Angela Merkel oder Papst Franziskus?

Wo würde ich lieber Schlagzeug spielen: Bei der bald neuen alten Kanzlerin Angela Merkel?


(Bildquelle: http://www.nzz.ch)

Oder bei Papst Franziskus im Vatikan?


(Bildquelle: blog.zdf.de)

Die Antwort kann ich sofort liefern: Natürlich bei Papst Franziskus!

Oder anders gefragt: Mit wem würde ich gerne mal eine Stunde diskutieren dürfen? Natürlich auch mit dem römisch katholischen Kirchenoberhaupt.

Angela Merkel oder Papst Franziskus: Mit welchem von beiden möchte ich gerne mal nur „einen trinken“ gehen? Jaja, ihr ahnt es: Auch wieder mit dem Papst.

Dieses Fragespielchen könnte ich noch weiterspinnen, bis mir die Fragen ausgingen. Ich lasse es hier aber gut sein.

Wieso stelle ich mir aber gerade heute diese Frage? Ganz einfach: Beide stehen heute im Fokus der Welt-Medien und somit der Menschheit. Ich habe mit voller Absicht nicht Peer Steinbrück, der Kanzlerkandidat der SPD, mit Angela Merkel vergleichen wollen.
Denn erstens habe ich den deutschen Wahlkampf mit meinem Blogbeitrag: „Wen würde ich in Deutschland wählen: Mutti oder Peitschen-Peer?“ abgehandelt. Und zweitens kann ich mit der Person und dem Mensch Steinbrück rein nichts anfangen. Alles was der rauslabbert ist unglaubwürdig, eklig und klebrig. Wenn man ihn bei seinen Wahlkampfreden genau beobachtet, fällt auf, dass er seinen eigenen Worten kaum oder gar nicht traut. So einer ist das halt, der Norddeutsche, der meinte, der Schweiz das Fürchten beibringen zu müssen.

Meine Güte, ich bin schon wieder bös abgeschweift. Eigentlich wollte ich ja erklären, wieso ich Papst Franziskus in (fast) allen Belangen einfach die interessantere Person finde, als Frau Angela Merkel.

Lest zunächst den Kommentar der heutigen Schwyzer Zeitung zur Personalie Papst Franziskus:


(Quelle: http://www.schwyzerzeitung.ch)

Dominik Straub brachte es voll und ganz auf den Punkt, nicht wahr!
Wir erleben zurzeit einen Papst, der nicht idealer der gute Hirte unserer Kirche, der römisch katholischen, sein könnte. Der Mann hat in meinen Augen so viel Charisma, wie wahrscheinlich die letzten vier Päpste zusammen. Mal abgesehen von Papst Johannes Paul I., welcher leider schon nach gut dreissig Tagen im Amt verstarb.

Endlich haben wir einen wirklichen Nachfolger von Petrus, der es auch verdient so genannt zu werden. Denn dieser Geistliche schafft es, die verknöcherte Kurie von einst völlig vergessen zu machen. Er zündete in mir wieder eine Flamme, welche meinen Glauben an Jesus Christus wieder neu auflodern liess.

Endlich haben wir einen Papst, der der Kirche neues Leben einhaucht. Der die Menschen so nimmt, wie sie sind, mit all ihren Fehlern und Verfehlungen.

Papst Franziskus schaffte es eigentlich schon bei seinem Amtsantritt, als er nach dem Verströmen des weissen Rauches auf den Balkon trat und in die Menschenmenge lächelte. Schon hier wusste ich: Dieser Mann ist es!

Bei unserem Bischof Huonder, der sich so benimmt, dass man am liebsten aus der Kirche austreten würde, spüre ich null Feeling eines guten Hirten. Dieser verströmt vielmehr den Spirit eines bünzligen und sturen Buchhalters, der auf seinen Paragrafen und Standpunkten rumreitet: Das und das darf man, dies und jenes führt dich gleich ins Verderben. Judihui, mit so einem hat die Kirche einfach von Anfang an keine Chance, geschweige denn eine Zukunft.

Papst Franziskus ist hingegen voller Güte, Barmherzigkeit und Weitsicht. Er verströmt einfach den guten Geist von Jesus Christus. Bei ihm sind mir die Kirchengesetze so was von egal, denn sie rücken einfach in den Hintergrund. Weil er genau den Knopf drückte, denn so viele Christen sich lange erhofften.
Den Knopf des wahren Glaubens, welcher „die Herzen der Menschen erwärmen kann“.

Ob arm-reich, jung-alt, dick-dünn, gesund-krank: Papst Franziskus ist ein guter Hirte für alle.
Wenn unser neues Oberhaupt nur das schafft, was er bei mir schon erreichte, nämlich den Glauben an Jesus Christus wieder neu entfachen, dann hat das Christentum schon gewonnen.

Mir ist auch klar, dass die Menschen in Syrien momentan ganz andere Probleme haben, als sich Gedanken über den neuen Papst zu machen. Dennoch glaube ich, dass er den Menschen dort mit seinem Charisma auch eine kleine Hoffnung ist und sein kann.

Zum Schluss noch ein Wort zu Angela Merkel: „Die Frau ist natürlich schon Recht“, wie wir in der Schweiz zu sagen pflegen. Sie wirkt für mich einfach ein wenig langweilig und spiessig. Trotzdem glaube ich, dass sie momentan einfach die beste Wahl für das Kanzleramt im grossen Kanton ist. Deutschland weist viele grössere und kleinere „Baustellen“ auf, sowohl innenpolitisch wie aussenpolitisch. Frau Merkel hat aber in der Vergangenheit bewiesen, dass sie mit ihrer ruhigen, sachlichen und bescheidenen Art die Dingee anpacken kann. Sie wirkt vertrauenswürdig und macht ihren Job in meinen Augen gut.

Was ich aber zu allerletzt noch los werden will: Weder Papst Franziskus noch Angela Merkel können alleine ihre „Schäfchen“ hüten und führen. Da steckt hinter beiden ein Riesenheer an emsigen Köpfen und Händen, welche jeder mit seinem kleinen Anteil zum grossen Ganzen beiträgt.
Der Job der „Chefs“ ist es, die Mitarbeiter und das Volk bei Laune zu halten. Sie zu motivieren und ihnen den Glauben vermitteln: Jeder ist wichtig in einer Gemeinschaft von Menschen!

feldwaldwiesenblogger

Habemus Pop

Vorgestern wurde ich via Twitter von Habemus Pop angeschrieben: „Lieber Feldwaldwiesenblogger, vielen Dank fürs followen. Wir sind uns ja als feldwaldundwiesenrapper gar nicht so unterschiedlich… Schau dir doch mal unser Video an. Ein ironisches Lied über die schönste Limmatstadt der Welt.“

Und tatsächlich: Mein Blogger-Pseudonym „feldwaldwiesenblogger“ animierte gewisse Rapper zu „feldwaldwundwiesenrapper“ – Habemus Pop mit „Züristyle“ ist das Ergebnis.

Neugierig googelte ich die mir unbekannten Rapper. “Züristyle isch ä no geil” bloggt Marco Durrer auf www.78s.ch
Als Einleitung zu seinem Beitrag schreibt Durrer: „Darauf hat die Welt gewartet: Habemus Pop! Ausgerechnet ein Berner namens Zwingli räppt den Züristyle und beschert der weltschönsten Limmatstadt eine neue Hymne.“

Habemus Pop „zwitscherten“ mir weiter zu: „… wenn es dir gefällt, dann würden wir uns freuen, wenn du uns unterstützen würdest und uns zwitscherst oder bloggst. Es wär uns eine Ehre.“
Soso, gewissen Leuten ist es also schon eine „Ehre“, wen ich über sie blogge oder twittere. Das freut natürlich mein feldwaldwiesenblogger-Herz!

„Züristyle“, ein ironisches Lied über das schöne Zürich, gefällt mir, und bringt mich auch zum Schmunzeln. So wie gewisse Leute wohl auch schmunzeln wenn sie meine Texte lesen, geschieht das beim Hören und sehen des Rapsongs von Habemus Pop. In diesem Sinne sind wir uns wahrscheinlich sehr ähnlich, eben „feldwaldundwiesendinger“.

Habemus Pop und auch ich nehmen sich nicht allzu ernst, und rappen oder schreiben hemdsärmlig über Dinge. die uns grad beschäftigen. Wir zwinkern öfters mit beiden Augen und sehen die Dinge nicht so „bierernst“ wie gewisse Leute. Dennoch scheint mir auch bei Habemus Pop, dass es nicht ihr Ziel ist, die Dinge über die sie rappen, durch den Kakao zu ziehen.

Wer aber sind Habemus Pop?
Der von ihnen geschickte facebook-Link kann ich nur zu einem Teil öffnen, da ich nicht (mehr) bei facebook bin. Weiteres Google-Durchsuchen brachte mich wieder auf den oben erwähnten „www.78s.ch“-Blog. Eine eigene Homepage scheint die Rap-Formation noch nicht zu haben.
Was ich aber zu den Jungs noch fand, war ein Mx3-Link. Dort finden sich diverse Infos, so zum Beispiel auch eine Biografie, welche ich auch beim facebook-Link fand. Habemus Pop sind also ein Duo, bestehend aus dem Findelkind Herr Zwingli, welcher in einem Korb die Limmat hinunter trieb, und Herr Zähringer. Herr Zähringer brachte den Herr Zwingli kurz vor seinem 40. Geburtstag auf die schiefe Bahn der Popmusik.


(Bildquelle: http://www.78s.ch)

Auf Mx3.ch, dem Swiss Music Portal, ist das Duo seit einem Monat angemeldet. Wir haben’s hier also mit absoluten „Frischlingen“ zu tun. Da scheint’s erst die Debut-Single „Züristyle“ zu geben, dazu ein Radiointerview auf Radio Rabe.

Was mir auch gut gefällt ist ihr witziges Logo:


(Bildquelle: habemuspop.bandcamp.com)

Hinter der Bildquelle entdeckt man die Lyrics zu ihrem Debut-Song. Beim Anklicken von habemuspop.bandcamp.com kann man den zynisch-ironischen Text nachlesen, welchen man vielleicht beim Anhören des Songs teilweise nicht richtig verstanden hat.
Unterhalb des Textes findet man auch den Verfasser der Lyrics und den „Vocalist“, Alain Messerli. Ist Herr Zwingli also Alain Messerli? Und der mit dem Bass auf dem Foto ist in dem Fall Urs Widmer, alias Herr Zähringer?
Zu Habemus Pop scheinen auch die Backing-„Vocalistin“ Britta Roth zu gehören, und wohl auch der Producer Daniel Lozano.
Der Release von „Züristyle“ erfolgte laut Angabe zudem am 7. August 2013. Wir haben’s hier nicht nur mit einer neuen Band zu tun, sondern auch mit einem brandneuen Song. Wobei Band: Spricht man bei Rappern auch von „Band“?

Ich muss ehrlich gestehen: Rap ist sonst nicht so mein Ding. Steckt aber keine verherrlichte Gewalt sowie irgendwelcher Kommerzschei** dahinter, stattdessen aber ein cooler Text und eine passable Melodie, so werde ich auch aufmerksam darauf.
Hier ein Text-Auszug von „Züristyle“, welcher mir besonders gut gefällt:

Woni Basel bastlet han, isch mir alles i d’Hose
Bern hani schnäll i de Znünipause gmacht
Woni Genf gschaffe, hani sälber glacht.
Aber z’Züri isch mir eifach alles glunge
Won ich’s gschafft han, han ich Halleluja gsunge

Ich finde, Habemus Pop haben etwas. Sie wirken für mich erfrischend, witzig, herrlich zynisch-ironisch und nehmen sich typischerweise für „feldwaldundwiesendinger“ wie sie und ich es sind, nicht allzu ernst.
Meine Wenigkeit, dem nun die „Ehre“ zustand, den Habemus Pop ein kleiner Beitrag zu widmen, findet, dass sie das Zeug dazu haben, sich im Schweizer Musikbusiness ihren Platz zu erobern.
Macht’s gut Jungs!


Usum Chäs-Chessi:

Folgender Leserbrief weckte heute Morgen meine Aufmerksamkeit:


(Quelle: http://www.bote.ch)

feldwaldwiesenblogger’s Kommentar: Ich boykottiere sowieso meist die Durchfahrt durch Schwyz. Wegen irgendwelchen Veranstaltungen und Märkten ist für uns Muotathaler je länger je mehr Schluss beim „Sonnenplätzli“. Zum Glück wird das schon seit Jahren beim Abzweiger den Grund hinunter signalisiert, damit man nicht „vergebens“ zum Verbotsschild fährt. Die klugen Strassenmänner von Schwyz nehmen die erwähnte Signalisationstafel schon gar nicht mehr weg. Sie müssen sie nur jeweils umdrehen.

Sollen sie doch von mir aus den Hauptplatz begrünen, wie Adi Gwerder schreibt, und die Signalisationstafel immer auf „Durchfahrt verboten!“ lassen.

Die „Aristokraten von Schwyz“, wie sie die alten Muotathaler gerne nannten, haben die „armen Buurli“ aus dem Muotathal halt nicht (immer) so gerne. Wir sie aber auch nicht (immer).

feldwaldwiesenblogger

Silvia Götschi: Das Hochzeitsgeschenk

Gestern erhielt ich unverhofft elektronische Post von meiner ersten Carte Blanche-Verfasserin, Silvia Götschi:

Hoi feldwaldwiesenblogger

Versunken in meiner Arbeit, bin ich zwischendurch mal wieder auf Deinen Blog gestossen.

Hast Du noch Interesse an einer neuen Geschichte?

Bei mir tut sich nämlich etwas.

Der deutsche Grossverlag Emons hat mich unter Vertrag genommen. Jetzt schreibe ich einen Bündner Krimi, heißt, ich habe ihn bereits fertig geschrieben. Er wird im März 2014 erscheinen.

In drei Wochen kommt nun endlich KÜNSTLERPECH – Kramers dritter Fall auf den Markt.

Lieben Gruss
Silvia

Ich antwortete ihr:

Hallo Silvia

Wauw, das tönt ja mega! Ich freue mich für dich. Als begeisterter Krimileser warte ich gespannt auf deine neuen Bücher.
Und natürlich habe ich immer Interesse an Geschichten von dir! Du kannst gerne wieder einen Carte Blanche-Beitrag für meinen Blog zusammenstellen, so wie’s dir grad beliebt.

Leider hat neben dir erst ein Herr noch angebissen, und mir einen Carte Blanche-Beitrag für den Blog zugestellt. Aber es schreiben halt nicht alle so gerne wie du und ich. Jä nu … 🙂

Ich freue mich auf eine neue Geschichte von dir!

Liebe Grüsse
feldwaldwiesenblogger

Eine Stunde und 13 Minuten später kam wieder eine Email von Silvia Götschi:

Anbei eine Geschichte, die ich mal für eine Anthologie geschrieben habe, die bis jetzt aber in keinem Buch zu finden ist.
Vielleicht ist sie etwas für Dich.
Einen schönen Nachmittag und lieben Gruss
Silvia

Aufmerksam las ich die Kurzgeschichte durch. Atemlos nahm ich hernach zur Kenntnis: Natürlich war die Geschichte etwas für mich, einer kleinen (Krimi-)Leseratte. Sie fesselte mich nämlich von Anfang an, Götschi’s Text mit dem Titel „Das Hochzeitsgeschenk“.
Ohne zu überlegen wusste ich gleich: Diese Geschichte ist auch für euch, liebe Leserinnen und Leser, etwas!

Zur Kurzgeschichte schickte Götschi auch noch ein wunderschönes Bild mit.

Vorhang auf für den zweiten Carte Blanche-Beitrag von Silvia Götschi:

——————————————————————————————————–

DAS HOCHZEITSGESCHENK

Das Unglück geschah am 30. Dezember, genauer gesagt in der Nacht, bevor Roger Tanner zusammen mit seiner Frau vom Aufenthalt auf den Malediven in die Schweiz zurückflog.
Sie hatten in aller Stille geheiratet und daraufhin ihre Flitterwochen auf einer Ferieninsel im Indischen Ozean gebucht. Es war der letzte Abend, und der sollte etwas ganz Besonderes werden. Gabrielas Geschenk an ihren Mann, der sich nichts Sehnlicheres wünschte, als diese letzte Nacht ihrer Hochzeitsreise auf hoher See zu verbringen. Ein bisschen feiern und danach schwimmen.
Mit solchen verrückten Ideen hatte man Tanner schon immer begeistern können. Er war ein Abenteurer, ein Robinson Crusoe des 21. Jahrhunderts. Er riskierte oft sein Leben und war da anzutreffen, wo man sich durch Wildwasserschluchten treiben liess und sich an Seilen in die Tiefe stürzte. Er liebte das Extreme, kannte weder Angst noch Gefahren.
Gabriela hingegen war die scheue kleine Frau, die Nachtschwester in der Kinderklinik. Die zierliche Muse, die liebend gern Geschichten erfand und sie ihren kranken Sprösslingen erzählte. Keiner ihrer Freunde hatte damit gerechnet, dass sich diese beiden Gegensätze einmal gegenseitig ausziehen würden.
Tanner wusste, dass sich Gabriela vor dem Wasser fürchtete und dass es sie Überwindung kostete, aufs Meer hinauszufahren, dass die Angst um ihn sie stets begleitete. Umso mehr freute er sich, als sie mit einem Korb voller exotischer Früchte und einer Flasche Champagner am Ufer stand und auf ihn wartete. Sie schien wirklich motiviert zu sein.
Die letzten Sonnenstrahlen ergossen sich über das Meer. Im fahlen Licht der Abenddämmerung gingen Tanners über den warmen Sand zur Bucht, wo ein Segelboot vor Anker lag. Die Wetterverhältnisse hätten idealer nicht sein können, als sie in die offene See hinausfuhren.
Später sassen sie nebeneinander. Schweigend sahen sie in die einbrechende Nacht hinaus.
In der Zwischenzeit war Wind aufgekommen. Er stiess seinen lauen Atem in die gehissten Segel wie ein unsichtbarer Blasebalg und trieb das Schiff nun zügig voran.
„Siehst du dieses Licht in den Wellen?“, fragte Gabriela nach einer Weile. Sie hatte ihren Blick auf das dunkle Wasser gerichtet. „Was ist das?“
„Vielleicht spiegelt sich der Mond darin.“ Tanner zog seine Frau liebevoll an seine Seite.
„Ich sehe aber keinen Mond.“ Gabriela war mit seiner Antwort nicht zufrieden. Neugierig lehnte sie über die Schiffsbrüstung. Ein Blick zum Bug, der die Wellen brach.
Plötzlich waren diese glitzernden Lichtkügelchen überall, leuchtenden Edelsteinen gleich, die in der Gischt auseinanderstieben. Gabriela erhob sich und ging mit schaukelnden Schritten nach hinten zu den beiden Männern, die sie begleiteten und fragte sie, was diese sonderbaren Reflexe auf dem Wasser bedeuteten.
„Das sind Allahs Diamanten“, sagte einer der beiden. „Wenn man sie aus dem Wasser nehmen will, verschwinden sie. Magische Diamanten, die uns an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnern sollen.“
Kopfschüttelnd kehrte Gabriela zu Tanner zurück. Er beruhigte sie. „Auch die Inselbewohner haben so ihre Geschichten. Das ist Plankton“, erklärte er. „Wenn es nachts an die Oberfläche kommt, phosphoresziert es, und das glitzert dann so.“
Tanners Pragmatik bewirkte, dass das schöne Märchen mit einem Schlag zu Ende war. Gabriela lehnte sich seufzend wieder über den Schiffsrand. Die Diamanten waren verschwunden.
Sie fuhren eine Weile. Das Boot glitt leise. Die Segel lagen gut im Wind.
„Wollen wir auf unser Glück anstossen?“ Tanner war aufgestanden und angelte den mitgebrachten Korb an seine Seite. Er entnahm ihm die Flasche mit dem Champagner. Gabriela naschte von den tropischen Früchten.
„Auf unsere Zukunft“, sagte sie, „auf dass wir uns in unseren Wesen näher kommen.“ Sie ergriff Tanner mit beiden Armen und zog ihn zu sich. „Ich habe heute meinen ersten Schritt getan. Ich musste mich überwinden mitzukommen, weil ich auf solchen Ausflügen immer seekrank werde.“
Tanner sprang auf und bat die beiden Schiffseigner die Segel einzuziehen. Sie waren jetzt eine ziemliche Strecke von der Insel entfernt. „Machen wir also eine Rast. Trinken wir auf meine mutige Frau!“
Gabriela holte zwei Gläser hervor. Tanner goss den sprudelnden Champagner ein. Dann sassen sie nebeneinander, tranken und blickten in das sternenübersäte Firmament über ihnen. Sie glaubten, Kometen zu sehen und flüsterten sich gegenseitig ihre Wünsche ins Ohr.
Später tauschte Tanner seine Kleider gegen eine Badehose ein.
„Ich gehe jetzt schwimmen“, sagte er zu seiner Frau. „Ich weiss, du wirst mich für verrückt halten, aber ich kann es einfach nicht sein lassen.“
Mit einem galanten Schwung über die Bordwand sprang Tanner ins Wasser. Es gab ein platschendes Geräusch. Er tauchte kurz unter, kam prustend wieder hoch.
„Herrlich!“, rief er und winkte Gabriela euphorisch zu.
Später lag er auf dem Rücken und liess sich treiben. Der Himmel über ihm spannte sich wie ein Bogen voller Sterne. In solchen Momenten kam sich selbst ein Roger Tanner klein vor.
Nach einer Weile drehte er sich auf den Bauch und schwamm mit kräftigen Zügen weiter hinaus. Er war ein guter Schwimmer. Er hatte sogar das Brevet im Rettungsschwimmen gemacht und an den Wochenenden im Hochsommer aushilfsmässig als Bademeister im Freibad gearbeitet. Er dachte nichts Böses, als er plötzlich eine Bewegung im Wasser vor sich wahrnahm. Vielleicht ein Fisch, der an die Oberfläche gekommen war, um sich eine Mücke zu schnappen oder sonst etwas. Tanner verharrte ruhig und liess sich wieder rücklings auf den Wellen treiben.
Auf einmal spürte etwas an seinem rechten Fuss. Ob der Fisch zurückgekehrt war? Er ignorierte ihn. Doch das Fremde berührte ihn wieder. Am Oberschenkel, an den Lenden, am Bauch.
Haie!, durchfuhr es Tanner. Sein Herz schlug heftig gegen die Rippen. Kaltes Grauen durchfuhr ihn. Aber er behielt tapfer einen klaren Kopf. Schliesslich hatte er das Verhalten in Notsituationen gelernt. Sei kein Feigling, schalt er sich selber und schlug den Weg in Richtung Schiff ein. Der Hai schien ihn zu verfolgen. Wieder streifte er ihn, diesmal an beiden Füssen, kalt und grausam. Panik ergriff Tanner. Eine Angst, die ihn fast erlahmen liess. Doch er schwamm so schnell er konnte; die Distanz zum rettenden Schiff schien unendlich zu sein.
„Hilfe, Haie!“, schrie er aus Leibeskräften, in der Hoffnung, dass man ihn hörte. Seine eigene Stimme dröhnte in den Ohren wie eine fremde Stimme in dieser sonst absoluten Ruhe. Mein Gott, lasse mich am Leben, betete er, keuchte, spuckte und rief wieder.
Irgendetwas packte ihn plötzlich an den Oberschenkeln.
Das konnte kein Hai sein. Tanner schlug wild um sich. Er versuchte, das schreckliche Monster, das ihn mit kalten Armen umklammerte, von sich zu stossen. Dadurch wurde der Griff noch fester.
Ein Tintenfisch! Ein Polyp! Ein Riesenkrake! Tanner registrierte es im Bruchteil eines Augenblickes. Mein Gott, ich werde bei lebendigem Leib verschlungen. Er wollte wieder schreien, aber seine Stimme versagte ihm. Er strampelte und schlug verzweifelt um sich. Das blanke Entsetzen drohte, sein Gehirn zu zerreissen. Er schwamm immer noch, holte die letzte ihm noch verbleibende Kraft aus seinem Körper. Der Polyp, oder was immer es war, hing an seinen Beinen und versuchte, ihn unter Wasser zu ziehen.
Tanners Kräfte schienen langsam aber sicher nachzulassen. Es dünkte ihn, als käme er überhaupt nicht mehr vom Fleck. Das Schiff war schier endlos weit weg. Er war die längste Zeit im Kreis herum geschwommen. Er keuchte und zitterte, wollte sich dem Schicksal ergeben. Er spürte, als er erschöpft auf dem Wasser trieb, dass der Griff – einen Augenblick gelockert – jetzt noch fester wurde und ihn erneut hinunterzog. Der Sternenhimmel verschwand. Das Wasser klatschte über ihm zusammen.
Ich bin tot, dachte Tanner. Er spürte das salzige Nass in seinem Mund.
Nein, er wollte nicht aufgeben. Noch einmal kam er hoch. Mit letzter Kraft versuchte er, das Monstrum abzuschütteln.
Da griff ein weiterer Arm gnadenlos zu.
Tanner tauchte unter, während ein gleissendes Licht seine Augen traf – eine Taucherlampe. Für den Bruchteil einer Sekunde konnte Tanner die schemenhaften Umrisse eines Tauchers wahrnehmen, ehe ihn die völlige Dunkelheit erneut einschloss. Wollte man ihn umbringen und weshalb? Er hatte plötzlich seinen Mund voll Wasser. Sein Kopf drohte im Innehalten des Atmens zu zerplatzen. Noch einmal trieb es ihn an die Oberfläche, wo er verzweifelt und in Todesangst spuckte und nach Luft rang. Sein klares Denken löste sich allmählich auf. Tausend Nadeln bohrten sich in seinen Schädel. Dann wurde er endgültig in die Tiefe gerissen, in diese bodenlose Schwärze hinein, in den höllischen Schlund des Meeres.
Weit vorne, sein Bewusstsein hatte er bereits verloren, leuchtete ihm etwas Weisses entgegen, ein kleines Licht, das rasend schnell auf ihn zukam.

Tanner erwachte an diesem Licht, das ihn jetzt voll in den Augen traf. Eine Taschenlampe. Ein Mann im Taucheranzug hielt sie in der Hand. Ein anderer drückte ihm unablässig auf die Brust. Reanimierte ihn. Tanner lag auf dem Holzboden des Schiffes. Er spuckte Wasser und Galle.
„Ich habe nicht gesagt, dass ihr ihn ersäufen sollt“, sagte eine aufgeregte Frauenstimme. Es war Gabriela.
„Er kommt zu sich“, sagte jemand in seiner Sprache.
Paul Gasser.
Tanner kannte ihn aus dem Sportverein. Was ging hier vor sich? Träumte er, oder befand er sich schon im Himmel? Tanner blickte auf. Die Segel lagen im Wind. Sie fuhren wieder.
„Willkommen zurück“, sagte Gabriela plötzlich dicht an seinem Ohr. Ihre Stimme vibrierte. Sie stützte ihn. Er lag jetzt in ihren Armen und sah sie ungläubig an. „Das war mein Hochzeitsgeschenk.“ Sie küsste ihm die salzigen Tränen weg. „Dank meiner Idee, hat Paul das Ganze arrangiert, zusammen mit unserem Reisebüro. Eine neue Art des Extremerlebnisses, prädestiniert, um auf den Markt zu kommen. Du warst sein erster Kunde.“
Tanner verstand schnell. Gasser war eingeweiht gewesen. Gasser, mit dem er im Sommer beim Bungeejumping gewesen war, und Gabrielas unverblümte Fantasie hatten die Sache auf den Punkt gebracht. Eine clevere Idee. Denn jetzt würde er es sich gut überlegen, bevor er sich verantwortungslos in ein ähnliches Abenteuer stürzte. Tanner rang sich ein krampfhaftes Lächeln ab.

(Silvia Götschi)

——————————————————————————————————–

Einfach wunderbar, nicht wahr? Mit dieser Wendung hat wohl keiner gerechnet. Heutzutage, wo fast alles extrem sein muss, sind halt auch „Hochzeitsgeschenke“ dementsprechend „extrem“.

Ich bedanke mich bei Silvia Götschi ganz herzlich für diese schöne Kurzgeschichte. Zudem fühle ich mich geehrt, eine Kurzgeschichte von einer so renommierten und ambitionierten Autorin wie sie veröffentlichen zu dürfen.

Wenn unter meinen Lesern noch jemand ist, der eine Kurzgeschichte oder ein pfannenfertiger Text parat hat: Nichts wie her, feldwaldwiesenblogger veröffentlicht es für dich!

feldwaldwiesenblogger

Wen würde ich in Deutschland wählen: Mutti oder Peitschen-Peer?

In gut einer Woche ist es auch in Deutschland so weit: Die Bürger des „grossen Kantons“ dürfen auch an die Urne. Anders als wir im „kleinen Kanton“, welche diesmal zu drei Vorlagen Ja, Nein und Amen sagen dürfen, darf Deutschland sein Parlament und seine Regierung wählen.

Victor Giacobbo hatte bei seinem Auftritt auf SRF3 am vergangenen Dienstag schon Recht: Im Gegensatz zu uns Schweizern dürfen die Deutschen ihre Regierung direkt wählen.
Trotzdem würde ich unser Politsystem nicht mit den Deutschen tauschen. Unsere direkt- und indirekt-demokratischen Rechte ermöglichen uns Schweizern regelmässige Abstimmungen zu Sachvorlagen. Die Deutschen hingegen wählen alle vier Jahre ihr Parlament und ihre Regierung, und damit hat sich’s mit den Urnengängen. Zu Sachvorlagen werden sie nämlich höchst selten an die Urne gebeten.

Die Wahlen in Deutschland beschäftigen uns Schweizer. Deshalb machte ich mich auch auf, Gedanken dazu zu machen.
Als Erstes las ich die Titelstory in der aktuellen Weltwoche: „Das falsche Vorbild“.

Zu dem deftigen Cover schreibt mein Lieblingsjournalist Urs Paul Engeler in seiner ihm eigenen Sprache darüber, warum Deutschland für uns ein schlechtes Vorbild ist. „Politisch ist das unklug, gefährlich und schädlich“ meint er schon im Titel. Das Modell Deutschland ist für Engeler gescheitert. Die Regulierungswut, der Betreuungs- und Sozialstaat und die EU-Finanzierung haben Deutschlands Kassen geleert und hinterlassen gut 2100 Milliarden (!) Euro Schulden. Ein Riesenberg an Schulden also.
Engeler ist weiter der Meinung, dass unter einem neuen Kanzler „Peitschen-Peer“ Steinbrück auch nicht viel ändern würde. Der arrogante Norddeutsche würde wahrscheinlich fast die gleiche Politik führen wie Angela „Mutti“ Merkel.

Trotzdem mache ich für mich eine Auslegeordnung, wen ich in einer Woche in Deutschland wählen würde. Auch wenn viele Schreiberlinge, darunter auch der Weltwoche-Kolumnist Henryk M. Broder, diesen Wahlkampf als langweilig, ja gar als inexistent beschreiben. Broder schreibt in seiner aktuellen Kolumne: „Game over. Egal, wer gewinnen wird, Hauptsache, der Wahlkampf ist endlich vorbei.“

Ist er wirklich so schlimm, respektive so langweilig, der deutsche „Wahlkampf“? Meine Meinung dazu ist: Die Farbtupfer in den Wahlkampf müssten (eigentlich) die Medien bringen. Die rühren aber diesbezüglich höchstens den kleinen Finger. Deshalb hole ich das nun in der Folge nach.

Farbtupfer 1: Der Sexappeal der beiden Kanzlerkandidaten.

Wie wäre es, wenn „Mutti“ mal von einer anderen Seite beleuchtet würde? Die ostdeutsche Merkel kann, wenn sie denn will, ganz schön sexy sein.


(Bildquelle: http://www.spiegel.de)

Der Sexappeal von Frau Merkel ist deutlich höher, als der von „Peitschen-Peer“. Dieser blickt meist arrogant und finster drein, und ist für uns Schweizer von vorneherein schon unwählbar.


(Bildquelle: http://www.tagesspiegel.de)

Ein Punkt für Merkel.

Farbtupfer 2: Das staatsmännische Auftreten.

Ist so einer wählbar? Mit so einem arroganten Stinkefinger-Auftritt? Nicht auszudenken, wenn er diese Geste in Richtung Putin gemacht hätte…


(Bildquelle: http://www.persoenlich.com)

Frau Merkel hingegen hat sich immer im Griff und hat in jeder Situation die korrekte Miene parat.


(Bildquelle: merkelfordert.tumblr.com)

Ein weiterer Punkt für Merkel.

Farbtupfer 3: Die Hobbys der beiden Kanzlerkandidaten.

Frau Merkel spielt Gitarre. Das macht mir als Amateurmusiker natürlich viel Freude.


(Bildquelle: http://www.leckdochfett.de)

Herr Steinbrück frönt in seiner Freizeit dem Schach. Das trainiert seine absterbenden Hirnzellen, und lässt ihn für einen Moment etwas symphatisch wirken.

Je ein Punkt für „Mutti“ und „Peitschen-Peer“.

Farbtupfer 4: Was machen die Kandidaten, wenn die Kamera mal nicht (offiziell) mitläuft?

Peer Steinbrück raucht. Ein absolut schlechtes Vorbild für die Jugend.


(Bildquelle: http://www.tagesspiegel.de)

Angela Merkel isst Käse und fördert so den Absatz der einheimischen Milchverarbeiter.


(Bildquelle: http://www.welt.de)

Ein weiter Punkt für Frau Merkel.

Das ergibt ergo einen deutlichen Vorsprung für „Mutti“. Sie schlägt „Peitschen-Peer“ in meinem Farbtupfer-Vergleich mit Vier zu Eins!

Laut den vielen Medien in Deutschland sind die Wahlen in einer Woche aber eigentlich schon so gut wie gegessen. Die CDU mit Kanzlerin Merkel wird wohl als Wahlsiegerin hervor gehen. Da bleiben höchstens noch zwei Fragen offen:

1. Was ist, wenn die FDP die Fünf-Prozent-Hürde für den Bundestag nicht schafft? Mit wem geht die CDU dann eine Koalition ein? Womöglich mit der SPD?
Der feldwaldwiesenblogger-Redaktion wurde dazu ein Bild zugespielt.


(Bildquelle: http://www.focus.de)

Führen da die beiden Kanzlerkandidaten etwa schon Geheimgespräche betreffs einer grossen Koalition?

2. Inwiefern kann die neue Partei AfD das Zünglein an der Waage spielen?
Zu dieser Partei findet sich folgendes bei Wikipedia: „Die Alternative für Deutschland (Kurzbezeichnung: AfD) ist eine am 6. Februar 2013 gegründete Euro-kritische deutsche Partei, die sich zum ersten Mal bei der am 22. September 2013 stattfindenden Bundestagswahl und der Landtagswahl in Hessen zur Wahl stellen wird.“
Diese „Anti-Europa-Partei“, wie sie in den Massenmedien gerne bezeichnet wird, könnte die berühmte Fünf-Prozent-Hürde durchaus schaffen. Vielleicht ist diese Partei gerade die „Alternative“ zu den bestehenden „Langweilern“ CDU, SPD oder FDP. Und vielleicht zieht die AfD mehr Protestwähler an, als der FDP lieb sein dürfte.


(Bildquelle: wikipedia.de)

Peter Bystron, Leiter Wahlkampfstrategie der AfD in Bayern, schreibt in der aktuellen Weltwoche, dass sie von den etablierten Parteien und deren Medienorganen kategorisch totgeschwiegen werden.
Parteien und Medienorgane? Das klingt doch irgendwie nach Berlusconi und seinem Medienimperium…
Jedenfalls setzt sich diese neue Partei für Anliegen ein, welche mir auf Anhieb gefallen. So zum Beispiel möchte die AfD verhindern, dass noch mehr Geld von deutschen Steuerzahlern in den Süden von Europa gepumpt wird.
Weiter meint Bystron in der Weltwoche: „Nach acht Jahren Merkel herrscht eine Stimmung wie in der DDR vor dem Mauerfall.“ Wumms! Da spricht einer Klartext. Auch schreibt er weiter von Ersatzthemen wie die Homo-Ehe, welche die etablierten Parteien und die Medien dem Volk auftischen. Also so eine Art Einschläferungstaktik.

Wenn ich meine letzten Sätze betrachte, habe ich eher das Gefühl, dass ich nicht zwischen „Mutti“ und „Peitschen-Peer“ wählen würde. Ich würde stattdessen das Parteiprogramm und die Leute um die Alternative für Deutschland näher begutachten. Hinterher würde ich mir dann Gedanken machen, ob ich doch allenfalls AfD wählen würde und „Mutti’s“ CDU links liegen lassen würde.

Sollten Deutschlands Bürger völlig überraschend meinen Gedankengängen folgen und die AfD zum Sieg wählen, hätte die gute Merkel ab übernächstem Montag plötzlich wieder viel Zeit für längere Spaziergänge…


(Bildquelle: koptisch.wordpress.com)

… und für ihre heimlichen Leidenschaften…


(Bildquelle: http://www.ariva.de)

Da ich aber ein Schweizer bin und nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft verfüge, kann ich mir die „würden‘s“ sowie „wenn’s“ und „aber‘s“ ersparen. Ich brauche mir nicht länger den Kopf darüber zu zerbrechen, als die gut drei Stunden, welche ich für diesen Text samt Bilder gebraucht habe.

feldwaldwiesenblogger

Die Illgauer John Doe Band

Gestern erhielt ich von einem Musikkollegen aus Illgau SZ elektronische Post. Darin enthalten war unter anderem folgendes:

Der besagte Kollege schrieb dazu in der Email:
„Am Samstag, 28.09.2013 stellen wir in Illgau unsere „John Doe Band“ vor. Natürlich freuen wir uns über interessierte Besucher und über jegliche Unterstützung 😉
Und natürlich darf das auch gerne weitergesagt werden.“

Mich machte heute Morgen der Begriff John Doe Band neugierig. Deshalb gab ich den Namen „John Doe“ bei Wikipedia ein. Dort wurde ich dann relativ rasch aufgeklärt:
„John Doe, weibliche Form: Jane Doe, ist ein englischer Platzhaltername für fiktive oder nicht identifizierte Personen. John war lange Zeit der häufigste englische Männername. „Doe“ bezeichnet eine Hirschkuh. Der Begriff ist vor allem in den USA gebräuchlich.“

John Doe ist in den USA also so etwas wie ein Pseudonym, wie etwa bei uns der „Heiri Müller“.

Als Herleitung meint Wikipdedia weiter:
„Der Begriff John Doe wurde spätestens seit dem 17. Jahrhundert von englischen Gerichten zur Bezeichnung fiktiver Parteien im Rahmen der sog. action of ejectment verwendet.“

Nun bin ich, und hoffentlich auch ihr, viel schlauer. Getreu dem Motto, man hat sowieso nie ausgelernt.

Stutzig machte mich zudem der Hinweis in der oben erwähnten Email: … unsere „John Doe Band“
Das heisst nach Adam Riese, dass es also noch weitere „John Doe Bands“ geben muss.

Deshalb ging ich kurzerhand auch auf YOUTUBE, und gab dort den Begriff „John Doe Band“ ein.
Und tatsächlich:


Eine italienische Band, mit einer sehr eigenwilligen Interpretation. Etwas gewöhnungsbedürftig.

Oder „John Doe“ als Solokünstler:

Desweiteren habe ich im WörldWeidWeb eine John Doe Band in Deutschland gefunden.

Als Pendant dazu gibt es bei uns in der Schweiz nun die Illgauer John Doe Band.
Übrigens: Es gibt aber auch eine „Heiri Müller Band„. Der ehemalige Tagesschausprecher heisst tatsächlich so und liegt mit John Doe alias Heiri Müller auf einer (Namens-)Linie.

Nur ist Heiri (oder Heinrich) Müller in diesem Fall nicht ein Pseudonym. Trotzdem kann Heiri Müller auch als „Platzhaltername für fiktive oder nicht identifizierte Personen“ verwendet werden.

Nun habe ich den Bandnamen und seine Bedeutung recherchiert und kann gut vorbereitet die Premiere der vier Illgauer Musiker erleben. Den Termin habe ich mir jedenfalls notiert, und möchte mir diesen interessant anzuhörenden Musikstil „Folk’n’Roll“ nicht entgehen lassen.
Diese Musikkombination lässt jedenfalls auf coolen Sound hoffen: Folk meets Rock’n’Roll.
Folk’n’Roll ist nicht Country, wahrscheinlich aber auch nicht weit davon entfernt. Folk’n’Roll ist auch nicht Delta-Blues, enthält aber ganz sicher auch typische Elemente davon.

Das antiquieriert anmutende John Doe Band-Foto und das dazugehörige Plakat inspiriert Auge und Geist dazu, in eine längst vergangene Zeitepoche in der US-Musikgeschichte zurück zu gehen. Man riecht förmlich das frisch geschlagene Holz und den Kuhmist der hart arbeitenden Mannen, welche in der Freizeit sich bei Musik und Bier erholen.

Es ist immer wieder interessant, wie man mit einem Bild und Geschriebenem Assoziationen herstellen kann. In diesem Fall stelle ich mir eine Verbindung vor, welche zurückgeht zu der Einwanderung von irischen Siedlern. Welche untertags eine Existenz aufbauten und am Abend am Lagerfeuer oder in Gasstuben ihrer Musik, dem Irish Folk, frönten. Daher auch das Folk beim Folk’n’Roll.

Irgendwie verfügt die amerikanische (Einwanderungs-)Geschichte mit seinen verschiedenen Epochen auch meist über ein ihr eigener Musikstil. Auch wenn für mich die USA nicht unbedingt ein Vorbild an Demokratie und Gesellschaft ist, so schätze ich doch ihre Musikgeschichte. Denn die ist einzigartig und darf wohl als die (!) Basis der populären Musikkultur bezeichnet werden.
Der Folk’n’Roll der Illgauer John Doe Band stammt demzufolge auch irgendwie aus der bunten Musikgeschichte der USA.

feldwaldwiesenblogger

26 Kantone innerhalb von zwei Jahren besuchen?

Ich bin wieder auf der Suche nach einer verrückten Idee, welche ich in die Tat umsetzen möchte.
Denn: Derzeit laufen die Vorbereitungen auf den Schlatt-Lee/Koechli-Auftritt vom 15. November. Aktuell sind grad die A3-Plakate für diesen Anlass fertig geworden.
Aber: Für nach Mitte November muss wieder eine neue „Geschichte“ her.

Als ich heute Vormittag nach dem reibungslosen Vorführen meines Goldwägelchens namens Subaru (Schleichwerbung?) nach Luzern an die Arbeit fuhr, erreichte mich durch eine Wolkenlücke eine Erleuchtung.


(Bildquelle: http://www.eurofussball.de)

Ich besuche ab Anfang nächsten Jahres alle 26 Kantone mal, und dies innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren. Damit ich dies nicht nur einfach so tue, überlegte ich mir ein Ziel dazu.

Erst kam ich auf die gleiche Idee wie damals die New Country-Formation C.H. (siehe dabei mein mit Nori gemachtes Weihnachtsinterview). Nori Rickenbacher ist inzwischen nicht mehr bei C.H. und besagte Formation um die verbliebenen Kisha und Reto Burell haben meines Wissens ihr Vorhaben „Schweizertournee“ gar nie umgesetzt. Ihr Ziel wäre gewesen, in jedem der 26 Kantone aufzutreten.

Ich dachte ernsthaft auch an musikalische Auftritte in jedem Kanton. Machte aber dieser Idee Platz für einen anderen Geistesblitz: Alle Kantonalen Schwingfeste innerhalb von zwei Jahren mindestens einmal besuchen. Das wären dann nach meiner Berechnung 22 Schwingfeste. Im Kanton Genf gibt es zur Zeit kein, im Kanton Tessin (noch) kein Kantonales. Dazu finden in den Halbkantonen von Appenzell und in Ob-/Nidwalden nur je ein Kantonal Schwingfest statt.

Als Beweis würde ich jeweils meine Eintrittskarte in meinen Blog stellen, und dies unter der „Schlussgangrubrik“ laufen lassen.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblog.blueblog.ch)

Das ist ein ehrgeiziges Unterfangen, und benötigt eine saubere Planung. Denn es finden öfters mehrere Kantonale Schwingfeste an einem Tag statt. Deshalb setzte ich diese, zugegeben verrückte Idee, auch auf zwei Jahre an.
Ein Zeitraum von drei Jahren ist mir zu lang, da die Gefahr besteht, dass das Ganze dabei im Sand respektive im Sägemehl zu verlaufen droht.

Ich stufe mein Vorhaben erst mal noch als „Bier-Idee“ ein, deshalb lud ich diesen Beitrag auch unter der entsprechenden Rubrik hoch. Momentan führe ich bei mir nämlich eine Art Vernehmlassung durch. So schön gut schweizerisch eben, wie es unser nationales Parlament auch zu pflegen weiss.
Nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach darüber schlafen. Vielleicht finde ich dann das „Ganze“ einfach nur noch blöd, wer weiss.

Vielleicht aber findet sich nach dem „Drüberschlafen“ auch noch etwas ganz anderes.
Halt doch musizieren in den 26 Kantonen, aber wegen dem Aufwand und der Organisation eher Unplugged-Auftritte mit Strassenmusikern?
Vielleicht gibt es unter den Lesern jemand, der bei so einem musikalischen Unterfangen mitmachen würde?


(Bildquelle: http://www.forum-strassenmusik.de)

Oder vielleicht begleitet mich Schlussgang-Chefredaktor Manuel Röösli an die Kantonalen Schwingfeste?

Der Herbst hat grad erst begonnen, und lässt einem auch Zeit zum Verweilen, nachdenken und planen. Bis zum Jahresende sind es noch fast vier Monate, also noch genügend Zeit, um etwas Griffiges auf die Beine zu stellen.

Ich bin auch jederzeit offen für Ideen und Neues!

feldwaldwiesenblogger

Von unseren Leidgenossen, Carlos und dem Epidemiengesetz

Liebes Tagebuch!

Es gibt so Tage, da könnte ich dir verschiedene Themen anbieten. Auf der Zunge würde mir heute als Erstes natürlich das plamable 4:4 unserer Schweizer Fussballnati brennen.

Als nächstes würde ich dir von Carlos und dem angekündigten Ende der Kuscheljustiz in Zürich berichten. Selbst der grüne Graf hat nun die Schnauze voll.

Als drittes würde ich mir endlich auch die dritte Vorlage der in Bälde stattfindenden Abstimmung zu Gemüte führen. Von zwei Vorlagen, der Aufhebung der Wehrpflicht und der Änderung des Arbeitsgesetzes berichtete ich bereits schon. Zur dritten Vorlage, dem Epidemiengesetz, schwieg ich bisher noch.


(Bildquelle: http://www.bluewin.ch)

Wie Ottmar Hitzfeld, litten wir gestern abend auch am TV mit. Auf jeden Fall in der Schlussphase und nach dem Abpfiff.
Erst verpassten wir bei Grilladen, Bier und Wein das leider (vor)entscheidende 4:2, den Anschlusstreffer der Isländer. Derart sicher wähnten sich meine diskutierenden Kollegen und ich. Wie sich herausstellte, waren nicht nur wir zu sicher auf die drei BIG POINTS. Dies waren auch unsere Nati-Spieler. Denn die aufopfernd kämpfenden Isländer, die unsere Eidgenossen schon nach drei Minuten zu „Leidgenossen“ machten, gaben sich zu keiner Zeit auf. Eigentlich verdient holten sie sich einen Punkt in Bern.

Dank dem 1:0 der Slowenen gegen Albanien führt die Schweiz die Gruppe E zwar nach wie vor mit vier Punkten an. Man könnte sagen: Wir haben noch mal „Schwein“ gehabt. Aber dieses „Schwein“ würde ich nicht noch mehr strapazieren und so weit herausfordern, dass die sicher geglaubte Qualifikation für die WM in Brasilien noch verspielt wird.
Denn in einer möglichen Barrage wären alle Gegner stärker als in der Schweizer-Gruppe.

Mir fehlten die Worte nach dem gestrigen Spiel. Es ist einfach unglaublich, wie plamabel unsere Schweizer agierten. Sicher geglaubte drei Punkte wurden einfach leichtfertig aufs Spiel gesetzt und verspielt. Eigentlich zu Recht, wenn man sah, wie das zu Stande kam.
Was für unseren jubilierenden Ottmar (50. Länderspiel mit seinen „Leidgenossen“) bleibt, sind nun gut drei Tage Erholung und eine noch konzentriertere Vorbereitung aufs Auswärtspiel in Norwegen. Vielleicht kam die gestrige „Mini-Katastrophe“, der sogenannte Schuss vor den Bug, just zum richtigen Zeitpunkt. Es ist zu hoffen, dass nun alle hellwach sind und mit allen Sinnen ans Spiel nach Oslo reisen.


(Bildquelle: http://www.tagesanzeiger.ch)

Carlos und die Kuscheljustiz. Der Fall bewegt die ganze Schweiz, nachdem ein „Reporter-Beitrag“ vor kurzem zu bester Sendezeit in die Schweizer Stuben flimmerte. Die ausgeartete Kuscheljustiz wurde schonungslos aufgedeckt. Christoph Mörgeli meint dazu in der aktuellen Weltwoche:
„Eltern sind verunsichert, ob sie ihren Söhnen nicht das Berufsziel ‚Schwerstkrimineller‘ ans Herz legen sollen. Denn so rasch kommt kein Jugendlicher zu einem Luxusleben mit Rundum-Coaching und Viereinhalb-Zimmer-Wohnung.“

Für einmal gebe ich ihm Recht, dem provokativen Zürcher Nationalrat. Denn welcher Jugendlicher in der Schweiz kommt ohne Nichtstun zu so einem Luxusleben wie Carlos, welches den Staat monatlich satte 29’000 Franken kostete? Abgesehen von den Sprösslingen der Schwerreichen wohl überhaupt niemand.

Was der Jugendanwalt Gürber mit seinem ulkigen Aussehen (ich glaube, der lebte mal auf dem Planet der Affen) dem Täter Carlos alles ermöglichte, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Unter anderem ein Thaibox-Training bei einem Profi! Unglaublich und unerhört.
Ein Kollege stellte gestern einen treffenden Vergleich her: „Das wäre, wie wenn ein Raser mit Schumi auf dem Hockenheimring ein Fahrtraining absolvieren dürfte!“
Ein Schwerstkrimineller wird mit staatlichen Fördergeldern zu einer Kampfmaschine ausgebildet! Ich glaubte, im falschen Film zu sitzen, als ich all das hörte und las.

Nun gibts aber eine Kehrtwende. Carlos sitzt nun im Knast, wie es sich für einen Verbrecher auch gehört. Der Zürcher Justizdirektor Martin Graf (Grüne) nahm gestern zudem zum Fall „Carlos“ klar Stellung. Er versprach, sich dafür einzusetzen, dass es keine solchen Fälle mehr geben wird und der Kuscheljustiz ein Riegel geschoben wird. Solche Auswüchse mit kostenschweren Sonderbehandlungen à la Carlos soll es nicht mehr geben.
Ich erinnere ihn dann beim nächsten Fall an sein Versprechen.

Nein zum Epidemiengesetz? Bis vor kurzem machte ich mir null Gedanken wegen dieser Vorlage, ja, hielt sie sogar für vernünftig. Ich hatte sogar die Absicht, hier ein JA „runterzulassen“. Bis ich folgenden Artikel in der Weltwoche las:


(Quelle: http://www.weltwoche.ch)

Mein Lieblingsjournalist Urs Paul Engeler, eigentlich in Rente, kommt (wahrscheinlich wegen Langeweile) wieder zu Teileinsätzen zurück zur Weltwoche. Was für ein Glück!
In einer kürzlich erschienene Weltwoche-Ausgabe schrieb er obigen Kommentar zu „Bersets Vorlage“, dem Epidemiengesetz. Mir fiels wie Schuppen von den Augen, und meine Stimmungslage betreffs dieser Vorlage kippte um zu einem NEIN. Denn wenn ein Urs Paul Engeler, ein Topjournalist der alten Schule, zu recherchieren beginnt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Er kehrt jeden angesprochenen Stein um und späht in die entlegensten Winkel. Rauskommt meist eine unbequeme Wahrheit und eine „Enthüllungsstory“ im wortwörtlichen Sinne.

Der Kommentar von Engeler deckt denn auch schonungslos die „2000 Propagandatoten“ von Bundesrat Berset auf. Da wurde scheints geschummelt und manipuliert, dass sich die Lügenbalken bogen.
Bei mir kommt der böse Verdacht auf, dass der Bundesrat, oder zumindest Bundesrat Berset, sein Departement und das BAG (Bundesamt für Gesundheit), alles daran setzt, um diese Abstimmung zu gewinnen. Koste es was es wolle, mit dreister Fehlinformation, falschen Zahlen und Zitaten. Es scheint so, dass die alle unter einer Decke mit der Pharmaindustrie stecken, und denen freihaus (weiterhin) viel Geld mit erzwungenen Impfungen zuschanzen möchten. Nüchtern betrachtet ist das ein Skandal, nichts anderes!

Was die Schwerverdiener der Pharmaindustrie mit den verschiedenen „Grippen“ (für einmal nicht Ueli Maurers „Gripen) wie Vogelgrippe, Schweinegrippe, SARS, etc. bisher verdienten, ist einfach unverschämt.
Mit Panikmache und Angstmacherei liess sich schon im Mittelalter ein Heidengeld verdienen. Dieses Phänomen hat sich (leider) in die Neuzeit gerettet, und existiert mit all seinen Auswüchsen noch immer.
Was dabei besonders skandalös anmutet, ist die Beihilfe vom BAG und seinem Oberchef Berset.

In meinen Augen kann dem Treiben nur mit einem klaren NEIN am 22. September begegnet werden. Sollte irgendwann wirklich eine todbringende Krankheit zu uns kommen, wäre ich der Letzte, welcher sich nicht zum Impfen zwingen liesse. Aber so lange gewisse „Grippen“ uns gar nicht richtig „heimsuchen“, muss man keine Panik unter der Bevölkerung verbreiten.

Es scheint mir wie bei Fehlalärmen: Nach zu vielen nimmt man den Ernstfall womöglich gar nicht, oder zu spät wahr. Dies hingegen wäre dann wirklich eine Katastrophe. Die Sensibilität in der Bevölkerung kann deshalb nur mit einem NEIN zum Epidemiengesetz erhalten bleiben.

Liebes Tagebuch, für heute beende ich meine Ausführungen. Es bleibt mir nur noch, dir ein schönes und sonniges Wochenende zu wünschen!

feldwaldwiesenblogger