Ein Silvestergedicht

In Zürich ist es schön und mild,
die Stauffachers führen was im Schild.

Der einte môchte alle Kamine russen,
den andern interessierts kän glussen.

Wohnen tun sie in einem schönen Haus,
und leben gröber in Saus und Braus.

Fressen und saufen wie die Grossen,
und besteigen untertags jeden Nossen.

Beide sehen gern viel Frauen-Röcke,
sie sind grad ächli Schweine-Böcke.

In der Nacht tun sie nicht nur pennen,
sie müssen dem Bier nachrennen.

feldwaldwiesenblogger

Ein Ja zur Masseneinwanderungsinitiative ist einfach ein Muss!


(Bildquelle: http://www.svp-bottmingen.ch)

Ein Überparteiliches Abstimmungskomitee tut das einzig Richtige, und lässt via Initiative das Volk entscheiden, ob die zur Zeit wegen der Personenfreizügigkeit herrschende Massenwanderung (endlich) begrenzt werden soll.
Jeder normal denkende Mensch kommt nicht umhin, bei diesem Volksbegehren am 9. Februar 2014 ein JA in die Urne zu legen.

Die jüngst veröffentlichten Zahlen lassen sogar die Initiativ-Gegner aufhorchen.


(Bildquelle: http://www.20min.ch)

Diese Zahlen, es sollen dieses Jahr netto noch mehr Zuwanderer sein als 2012, spielen den Initiativ-Befürwortern nur in die Hände.

Was wollen die Initianten aber eigentlich?
Die Informationen zur Abstimmung, entnommen ab der Homepage http://www.politnetz.ch sind klar und eindeutig:
Die Initiative verlangt einen Systemwechsel in der Zuwanderungspolitik. Sie will die Zuwanderung begrenzen, indem der Staat Höchstzahlen für Bewilligungen im Ausländer- und Asylbereich festlegen soll.

Also, was soll daran so schlecht sein? Die Euro-Turbos rund um die Bündner Steingeiss Eveline sehen aber für die Schweiz schon wieder alle Felle davon schwimmen. Sie befürchten, dass die EU gleich die Bilateralen Verträge mit der Schweiz sistiert. So ein Bullshit! Dabei ist die EU genauso auf die Schweiz angewiesen, wie die Schweiz auf die EU. Ob jetzt mit oder ohne Zuwanderungsbegrenzung.

Ein Argument des Inititativkomitees ist das Masshalten bei der Einwanderung. Denn: Es schleckt doch keine Geiss weg (ausser der Bündner Steingeiss!), dass unsere Resourcen knapper, der Platz weniger und die Strassen und Bahnen voller werden.

Es ist wahrscheinlich schon so, dass die Massnahmen nach einer Annahme der Masseneinwanderungsinitiative auch nur begrenzt sein werden. Aber es ist immerhin ein Zeichen und ein Anfang!

Die unbegrenzte Einwanderung in die Schweiz (überwiegend aus der EU) ist in den letzten Jahren zu einem zunehmenden Problem für die Schweiz geworden. Die Infrastruktur ist zur Zeit wohl für etwa 7 Millionen Einwohner ausgelegt, die Schweiz besteht aber jetzt schon aus 8 Millionen..

Man muss kein Anhänger der SVP sein, um dieses Volksbegehren als wichtig anzusehen. Man muss nur ein bisschen Grips und Sachverstand haben, dann begreift man die Zusammenhänge.

Das Gros der Schweizer Politprominenz würde mir in allen Punkten widersprechen. Sie sehen ganz einfach unsere Bilateralen in Gefahr. Zudem sehen sie diese Initiative als wirtschaftliche Höchstgefahr für die Zukunft der Schweiz. Wieso leuchtet mir aber bei keinem ihrer Argumente ein.
Denn das Begehren sieht keinen Stopp der Zuwanderung vor, sondern eine Regulierung. Also, woher kommt diese Panik?


(Bildquelle: http://www.masseneinwanderung.ch)

Übrigens, die (linke) Presse lässt uns glauben, dass das eine SVP-Initiative ist. Das ist nur die halbe Wahrheit. Das Abstimmungskomitee besteht zwar aus vielen SVP-Exponenten, aber nicht nur. In Tat und Wahrheit ist es ein Überparteiliches Komitee, nachzulesen auf http://www.masseneinwanderung.ch.


(Bildquellen: bilaterale.ch)

Ehrlich, ich finde die Argumente des gegnerischen Komitees sehr mager. Mich überzeugen sie nicht. „Die wirtschaftlichen Nachteile wären gravierend“ wird da behauptet. Wirklich?
Das klingt alles nach der selben Masche wie damals vor der EWR-Abstimmung. Die Wirtschaftskraft der Schweiz müsste demzufolge jetzt total am Boden sein. Wir wissen aber alle, dass es anders kam.

Die Schweiz ist und bleibt wohl ein Sonderfall in Europa. Es hat bisher funktioniert, und wird auch bei einer Annahme am 9. Februar funktionieren. Wieso?
Ganz einfach: Die Schweiz wurde in der Vergangenheit stark ohne Bodenschätze und andere wichtige äussere Einflüsse. Sie schaffte dies aus eigener Kraft. Mit Fleiss, Wille und Ausdauer.
Auch deshalb, weil sie ihre Politik, auch die Aussenpolitik, selber bestimmen konnte.

Deshalb sollte die Schweiz, seine Regierung und letztlich seine Bürger ein Mindestmass an Mitsprache bei ihrer Beziehung mit der EU behalten können.

Dies ist meine tiefste Überzeugung, auch wenn sie noch so altbacken klingen mag. Zudem bin ich kein Politiker, und kann nicht so gewieft argumentieren. Aber ich glaube trotzdem, dass ich bei dieser Problematik einigermassen den Durchblick habe.

Wieso aber die Gegner gleich die Bilateralen I in Gefahr sehen, leuchtet mir nicht ein. Wurde den Pro-EU-Politikern und Pro-EU -Wirtschaftskapitänen in Brüssel so dermassen Angst eingejagt, dass sie sich jetzt gleich unter dem „Apfelbaum“ in die Hosen machen?

Ich lege am 9. Februar ein überzeugtes JA in die Urne. Für eine starke Schweiz. Für eine unabhängige Schweiz. Für eine Schweiz mit Lebensqualität, auch für die ausländischen Arbeitskräfte.

feldwaldwiesenblogger

Christoph Mörgeli und Roger Köppel in der Sprechstunde bei Doktor Armin Ablondi


(Bildquelle: unbekannt)

Heute liegen sie gleich im Doppelpack auf der Couch von Doktor Armin Ablondi. In Behandlung begeben haben sich Professor und SVP-Grossmaul Christoph Mörgeli sowie der Schlaumeier und Weltwoche-Verleger Roger Köppel.
Nun fragt sich der geneigte Leser: Wieso brauchen diese beiden „arigen“ (Muotathaler Ausdruck für superschlau und arrogant) Subjekte überhaupt ärztlichen Rat, und gleich noch von Doktor Ablondi? Nun, wie man vernommen hatte, brachte die Weltwoche-Serie über den Rausschmiss von Professor Mörgeli aus dem Medizinhistorischen Institut und die salbungsvolle Berichterstattung der Weltwoche das berühmte Fass zum Überlaufen.

Wieso das Fass aber „überlief“, und was die beiden Herren beim berühmten Muotathaler Doktor wollen, erfahren wir in der Folge.

Doktor Armin Ablondi (Ablondi): „Guten Tag die Herren!“
Christoph Mörgeli (Mörgeli): „Grüezi Herr Doktor Ablondi. Ich freue mich, Sie endlich persönlich kennen zu lernen.“
Roger Köppel (Köppel): „Guten Tag Herr Doktor. Sie wohnen ja wirklich an einem der schönsten Flecken der Erde…“
Ablondi: „Was führt die beiden geschteiten Herren zu mir?“
Mörgeli: „Nun, die halbe Welt meint, ich sei ein Messi, und wurde deshalb aus der Uni geworfen..“
Ablondi: „Ein Messi? Aber der spielt doch beim FC Barcelona?“
Köppel: „Nein, Herr Doktor, da liegt ein Irrtum vor. Gemeint ist ein Mensch, der nicht Ordnung halten kann…“
Ablondi: „Aha, und so einer ist also der Mörgeli?“
Köppel: „Nein, ist er eigentlich nicht…“
Mörgeli: „Was heisst hier ‚eigentlich‘?“
Köppel: „Nun, also, deine verstaubten Knochen und Präparate im Medizinmuseum haben wir ja auch gesehen. Du hättest sie nur besser verstecken müssen…“
Ablondi: „Ich verstehe nur Bahnhof! Wegen verstaubten Knochen und Präparaten suchen Sie mich auf?“
Mörgeli: „Der Fall ist komplizierter. Der neue Chef, Condrau Flurin, hat mich aus dem Museum gemobbt. Ihm gefielen meine alten Ausstellobjekte nicht mehr…“
Ablondi: „Waren diese Dinge nun verstaubt oder nicht?“
Köppel: „Ein wenig. Um was gahts? Fakt ist doch, dass das nicht relevant war…“
Mörgeli: „Erzähl keinen Blech, Köppel! Meine Ausstellobjekte waren stets in tadellosem Zustand…“
Ablondi: „Wenn dem so wäre, wieso wurden Sie dann rausgeschmissen?“
Mörgeli: „Verstönd Sie, Herr Doktor, die wollten mich loswerden, wegen meinem Parteibüchlein.“
Ablondi: „Häh? Parteibüchlein? Ich dachte, wegen den verstaubten Objekten…“
Köppel: „Huah huah huah…der isch guät, gäll Christoph..“
Mörgeli: „Spinnst du jetzt, Roger?“
Köppel: „Du denn nicht, Mörgeli?“


(Bildquelle: klatschheftli.ch)

Ablondi: „Bitte, meine Herren, nun reissen Sie sich ein wenig zusammen! Nun mal Tacheles: Wie kann ich euch beiden Schlaumeiern helfen?“
Mörgeli: „Können Sie uns beiden nicht etwas verschreiben, wie dem Kilian Wenger vor dem Eidgenössischen in Burgdorf?“
Ablondi: „Ja, wollt ihr denn auch das Rezept des berühmt-berüchtigten Muotathaler Fänz? Schaden täte dies euch Spränzlen sichern nicht.“
Köppel: „Aber bitte etwas Vegetarisches… Ich esse keine toten Tierchen, äh Fleisch…“
Mörgeli: „Das ist etwas Vegetarisches, du Dummkopf!“
Ablondi: „Die Hauptzutaten sind Butter, Mehl, Milch und Salz. Etwas Vegetarischeres bekommen Sie nirgends, Herr Köppel!“
Köppel: „Also gut, Herr Doktor, kochen Sie uns bitte diesen Fänz.“


(Bildquelle: klatschheftli.ch)

Ablondi: „Das werde ich machen, meine Herren. Aber nun liegen Sie bitte schön brav auf meine Couch, gleich zusammen.“
Mörgeli: „Jaaa, tut das gut. Also, ich muss ehrlich gestehen, der Condrau ist ein Arschloch.“
Köppel: „Das wussten wir doch schon vorher. Aber dass der gleich zum Obermobber mutiert, hätte ich dem Bündner nicht zugetraut.“
Mörgeli: „Das liegt diesen Bündner Steinböcken wohl im Blut. Die Eveline, die zur Zeit berühmteste Bündner Steingeiss, ist aus ähnlichem Holz geschnitzt. Zum Glück haben wir die aus der SVP rausgedrückt…“
Köppel: „Ja, das war eine Heldentat sondergleichen.“
Ablondi: „Aber wo drückt euch beiden den wirklich der Schuh?“
Mörgeli: „Eigentlich nirgends. Wir dachten, vielleicht hätten Sie ein Mitteli, um den Condrau zu vergiften…?“
Köppel: „Aber bitte, Herr Ablondi, das muss wirklich unter uns bleiben. Wie viel Geld wollen Sie dafür?“
Ablondi: „Raus aus meiner Praxis, alle beide! Ihr verdammtes SVP-Pack. Macht euren Dreck selber, und bringt nicht unbescholtene Bürger in einen fürchterlichen Clinch. Euch beide kenne ich nämlich schon lange. Ihr schreckt vor nichts zurück. Und am Schluss wäre wohl noch ich der Täter!“
Köppel: „Wir gehen ja schon, war ja nur ein bisschen Spass, gell Christoph?“
Mörgeli: „Das war überhaupt nicht als Spass gemeint. Ich hasse diesen Condrau…!“
Ablondi: „Verschwindet und lasst euch nie mehr blicken! Hätten Sie bloss Ordnung gehalten in dem Scheissmuseum, dann hätten Sie Ihren Job noch. Und Sie Herr Köppel enttäuschen mich masslos, einem solchen Schurken auch noch eine Plattform in ihrem Wochenmagazin zu geben.“
Mörgeli: „Scheisse, wir gehen. Da ging der Schuss wohl noch nach hinten los…“
Köppel: „…und du Christoph hast gesagt, dass das Muotathal eine Hochburg der SVP ist?…“
Ablondi: „Das ist es leider auch. Aber eine ehrliche Hochburg! Es ist eine Schande, dass solche Subjekte wie Sie Herr Mörgeli in dieser Partei sind. Das bringt so eine Volkspartei nur in Verruf! Ade!“

Und so zogen die beiden zwielichtigen Herren von dannen, ohne vom Fänz gekostet zu haben, und wurden nie mehr im schönen Muotathal gesehen.

feldwaldwiesenblogger

Bruno Gisler’s Dopingfall bringt die „heile“ Schwingerwelt ins Wanken

Am 10. Dezember schrieb ich: Bruno Gislers Dopingfall ist vor allem ein Glaubwürdigkeits-Problemfall.

Das sehe ich immer noch so. Mehr noch: Ich prangere die Dopingkontroll-Praxis des ESV, des Eidgenössischen Schwingerverbandes, an. Und da mir das Schwingen sehr am Herzen liegt, und bisher einen ordentlich glaubwürdigen Charakter aufwies, möchte ich diesem zunehmend dunkleren Kapitel ein bisschen nachgehen.

Denn: Jedermann (-und frau) ist doch sonnenklar, wo der Sport und seine Athleten an Glaubwürdigkeit verlieren. Immer dann, wenn erstens Unmengen an Geld ins Spiel kommen und zweitens gedopt wird wie die Sau.

Beim Schwingsport blieb das grosse Geld bisher ausserhalb der Arena. Mit einem ausgeklügelten Reglement und einem gescheiten Verband konnte man die unverzichtbaren Sponsoren und Geldgeber glücklicherweise draussen halten.
Diese Praxis könnte sich dann ändern, wenn die Schwinger zu „Profis“ würden. Die Geldgeber würden sich wie bisher mit ein paar Ständen hinter den Tribünen, angeschriebener Athletenkleidung und gesponserten fahrbaren Untersätzen nicht mehr zufrieden geben. Diese Geldgeber möchten drinnen, im Allerheiligsten, mitreden können. Soweit sind wir glücklicherweise (noch) nicht, und werden es hoffentlich nie sein!

Heute beschäftigt mich aber nicht das Geld im und rund um den Schwingsport, sondern die unprofessionellen Dopingkontrollen.


(Quelle: http://www.schlussgang.ch)

Als ich obige Mitteilung von der beliebten Schwingerzeitung „Schlussgang“ las, musste ich erst mal den Kopf schütteln. Dies in zweierlei Hinsicht: Der ESV macht ihre Dopingkontrollen selber und „bestraft“ ihre erwischten Athleten nach Gutdünken auch gleich selber. Zudem liess sie weiter Willkür walten, und verteilt nun den im Klassement nachrückenden Athleten den Eidgenössichen Kranz, weil Gisler aus dem Klassement gestrichen wurde.
Das finde ich nicht nur geschmacklos, sondern auch bodenlos und kopflos. Ich mag Ivo Laimbacher und seinen drei Kollegen den Kranz von Herzen gönnen. Mir geht es lediglich darum, dass solcherlei Tun mit fairem Sport nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun hat.

Welcher Grundlage entnehmen die ESV-Oberen diesmal bloss ihre Handlungen ? Ich bin kein Experte, kann mich deshalb natürlich irren. Aber: Ich vermute, der angesprochene Handlungsspielraum basiert auf keiner (grossen) Grundlage.
Denn der ESV ist Richter und Henker zugleich, und fährt bei dieser „Gisler-Sache“ einfach komplett auf der falschen Schiene. Die neutrale Kontrollstelle fehlt ganz eindeutig, welche der ganzen Sache einen professionellen und fairen Touch verleihen würde.

Wie im Titel eingangs erwähnt: „Bruno Gisler’s Dopingfall bringt die „heile“ Schwingerwelt ins Wanken“, wankt der saubere Schwingsport ganz gewaltig. Die ganze Geschichte wirkt von keiner Seite ehrlich. Weder von der Athleten-, noch von der Kontroll- oder der Verbandsseite. Das Ganze wirkt zusammengeschustert und komplett improvisiert.

Deshalb gelange ich mit einer offenen Email an den ESV, den Dachverband der Schwinger. Ich bin zwar ein kleiner Blogger, möchte mich aber trotzdem auf meine Weise für eine gerechte Dopingkontroll-Praxis im Schwingsport einsetzen.

Lieber ESV und Chef-Funktionäre

Mit Bedauern und Sorge verfolgte ich in letzter Zeit die Praxis in Ihrem Verband rund um die Dopinggeschichte von Bruno Gisler. Ich bin ein grosser und begeisterter Schwingfan. Ich bin aber auch ein Fanatiker für gerechten, fairen und sauberen Schwingsport.

Der saubere Schwingsport ist mit Ihren eigenen (!) Dopingkontrollen aber in meinen Augen nicht (mehr) gegeben. Deshalb frage ich Sie: Wieso schliessen Sie sich als einer der grössten Schweizer Sportverbände diesbezüglich nicht an Swiss Olympic an, und lassen die Schwinger von dessen Dopingskontrollstelle Antidoping Schweiz kontrollieren?

Sie reiten mit dem Schwingsport schon länger auf einer Erfolgswelle sondergleichen. Ich reite dabei auch mit, mit viel Freude und Enthusiasmus. Dieser Enthusiasmus könnte aber jäh enden, wenn weitere Fälle wie jener von Bruno Gisler ans Tageslicht kommen.

Ich frage mich, ob da nicht noch mehr solcher „Dopingleichen“ im ESV-Keller schlummern, und womöglich irgendwann aufgedeckt werden. Denn wenn man Richter und Henker zugleich ist, öffnen Sie bei uns Fans Tür und Tor für die abstrusesten Verschwörungs-Theorien. Das riecht nach Vetternwirtschaft, und erinnert an „Deckel drauf halten“, dass ja nichts ans Tageslicht kommt. Eine gehörige „Mauschelei“!

Bruno Gislers Dopinggeschichte wirkt so dermassen zusammenkonstruiert, dass sie eigentlich niemand recht glauben mag. Ich habe mir dazu auch meine eigenen Gedanken gemacht: http://feldwaldwiesenblog.blueblog.ch/20131210
Sie vom ESV haben dabei ein so dermassen gutes Drehbuch im Hintergrund geführt, dass man Ihnen eigentlich einen „Film-Oskar“ erteilen dürfte. Der einzige Haken daran: Ihre Tragik-Komödie ist leider wahr.
Dass Bruno Gisler wahrscheinlich „versehentlich“ gedopt hat, ist vermutliche eine Tatsache. Aber nicht so, wie es in Ihrem „Drehbuch“ steht.

Der ESV kann diesbezüglich seine Glaubwürdigkeit nur noch mit der Flucht nach vorne, sprich dem Anschluss an Swiss Olympic und deren Dopingkontrollstelle retten. Wieso Sie das nicht schon längst getan haben, weiss ich natürlich nicht. Es lässt aber irgendwie den Schluss zu, dass Sie alles in den eigenen Händen halten möchten und womöglich etwas zu verbergen haben.

Auch Sie können nicht mehr so hinter dem Mond leben, dass Sie noch nicht mitbekommen haben, wie im heutigen Spitzensport gedopt wird. Diese Doperei macht garantiert nicht Halt vor dem Schwingen.

Geben Sie sich also einen Ruck, und lassen ab anfangs des neuen Jahres die Dopingkontrollen durch Antidoping Schweiz durchführen! Ich bin überzeugt, dass es Ihnen die Fans und die ehrlichen Athleten danken werden. Zudem würde Ihr Ansehen und ihre Glaubwürdigkeit in der Sportschweiz um einen weiteren Zacken zulegen.

Denn: Der moderne Schwingsport wird doch längst schon professionell betrieben, sei’s in athletischer oder marketingtechnischer Hinsicht. Lassen Sie diesen Teil des Schwingens doch auch in einem professionellen Gewand erscheinen.

Bezüglich der nachträglichen Kranzverteilung habe ich noch eine kleine Kritik anzufügen: Musste das unbedingt sein? Gibt’s da einen Passus in Ihren Reglementen, oder liessen Sie vom Verband aus einfach ihre Willkür walten?
Denn auch das wirkt zusammengeschustert. Mit Gisler haben Sie Ihren Dopingfall, der womöglich gar keiner ist (siehe dazu in meinem Blogbeitrag vom 10. Dezember). Wäre es nicht gescheiter gewesen, nur Gisler aus der Rangliste zu streichen und nur seinen Kranz einzuziehen, mehr nicht?

Ich muss ehrlich gestehen: Ich bin wegen Ihrem „Gebahren“ enttäuscht. Eine ordentlich durchgeführte Dopingkontrolle mit anschliessender ehrlicher Information wäre ersten glaubwürdiger und zweitens sauberer gewesen. Und auf Grund dieses „unprofessionellen Befundes“ vier nachträgliche Eidgenössische Kränze zu verteilen, ist abstrus und riecht nach Willkür.

Ich wünsche Ihnen vom ESV alles Gute und einen guten Start ins Neue Jahr. Hoffentlich ein Start mit professionellen Dopingkontrollen und keinen „Mauscheleien“ mehr!

Mit kräftigem Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

Eine kleine Weihnachtsgeschichte von und mit meinem Cajon

Mein Cajon ist schon seit Jahren ein treuer Begleiter bei meinem Schlagzeugspiel.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Heute werde ich es wieder benutzen, am frühen Abend an der Weihnachtsmesse in Muotathal. Dabei spiele ich das Cajon mit meinen blossen Händen, und mit dem rechten Fuss betätige ich zudem den grünen Schellenkranz.

Das Cajon setze ich vor allem in der Kirche ein, wie heute beim Begleiten des Maronichores.

Der Ton dieser südamerikanischen Schlagzeugkiste, oder „Vogelhusli“, wie unser Chorleiter mal meinte, ist warm, ruhig und eher tief. Grad in der Kirche, wenn vor allem die leisen Töne gefragt sind, leistet mir mein Cajon dabei bestens Gesellschaft.

Ich setze heute zudem noch mein Snare-Drum ein, ein Steve Ferrone-Signature-Snare. Auch dieses Teil ist ein langjähriger Wegbegleiter.

Gewöhnlich baue ich das Cajon in mein kleines Drumset ein. Dabei ich sitze ich drauf und spiele es mit meinen Händen. Zudem wird mit dem linken Fuss die Hi-Hat-Fussmaschine, mit dem rechten Fuss die Bassdrum gespielt.

Heute aber, wie gesagt, nicht. Da darf das Cajon, weil Weihnachten, fast alleine ans Werk. Man könnte sagen, dass ihm an einem besonderen Fest auch eine besondere Hervorhebung zu Teil wird. Verdient hat es dieses treue Teil alleweil. Denn diese schöne Schlagzeugkiste ist schon seit gut zehn Jahren bei mir, und begleitet mich regelmässig an Auftritte.

Zu guter Letzt möchte ich noch etwas Werbung für mein Cajon machen. Ich habe es schon bei Ländlermusik eingesetzt. Dies würden das Cajon und ich in Zukunft gerne wieder mal tun. Wenn also irgendein Ländlermusikant diese Zeilen liest, ungeniert melden.

Denn mein Cajon und ich lieben es, zu verschiedenen Musikrichtungen fein, aber bestimmt den Takt anzugeben. Dabei ist es uns beiden egal, ob wir in einer Kirche, in einem Konzertlokal, an einer Stubete oder sogar draussen im Freien spielen dürfen. Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir unser Publikum, ob Gross oder Klein, für ein paar gemütliche Stunden unterhalten dürfen.

Mein Cajon und ich wünschen Euch fröhliche Weihnachten, gemütliche Stunden und schöne Festtage!

Ach, da war doch noch was! Wahre Freude ist auch heute, an Heiligabend, etwas Schönes. Und wahre Freude ist gleich zu setzen mit einem wohl formierteren Gesangschor in der Valascia zu Ambri, welche nach einem hohen Sieg wie gestern aus voller Kehle das „La Montanara“ anstimmen und die Leventina beschallen darf!


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

feldwaldwiesenblogger

… und wieder ist Freitag!

… Na und? Aber: Der Freitag ist auch der Wochenabschluss für viele Berufstätige und gerade vor Weihnachten ist der heutige Freitag für Viele wohl der letzte Arbeitstag dieses Jahres.

Also Zeit für einen Rückblick?


(Bildquelle: fotoblog-spooner.blogspot.ch)

Wer das gerne machen will, darf. Ich für meinen Teil halte den Rückblick-Spiegel vielleicht in meinem „stillen Kämmerchen“ hoch und erfreue mich an gewissen Begebenheiten des vergangenen Jahres.

Vier Begebenheiten kommen mir trotzdem spontan in den Sinn, über drei habe ich hier berichtet.
Da wäre die 5. Rock- & Blues-Cruise, das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest und der gemeinsame Auftritt mit Richard Koechli. Die vierte Begebenheit erlebte ich just vor einer Woche, im Restaurant Herrenboden (im Gebiet Sattel-Hochstuckli). Dort hatte ich einen gemeinsamen musikalischen Auftritt mit den beiden Heinzerbrüdern von Ibach HB. Angefangen hatte es schon beim Transport zum Herrenboden: Da man im Winter nicht mit dem Auto zum Restaurant fahren kann, wurden wir auf dem Mostelberg mit einem „Schnee-Töff“ abgeholt, im Anhänger unsere Instrumente. Im wunderschön-urchigen Restaurant durften wir dann eine internationale Firma (zirka 30 Leute) bei ihrem Weihnachtsessen unterhalten. Die Stimmung steigerte sich von Lied zu Lied, und die Gäste mussten auf dem Siedepunkt der guten Laune gehen. Auf sie wartete nämlich die Stuckli-Gondelbahn… Das ganze Drum und dran (Umgebung und Atmosphäre) und das spontan-lockere liessen für mich diesen Event zu einem unvergesslichen machen.

Nun, ich bin etwas abgeschweift. Aber das darf ich ja in meinem eigenen Blog. Es sitzt mir kein Redaktionsleiter mit dem Rotstift im Nacken und streicht mir gewisse Passagen zusammen.

Hervorheben will ich zwei Personen fürs Jahr 2013, welche unterschiedlicher nicht sein können: Papst Franziskus und der russische Präsident Putin.


(Bildquelle: blog.zdf.de)

Papst Franziskus ist für mich die Person und zugleich der Hoffnungsträger des Jahres 2013. Ich habe ihn selber erlebt, anfangs Mai in Rom, bei einer öffentlichen Audienz. Der Mann strahlt etwas aus, was ich nicht richtig in Worte fassen kann.
Die Kritiker und Zyniker dürfen über ihn schreiben, was sie wollen. Aber: Papst Franziskus ist in erster Linie einfach mal ein guter und warmherziger Mensch, und nicht so ein weggerückter „Heiliger“ auf dem Papstthron. Er ist für mich der Inbegriff für Hoffnung, Zukunft, Mut und Bescheidenheit. Franziskus vermittelt für alle Menschen, ob jetzt christlichen, muslimischen oder keines Glaubens, Nächstenliebe und Zuversicht. Trotz seines Chefamtes im Petersdom ist der Mann bescheiden und nahbar geblieben.
Papst Franziskus strahlt den wahren Glauben an Gott aus, zeigt aber gleichzeitig, dass auch er nur ein Mensch ist. Für mich ein absoluter Glücksfall für Rom!


(Quelle: http://www.20min.ch)

Der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin ist für mich so in etwa das pure Gegenteil von Papst Franziskus. Zugegeben, ich kenne den Mann natürlich, wie wohl die meisten, nicht persönlich. Aber so wie man ihn aus den Medien erlebt, zeichnet sich für mich von ihm ein Bild eines korrupten, undemokratischen, unmenschlichen und verlogenen Machtmenschen.
Nicht genug der schrecklichen Dinge, versucht sich Putin dieser Tage mit einem Schmusekurs. Er erliess eine Amnestie für verschiedene im Westen bekannte Persönlichkeiten. Begnadigt werden etwa die russische Band Pussy Riot, Greenpeace-Aktivisten (u.a. Marco Weber) und jetzt auch noch der persönliche Erzfeind Michail Chodorkowski.
Der brutale Herrscher Russlands weibelt für sein „Sotschi“, nichts anderes ist diese „Begnadigungsaktion“. Wenn dieses Sotschi dann nur nicht sein persönliches „Waterloo“ wird. Aber auch da sorgt er vor: Mit unmenschlichen Bedingungen für die Arbeitskräfte vor Ort und einem katastrophalen Raubbau an dessen Natur.
Wie lange will die Welt Putins-Treiben noch zusehen? Ein Fernbleiben der olympischen Spiele (u.a. Bundespräsident Gauck, US-Präsident Obama) ist nicht die Lösung des Problems.

Und so ist mein heutiger Eintrag ungewollt etwas länger geraten als geplant. Dafür habe ich mir bei Putin Luft gemacht und bin dabei viel Ärger losgeworden. Ganz anders beim Papst: So bald ich über ihn schreibe, überkommt nicht richtiggehend eine Ruhe und Stille. Wenn das nicht ein grosser Mensch ist?

Ich wünsche allerseits ein schönes Wochenende!

feldwaldwiesenblogger

Voraussichtlich ab dem 1. Februar 2014 ist mein Blog bei WordPress

Wie ich in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt habe, muss ich meine „Bloggingumgebung“ (leider) wechseln. KAYWA, der jetzige Betreiber meines Blogs, stellt diesen Dienst spätestens in einem Jahr ein.

Glücklicherweise informierte mich KAYWA frühzeitig und stellte zudem verschiedene Vorschläge samt Lösungen in Aussicht.

Gestern habe ich mich nun entschieden, meinen Blog komplett in einen WordPress-Blog um zuführen. Oder besser gesagt um zuführen lassen.


(Bildquelle: blog.formstack.com)

Dabei unterstützt mich KAYWA und hilft mir bei der Umsetzung/Aufsetzung des neuen Blogs oder der neuen „Domain“.

Meinen Blognamen „feldwaldwiesenblog“ kann ich sicher behalten. Meine Internet-Adresse wird dann aber nicht mehr „feldwaldwiesenblog.blueblog.ch“ sein. Wie meine Blog-Adresse zukünftig lauten wird, weiss ich noch nicht. Ich werde aber zu gegebener Zeit wieder informieren.

Beim Zeitrahmen könnte ich eigentlich noch ein Jahr warten. Das ist aber noch nie so mein Ding gewesen, etwas „rauszustüdeln“ oder auf die lange Bank zu setzen.
Deshalb habe ich als Stichtag oder Start bei WordPress bereits den 1. Februar 2014 gesetzt.

Ich hoffe, dass das klappt und bis dann alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind.
Denn: Es wurde mir gesagt, dass der gesamte Inhalt migriert werden kann, was ich mir natürlich auch wünschte. Es wurde mir aber auch gesagt, dass das technisch einige Zeit in Anspruch nimmt (riesige Datenmenge).

Zudem bin ich froh und dankbar, dass mich KAYWA, namentlich Roger Fischer, dabei unterstützt. Denn ich habe von diesen technischen Dingen, welche im Hintergrund einer Internetseite und im Speziellen eines Blogges ablaufen, überhaupt keine Ahnung.

Also: Ich bin guter Dinge, dass alles gut kommt. Zudem hoffe ich, dass mich meine treue Leserschaft zusammen zu WordPress begleitet. Ohne Leser würde das nämlich gar keinen Sinn machen. Ich darf zudem mit Stolz sagen, dass sich meine Leserschaft seit Beginn meines Blogges (18. September 2007, damals noch bei Bluewin) stetig vergrössert hat. Deshalb Euch Lesern an dieser Stelle ein dickes und herzliches Dankeschön!

Dank Euch, liebe Leser(innen und aussen), war es für mich nie ein Thema, mit bloggen aufzuhören. Und natürlich auch wegen meiner Motivation, Freude und Leidenschaft, Gedanken in Worte zu fassen.

Zum Abschluss meines heutigen Beitrages habe ich Euch noch einen kleinen Schnipsel aus dem heutigen 20 Minuten. Wie ich finde, völlig passend zu der vorweihnachtlichen Zeit. Zudem eine wunderschöne Geschichte, die unsere Herzen erwärmt!


(Quelle: 20 Minuten)

feldwaldwiesenblogger

Mein Dilemma mit der Zeit

Als ich heute Nachmittag um unser schönes Tal gejoggt bin (habe einen freien Nachmittag eingezogen), machte ich mir so meine Gedanken um die Zeit. Und zwar um die Zeit, welche ich mir nehmen möchte, in Tat und Wahrheit aber nicht kann. Gemeint ist meine teilweise spärliche Zeit für’s Bloggen. Manchmal ein richtiges Dilemma.


(Bildquelle: kerstineicker.wordpress.com)

Obiges Bild habe ich bei Google gefunden, respektive auf der Homepage von Kerstin Eicker. Frau Eicker verwendete das Bild zu einem Text mit dem Titel: „Unser Zeit-Dilemma“.
Wie passend!

Mein Dilemma ist natürlich ein kleines, und eigentlich nicht der Rede wert.
Vor allem, als ich gestern erfahren habe, dass ein Musikerkollege aus Schwyz, Guido Lalli, 51-jährig an einem Herzversagen gestorben ist. Viel zu früh, unfassbar oder das mag mich jetzt richtig, waren nur einige der Kommentare gestern zum Tode des wohl grössten Status Quo-Fans und -Kenner im ganzen Schwyzer Talkessel.
Ich empfehle als Memoriam an Guido Lalli mein Blog-Interview mit ihm über seine Band Stets ä Soo.

Und so kommt mir mein oben begonnenes Zeit-Management-Jammern irgendwie fehl am Platz vor. Oder doch nicht? Nach so einer Nachricht, wie dem viel zu frühen Tod von Guido, macht man sich jeweils so seine Gedanken. Gedanken, ob man wirklich das macht, was einem wichtig ist.

Meine ganze Seele möchte ich jetzt hier in einem öffentlich zugänglichen Blog nicht ausbreiten. Aber so viel sei gesagt: Das Bloggen ist für mich sehr wichtig.
Es ist für mich zu einer richtiggehenden Leidenschaft geworden, zu persönlichen Erlebnissen oder aktuellen Geschehnissen meinen Senf abzugeben.

Das Dilemma daran ist aber oft die Zeit. Die interessanten Themen fallen ja nicht nur auf eine Wochenende, wo ich mehr Zeit für einen grösseren Blogeintrag habe.
Auch unter der Woche brennen mir Dinge unter den Nägeln, über die ich schreiben möchte. Das ist aber nur mit einem guten Zeit-Management möglich. Denn so ein Beitrag wie am vergangenen Montag, „Bruno Gislers Dopingfall ist vor allem ein Glaubwürdigkeits-Problemfall“, nimmt doch einiges an Recherche-Zeit in Anspruch.

Und da stecke ich Mitten drin, im Dilemma. Wie viel Zeit möchte ich mir für das Bloggen nehmen? Ehrlich gesagt, recht viel. Nur, die Zeit habe ich nicht immer. Denn ich gehe als Chemielaborant einem 100%-Job nach, und habe bekanntermassen noch andere Hobbys, wie beispielsweise mein geliebtes Schlagzeugspielen.

Und da kommt halt ein geschicktes Zeit-Management, was für eine wunderbare Wortkreation, ins Spiel. Ideen für einen Beitrag kann ich jederzeit sammeln, in ein Wordfile schreiben und reifen lassen. Bis zum Take-Off in den Blog.

Das Schöne daran ist, dass ich unabhängig bin, und tun und lassen kann wie es mir beliebt. Ich kann schreiben wann ich will, und über was ich will.

Manchmal frage ich mich, wie es wäre, mal auf Auftrag einen Beitrag verfassen zu müssen, dürfen oder können. Für eine Zeitung, ein Magazin oder auch nur für ein „Käseblättli“. Denn dann müsste ich ziemlich sicher mein jetziges Zeit-Management mit der lockeren Handhabung überdenken.

Aber auch das ist zu schaffen. Denn ein bisschen Druck hat noch nie geschadet. Dauerdruck führt zu Stress, ein wenig Druck kann in meinen Augen sogar zu Höchstleistungen anspornen.

Nun, mein Dilemma mit der Bloggingzeit ist vorhanden, aber nicht bejammernswert. Klar hätte ich gerne mehr Zeit, um viele Dinge gründlicher recherchieren zu können. Aber dann wäre ich ja wohl eher ein Journalist als Blogger.

Ich denke, die Unterschiede sind wohl fliessend. Blogger beschäftigen sich meist mit einem speziellen Thema, und bringen sehr viel Persönliches rein. Journalisten müssen und sollen aber objektiv schreiben. Das ist wohl der Hauptunterschied.

Meine Texte sind oft unausgegoren, eben gebloggt. So kamen mir heute beispielsweise neue Gedanken zu Bruno Gisler’s Dopingfall in den Sinn.
Hier sind sie, die freien Gedanken: Gisler musste wohl das sagen, was ihm sein Verband „aufgezwungen“ hat. Denn zugeben, dass er Gly-Coramin eingenommen hat, hätte ihn nicht vor einer milden Strafe bewahrt. Diese Verwechslungsgeschichte wurde ihm aufgedrückt, um ihm eine längere Strafe zu ersparen.

So ist das eben mit dem Bloggen und der Zeit. Mit der Zeit kommen mir nämlich jeweils Änderungen und neue Ideen zu bereits verfassen Beiträgen in den Sinn, wie zu dem Dopingfall.
Oder zu den Beiträgen über das Gespräch mit Pfarrer Toni Schmid. Das Gespräch habe ich damals mit dem iPhone aufgenommen. Nun höre ich es ab, und probiere daraus einen verständlichen Text zu verfassen. Es ist alles andere als einfach, und zudem Neuland für mich. Auch könnte ich nach ein paar Tagen, wenn ich die besagten Texte wieder lese, Änderungen oder Korrekturen anbringen. Ich lasse es aber, auch aus Zeitgründen, sein.

Wäre ich Profi-Journalist, würde ich wohl gewisse Texte verfassen, und in ein oder zwei Tagen nochmals zur Hand nehmen und überarbeiten. Das mache ich als Blogger, wie erwähnt, halt nicht. Aber: Klar lese ich vor dem Veröffentlichen mein Geschriebenes durch, teilweise mehrmals.

Nun, ich denke, es ist gut wie es ist. Ich werde an meiner Blogging-Stratege nicht viel ändern. Denn ich möchte meine Beiträge auch ein Stück weit spontan und lebendig belassen.

Über was ich mir in nächster Zeit Gedanken machen muss, ist meine „Bloggingumgebung“. Denn KAYWA, der jetzige Betreiber der noch vorhandenen blueblog-Seiten, möchte diesen Dienst in absehbarer Zeit einstellen. Wie und was ich machen werde, weiss ich noch nicht. Aber das ist ein Thema für ein andermal.

feldwaldwiesenblogger

Bruno Gislers Dopingfall ist vor allem ein Glaubwürdigkeits-Problemfall

Letzte Woche kam, wie nun mittlerweile landauf-landab bekannt sein sollte, der „Dopingfall Bruno Gisler“ ans Tageslicht. ich erteilte ihm in einer ersten Stellungnahme auch eine „Samichlaus-Rute“, unterliess es aber, einen Schnellschuss-Kommentar abzugeben.

Mittlerweile lief gestern Abend die Sendung „Sportlounge“ auf SRF 2, und ich bin mir nun (ziemlich) sicher, dass uns Bruno Gisler und der Schwingerverband anschwindelt.

Heute Morgen war auf der Homepage von bluewin.ch schon wieder ein Beitrag zu diesem leidigen Dopingthema nachzulesen.


(Bildquelle: http://www.bluewin.ch)

Die „reumütigen“ Erklärungen von Bruno Gisler muten, wie SRF richtig feststellt, total abenteuerlich an. Eine Verwechslung von zwei homöophatischen Spagyrik-Fläschchen, die sich zudem wirklich ähnlich sehen, scheint ja noch einigermassen glaubwürdig.

Aber: „Am Morgen beim Aufstehen nehme ich von diesem Spray“, erklärte Gisler. Nur: „Sein Spray“ ist gegen Erkältungen, und so einen nimmt man in der Regel während der Dauer einer Erkältung. Und so eine Erkältung geht bei so jungen Leuten wie Bruno Gisler allerhöchstens zwei Wochen. Rechnet man die Anzahl der Spray-Einsätze bei einer tatsächlichen Verwechslung mit dem „Übelkeits-Spray seiner Frau“ zusammen, dann können diese Sprayeinsätze nach Adam Riese eine Zahl von fünf kaum übersteigen.

Weiter: Mathias Kamber von antidoping.ch kann sich nicht vorstellen, dass der bei Gisler nachgewiesene Wirkstoff Nikethamid von einem Spagyrik-Spray stammen kann. Zumal Nikethamid synthetisch hergestellt wird, und in einem Spagyrik-Spray erwiesenermassen nur natürliche Substanzen zum Einsatz kommen (sollten).

Trotzdem: Die Dopingkommision des ESV (Eidgenössischer Schwingerverband) stellt sich hinter den Schwinger. Urs P. Martin, Arzt des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes (NWS), hat dazu eine Erklärung parat: „Das im Schwangerschaftsspray nachgewiesene Nikethamid stamme von der Brechnusspflanze, welcher Bestandteil des Sprays ist.“
Aber: Der Hersteller des Spagyrik-Sprays verneint die These des Arztes mit der Erklärung: „Es ist ausgeschlossen, dass in unseren Homöopathika oder Spagyrika Nikethamid enthalten ist.“

Kamber erklärte eingangs des SRF-Beitrages, dass homöopathische Mittel wie Spagyrika-Sprays stark verdünnt sind. Somit sind viele Inhaltsstoffe gar nicht oder nur schwer nachzuweisen. Da stimme ich ihm als Chemielaborant, der auch Analytik betreibt, absolut zu.

Zudem: Hätte der Arzt Urs P. Martin mit seiner Brechnuss-Theorie Recht, müsste man sich um die Gesundheit von Bruno Gisler und seiner Frau ernsthaft Sorgen machen. Wikipedia weiss nämlich unter anderem folgendes zu der Brechnusspflanze:

„Früher wurde die Arzneidroge bei Schwächezuständen verordnet, sowie bei Herz-Kreislauf-Beschwerden und als appetitanregendes Mittel. Aufgrund der geringen therapeutischen Breite und der Nebenwirkungen (Anhäufung von Strychnin im Körper), besonders bei Lebergeschädigten, sind solche Arzneimittel fast vollkommen verschwunden. Die Brechnusssamen sind aber noch heute der Ausgangsstoff zur Gewinnung von Strychnin.“

Klingelts? Strychnin wurde früher als Rattengift verwendet, und ist sehr giftig. Daher kommt wohl kaum Brechnuss im besagten Spray vor. Oder wenn dann, bloss in so geringen Mengen, dass sie (die Brechnuss) analytisch nicht feststellbar wäre.

Was mich auch stutzig machte: Zu „Nikethamid in Brechnuss“ fand ich weder auf Google noch Wikipedia etwas. Entweder hat uns da der Schwingerverband ein veritables „Weihnachtsmärchen“ aufgetischt, oder aber sie verwechseln da etwas gewaltig. Aber: Zweites kann ich mir bei dieser Ansammlung von „gescheiten Köpfen“ beim ESV schlicht nicht vorstellen.

Kein Wunder glauben die verschiedenen Online-Portale wie beispielsweise bluewin.ch die anfänglich plausible Geschichte nicht mehr (recht):


(Quelle: http://www.bluewin.ch)

Ich behaupte jetzt nach all meinen bisherigen Erkenntnissen: Die Quelle von Nikethamid kann nie und nimmer der Spagyrik-Spray sein. Aber: Wie gelangte dieser Wirkstoff in Gislers Dopingprobe?

Die Suche geht weiter. Übrigens, Wikipedia weiss zu „Nikethamid“ folgendes:

Nikethamid oder Nicethamid ist ein Psychostimulans und bewirkt im Wesentlichen eine Atem- und Kreislaufstimulation. Es wurde früher unter anderem als medizinische Gegenmaßnahme nach Überdosierungen von Beruhigungsmitteln eingesetzt.

Im Sport gehört Nikethamid wie alle Stimulantien zu den verbotenen Dopingmitteln. Bekannt wurde der Fall der amerikanischen Sprint-Weltmeisterin Torri Edwards, die 2004 der Einnahme von Nikethamid überführt und deshalb für zwei Jahre gesperrt wurde.

2012 wurde der 12-jährige polnische Kartsportler Igor Walilko vom Internationalen Sportsgerichthof freigesprochen, nachdem zuvor bei einer Dopingkontrolle erhöhte Nikethamid-Werte festgestellt wurden und deswegen zunächst eine zweijährige Sperre ausgesprochen worden war. Der Sportgerichtshof wertete die Sperre als übertrieben und unverhältnismäßig. Der Junge hat zuvor Energie-Riegel gegessen, die Nikethamid enthielten.

Nach dem Durchlesen der Wikipedia-Erklärung dämmerte es bei mir heute Morgen erst mal gehörig. Matthias Kamber hatte gestern nämlich die gleiche Erklärung wie Wikipedia. Er behauptete im Sportlounge-Beitrag, dass Gisler sich das Nikethamid mittels Gly-Coramin zugeführt haben könnte. Gly-Coramin ist ein Energie-Bonbon, dass es seit Jahrzehnten gibt. Laut Kamber sei dies die einzig plausible Quelle für das gefundene Nikethamid.
Gisler hingegen verneinte die Zunahme von Gly-Coramin, welches man sich ganz legal (fast) überall besorgen kann.
Kamber erklärte weiter, dass Gly-Coramin im Wettkampf verboten sei, ausserhalb des Wettkampfes jedoch ohne Einschränkungen erlaubt ist.


(Quelle: http://www.haenseler.ch)

Mario John, Obmann des ESV, machte nun auf Druck von aussen Zugeständnisse im besagten Sportlounge-Beitrag. Denn es ist in meinen, und wohl auch in den Augen vieler anderer Schweizer Sportfans, einfach nicht mehr zeitgemäss, dass der Schwingerverband eine Extrazüglein in Sachen Dopingkontrollen fährt. Die Dopingkontrollen gehören nämlich längst Swiss Olympic unterstellt, einer neutralen und professionellen Stelle.
Denn es riecht in einer zunehmend professionelleren Sportart wie Schwingen mit mehreren hundert aktiven Schwingern schon nach Vetternwirtschaft, wenn der eigene Verband seine Akteure kontrolliert. Zudem sind laut dem ehemaligen Schwingerkönig Nöldi Forrer, der mehr und mehr als Sprachrohr der Schwinger fungiert, die wenigen und unsystematisch durchgeführten Kontrollen „Glückssache“.

Mein Fazit dieses Blogbeitrages steckt eigentlich schon im Titel „Bruno Gislers Dopingfall ist vor allem ein Glaubwürdigkeits-Prolemfall„. Bruno Gisler hat in meinen Augen eine Substanz zu sich genommen, die sich auf der Dopingliste befindet. Also ist es ein Dopingfall.
Gisler hat aber ziemlich sicher weder absichtlich noch durch ein dummes Versehen gedopt. Er hat sich das Nikethamid auch nicht mit dem Nasenspray seiner Frau zugeführt. Vielmehr nahm Bruno Gisler wohl Gly-Coramin oder ein anderes Produkt, zum Beispiel einen Energie-Riegel wie der polnische Kartsportler, zu sich. Dabei übersah Gisler vermutlich, dass dieses „Energie-Produkt“ Nikethamid enthält.
Und da sind wir beim zweiten Problem: Dem Glaubwürdigkeits-Problemfall. Der ESV wird in Sachen Doping in Zukunft nur noch glaubwürdig agieren können, wenn er die Dopingkontrollen im Schwingsport von Swiss Olympic, einer neutralen Stelle, durchführen lässt. Auch wirkt der ganze „Dopingfall Bruno Gisler“ mit den nun gewonnenen Erkenntnissen alles andere als glaubwürdig. Wie der Sportlounge-Sprecher richtig sagte: Gisler und seine Entourage reden sich mit ihren Ausflüchten um Kopf und Kragen.
In meinen Augen gibt es nur noch die Flucht nach vorne: Bruno Gisler und sein Verbandsarzt sollten zugeben, dass er (Gisler) unwissentlich ein „Energie-Produkt“ während dem Eidgenössischen Schwingfest zu sich nahm. Urs P. Martin, der Arzt, sollte sich bei Gisler und der Öffentlichkeit entschuldigen und bekennen, dass er sich aus Angst schlicht und einfach nach dem Bekanntwerden des Dopingfalles etwas zusammen gereimt hatte.

feldwaldwiesenblogger

Gespräch mit Pfarrer Toni Schmid, Teil 3

Beim Teil 2 meines Gespräches mit Pfarrer Toni Schmid ging es um die Frage „Wie lange Mission?“ Herr Schmid erzählte darin von seinem ersten Aufenthalt in Kolumbien und davon, dass er nicht nur betete und Messen abhielt.

Der umtriebige Pfarrer setzte sich für die Bauern in seiner Umgebung ein. Ja, er unterstützte sie dabei tatkräftig, einen Betrug eines Grossgrundbesitzers aufzudecken. Er ging mit Hilfe eines Juristen und einer wieder gefundenen Landurkunde vor Gericht. Vor dem Nationalgericht bekamen Pfarrer Toni Schmid und die Bauern Recht. Der „Landraub“ des Grossgrundbesitzers wurde aufgedeckt. Nach dem gewonnen Prozess musste Toni Schmid allerdings fliehen. Denn er wurde in den zwei grössten Zeitungen von Kolumbien als Unterstützer der Kommunisten hingestellt.

Schmid kehrte darauf in die Schweiz zurück, und war in der Folge zehn Jahre in der Stadt Luzern als Pfarrer in der Pfarrei St. Anna im Würzenbach tätig.

Beim heutigen Teil 3 geht es immer noch um die Frage „Wie lange Mission?“ Denn: Pfarrer Toni Schmid ging nach den besagten zehn Jahren in Luzern ein zweites Mal in die Mission nach Kolumbien.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Hier also nun Teil 3 des sehr interessanten und spannenden Gespräches mit Pfarrer Toni Schmid.

Pfarrer Toni Schmid: „Nach zehn Jahren bin ich wieder rüber gegangen, nach Kolumbien, mit einem anderen Pass. Ich ging in eine andere Gegend des Landes, wo mich niemand kannte.
Eine Mitarbeiterin blieb, denn sie war ja nicht bekannt. Nur ich war bekannt wegen der Prozess-Geschichte.

Ich konnte mich damals nirgends verstecken. Denn so etwas hat es noch nie gegeben, dass kleine Bauern einen Prozess gegen einen Grossgrundbesitzer gewannen, mit Hilfe des Padres.

Es gab in der gleichen Gegend einen Franziskaner, der musste auch fliehen. Er hatte nicht Geld wie ich, versuchte den Bauern aber trotzdem auch zu helfen. Man machte ihn deswegen auch zu einem Kommunisten. Wir trafen uns dann in Luzern wieder. Er ging später nach Spanien.

Ich war beim zweiten Kolumbienaufenthalt zehn Jahre tätig in Kolumbien, und wurde dann altershalber pensioniert.

Ich hatte glücklicherweise wieder Geld, weil ich halt bei den Gläubigen für meine Pfarrei in Kolumbien bettelte.

Meine Mitarbeiterin vom ersten Kolumbienaufenthalt, Emmi Arnold, bekam vom Bischof einen Auftrag in einer anderen Gegend, wo man sie auch nicht gekannt hat. Sie übernahm darauf eine kleine Schule, welche ein italienischer Pfarrer aufgebaut hatte.
Denn als dieser Pfarrer nach zehn Jahren ging, liess der Staat die Schule wieder schliessen. Grund: Für die Armen und Bauern brauche es keine Schulen. Der Bischof befand dann, dass das nicht richtig ist. Und weil Frau Arnold einmal Lehrerin und Katechetin war, schickte sie der Bischof dorthin, in den Norden von Kolumbien. Sie solle dort die Schule wieder öffnen.

Sie ging mit dem Geld in jene Gegend, welches ich gesammelt hatte und dort drüben liess, um die die Schule wieder zu öffnen. Sie zahlte die Lehrer auch aus diesem Geld. Es war eine Schule mit 150 Kindern, einem Kindergarten und einer Primarschule. Daneben gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus, und ein Schwesternhaus.


(Bildquelle: aktion-kolumbienhilfe.de)

Die Kinder aus Emmi Arnolds wieder eröffneter Schule konnten allerdings beim Ende der Primarschulzeit nicht in die Sekundarschule. Weil sie arm waren, und in einem Aussenquartier des Dorfes wohnten, wo die Räuber und die Huren zuhause waren, beim sogenannten Abfall der Menschheit. Dort wohnten sie bei den Ärmsten, welche selber ihre Hütten bauten. Und da sie kein Geld hatten, konnten sie die Lehrer und den Rektor nicht mit Geld schmieren. Somit konnten ihre Kinder auch nicht in die Sekundarschule.

Emmi Arnold schrieb mir dann, ob ich nicht wieder Geld organisieren und rüber kommen könnte. Damit sie dort eine Sekundarschule bauen können. Da bin ich halt, wie gesagt, wieder rüber gegangen, und half mit, eine Sekundarschule aufzubauen.

Denn: Ich konnte nach den zehn Jahren nun wieder ohne Probleme nach Kolumbien. Anzumerken gilt die traurige Tatsache, dass an meiner ersten Wirkungsstätte einige Lehrer und Katecheten erschossen wurden. Einfach rein wegen der Verdächtigung, dass sie Kommunisten sein könnten, oder zumindest Sympathisanten. Es war quasi wie eine Rache nach der ganzen Geschichte.

Dorthin wäre ich nie mehr gegangen, um ja keinen Staub mehr aufzuwirbeln. Und weil die Menschen dort einfach auch Angst vor der Regierung hatten. Es hiess immer, die kleinen Leute und die Lehrer seien Kommunisten.

Im Land draussen wollte man deshalb keine Schulen. Nur in den Städten waren die Schulen erwünscht, welche die Reichen bezahlten. Die anderen Schulen wurden schlicht und einfach nicht gefördert.

1995 kam ich also wieder in Kolumbien an, mit der Absicht, die Sekundarschule in Frau Arnolds Pfarrei aufzubauen. Ich blieb erst aber ein Jahr in Catechena, machte dort Aushilfe und löste einen Immenseer Missionar ab. Ich half dort übrigens auch beim Bau eines Pfarrhauses mit.

Ich kam in Catechena mit den verschiedensten Menschen in Kontakt, so auch mit Negern, die in einem Aussenquartier wohnten. Weiter half ich auch bei der Katechese mit. Wir hatten es dort mit den schwarzen Leuten auch lustig. Diese waren ehemalige importierte Sklaven. Sie waren fröhliche Menschen, welche nicht viel hatten. Wenn sie aber etwas zu essen hatten, waren sie schon zufrieden. Das waren lebendige, grosse und schöne Leute. Denn man wollte früher nur gesunde und arbeitsame Sklaven.
Wir hatten zwei schwarze Katechetinnen. Was die miteinander gelacht hatten, war eine Lebensqualität sondergleichen.

Nach diesem einen Jahr ging ich dann zur Pfarrei von Emmi Arnold, mit der erwähnten Absicht, beim Aufbau der Sekundarschule mitzuhelfen.

Eines schönen Morgens, um 5 Uhr in der Früh, weckte uns jemand. 3000 Menschen kamen aufgebracht zu uns, und erzählten uns, dass eine Lehrerin, der Dorfvorsteher, ein Ladenbesitzer und noch einige andere erschossen worden sind. Und zwar in einem Dorf namens El Salado, welches auch zu meinem Einzugsgebiet gehörte.

Sie machten dort am Abend eine Versammlung auf dem Dorfplatz. Dabei wurden der Dorfvorsteher und zwei Lehrer angeklagt. Anklagepunkt: Sie seien bei der Guerilla.


(Friedensgespräche: Farc-Rebellen bitten Kolumbien um Waffenruhe / Bildquelle: zeit.de)

Hier eine kurze Erklärung: Man nannte diese Leute zu seiner Zeit schon nicht mehr Kommunisten, sondern eben Guerillos, die Bauernarmee Kolumbiens. Dies war nämlich die Nomenklatur der USA.
Man nimmt an, dass es in Kolumbien mehr als 6 Millionen vertriebene Bauern gibt, denen ihr Land gestohlen wurde. Diese sogenannte Bauernarmee existiert schon seit mehr als 50 Jahren. Die einen liessen sich auch bewaffnen, und zwar mit der Hilfe von Kuba und Russland. Sie wollten nichts anderes, als ihr Land verteidigen. Mit der Zeit wurde daraus dann tatsächlich eine Guerilla-Armee, die sogenannten Farc-Rebellen. Ich kenne die Geschichte dieser Farc natürlich gut, weil der Ursprung ja die Vertreibung der Bauern war.

Also, wir hatten bei uns eine Schulküche, wo wir für diese 3000 Menschen auch kochten. Diese aufgebrachten Menschen getrauten sich nämlich nicht mehr, zurück zu gehen.

In der Folge sagte ich „Lölli“ dem dortigen Lehrer leider, schreib doch auf, was in El Salado passiert sei. Mit dem Handgeschriebenen ging ich dann nach Catechena, zu dem oben erwähnten Immenseer Missionar, welcher bei den Negern stationiert war. Dieser hatte einen PC, und wir schrieben das Geschehene sauber auf Papier, um es faxen zu können. Übrigens, zu der Zeit schrieben wir das Jahr 1997.
Ich fand erst nirgends ein Faxgeräte, welches funktionierte. Da gab es in der Stadt ein französisches Hotel, zu welchem ich dann ging. Die hatten tatsächlich ein funktionierendes Faxgerät. Ich faxte Kopien von der erwähnten Tragödie an Amnesty London, EU Brüssel, Rotkreuz Genf, UNO-Hochkommissariat Genf und an den kolumbianischen Präsidenten.

Der Zufall wollte es, dass eine UNO-Kommission gerade im Land war. Nach zwei Tagen kamen die bereits zu uns.

Da ich das Schreiben mit meinem Namen unterschrieb, und unter anderem auch darin erwähnte, dass ich Zeugen habe, musste ich aus Sicherheitsgründen erst mal untertauchen.

In der Zwischenzeit untersuchte die UNO-Kommission den Zwischenfall, und kam zum Ergebnis, dass es ein Zusammenstoss zwischen der Guerilla und den Paramilitärs war. Dabei war das Paramilitär ins Dorf gekommen und hat die erwähnten Menschen erschossen. Sie waren zu der Zeit nämlich dabei, Säuberungen durchzuführen und vermutete Guerilla-Mitglieder zu erschiessen.

Die 3000 Menschen blieben dann bei uns. Ich hatte 50‘000 Franken zur Verfügung und kaufte Wellblech, Nägel, Dachlatten und Pfähle. Diese Leute bauten damit 300 provisorische Hütten. Wir gaben ihnen auch zu essen.

Unsere Sekundarschule, welche nun fertig gebaut war, musste jetzt auf einmal statt 150 deren 1000 Schüler unterrichten.
Übrigens: Da man wusste, dass der Padre kommt, veranlasste Frau Arnold vorher schon die Ausbildung von Sekundarlehrern.

Wir mussten improvisieren und deshalb an den verschiedensten Orten Unterricht durchführen. So auch in der Kirche und im Schulrestaurant. In der Primarschule wurden am Vormittag die Sekundarschüler unterrichtet, am Nachmittag die Primarschüler.

Die Regierung von Kolumbien schichte dann tatsächlich eine UNO-Kommission, um die Tragödie aufzuklären. Es kam dabei aus, dass hinter allem das Paramilitär steckte. Man wollte dann die Leute wieder zurück in ihr Dorf schicken. Einige gingen auch. El Salado war nämlich eines der Dörfer im Norden, in den Tropen, welches eine funktionierende Wasserversorgung mit Quelle hatte. Das war natürlich ein Reichtum sondergleichen.

Dann plötzlich wurde wieder ein anderes Dorf „angeschossen“, und zwar wieder wegen angeblichem „Landraub“. Es kamen darauf immer wieder Menschen von dort zu uns. Ich fragte sie, habt ihr Landurkunden. Man konnte sich solche Urkunden nämlich auch machen lassen. Eine hätte etwa hundert Schweizer Franken gekostet. Diese Bauern machten das natürlich nicht, weil schon ihre Väter und Vätersväter das Land besassen.“

feldwaldwiesenblogger