Die Schweizer Hockey-Nati ist in Sotschi früh ausgeschieden – Eine knallharte Analyse

1:3 gegen Lettland, aus der Traum für unsere Eishockey-Genossen an den Olympischen Spielen in Sotschi. Und das bereits in den Achtelfinals!

Noch kein Jahr ist vergangen, als die Schweizer Hockey-Nati mit ihrer Silbermedaille an der WM in Schweden eine Sternstunde zu verzeichnen hatte.

Nun das! Der harte Fall zurück in die Realität. Aber: Wer 150 Schüsse in vier Spielen auf das gegnerische Tor abfeuert, dabei aber nur dreimal skort, hat definitiv ein Problem. Oder anders gesagt: Wer die Tore nicht schiesst, scheidet aus. So einfach ist das!

Als ich mir gestern das Spiel nebenbei anschaute, hatte ich schon nach den zwei Gegentreffern im Ersten Drittel kein gutes Gefühl. Die Tor-Blockade, die Tor-Impotenz oder wie man dem auch immer sagen will, fand seine Fortsetzung im Achtelfinale.

Zwei Fragen stehen für mich deshalb im Raum:
1. Ist das nur mit Pech zu erklären, oder steckt da mehr dahinter?
2. Wäre es womöglich besser gewesen, das Silberteam von letztem Jahr gar nicht gross zu verändern und halt ohne NHL-Cracks an die Olympiade zu fahren?

Frage 1 kann ich nicht beantworten. Da müsste man mit einem Trainer oder Spieler die verschiedenen Torszenen von Sotschi näher unter die Lupe nehmen. Eventuell würde dem einen oder anderen Experten irgendetwas an der Spielweise auffallen.

Die Frage 2 probiere ich kurz selber zu erklären. Da an den Hockey-WM’s generell die besten NHL-Cracks wegen des Nichtunterbrechens der NHL während dieser Zeit fehlen, ist das Niveau vergleichsweise tiefer. Ergo hat eine Schweizer Nationalmannschaft aus Spielern ihrer eigenen starken Liga, weltweit eine der besten nach der NHL und der KHL, bei optimalem Verlauf eines Turnieres gute Chancen in das Finale zu gelangen.
Bei den olympischen Spielen ist das Niveau wegen den unzähligen NHL-Spielern dank des Unterbruches der NHL natürlich ungleich höher. Somit mussten die Schweizer auch ihre NHL-Leute mitnehmen.
Die trafen nun aber nicht, und ein Damien Brunner beispielsweise fand nie zu seiner besten Form, wie er sie als Tormaschine bei den New Jersey Devils regelmässig an den Tag legt.

Das Niveau der Schweizer Hockeyaner ohne NHL-Cracks wäre zweifellos tiefer gewesen. Vielleicht hätte aber das Zusammenspiel besser geklappt und hätte in einer grösseren Torausbeute gemünzt?

Meine knallharte Analyse mit „Wer die Tore nicht schiesst, scheidet aus“ trifft in jedem Fall zu. Die Gründe zu dieser Torflaute sind aber tiefer zu suchen. Das ganze nur mit Pech zu erklären, ist zu einfach. Das mag bei einem Match zutreffen. Sicher aber nicht für vier Spiele.
Ich bleibe bei meiner Theorie „Vielleicht hätte aber das Zusammenspiel (der Silbermannschaft von Schweden) besser geklappt und hätte in einer grösseren Torausbeute gemünzt“.
Vermutlich liege ich gar nicht so falsch, oder?

feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “Die Schweizer Hockey-Nati ist in Sotschi früh ausgeschieden – Eine knallharte Analyse

  1. Interessante Thesen. Was man aber nicht vergessen darf:
    1. Wenn im ersten Spiel 1-2 Tore fallen, löst sich die Verkrampfung. Dann ist ein völlig anderer Turnierverlauf möglich.
    2. Die NHL-Spieler alleine können es nicht richten, schliesslich sind auch die anderen Teams mit NHL-Stars gespickt. Kommt dazu: Die Umstellung auf die grösseren Eisfeldern ist wohl nicht ganz einfach.
    3. Vor allem die lettische Verteidigung hat hervorragend dagegen gehalten. Dies gestern war ein Spiel, wie es die Schweiz bis vor wenigen Jahren gegen die ganz Grossen wie Kanada oder Russland gespielt haben: Hinten mit 5 Verteidigern und einem starken Goali betonieren, und vorne hoffen dass einer reingeht.
    4. Die These, dass die Silbermannschaft von Stockholm bessere Chancen gehabt hätte, würde ich so nicht unterschreiben. Was ich nicht ganz verstehe: warum hat man vor der Spiele kein einziges Testspiel bestritten? Direkt mit einem Ernstkampf zu starten ist nicht das optimale Vorgehen!
    5. Nichtsdestotrotz ist das frühe Scheitern natürlich eine grosse Enttäuschung. Mit einer Medallie zu rechnen war in diesem starken Feld etwas vermessen.

    der.bleistift

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