Wochenendrückblick

Am vergangenen Samstag gings ins Tessin, nach Locarno. In Sandalen, wie in letztem Blogeintrag erwähnt.

Das Ziel am Samstagabend war das Moon and Stars, auf der wunderschönen Piazza Grande in Locarno. Das 2004 ins Leben gerufene Openair-Musikfestival erfreut sich grosser Beliebtheit bei den Konzertbesuchern aber auch bei den Bands.

Stämpf und Band eröffneten um 20.15 Uhr den Konzertabend, und brachten schon ziemliche Stimmung in die hochsommerliche Stadt. Der Bündner, bekannt als ehemaliger Sänger und Gitarrist von QL (Fun-Punk-Band aus Biel) und vom Kampf der Chöre, war sich sehr wohl bewusst, dass das Publikum fast nur wegen den Toten Hosen kam. Dennoch absolvierten er und seine Mitstreiter den Gig unverkrampft und äusserst routiniert. Die optimale Soundqualität rundete ihren Auftritt zudem noch zum Tüpfli auf dem „i“ ab.

Jetzt hier viel über die Toten Hosen zu erklären, wäre Wasser in den Rhein zu tragen. Die Düsseldorfer Jungs hatten das Publikum von Anfang an fest im Griff und punkrockten kompromisslos ihr Set.
Ihr Mastermind Campino derwischte und schwitzte über die Bühne wie ein Spitzensportler. Und das notabene als über fünfzig-jähriger. Mann, ist der fit! Er dirigierte, sang, schrie, führte, und erzählte. Öfters kam zu einem Song eine wirklich „träfe“ Ansage der speziellen Art.
Ich selber bin eigentlich kein Toten Hosen-Kenner, und kann da nicht alle gebrachten Songs aufzählen. Die allseits bekannten Hits wie Hier kommt Alex, Sascha, An Tagen wie diesen, zehn kleine Jägermeister, Alles aus Liebe oder Bonnie & Clyde sind aber auch mir bestens bekannt. Diese Songs kamen wie aus einem Guss und waren etwa ab dem vierten Song in einwandfreiem Soundgewand verpackt.
Campino hatte eine klare Stimme und sang bis zum letzten Ton in einwandfreier Qualität.

Er wurde aber auch von zwei jungens Mädels aus Graubünden kräftig unterstützt. Die beiden waren nach dem Konzert freudestrahlend auf der Piazza unterwegs und waren über Nacht zu „kleinen“ Stars geworden.

Die Toten Hosen waren sichtlich beeindruckt vom Ambiente am Moon and Stars, und machten dies durch ihre Spielfreude bemerkbar. Ihre Show, untermalt mit Filmsequenzen auf einer Grossleindwand hinter ihnen und zwei Riesen-Monitoren links und rechts der Bühne, war grandios. Zusammen mit ihren Supersongs beeindruckten mich die Düsseldorfer wirklich mächtig.
Dreimal gingen sie schliesslich ab der Bühne, um wieder zurückzukehren und Zugaben zu spielen.
A propos: Campino und seine Leute hatten den Anstand, nicht den „Anti-Bayern“-Song zu spielen… Kompliment und Danke, Jungs!

Gegen halb Zwölf beendeten sie ihr schweisstreibendes Konzert, und die durstigen Konzertgänger konnten (endlich) ihre Kehlen benetzen.

Das sah man hinterher auch auf der naturgepflästerten Piazza, dass ordentlich gebechert wurde. Nur: Den Güsel in Abfallbehälter oder Container zu werfen ist halt immer noch nicht jedermanns(frau) Sache, leider!

Am Sonntag blieb man bis zum frühen Abend in Locarno, und liess es sich im Lido gut gehen.

Derweil las der Schreibende und seine Kollegen regelmässig via Schwinger-App vom Schlussgang den Stand der Dinge vom Innerschweizerischen Schwingfest in Emmen.

Was man da teilweise zu lesen bekam, sträubte mir schon die Haare:
– Einen (bis zum vierten Gang) übermächtigen Christian Stucki
– Die (wieder) verletzten Philipp Laimbacher und Martin Grab
– Kein Schwyzer im Schlussgang
– Ein Gästesieg mit Bruno Gisler

Es gab aber auch Erfreuliches zu lesen:
– Mit Philipp Schuler haben wir einen Innerschweizer, welcher mit Topcracks wie Stucki stellen kann
– Schwingerkönig Wenger konnte in Schach gehalten werden
– Ein aufstrebender Youngster mit Philipp Gloggner
– Der geglückte Auftritt von Christian Schuler

Zudem: Die sogenannte Hauptprobe vor dem Eidgenössischen in Burgdorf zeigte, dass die Berner in Schach gehalten werden können. Es zeigte aber auch, dass durchaus Schwinger vom NWS-Verband um den Schwingerkönig-Titel ein Wörtchen mitreden können.
Aus Innerschweizer Sicht müssen die nun sieben Wochen bis zum Showdown gut genützt werden. Um Wunden verheilen zu lassen, um zu einer verschworenen Gemeinschaft zu werden und die Spitzenleute optimal vorzubereiten. Das Ziel sollte doch sein, ein ISV-Crack im „Burgdorfer Schlussgang“ zu haben, oder?

So ging ein musikalisch und sportlich äusserst hochstehendes Wochenende zu Ende. Nun können sich die Gemüter bei der Arbeit wieder abkühlen, und sich jetzt schon aufs kommende Wochenende freuen.

feldwaldwiesenblogger

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