Bluesmax und Richard Koechli im Kellertheater Vogelsang (Altdorf)

Gestern Abend fuhren wir zu Viert in unseren Nachbarkanton Uri. Ohne grosse Probleme fuhren wir beim „Urnertor“ durch den Zoll und kamen zügig und pünktlich im Vogelsang zu Altdorf an.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Das besagte Vogelsang ist ein Kellertheater, etwas oberhalb von Altdorf. Übrigens: So etwas fehlt irgendwie im Talkessel Schwyz…

Von der Zeit her reichte es noch für ein Bierchen, bevor die beiden Blues-Männer Bluesmax und Richard Koechli die kleine, aber „so herzige“ (O-Ton Christa Rigozzi) Bühne im Kellergewölbe-Saal bestiegen. Aus dem Programm des Kellertheaters im Vogelsang war nämlich folgendes zu entnehmen: Blues Max & the Koechli – light.

Bevor ich aber zu einer Manöverkritik ansetze, äh nein, … Manöverkritik (!), so ein Blödsinn, natürlich meine ich viel mehr ein Brainstorming zu diesem freudigen Anlass… Nein, bevor ich mehr darüber erzähle, mache ich hier noch eine kleine Klammer mit drei Emails auf.

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Und zwar handelt es sich hier um eine Weiterführung meiner gestern begonnenen „Spinnereien“ hinsichtlich einer möglichen Premiere des neuen Helge Schneider-Filmes „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ im Muotathal.
Man erinnere sich: Ich hatte diesbezüglich eine Email an die „Lieben Damen und Herren des Kinos und Theaters Muotathal“ geschrieben.

Noch am Abend erhielt ich per Email Antwort:

Hallo feld-wald-und-wiesenbloger

Wir sind am Abklären wie wir den Film bekommen können…
Da in der Schweiz ein immenses Interesse am Film besteht, hat
den Film bisher noch kein Schweizer Verleiher unter Vertrag genommen…;-)

Wir sind aber mit dem Deutschen Verleiher (Senator Film) in Kontakt und hoffen
auf diesem Weg den neuen Streifen zeigen zu können…;-)
(Das mussten wir schon beim letzten Helge Streifen so machen)

Ich hoffe, lieber feld-wald-und-wiesenbloger, dass wir Dich mit dieser Antwort ein
bisschen beruhigen konnten.

Hochachtungsvoll
Reto Suter

Heute Morgen, nach einer frühen und erfrischenden Joggingrunde, antworte ich Reto Suter mit folgenden Zeilen:

Hallo Reto

Jäja, du hast mich mit deiner Antwort mehr als „beruhigt“…:-) Da scheint ja tatsächlich etwas zu laufen…:-))

Ich danke dir auf jeden Fall für deine/euren Bemühungen!

Hätte da lediglich noch eine Bitte: Wenn sich da hinsichtlich neuem Helge-Streifen etwas tut, gib doch Hugo Schelbert und seinen 3-Gang-Gäng-Freunden und mir Bescheid.

Ä schönä Tag!
feldwaldwiesenblogger

Exakt 21 Minuten später traf wieder eine Email von Reto Suter bei mir ein:

Hallo feldwaldwiesenblogger

Werde Euch sicherlich informieren wenn ich weitere Angaben machen kann…;-)
Vielleicht kommt ja Helge mal persönlich ins Kino….,-)))))

LG Reto

Nun lasse ich es dabei bewenden, und hoffe, dass ich keinem zu fest „ans Bein gebiselt“ habe. Denn ihr wisst ja: Ich nehme es so oder so einfach am liebsten mit Humor, manchmal mit beissendem…!

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Das Stichwort Humor ist gleich wieder die Überleitung zum eingangs angesprochenen Abend mit Bluesmax und Richard Koechli.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Nun, Bluesmax, alias Werner Widmer, erzählt wunderbare, authentische, melancholische und bittersüsse Geschichten aus dem Leben. Das tut er dabei in breitestem Zürcher-Dialekt. Was mich hinterher, im kurzen Gespräch mit Bluesmax, umso mehr erstaunte, denn er redete nun in einem ausgewachsenen Ostschweizer-Dialekt.

Bluesmax tritt jeweils auf die Bühne, und beginnt umständlich, am Hemd zupfend und am Mikrophonständer rumhantierend, seine Geschichten zu erzählen.
Einerseits tut er das in normalem Erzählton, andererseits aber auch in Reimform. Was der Reiz an Bluesmax besonders ausmacht, ist das „Blues“ in seinem Namen. Nebst dem „nur“ Gesprochenem begleitet er sich auch mit seiner Akkustikgitarre in einem Bluesschemata. Dabei erzählt er in einem Mix aus sprechen und singen weitere „Lebensgeschichten“.

Seit einiger Zeit schon wird Bluesmax von Richard Koechli begleitet. „Unserem“ Richard Koechli, der uns am 15. November (!) in der husky lodge beehren wird. Mann, wie ich mich jetzt schon freue!
Richard Koechli untermalt die Geschichtensongs von Bluexmax, meist „slidend“ mit einer E-Gitarre. Ab und zu kommt auch eine Akkustik-Gitarre oder eine Art Dobro-Verschnitt (Sorry Gitarristen, den korrekten Namen des Teiles habe ich schon wieder vergessen!) zum Einsatz. Koechli spielt mit einer ihm eigenen ruhigen und stoischen Art und trägt dazu meist ein MC2-Cap und eine Sonnenbrille.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Bluesmax, der nach eigenen Angaben schon seit gut 40 Jahren Musik macht, und inzwischen auch davon leben kann, liess seine „Kunst“ auch über so berühmte Häupter wie Sven Epiney ergehen. Epiney, der Tausendsassa vom SRF, welcher scheints mit Klonen auf der Bühne steht. Oder Brady Doogan, der nur durch ein Versehen seiner sich Fussnägel-lackierenden Sekretärin zu einem schwindelerregenden Jahressalär gelangte. Statt eines angepeilten Jahressaläres samt Bonus von 27 Millionen Schweizer Franken, verwechselte die gute Vorzimmerdame die Zahlen. Sie machte kurzerhand 72 Millionen daraus. Mit dem lässt sich’s gemäss Bluesmax wirklich gut leben, nicht wahr.

Weiter verarbeitete er diesen übermenschlichen Geldsegen mit einer Hommage an Polo Hofer’s „Wägem Gäld“. Bluesmax ordnete dabei diesen Klassiker den „Rumpelstilz“ zu. Kollege W, ein wandelndes Lexikon in Sachen Polo Hofer, meinte aber sofort: Dieser Song stammt aus „Schmetterding-Tagen“.
Meine Wenigkeit suchte heute fragend das Internet ab: Tatsächlich, Kollege W hatte Recht. Man klicke auf folgenden Link: Discographie: Alle Alben von Polo Hofer
„Wägem Gäld“ war seinerzeit auf der LP „Tip-topi-Type“ (1979), und wurde von Polo’s Schmetterding veröffentlicht.


(Bildquelle: http://www.cd-lexikon.de/album_polos-schmetterding-tip-topi-type.htm)

Schön, wäre das auch geklärt. Bevor Bluesmax aber zusammen mit Koechli „Wägem Gäld“ mit einem von ihm leicht abgeänderten Text spielte, erinnerte er an den vor kurzem verstorbenen J. J. Cale. Es scheint, dass Bluesmax diesen US-amerikanischen Musiker und Komponisten sehr schätzt. Er stimmte den „Schmetterding“-Song jedenfalls in einem J. J. Cale-typischen Groove an. Cool!

Die etwas mehr als zwei Stunden mit diesen beiden Ausnahmekönnern (mit einer Pause in der Mitte des Auftrittes) gingen leider wie im Flug dahin. Viel zu früh kam Bluesmax zum Schluss seiner Geschichten, welche auch eine von ihm nie erreichte Jugendliebe mit Namen Klöti behandelte. Eine andere handelte von seinem eher kleinen Erscheinungsbild: Schon bei seiner Geburt erklärte der Hausarzt seiner Mutter, dass am guten „Max“ an und für sich nichts fehle. Lediglich etwas Körpergrösse, respektive Beinlänge.

Diese Kurzbeinigkeit begleitet Bluesmax schon durchs ganze Leben, und erinnerte ihn gestern an weitere Begebenheiten in seinem Leben. So auch an seine Konfirmation, wo er mit seiner Mutter einen Anzug aussuchen durfte. Dabei landeten die beiden in einem Laden, wo sich eine „verschuppte Schwester“ um ihn kümmerte und ihn zweimal im Schritt mass. Aus dem Laden nahmen sie einen so dermassen unmöglichen Anzug mit, dass sie sich bei einem „Italiener“ (so habe ich das jedenfalls in Erinnerung) anschliessend etwas Ordentliches für die Konfirmation kaufen mussten.

Wahrlich, wahrlich, Bluesmax umschiffte schon manche Klippen in seinem reichen Musikerleben. Nicht genug der Gefahren im Meer: Der umtriebige Geschichtenerzähler war auch auf der von mir besuchten Cruise im Frühling: Gedanken und Bilder zur 5. Schweizer Rock- & Bluescruise
Ich widmete ihm damals schon ein Bild und ein paar Zeilen.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Zum Schluss des Konzertereignisses gab es natürlich noch Zugaben. Bluesmax meinte dazu: „Wir spielen nicht ein „Stückli“, wir spielen zwei!“
Das erste davon war ein mitreissendes Blues-Instrumental (siehe obiges Bild), welches zum Fusswippen animierte. Gekonnt hauten die beiden nochmals tüchtig in die Saiten, bei welchem ihr musikalisches Können ein weiteres Mal aufblitzte und liessen so einen herrlichen Geschichteabend mit Blues ausklingen. Es war wirklich toll!

Dabei muss ich dem Veranstalter, den Kellertheaterleuten, und den beiden Musikern ein grosses Kränzchen winden: Mit nur 25 Franken Eintritt war man dabei! Mit diesem Geld hätte man im Hallenstadion Zürich wohl nur eine Würstchenbude zu Gesicht bekommen…

feldwaldwiesenblogger

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