Illgau: Gelungene Premiere der John Doe Band!


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Gestern Abend, knapp nach 21 Uhr, war es soweit: Die John Doe Band aus Illgau gab ihre Premiere. Im UG der Mehrzweckhalle Ilge, wo die vier einheimischen Musiker auftraten, wurde vorgängig ein richtiggehender Clubraum mit Bühne und Bar eingerichtet.

Wie mir ein Einwohner von Illgau mitteilte, wurde extra für diesen Raum auch in die Akkustik investiert. Die eine Längswand besteht nur aus Holz, die gegenüberliegende aus Mauerwerk. Auch trägt die runter gehängte Decke mit ihren speziellen Platten zum besseren Raumklang bei.

Dies war denn auch ein Mitgrund, dass die Akkustik auf Anhieb „stimmte“. Die Illgauer John Doe Band, über welche ich bereits am 12. September in einem Blogeintrag berichtete, besteht aus Andreas Betschart (Guitars, Harp, Vocals), Remy Bürgler (Guitars, Mandoline, Vocals), Markus Grab (Bass) und Lukas Bürgler (Drums, Vocals).

Die vier Musiker, allen voran ihr Gründer, Komponist, Texter und Mastermind Andreas Betschart, legten sich denn auch von Anfang an mächtig ins Zeug.
Bereits das Intro zum ersten Song „Sand in the System“ (Sand im Getriebe), mit einer Slide-Gitarre und einer Bluesharp , war vielversprechend. Dieses berühmte „Sand im Getriebe“ sei zum Leben mindestens so wichtig wie „Öl im Getriebe“, meinte Andreas nach dem ersten Lied. Übrigens: Ich nenne die vier Musiker der Einfachheit halber und auch weil sie so auf ihrer eigenen Homepage aufgeführt sind, in der Folge mit ihrem Vornamen.

Den Konzertabend gestaltete die John Doe Band im Übrigen ganz geschickt. Nebst den 13 Eigenkompositionen, welche sie allesamt live spielten, schoben sie zwei Informationsblöcke mit Erklärungen von Andreas und einem Beamer samt weisser Leinwand ein.
Nachdem sie die ersten vier Songs gespielt haben, kam bereits Infoblock 1.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Dabei erzählte uns der ausgebildete Primarlehrer Andreas (übrigens nicht der einzige in der Band!) über die bisherige musikalische Laufbahn von sich und den anderen drei Mitstreitern. Der Rucksack der Band sei etwa ein Dutzend Bands stark, meinte er. Das Rüstzeug ist also vorhanden. Zudem habe er schon zig Song-Ideen im Köcher, reduzierte dazu sein Arbeitspensum, um vermehrt auf die Karte Musik zu setzen. Daheim richtete sich Andreas sogar ein kleines Homestudio ein, in welchem dann schon bald an neuen Songs gewerkelt wurde.

Es war auch zu vernehmen, wo die Grundsteinlegung zu dieser Band erfolgte. In „Black Creek“, einem kleinen Nest auf Vancouver Island in Kanada. Der Zufall wollte es vor einigen Jahren, dass sich dort einige Musiker aus Illgau mehr oder weniger per Zufall auf einem Hof einer älteren Lady mit Namen „Edith“ trafen.
Andreas nannte diesen Ort denn auch seine zweite Heimat, wo er sich seinerzeit über verschiedenste Aspekte seines Lebens Gedanken machte. Die Lady Edith tat ihr übriges, und war schon bald eine wichtige Person im Leben des jungen Musikers.

Wieder zuhause, im heimischen Illgau, gründete er anno 2011 die John Doe Band. Die Band mit dem Platzhalter Namen John Doe, vergleichbar mit Hans Muster (oder wie ich meine, mit Heiri Müller), der jedermanns und niemandes Namen sein könnte, war gemäss Andreas jetzt längst überfällig. Wenn er es jetzt nicht wage, sei er ein Feigling, meinte er schmunzelnd.

Beim oben besagten Infoblock eins ging es um Rückblick, die Entstehungsgeschichte und die Zielsetzung.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Dann folgte Musik-Set zwei, natürlich nur mit eigenen Songs. Gespannt verfolgte ich das musikalische Treiben auf der Bühne, und gestand mir dabei ein, dass ich zu „Folk’n’Roll“ etwas anderes assozierte. Ich stellte mir mehr Folkelemente vor, unter anderem mit einer Fiedel, einem Stehbass und schnelleren Rhythmen.

Dem war aber nicht so, und ich wurde deswegen auch überhaupt nicht enttäuscht. Ich dachte wohl etwas in „Musikschubladen“, und fand, dass der Stil der Illgauer John Doe Band eigentlich Poprock mit Akkustikgitarren ist. Diese Einteilung wird der Musik der Vier aber zu wenig gerecht. Zu vielschichtig und komplex sind die Songs, die sehr vom Text und ihrem Leadgesang leben.
Die in Englisch abgehandelten Songtexte und deren Songmelodien haben was. Vielfach mit dreistimmigem Refrain vorgetragen, entdeckte man bald den einen oder anderen Ohrwurm.

Wie man auf obig eingeschobenem Bild feststellt, kam die musikalische Abwechslung zudem auch in Form einer sehr kleinen Gitarre. Dieses Instrument entdeckte Andreas nach längerem Suchen in einem kanadischen Musikgeschäft, und hat schon einen sehr speziellen Klangcharakter. Wie diese kleine Gitarre heisst, weiss ich leider nicht mehr. Sie lässt sich aber scheinbar wirklich gut spielen, denn der Bandleader machte auf ihr sogar Solis.
Nebst der kleinen Gitarre kam dann und wann auch eine Mandoline zum Einsatz. Entweder von Remy oder dann von Andreas gespielt, untermalte sie die geschickt arrangierten Lieder wunderschön.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Nach einer kurzen Umbaupause, gerade genug Zeit um sich ein Maisgold-Bierchen zu besorgen, folgte der Informationsblock zwei. Hier ging es nun um Konkretes, auch um Zahlen. So erfuhren wir Zuhörer, dass für nächstes Jahr eine CD mit den Eigenkompositionen geplant ist. Gerechnet wird mit einem Budget von 40’000 Franken, einem riesigen Zeitaufwand und Null Ertrag aus der CD. Spätestens hier wurde mir klar: Da ist ein ganz grosser Idealist mit einem Traum am Werk. Aber nicht nur einem Traum. Er scharte Gleichgesinnte um sich, welche nun bereit sind, den Traum von eigenen Songs und deren Verbreitung zu verwirklichen.

Was mir, und wie ich feststellte, auch den meisten Besuchern des gestrigen Abends, Eindruck machte, ist die Art und Weise wie die John Doe Band vorgeht. Offen, realistisch und zielorientiert wird geplant und vorgegangen. Nebst dem Vortragen der Eigenkompositionen war es Andreas und seiner Band wichtig, sich und ihr Vorgehen zu erklären.

Man vernahm auch, dass ein professionelles Vorgehen wie es die John Doe Band anstrebt, heutzutage bei dem reich bepackten Musikgarten und den Zeiten der „Social Media’s“ fast unumgänglich sei. Nebst der eigenen Musik ist es einfach unmöglich, nicht auch ans Geld und das Geschäft zu denken.

Deshalb wurde gestern auch der John Doe Club, der bereits existierende Fanclub, vorgestellt. Mit einem Jahresbeitrag ab (!) 50 Franken ist man dabei, erhält eine Jahreskarte und hat als Mitglied Anrecht auf verschiedene Aktionen. Geplant sind unter anderem eine „Zeitung“ nur für Clubmitglieder sowie sogar Probenbesuche.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft der John Doe Band wurde eindeutig gelegt. Wie ich mitbekam, trugen sich gestern Abend schon ordentlich viele Konzertbesucher in die Clubmitglieder-Liste ein.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Nun folgte Set drei an Musik, welche unter anderem stimmungsvoll mit Licht und einer gekonnt gespielten Bluesharp untermalt wurden.
Überhaupt: Nebst den angesprochenen Ohrwurm-Songs hatte ich am liebsten diejenigen Songs, die zügig, rhythmisch und mit viel Drive vorgetragen wurden. Beide Füsse begannen dann zu wippen, ein gutes Zeichen!

Andreas erzählte zu den meisten Songs auch kurze Geschichten. Dabei erfuhr man auch, was ihn beschäftigt, respektive dazu bewog, den oder diesen Song zu schreiben. Nebst einer Liebeserklärung in Form einer Widmung an seine Freundin gab es auch Nachdenkliches und sehr Tiefgründiges. Das Elend und die Ungerechtigkeiten der Welt beschäftigen auch den jungen Musiker. Er sprach aber auch von seinen Zweifeln, die er beim Glauben an Gott hat. Diese und andere Gedanken verarbeitete Andreas zu eigenständigen Songs.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Der Publikumsaufmarsch war gross, und füllte den Clubraum der Ilge beinahe. So war es nicht erstaunlich, dass nach den dreizehn Songs nicht einfach Schluss sein konnte.
Lautstark wurde nach Zugaben geklatscht und gerufen. Ehrlich wie die John Doe Band ist, gestanden sie ein, dass sie halt nochmals bereits vorgetragene Song spielen müssen. Machte überhaupt nichts. Denn die Songs waren für alle taufrisch und neu und begeisterten ein weiteres Mal.

Hier komme ich gleich zu meinen einzigen Kritikpunkten: Wieso setzt Remy nebst dem „Sand im Getriebe-Song“ nicht noch weitere Male zum Slide-Spiel an? Warum bringt Markus nicht beim einen oder anderen Song seinen Stehbass zum Zug?
Ich meine, die Jungs haben‘s voll drauf, und könnten in meinen Augen „slidend“ und „Bass-walkend“ noch mehr „Watz“ in die Musik reinbrigen.

Der letzte gespielte Song hiess, so glaube ich jedenfalls, „The road goes on“. Eine weitere Eigenkomposition aus der Feder von Andreas, welche wunderbar passte. Der Weg, der Start, und der Aufbruch in eine aufregende, zugleich auch ungewisse Zukunft, hat begonnen. Wer weiss, vielleicht endet die im angestrebten Hallenstadion-Auftritt?

Nach drei Zugaben war dann Schluss, und es folgte noch etwas Smalltalk. Unter anderem auch mit den Musikern. Ich fragte nach dem nächsten Gig in der Horseshoe Bar (Oberarth, am 9. November), und ob nebst den 13 Eigenkompostionen dort noch Covers gespielt werden. Symphathisch erklärte mir Remy, dass sie sich darob eigentlich noch keine grossen Gedanken gemacht haben. Weiter meinte er, dass das halt schon eine kleine Gratwanderung sei: Sie möchten eigentlich, dass die Zuhörer wegen ihren eigenen Songs kommen, und nicht wegen den Coversongs.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Es existieren nebst den dreizehn wirklich tollen, schönen und berührenden Songs bereits auch ein Band-Logo, T-Shirts, eine schön gestaltete Homepage samt Biographie sowie der angesprochene Club.
Gekonnt, überzeugend und mit viel Liebe zum Detail ging gestern eine gelungene Premiere der John Doe Band aus Illgau über die Bühne. Die Bandmitglieder zeigten viel Enthusiasmus, Eifer und Einsatz.

Mir blieb gestern zum Schluss einfach nichts anderes mehr übrig, als den vier Musikern zu gratulieren und alles Gute zu wünschen. Ich gönne und wünsche diesen vier symphatischen Jungs den angestrebten Erfolg von Herzen!

feldwaldwiesenblogger

Bluesmax und Richard Koechli im Kellertheater Vogelsang (Altdorf)

Gestern Abend fuhren wir zu Viert in unseren Nachbarkanton Uri. Ohne grosse Probleme fuhren wir beim „Urnertor“ durch den Zoll und kamen zügig und pünktlich im Vogelsang zu Altdorf an.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Das besagte Vogelsang ist ein Kellertheater, etwas oberhalb von Altdorf. Übrigens: So etwas fehlt irgendwie im Talkessel Schwyz…

Von der Zeit her reichte es noch für ein Bierchen, bevor die beiden Blues-Männer Bluesmax und Richard Koechli die kleine, aber „so herzige“ (O-Ton Christa Rigozzi) Bühne im Kellergewölbe-Saal bestiegen. Aus dem Programm des Kellertheaters im Vogelsang war nämlich folgendes zu entnehmen: Blues Max & the Koechli – light.

Bevor ich aber zu einer Manöverkritik ansetze, äh nein, … Manöverkritik (!), so ein Blödsinn, natürlich meine ich viel mehr ein Brainstorming zu diesem freudigen Anlass… Nein, bevor ich mehr darüber erzähle, mache ich hier noch eine kleine Klammer mit drei Emails auf.

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Und zwar handelt es sich hier um eine Weiterführung meiner gestern begonnenen „Spinnereien“ hinsichtlich einer möglichen Premiere des neuen Helge Schneider-Filmes „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ im Muotathal.
Man erinnere sich: Ich hatte diesbezüglich eine Email an die „Lieben Damen und Herren des Kinos und Theaters Muotathal“ geschrieben.

Noch am Abend erhielt ich per Email Antwort:

Hallo feld-wald-und-wiesenbloger

Wir sind am Abklären wie wir den Film bekommen können…
Da in der Schweiz ein immenses Interesse am Film besteht, hat
den Film bisher noch kein Schweizer Verleiher unter Vertrag genommen…;-)

Wir sind aber mit dem Deutschen Verleiher (Senator Film) in Kontakt und hoffen
auf diesem Weg den neuen Streifen zeigen zu können…;-)
(Das mussten wir schon beim letzten Helge Streifen so machen)

Ich hoffe, lieber feld-wald-und-wiesenbloger, dass wir Dich mit dieser Antwort ein
bisschen beruhigen konnten.

Hochachtungsvoll
Reto Suter

Heute Morgen, nach einer frühen und erfrischenden Joggingrunde, antworte ich Reto Suter mit folgenden Zeilen:

Hallo Reto

Jäja, du hast mich mit deiner Antwort mehr als „beruhigt“…:-) Da scheint ja tatsächlich etwas zu laufen…:-))

Ich danke dir auf jeden Fall für deine/euren Bemühungen!

Hätte da lediglich noch eine Bitte: Wenn sich da hinsichtlich neuem Helge-Streifen etwas tut, gib doch Hugo Schelbert und seinen 3-Gang-Gäng-Freunden und mir Bescheid.

Ä schönä Tag!
feldwaldwiesenblogger

Exakt 21 Minuten später traf wieder eine Email von Reto Suter bei mir ein:

Hallo feldwaldwiesenblogger

Werde Euch sicherlich informieren wenn ich weitere Angaben machen kann…;-)
Vielleicht kommt ja Helge mal persönlich ins Kino….,-)))))

LG Reto

Nun lasse ich es dabei bewenden, und hoffe, dass ich keinem zu fest „ans Bein gebiselt“ habe. Denn ihr wisst ja: Ich nehme es so oder so einfach am liebsten mit Humor, manchmal mit beissendem…!

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Das Stichwort Humor ist gleich wieder die Überleitung zum eingangs angesprochenen Abend mit Bluesmax und Richard Koechli.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Nun, Bluesmax, alias Werner Widmer, erzählt wunderbare, authentische, melancholische und bittersüsse Geschichten aus dem Leben. Das tut er dabei in breitestem Zürcher-Dialekt. Was mich hinterher, im kurzen Gespräch mit Bluesmax, umso mehr erstaunte, denn er redete nun in einem ausgewachsenen Ostschweizer-Dialekt.

Bluesmax tritt jeweils auf die Bühne, und beginnt umständlich, am Hemd zupfend und am Mikrophonständer rumhantierend, seine Geschichten zu erzählen.
Einerseits tut er das in normalem Erzählton, andererseits aber auch in Reimform. Was der Reiz an Bluesmax besonders ausmacht, ist das „Blues“ in seinem Namen. Nebst dem „nur“ Gesprochenem begleitet er sich auch mit seiner Akkustikgitarre in einem Bluesschemata. Dabei erzählt er in einem Mix aus sprechen und singen weitere „Lebensgeschichten“.

Seit einiger Zeit schon wird Bluesmax von Richard Koechli begleitet. „Unserem“ Richard Koechli, der uns am 15. November (!) in der husky lodge beehren wird. Mann, wie ich mich jetzt schon freue!
Richard Koechli untermalt die Geschichtensongs von Bluexmax, meist „slidend“ mit einer E-Gitarre. Ab und zu kommt auch eine Akkustik-Gitarre oder eine Art Dobro-Verschnitt (Sorry Gitarristen, den korrekten Namen des Teiles habe ich schon wieder vergessen!) zum Einsatz. Koechli spielt mit einer ihm eigenen ruhigen und stoischen Art und trägt dazu meist ein MC2-Cap und eine Sonnenbrille.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Bluesmax, der nach eigenen Angaben schon seit gut 40 Jahren Musik macht, und inzwischen auch davon leben kann, liess seine „Kunst“ auch über so berühmte Häupter wie Sven Epiney ergehen. Epiney, der Tausendsassa vom SRF, welcher scheints mit Klonen auf der Bühne steht. Oder Brady Doogan, der nur durch ein Versehen seiner sich Fussnägel-lackierenden Sekretärin zu einem schwindelerregenden Jahressalär gelangte. Statt eines angepeilten Jahressaläres samt Bonus von 27 Millionen Schweizer Franken, verwechselte die gute Vorzimmerdame die Zahlen. Sie machte kurzerhand 72 Millionen daraus. Mit dem lässt sich’s gemäss Bluesmax wirklich gut leben, nicht wahr.

Weiter verarbeitete er diesen übermenschlichen Geldsegen mit einer Hommage an Polo Hofer’s „Wägem Gäld“. Bluesmax ordnete dabei diesen Klassiker den „Rumpelstilz“ zu. Kollege W, ein wandelndes Lexikon in Sachen Polo Hofer, meinte aber sofort: Dieser Song stammt aus „Schmetterding-Tagen“.
Meine Wenigkeit suchte heute fragend das Internet ab: Tatsächlich, Kollege W hatte Recht. Man klicke auf folgenden Link: Discographie: Alle Alben von Polo Hofer
„Wägem Gäld“ war seinerzeit auf der LP „Tip-topi-Type“ (1979), und wurde von Polo’s Schmetterding veröffentlicht.


(Bildquelle: http://www.cd-lexikon.de/album_polos-schmetterding-tip-topi-type.htm)

Schön, wäre das auch geklärt. Bevor Bluesmax aber zusammen mit Koechli „Wägem Gäld“ mit einem von ihm leicht abgeänderten Text spielte, erinnerte er an den vor kurzem verstorbenen J. J. Cale. Es scheint, dass Bluesmax diesen US-amerikanischen Musiker und Komponisten sehr schätzt. Er stimmte den „Schmetterding“-Song jedenfalls in einem J. J. Cale-typischen Groove an. Cool!

Die etwas mehr als zwei Stunden mit diesen beiden Ausnahmekönnern (mit einer Pause in der Mitte des Auftrittes) gingen leider wie im Flug dahin. Viel zu früh kam Bluesmax zum Schluss seiner Geschichten, welche auch eine von ihm nie erreichte Jugendliebe mit Namen Klöti behandelte. Eine andere handelte von seinem eher kleinen Erscheinungsbild: Schon bei seiner Geburt erklärte der Hausarzt seiner Mutter, dass am guten „Max“ an und für sich nichts fehle. Lediglich etwas Körpergrösse, respektive Beinlänge.

Diese Kurzbeinigkeit begleitet Bluesmax schon durchs ganze Leben, und erinnerte ihn gestern an weitere Begebenheiten in seinem Leben. So auch an seine Konfirmation, wo er mit seiner Mutter einen Anzug aussuchen durfte. Dabei landeten die beiden in einem Laden, wo sich eine „verschuppte Schwester“ um ihn kümmerte und ihn zweimal im Schritt mass. Aus dem Laden nahmen sie einen so dermassen unmöglichen Anzug mit, dass sie sich bei einem „Italiener“ (so habe ich das jedenfalls in Erinnerung) anschliessend etwas Ordentliches für die Konfirmation kaufen mussten.

Wahrlich, wahrlich, Bluesmax umschiffte schon manche Klippen in seinem reichen Musikerleben. Nicht genug der Gefahren im Meer: Der umtriebige Geschichtenerzähler war auch auf der von mir besuchten Cruise im Frühling: Gedanken und Bilder zur 5. Schweizer Rock- & Bluescruise
Ich widmete ihm damals schon ein Bild und ein paar Zeilen.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Zum Schluss des Konzertereignisses gab es natürlich noch Zugaben. Bluesmax meinte dazu: „Wir spielen nicht ein „Stückli“, wir spielen zwei!“
Das erste davon war ein mitreissendes Blues-Instrumental (siehe obiges Bild), welches zum Fusswippen animierte. Gekonnt hauten die beiden nochmals tüchtig in die Saiten, bei welchem ihr musikalisches Können ein weiteres Mal aufblitzte und liessen so einen herrlichen Geschichteabend mit Blues ausklingen. Es war wirklich toll!

Dabei muss ich dem Veranstalter, den Kellertheaterleuten, und den beiden Musikern ein grosses Kränzchen winden: Mit nur 25 Franken Eintritt war man dabei! Mit diesem Geld hätte man im Hallenstadion Zürich wohl nur eine Würstchenbude zu Gesicht bekommen…

feldwaldwiesenblogger

Nachtrag zu Helge Schneider’s neuem Film und eine Email an das Kino Muotathal

Mit Erstaunen nahm ich heute in einer Whatsapp-Gruppe zur Kenntnis, dass betreffs einer Schweizer Premiere des neuen Helge Schneider-Filmes „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ bereits angefragt wurde. Hugo Schelbert, ein aktives Mitglied der 3-Gang-Gäng, wollte bei den Verantwortlichen des Kino Muotathales wissen, ob es möglich sei, im Herbst eine Schweizer Premiere des Kultstreifens durchzuführen.
Kurz und knapp wurde ihm mitgeteilt:

Schade, schade! Trotzdem, „lugg la“, wie man bei uns im Muotathal sagt, tue ich nicht.

Deshalb schrieb ich ohne gross zu überlegen eine Email an die entsprechende Adresse:

Liebe Damen und Herren des Kinos und Theaters Muotathal

Ich habe mit Bedauern zur Kenntnis genommen, dass Sie Hugo Schelbert am 25. Juli eine Abfuhr betreffs einer Filmpremiere des neuen Helge Schneider-Filmes erteilt haben.

Ich gelange deshalb mit dem gleichen Anliegen an Sie, und frage Sie:
Wäre es nicht möglich, mal eine Ausnahme zu machen und trotz des Theaterbetriebes an einem aufführungsfreien Herbstabend ein Kinoabend mit der Premiere „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ anzubieten?
Wenn es nur um die Einrichtung und Kulisse geht, welche verschoben werden müsste, dann wären da sicher ein paar kräftige Hände von der 3-Gang-Gäng und ihren Kollegen vorhanden.
Zudem bin ich mir sicher, dass das Kino ordentlich gefüllt würde. Denn Helge Schneider besitzt in unserem Thal regelrechten Kultstatus.

Was meinen Sie? Geben Sie sich einen Ruck, und denken Sie auch an die einheimischen Kulturliebenden. Denn die auswärtigen Theaterbesucher kommen ja schon zur Genüge auf ihre Kosten, und ich sehe es nicht so gerne, wenn die Einheimischen hinten anstehen müssen und deswegen die Faust im Sack machen.

Hochachtungsvoll
feldwaldwiesenblogger

Wer weiss, vielleicht wird mein Appell ja erhört, und die 3-Gang-Gäng erhält ihre Helge-Premiere. Ich jedenfalls würde mich freuen, und das Datum sofort fett und rot in meine Agenda eintragen.

Besagter Hugo Schelbert war heute Vormittag so aufmerksam, und stellte den erwähnten Flyer vom alternativen Filmabend in die Whatsapp-Gruppe.

Besten Dank Hugo!
Wie man unschwer erkennen kann, war da ein grossartiger Grafiker am Werk und entwarf einen schönen „Handzettel“ zu dem Anlass im altehrwürdigen Pragelpass.

Übrigens: Zum ersten gezeigten Film, John Water’s „Polyester“, fand ich bei Google einen Link zu einem YOUTUBE-Filmchen mit dem vielsagenden Namen „Polyester (1981) Theatrical Trailer“:


(Filmquelle: http://www.youtube.com

Wie ich bereits heute Morgen bei meinem Blogeintrag vermutet habe: Bei diesem Film handelt es sich eindeutig um einen „Horror-Streifen“!

feldwaldwiesenblogger

Korrigenda in Sachen Schlatt-Lee und Special-Guest Richard Koechli

Viele haben gestern wohl voller Bestürzung zur Kenntnis genommen, dass der schon längst angekündigte Schlatt-Lee-Auftritt mit Special-Guest Richard Koechli jetzt bereits am 15. Oktober stattfinden soll:

Liebe Leute, dem ist nicht so! Wie ich schon x-mal in meinem Blog und noch weitere tausend Male fast jedem „Hagstud“ schon mitgeteilt habe: Unser Auftritt in der husky lodge findet defintiv am Freitag, 15. November statt!

Dem Schreiberling des Muotathaler Infoblattes, kurz „Monatsblättli“ genannt, ist ein Fehler unterlaufen. Ich habe dem guten Mann in meiner Email das Datum und den Anlass rot angestrichen. Nützte alles nichts, es kam trotzdem einen Monat zu früh.
Trotzdem sage ich voller Galgenhumor: Lieber zu früh als zu spät oder überhaupt nicht!

Aber: Ich bitte die Verantwortlichen des Verkehrsvereines Muotathal, in Zukunft ein Auge auf die Korrektheit der Eintragungen in unserem „Monatsblättli“ zu halten. Wie wäre es beispielsweise mit einem sogenannten Korrektor?
Laut Wikipedia ist ein Korrektoreine Person, die Druckvorlagen hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik, Typografie, Stil und sachlicher (jedoch nicht inhaltlicher) Richtigkeit überprüft und Fehler zur Korrektur anzeichnet. Er gehört verlagsorganisatorisch zur Setzerei, nicht zur Redaktion„.

feldwaldwiesenblogger

Helge Schneider’s neuer Film: „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“

Heute Morgen blätterte ich schon frühmorgens den noch nach Druckerschwärze riechenden „Boten“ durch. Dabei erguckte ich folgendes:


(Quelle: http://www.bote.ch)

Erst dachte ich, wow, da kommt ein neuer und spannender Thriller ins Kino. Beim zweiten Blick stellte ich enttäuscht fest: Es handelt sich hier „nur“ um einen neuen Helge Schneider-Film.

Da der „Blick von Schwyz“ dem deutschen Nonsens-Musiker und Filmemacher jedoch gleich eine ganze Seite samt Interview widmet, wurde ich erstens wach und zweitens hellhörig.

Der neue Helge Schneider Film trägt einen für ihn typischen Namen: „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“.

Das Interview, welches Olaf Neumann mit dem „Künstler“ Schneider führte, enthält ein paar sensationelle Müsterchen:
„Wie finden Sie sich selbst auf der Leinwand? – Also, ich finde mich eigentlich ganz hübsch.“
„Was treibt 00 Schneider an? Warum jagt er Verbrecher? – Er ist ein absoluter Nichtraucher! Der nichtrauchende Mensch gegenüber der rauchenden Gesellschaft.“

Und so weiter und so fort, ein Nonsens nach dem anderen. Köstlich. Aber lest selber:


(Quelle: http://www.bote.ch)

Ich bin ja alles andere als ein Helge Schneider-Kenner und Bekenner, wie beispielsweise Kollege W mit seiner 3-Gang-Gäng. Diese „Gäng“ verunstaltete nämlich letzten Freitag im altehrwürdigen Pragelpass zuhinderst im Muotathal einen alternativen Filmabend, mit eben einem „der alten Schinken“ von Helge Schneider. Den Filmnamen weiss ich nicht mehr, und den Flyer zu diesem Kulturschmaus landete (leider) bereits im runden Ordner. Dabei hätte ich ihn so gerne gezeigt… Asche über mein Haupt!

Als meine Wenigkeit am besagten letzten Freitagabend vor den Toren des Filmpalastes im Stalden aufkreuzte, wiesen mich zwei Security-„Schränke“ nett darauf hin, dass der Kinosaal bereits restlos ausverkauft sei. Enttäuscht ging ich von dannen und verdrosch hernach mein kleines Schlagzeuchen in Ibach, zusammen mit zwei „jammenden“ Musikkollegen (ja ja, Kollege K, so nennt man das halt in Musikerkreisen…).
Oder, nein, die Geschichte ging anders: Ich kreuzte erst gar nicht am Ort des Geschehens auf. Denn ich hatte eine Ausrede mit dem „Jammen“, wie der „Höllgröttler“ am Samstagmittag meinte.

Nichtsdestotrotz: Helge Schneider hat mich gleich dazu animiert, eine kleine Geschichte zu „spinnen“. Was davon stimmt, kann sich jeder wohl selber ausmalen. Aber: Die 3-Gang-Gäng gibt’s tatsächlich und sie liessen nebst einem anderen „Horror-Streifen“ tatsächlich einen „00 Schneider-Film“ laufen.


(Bildquelle: http://www.cinemaxx.de)

Eines ist aber gewiss: Da sich der „Bote“ schon um seine Leser bemüht und ihnen Schneider’s neuen Film in seinem „Südostschweiz-Teil“ schmackhaft macht, werde ich mir diesen Streifen auch reinziehen. Der Kinostart des „oskarverdächtigen“ Werkes soll im Oktober sein.

Trotzdem: Mit Grauen erinnere ich mich an alte Terror Geiss-Tage zurück, wo wir ab und zu nach einer Probe in der einzigen und wahren WG im Muotathal landeten, und einen Helge Schneider-Film guckten. Dabei schlief ich regelmässig ein…

Was aber so speziell an einem „00 Schneider“ sein soll, konnte mir Kollege W bis dato auch nicht erklären. Es muss etwas sein, von welchem ich bisher noch nichts spürte. Eine Art Erleuchtung, Eingebung oder dergleichen. Wie gesagt oder geschrieben: Mir blieb dieser Sinnesschmaus bisher verwehrt.
Aber wer weiss, vielleicht packt mich ja der neue Streifen…

Noch etwas zur Person Helge Schneider. Auf Wikipedia findet sich folgendes zu einer der aussergewöhnlichsten Erscheinungen Deutschlands: Helge Schneider

Auch bildlich tritt der Altmeister der Musik und des Films meist in „extremer“ Aufmachung auf:


(Bildquelle: de.wikipdedia.org)

Als Musiker schätze ich den Herrn Schneider schon seit einigen Jahren. Aufmerksam wurde ich einst bei einem „Wetten, dass..?“-Auftritt, als Helge seinen damaligen Hit „Katzenklo“ aufspielte.

(Filmquelle: http://www.youtube.com)

Ich kaufte mir auch ein oder zwei CD’s und fand ihn, wie gesagt, als Musiker absolut top und mit seiner Nonsens-Satire auch herrlich erfrischend. Da rumpelts, gurgelts, orgelts, jazzelts und fetzelts frisch-fröhlich an der aktuellen Musikströmung vorbei.
Das machte mir Eindruck, denn das Musikinstrumenten-Genie beherrscht sein Metier wie kein Zweiter. Mit Musik und Nonsens-Satire hat Schneider einen Kult-Ecken gefunden.

Mit seinen Filmen hingegen hatte ich immer Mühe, und fand sie meist auch „total daneben“. Für mich passen Helge’s Nonsens-Geschichten einfach wunderbar zu seiner Musik. Bei den Filmen ist dies einfach alles „too much“, zu viel. Da fehlt eine Basis, wo der Nonsens wachsen und gedeihen kann. In seiner gekonnten Musik hat dies Helge geschafft, bei seinen Filmen aber fehlt in meinen Augen das handwerkliche Geschick dazu.

Deshalb bin ich jetzt, dem „Boten“ sei für einmal Dank, gespannt auf den neuen „00 Schneider“-Film!

Dass Helge Schneider aber auch ganz anders kann, ja, sogar vernünftig diskutieren kann, entdeckte ich ebenfalls auf YOUTUBE. Bei einer ZDF-Talkrunde von Markus Lanz, welche am 26. April dieses Jahres über die Bühne ging, sprach Schneider für einmal völlig normal und ohne jeden Nonsens-Firlefanz. Der Musiker, Komiker und Filmemacher erklärte seine Sicht der Dinge über Steuerhinterziehung und deren Hinterziehern. Uli Hoeness beispielsweise bezeichnete er in jener Runde sogar als „Fettsack“! Helge Schneider darf das und ihm sei auch verziehen, denn er hat ja auch Recht. Aber seht selber:

(Filmquelle: http://www.youtube.com)

Zum Abschluss meiner Abhandlungen über und zum neuen Helge Schneider Film habe ich noch eine kleine Filmsequenz, auch aus der Wühl- und Rappelkiste YOUTUBE. Dieser Film wurde erst vor kurzem, am 12. August, auf YOUTUBE veröffentlicht, und trägt den Titel: „Helge Schneider Best of Blödeleien Teil 1“.
Vorhang auf und viel Spass!

(Filmquelle: http://www.youtube.com)

Am Ende des heutigen Blogeintrages habe ich noch einen Wunsch an die 3-Gang-Gäng aus dem Muotathal: Könnt ihr nicht die Schweizerpremiere des neuen Helge Schneider’s Streifen „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ in unser schönes Thal holen?
Diesmal liesse ich mir das „Filmereignis des Jahres“ nicht entgehen, hätte keine „jämmige“ Ausrede und würde die Security-„Schränke“ bestechen, bis ich in euren Filmpalast käme!

feldwaldwiesenblogger

Ueli Maurer’s starker Auftritt vor der UNO


(Quelle: http://www.20min.ch)

Als „Leviten lesen“, wie das 20 Minuten tituliert, würde ich das nicht unbedingt nennen. Ich bezeichne das viel lieber als Realpolitik mit gesundem Menschenverstand. Dies zeigte uns Bundespräsident Ueli Maurer nämlich dieses Jahr, in seinem Präsidialjahr, schon öfters.
Zudem habe ich den Eindruck, dass sich Maurer nun endgültig von seiner Partei SVP emanzipiert hat, und sehr wohl seine eigene Meinung staatsmännisch vertritt und auch vorbringt. Wie letzte Nacht bei seinem starken Auftritt an der 68. UNO-Vollversammlung in New York.


(Quelle: http://www.20min.ch)

Dabei richtete Bundesrat Maurer auch klare Kritik an die Machtpolitik der grossen Länder. Diese Tendenz „stört“ ihn, und er glaubt, dass „Nationen frei sein sollten, ihren eigenen Weg zu wählen, solange sie die Regeln der friedlichen Koexistenz respektierten.“ Dem gibt es wahrlich nichts entgegen zu setzen!
Weiter kam er auf die Situation in Syrien zu sprechen, die „untolerierbar geworden sei“. Maurer meinte weiter, dass der Internationale Strafgerichtshof ICC mit einer Untersuchung beauftragt werden soll, den Giftgas-Einsatz zu untersuchen. Auch ganz meine Meinung, denn in diesem Fall deutet vieles ganz klar auf Völkermord hin.


(Quelle: http://www.20min.ch)

Klug und clever kritisierte er zudem die UNO: „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine allgegenwärtige Bürokratie daran arbeitet, eine isolierte Parallelwelt zu entwerfen“.
Vergessen ist die Blick-Schlammschlacht um unseren Vorfahren, dem „Aff“. Brilliant und mit gekonnten Worten zeichnete sich unser Verteidigungsminister aus, und getraute sich vor den Vereinten Nationen was.

So gefällt mir Ueli Maurer, wie er mit schweizerischem Selbstvertrauen grosse Mächte, aber auch die UNO kritisiert. Unser neutrales Land darf das. Denn schon oft vermittelte die Schweiz im Auftrag der UNO in einem Konflikt und ist deshalb im Staatenbund ebenso wichtig wie die Grossmächte USA, Russland, China oder Deutschland.

Überhaupt: Mit der „Polteri“-Politik von einst ist schon lange Schluss bei Maurer. Einst als „Zweitbester der SVP“ zum Bundesrat gewählt, hat Ueli Maurer enorm an Format gewonnen und in meinen Augen den SVP-Übervater Christoph Blocher schon längst in den Schatten gestellt.
Man nennt das übrigens auch Realpolitik, mit einer gehörigen Portion gesundem Menschenverstand, wie eingangs schon mal erwähnt.

In vergangenen Jahren habe ich Ueli Maurer oft auch kritisiert. Das werde ich auch weiterhin ab und zu tun. Denn beispielsweise beim Gripen-Geschäft habe ich das Heu nicht auf dem gleichen Boden wie der SVP-Bundesrat.
Was bei mir aber im Verlauf der Jahre gewachsen ist, ist die Symphatie und der Respekt vor dem Menschen, Politiker und Bundesrat Ueli Maurer. Ich habe ihm deshalb schon letztes Jahr mal einen ganzen Blogbeitrag gewidmet: Das Ueli Maurer-Special
Diese Ehre wird nur sehr wenigen zuteil. Klar, es handelt sich hier um eine „feldwaldwiesenblogger-Satire“ über Maurer. Aber, wie gesagt, ich sehe die Dinge nicht immer so „bierernst“ und weiss die Taten von unserem Verteidigungsminister sehr wohl zu schätzen.

Auch habe ich heute meinen eigenen Blog mit „Ueli Maurer“ abgesucht, und kam auf sage und schreibe 26 Blogbeiträge. Beiträge, in welchen ich den momentanen Bundespräsidenten mindestens einmal erwähnt habe.
Als ersten Beitrag mit der Erwähnung von „Ueli Maurer“ fand ich einen Eintrag vom 11. Oktober 2007, mit dem schönen Titel: Ein Grüne Bundesrätin?
Schmunzelnd las ich meine eigenen Zeilen und erblickte die damalige berufliche Betätigung von Maurer: Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes.

Wenn ich meine eigenen Beiträge, in diesem Fall jene über Ueli Maurer, überfliege, bekomme ich den Eindruck, dass ich mit meinem Blog zusammen erwachsener geworden bin.
Mir ist heute viel weniger danach, jemanden einfach so mir nichts dir nichts mit grober „feldwaldwiesenblogger-Satire“ einzudecken. Dies muss sich, wenn schon dann schon, jemand auch „ordentlich verdienen“.
Aber keine Angst, liebe Leserinnen und Leser, ganz darauf verzichten will und kann ich nicht. Zu gerne wende ich meine (gefürchtete) „feldwaldwiesenblogger-Satire“ an. Diesen Ausdruck habe ich übrigens heute einfach mal so erfunden, viel etwas Schlaueres fiel mir diesbezüglich nicht ein.


(Quelle: http://www.20min.ch)

Ich habe aber noch nicht fertig mit Ueli Maurer! Zu schön waren die Worte vom SVP-Bundesrat über den „mächtigsten Mann“ der Welt, US-Präsident Barack Obama. Er meinte in New York: „Er wurde mir geschildert als einer, der alles von den Telepromptern abliest. Diesen Eindruck hatte ich nicht, er trat sehr locker auf.“
Wenn man über diese Worte nachdenkt, erkennt man irgendwie die kleine Schweiz und die nicht viel grösseren Bundesräte. Einen Obama kommen auch unsere Bundesräte nur ganz selten zu Gesicht, und wenn, dann meist nur zu einem kurzen „Handshake“. Deshalb erging es Ueli Maurer wohl wie einem normalen Schweizer Bürger: Er kannte die Gepflogenheiten vom US-Präsidenten auch nur vom Hören sagen.
Übirgens: Diese Aussage brachte bei mir einen weiteren Symphathiepunkt für Maurer ein!

So darf man mit Fug und Recht behaupten, dass unser Bundespräsident gestern einen starken Auftritt vor der UNO hinlegte, und hoffentlich auch einen starken Eindruck hinterliess.


(Bildquelle: de.wikipedia.org)

Ähnliches darf man auch vom neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani behaupten, welcher sich anders als sein vorlauter und agressiver Vorgänger Ahmadinedschad, versöhnlich vor der UNO zeigte. Dieser Mann tritt nicht nur rhetorisch völlig vernünftig auf, auch seine Absichten scheinen ehrlich und dialogsuchend zu sein.
Was ihn und die iranische Delegation zudem auszeichnete, ist auch ihr Verhalten in New York. Nach jahrelanger Isolation durch die UNO und die USA scheint sich nun eine Entspannung abzuzeichnen.
Auf einen „Handshake“ mit Obama verzichtete Rohani aber bewusst, weil sehr viel Geschirr zwischen diesen Ländern zerbrochen ist und es daher noch zu früh ist, auf übermässige „Gute Laune“ zu machen. Wirklich stark!

Solche starken Auftritte und Gesten wie von Bundespräsident Ueli Maurer und Irans Präsident Hassan Rohani machen mir Eindruck. Die beiden Männer bewiesen viel Mut, vor die Vereinten Mächte vorzutreten und klipp und klar ihre Standpunkte vorzutragen. Dabei zeigten beide vor den Grossmächten, allen voran den USA, Respekt, verfielen aber nicht gleich in eine Schockstarre. Viel mehr wagten sie sogar Kritik oder blieben nach jahrelanger Eiszeit noch etwas auf Distanz.

Ich wünsche mir viel mehr Staatsmänner von dieser Sorte, „die das Füdlä haben“ ehrlich, geradlinig und voller Respekt den anderen ihre Standpunkte zu erklären.
Für die Deutschen und Österreicher unter meinen Lesern: „die das Füdlä haben“ ist ein Dialektausdruck in der Schweiz und bedeutet so viel wie „Mut für etwas aufbringen“.

feldwaldwiesenblogger

Abstimmungsnachlese: Wann kommt das Verhüllungsverbot für die ganze Schweiz?

Kaum standen die amtlichen Ergebnisse am Sonntag fest, kümmerte sich die Schweiz nur noch um ein einziges Abstimmungsergebnis: Das mit 65% angenommene Verhüllungsverbot im Kanton Tessin.

Das Beste aber daran ist: Bund und Parlament müssen erst prüfen, ob sich das mit der Antirassismus-Norm verträgt, respektive auch rechtsgültig ist!
Dabei gibt es solche Verbote in den beiden EU-Staaten Frankreich und Belgien schon…

Was mich gestern Morgen aber erzürnte, war Mona Vetsch’s loses Mundwerk auf SRF 3. Sinngemäss meinte sie, dass die Schweiz, in diesem Fall unsere Sonnenstube, wieder mal in ein Fettnäpfchen getreten ist, und wieder für Aufruhr in den Islamländern sorgen wird.
So ein Blödsinn, Frau Vetsch, schämen Sie sich!

Mir muss kein Linker und Netter erzählen, dass wir Schweizer uns „schlimm“ gegenüber den Islam-Gläubigen verhalten!
Was machen diese religiösen Fanatiker in ihren Ländern? Sie verfolgen Andersgläubige wie Christen und zünden gar ihre Kirchen an.
Leute, Leute, mir muss auch keiner was erzählen von Toleranz! Ich bin nicht blöd und sehe und lese auch, was in diesen Ländern vorgeht.

Der Witz am Ganzen ist aber: Die wirklich vernünftigen Muslime sind längst schon aus ihren Ländern abgehauen, und halten sich in Westeuropa auf. Auch bei uns. Warum wohl?


(Quelle: http://www.bote.ch)

Auch den Menschen ennet dem Gotthard brennt die gleiche Frage wie der Tessiner Bevölkerung unter den Fingernägeln: Wieso muss sich jemand komplett verhüllen?
Das ist doch total menschenunwürdig und frauenverachtend, wie selbst Christophe Darbellay (CVP-Parteipräsident) meint.

Das Total-verschleierte, eben so eine Burka, macht den Menschen hierzulande einfach Angst. Auch wenn im Kanton Tessin wahrscheinlich nur „gefühlte“ drei Frauen so rumlaufen: Es geht ums Prinzip!
Zudem leben wir hier in der Schweiz, und da gelten andere Gesetze. Nämlich nicht so menschenverachtende wie in den Islamländern. Hier dürfen die Frauen ihr Gesicht zeigen, und sind auf dem besten Weg, endlich gleichberechtigt mit den Männern gestellt zu werden.

Frau Vetsch, haben sie sich mal überlegt, dass kein Verbot dieser Burkas ein gehöriger Rückschritt in der Gleichberechtigungsfrage ist. Wir hätten in unserem Land eine sogenannte Parallel-Gesellschaft mit Muslimen, in welcher die Frauen geradeheraus gesagt, fast nichts wert sind: Verschleiert und verhüllt sind sie dem Manne untertan.
Das könnt ihr linken und netten Zeitgenossen doch nicht wirklich wollen, oder?

Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich ein lieber Zeitgenosse bin. Ich wäre der Letzte, der Andersdenkenden ihren Glauben verbieten lassen möchte. Ich bin sogar so liberal, dass ich den Musliminnen ihre Kopftücher lassen würde. Wen soll das bitte schön stören? Viele, vor allem junge Männer, laufen auch mit Baseball-Mützen rum…
Zudem trage ich zum Zeichen meines Glaubens auch ein Kreuz am Hals.
Aber bei gewissen Dingen gibt es in unserer Schweiz einfach Grenzen, vor allem wenn es um Menschenverachtung geht!

Zudem meine ich mich zu entsinnen, gelesen zu haben, dass anno dazumal der Prophet Mohammed gar nie von einer Verschleierung der Frauen gesprochen hat. Diese Unverschämtheit führten zu einem viel späteren Zeitpunkt irgendwelche patriarchalischen und egoistische Bärte ein.
Dies ist etwa vergleichbar mit Unsitten in der römisch katholischen Kirche, wie Messen in Latein zu halten und den Rücken der Priester gegen die Gläubigen zu halten.

Das sind alles von Menschen verfügte Gesetze oder Gebote, ohne irgendwelche Grundlage in Koran oder Bibel. Solche Dinge müssen einfach nicht sein, und gehören abgeschafft.
Wenn’s denn halt nicht anders geht, und die Herren Islamisten nicht vernünftig werden wollen, muss ein Verbot her.

Zudem: Ich würde diesbezüglich sogar noch einen Schritt weitergehen. Ein Verhüllungsverbot soll in jedem Fall (ausser während der Fasnacht) durchgesetzt werden. Auch vermummte Hooligans an Fussball- oder Eishockey-Spielen und vermummte Demonstranten soll es in Zukunft nicht mehr geben!

Die SVP hat laut Medien mit ihrem „Experten“ Walter Wobmann eine Initiative am Laufen, die der Verhüllung den Garaus machen soll. Walter Wobman, da klingelt’s doch irgendwo, gell? Das ist der Herr mit der „Minarett-Inititative“. Die Schweiz existiert übrigens seit der Annahme jener Initiative immer noch…

Dank dem Verhüllungsverbot, über das wir hoffentlich bald abstimmen dürfen, sollen sich alle ohne Scheu und Furcht ins Antlitz blicken dürfen. Dafür sprechen auch zwei weitere Gründe:
Erstens möchte ich gerne in die Gesichter der hübschen Musliminnen blicken dürfen.
Zweitens wären gewisse Hooligans und Demonstranten ohne Vermummung sooo klein (!) mit (und ohne) Hut.

Also, Bundesrat und Parlament, was soll denn da so verfassungswidrig sein, an einem Verhüllungsverbot? Lest doch noch mal meine obigen Argumente durch, und gut ist!

feldwaldwiesenblogger

Angela Merkel oder Papst Franziskus?

Wo würde ich lieber Schlagzeug spielen: Bei der bald neuen alten Kanzlerin Angela Merkel?


(Bildquelle: http://www.nzz.ch)

Oder bei Papst Franziskus im Vatikan?


(Bildquelle: blog.zdf.de)

Die Antwort kann ich sofort liefern: Natürlich bei Papst Franziskus!

Oder anders gefragt: Mit wem würde ich gerne mal eine Stunde diskutieren dürfen? Natürlich auch mit dem römisch katholischen Kirchenoberhaupt.

Angela Merkel oder Papst Franziskus: Mit welchem von beiden möchte ich gerne mal nur „einen trinken“ gehen? Jaja, ihr ahnt es: Auch wieder mit dem Papst.

Dieses Fragespielchen könnte ich noch weiterspinnen, bis mir die Fragen ausgingen. Ich lasse es hier aber gut sein.

Wieso stelle ich mir aber gerade heute diese Frage? Ganz einfach: Beide stehen heute im Fokus der Welt-Medien und somit der Menschheit. Ich habe mit voller Absicht nicht Peer Steinbrück, der Kanzlerkandidat der SPD, mit Angela Merkel vergleichen wollen.
Denn erstens habe ich den deutschen Wahlkampf mit meinem Blogbeitrag: „Wen würde ich in Deutschland wählen: Mutti oder Peitschen-Peer?“ abgehandelt. Und zweitens kann ich mit der Person und dem Mensch Steinbrück rein nichts anfangen. Alles was der rauslabbert ist unglaubwürdig, eklig und klebrig. Wenn man ihn bei seinen Wahlkampfreden genau beobachtet, fällt auf, dass er seinen eigenen Worten kaum oder gar nicht traut. So einer ist das halt, der Norddeutsche, der meinte, der Schweiz das Fürchten beibringen zu müssen.

Meine Güte, ich bin schon wieder bös abgeschweift. Eigentlich wollte ich ja erklären, wieso ich Papst Franziskus in (fast) allen Belangen einfach die interessantere Person finde, als Frau Angela Merkel.

Lest zunächst den Kommentar der heutigen Schwyzer Zeitung zur Personalie Papst Franziskus:


(Quelle: http://www.schwyzerzeitung.ch)

Dominik Straub brachte es voll und ganz auf den Punkt, nicht wahr!
Wir erleben zurzeit einen Papst, der nicht idealer der gute Hirte unserer Kirche, der römisch katholischen, sein könnte. Der Mann hat in meinen Augen so viel Charisma, wie wahrscheinlich die letzten vier Päpste zusammen. Mal abgesehen von Papst Johannes Paul I., welcher leider schon nach gut dreissig Tagen im Amt verstarb.

Endlich haben wir einen wirklichen Nachfolger von Petrus, der es auch verdient so genannt zu werden. Denn dieser Geistliche schafft es, die verknöcherte Kurie von einst völlig vergessen zu machen. Er zündete in mir wieder eine Flamme, welche meinen Glauben an Jesus Christus wieder neu auflodern liess.

Endlich haben wir einen Papst, der der Kirche neues Leben einhaucht. Der die Menschen so nimmt, wie sie sind, mit all ihren Fehlern und Verfehlungen.

Papst Franziskus schaffte es eigentlich schon bei seinem Amtsantritt, als er nach dem Verströmen des weissen Rauches auf den Balkon trat und in die Menschenmenge lächelte. Schon hier wusste ich: Dieser Mann ist es!

Bei unserem Bischof Huonder, der sich so benimmt, dass man am liebsten aus der Kirche austreten würde, spüre ich null Feeling eines guten Hirten. Dieser verströmt vielmehr den Spirit eines bünzligen und sturen Buchhalters, der auf seinen Paragrafen und Standpunkten rumreitet: Das und das darf man, dies und jenes führt dich gleich ins Verderben. Judihui, mit so einem hat die Kirche einfach von Anfang an keine Chance, geschweige denn eine Zukunft.

Papst Franziskus ist hingegen voller Güte, Barmherzigkeit und Weitsicht. Er verströmt einfach den guten Geist von Jesus Christus. Bei ihm sind mir die Kirchengesetze so was von egal, denn sie rücken einfach in den Hintergrund. Weil er genau den Knopf drückte, denn so viele Christen sich lange erhofften.
Den Knopf des wahren Glaubens, welcher „die Herzen der Menschen erwärmen kann“.

Ob arm-reich, jung-alt, dick-dünn, gesund-krank: Papst Franziskus ist ein guter Hirte für alle.
Wenn unser neues Oberhaupt nur das schafft, was er bei mir schon erreichte, nämlich den Glauben an Jesus Christus wieder neu entfachen, dann hat das Christentum schon gewonnen.

Mir ist auch klar, dass die Menschen in Syrien momentan ganz andere Probleme haben, als sich Gedanken über den neuen Papst zu machen. Dennoch glaube ich, dass er den Menschen dort mit seinem Charisma auch eine kleine Hoffnung ist und sein kann.

Zum Schluss noch ein Wort zu Angela Merkel: „Die Frau ist natürlich schon Recht“, wie wir in der Schweiz zu sagen pflegen. Sie wirkt für mich einfach ein wenig langweilig und spiessig. Trotzdem glaube ich, dass sie momentan einfach die beste Wahl für das Kanzleramt im grossen Kanton ist. Deutschland weist viele grössere und kleinere „Baustellen“ auf, sowohl innenpolitisch wie aussenpolitisch. Frau Merkel hat aber in der Vergangenheit bewiesen, dass sie mit ihrer ruhigen, sachlichen und bescheidenen Art die Dingee anpacken kann. Sie wirkt vertrauenswürdig und macht ihren Job in meinen Augen gut.

Was ich aber zu allerletzt noch los werden will: Weder Papst Franziskus noch Angela Merkel können alleine ihre „Schäfchen“ hüten und führen. Da steckt hinter beiden ein Riesenheer an emsigen Köpfen und Händen, welche jeder mit seinem kleinen Anteil zum grossen Ganzen beiträgt.
Der Job der „Chefs“ ist es, die Mitarbeiter und das Volk bei Laune zu halten. Sie zu motivieren und ihnen den Glauben vermitteln: Jeder ist wichtig in einer Gemeinschaft von Menschen!

feldwaldwiesenblogger

Habemus Pop

Vorgestern wurde ich via Twitter von Habemus Pop angeschrieben: „Lieber Feldwaldwiesenblogger, vielen Dank fürs followen. Wir sind uns ja als feldwaldundwiesenrapper gar nicht so unterschiedlich… Schau dir doch mal unser Video an. Ein ironisches Lied über die schönste Limmatstadt der Welt.“

Und tatsächlich: Mein Blogger-Pseudonym „feldwaldwiesenblogger“ animierte gewisse Rapper zu „feldwaldwundwiesenrapper“ – Habemus Pop mit „Züristyle“ ist das Ergebnis.

Neugierig googelte ich die mir unbekannten Rapper. “Züristyle isch ä no geil” bloggt Marco Durrer auf www.78s.ch
Als Einleitung zu seinem Beitrag schreibt Durrer: „Darauf hat die Welt gewartet: Habemus Pop! Ausgerechnet ein Berner namens Zwingli räppt den Züristyle und beschert der weltschönsten Limmatstadt eine neue Hymne.“

Habemus Pop „zwitscherten“ mir weiter zu: „… wenn es dir gefällt, dann würden wir uns freuen, wenn du uns unterstützen würdest und uns zwitscherst oder bloggst. Es wär uns eine Ehre.“
Soso, gewissen Leuten ist es also schon eine „Ehre“, wen ich über sie blogge oder twittere. Das freut natürlich mein feldwaldwiesenblogger-Herz!

„Züristyle“, ein ironisches Lied über das schöne Zürich, gefällt mir, und bringt mich auch zum Schmunzeln. So wie gewisse Leute wohl auch schmunzeln wenn sie meine Texte lesen, geschieht das beim Hören und sehen des Rapsongs von Habemus Pop. In diesem Sinne sind wir uns wahrscheinlich sehr ähnlich, eben „feldwaldundwiesendinger“.

Habemus Pop und auch ich nehmen sich nicht allzu ernst, und rappen oder schreiben hemdsärmlig über Dinge. die uns grad beschäftigen. Wir zwinkern öfters mit beiden Augen und sehen die Dinge nicht so „bierernst“ wie gewisse Leute. Dennoch scheint mir auch bei Habemus Pop, dass es nicht ihr Ziel ist, die Dinge über die sie rappen, durch den Kakao zu ziehen.

Wer aber sind Habemus Pop?
Der von ihnen geschickte facebook-Link kann ich nur zu einem Teil öffnen, da ich nicht (mehr) bei facebook bin. Weiteres Google-Durchsuchen brachte mich wieder auf den oben erwähnten „www.78s.ch“-Blog. Eine eigene Homepage scheint die Rap-Formation noch nicht zu haben.
Was ich aber zu den Jungs noch fand, war ein Mx3-Link. Dort finden sich diverse Infos, so zum Beispiel auch eine Biografie, welche ich auch beim facebook-Link fand. Habemus Pop sind also ein Duo, bestehend aus dem Findelkind Herr Zwingli, welcher in einem Korb die Limmat hinunter trieb, und Herr Zähringer. Herr Zähringer brachte den Herr Zwingli kurz vor seinem 40. Geburtstag auf die schiefe Bahn der Popmusik.


(Bildquelle: http://www.78s.ch)

Auf Mx3.ch, dem Swiss Music Portal, ist das Duo seit einem Monat angemeldet. Wir haben’s hier also mit absoluten „Frischlingen“ zu tun. Da scheint’s erst die Debut-Single „Züristyle“ zu geben, dazu ein Radiointerview auf Radio Rabe.

Was mir auch gut gefällt ist ihr witziges Logo:


(Bildquelle: habemuspop.bandcamp.com)

Hinter der Bildquelle entdeckt man die Lyrics zu ihrem Debut-Song. Beim Anklicken von habemuspop.bandcamp.com kann man den zynisch-ironischen Text nachlesen, welchen man vielleicht beim Anhören des Songs teilweise nicht richtig verstanden hat.
Unterhalb des Textes findet man auch den Verfasser der Lyrics und den „Vocalist“, Alain Messerli. Ist Herr Zwingli also Alain Messerli? Und der mit dem Bass auf dem Foto ist in dem Fall Urs Widmer, alias Herr Zähringer?
Zu Habemus Pop scheinen auch die Backing-„Vocalistin“ Britta Roth zu gehören, und wohl auch der Producer Daniel Lozano.
Der Release von „Züristyle“ erfolgte laut Angabe zudem am 7. August 2013. Wir haben’s hier nicht nur mit einer neuen Band zu tun, sondern auch mit einem brandneuen Song. Wobei Band: Spricht man bei Rappern auch von „Band“?

Ich muss ehrlich gestehen: Rap ist sonst nicht so mein Ding. Steckt aber keine verherrlichte Gewalt sowie irgendwelcher Kommerzschei** dahinter, stattdessen aber ein cooler Text und eine passable Melodie, so werde ich auch aufmerksam darauf.
Hier ein Text-Auszug von „Züristyle“, welcher mir besonders gut gefällt:

Woni Basel bastlet han, isch mir alles i d’Hose
Bern hani schnäll i de Znünipause gmacht
Woni Genf gschaffe, hani sälber glacht.
Aber z’Züri isch mir eifach alles glunge
Won ich’s gschafft han, han ich Halleluja gsunge

Ich finde, Habemus Pop haben etwas. Sie wirken für mich erfrischend, witzig, herrlich zynisch-ironisch und nehmen sich typischerweise für „feldwaldundwiesendinger“ wie sie und ich es sind, nicht allzu ernst.
Meine Wenigkeit, dem nun die „Ehre“ zustand, den Habemus Pop ein kleiner Beitrag zu widmen, findet, dass sie das Zeug dazu haben, sich im Schweizer Musikbusiness ihren Platz zu erobern.
Macht’s gut Jungs!


Usum Chäs-Chessi:

Folgender Leserbrief weckte heute Morgen meine Aufmerksamkeit:


(Quelle: http://www.bote.ch)

feldwaldwiesenblogger’s Kommentar: Ich boykottiere sowieso meist die Durchfahrt durch Schwyz. Wegen irgendwelchen Veranstaltungen und Märkten ist für uns Muotathaler je länger je mehr Schluss beim „Sonnenplätzli“. Zum Glück wird das schon seit Jahren beim Abzweiger den Grund hinunter signalisiert, damit man nicht „vergebens“ zum Verbotsschild fährt. Die klugen Strassenmänner von Schwyz nehmen die erwähnte Signalisationstafel schon gar nicht mehr weg. Sie müssen sie nur jeweils umdrehen.

Sollen sie doch von mir aus den Hauptplatz begrünen, wie Adi Gwerder schreibt, und die Signalisationstafel immer auf „Durchfahrt verboten!“ lassen.

Die „Aristokraten von Schwyz“, wie sie die alten Muotathaler gerne nannten, haben die „armen Buurli“ aus dem Muotathal halt nicht (immer) so gerne. Wir sie aber auch nicht (immer).

feldwaldwiesenblogger

Silvia Götschi: Das Hochzeitsgeschenk

Gestern erhielt ich unverhofft elektronische Post von meiner ersten Carte Blanche-Verfasserin, Silvia Götschi:

Hoi feldwaldwiesenblogger

Versunken in meiner Arbeit, bin ich zwischendurch mal wieder auf Deinen Blog gestossen.

Hast Du noch Interesse an einer neuen Geschichte?

Bei mir tut sich nämlich etwas.

Der deutsche Grossverlag Emons hat mich unter Vertrag genommen. Jetzt schreibe ich einen Bündner Krimi, heißt, ich habe ihn bereits fertig geschrieben. Er wird im März 2014 erscheinen.

In drei Wochen kommt nun endlich KÜNSTLERPECH – Kramers dritter Fall auf den Markt.

Lieben Gruss
Silvia

Ich antwortete ihr:

Hallo Silvia

Wauw, das tönt ja mega! Ich freue mich für dich. Als begeisterter Krimileser warte ich gespannt auf deine neuen Bücher.
Und natürlich habe ich immer Interesse an Geschichten von dir! Du kannst gerne wieder einen Carte Blanche-Beitrag für meinen Blog zusammenstellen, so wie’s dir grad beliebt.

Leider hat neben dir erst ein Herr noch angebissen, und mir einen Carte Blanche-Beitrag für den Blog zugestellt. Aber es schreiben halt nicht alle so gerne wie du und ich. Jä nu … 🙂

Ich freue mich auf eine neue Geschichte von dir!

Liebe Grüsse
feldwaldwiesenblogger

Eine Stunde und 13 Minuten später kam wieder eine Email von Silvia Götschi:

Anbei eine Geschichte, die ich mal für eine Anthologie geschrieben habe, die bis jetzt aber in keinem Buch zu finden ist.
Vielleicht ist sie etwas für Dich.
Einen schönen Nachmittag und lieben Gruss
Silvia

Aufmerksam las ich die Kurzgeschichte durch. Atemlos nahm ich hernach zur Kenntnis: Natürlich war die Geschichte etwas für mich, einer kleinen (Krimi-)Leseratte. Sie fesselte mich nämlich von Anfang an, Götschi’s Text mit dem Titel „Das Hochzeitsgeschenk“.
Ohne zu überlegen wusste ich gleich: Diese Geschichte ist auch für euch, liebe Leserinnen und Leser, etwas!

Zur Kurzgeschichte schickte Götschi auch noch ein wunderschönes Bild mit.

Vorhang auf für den zweiten Carte Blanche-Beitrag von Silvia Götschi:

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DAS HOCHZEITSGESCHENK

Das Unglück geschah am 30. Dezember, genauer gesagt in der Nacht, bevor Roger Tanner zusammen mit seiner Frau vom Aufenthalt auf den Malediven in die Schweiz zurückflog.
Sie hatten in aller Stille geheiratet und daraufhin ihre Flitterwochen auf einer Ferieninsel im Indischen Ozean gebucht. Es war der letzte Abend, und der sollte etwas ganz Besonderes werden. Gabrielas Geschenk an ihren Mann, der sich nichts Sehnlicheres wünschte, als diese letzte Nacht ihrer Hochzeitsreise auf hoher See zu verbringen. Ein bisschen feiern und danach schwimmen.
Mit solchen verrückten Ideen hatte man Tanner schon immer begeistern können. Er war ein Abenteurer, ein Robinson Crusoe des 21. Jahrhunderts. Er riskierte oft sein Leben und war da anzutreffen, wo man sich durch Wildwasserschluchten treiben liess und sich an Seilen in die Tiefe stürzte. Er liebte das Extreme, kannte weder Angst noch Gefahren.
Gabriela hingegen war die scheue kleine Frau, die Nachtschwester in der Kinderklinik. Die zierliche Muse, die liebend gern Geschichten erfand und sie ihren kranken Sprösslingen erzählte. Keiner ihrer Freunde hatte damit gerechnet, dass sich diese beiden Gegensätze einmal gegenseitig ausziehen würden.
Tanner wusste, dass sich Gabriela vor dem Wasser fürchtete und dass es sie Überwindung kostete, aufs Meer hinauszufahren, dass die Angst um ihn sie stets begleitete. Umso mehr freute er sich, als sie mit einem Korb voller exotischer Früchte und einer Flasche Champagner am Ufer stand und auf ihn wartete. Sie schien wirklich motiviert zu sein.
Die letzten Sonnenstrahlen ergossen sich über das Meer. Im fahlen Licht der Abenddämmerung gingen Tanners über den warmen Sand zur Bucht, wo ein Segelboot vor Anker lag. Die Wetterverhältnisse hätten idealer nicht sein können, als sie in die offene See hinausfuhren.
Später sassen sie nebeneinander. Schweigend sahen sie in die einbrechende Nacht hinaus.
In der Zwischenzeit war Wind aufgekommen. Er stiess seinen lauen Atem in die gehissten Segel wie ein unsichtbarer Blasebalg und trieb das Schiff nun zügig voran.
„Siehst du dieses Licht in den Wellen?“, fragte Gabriela nach einer Weile. Sie hatte ihren Blick auf das dunkle Wasser gerichtet. „Was ist das?“
„Vielleicht spiegelt sich der Mond darin.“ Tanner zog seine Frau liebevoll an seine Seite.
„Ich sehe aber keinen Mond.“ Gabriela war mit seiner Antwort nicht zufrieden. Neugierig lehnte sie über die Schiffsbrüstung. Ein Blick zum Bug, der die Wellen brach.
Plötzlich waren diese glitzernden Lichtkügelchen überall, leuchtenden Edelsteinen gleich, die in der Gischt auseinanderstieben. Gabriela erhob sich und ging mit schaukelnden Schritten nach hinten zu den beiden Männern, die sie begleiteten und fragte sie, was diese sonderbaren Reflexe auf dem Wasser bedeuteten.
„Das sind Allahs Diamanten“, sagte einer der beiden. „Wenn man sie aus dem Wasser nehmen will, verschwinden sie. Magische Diamanten, die uns an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnern sollen.“
Kopfschüttelnd kehrte Gabriela zu Tanner zurück. Er beruhigte sie. „Auch die Inselbewohner haben so ihre Geschichten. Das ist Plankton“, erklärte er. „Wenn es nachts an die Oberfläche kommt, phosphoresziert es, und das glitzert dann so.“
Tanners Pragmatik bewirkte, dass das schöne Märchen mit einem Schlag zu Ende war. Gabriela lehnte sich seufzend wieder über den Schiffsrand. Die Diamanten waren verschwunden.
Sie fuhren eine Weile. Das Boot glitt leise. Die Segel lagen gut im Wind.
„Wollen wir auf unser Glück anstossen?“ Tanner war aufgestanden und angelte den mitgebrachten Korb an seine Seite. Er entnahm ihm die Flasche mit dem Champagner. Gabriela naschte von den tropischen Früchten.
„Auf unsere Zukunft“, sagte sie, „auf dass wir uns in unseren Wesen näher kommen.“ Sie ergriff Tanner mit beiden Armen und zog ihn zu sich. „Ich habe heute meinen ersten Schritt getan. Ich musste mich überwinden mitzukommen, weil ich auf solchen Ausflügen immer seekrank werde.“
Tanner sprang auf und bat die beiden Schiffseigner die Segel einzuziehen. Sie waren jetzt eine ziemliche Strecke von der Insel entfernt. „Machen wir also eine Rast. Trinken wir auf meine mutige Frau!“
Gabriela holte zwei Gläser hervor. Tanner goss den sprudelnden Champagner ein. Dann sassen sie nebeneinander, tranken und blickten in das sternenübersäte Firmament über ihnen. Sie glaubten, Kometen zu sehen und flüsterten sich gegenseitig ihre Wünsche ins Ohr.
Später tauschte Tanner seine Kleider gegen eine Badehose ein.
„Ich gehe jetzt schwimmen“, sagte er zu seiner Frau. „Ich weiss, du wirst mich für verrückt halten, aber ich kann es einfach nicht sein lassen.“
Mit einem galanten Schwung über die Bordwand sprang Tanner ins Wasser. Es gab ein platschendes Geräusch. Er tauchte kurz unter, kam prustend wieder hoch.
„Herrlich!“, rief er und winkte Gabriela euphorisch zu.
Später lag er auf dem Rücken und liess sich treiben. Der Himmel über ihm spannte sich wie ein Bogen voller Sterne. In solchen Momenten kam sich selbst ein Roger Tanner klein vor.
Nach einer Weile drehte er sich auf den Bauch und schwamm mit kräftigen Zügen weiter hinaus. Er war ein guter Schwimmer. Er hatte sogar das Brevet im Rettungsschwimmen gemacht und an den Wochenenden im Hochsommer aushilfsmässig als Bademeister im Freibad gearbeitet. Er dachte nichts Böses, als er plötzlich eine Bewegung im Wasser vor sich wahrnahm. Vielleicht ein Fisch, der an die Oberfläche gekommen war, um sich eine Mücke zu schnappen oder sonst etwas. Tanner verharrte ruhig und liess sich wieder rücklings auf den Wellen treiben.
Auf einmal spürte etwas an seinem rechten Fuss. Ob der Fisch zurückgekehrt war? Er ignorierte ihn. Doch das Fremde berührte ihn wieder. Am Oberschenkel, an den Lenden, am Bauch.
Haie!, durchfuhr es Tanner. Sein Herz schlug heftig gegen die Rippen. Kaltes Grauen durchfuhr ihn. Aber er behielt tapfer einen klaren Kopf. Schliesslich hatte er das Verhalten in Notsituationen gelernt. Sei kein Feigling, schalt er sich selber und schlug den Weg in Richtung Schiff ein. Der Hai schien ihn zu verfolgen. Wieder streifte er ihn, diesmal an beiden Füssen, kalt und grausam. Panik ergriff Tanner. Eine Angst, die ihn fast erlahmen liess. Doch er schwamm so schnell er konnte; die Distanz zum rettenden Schiff schien unendlich zu sein.
„Hilfe, Haie!“, schrie er aus Leibeskräften, in der Hoffnung, dass man ihn hörte. Seine eigene Stimme dröhnte in den Ohren wie eine fremde Stimme in dieser sonst absoluten Ruhe. Mein Gott, lasse mich am Leben, betete er, keuchte, spuckte und rief wieder.
Irgendetwas packte ihn plötzlich an den Oberschenkeln.
Das konnte kein Hai sein. Tanner schlug wild um sich. Er versuchte, das schreckliche Monster, das ihn mit kalten Armen umklammerte, von sich zu stossen. Dadurch wurde der Griff noch fester.
Ein Tintenfisch! Ein Polyp! Ein Riesenkrake! Tanner registrierte es im Bruchteil eines Augenblickes. Mein Gott, ich werde bei lebendigem Leib verschlungen. Er wollte wieder schreien, aber seine Stimme versagte ihm. Er strampelte und schlug verzweifelt um sich. Das blanke Entsetzen drohte, sein Gehirn zu zerreissen. Er schwamm immer noch, holte die letzte ihm noch verbleibende Kraft aus seinem Körper. Der Polyp, oder was immer es war, hing an seinen Beinen und versuchte, ihn unter Wasser zu ziehen.
Tanners Kräfte schienen langsam aber sicher nachzulassen. Es dünkte ihn, als käme er überhaupt nicht mehr vom Fleck. Das Schiff war schier endlos weit weg. Er war die längste Zeit im Kreis herum geschwommen. Er keuchte und zitterte, wollte sich dem Schicksal ergeben. Er spürte, als er erschöpft auf dem Wasser trieb, dass der Griff – einen Augenblick gelockert – jetzt noch fester wurde und ihn erneut hinunterzog. Der Sternenhimmel verschwand. Das Wasser klatschte über ihm zusammen.
Ich bin tot, dachte Tanner. Er spürte das salzige Nass in seinem Mund.
Nein, er wollte nicht aufgeben. Noch einmal kam er hoch. Mit letzter Kraft versuchte er, das Monstrum abzuschütteln.
Da griff ein weiterer Arm gnadenlos zu.
Tanner tauchte unter, während ein gleissendes Licht seine Augen traf – eine Taucherlampe. Für den Bruchteil einer Sekunde konnte Tanner die schemenhaften Umrisse eines Tauchers wahrnehmen, ehe ihn die völlige Dunkelheit erneut einschloss. Wollte man ihn umbringen und weshalb? Er hatte plötzlich seinen Mund voll Wasser. Sein Kopf drohte im Innehalten des Atmens zu zerplatzen. Noch einmal trieb es ihn an die Oberfläche, wo er verzweifelt und in Todesangst spuckte und nach Luft rang. Sein klares Denken löste sich allmählich auf. Tausend Nadeln bohrten sich in seinen Schädel. Dann wurde er endgültig in die Tiefe gerissen, in diese bodenlose Schwärze hinein, in den höllischen Schlund des Meeres.
Weit vorne, sein Bewusstsein hatte er bereits verloren, leuchtete ihm etwas Weisses entgegen, ein kleines Licht, das rasend schnell auf ihn zukam.

Tanner erwachte an diesem Licht, das ihn jetzt voll in den Augen traf. Eine Taschenlampe. Ein Mann im Taucheranzug hielt sie in der Hand. Ein anderer drückte ihm unablässig auf die Brust. Reanimierte ihn. Tanner lag auf dem Holzboden des Schiffes. Er spuckte Wasser und Galle.
„Ich habe nicht gesagt, dass ihr ihn ersäufen sollt“, sagte eine aufgeregte Frauenstimme. Es war Gabriela.
„Er kommt zu sich“, sagte jemand in seiner Sprache.
Paul Gasser.
Tanner kannte ihn aus dem Sportverein. Was ging hier vor sich? Träumte er, oder befand er sich schon im Himmel? Tanner blickte auf. Die Segel lagen im Wind. Sie fuhren wieder.
„Willkommen zurück“, sagte Gabriela plötzlich dicht an seinem Ohr. Ihre Stimme vibrierte. Sie stützte ihn. Er lag jetzt in ihren Armen und sah sie ungläubig an. „Das war mein Hochzeitsgeschenk.“ Sie küsste ihm die salzigen Tränen weg. „Dank meiner Idee, hat Paul das Ganze arrangiert, zusammen mit unserem Reisebüro. Eine neue Art des Extremerlebnisses, prädestiniert, um auf den Markt zu kommen. Du warst sein erster Kunde.“
Tanner verstand schnell. Gasser war eingeweiht gewesen. Gasser, mit dem er im Sommer beim Bungeejumping gewesen war, und Gabrielas unverblümte Fantasie hatten die Sache auf den Punkt gebracht. Eine clevere Idee. Denn jetzt würde er es sich gut überlegen, bevor er sich verantwortungslos in ein ähnliches Abenteuer stürzte. Tanner rang sich ein krampfhaftes Lächeln ab.

(Silvia Götschi)

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Einfach wunderbar, nicht wahr? Mit dieser Wendung hat wohl keiner gerechnet. Heutzutage, wo fast alles extrem sein muss, sind halt auch „Hochzeitsgeschenke“ dementsprechend „extrem“.

Ich bedanke mich bei Silvia Götschi ganz herzlich für diese schöne Kurzgeschichte. Zudem fühle ich mich geehrt, eine Kurzgeschichte von einer so renommierten und ambitionierten Autorin wie sie veröffentlichen zu dürfen.

Wenn unter meinen Lesern noch jemand ist, der eine Kurzgeschichte oder ein pfannenfertiger Text parat hat: Nichts wie her, feldwaldwiesenblogger veröffentlicht es für dich!

feldwaldwiesenblogger