nämlich was loos…

feldwaldwiesenblogger