Als der Pfarrer aus dem Thal verjagt wurde…

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gibt es eine Muotathaler-Sage mit dem einleitenden Titel: Als der Pfarrer aus dem Thal verjagt wurde…

Diese Sage mit seinem kontroversen Titel kam mir heute früh spontan in den Sinn, als ich folgenden Artikel aus dem Bote der Urschweiz las:


(Quelle: http://www.bote.ch)

Natürlich, die eingangs erwähnte Sage hat mit der Bote-Meldung (eigentlich) nichts zu tun. Der Bischof rief, und der Diener Martin Rohrer folgt nun seinem Ruf. So wie es sich für einen treuen Kirchenmann halt gehört.

Trotzdem: Ein bisschen Missmut kommt in mir dabei schon auf. Der vielkritisierte Bischof Vitus Huonder liess auch hier kein Fingerspitzengefühl walten, und beruft einen nicht mal vor einem Jahr eingesetzten Pfarradministrator (Vorstufe zum Pfarrer) nach Chur, ans Priesterseminar.

Man könnte jetzt also sagen, dass der Bischof uns den neuen Pfarradministrator schon sehr früh „abjagt“. Damit schlösse sich dann der Kreis der Sage wieder. Denn vielleicht ist das die Retourkutsche der Churer Kurie? Man weiss ja, dass die ein Gedächtnis haben wie die Elefanten. Sie vergessen nichts. Und solche Geschichten wie „Als der Pfarrer aus dem Thal verjagt wurde…“ verjähren sich nicht. Huonder sah also nun den Moment gekommen, das Muotathal für ihre Untat vor weiss nicht wie vielen Jahren büssen zu lassen…

Klar, man kann jetzt auch sagen, dass sich der feldwaldwiesenblogger wieder mal vergaloppiert. Aber zugeben müsst ihr, liebe Leserinnen(und aussen) auch, dass da was zum Himmel stinkt, oder?

Der Zeitungsbericht klingt harmlos und der Inhalt besagt, dass ein junger Priester Karriere macht. Grad so wie ein junger Banker in einer Grossbank. Alles recht und gut. Aber Zweifel und Kritik sind nahe bei solchen Geschichten.

Andererseits ist es auch logisch, dass der Bischof seine getreuen Schäfchen um sich scharen will. So quasi als eine geballte Macht an konservativer Kraft in Chur. Denn es ist bekannt, dass Pfarradministrator Martin Rohrer trotz seiner eindrücklichen Vita ein konservativer Priester ist, und demzufolge auch „churtreu“.

Das so schnelle Abberufen ist sicher nicht grundlos. Ich denke, trotz „Vergaloppieren in eine alte Sage“, irgendwas in der Art wird es schon sein.
Es ist auch eine Tatsache, dass Chur die jungen und konservativen Priester ausgehen. Und diejenigen die etwas taugen erst recht. Rohrer ist ein gut ausgebildeter, fähiger und kommunikativer Geistlicher. Dass der Bischof solche „Juwelen“ nicht in einer Gemeinde draussen „versauern“ lassen will, verstehe ich ein wenig.

Aber: Die heilige Schrift besagt auch, dass das Verbreiten des Wort Gottes unter das einfache Volk erste Priorität hat. Also die Verkündigung und Seelsorge in den Gemeinden.
Nun wägt der Bischof halt solcherlei gegeneinander ab, und schlussendlich siegen halt doch der menschliche und nicht der biblische (heilige) Geist.
Der Bischof holt sich wie ein König seine Lieblingsuntertanen an den Hof. Das ist wohl sein gutes Recht, aber nicht unbedingt sehr christlich.
Und die Muotathaler müssen wieder einen neuen Pfarrer suchen.

Übrigens: Ich habe jetzt vor allem die Churer Seite ausgeleuchtet. Da ich Martin Rohrer nicht näher kenne, kann ich bei seinen Beweggründen halt nur mutmassen. Dabei könnte es durchaus sein, dass er so bischof- und damit „churtreu“ ist, dass er dem Rufen des Bischofs bedingungslos folgt.
Es könnte aber auch sein, dass ihm diese Abberufung gelegen kommt, und er innerhalb der Kirche mächtig Karriere machen möchte.
Wer weiss, vielleicht können wir Muotathaler irgendwann voll Stolz sagen: Der neue Papst war mal für ein Jahr aktiv in unserem Thal.

feldwaldwiesenblogger

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