Mein Dilemma mit der Zeit

Als ich heute Nachmittag um unser schönes Tal gejoggt bin (habe einen freien Nachmittag eingezogen), machte ich mir so meine Gedanken um die Zeit. Und zwar um die Zeit, welche ich mir nehmen möchte, in Tat und Wahrheit aber nicht kann. Gemeint ist meine teilweise spärliche Zeit für’s Bloggen. Manchmal ein richtiges Dilemma.


(Bildquelle: kerstineicker.wordpress.com)

Obiges Bild habe ich bei Google gefunden, respektive auf der Homepage von Kerstin Eicker. Frau Eicker verwendete das Bild zu einem Text mit dem Titel: „Unser Zeit-Dilemma“.
Wie passend!

Mein Dilemma ist natürlich ein kleines, und eigentlich nicht der Rede wert.
Vor allem, als ich gestern erfahren habe, dass ein Musikerkollege aus Schwyz, Guido Lalli, 51-jährig an einem Herzversagen gestorben ist. Viel zu früh, unfassbar oder das mag mich jetzt richtig, waren nur einige der Kommentare gestern zum Tode des wohl grössten Status Quo-Fans und -Kenner im ganzen Schwyzer Talkessel.
Ich empfehle als Memoriam an Guido Lalli mein Blog-Interview mit ihm über seine Band Stets ä Soo.

Und so kommt mir mein oben begonnenes Zeit-Management-Jammern irgendwie fehl am Platz vor. Oder doch nicht? Nach so einer Nachricht, wie dem viel zu frühen Tod von Guido, macht man sich jeweils so seine Gedanken. Gedanken, ob man wirklich das macht, was einem wichtig ist.

Meine ganze Seele möchte ich jetzt hier in einem öffentlich zugänglichen Blog nicht ausbreiten. Aber so viel sei gesagt: Das Bloggen ist für mich sehr wichtig.
Es ist für mich zu einer richtiggehenden Leidenschaft geworden, zu persönlichen Erlebnissen oder aktuellen Geschehnissen meinen Senf abzugeben.

Das Dilemma daran ist aber oft die Zeit. Die interessanten Themen fallen ja nicht nur auf eine Wochenende, wo ich mehr Zeit für einen grösseren Blogeintrag habe.
Auch unter der Woche brennen mir Dinge unter den Nägeln, über die ich schreiben möchte. Das ist aber nur mit einem guten Zeit-Management möglich. Denn so ein Beitrag wie am vergangenen Montag, „Bruno Gislers Dopingfall ist vor allem ein Glaubwürdigkeits-Problemfall“, nimmt doch einiges an Recherche-Zeit in Anspruch.

Und da stecke ich Mitten drin, im Dilemma. Wie viel Zeit möchte ich mir für das Bloggen nehmen? Ehrlich gesagt, recht viel. Nur, die Zeit habe ich nicht immer. Denn ich gehe als Chemielaborant einem 100%-Job nach, und habe bekanntermassen noch andere Hobbys, wie beispielsweise mein geliebtes Schlagzeugspielen.

Und da kommt halt ein geschicktes Zeit-Management, was für eine wunderbare Wortkreation, ins Spiel. Ideen für einen Beitrag kann ich jederzeit sammeln, in ein Wordfile schreiben und reifen lassen. Bis zum Take-Off in den Blog.

Das Schöne daran ist, dass ich unabhängig bin, und tun und lassen kann wie es mir beliebt. Ich kann schreiben wann ich will, und über was ich will.

Manchmal frage ich mich, wie es wäre, mal auf Auftrag einen Beitrag verfassen zu müssen, dürfen oder können. Für eine Zeitung, ein Magazin oder auch nur für ein „Käseblättli“. Denn dann müsste ich ziemlich sicher mein jetziges Zeit-Management mit der lockeren Handhabung überdenken.

Aber auch das ist zu schaffen. Denn ein bisschen Druck hat noch nie geschadet. Dauerdruck führt zu Stress, ein wenig Druck kann in meinen Augen sogar zu Höchstleistungen anspornen.

Nun, mein Dilemma mit der Bloggingzeit ist vorhanden, aber nicht bejammernswert. Klar hätte ich gerne mehr Zeit, um viele Dinge gründlicher recherchieren zu können. Aber dann wäre ich ja wohl eher ein Journalist als Blogger.

Ich denke, die Unterschiede sind wohl fliessend. Blogger beschäftigen sich meist mit einem speziellen Thema, und bringen sehr viel Persönliches rein. Journalisten müssen und sollen aber objektiv schreiben. Das ist wohl der Hauptunterschied.

Meine Texte sind oft unausgegoren, eben gebloggt. So kamen mir heute beispielsweise neue Gedanken zu Bruno Gisler’s Dopingfall in den Sinn.
Hier sind sie, die freien Gedanken: Gisler musste wohl das sagen, was ihm sein Verband „aufgezwungen“ hat. Denn zugeben, dass er Gly-Coramin eingenommen hat, hätte ihn nicht vor einer milden Strafe bewahrt. Diese Verwechslungsgeschichte wurde ihm aufgedrückt, um ihm eine längere Strafe zu ersparen.

So ist das eben mit dem Bloggen und der Zeit. Mit der Zeit kommen mir nämlich jeweils Änderungen und neue Ideen zu bereits verfassen Beiträgen in den Sinn, wie zu dem Dopingfall.
Oder zu den Beiträgen über das Gespräch mit Pfarrer Toni Schmid. Das Gespräch habe ich damals mit dem iPhone aufgenommen. Nun höre ich es ab, und probiere daraus einen verständlichen Text zu verfassen. Es ist alles andere als einfach, und zudem Neuland für mich. Auch könnte ich nach ein paar Tagen, wenn ich die besagten Texte wieder lese, Änderungen oder Korrekturen anbringen. Ich lasse es aber, auch aus Zeitgründen, sein.

Wäre ich Profi-Journalist, würde ich wohl gewisse Texte verfassen, und in ein oder zwei Tagen nochmals zur Hand nehmen und überarbeiten. Das mache ich als Blogger, wie erwähnt, halt nicht. Aber: Klar lese ich vor dem Veröffentlichen mein Geschriebenes durch, teilweise mehrmals.

Nun, ich denke, es ist gut wie es ist. Ich werde an meiner Blogging-Stratege nicht viel ändern. Denn ich möchte meine Beiträge auch ein Stück weit spontan und lebendig belassen.

Über was ich mir in nächster Zeit Gedanken machen muss, ist meine „Bloggingumgebung“. Denn KAYWA, der jetzige Betreiber der noch vorhandenen blueblog-Seiten, möchte diesen Dienst in absehbarer Zeit einstellen. Wie und was ich machen werde, weiss ich noch nicht. Aber das ist ein Thema für ein andermal.

feldwaldwiesenblogger

Bruno Gislers Dopingfall ist vor allem ein Glaubwürdigkeits-Problemfall

Letzte Woche kam, wie nun mittlerweile landauf-landab bekannt sein sollte, der „Dopingfall Bruno Gisler“ ans Tageslicht. ich erteilte ihm in einer ersten Stellungnahme auch eine „Samichlaus-Rute“, unterliess es aber, einen Schnellschuss-Kommentar abzugeben.

Mittlerweile lief gestern Abend die Sendung „Sportlounge“ auf SRF 2, und ich bin mir nun (ziemlich) sicher, dass uns Bruno Gisler und der Schwingerverband anschwindelt.

Heute Morgen war auf der Homepage von bluewin.ch schon wieder ein Beitrag zu diesem leidigen Dopingthema nachzulesen.


(Bildquelle: http://www.bluewin.ch)

Die „reumütigen“ Erklärungen von Bruno Gisler muten, wie SRF richtig feststellt, total abenteuerlich an. Eine Verwechslung von zwei homöophatischen Spagyrik-Fläschchen, die sich zudem wirklich ähnlich sehen, scheint ja noch einigermassen glaubwürdig.

Aber: „Am Morgen beim Aufstehen nehme ich von diesem Spray“, erklärte Gisler. Nur: „Sein Spray“ ist gegen Erkältungen, und so einen nimmt man in der Regel während der Dauer einer Erkältung. Und so eine Erkältung geht bei so jungen Leuten wie Bruno Gisler allerhöchstens zwei Wochen. Rechnet man die Anzahl der Spray-Einsätze bei einer tatsächlichen Verwechslung mit dem „Übelkeits-Spray seiner Frau“ zusammen, dann können diese Sprayeinsätze nach Adam Riese eine Zahl von fünf kaum übersteigen.

Weiter: Mathias Kamber von antidoping.ch kann sich nicht vorstellen, dass der bei Gisler nachgewiesene Wirkstoff Nikethamid von einem Spagyrik-Spray stammen kann. Zumal Nikethamid synthetisch hergestellt wird, und in einem Spagyrik-Spray erwiesenermassen nur natürliche Substanzen zum Einsatz kommen (sollten).

Trotzdem: Die Dopingkommision des ESV (Eidgenössischer Schwingerverband) stellt sich hinter den Schwinger. Urs P. Martin, Arzt des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes (NWS), hat dazu eine Erklärung parat: „Das im Schwangerschaftsspray nachgewiesene Nikethamid stamme von der Brechnusspflanze, welcher Bestandteil des Sprays ist.“
Aber: Der Hersteller des Spagyrik-Sprays verneint die These des Arztes mit der Erklärung: „Es ist ausgeschlossen, dass in unseren Homöopathika oder Spagyrika Nikethamid enthalten ist.“

Kamber erklärte eingangs des SRF-Beitrages, dass homöopathische Mittel wie Spagyrika-Sprays stark verdünnt sind. Somit sind viele Inhaltsstoffe gar nicht oder nur schwer nachzuweisen. Da stimme ich ihm als Chemielaborant, der auch Analytik betreibt, absolut zu.

Zudem: Hätte der Arzt Urs P. Martin mit seiner Brechnuss-Theorie Recht, müsste man sich um die Gesundheit von Bruno Gisler und seiner Frau ernsthaft Sorgen machen. Wikipedia weiss nämlich unter anderem folgendes zu der Brechnusspflanze:

„Früher wurde die Arzneidroge bei Schwächezuständen verordnet, sowie bei Herz-Kreislauf-Beschwerden und als appetitanregendes Mittel. Aufgrund der geringen therapeutischen Breite und der Nebenwirkungen (Anhäufung von Strychnin im Körper), besonders bei Lebergeschädigten, sind solche Arzneimittel fast vollkommen verschwunden. Die Brechnusssamen sind aber noch heute der Ausgangsstoff zur Gewinnung von Strychnin.“

Klingelts? Strychnin wurde früher als Rattengift verwendet, und ist sehr giftig. Daher kommt wohl kaum Brechnuss im besagten Spray vor. Oder wenn dann, bloss in so geringen Mengen, dass sie (die Brechnuss) analytisch nicht feststellbar wäre.

Was mich auch stutzig machte: Zu „Nikethamid in Brechnuss“ fand ich weder auf Google noch Wikipedia etwas. Entweder hat uns da der Schwingerverband ein veritables „Weihnachtsmärchen“ aufgetischt, oder aber sie verwechseln da etwas gewaltig. Aber: Zweites kann ich mir bei dieser Ansammlung von „gescheiten Köpfen“ beim ESV schlicht nicht vorstellen.

Kein Wunder glauben die verschiedenen Online-Portale wie beispielsweise bluewin.ch die anfänglich plausible Geschichte nicht mehr (recht):


(Quelle: http://www.bluewin.ch)

Ich behaupte jetzt nach all meinen bisherigen Erkenntnissen: Die Quelle von Nikethamid kann nie und nimmer der Spagyrik-Spray sein. Aber: Wie gelangte dieser Wirkstoff in Gislers Dopingprobe?

Die Suche geht weiter. Übrigens, Wikipedia weiss zu „Nikethamid“ folgendes:

Nikethamid oder Nicethamid ist ein Psychostimulans und bewirkt im Wesentlichen eine Atem- und Kreislaufstimulation. Es wurde früher unter anderem als medizinische Gegenmaßnahme nach Überdosierungen von Beruhigungsmitteln eingesetzt.

Im Sport gehört Nikethamid wie alle Stimulantien zu den verbotenen Dopingmitteln. Bekannt wurde der Fall der amerikanischen Sprint-Weltmeisterin Torri Edwards, die 2004 der Einnahme von Nikethamid überführt und deshalb für zwei Jahre gesperrt wurde.

2012 wurde der 12-jährige polnische Kartsportler Igor Walilko vom Internationalen Sportsgerichthof freigesprochen, nachdem zuvor bei einer Dopingkontrolle erhöhte Nikethamid-Werte festgestellt wurden und deswegen zunächst eine zweijährige Sperre ausgesprochen worden war. Der Sportgerichtshof wertete die Sperre als übertrieben und unverhältnismäßig. Der Junge hat zuvor Energie-Riegel gegessen, die Nikethamid enthielten.

Nach dem Durchlesen der Wikipedia-Erklärung dämmerte es bei mir heute Morgen erst mal gehörig. Matthias Kamber hatte gestern nämlich die gleiche Erklärung wie Wikipedia. Er behauptete im Sportlounge-Beitrag, dass Gisler sich das Nikethamid mittels Gly-Coramin zugeführt haben könnte. Gly-Coramin ist ein Energie-Bonbon, dass es seit Jahrzehnten gibt. Laut Kamber sei dies die einzig plausible Quelle für das gefundene Nikethamid.
Gisler hingegen verneinte die Zunahme von Gly-Coramin, welches man sich ganz legal (fast) überall besorgen kann.
Kamber erklärte weiter, dass Gly-Coramin im Wettkampf verboten sei, ausserhalb des Wettkampfes jedoch ohne Einschränkungen erlaubt ist.


(Quelle: http://www.haenseler.ch)

Mario John, Obmann des ESV, machte nun auf Druck von aussen Zugeständnisse im besagten Sportlounge-Beitrag. Denn es ist in meinen, und wohl auch in den Augen vieler anderer Schweizer Sportfans, einfach nicht mehr zeitgemäss, dass der Schwingerverband eine Extrazüglein in Sachen Dopingkontrollen fährt. Die Dopingkontrollen gehören nämlich längst Swiss Olympic unterstellt, einer neutralen und professionellen Stelle.
Denn es riecht in einer zunehmend professionelleren Sportart wie Schwingen mit mehreren hundert aktiven Schwingern schon nach Vetternwirtschaft, wenn der eigene Verband seine Akteure kontrolliert. Zudem sind laut dem ehemaligen Schwingerkönig Nöldi Forrer, der mehr und mehr als Sprachrohr der Schwinger fungiert, die wenigen und unsystematisch durchgeführten Kontrollen „Glückssache“.

Mein Fazit dieses Blogbeitrages steckt eigentlich schon im Titel „Bruno Gislers Dopingfall ist vor allem ein Glaubwürdigkeits-Prolemfall„. Bruno Gisler hat in meinen Augen eine Substanz zu sich genommen, die sich auf der Dopingliste befindet. Also ist es ein Dopingfall.
Gisler hat aber ziemlich sicher weder absichtlich noch durch ein dummes Versehen gedopt. Er hat sich das Nikethamid auch nicht mit dem Nasenspray seiner Frau zugeführt. Vielmehr nahm Bruno Gisler wohl Gly-Coramin oder ein anderes Produkt, zum Beispiel einen Energie-Riegel wie der polnische Kartsportler, zu sich. Dabei übersah Gisler vermutlich, dass dieses „Energie-Produkt“ Nikethamid enthält.
Und da sind wir beim zweiten Problem: Dem Glaubwürdigkeits-Problemfall. Der ESV wird in Sachen Doping in Zukunft nur noch glaubwürdig agieren können, wenn er die Dopingkontrollen im Schwingsport von Swiss Olympic, einer neutralen Stelle, durchführen lässt. Auch wirkt der ganze „Dopingfall Bruno Gisler“ mit den nun gewonnenen Erkenntnissen alles andere als glaubwürdig. Wie der Sportlounge-Sprecher richtig sagte: Gisler und seine Entourage reden sich mit ihren Ausflüchten um Kopf und Kragen.
In meinen Augen gibt es nur noch die Flucht nach vorne: Bruno Gisler und sein Verbandsarzt sollten zugeben, dass er (Gisler) unwissentlich ein „Energie-Produkt“ während dem Eidgenössischen Schwingfest zu sich nahm. Urs P. Martin, der Arzt, sollte sich bei Gisler und der Öffentlichkeit entschuldigen und bekennen, dass er sich aus Angst schlicht und einfach nach dem Bekanntwerden des Dopingfalles etwas zusammen gereimt hatte.

feldwaldwiesenblogger

Gespräch mit Pfarrer Toni Schmid, Teil 3

Beim Teil 2 meines Gespräches mit Pfarrer Toni Schmid ging es um die Frage „Wie lange Mission?“ Herr Schmid erzählte darin von seinem ersten Aufenthalt in Kolumbien und davon, dass er nicht nur betete und Messen abhielt.

Der umtriebige Pfarrer setzte sich für die Bauern in seiner Umgebung ein. Ja, er unterstützte sie dabei tatkräftig, einen Betrug eines Grossgrundbesitzers aufzudecken. Er ging mit Hilfe eines Juristen und einer wieder gefundenen Landurkunde vor Gericht. Vor dem Nationalgericht bekamen Pfarrer Toni Schmid und die Bauern Recht. Der „Landraub“ des Grossgrundbesitzers wurde aufgedeckt. Nach dem gewonnen Prozess musste Toni Schmid allerdings fliehen. Denn er wurde in den zwei grössten Zeitungen von Kolumbien als Unterstützer der Kommunisten hingestellt.

Schmid kehrte darauf in die Schweiz zurück, und war in der Folge zehn Jahre in der Stadt Luzern als Pfarrer in der Pfarrei St. Anna im Würzenbach tätig.

Beim heutigen Teil 3 geht es immer noch um die Frage „Wie lange Mission?“ Denn: Pfarrer Toni Schmid ging nach den besagten zehn Jahren in Luzern ein zweites Mal in die Mission nach Kolumbien.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Hier also nun Teil 3 des sehr interessanten und spannenden Gespräches mit Pfarrer Toni Schmid.

Pfarrer Toni Schmid: „Nach zehn Jahren bin ich wieder rüber gegangen, nach Kolumbien, mit einem anderen Pass. Ich ging in eine andere Gegend des Landes, wo mich niemand kannte.
Eine Mitarbeiterin blieb, denn sie war ja nicht bekannt. Nur ich war bekannt wegen der Prozess-Geschichte.

Ich konnte mich damals nirgends verstecken. Denn so etwas hat es noch nie gegeben, dass kleine Bauern einen Prozess gegen einen Grossgrundbesitzer gewannen, mit Hilfe des Padres.

Es gab in der gleichen Gegend einen Franziskaner, der musste auch fliehen. Er hatte nicht Geld wie ich, versuchte den Bauern aber trotzdem auch zu helfen. Man machte ihn deswegen auch zu einem Kommunisten. Wir trafen uns dann in Luzern wieder. Er ging später nach Spanien.

Ich war beim zweiten Kolumbienaufenthalt zehn Jahre tätig in Kolumbien, und wurde dann altershalber pensioniert.

Ich hatte glücklicherweise wieder Geld, weil ich halt bei den Gläubigen für meine Pfarrei in Kolumbien bettelte.

Meine Mitarbeiterin vom ersten Kolumbienaufenthalt, Emmi Arnold, bekam vom Bischof einen Auftrag in einer anderen Gegend, wo man sie auch nicht gekannt hat. Sie übernahm darauf eine kleine Schule, welche ein italienischer Pfarrer aufgebaut hatte.
Denn als dieser Pfarrer nach zehn Jahren ging, liess der Staat die Schule wieder schliessen. Grund: Für die Armen und Bauern brauche es keine Schulen. Der Bischof befand dann, dass das nicht richtig ist. Und weil Frau Arnold einmal Lehrerin und Katechetin war, schickte sie der Bischof dorthin, in den Norden von Kolumbien. Sie solle dort die Schule wieder öffnen.

Sie ging mit dem Geld in jene Gegend, welches ich gesammelt hatte und dort drüben liess, um die die Schule wieder zu öffnen. Sie zahlte die Lehrer auch aus diesem Geld. Es war eine Schule mit 150 Kindern, einem Kindergarten und einer Primarschule. Daneben gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus, und ein Schwesternhaus.


(Bildquelle: aktion-kolumbienhilfe.de)

Die Kinder aus Emmi Arnolds wieder eröffneter Schule konnten allerdings beim Ende der Primarschulzeit nicht in die Sekundarschule. Weil sie arm waren, und in einem Aussenquartier des Dorfes wohnten, wo die Räuber und die Huren zuhause waren, beim sogenannten Abfall der Menschheit. Dort wohnten sie bei den Ärmsten, welche selber ihre Hütten bauten. Und da sie kein Geld hatten, konnten sie die Lehrer und den Rektor nicht mit Geld schmieren. Somit konnten ihre Kinder auch nicht in die Sekundarschule.

Emmi Arnold schrieb mir dann, ob ich nicht wieder Geld organisieren und rüber kommen könnte. Damit sie dort eine Sekundarschule bauen können. Da bin ich halt, wie gesagt, wieder rüber gegangen, und half mit, eine Sekundarschule aufzubauen.

Denn: Ich konnte nach den zehn Jahren nun wieder ohne Probleme nach Kolumbien. Anzumerken gilt die traurige Tatsache, dass an meiner ersten Wirkungsstätte einige Lehrer und Katecheten erschossen wurden. Einfach rein wegen der Verdächtigung, dass sie Kommunisten sein könnten, oder zumindest Sympathisanten. Es war quasi wie eine Rache nach der ganzen Geschichte.

Dorthin wäre ich nie mehr gegangen, um ja keinen Staub mehr aufzuwirbeln. Und weil die Menschen dort einfach auch Angst vor der Regierung hatten. Es hiess immer, die kleinen Leute und die Lehrer seien Kommunisten.

Im Land draussen wollte man deshalb keine Schulen. Nur in den Städten waren die Schulen erwünscht, welche die Reichen bezahlten. Die anderen Schulen wurden schlicht und einfach nicht gefördert.

1995 kam ich also wieder in Kolumbien an, mit der Absicht, die Sekundarschule in Frau Arnolds Pfarrei aufzubauen. Ich blieb erst aber ein Jahr in Catechena, machte dort Aushilfe und löste einen Immenseer Missionar ab. Ich half dort übrigens auch beim Bau eines Pfarrhauses mit.

Ich kam in Catechena mit den verschiedensten Menschen in Kontakt, so auch mit Negern, die in einem Aussenquartier wohnten. Weiter half ich auch bei der Katechese mit. Wir hatten es dort mit den schwarzen Leuten auch lustig. Diese waren ehemalige importierte Sklaven. Sie waren fröhliche Menschen, welche nicht viel hatten. Wenn sie aber etwas zu essen hatten, waren sie schon zufrieden. Das waren lebendige, grosse und schöne Leute. Denn man wollte früher nur gesunde und arbeitsame Sklaven.
Wir hatten zwei schwarze Katechetinnen. Was die miteinander gelacht hatten, war eine Lebensqualität sondergleichen.

Nach diesem einen Jahr ging ich dann zur Pfarrei von Emmi Arnold, mit der erwähnten Absicht, beim Aufbau der Sekundarschule mitzuhelfen.

Eines schönen Morgens, um 5 Uhr in der Früh, weckte uns jemand. 3000 Menschen kamen aufgebracht zu uns, und erzählten uns, dass eine Lehrerin, der Dorfvorsteher, ein Ladenbesitzer und noch einige andere erschossen worden sind. Und zwar in einem Dorf namens El Salado, welches auch zu meinem Einzugsgebiet gehörte.

Sie machten dort am Abend eine Versammlung auf dem Dorfplatz. Dabei wurden der Dorfvorsteher und zwei Lehrer angeklagt. Anklagepunkt: Sie seien bei der Guerilla.


(Friedensgespräche: Farc-Rebellen bitten Kolumbien um Waffenruhe / Bildquelle: zeit.de)

Hier eine kurze Erklärung: Man nannte diese Leute zu seiner Zeit schon nicht mehr Kommunisten, sondern eben Guerillos, die Bauernarmee Kolumbiens. Dies war nämlich die Nomenklatur der USA.
Man nimmt an, dass es in Kolumbien mehr als 6 Millionen vertriebene Bauern gibt, denen ihr Land gestohlen wurde. Diese sogenannte Bauernarmee existiert schon seit mehr als 50 Jahren. Die einen liessen sich auch bewaffnen, und zwar mit der Hilfe von Kuba und Russland. Sie wollten nichts anderes, als ihr Land verteidigen. Mit der Zeit wurde daraus dann tatsächlich eine Guerilla-Armee, die sogenannten Farc-Rebellen. Ich kenne die Geschichte dieser Farc natürlich gut, weil der Ursprung ja die Vertreibung der Bauern war.

Also, wir hatten bei uns eine Schulküche, wo wir für diese 3000 Menschen auch kochten. Diese aufgebrachten Menschen getrauten sich nämlich nicht mehr, zurück zu gehen.

In der Folge sagte ich „Lölli“ dem dortigen Lehrer leider, schreib doch auf, was in El Salado passiert sei. Mit dem Handgeschriebenen ging ich dann nach Catechena, zu dem oben erwähnten Immenseer Missionar, welcher bei den Negern stationiert war. Dieser hatte einen PC, und wir schrieben das Geschehene sauber auf Papier, um es faxen zu können. Übrigens, zu der Zeit schrieben wir das Jahr 1997.
Ich fand erst nirgends ein Faxgeräte, welches funktionierte. Da gab es in der Stadt ein französisches Hotel, zu welchem ich dann ging. Die hatten tatsächlich ein funktionierendes Faxgerät. Ich faxte Kopien von der erwähnten Tragödie an Amnesty London, EU Brüssel, Rotkreuz Genf, UNO-Hochkommissariat Genf und an den kolumbianischen Präsidenten.

Der Zufall wollte es, dass eine UNO-Kommission gerade im Land war. Nach zwei Tagen kamen die bereits zu uns.

Da ich das Schreiben mit meinem Namen unterschrieb, und unter anderem auch darin erwähnte, dass ich Zeugen habe, musste ich aus Sicherheitsgründen erst mal untertauchen.

In der Zwischenzeit untersuchte die UNO-Kommission den Zwischenfall, und kam zum Ergebnis, dass es ein Zusammenstoss zwischen der Guerilla und den Paramilitärs war. Dabei war das Paramilitär ins Dorf gekommen und hat die erwähnten Menschen erschossen. Sie waren zu der Zeit nämlich dabei, Säuberungen durchzuführen und vermutete Guerilla-Mitglieder zu erschiessen.

Die 3000 Menschen blieben dann bei uns. Ich hatte 50‘000 Franken zur Verfügung und kaufte Wellblech, Nägel, Dachlatten und Pfähle. Diese Leute bauten damit 300 provisorische Hütten. Wir gaben ihnen auch zu essen.

Unsere Sekundarschule, welche nun fertig gebaut war, musste jetzt auf einmal statt 150 deren 1000 Schüler unterrichten.
Übrigens: Da man wusste, dass der Padre kommt, veranlasste Frau Arnold vorher schon die Ausbildung von Sekundarlehrern.

Wir mussten improvisieren und deshalb an den verschiedensten Orten Unterricht durchführen. So auch in der Kirche und im Schulrestaurant. In der Primarschule wurden am Vormittag die Sekundarschüler unterrichtet, am Nachmittag die Primarschüler.

Die Regierung von Kolumbien schichte dann tatsächlich eine UNO-Kommission, um die Tragödie aufzuklären. Es kam dabei aus, dass hinter allem das Paramilitär steckte. Man wollte dann die Leute wieder zurück in ihr Dorf schicken. Einige gingen auch. El Salado war nämlich eines der Dörfer im Norden, in den Tropen, welches eine funktionierende Wasserversorgung mit Quelle hatte. Das war natürlich ein Reichtum sondergleichen.

Dann plötzlich wurde wieder ein anderes Dorf „angeschossen“, und zwar wieder wegen angeblichem „Landraub“. Es kamen darauf immer wieder Menschen von dort zu uns. Ich fragte sie, habt ihr Landurkunden. Man konnte sich solche Urkunden nämlich auch machen lassen. Eine hätte etwa hundert Schweizer Franken gekostet. Diese Bauern machten das natürlich nicht, weil schon ihre Väter und Vätersväter das Land besassen.“

feldwaldwiesenblogger

Samichlaus-Tag ist auch 10 Ruten-Verteiltag

Guten morgen allerseits! Heute ist Samichlaus-Tag, der Tag an dem ich vielen Leuten zum Namenstag gratuliere, respektive gerne aber auch eine Rute verteile …

Die erste Rute erhält der Oberchlaus der SVP…


(Quelle: http://www.20min.ch)

Die zweite Rute erhalten die Berichterstatter rund um Nelson Mandela und die Angehörigen von Mandela. Die Verdienste des Friedensnobelpreisträgers und des ersten demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas stehen ausser Zweifel und Kritik. Was aber die linken Medien aus ihm machen, grenzt an Scheinheiligkeit sondergleichen.
Klar setzte sich Madiba (Nelson Mandelas traditioneller Clannamen) als Anti-Apartheid-Kämpfer und Politiker für die Gerechtigkeit ein. Aber ihn gleich so zu verklären? Mandela hinterlässt nämlich ein paar zerrüttete und zerstrittene Familien, welche sich jetzt nun darauf freuen, mit seinem Tod einen grossen Reibach zu machen.


(Quelle: http://www.20min.ch)

Die dritte Rute erhält Max Lässer, weil… etwas später, denn zuerst: Ich war gestern zusammen mit drei Kollegen an seinem Konzert im Theater Uri (Altdorf). Max Lässer und sein kleines Überlandorchester gastierten dort und zelebrierten in zwei Konzerteilen ein wirklich tolles und spannendes Konzert. Wie Lässer (Gitarre) zusammen mit Markus Flückiger (Handorgel), Töbi Tobler (Hackbrett) und Patrick Sommer (Kontrabass) die volkstümliche Musik in Roots- und Worldmusic umwandeln, ist schon grosse Klasse. Dabei wurden traditionelle „Wälzerli“ (O-Ton Lässer), Mazurkas und weitere Ländlerstücke irgendwo aus dem Fundus der schweizer Volksmusik „ausgegraben“, und in ein neues Musikkleid gewandet. Lässer brachte aber auch eigene Songs, und sogar ein südafrikanisches Stück (passend zum Tod von Mandela, dessen Tod zur Spielzeit noch nicht fest stand).

Nun aber zur Rute für Lässer. Irgendwann meinte der gute Max bei einer Ansage zu einem neuen Stück: „Darf man hier in Altdorf etwas über das Muotathal sagen? Wisst ihr wo das Muotathal liegt? Dort hinten ist es so… (dazu machte er ein spezielles Handzeichen, welches eine Scheuklappe vor den Augen bedeuten sollte). Aber: Wenn man nämlich mal in dieses schöne Bergtal geht, kommt man nicht mehr so schnell heraus. Markus Flückiger passierte das. Als er vor Jahren ins Muotathal ging, blieb er gleich für sieben Jahre.“


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Die vierte Rute erhält Xaver, der Sturm. Er wütet zur Zeit in Nordeuropa und brachte Tod und Zerstörung. Derzeit rüstet man sich unter anderem in Hamburg gegen eine mögliche Überschwemmung des Hafens.


(Bildquelle: news.de)

Die fünfte Rute erhält der Spitzensschwinger Bruno Gisler für das Reintappen in die Dopingfalle. Jedoch muss man die ganze Sache etwas differenziert sehen. Blick.ch schreibt dazu:
„Es deutet aber alles darauf hin, dass der Solothurner nicht bewusst gedopt hat. Der Reihe nach: Gisler hat sich kurz vor dem Eigenössischen in Burgdorf erkältet und hat deshalb in der Apotheke ein erlaubtes Spray zur Resistenzförderung gekauft.

Der «böse» Landwirt glaubt, dass er sein legales Medikament mit einem Übelkeitsspray verwechselt hat, den seine Frau während der Schwangerschaft verwendet hat.

«Dieser Spray steht bei uns im Badezimmer im selben Schrank wie mein ebenfalls homöopathischer Resistenzspray. Sie stammen vom selben Hersteller und sehen – abgesehen von der Aufschrift – genau gleich aus.»

Dummerweise befindet sich im Spray von Gislers Frau ein Wirkstoff, der seit 2013 auf der Dopingliste steht.

Weil Bruno Gisler der Dopingkommission glaubhaft machen konnte, dass er mit der verbotenen Substanz keine Leistungssteigerung erzielen wollte, wird er mit der Aberkennung des Eidgenössischen Kranzes und einer Sperre von einem halben Jahr davon kommen.“


(Quelle: http://www.blick.ch)

Die sechste Rute ist für Lothar Matthäus, den dummen Tropf. Der behauptete nämlich im Vorfeld zur heutigen WM-Gruppenauslosung: „Die Schweiz gehört eigentlich nicht in Topf 1“.
Ja, sag ämal, der Loddar! Zum Glück konterte unser Noch-Nati-Coach Ottmar Hitzfeld sofort: „Was Matthäus sagt interessiert mich nicht gross. Wir sind aufgrund der gezeigten Leistungen in den letzten zwei Jahren in Topf 1. Die Mannschaft hat sich das verdient.“


(Quelle: http://www.blick.ch)

Die siebte Rute ist für Peter Stadelmann, dem Delegierten der Fussballnationalmannschaft, und seiner Crew. Nämlich für das endlose Rumgeeiere, wer denn nun neuer Nati-Coach nach der Ära Hitzfeld werden soll. Erst sagte Marcel Koller ab („Ich bleibe lieber Ötzi-, äh Ösi-Coach“) und nun zieht sich die Suche endlos weiter. Petkovic soll designiert sein, aber wohl nicht Wunschkandidat, und nun bricht der Weltwoche-Schreiberling Peter Hartmann eine Lanze für Christian Gross. „Ich chumä nümä druus…“ (O-Ton feldwaldwiesenblogger).


(Quelle: http://www.weltwoche.ch)

Die achte Rute erhält Marvin Hitz, der Schweizer Torhüter des Bundesligisten FC Augsburg. Nämlich für sein hartes Foul gegen Arjen Robben im Cupspiel vom vergangenen Mittwoch. Dabei trat der böse Marvin den lieben Arjen blutig.


(Quelle: http://www.nzz.ch)

Die neunte Rute erhält der Sauber-Rennstall aus Hinwil. Und zwar in zweierlei Hinsicht. Erstens, weil sie ihre Finanzmisere nicht in den Griff bekommen und angeblich dubiose russische Sponsoren an Bord holen wollten, welche aber nie einen Rappen zahlten. Zweitens für das „Nichthaltenkönnen“ von Nico Hülkenberg, welcher leider nun definitiv zu Force India wechselt. Der Junge war in der nun zu Ende gegangenen Saison (vor allem in der zweiten Saisonhälfte) der Garant für Punkte und sportliches Spektakel aus dem Hause Sauber. So ein Mann hätte und müsste doch Sponsoren und somit Geld anziehen. Was ist nur los in Hinwil?


(Quelle: http://www.nzz.ch)

And last but not least: Die zehnte Rute geht an den Scheisskerl Putin. Der böse russische Bär mit dem irren Blick liess die demokratischen Errungenschaften von Gorbatschow und Jelzin wieder verschwinden. Aber nicht nur in Russland. Putin zwingt die Regierung in Ukraine mit Erpressung, sich ihm und seinem Russland anzunähern und nicht der westlichen EU. Andernfalls würde ihnen der Gashahn abgedreht. Das riecht nicht nur nach stinkendem Gas, sondern wieder nach einem Einverleiben der momentan noch unabhängigen Staaten wie der Ukraine zu einem Riesig-Grossreich Russland.


(Bildquelle: de.wikipedia.org)

feldwaldwiesenblogger

Die beiden Mythen von Schwyz standen vor Jahrmillionen als Inseln in einem Ozean

Als Nachtrag zum gestrigen Blogbeitrag „Der Ozean ist gekippt“ habe ich heute ein paar interessante geologische Informationen betreffs „Ozean-Geschichte“ bei uns in Schwyz.

Geologische Informationen betreffs „Ozean-Geschichte“ bei uns in Schwyz?
Irgendwie hat jeder von seiner Schulzeit her ein paar Geografie-Erinnerungen. Vorausgesetzt man(n oder frau) sass beim Unterricht nicht immer am berühmten Fenster. So erinnere ich mich noch schwach an den Begriff „Kreidezeit“. Just in jener Kreidezeit war Schwyz noch ohne Mythen, und zwar im wortwörtlichen Sinne. Zu jener Zeit sollen der Grosse und der Kleine Mythen als Inseln weiter südlich aus dem Meer geragt haben. In der besagten Kreidezeit schwammen die beiden Berge als Inseln in Mitten des Penninischen Ozeans.

Wikipedia weiss zum Begriff Penninischer Ozean:
Der Penninische Ozean war ein Tiefseebereich innerhalb der alpinen Tethys, der von der Trias bis zur Kreide-Zeit existierte. Sein Nordufer war der äußerste Rand der Europäischen Platte (heute u.a. das Helvetikum der Alpen bildend), sein Südufer die Apulische Platte und die damit verbundene Adriatische Platte (heute Ost- und Südalpin). Der Penninische Ozean wurde während der Alpidischen Orogenese vollständig geschlossen, und bildet heute den überwiegenden Teil der Einheiten des Penninikums.


(Quelle: unbekannt)

Diese geologischen Informationen um „unsere beiden Mythen“ erhielt ich heute Morgen per Zufall von einem Arbeitskollegen. Wie ich meine, ziemlich passend. Denn ich hatte mich gestern, wie eingangs erwähnt, mit dem Ozean beschäftigt. Ich erwähnte dabei auch, dass wir hier bei uns in einem Binnenland leben. Das ist natürlich eine Tatsache. Trotzdem: Wir dürfen niemals vergessen, woher das Leben auf unserer Erde ist, und womit vor Urzeiten unsere Erde bedeckt war. Nämlich mit dem Ozean, und der war damals auch bei Uns, oder zumindest ganz in der Nähe.


(Bidlquelle: unbekannt)

Als sichtbares Zeugnis einer Ozean-Existenz bei uns ist der rote Gipfelbereich beim Grossen Mythen. Dieser besteht, wie wir nun gelernt haben, aus Schieferkalk aus der Oberkreide.

Übrigens, Wikipedia meint zum Begriff Kreidezeit folgendes:
Die Kreide (in der populärwissenschaftlichen Literatur oft auch Kreidezeit, lat. Cretaceum) ist ein Zeitabschnitt der Erdgeschichte. Innerhalb des Mesozoikums (Erdmittelalter) ist es das jüngste und mit 80 Millionen Jahren das am längsten dauernde chronostratigraphische System (bzw. Periode in der Geochronologie). Sie begann vor rund 145 Millionen Jahren mit dem Ende des Juras und endete vor etwa 66 Millionen Jahren mit dem Beginn des Paläogens, dem ältesten chronostratigraphischen System des Känozoikums.

Gestern hatte ich euch den erschütternden Bericht des Seglers Ivan Macfadyen zum Lesen. Heute sind es ein paar geologische Informationen, welche uns verdeutlichen sollen, woher unser Leben kommt.
Damit wir den Ursprung unseres Lebens nicht einfach sinnlos „zumüllen“, müssen wir uns alle am Riemen reissen.

Jeder kann auf seine Weise einen kleinen Beitrag zur Erhaltung unseres Lebensraumes leisten. Sei dies mit Informationen, die man anderen zugänglich macht, wie ich es gestern und heute gemacht habe. Oder aber auch mit einem wachen Geist und offenen Augen. Mit denen man durchs Leben geht, und sich dabei auch ein paar vernünftige Gedanken zur Umwelt und deren Schutz macht, und wie man dies auch konsequent anwendet.

feldwaldwiesenblogger

Der Ozean ist gekippt

Gestern erhielt ich von einem Kollegen einen schockierenden Reisebericht eines Seglers namens Ivan Macfadyen. Diesen aufrüttelnden Bericht möchte ich euch nicht vorenthalten, und habe ihn in der Folge komplett in diesen Blogbeitrag verpackt.

Die Quelle des besagten Reiseberichtes ist: „The ocean is broken – Der Ozean ist gekippt, By Greg Ray, Newcastle Herald, 22. Oktober 2013

Da mir der Name Ivan Macfadyen überhaupt nichts sagte, gab ich ihn bei Wikipedia ein, leider ohne Ergebnis.
Eine Google-Suche mit diesem Namen ergab 259’000 Treffer, unter anderem eine Internetseite mit dem findigen Namen „netzfrauen – Was eine nicht schafft, schaffen viele„. Darin findet sich ebenfalls der erwähnte Reisebericht, praktisch wortwörtlich wie ich ihn auch widergebe.

Ein anderer Link führte mich auf die Segelreporter.com-Homepage. Dort fasst Michael Kunst unter dem Titel: „Müll im Meer: Australischer Segler berichtet von riesigen Müllflächen im Pazifik – Geschändeter Ozean“ den Reisebericht zusammen und ergänzt ihn mit eigenen Worten.

Hier also nun der komplette Original-Reisebericht:


(Bildquelle: Greg Ray, Newcastle Herald)

«Es war die Ruhe, die diese Reise anders machte als alle anderen vorher. Nicht die Abwesenheit von Geräuschen, genauer gesagt. Selbstverständlich bewegte der Wind geräuschvoll die Segel, und man hörte das Pfeifen und Klappern im Gestänge. Auch die Wellen schlugen gegen das Fiberglas der Bootswand.

Und dann waren da all die anderen Geräusche: Ein Schlagen, Reiben, Kratzen und Klopfen, wenn das Boot mit den vielen Abfällen in Berührung kam.

Aber es fehlte das Schreien jener Meeresvögel, welche unser Boot während all der anderen Reisen umkreisten. Die Vögel fehlten, weil die Fische fehlten.»

Vor genau 10 Jahren, als der Segler Ivan Macfadyen von Newcastle auf dem genau gleichen Kurs segelte, brauchte er zwischen Brisbane, Australien und Osaka (Japan) lediglich eine Angel ins Wasser zu halten, um einen Fisch zu fangen.


(Bildquelle: Greg Ray, Newcastle Herald)

«Damals verging kein Tag auf der 28-tägigen Reise, ohne dass wir einen gut gewachsenen Fisch fingen, den wir danach kochen und zusammen mit Reis essen konnten», erinnerte sich Macfadyen. «Aber dieses Mal fingen wir auf der ganzen Reise nur 2 Fische.»

Keine Fische – keine Vögel – kaum ein Zeichen von Leben.

«Nach all den Jahren hatte ich mich an das Gekreisch der Vögel gewöhnt», sagte er. «Sie haben das Boot begleitet, sich manchmal auf dem Masten ausgeruht, um sich dann wieder in die Lüfte zu schwingen.»

Im März und April dieses Jahres war das Boot umgeben von Stille und Trostlosigkeit.

Nördlich des Äquators, nördlich von Neu Guinea, sahen wir grosse Fischerboote, die den Riffen entlang fuhren. «Die grossen Schiffe fuhren ständig vor und zurück», sagte er. In der Nacht ging die Arbeit weiter, sie verwendeten helles Flutlicht.

Eines Morgens weckte der Crew-Partner Madfadyen, weil ein Hochgeschwindigkeitsboot gestartet war. «Ich war besorgt. Wir waren unbewaffnet und Piraten sind eine echte Gefahr in diesen Gewässern. Ich dachte, wenn diese Typen bewaffnet sind, stecken wir in grossen Schwierigkeiten.»

Aber es waren keine Piraten, zumindest nicht im üblichen Sinne. Das Boot legte seitlich an, und der Melanesier bot uns Geschenke an, Früchte und Eingemachtes. «Zudem gaben sie uns fünf grosse Zuckersäcke gefüllt mit Fischen. Es waren gute, grosse Fische, unterschiedliche Sorten. Einige waren frisch, andere hatten offensichtlich eine Weile in der Sonne gelegen.»


(Bildquelle: segelreporter.com)

Wir sagten ihnen, dass wir absolut keine Möglichkeit hätten, all diese Fische zu verwenden. Wir waren nur zu zweit, und wir hatten auch gar keinen freien Stauraum. Sie forderten uns auf, sie einfach über Bord zu werfen – das hätten sie ohnehin auch getan.

Sie erzählten, dies sei ein winziger Teil des Beifanges eines Tages. Sie wären nur an Thunfisch interessiert, alles andere sei lediglich Abfall. Die Fische wurden getötet und weggeworfen. Sie fuhren dem Riff entlang, Tag und Nacht, und fingen jedes Lebewesen das sich zeigte.

Macfadyen wurde sterbensübel. Hier sah er, was ein einziges Fischerboot anrichtete, und er wusste, dass unzählige weitere Boote hinter dem Horizont auf die gleiche Weise fischten.

Kein Wunder, dass das Meer tot war. Kein Wunder, konnte er mit der Angel nichts fangen. Es gab nichts mehr zu fangen.

Das mag depressiv klingen – aber es kam noch schlimmer.

Eine weitere Reiseetappe ging von Osaka nach San Francisco. Die meiste Zeit während dieser Reise waren sie umgeben von einer Übelkeit erregenden Verwüstung.

«Nachdem wir Japan verlassen hatten, fühlte sich der Ozean tot an. Wir sahen kaum je eine lebende Kreatur. Wir sahen einen einzigen Wal, der sich hilflos an der Wasseroberfläche bewegte. Ein grosser Tumor wurde sichtbar an seinem Kopf – es war schlimm.»

«Ich bin viele Seemeilen gefahren in meinem Leben, und ich bin es gewohnt, Schildkröten, Delphine, Haie und zahllose Vögel zu sehen. Aber dieses Mal war auf 3000 Seemeilen nichts Lebendiges zu sehen.»

«Stattdessen gab es Abfall in unglaublichen Mengen.»

Ein Teil davon waren die Überreste des Tsunamis, welcher Japan vor zwei Jahren getroffen hatte. Die Welle rollte über riesige Landstriche, und trug unglaubliche grosse Mengen von Trümmern aufs Meer hinaus.
Ganze Nester aus verwickelten, synthetischen Seilen, Netzen und Polystyrol-Schaum-Stücken, millionenfach. Schlick von Öl und Petrol überall.
Unzählbare Holzmasten, die von der Riesenwelle mitgerissen wurden, und die jetzt mit ihren Kabeln in der Mitte des Ozeans schwammen.

«Vor Jahren, wenn es einmal windstill war, haben wir einfach den Motor angeworfen, um vorwärts zu kommen.»

«Aber nicht dieses Mal.»

«An vielen Orten konnten wir den Motor nicht in Betrieb nehmen aus Angst, der Propeller würde von all den Seilen und Kabeln zerstört werden. Wir entschieden, den Motor nur tagsüber einzuschalten, wenn jemand von der Brücke aus den Abfall im Auge behalten konnte.»


(Bildquelle: segelreporter.com)

«Von der Brücke aus konnte man bei Hawaii durch das klare Wasser in die Tiefe sehen.
Da sahen wir, dass die Trümmer nicht nur an der Oberfläche schwammen, sondern auch auf dem Grund lagen. Abfälle von der Grösse einer Getränkeflasche bis zur Grösse eines Lastwagens.
Wir sahen einen Fabrik-Schornstein aus dem Wasser ragen, dem ein verbundener Boiler den Auftrieb gab. Wir sahen grosse Container, die sich rollend mit den Wellen immer weiter bewegten.»

«Wir segelten um diese Trümmer und Abfälle herum – es war ein richtiger Abfall-Trip.»

«Unter Deck hörten wir ständig, wie die Gegenstände gegen die Bootswand schlugen, und waren immer in Angst, etwas wirklich Grosses würde uns treffen. Die ganze Bootswand war zerkratzt und zerbeult.»

«Plastik war allgegenwärtig. Flaschen, Beutel, jede Art von Wegwerfartikeln, die man sich vorstellen kann. Von zerbrochenen Stühlen bis zu Kehrichtschaufeln, Spielsachen und andere Utensilien.»

«Und noch etwas: Die leuchtend gelbe Farbe des Bootes war in all den Jahren, die es benutzt wurde, niemals verblasst oder verwittert von der Sonne oder vom Salzwasser. Aber etwas im Wasser bei Japan nahm der Farbe die Strahlkraft, und veränderte sie in noch nie da gewesener Weise.»

Daheim in Newcastle versucht Macfadyen immer noch zurecht zu kommen mit dem Schock und dem Horror dieser Reise.

«Der Ozean ist gekippt», sagt er, und schüttelt ungläubig seinen Kopf.

«Man muss sehen, dass das Problem riesig ist. Keine Organisation und keine Regierung scheint irgend eine Absicht zu haben, daran etwas zu ändern.» Macfadyen sucht nach Ideen.

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Macfadyen versucht jetzt alle möglichen Gruppierungen zu mobilisieren, damit sie auf freiwilliger Basis das Problem angehen.

«Warum verlangen wir nicht nach einer Flotte, welche diese Verschmutzung aufräumt?»

Die Antwort, die er bekam: Die Umwelt-Schäden durch den verbrannten Treibstoff für dieses Unternehmen wären schlimmer, als der Schaden, wenn man einfach alles so belässt wie es ist.

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Der Bericht erschien im Newcastle Herald

Übersetzung: Ruth Huber

Liebe Leser, dieser Reisebericht stimmt einen wirklich traurig. Von der Schweiz aus, einem Binnenland, kann man das leider nur schwer erahnen, was für Müll und Dreck sich in den Ozeanen scheinbar ansammelt.
Wir leben vergleichsweise in einem „sauberen“ und „geschützten“ Land. Trotzdem sollten auch wir unseren Beitrag zu sauberen Ozeanen leisten. Wie das genau erfolgen soll und kann, weiss ich auch nicht.
Wie wäre es aber, wenn wir uns zum Beispiel mehr überlegen, wie und woher unser Fisch auf dem Teller kommt. Oder wo unsere Unmengen an Plastikabfällen eigentlich landen. Denn es ist auch hier bekannt, dass mikroskopisch kleine Plastikpartikel sich heute im Meer, in Trinkwasser und selbst in Lebensmitteln finden.

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