Achtung, fertig, WK!-Drehbuchautorin wurde wegen Weltwoche-Interview massiv beschimpft

Richtig gelesen, liebe Leser(innen und aussen), die Drehbuchautorin von Achtung, fertig, WK!, Güzin Kar, wurde massiv beschimpft. Und zwar wegen ihres Interviews, welches in der aktuellen Ausgabe der Weltwoche nachzulesen ist.

Hier ein Auszug von besagtem Interview:


(Quelle: http://www.weltwoche.ch)

Wahrscheinlich kennen die wenigsten Güzin Kar. Wir fragen darum Wikipedia, was sie zu der Frau weiss:

Güzin Kar (* 28. Februar 1971 in Iskenderun, Türkei) ist eine Autorin und Regisseurin.

Im Alter von fünf Jahren ging die in der Türkei geborene Güzin Kar mit ihren Eltern in die Schweiz, wo sie die weitere Kindheit und Jugend verbrachte. Ihre berufliche Ausbildung erhielt Kar in Deutschland an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Güzin Kar lebt in Zürich und arbeitet in der Schweiz und in Deutschland für Film und Fernsehen. Zu ihren größten Erfolgen gehört das Drehbuch zum deutschen Spielfilm Die Wilden Hühner. Für das ZDF entstand unter anderem Ein verlockendes Angebot. Für ihren ersten Kinofilm Fliegende Fische müssen ins Meer gewann sie am Filmfestival Max Ophüls Preis 2011 den Preis des saarländischen Ministerpräsidenten.

Von 2004 bis 2008 schrieb sie wöchentlich für die Weltwoche eine Kolumne, erst Gender Studies, später Moderne Liebe genannt; darauf basierend erschien 2006 ihr erstes Buch Ich dich auch, das wochenlang auf Platz 1 der Schweizer Bestsellerliste stand. 2008 erschien ihr zweites Buch Leben in Hormonie. Seit 2008 schreibt sie für TELE die Kolumne Güzins Welt.
(Quelle: de.wikipedia.org)


(Bildquelle: http://www.weltwoche.ch)

Der Clou am ganzen ist, dass wir uns gegenseitig auf Twitter „verfolgen“, ich aber bis gestern das gar nicht wahr nahm. Ich gelangte wegen eines Tweets einer anderen Twitterin auf den Kanal von Frau Kar, und entdeckte dabei folgendes:

Erstaunt, baff und entsetzt, las ich mehrmals diesen Tweet von Güzin Kar.
Die Beschimpfungen können ja wohl nur aus der linken Ecke kommen, oder? Aber, dass man wegen etwas so harmlosem wie einem Interview, dass erst noch originelle Antworten enthält, den Befragten beschimpfen kann, sagt doch sehr viel über solche Menschen aus.
Da tun sich bei einigen Menschen Abgründe auf, die mir persönlich unerklärlich sind.

Mir stellte sich dann auch die Frage: Wegen was wurde Frau Kar beschimpft? Ist es nur die Tatsache, dass sie das Interview der Weltwoche gab, oder ist es der Inhalt, welchen gewissen Leuten sauer aufstösst?
Ich versuche das in der Folge ein wenig zu ergründen.

feldwaldwiesenblogger vermutet, dass es nicht wegen dem Inhalt sein kann. Denn die Antworten von Güzin Kar sind, wie oben schon beschrieben, originell und bergen für kein (politisches) Lager Zündstoff.

Also ist es ziemlich sicher die reine Tatsache, dass Kar es „wagte“, der Weltwoche ein Interview zu geben. Damit können nur die „Linken“ als „Güzin Kar-Beschimpfer“ in Frage kommen. Und die sind, wie sich nun herausstellt, auch nicht immer nett. Auch unter dieser Spezies findet man nicht nur Gutmenschen.

Diese sogenannten „Ungutmenschen“ können es nun scheinbar einfach nicht „verputzen“, dass eine in die Schweiz immigrierte Türkin nicht durch und durch links ist und um die Weltwoche einen Riesenbogen macht.

Schon in der Vergangenheit (2004 – 2008) schrieb Frau Kar, wie Wikipedia weiss, eine Kolumne für die Weltwoche. Das zeigt doch die Charakterfestigkeit dieser Frau, welche sich nicht gross um den politischen Hintergrund einer Zeitung oder Zeitschrift kümmert. Ihr geht es erst mal, und wahrscheinlich vor allem, um ihre Kunst des Schreibens, und nicht um eine politische Richtung.

Dabei schafft Güzin Kar einen Spagat, der seinesgleichen suchen lässt. Sie, eine intellektuelle und linke Autorin, schreibt für einen „rechten Filmstoff“ (des Schweizers liebes Militär) ein verdammt gutes Drehbuch. Sie, als Intellektuelle und Linke, gibt der rechtsbürgerlichen Weltwoche ein originelles Interview mit starken Aussagen.

Das begriffen (und begreifen) leider einige Volldeppen wohl nicht, dass man auch einen etwas breiteren Horizont haben kann, als ihre idiotisch kleinkarierte Sichtweise. Dabei spielt es keine Rolle, von welchem politischen Spektrum wir sprechen.

Ich versuche diesen „Spagat“ auch, lese sowohl in der rechtsbürgerlichen Weltwoche als auch in „links-mainstreamigen“ Zeitungen. Ich wage es zu dem sogar, die links-gerichteten Programme von SRF zu konsumieren!
Meine Wenigkeit ist für geradeaus, und nicht für extrem links oder extrem rechts.

Deshalb werde ich mir den Streifen „Achtung, fertig, WK!“ nun auch reinziehen. Denn ich muss zugeben: Die „linken“ Kommentare und Kritiken machten mir den Film erst madig. Jetzt, da ich ein bisschen mehr über die Drehbuchautorin weiss, will ich ihn unbedingt sehen.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber die Erkenntnis ist nicht neu. Ich falle nur oft auf sie rein. Nämlich auf die Erkenntnis, dass unsere Kultur „verpolitisiert“ ist und immer wieder wird. So in dem Stil, wie: „Sage mir, was du kulturelles siehst, hörst und liest, und ich sage dir welchem politischem Lager du zugehörst.“

Ich mache bei diesem „Kultur-Spielchen“ einfach nicht mit, und so wie es scheint, auch Güzin Kar nicht. Denn woher kommt wohl der Spruch: „Du bist kleinkariert!“?
Eben, von solchen kleinkarierten Möchtegern-Allwissenden, welche nun auch Frau Kar wegen ihres Weltwoche-Interviews beschimpft haben.

feldwaldwiesenblogger

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