Wen würde ich in Deutschland wählen: Mutti oder Peitschen-Peer?

In gut einer Woche ist es auch in Deutschland so weit: Die Bürger des „grossen Kantons“ dürfen auch an die Urne. Anders als wir im „kleinen Kanton“, welche diesmal zu drei Vorlagen Ja, Nein und Amen sagen dürfen, darf Deutschland sein Parlament und seine Regierung wählen.

Victor Giacobbo hatte bei seinem Auftritt auf SRF3 am vergangenen Dienstag schon Recht: Im Gegensatz zu uns Schweizern dürfen die Deutschen ihre Regierung direkt wählen.
Trotzdem würde ich unser Politsystem nicht mit den Deutschen tauschen. Unsere direkt- und indirekt-demokratischen Rechte ermöglichen uns Schweizern regelmässige Abstimmungen zu Sachvorlagen. Die Deutschen hingegen wählen alle vier Jahre ihr Parlament und ihre Regierung, und damit hat sich’s mit den Urnengängen. Zu Sachvorlagen werden sie nämlich höchst selten an die Urne gebeten.

Die Wahlen in Deutschland beschäftigen uns Schweizer. Deshalb machte ich mich auch auf, Gedanken dazu zu machen.
Als Erstes las ich die Titelstory in der aktuellen Weltwoche: „Das falsche Vorbild“.

Zu dem deftigen Cover schreibt mein Lieblingsjournalist Urs Paul Engeler in seiner ihm eigenen Sprache darüber, warum Deutschland für uns ein schlechtes Vorbild ist. „Politisch ist das unklug, gefährlich und schädlich“ meint er schon im Titel. Das Modell Deutschland ist für Engeler gescheitert. Die Regulierungswut, der Betreuungs- und Sozialstaat und die EU-Finanzierung haben Deutschlands Kassen geleert und hinterlassen gut 2100 Milliarden (!) Euro Schulden. Ein Riesenberg an Schulden also.
Engeler ist weiter der Meinung, dass unter einem neuen Kanzler „Peitschen-Peer“ Steinbrück auch nicht viel ändern würde. Der arrogante Norddeutsche würde wahrscheinlich fast die gleiche Politik führen wie Angela „Mutti“ Merkel.

Trotzdem mache ich für mich eine Auslegeordnung, wen ich in einer Woche in Deutschland wählen würde. Auch wenn viele Schreiberlinge, darunter auch der Weltwoche-Kolumnist Henryk M. Broder, diesen Wahlkampf als langweilig, ja gar als inexistent beschreiben. Broder schreibt in seiner aktuellen Kolumne: „Game over. Egal, wer gewinnen wird, Hauptsache, der Wahlkampf ist endlich vorbei.“

Ist er wirklich so schlimm, respektive so langweilig, der deutsche „Wahlkampf“? Meine Meinung dazu ist: Die Farbtupfer in den Wahlkampf müssten (eigentlich) die Medien bringen. Die rühren aber diesbezüglich höchstens den kleinen Finger. Deshalb hole ich das nun in der Folge nach.

Farbtupfer 1: Der Sexappeal der beiden Kanzlerkandidaten.

Wie wäre es, wenn „Mutti“ mal von einer anderen Seite beleuchtet würde? Die ostdeutsche Merkel kann, wenn sie denn will, ganz schön sexy sein.


(Bildquelle: http://www.spiegel.de)

Der Sexappeal von Frau Merkel ist deutlich höher, als der von „Peitschen-Peer“. Dieser blickt meist arrogant und finster drein, und ist für uns Schweizer von vorneherein schon unwählbar.


(Bildquelle: http://www.tagesspiegel.de)

Ein Punkt für Merkel.

Farbtupfer 2: Das staatsmännische Auftreten.

Ist so einer wählbar? Mit so einem arroganten Stinkefinger-Auftritt? Nicht auszudenken, wenn er diese Geste in Richtung Putin gemacht hätte…


(Bildquelle: http://www.persoenlich.com)

Frau Merkel hingegen hat sich immer im Griff und hat in jeder Situation die korrekte Miene parat.


(Bildquelle: merkelfordert.tumblr.com)

Ein weiterer Punkt für Merkel.

Farbtupfer 3: Die Hobbys der beiden Kanzlerkandidaten.

Frau Merkel spielt Gitarre. Das macht mir als Amateurmusiker natürlich viel Freude.


(Bildquelle: http://www.leckdochfett.de)

Herr Steinbrück frönt in seiner Freizeit dem Schach. Das trainiert seine absterbenden Hirnzellen, und lässt ihn für einen Moment etwas symphatisch wirken.

Je ein Punkt für „Mutti“ und „Peitschen-Peer“.

Farbtupfer 4: Was machen die Kandidaten, wenn die Kamera mal nicht (offiziell) mitläuft?

Peer Steinbrück raucht. Ein absolut schlechtes Vorbild für die Jugend.


(Bildquelle: http://www.tagesspiegel.de)

Angela Merkel isst Käse und fördert so den Absatz der einheimischen Milchverarbeiter.


(Bildquelle: http://www.welt.de)

Ein weiter Punkt für Frau Merkel.

Das ergibt ergo einen deutlichen Vorsprung für „Mutti“. Sie schlägt „Peitschen-Peer“ in meinem Farbtupfer-Vergleich mit Vier zu Eins!

Laut den vielen Medien in Deutschland sind die Wahlen in einer Woche aber eigentlich schon so gut wie gegessen. Die CDU mit Kanzlerin Merkel wird wohl als Wahlsiegerin hervor gehen. Da bleiben höchstens noch zwei Fragen offen:

1. Was ist, wenn die FDP die Fünf-Prozent-Hürde für den Bundestag nicht schafft? Mit wem geht die CDU dann eine Koalition ein? Womöglich mit der SPD?
Der feldwaldwiesenblogger-Redaktion wurde dazu ein Bild zugespielt.


(Bildquelle: http://www.focus.de)

Führen da die beiden Kanzlerkandidaten etwa schon Geheimgespräche betreffs einer grossen Koalition?

2. Inwiefern kann die neue Partei AfD das Zünglein an der Waage spielen?
Zu dieser Partei findet sich folgendes bei Wikipedia: „Die Alternative für Deutschland (Kurzbezeichnung: AfD) ist eine am 6. Februar 2013 gegründete Euro-kritische deutsche Partei, die sich zum ersten Mal bei der am 22. September 2013 stattfindenden Bundestagswahl und der Landtagswahl in Hessen zur Wahl stellen wird.“
Diese „Anti-Europa-Partei“, wie sie in den Massenmedien gerne bezeichnet wird, könnte die berühmte Fünf-Prozent-Hürde durchaus schaffen. Vielleicht ist diese Partei gerade die „Alternative“ zu den bestehenden „Langweilern“ CDU, SPD oder FDP. Und vielleicht zieht die AfD mehr Protestwähler an, als der FDP lieb sein dürfte.


(Bildquelle: wikipedia.de)

Peter Bystron, Leiter Wahlkampfstrategie der AfD in Bayern, schreibt in der aktuellen Weltwoche, dass sie von den etablierten Parteien und deren Medienorganen kategorisch totgeschwiegen werden.
Parteien und Medienorgane? Das klingt doch irgendwie nach Berlusconi und seinem Medienimperium…
Jedenfalls setzt sich diese neue Partei für Anliegen ein, welche mir auf Anhieb gefallen. So zum Beispiel möchte die AfD verhindern, dass noch mehr Geld von deutschen Steuerzahlern in den Süden von Europa gepumpt wird.
Weiter meint Bystron in der Weltwoche: „Nach acht Jahren Merkel herrscht eine Stimmung wie in der DDR vor dem Mauerfall.“ Wumms! Da spricht einer Klartext. Auch schreibt er weiter von Ersatzthemen wie die Homo-Ehe, welche die etablierten Parteien und die Medien dem Volk auftischen. Also so eine Art Einschläferungstaktik.

Wenn ich meine letzten Sätze betrachte, habe ich eher das Gefühl, dass ich nicht zwischen „Mutti“ und „Peitschen-Peer“ wählen würde. Ich würde stattdessen das Parteiprogramm und die Leute um die Alternative für Deutschland näher begutachten. Hinterher würde ich mir dann Gedanken machen, ob ich doch allenfalls AfD wählen würde und „Mutti’s“ CDU links liegen lassen würde.

Sollten Deutschlands Bürger völlig überraschend meinen Gedankengängen folgen und die AfD zum Sieg wählen, hätte die gute Merkel ab übernächstem Montag plötzlich wieder viel Zeit für längere Spaziergänge…


(Bildquelle: koptisch.wordpress.com)

… und für ihre heimlichen Leidenschaften…


(Bildquelle: http://www.ariva.de)

Da ich aber ein Schweizer bin und nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft verfüge, kann ich mir die „würden‘s“ sowie „wenn’s“ und „aber‘s“ ersparen. Ich brauche mir nicht länger den Kopf darüber zu zerbrechen, als die gut drei Stunden, welche ich für diesen Text samt Bilder gebraucht habe.

feldwaldwiesenblogger

Die Illgauer John Doe Band

Gestern erhielt ich von einem Musikkollegen aus Illgau SZ elektronische Post. Darin enthalten war unter anderem folgendes:

Der besagte Kollege schrieb dazu in der Email:
„Am Samstag, 28.09.2013 stellen wir in Illgau unsere „John Doe Band“ vor. Natürlich freuen wir uns über interessierte Besucher und über jegliche Unterstützung 😉
Und natürlich darf das auch gerne weitergesagt werden.“

Mich machte heute Morgen der Begriff John Doe Band neugierig. Deshalb gab ich den Namen „John Doe“ bei Wikipedia ein. Dort wurde ich dann relativ rasch aufgeklärt:
„John Doe, weibliche Form: Jane Doe, ist ein englischer Platzhaltername für fiktive oder nicht identifizierte Personen. John war lange Zeit der häufigste englische Männername. „Doe“ bezeichnet eine Hirschkuh. Der Begriff ist vor allem in den USA gebräuchlich.“

John Doe ist in den USA also so etwas wie ein Pseudonym, wie etwa bei uns der „Heiri Müller“.

Als Herleitung meint Wikipdedia weiter:
„Der Begriff John Doe wurde spätestens seit dem 17. Jahrhundert von englischen Gerichten zur Bezeichnung fiktiver Parteien im Rahmen der sog. action of ejectment verwendet.“

Nun bin ich, und hoffentlich auch ihr, viel schlauer. Getreu dem Motto, man hat sowieso nie ausgelernt.

Stutzig machte mich zudem der Hinweis in der oben erwähnten Email: … unsere „John Doe Band“
Das heisst nach Adam Riese, dass es also noch weitere „John Doe Bands“ geben muss.

Deshalb ging ich kurzerhand auch auf YOUTUBE, und gab dort den Begriff „John Doe Band“ ein.
Und tatsächlich:


Eine italienische Band, mit einer sehr eigenwilligen Interpretation. Etwas gewöhnungsbedürftig.

Oder „John Doe“ als Solokünstler:

Desweiteren habe ich im WörldWeidWeb eine John Doe Band in Deutschland gefunden.

Als Pendant dazu gibt es bei uns in der Schweiz nun die Illgauer John Doe Band.
Übrigens: Es gibt aber auch eine „Heiri Müller Band„. Der ehemalige Tagesschausprecher heisst tatsächlich so und liegt mit John Doe alias Heiri Müller auf einer (Namens-)Linie.

Nur ist Heiri (oder Heinrich) Müller in diesem Fall nicht ein Pseudonym. Trotzdem kann Heiri Müller auch als „Platzhaltername für fiktive oder nicht identifizierte Personen“ verwendet werden.

Nun habe ich den Bandnamen und seine Bedeutung recherchiert und kann gut vorbereitet die Premiere der vier Illgauer Musiker erleben. Den Termin habe ich mir jedenfalls notiert, und möchte mir diesen interessant anzuhörenden Musikstil „Folk’n’Roll“ nicht entgehen lassen.
Diese Musikkombination lässt jedenfalls auf coolen Sound hoffen: Folk meets Rock’n’Roll.
Folk’n’Roll ist nicht Country, wahrscheinlich aber auch nicht weit davon entfernt. Folk’n’Roll ist auch nicht Delta-Blues, enthält aber ganz sicher auch typische Elemente davon.

Das antiquieriert anmutende John Doe Band-Foto und das dazugehörige Plakat inspiriert Auge und Geist dazu, in eine längst vergangene Zeitepoche in der US-Musikgeschichte zurück zu gehen. Man riecht förmlich das frisch geschlagene Holz und den Kuhmist der hart arbeitenden Mannen, welche in der Freizeit sich bei Musik und Bier erholen.

Es ist immer wieder interessant, wie man mit einem Bild und Geschriebenem Assoziationen herstellen kann. In diesem Fall stelle ich mir eine Verbindung vor, welche zurückgeht zu der Einwanderung von irischen Siedlern. Welche untertags eine Existenz aufbauten und am Abend am Lagerfeuer oder in Gasstuben ihrer Musik, dem Irish Folk, frönten. Daher auch das Folk beim Folk’n’Roll.

Irgendwie verfügt die amerikanische (Einwanderungs-)Geschichte mit seinen verschiedenen Epochen auch meist über ein ihr eigener Musikstil. Auch wenn für mich die USA nicht unbedingt ein Vorbild an Demokratie und Gesellschaft ist, so schätze ich doch ihre Musikgeschichte. Denn die ist einzigartig und darf wohl als die (!) Basis der populären Musikkultur bezeichnet werden.
Der Folk’n’Roll der Illgauer John Doe Band stammt demzufolge auch irgendwie aus der bunten Musikgeschichte der USA.

feldwaldwiesenblogger

26 Kantone innerhalb von zwei Jahren besuchen?

Ich bin wieder auf der Suche nach einer verrückten Idee, welche ich in die Tat umsetzen möchte.
Denn: Derzeit laufen die Vorbereitungen auf den Schlatt-Lee/Koechli-Auftritt vom 15. November. Aktuell sind grad die A3-Plakate für diesen Anlass fertig geworden.
Aber: Für nach Mitte November muss wieder eine neue „Geschichte“ her.

Als ich heute Vormittag nach dem reibungslosen Vorführen meines Goldwägelchens namens Subaru (Schleichwerbung?) nach Luzern an die Arbeit fuhr, erreichte mich durch eine Wolkenlücke eine Erleuchtung.


(Bildquelle: http://www.eurofussball.de)

Ich besuche ab Anfang nächsten Jahres alle 26 Kantone mal, und dies innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren. Damit ich dies nicht nur einfach so tue, überlegte ich mir ein Ziel dazu.

Erst kam ich auf die gleiche Idee wie damals die New Country-Formation C.H. (siehe dabei mein mit Nori gemachtes Weihnachtsinterview). Nori Rickenbacher ist inzwischen nicht mehr bei C.H. und besagte Formation um die verbliebenen Kisha und Reto Burell haben meines Wissens ihr Vorhaben „Schweizertournee“ gar nie umgesetzt. Ihr Ziel wäre gewesen, in jedem der 26 Kantone aufzutreten.

Ich dachte ernsthaft auch an musikalische Auftritte in jedem Kanton. Machte aber dieser Idee Platz für einen anderen Geistesblitz: Alle Kantonalen Schwingfeste innerhalb von zwei Jahren mindestens einmal besuchen. Das wären dann nach meiner Berechnung 22 Schwingfeste. Im Kanton Genf gibt es zur Zeit kein, im Kanton Tessin (noch) kein Kantonales. Dazu finden in den Halbkantonen von Appenzell und in Ob-/Nidwalden nur je ein Kantonal Schwingfest statt.

Als Beweis würde ich jeweils meine Eintrittskarte in meinen Blog stellen, und dies unter der „Schlussgangrubrik“ laufen lassen.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblog.blueblog.ch)

Das ist ein ehrgeiziges Unterfangen, und benötigt eine saubere Planung. Denn es finden öfters mehrere Kantonale Schwingfeste an einem Tag statt. Deshalb setzte ich diese, zugegeben verrückte Idee, auch auf zwei Jahre an.
Ein Zeitraum von drei Jahren ist mir zu lang, da die Gefahr besteht, dass das Ganze dabei im Sand respektive im Sägemehl zu verlaufen droht.

Ich stufe mein Vorhaben erst mal noch als „Bier-Idee“ ein, deshalb lud ich diesen Beitrag auch unter der entsprechenden Rubrik hoch. Momentan führe ich bei mir nämlich eine Art Vernehmlassung durch. So schön gut schweizerisch eben, wie es unser nationales Parlament auch zu pflegen weiss.
Nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach darüber schlafen. Vielleicht finde ich dann das „Ganze“ einfach nur noch blöd, wer weiss.

Vielleicht aber findet sich nach dem „Drüberschlafen“ auch noch etwas ganz anderes.
Halt doch musizieren in den 26 Kantonen, aber wegen dem Aufwand und der Organisation eher Unplugged-Auftritte mit Strassenmusikern?
Vielleicht gibt es unter den Lesern jemand, der bei so einem musikalischen Unterfangen mitmachen würde?


(Bildquelle: http://www.forum-strassenmusik.de)

Oder vielleicht begleitet mich Schlussgang-Chefredaktor Manuel Röösli an die Kantonalen Schwingfeste?

Der Herbst hat grad erst begonnen, und lässt einem auch Zeit zum Verweilen, nachdenken und planen. Bis zum Jahresende sind es noch fast vier Monate, also noch genügend Zeit, um etwas Griffiges auf die Beine zu stellen.

Ich bin auch jederzeit offen für Ideen und Neues!

feldwaldwiesenblogger

Von unseren Leidgenossen, Carlos und dem Epidemiengesetz

Liebes Tagebuch!

Es gibt so Tage, da könnte ich dir verschiedene Themen anbieten. Auf der Zunge würde mir heute als Erstes natürlich das plamable 4:4 unserer Schweizer Fussballnati brennen.

Als nächstes würde ich dir von Carlos und dem angekündigten Ende der Kuscheljustiz in Zürich berichten. Selbst der grüne Graf hat nun die Schnauze voll.

Als drittes würde ich mir endlich auch die dritte Vorlage der in Bälde stattfindenden Abstimmung zu Gemüte führen. Von zwei Vorlagen, der Aufhebung der Wehrpflicht und der Änderung des Arbeitsgesetzes berichtete ich bereits schon. Zur dritten Vorlage, dem Epidemiengesetz, schwieg ich bisher noch.


(Bildquelle: http://www.bluewin.ch)

Wie Ottmar Hitzfeld, litten wir gestern abend auch am TV mit. Auf jeden Fall in der Schlussphase und nach dem Abpfiff.
Erst verpassten wir bei Grilladen, Bier und Wein das leider (vor)entscheidende 4:2, den Anschlusstreffer der Isländer. Derart sicher wähnten sich meine diskutierenden Kollegen und ich. Wie sich herausstellte, waren nicht nur wir zu sicher auf die drei BIG POINTS. Dies waren auch unsere Nati-Spieler. Denn die aufopfernd kämpfenden Isländer, die unsere Eidgenossen schon nach drei Minuten zu „Leidgenossen“ machten, gaben sich zu keiner Zeit auf. Eigentlich verdient holten sie sich einen Punkt in Bern.

Dank dem 1:0 der Slowenen gegen Albanien führt die Schweiz die Gruppe E zwar nach wie vor mit vier Punkten an. Man könnte sagen: Wir haben noch mal „Schwein“ gehabt. Aber dieses „Schwein“ würde ich nicht noch mehr strapazieren und so weit herausfordern, dass die sicher geglaubte Qualifikation für die WM in Brasilien noch verspielt wird.
Denn in einer möglichen Barrage wären alle Gegner stärker als in der Schweizer-Gruppe.

Mir fehlten die Worte nach dem gestrigen Spiel. Es ist einfach unglaublich, wie plamabel unsere Schweizer agierten. Sicher geglaubte drei Punkte wurden einfach leichtfertig aufs Spiel gesetzt und verspielt. Eigentlich zu Recht, wenn man sah, wie das zu Stande kam.
Was für unseren jubilierenden Ottmar (50. Länderspiel mit seinen „Leidgenossen“) bleibt, sind nun gut drei Tage Erholung und eine noch konzentriertere Vorbereitung aufs Auswärtspiel in Norwegen. Vielleicht kam die gestrige „Mini-Katastrophe“, der sogenannte Schuss vor den Bug, just zum richtigen Zeitpunkt. Es ist zu hoffen, dass nun alle hellwach sind und mit allen Sinnen ans Spiel nach Oslo reisen.


(Bildquelle: http://www.tagesanzeiger.ch)

Carlos und die Kuscheljustiz. Der Fall bewegt die ganze Schweiz, nachdem ein „Reporter-Beitrag“ vor kurzem zu bester Sendezeit in die Schweizer Stuben flimmerte. Die ausgeartete Kuscheljustiz wurde schonungslos aufgedeckt. Christoph Mörgeli meint dazu in der aktuellen Weltwoche:
„Eltern sind verunsichert, ob sie ihren Söhnen nicht das Berufsziel ‚Schwerstkrimineller‘ ans Herz legen sollen. Denn so rasch kommt kein Jugendlicher zu einem Luxusleben mit Rundum-Coaching und Viereinhalb-Zimmer-Wohnung.“

Für einmal gebe ich ihm Recht, dem provokativen Zürcher Nationalrat. Denn welcher Jugendlicher in der Schweiz kommt ohne Nichtstun zu so einem Luxusleben wie Carlos, welches den Staat monatlich satte 29’000 Franken kostete? Abgesehen von den Sprösslingen der Schwerreichen wohl überhaupt niemand.

Was der Jugendanwalt Gürber mit seinem ulkigen Aussehen (ich glaube, der lebte mal auf dem Planet der Affen) dem Täter Carlos alles ermöglichte, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Unter anderem ein Thaibox-Training bei einem Profi! Unglaublich und unerhört.
Ein Kollege stellte gestern einen treffenden Vergleich her: „Das wäre, wie wenn ein Raser mit Schumi auf dem Hockenheimring ein Fahrtraining absolvieren dürfte!“
Ein Schwerstkrimineller wird mit staatlichen Fördergeldern zu einer Kampfmaschine ausgebildet! Ich glaubte, im falschen Film zu sitzen, als ich all das hörte und las.

Nun gibts aber eine Kehrtwende. Carlos sitzt nun im Knast, wie es sich für einen Verbrecher auch gehört. Der Zürcher Justizdirektor Martin Graf (Grüne) nahm gestern zudem zum Fall „Carlos“ klar Stellung. Er versprach, sich dafür einzusetzen, dass es keine solchen Fälle mehr geben wird und der Kuscheljustiz ein Riegel geschoben wird. Solche Auswüchse mit kostenschweren Sonderbehandlungen à la Carlos soll es nicht mehr geben.
Ich erinnere ihn dann beim nächsten Fall an sein Versprechen.

Nein zum Epidemiengesetz? Bis vor kurzem machte ich mir null Gedanken wegen dieser Vorlage, ja, hielt sie sogar für vernünftig. Ich hatte sogar die Absicht, hier ein JA „runterzulassen“. Bis ich folgenden Artikel in der Weltwoche las:


(Quelle: http://www.weltwoche.ch)

Mein Lieblingsjournalist Urs Paul Engeler, eigentlich in Rente, kommt (wahrscheinlich wegen Langeweile) wieder zu Teileinsätzen zurück zur Weltwoche. Was für ein Glück!
In einer kürzlich erschienene Weltwoche-Ausgabe schrieb er obigen Kommentar zu „Bersets Vorlage“, dem Epidemiengesetz. Mir fiels wie Schuppen von den Augen, und meine Stimmungslage betreffs dieser Vorlage kippte um zu einem NEIN. Denn wenn ein Urs Paul Engeler, ein Topjournalist der alten Schule, zu recherchieren beginnt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Er kehrt jeden angesprochenen Stein um und späht in die entlegensten Winkel. Rauskommt meist eine unbequeme Wahrheit und eine „Enthüllungsstory“ im wortwörtlichen Sinne.

Der Kommentar von Engeler deckt denn auch schonungslos die „2000 Propagandatoten“ von Bundesrat Berset auf. Da wurde scheints geschummelt und manipuliert, dass sich die Lügenbalken bogen.
Bei mir kommt der böse Verdacht auf, dass der Bundesrat, oder zumindest Bundesrat Berset, sein Departement und das BAG (Bundesamt für Gesundheit), alles daran setzt, um diese Abstimmung zu gewinnen. Koste es was es wolle, mit dreister Fehlinformation, falschen Zahlen und Zitaten. Es scheint so, dass die alle unter einer Decke mit der Pharmaindustrie stecken, und denen freihaus (weiterhin) viel Geld mit erzwungenen Impfungen zuschanzen möchten. Nüchtern betrachtet ist das ein Skandal, nichts anderes!

Was die Schwerverdiener der Pharmaindustrie mit den verschiedenen „Grippen“ (für einmal nicht Ueli Maurers „Gripen) wie Vogelgrippe, Schweinegrippe, SARS, etc. bisher verdienten, ist einfach unverschämt.
Mit Panikmache und Angstmacherei liess sich schon im Mittelalter ein Heidengeld verdienen. Dieses Phänomen hat sich (leider) in die Neuzeit gerettet, und existiert mit all seinen Auswüchsen noch immer.
Was dabei besonders skandalös anmutet, ist die Beihilfe vom BAG und seinem Oberchef Berset.

In meinen Augen kann dem Treiben nur mit einem klaren NEIN am 22. September begegnet werden. Sollte irgendwann wirklich eine todbringende Krankheit zu uns kommen, wäre ich der Letzte, welcher sich nicht zum Impfen zwingen liesse. Aber so lange gewisse „Grippen“ uns gar nicht richtig „heimsuchen“, muss man keine Panik unter der Bevölkerung verbreiten.

Es scheint mir wie bei Fehlalärmen: Nach zu vielen nimmt man den Ernstfall womöglich gar nicht, oder zu spät wahr. Dies hingegen wäre dann wirklich eine Katastrophe. Die Sensibilität in der Bevölkerung kann deshalb nur mit einem NEIN zum Epidemiengesetz erhalten bleiben.

Liebes Tagebuch, für heute beende ich meine Ausführungen. Es bleibt mir nur noch, dir ein schönes und sonniges Wochenende zu wünschen!

feldwaldwiesenblogger

feldwaldwiesenbloggers Kolumne im „Schlussgang“

feldwaldwiesenbloggers Kolumne im „Schlussgang„? Nein, nein, leider (noch) nicht. Dabei wäre ich gar nicht abgeneigt, ja sogar hoch erfreut, wenn mich Redaktionsleiter Manuel Röösli anfragen würde.

Ich tue jetzt mal einfach so, als ob es Tatsache wäre, und ich meine erste Kolumne in der neusten Ausgabe des „Schlussgang“ schreiben dürfte. Der „Schlussgang“ ist die (!) Schwingerzeitung Nummer 1 in der Schweiz. Meines Wissens gibt’s glaub’s aber auch nur die…

Ich würde meine Kolumne schlicht und einfach „feldwaldwiesenbloggers Kolumne“ taufen.
Ich weiss, ich bin manchmal etwas verrückt, aber das versüsst das Leben und hält mich in meinem (noch nicht biblischen) Alter frisch!
Hier ist sie also, die Weltpremiere:

Das ESAF 2013 ist aus und vorbei, passé und Geschichte! Was aber nicht vorbei ist, ist die Begeisterung, die Freude und der Enthusiasmus der Schweizer Bevölkerung an unserem Nationalsport, dem Schwingen. Diese Attribute werden noch lange über dieses gigantische Fest hinaus nach“schwingen“.

Was mich jeweils mit besonderem Stolz erfüllt, ist die Sache mit der Sicherheit. Anders als beim Fussball oder Eishockey sind die Zuschauer, oder die „Fans“ vernünftig und ohne ausfällig zu werden im Stadion oder der Arena.
Beim Schwingen braucht’s kein Grossaufgebot der Polizei, welches mit Wasserwerfern oder gepanzerten Fahrzeugen auffahren muss. Hier sind die Menschen so, wie es sich gehört: Anständig und fair. Anständig im Ton, fair miteinander im Umgang.

Diese beiden Eigenschaften, anständig und fair, sollten auch im Alltag, ausserhalb des Schwingplatzes, unsere ständigen Begleiter sein.
Wenn jetzt jemand deswegen den Schwingsport zur Rückständigkeit verklärt, muss ich dagegen halten: Gegen die immer stärker werdende Arroganz und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Schwächeren in unserer Gesellschaft.
Das Schwingen ist zeitlos (von wegen rückständig!), und auf und neben dem Schwingplatz werden alle Menschen gleich behandelt. Wenn sie sich denn auch anständig und fair verhalten.

Ich stelle zudem immer wieder ein schönes Zusammengehörigkeitsgefühl als Zuschauer an einem Schwinget fest. Sofort findet man Anschluss bei „fremden“ Menschen. Sofort wird fachgesimpelt, diskutiert und allgemein über das Schwingen debattiert.
Eigentlich sind das gar keine „fremden“ Menschen. Vom Charakter her sind wir uns einander näher als wir denken.
Das sind wohl typische urschweizerische Eigenschaften. Ich bin sicher, dass mir ein Völkerethnologe Recht geben müsste.

Apropos Zuschauer: Ich weiss nicht, oder besser ausgedrückt, es leuchtet mir überhaupt nicht ein, wieso sich an einem Fussballmatch oder an einem Eishockeyspiel die Zuschauer nicht genau so gesittet benehmen können. Wobei, jetzt darf ich nicht alle in den gleichen Topf werfen. Die Mehrheit, wohl satte 99 Prozent, verhält sich so wie Schwingerfans.
Aber eben: Das eine Prozent kann den Sport und damit seine Anhänger in Verruf bringen.

Und sonst? Welche Erkenntnisse bleiben nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf? Vor allem eines: Der Schwingsport ist moderner und athletischer denn je. Es braucht keine Reformen oder Änderungen, um diese schon sehr alte Sportart in Zukunft erhalten zu können.
Sowohl bei den Aktiven als auch bei den Zuschauern zieht die Jugend, und damit der Nachwuchs, mit. Der Schwingsport ist, dass darf man mit Fug und Recht behaupten, über alle Altersklassen hinaus beliebt und gefragt wie eigentlich noch nie.

Böse Zungen behaupten, dass viele am ESAF 2013 waren, weil es „in“ ist. Oder wie die ganz Jungen heutzutage sagen: „hype“.
Ist das ein Problem? Ich würde sagen „jein“. Denn wenn jemand Interesse am Schwingsport bekundet, dann ist das erst mal lobenswert und einfach schön. Auf den zweiten Blick folgt das ABER: Einige Zeitgenossen behaupten, dass die „Modeerscheinung Schwingen“ wieder schnell wieder „out“ sein kann.
Ich frage ABER: Ist das ein Problem?

Ich beantworte meine obige Frage gleich selbst: NEIN! Der Schwingsport ist ein schon seit Jahrhunderten überlieferter Sport, und hat sich seinen eigenen Weg durch alle Wirren der Geschichte gebahnt. Er wird auch seinen Weg durch die momentan sehr beliebte und grosse Fangemeinde und die „moderne Neuzeit“ finden.
Denn das Schwingen ist vergleichbar mit unserer direkten Demokratie: Veränderungen gehen nur langsam vonstatten und müssen vorher durch x-Instanzen, bis sich eine Mehrheit findet.
Das ist auch gut so! Kopf über sich in etwas stürzen, nur weil es grad „hype“ ist, hat noch nie zum Erfolg geführt.

Beim Einstieg habe ich das Ende des ESAF 2013 erwähnt. Ein Ende von einem Grossanlass ist aber auch immer wieder der Anfang eines Nächsten. Oder wie es im Fussball so schön heisst: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. In diesem Sinne ist nach dem ESAF 2013 vor dem Kilchberger Schwinget 2014.

feldwaldwiesenblogger

Das ESAF 2013 ist Geschichte – ein paar Gedanken

In der aktuellen Ausgabe der Weltwoche vergleicht Sportjournalist Klaus Zaugg den Schlussgang an einem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest mit dem Superbowl des American Football in den USA. Recht hat er: Im Schlussgang oder eben dem Superbowl entladen sich die Gefühle und Emotionen der beiden Länder in einer nur ihr eigenen Art. Man nennt das auch Swissness oder Hollywood.

In der gigantischen Emmentalarena wurde am späten Sonntagnachmittag der logische Sieger mit Matthias Sempach erkoren. Zum Glück strafte Sempach nicht nur mich mit meiner Tippabgabe Lügen: Weder Bieri, noch Wenger, noch Stucki oder ein Innerschweizer wurde Schwingerkönig. Auch viele Experten lagen komplett daneben, ja prophezeiten sogar, dass diesmal keiner mehr mit acht gewonnenen Gängen Schwingerkönig werde. Wie Unrecht doch sie, und auch ich hatten.

Matthias Sempach ist nicht nur ein würdiger Nachfolger von Kilian Wenger, sondern auch der ideale Sympathieträger des modernen Schwingsportes. Schwingerkönig Sempach verköpert auch wie kein Zweiter den Prototyp eines durchtrainierten Athleten und Mustersportler.
Herzliche Gratulation Mättu!

Übrigens: Mit den Lebendpreisen (siehe Bild oben) könnte man von mir aus sofort aufhören. Was soll das heutzutage noch bringen, ausser Arbeit und Umtrieb?
Zudem gilt es die peinliche Tatsache zu erwähnen, dass der Siegermuni am ESAF zu wenig an „Preis-Geld“ für den König abgeworfen hätte. Einzelne Preise für die nachfolgenden Ränge hätten nämlich gut und gerne den doppelten Wert des Stieres Fors gegolten. Dem Burgdorfer OK blieb nichts anderes übrig, als noch ein Couvert mit ein paar Tausender-Nötli draufzulegen.

Die Folklore darf an einem ESAF natürlich auch nicht fehlen. Schön dezent durften die Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger ihre Vorträge in der Arena darbringen. Die urchigen Klänge kamen so unaufdringlich daher, dass sich auch Nichtvolksmusik-Begeisterte an dem typischen Swissness-Sound erfreuten.
Zudem konnte und durfte Dagobert Cahannes, der Hauptspeaker von schon so manchem Eigenössischen, während den Darbietungen Gänge ankündigen oder Resultate durchgeben, ohne dass es störte.

Apropos Eidgenössisches: Wieso muss dieses grossartige Fest eigentlich mit vollem Namen immer noch den Zusatz „Älplerfest“ beinhalten? Ich meine mich zu entsinnen, gar nicht so viele Älpler in Burgdorf angetroffen zu haben. Die Bezeichnung Eidgenössisches Schwingfest reicht vollkommen, oder?

Der Gigantismus an den Eidgenössischen Schwingfesten nimmt in meinen Augen ein bedrohliches Ausmass an. Gerade noch habe ich oben vorgeschlagen, es nicht mehr Älplerfest zu nennen. Denn was hat diese Festmeile (siehe obiges Bild) mit den unzähligen Verkaufs-, Essens-, Ausstellungs- und Werbeständen mit dem Älplertum (noch) zu tun? Etwa so viel wie Bernhard Russi mit der Formel 1.
Eine grosse Schwingarena mit den üblichen Verpflegungsständen und einer entsprechenden Anzahl Festzelten für den unumgänglichen „Krimskrams“ würde in meinen Augen vollkommen reichen.
Aber eben: Ein OK-Mitglied hat am Sonntag im Radio gemeint, die Grösse des jetzigen Anlasses entspreche der Nachfrage. Wahrscheinlich hat er (leider) Recht.

Beeindruckt hat mich nebst der Riesenarena, übrigens der grössten temporären Europas, auch die Stahlkonstruktion unter den Tribünen.
Ein Wahnsinn und Gewirr an Rohren, Stangen und Schrauben. Auch dies verkörpert die typische Schweiz: Mit Präzision, Weitsicht, Eifer und Fleiss wurde in Burgdorf die grösste Arena errichtet, die je an einem ESAF gesehen wurde.

Etwas unterhalb meines Sitzplatzes, auf der Tribüne C (jener der Innerschweizer), fand sich ein lustiger Zeitgenosse von den „Ländern hindäfürä“ (Ob-/Nidwalden) ein. Er schoss nicht nur bei jedem gewonnenen Gang von Andreas Ulrich eine längliche Tischbombe ab, er peitschte auch das Publikum mit seinem Megafon an.
Am Sonntagvormittag gelang ihm sogar das Kunststück, die La Ola-Welle zu starten und um die Arena branden zu lassen. Gut gemacht, Junge!

Der Stimmungsmacher mit der längeren Haartracht bringt mir die Überleitung zu unseren „Sorgenkindern“, den Innerschweizer Schwingern. Wobei Sorgenkinder: Die ISV-Schwinger erkämpften sich stolze 15 (!) Kränze, gar drei mehr als die Berner.
Man könnte fast meinen, dass das Einteilungsgericht Mitleid mit den Urschweizern bekam und ihnen im achten Gang ein Trostpflaster in Form von „ringen“ Gegnern zum Kranzgewinn darreichte.

Für die tragische Figur an diesem ESAF, Martin Koch, nützte das auch nichts mehr. Böse Zungen behaupten, dass er mit den Gängen gegen Kilian Wenger (Sieg), Christian Stucki (Niederlage) sowie gegen Matthias Sempach (ebenfalls Niederlage) verheizt und für die Innerschweiz geopfert wurde.

Symptomatisch für den ISV-Auftritt waren auch gewisse Schwyzer, allen voran Adi Laimbacher und Christian Schuler, die gemäss Paul Vogel (ISV-Präsident) versagt haben. Trotzdem holten sich die Schwyzer am Sonntagabend ganze acht Kränze ab.

Was aus Innerschweizer Sicht bleibt, ist die nüchterne Erkenntnis, dass meine „Landsleute“ praktisch zu keiner Zeit des Festes an der Spitze mittun und um die Krone kämpfen konnten. Woran das liegen mag, wissen die Götter.
Klugscheisser und Besserwisser meinen, dass der abtretende Geni Hasler die Ursache allen Übels und Elendes ist. Dabei gilt es nochmals zu unterstreichen: Die ISV’ler holten die meisten Kränze!
Aber: Das markiert halt heutzutage (fast) keine allzu grosse Ruhmestat mehr, wo wie bei Olympiaden oder Weltmeisterschaften im Skifahren fast nur noch das Mittun im Schlussgang und der Schwingerkönigtitel am meisten zählt.

Geni Hasler ist und bleibt ein sympathischer Zeitgenosse. Das war er schon als Schwinger und ist es als TK-Chef der Innerschweizer geblieben. Hasler, einem der besten, wenn nicht gar besten Schwinger aller Zeiten, blieb die Königskrone verwehrt. Wiederum behaupten andere böse Zungen, dass genau aus diesem Grund unter „Schränz Geni“ nie und nimmer ein Schwinger aus seinem Team Schwingerkönig geworden wäre. Wegen Neid, Missgunst und was weiss ich für welchem „Mumpitz“.

Aber eben, mit sympathischen Leuten ist in der Neuzeit kein Blumentopf, geschweige denn den Königstitel zu gewinnen. Da muss scheinbar ein „Böser“ her. Ob’s ein Arschloch oder ein furchtbarer Schinder als Technischer Leiter braucht, weiss ich auch nicht.
Ich bin der Meinung, dass man die Sache nüchtern betrachten sollte, und keine Schnellschüsse abzufeuern braucht.

Jedenfalls könnte es nicht schaden, wenn in Zukunft unsere Topleute halt doch nicht nur im grossen Verbund trainieren und über glühende Kohlen hüpfen. Sondern irgendwie auch separat betreut werden und trainieren, wie es die stärksten Berner Mutzen scheinbar schon länger erfolgreich praktizieren.

Man könnte jetzt tausend Dinge vorschlagen und gegen einander abwägen: Das ESAF 2013 ist vorbei und soll abgehakt werden. Hingegen soll eine Revanche in Form vom Kilchberger Schwinget in gut einem Jahr ins Auge gefasst und gut geplant werden.

Bundesrat Ueli Maurer, welcher mich und meine Muotathaler Kollegen am Sonntagmorgen mit einem herzhaften „Guete Morge mitenand“ begrüsste, hielt anschliessend in der Schwingarena eine stimmige WWW-Rede ab. WWW was? Maurer erklärte, dass WWW für Wurzeln, Wert und Weitsicht stehe. Da gibt es nichts dagegen einzuwenden.
Eine findige Twitter-Followerin von mir antwortete vorgestern, nachdem ich es mit einem entsprechenden „Piktschör“ auf Twitter stellte: „Dieselbe Rede wie im August 2012 zur Eröffnung des 4-Quellen-Wegs auf dem Gotthard-Pass.“

Nichtsdestotrotz: Vor Maurers Gang in die Höhle der Mutzen liess er am Samstagabend, nach Beendigung der Schwingerarbeit, die Patrouille Suisse (Bild oben) auffliegen und über das Emmental donnern.
Dabei habe ich gedacht, dass diese Edelfliegerstafel aus Kostengründen aus dem Sortiment der Schweizer Armee gestrichen wurde…

Das ESAF 2013 ist Geschichte, und dies waren nun ein paar Gedanken von mir zum grössten Schweizer Sportanlass dieses Jahres.

feldwaldwiesenblogger