Wer ist der schlimmere Finger: Flurin Condrau oder Christoph Mörgeli?

Man fragt sich jetzt: Was bringt den feldwaldwiesenblogger und seine Redaktion auf diesen abenteuerlichen Titel?
Nun, die Antwort ist ganz einfach. Es ist eine neue Artikelreihe, welche die Weltwoche letzten Donnerstag startete.


(Quelle: http://www.weltwoche.ch)

Philipp Gut, Weltwoche-Schreiberling, listet darin völlig nüchtern, sachlich und in einem guten Schreibstil die Affäre um Christoph Mörgeli und dem Rauswurf aus dem Medizinhistorischen Museum und damit aus der Uni Zürich auf.
Gut liegen scheinbar neue Dokumente vor, welche Flurin Condrau, den ehemaligen Chef von Mörgeli, als Drahtzieher entlarven.

Wenn man Gut’s Text nur ein bisschen Glauben schenken kann, ist dieser Condrau ein wirklich schlimmer Finger.
Wer aber ist Flurin Condrau?

Wikipedia weiss dazu folgendes:
Condrau studierte Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich und schloss 1992 bei Rudolf Braun mit dem Lizenziat ab. Von 1992 bis 2001 war er Dozent an der Universität München. 1998 promovierte er dort bei Reinhard Spree mit einer Arbeit zur Sozialgeschichte der Tuberkulose. Ab 2001 war Condrau Dozent für Medizingeschichte an der University of Sheffield, 2004 wurde er Dozent für Medizingeschichte an der University of Manchester.

2011 berief ihn die Universität Zürich als Nachfolger von Beat Rüttimann zum ordentlichen Professor für Geschichte der Medizin und Direktor des Medizinhistorischen Instituts. Nachdem die Universität Zürich nach dem Erscheinen von internen Dokumenten in den Medien über den damaligen Konservator des Medizinhistorischen Museums Christoph Mörgeli am 19. September 2012 bei der Oberstaatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht hatte, ersuchte Condrau darum, von der Leitung des Institutes vorübergehend entlastet zu werden, obwohl er vom Strafverfahren selber nicht betroffen ist. Die Universitätsleitung beauftragte im November 2012 Johann Steurer, das Institut interimistisch zu leiten.


(Bildquelle: http://www.limmattalerzeitung.ch)

Nun soll dieser Condrau also der Drahtzieher der Zürcher Uni-Affäre sein.

Hier muss ich eine kleine Klammer einschieben: Ich bin alles andere als ein Freund und Helfer von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Für mich ist der nun abgehalfterte Professor so oder so ein schlimmer Finger. Bei meinem Beitrag heute geht es mir nicht darum, Mörgeli reinzuwaschen. Ich stelle lediglich ein paar Gedanken zu der leidigen Uni-Affäre an, und frage mich dabei: Könnte die Weltwoche doch ein Stück weit Recht haben, und der umtriebige Professor Mörgeli wurde einzig und allein wegen seiner politischen SVP-Gesinnung aus der Uni raus gemobbt?

Deshalb schrieb ich ganz kühn und keck am 15.11.2013 folgende Email an den Uni-Professor:

Sehr geehrter Herr Condrau

Ich weiss, Sie geben den Medien zur Causa „Mörgeli“ keine Stellungnahme mehr ab.

Da ich nicht von den Medien bin und nur ein lieber Blogger, bitte ich Sie für meinen Blog um eine Stellungnahme der Weltwoche-Vorwürfe an Sie.
Mein Blog ist: http://feldwaldwiesenblog.blueblog.ch/

Ich kann Ihnen versichern: Ich bin auch kein Fan von Mörgeli. Zudem hätte ich gerne auch Ihre werte Meinung und nicht nur die von der Weltwoche zu diesem leidigen Thema.

Ich muss weiter dazu sagen: Sollten Sie mir keine Stellungnahme schicken, schaue ich dies leider als Schuldgeständnis Ihrerseits an. Wir Schweizer müssten dann einfach das „glauben“, was uns die Weltwoche brühwarm auftischt. Und das möchten wir wirklich nicht.

Also, Herr Condrau, geben Sie sich einen Ruck. Meine Leser und die Schweiz wird es Ihnen danken!

Mit freundlichen Grüssen
feldwaldwiesenblogger

Da sich Herr Condrau keinen Ruck gab, und mir eine Antwort verweigerte, betrachte ich dies als ein Schuldgeständnis seinerseits!

Weiter: Trat die Weltwoche da also doch in ein massives Wespennest, und bringt jetzt stinkenden Dreck zu Tage?
Denn der „Fall Mörgeli“ geht heute in der neusten Ausgabe der Weltwoche weiter, und Philipp Gut läutet die zweite Runde ein.


(Quelle: http://www.weltwoche.ch)

Gut beschreibt darin, wie Flurin Condrau seine Mobbing-Methoden gegenüber Mörgeli verfeinerte. Starker Tobak!

Ich wage mir dazu eigentlich gar kein Urteil abzugeben. Nach dem Lesen der beiden Weltwoche-Artikel sieht man Condrau aber tatsächlich, wie weiter oben schon erwähnt, als einen schlimmen Finger. Aus dem Blickwinkel von Philipp Gut ist er sogar ein mobbendes Monster, welcher Mörgeli systematisch aus der Uni vertrieb.

Ob dies alles genau den Tatsachen entspricht, entzieht sich meiner Kenntnis, und wird eventuell nie ganz ans Tageslicht kommen. Die ganze Geschichte bewegt sich irgendwo in einem Graubereich. Dabei kann man sich fragen, ob Condrau die Politik einfach höher gewichtete als Mörgelis Reputation als Medizinhistoriker.

Es schleckt zudem auch keine Geiss weg, dass sich an der Uni Zürich massenweise linke Dozenten und Studenten tummeln. Dass diese mitunter alles andere als Freunde der SVP sind, weiss man nicht erst seit gestern. Dass sie aber auch keine Mittel und Wege mehr scheuen, missliebige Professoren raus zu mobben, zeigt eine neue Dimension dieser Kreise auf.

Denn es ist einfach schade, dass gleich und gleich miteinander abgegolten wird. Mörgeli teilte in der Vergangenheit aus wie ein Berserker. Nun scheint es so, dass er beträchtliche Tiefschläge von der Person Condrau einzustecken hatte.

Deshalb sind für mich beide auf eine Stufe zu setzen: Wenn die Weltwoche-Recherchen nur ansatzweise stimmen, sind für mich sowohl Mörgeli wie auch Condrau üble und schlimme Finger. Der eine ist ein rechter Hetzer, der andere ein linker Mobber.
Beide verdienen es nicht, an einer Lehrstätte wie der Uni zu arbeiten und auf die Menschheit losgelassen zu werden, geschweige denn zu dozieren!

feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “Wer ist der schlimmere Finger: Flurin Condrau oder Christoph Mörgeli?

  1. Kevin Marx schreibt:

    Das ist doch keine Frage, ob Condrau oder Mörgeli. Mörgeli hat einfach schlecht gearbeitet, deshalb wurde er freigestellt. Dass die Uni hernach schlecht kommuniziert hat, ist zu bedauern.
    Dass die Weltwoche dies auf die politische Bühne und die persönliche Ebenen bringen will, zeigt einfach, wie verzweifelt die Redaktion und dessen Geldgeber in Herrliberg versuchen politisches Kapital zu schlagen.

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