Papst Franziskus ist einfach ein guter Hirte!

Der 20 Minuten-Beitrag von heute steht so quasi stellvertretend für die Berichterstattung vom Papstbesuch auf Lampedusa.

Was will uns Papst Franziskus mit seinem Besuch auf der italienischen Flüchtlingsinsel Lampedusa sagen?

Ganz sicher keine theologisch hochstehende Geschichte. Ganz im Gegenteil: Er zeigt den Gläubigen, dass er in erster Linie ein guter Hirte ist. Der Nachfolger Petrus ist ein Menschenfreund, der uns alle im „sicheren“ Westen darauf aufmerksam machen möchte, wie nahe das menschliche Elend vor den europäischen Toren ist. Dass ihm das Schicksal der Flüchtlinge nahe geht, und dass uns als Christen diese Problematik sehr wohl etwas angeht.
Mich haben die Bilder im Fernsehen berührt, und zugleich beschämt.

Papst Franziskus lebt eine Bescheidenheit vor, die wahrscheinlich schon länger kein Papst mehr an den Tag legte. Für ihn steht das Wort Gottes und somit die Botschaft an die Menschen im Mittelpunkt, und nicht irgendeine Politik oder Kurienhierarchie.

Fern von Gesetzen und Landesgrenzen gibt es für Papst Franziskus noch die Menschlichkeit und die Nächstenliebe. Er vermittelt zudem den Menschen seine Herzlichkeit und sein Mitgefühl.

Der jetzige Papst ist definitiv ein ganz spezieller Kirchenmann. Mit seiner Ausstrahlung und mit seinem Auftritt hat er mich diesen Frühling in Rom schon tief beeindruckt, als ich ihn bei einer öffentlichen Audienz ganz aus der Nähe sah. Ich spürte im wahrsten Sinn des Wortes, dass eine Kraft von ihm ausgeht.

Mit seiner Aktion gestern will er vermutlich einfach darauf hinweisen, dass trotz der vorgegebenen Flüchtlingspolitik der EU und der Schengen-Staaten auch die Menschlichkeit nicht zu kurz kommen darf.

Viele Menschen hierzulande sind Christen, handeln und denken aber höchst selten ganz konsequent nach dem von Papst Franziskus vorgelebten Wort Gottes.
Die „Westler“ leben meist nach ihren eigenen egomanischen Prinzipien, da hat eine Bibel und sein Wort keinen grossen Platz mehr.

Ehrlich, ich muss zugeben, dass mir die Flüchtlingspolitik der SVP halt auch näher ist als die Botschaft Gottes aus der Bibel. Obwohl gläubig, nehme ich es diesbezüglich mit Jesus und seiner Botschaft auch nicht so genau. Viel wichtiger ist mir mein Frieden und eine saubere Schweiz, mit möglichst wenig Asylanten.

Papst Franziskus hat mich deshalb gestern beschämt, weil mir das in dem Moment bewusst geworden ist, was für ein Egoist ich diesbezüglich geworden bin.
Ich mache mir deshalb aber keine Vorwürfe: Ich bin da in bester Gesellschaft mit meinen anderen „Leidgenossen“. Die meisten davon kümmern sich nämlich einen Deut um Flüchtlinge und deren Schicksale.

Wir alle sehen halt nur immer die bei uns herumlungernden jungen nordafrikanischen Männer, die zugegebenermassen nerven und zum Grösstenteil ganz sicher keine echten Flüchtlinge sind. Einige davon sind Kriminelle, andere arbeitslos und wieder andere wegen des Umbruches nach den „arabischen Frühlingen“ ausgebüxt. Das sind in meinen Augen aber keine humanitären Gründe, um den Status „echter Flüchtling“ zu erhalten.

Es gibt sie aber, die echten Flüchtlinge. Und um genau die sollen wir uns kümmern. Denn dies war ganz sicher der Kern der Botschaft von Papst Franziskus gestern auf Lampedusa.

Wir sollten aber auch den Mut haben, die „unechten“ Flüchtlinge (wie beispielsweise viele der Nordafrikaner) des Landes zu verweisen, um den echten Flüchtlingen Platz machen zu können.

Wie dies aber genau gehen könnte und sollte, war der päpstlichen Botschaft halt nicht zu entnehmen. Aber wir Menschen sind kreativ genug, um auch das rausfinden zu können.

feldwaldwiesenblogger