Fates Warning-Konzert im Z7 – Ein Rückblick

Am letzten Samstagabend ging es zu Dritt nach Pratteln, in die berühmt-berüchtigte Konzertfabrik Z7.
Auf dem Programm stand ein Konzert der Prog-Metal-Band Fates Warning. Prog-Metal-Band? Fates Warning?

Wikipedia zitiert darüber wie folgt:

„Fates Warning ist eine US-amerikanische Metal-Band, die zu den Begründern des Progressive Metal zählt. Nach der Gründung der Band im Jahr 1983 in Connecticut erschien 1984 ihr erstes Album unter dem Titel Night on Bröcken, das noch stark von der Beeinflussung traditioneller Heavy-Metal-Bands wie Iron Maiden geprägt war. Das Debütalbum galt als wenig bedeutend, wohingegen die nachfolgenden fünf Alben der Gruppe als wegweisend für die Entwicklung des Progressive Metal angesehen werden, was besonders auf ihre Veröffentlichungen zwischen den Jahren 1985 und 1988 zutrifft mit den Platten The Spectre Within (1985), Awaken the Guardian (1986) und No Exit (1988). Diese Alben zeichnen sich durch komplexe und filigrane Vokalstrukturen aus, die östliche Einflüsse zeigen. Hinzu kommt das professionelle Gitarrenspiel von Matheos und Arduini/Aresti, welches sich durch komplexe Riffs, Tempowechsel, songdienliche, aber auch angepasst-virtuose Soli und Akustikpassagen auszeichnet.“
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fates_Warning)


(Bildquelle: http://www.fateswarning.com)

Meine Wenigkeit wurde durch einen Kollegen auf dieses Konzertereignis aufmerksam gemacht, mit dem Hinweis, dass Fates Warning seit 9 Jahren kein Studioalbum mehr auf den Markt brachten. Mit dem neuen Werk „Darkness In A Different Light“ sind die US-Amerikaner nun auf Tour.
Kleine Randnotiz: Besagter Kollege G wollte nach dem Konzert sich das neue Studiowerk zulegen. Ihm wurde aber mitgeteilt, dass es die Band versäumt hat, CD’s mit nach Pratteln zu nehmen…

Vorgängig ging man sich im nahe gelegenen „Countryschuppen“ Kentucky Saloon mit Speis und Trank stärken.
„Unsere Muotathaler“ Dusty Boots sind in jenem Saloon übrigens auch schon aufgetreten…

Frohgemut ging‘s dann rüber zur Konzertfabrik, wo wir „nur“ 40 Franken für den Einlass hinzublättern hatten. Die erste von zwei Vorgruppen war bereits schon fertig, die zweite war noch „an der Arbeit“. Eine ordentliche Prog-Metal-Band aus Norwegen, welche ein wenig an Dream Theater erinnerte.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Nach einer kurzen Umbaupause und einem kurzen Intro betraten Fates Warning um 22 Uhr die Bühne. Die aktuelle Band besteht zurzeit aus Ray Alder (Gesang), Jim Matheos (Gitarre), Frank Aresti (ebenfalls Gitarre), Joey Vera (Bass) und Bobby Jarzombek (Schlagzeug).
Aresti ist auf dieser Tour nicht dabei und wurde durch einen jungen Gitarristen (auf dem Bild ganz rechs) exzellent vertreten.

Als Gitarrist Jim Matheos auf die Bühne kam, erklärte jemand aus dem Publikum: Das ist der Chef. In der Tat ist er der „Chef“, ist er doch noch das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Zudem erinnerte er mich mit seiner lockig-langen Haarmähne an Steve Harris, den Mastermind von Iron Maiden. Ironie des Schicksals: In den Anfangstagen von Fates Warning wurden sie, wie oben gelesen, von den „eisernen Jungfrauen“ musikalisch beeinflusst…

Was mir auch auffiel: Die Band trat sehr bescheiden auf. Die allesamt in dunklen „Uni-T-Shirts“ und Jeans aufspielenden Fates Warning scherten sich einen Deut um Glitzer und Glamour. Das einzige Sinnbild für ihr „Rockerdasein“ sind die noch immer langen Haare, mit Ausnahme des Bassisten Vera.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Auch das Bühnenbild wurde bescheiden gehalten. Kein Pomp, kein Firlefanz und keine besonders ausgeklügelte Lichtshow. Das einzige Showelement waren wahrscheinlich die im Hintergrund bläulich eingeblendeten Hieroglyphen.
Solcherlei Bescheidenheit macht mir besonders Eindruck. Fates Warning hat es nicht nötig, songliche Schwächen oder technischen Fähigkeiten mit Schnickschnack zu übertünchen.
Es wurde zudem gänzlich auf peinliches „Rumgepose“ verzichtet.

Die Musiker beherrschen ihre Instrumente allesamt brillant und bringen sich stets absolut song- und banddienlich ein. Zu erwähnen gilt auch, dass auf ein Drumsolo und ellenlange Gitarrensoli verzichtet wurde. Ihre vertrackten und sehr abwechslungsreichen Songs brauchen solcherlei schlicht nicht. Im Gegenteil: Es würde nur stören.
Als einziges Manko würde ich des Sängers Stimme verzeichnen. Nicht wegen seiner Fähigkeiten als solches, sondern eher wegen Stimmproblemen am Samstagabend. Eventuell hatte Ray Alder auch eine Erkältung wie der Schreibende… Jedenfalls merkte man das vor allem bei seinen Ansagen, die schon mal in einem erstickten Schlucken untergingen. Der Gesang im Allgemeinen war eigentlich in Ordnung. Wir vermuteten hinterher, dass das Konzert eventuell wegen dem Sänger „nur“ 90 Minuten dauerte…


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Die im Z7 angebrachten Spiegel verleihen einem der schönsten Konzerttempel der Schweiz zusätzlich Tiefe. Zudem lassen sie auch das Gegenüber erkennen, das eigene Spiegelbild. Und so meinte mein eigenes Spiegelbild zu mir: „Du kanntest diese Band leider bisher viel zu wenig, trotz der einen alten CD in deinem Besitz. Die fandest du aber vorgängig nicht mal mehr. Eigentlich eine Schande.“
Recht hatte mein Spiegelbild! Fates Warning gefielen mir wirklich ausgezeichnet, und ich werde in Zukunft ein Auge auf die Band werfen. Zudem habe ich mir bereits die neuste Scheibe zu Gemüte geführt.

Von dieser neuen CD wurden am Samstag ein paar wenige Songs kredenzt, so unter anderem „Firefly“. Dieses „Firefly“ war für mich denn auch der beste Song des Abends. Eine wunderbare Nummer in einem Midtempo-Groove, unterlegt mit einer schönen Melodie, Prog-Metall-Riffen und dem markanten Gesang von Alder. Wenn Fates Warning so daherkamen, zogen sie mich sofort in ihren Bann.
Oder auch bei ruhigen Passagen, wenn Vera aus seinem Bass einen hypnotischen Rhythmus peitschte, welcher der Drummer geschickt unterstützte. Überhaupt der Schlagzeuger: Bobby Jarzombek sah man kaum hinter seiner grossen „Küche“. Man nahm ihn aber auch nicht unbedingt zwingend wahr. Dies sei scheint‘s ein gutes Zeichen für gutes Drumming, erklärte mir mal ein Jazzmusiker.

Klar gab es auch Songs, die mir weniger gefielen. Die Mehrzahl der Lieder überzeugte mich aber und hinterliessen bei mir einen nachhaltigen Eindruck.
Progressive Metal ist halt nicht gleich Progressive Metal! Es kommt immer auch darauf an, wie diese Art von Musik gespielt wird. Wenn sie auf die Spitze getrieben wird und nur noch das Technische überwiegt, beginne ich langsam wegzuhören. Solche Elemente waren aber nur selten beim Fates Warning-Konzert auszumachen.

Fates Warning steht für Melodien, schöne Gesangsbögen, den entsprechenden teilweise vertrackten Gitarrenriffen, fordernden Solis, hypnotischen Basseinlagen und einem technisch hochstehenden Schlagzeugspiel. Das samstägliche Konzert im Z7 verdiente deshalb von mir gleich zwei Daumen hoch!


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Das nicht in grossen Scharen erschienene Publikum spendierte der Band hinterher auch den wohl verdienten Applaus.
Dank dem Standort Pratteln, ideal im Dreiländereck gelegen, erschienen wohl auch deutsche und französische Fans der Band am Konzert. Die nicht allzu grosse Meute bestand denn auch nicht unbedingt aus „Schweinerock-Fans“. Es handelte sich teilweise schon um ältere Herrschaften, die man getrost als die „Klassikhörer“ unter den Metallfans bezeichnen kann. Dass die während des Konzertes nicht unbedingt den grössten Radau machen, versteht sich von selbst. Diese Art Konzertgänger macht es halt wie ich auch: Zuhören, geniessen und (meist) Ruhe bewahren…

Für meine Kollegen der Grümpi-Band 2014 habe ich noch ein kleines Mitbringsel aus Pratteln:


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Brauchen wir für unseren „Muotathaler Grümpelturnier-Konzertevent“ etwa ein Mischpult in solchen Dimensionen? Ja? Ich habe es nach dem Z7-Konzert mitlaufen lassen. Es befindet sich noch im Kofferraum meines Subaru‘s…


Usum Chäs-Chessi:

Mir kam gerüchteweise zu Ohren, dass die Muotathaler „Sound- und Fassfreunde“ aufhören möchten. Ich hoffe, es bleibt beim Gerücht. Denn es wäre wirklich schade.
Bekannt geworden ist diese lustige Truppe durch das Organisieren von speziellen Rockkonzerten hinter dem Restaurant Alpenrösli in einer Art „Konzerthüttli“. Da sich im näheren Umfeld eine neue Wohnsiedlung niederliess, scheint diese Art von Musikvergnügen leider nicht mehr möglich.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblog.blueblog.ch)

Aus diesem Grund organisieren die Sound- und Fassfreunde (ein letztes Mal?) im Saal des geschlossenen Hotels Tell im Muotathal am Samstag, 16. November ein Konzert. Auftreten sollen dabei „The Western Sizzlers, eine Band des ehemaligen Georgia Satellites-Mitglied Rick Richards.

Als „Gluschtigmacher“ gibt es ein YouTube-Video, auf welchem die Band „Break The Rules“, ein Status Quo-Song, covert.
Anmerkung der feldwaldwiesenblogger-Redaktion: „feldwaldwiesenblogger, das ist doch der (!) Quo-Kracher, bei welchem jeweils du mit deiner Stimme das Gitarrensolo machst…“

Zum Video, welches am 19.09.2013 veröffentlicht wurde, findet man unter anderem folgenden Hinweis:“(…) Taken from their debut album „For Ol‘ Times Sake“, The Western Sizzlers have arrived …. and yes sir, they can „Boogie“! (…)“

(Quelle: http://www.youtube.com)

Der Link zu diesem Video wurde mir als Konzerthinweis vom Sound- und Fassfreunde-Mitglied Bruno Gwerder zugestellt. Besten Dank!
Ich habe mir das Datum notiert und werde mir diese geile Rocksause natürlich nicht entgehen lassen. Als alter Status Quo- und Georgia-Satellites-Fan kommt man an jenem Abend sicher voll auf seine Kosten. YEAH, long live Rock’n‘Roll!

feldwaldwiesenblogger

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