feldwaldwiesenbloggers Kolumne im „Schlussgang“

feldwaldwiesenbloggers Kolumne im „Schlussgang„? Nein, nein, leider (noch) nicht. Dabei wäre ich gar nicht abgeneigt, ja sogar hoch erfreut, wenn mich Redaktionsleiter Manuel Röösli anfragen würde.

Ich tue jetzt mal einfach so, als ob es Tatsache wäre, und ich meine erste Kolumne in der neusten Ausgabe des „Schlussgang“ schreiben dürfte. Der „Schlussgang“ ist die (!) Schwingerzeitung Nummer 1 in der Schweiz. Meines Wissens gibt’s glaub’s aber auch nur die…

Ich würde meine Kolumne schlicht und einfach „feldwaldwiesenbloggers Kolumne“ taufen.
Ich weiss, ich bin manchmal etwas verrückt, aber das versüsst das Leben und hält mich in meinem (noch nicht biblischen) Alter frisch!
Hier ist sie also, die Weltpremiere:

Das ESAF 2013 ist aus und vorbei, passé und Geschichte! Was aber nicht vorbei ist, ist die Begeisterung, die Freude und der Enthusiasmus der Schweizer Bevölkerung an unserem Nationalsport, dem Schwingen. Diese Attribute werden noch lange über dieses gigantische Fest hinaus nach“schwingen“.

Was mich jeweils mit besonderem Stolz erfüllt, ist die Sache mit der Sicherheit. Anders als beim Fussball oder Eishockey sind die Zuschauer, oder die „Fans“ vernünftig und ohne ausfällig zu werden im Stadion oder der Arena.
Beim Schwingen braucht’s kein Grossaufgebot der Polizei, welches mit Wasserwerfern oder gepanzerten Fahrzeugen auffahren muss. Hier sind die Menschen so, wie es sich gehört: Anständig und fair. Anständig im Ton, fair miteinander im Umgang.

Diese beiden Eigenschaften, anständig und fair, sollten auch im Alltag, ausserhalb des Schwingplatzes, unsere ständigen Begleiter sein.
Wenn jetzt jemand deswegen den Schwingsport zur Rückständigkeit verklärt, muss ich dagegen halten: Gegen die immer stärker werdende Arroganz und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Schwächeren in unserer Gesellschaft.
Das Schwingen ist zeitlos (von wegen rückständig!), und auf und neben dem Schwingplatz werden alle Menschen gleich behandelt. Wenn sie sich denn auch anständig und fair verhalten.

Ich stelle zudem immer wieder ein schönes Zusammengehörigkeitsgefühl als Zuschauer an einem Schwinget fest. Sofort findet man Anschluss bei „fremden“ Menschen. Sofort wird fachgesimpelt, diskutiert und allgemein über das Schwingen debattiert.
Eigentlich sind das gar keine „fremden“ Menschen. Vom Charakter her sind wir uns einander näher als wir denken.
Das sind wohl typische urschweizerische Eigenschaften. Ich bin sicher, dass mir ein Völkerethnologe Recht geben müsste.

Apropos Zuschauer: Ich weiss nicht, oder besser ausgedrückt, es leuchtet mir überhaupt nicht ein, wieso sich an einem Fussballmatch oder an einem Eishockeyspiel die Zuschauer nicht genau so gesittet benehmen können. Wobei, jetzt darf ich nicht alle in den gleichen Topf werfen. Die Mehrheit, wohl satte 99 Prozent, verhält sich so wie Schwingerfans.
Aber eben: Das eine Prozent kann den Sport und damit seine Anhänger in Verruf bringen.

Und sonst? Welche Erkenntnisse bleiben nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf? Vor allem eines: Der Schwingsport ist moderner und athletischer denn je. Es braucht keine Reformen oder Änderungen, um diese schon sehr alte Sportart in Zukunft erhalten zu können.
Sowohl bei den Aktiven als auch bei den Zuschauern zieht die Jugend, und damit der Nachwuchs, mit. Der Schwingsport ist, dass darf man mit Fug und Recht behaupten, über alle Altersklassen hinaus beliebt und gefragt wie eigentlich noch nie.

Böse Zungen behaupten, dass viele am ESAF 2013 waren, weil es „in“ ist. Oder wie die ganz Jungen heutzutage sagen: „hype“.
Ist das ein Problem? Ich würde sagen „jein“. Denn wenn jemand Interesse am Schwingsport bekundet, dann ist das erst mal lobenswert und einfach schön. Auf den zweiten Blick folgt das ABER: Einige Zeitgenossen behaupten, dass die „Modeerscheinung Schwingen“ wieder schnell wieder „out“ sein kann.
Ich frage ABER: Ist das ein Problem?

Ich beantworte meine obige Frage gleich selbst: NEIN! Der Schwingsport ist ein schon seit Jahrhunderten überlieferter Sport, und hat sich seinen eigenen Weg durch alle Wirren der Geschichte gebahnt. Er wird auch seinen Weg durch die momentan sehr beliebte und grosse Fangemeinde und die „moderne Neuzeit“ finden.
Denn das Schwingen ist vergleichbar mit unserer direkten Demokratie: Veränderungen gehen nur langsam vonstatten und müssen vorher durch x-Instanzen, bis sich eine Mehrheit findet.
Das ist auch gut so! Kopf über sich in etwas stürzen, nur weil es grad „hype“ ist, hat noch nie zum Erfolg geführt.

Beim Einstieg habe ich das Ende des ESAF 2013 erwähnt. Ein Ende von einem Grossanlass ist aber auch immer wieder der Anfang eines Nächsten. Oder wie es im Fussball so schön heisst: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. In diesem Sinne ist nach dem ESAF 2013 vor dem Kilchberger Schwinget 2014.

feldwaldwiesenblogger

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