„Es lid am Niid“ – Die superschlaue Kampagne der JSVP SZ gegen die 1:12-Initiative

Die Junge SVP vom Kanton Schwyz (JSVP SZ) ist dieser Tage superschlau unterwegs. Sie haben das Gefühl, dass Geld glücklich und sexy macht, und pflasterten deshalb den halben Kanton Schwyz mit ihrer Kampagne „Es lid am Niid“ zu.

Diese jungen Leute haben meines Erachtens den „Bögg“ grad gar nicht geschnallt. Gerechtere Löhne und innerhalb der Schweizer Betriebe nicht so ein riesiges Lohngefälle sind für sie Fremdworte. Man merkt, dass die JSVP SZ halt wirklich junge Leute in ihren Reihen haben und dementsprechend auch weniger Lebenserfahrung mit auf den Weg bringen.

In letzter Zeit habe ich bei diversen Gesprächen raus gehört, dass grad ältere Arbeitnehmer und auch Rentner für eine Zustimmung zur 1:12-Initiative sind. Diese Leute sind aber alles andere als Linke oder Grüne, ganz im Gegenteil. Viele davon sind bürgerliche und SVP-nahe oder -treue Wähler.

Das eine oder andere Statement von diesen Menschen lautete deshalb auch:
„Ich stimme eigentlich nie wie die JUSO. diesmal tue ich es aber!“
„Der abtretende JUSO-Präsident David Roth ist mir sonst eigentlich ziemlich suspekt, diesmal aber ziehe ich den Hut vor ihm und seinen Mitinitianten!“

Deshalb ist es umso erstaunlicher dass die JSVP SZ so eine Blödsinns-Kampagne „fährt“, völlig am Volk vorbei.
Aber eben, der Ursprung ihrer „superschlauen Kampagne“ kommt auch aus so einem „superschlauen Ecken“, von Guido Schmidig (dem „härteren“ der Gebrüder Schmidig), Sattel.

(Quelle: youtube.com)

„Es lid am Nid“, Guido Schmidigs Kultspruch zum vermeintlichen Neid der Behörden wegen seiner in der Vergangenheit praktizierten Tierhaltung. Diesen Spruch nahm Stefan Betschart (Präsident der JSVP SZ) auf, und „verwurstete“ ihn zu einer reichlich depperten Kampagne.

Betschart meint in obigem Filmchen: „Man sprach bisher von Abzockermentalität, sie (die JSVP SZ) komme nun mit der Neidmentalität. Ich habe zudem noch von keinem gehört, der nicht eine Million Schweizer Franken verdienen möchte.“

Ich glaube, ohne dem jungen Mann zu nahe zu treten, dass er ein wenig den Boden der Realität verloren hat. Wer verdient schon mit normaler „Büez“ eine Million Schweizer Franken? Darum geht es doch überhaupt nicht.
Es geht schlicht und einfach um eine gerechtere Lohn-Verteilung innerhalb eines Betriebes. Zudem kann von Neid auch keine Rede sein: Herr Betschart müsste sich mal bei den sogenannten „Working Poor“ umhören. Von denen gibt es nämlich auch im Kanton Schwyz einige. Die würden ihm dann sicher nicht von Neid, sondern vom alltäglichen Überlebenskampf erzählen!

Zudem würde ich Stefan Betschart und seiner Jungen SVP dringend einen Besuch beim CEO Carl Elsener jr. bei der Victorinox in Ibach (Kanton Schwyz) empfehlen. In jenem Grossbetrieb (der zweitgrösste im Kanton Schwyz!) herrscht angeblich ein 1:6-Lohnunterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Salär.

Darauf angesprochen, was für Auswirkungen die 1:12-Initiative für Carl Elsener jr. hätte, meinte der schmunzelnd: „Ich müsste meinen Lohn erhöhen!“

Apropos einer Million Schweizer Franken: Laut Aussage von Guido Schmidig hätte er für die „Urheberrechte“ seines Kultspruches gerne 10 Millionen Franken.
Diesen Betrag konnte ihm Betschart aber leider nicht überreichen. Ganz im Gegenteil: Tele Züri hat ihn vielmehr auf das angesprochene „Es lid am Niid“-Urheberrecht aufmerksam machen müssen.
Immerhin überreichte ihm der JSVP-Präsident vor laufender Kamera ein Plakat samt Spruch und einen Gutschein für ein feines Essen in einem Restaurant.

Stefan Betschart möchte mit dieser „Es lid am Niid“-Kampagne (Plakate, Flyer und ein Zeitungsinserat) vor allem bei den jungen Wählern kräftig punkten.
Das hingegen bezweifle ich: Entweder gehen diese „Jungen“ nicht an die Urne oder sind schon wegen ihres jugendlichen Alters generell für eine gerechtere Schweiz. Und damit für die 1:12-Initiative, und nicht für so einen „Es lid am Niid“-Mumpitz!

feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “„Es lid am Niid“ – Die superschlaue Kampagne der JSVP SZ gegen die 1:12-Initiative

  1. Stefan Betschart schreibt:

    Ich möchte mich für den öberflächlichen Kommentar auf ihrer Website bedanken.

    Scheinbar verstehen Sie den Zusammenhang mit 1:12 nicht und haben auch die falschen Schlussfolgerungen gezogen.

    Aber es ist immer einfach über Personen und Meinungen zu schreiben ohne nachzufragen.

    Freundliche Grüsse
    Betschart Stefan

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