Der Schwingsport nähert sich dem Saisonhöhepunkt

Der Schwingsport nähert sich mit grossen Schritten dem Saisonhöhepunkt.
Zusammen mit feldwaldwiesenblogger werden in gut vier Wochen mehrere zehntausend schwingbegeisterte Zuschauer in Burgdorf sein. Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, kurz ESAF.

Geschriebenes und Bilder zum Schwingsport gibt es je länger je mehr. Auch die moderne Kommunikation machte keinen Halt vor diesem traditionsreichen Sport. Ich nutze sowohl das Medium Zeitung als auch das Internet. Besuche aber auch Schwingfeste, um mir einen Überblick vom Formstand der Schwinger zu machen.

So komme ich ohne grosse Umschweife auf mein nun seit mehreren Wochen geführtes ESAF-Köngisanwärter-Klassement, welches wieder einer Überarbeitung bedarf.
Nach einer Woche Ferien war für mich klar, dass es heute Montag zum Arbeitsbeginn das erste Thema für meinen Blog sein wird. Erst recht, als mich gestern Abend Fussballgott mit folgender Whatsapp-Nachricht daran erinnerte:

Mein „Schwingerkönig-Barometer“, wie er es nennt, muss mit dem Nordwestschweizer Christoph Bieri erweitert werden.
Ich gebe Fussballgott absolut Recht. Wer gut vier Wochen vor dem Saisonhöhepunt beim letzten Teilverbandsfest, dem Nordwestschweizerischen Schwingfest in Allschwil BL, alle sechs Gänge gewinnt und dabei noch meine bisherige 1a (Matthias Sempach) und 1b (Bruno Gisler) bodigt, gehört in mein Schwingerkönig-Barometer.

Das vergangene Wochenende lieferte aber auch weitere Erkenntnisse zum Formstand der Nordostschweizer Schwinger. Diese simulierten so quasi das ESAF mit einem Schwingfest am Samstag und einem am Sonntag.
Am Samstag traten die NOS-Schwinger beim Bachtel-, am Sonntag beim Ricken-Schwinget an. Beim Bachtelschwinget gewann der Nichteidgenosse Fredi Kohler auf eindrückliche Art und Weise mit sechs gewonnenen Gängen. Dabei bezwang er mit Mike Peng, Urban Götte und im Schlussgang mit Michael Bless sogar drei Eidgenossen.
Auf dem Ricken ging Michael Bless als Sieger vom Platz. Beim Anschwingen stellte er mit Arnold Forrer, danach gewann er fünfmal.
Die Erkenntnis des NOS-Wochendes: Michael Bless gehört auch in mein ESAF-Königsanwärter-Klassement.


(Fotoquelle: Werner Schärer)

Apropos Michael Bless: Gestern Abend hörte ich unter anderem die Zusammenfassung des Rickenschwingets auf Radio Central. Dabei machte der gewitzte Radioreporter (ich kenne den Namen leider nicht, dem Dialekt nach ein Nordostschweizer) ein Interview mit besagtem Michael Bless. Der NOS-Interviewer fragte den NOS-Schwinger, was für Musik er denn jeweils bei Schwingfesten mit seinem grossen Kopfhörer höre. Bless antwortete: Hansi Hinterseer und Metallica.
Soso, das ist also das Erfolgsgeheimnis des Appenzellers. Musikdoping mit „Johnny Arschgucker“ und einem kräftigen Tritt mit Metallica als Kick. Wenn man da nicht Schwingerkönig wird, weiss ich auch nichts mehr…

ESAF-Köngisanwärter-Klassement, Stand 5.8.2013:

1. Christoph Bieri
2. Bruno Gisler
3. Kilian Wenger
4. Matthias Sempach
5. Christian Stucki
6. Michael Bless
7. Philipp Laimbacher
8. Arnold Forrer

Frisch auf Rang 1 figuriert der Neu- und Quereinsteiger Christoph Bieri. Wer am gleichen Fest Matthias Sempach und Bruno Gisler schlägt, ist parat und mit sehr viel Selbstvertrauen ausgestattet. Das einzige Fragezeichen bei Bieri könnte sein Fuss sein, welcher ihn wegen einer Verletzung anfangs Saison ziemlich behinderte.

Auf Platz 2 setze ich die 1b von letzter Woche, Bruno Gisler. Abgesehen von seiner Schlussgang-Niederlage gestern und einem gestellten Gang ist der kräftige Sennenschwinger bereit fürs Eidgenössische. Sein Startsieg gegen Matthias Sempach unterstrich einmal mehr seine derzeitige Topform.

Kilian Wenger rutscht auf Kosten von Matthias Sempach einen Rang nach vorne, obwohl Wenger gestern nicht im Einsatz stand. Dies aus dem einfachen Grund: Zwei Niederlagen von Sempach an einem Fest, einem meiner Topfavoriten, ist mindestens eine zu viel. Dies lässt auf Leistungsschwankungen und flackernde Nerven relativ kurz vor dem Saisonhöhepunkt schliessen.

Christian Stucki bleibt für mich eine unsichere Geschichte. Wie sieht’s mit der Genesung nach seiner Fussverletzung aus? Fehlt ihm womöglich ein wenig Wettkampf-Praxis oder kommt Stucki stärker denn je nach Burgdorf?
Denn: Mein Rang 5 beinhaltet noch (sehr) viel Luft nach oben. Christian Stucki würde ich alles zu trauen, auch den Königstitel…

Auf Rang 6 habe ich den zweiten Neueinsteiger, der oben erwähnte Michael Bless, in mein „Schwingerkönig-Barometer“ platziert. Für mich lieferte er an diesem Wochenende zwei solide Wettkämpfe ab: Am Samstag Vierter mit vier gewonnenen, einem gestellten und einem verlorenen Gang. Am Sonntag Erster mit einem gestellten und fünf gewonnenen Gängen.
Streicht man von den absolvierten 12 Gängen die vier schlechtesten weg, käme Bless auf acht gewonnene Gänge und wäre neuer Schwingerkönig. Am ESAF gibt es bekanntlich acht Gänge zu absolvieren…

Philipp Laimbacher und Arnold Forrer belegen weiterhin die beiden letzten „Königsanwärterplätze“.
Wie der Gesundheitszustand von Philipp Laimbacher nach seiner Schulterverletzung aussieht, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Es kann aber nicht mehr schlimm sein. Denn gestern absolvierte er beim Sportpanorama des Schweizer (Monopol-)Fernsehens einen Fallschirm-Tandemflug und fand es hernach „abartig geil“…
Arnold Forrer absolvierte, anders als die meisten NOS-Cracks, nicht beide Rangschwingfeste auf dem Berg. Er schwang nur am Sonntag auf dem Ricken und hinterliess dabei mit Rang 4c (Vier gewonnene, ein gestellter und ein verlorener Gang) einen etwas zwiespältigen Eindruck.
Ob Forrer noch nicht seine Karten aufdecken wollte oder konnte, weiss wohl nur er selber…


(Quelle: http://www.srf.ch)

Übrigens: Wie Philipp Laimbacher, war Arnold Forrer auch hoch in den Lüften. Aber nicht mit dem Fallschirm, sondern am Steuerknüppel eines Helikopters.
Und: Scheints soll am nächsten Sonntag Bruno Gisler zu seinem dreissigsten Geburtstag einen Bungee jumping-Sprung mit dem Leutschenbach-TV absolvieren.
Die „Sportfritzen“ unseres Nationalsenders scheinen wohl den grössten Spass dabei zu haben, unsere Schwing-Cracks hoch hinauf zu bringen: Hundert und weiss wieviel Kilo zwischen Himmel und Erde hieven, Schwerkraft überwinden und wieder sicher auf Mütterchen Erde bringen. Ha Ha Ha…, wirklich irre komisch…
Hey Sportjournis, habt ihr eigentlich keine anderen Ideen, wie man Herr und Frau Schweizer die besten Schwinger des Landes näher vorstellen könnte?
Irgendwie wirkt das Ganze etwas hilflos und absolut exotisch. Denn man hätte im Leutschenbach mit Stefan Hofmänner einen schwingkundigen Experten, welcher die Schwinger an Trainings und Wettkämpfe begleiten könnte und dabei gescheite Fragen stellen dürfte.
Schade, aber so bringt man den Schwingsport nicht an den Mann respektive Frau. Stattdessen werden die Schwinger wie bunte Zirkustiere zu Experimenten des SRF-Sportpanoramas herangezogen.


(Bildquelle: http://www.schwaegalp-schwinget.ch)

Mit dem Schwägalp-Bergkranzfest in gut zwei Wochen steht ein letztes wichtiges Kräftemessen für die Schwinger vor ihrem Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Dabei sein werden beim NOS-Bergkranzfest diesmal Gästeschwinger vom Nordwestschweizer und Südwestschweizer Schwingerverband. Laut Schwägalp Schwinget-Homepage
steigen auch Christoph Bieri und Bruno Gisler in die „Säntis-Arena“.
Wetten, dass beide NWS-Cracks dann ein gewichtiges Wörtchen mitzureden wissen, und tags darauf mein ESAF-Köngisanwärter-Klassement vielleicht gar keiner Anpassungen (mehr) bedarf?!

feldwaldwiesenblogger

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