Meine Schwingerwoche: Frühjahrsschwinget Ibach und der vierte im Bunde ist Matthias Glarner

Am Ostermontag besuchte ich das Frühjahrsschwinget in Ibach. Da den organisierenden Mythen-Verbändlern Petrus einigermassen gut gesinnt war, konnte das Schwingfest bewölkt, aber glücklicherweise trocken, unter freiem Himmel beim Christophorus Schulhaus durchgeführt werden. Als aller erstes möchte ich eine kleine Kritik loswerden, bevor ich dann nur noch Gutes über diesen Anlass berichte.
Da 163 Schwinger teilnahmen, zog sich der Anlass in die Länge. Der Schlussgang zwischen Andreas Ulrich und Adrian Laimbacher begann leider erst um 18 Uhr. Ich verstehe die Organisatoren, möglichst viele Schwinger antreten zu lassen. Trotzdem wäre es in meinen Augen sinnvoller gewesen, eine Anmeldefrist samt Limite zu setzen. Auch wegen den Zuschauern. Wie wäre zum Beispiel in Zukunft eine Limite mit 120 Schwingern?

Um etwa 18.15 Uhr stand dann mit Andreas Ulrich der verdiente Sieger fest. Nach fünf Maximalnoten musste Ulrich denn auch nichts riskieren im mässig interessanten Schlussgang.
Im vierten Gang bodigte der Gersauer den Bürer Lutz Scheuber, trotz stiebendem Sägemehl und Rettungsversuch von Ulrich.

Apropos Schlussgangfilm und Fotos: Jakob Niederberger und ich vereinbarten unter der Woche eine kleine Zusammenarbeit miteinander. Er verlinkt meine Beiträge künftig bei sich auf der Homepage (www.schlussgangfilmer.com) und im Gegenzug bekomme ich von ihm Fotos und den Schlussgangfilm für meine Schwingberichte.
Übrigens: Beim Schwinget in Ibach reichte Schlussgangfilmer Jakob Niederberger krankheitsbedingt die Kamera und den Fotoapparat Laura Schelbert weiter. Seine gelehrige „Lehrtochter“ verrichtete ihren Job bravourös. Schlussgangfilm und Fotos vom Ibächler Schwingfest sind heute also von Laura.

In Ibach wurden auch Schwinger aus dem Tessin gesichtet. Viele meinen jetzt vielleicht, dass das Schwingen im Tessin gar keine Tradition hat. Da irren sie sich. Auf der Homepage des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) findet sich dazu folgendes: „Der Tessiner Kantonal-Schwingerverband (kurz: TKSV) ist ein Verein im Sinne von Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB).“ Interessanterweise gehört der Tessiner Verband nicht etwa dem Südwestschweizer Verband an, sondern dem Innerschweizer.

Soviel ich weiss, führten die Tessiner Schwinger längere Zeit ein Mauerblümchen-Dasein. Das soll sich aber nun wieder ändern. Auf der TKSV-Homepage erkennt man, dass sie einige Nachwuchsschwinger haben, welche in letzter Zeit auch regelmässig an Schwingfesten in der Innerschweiz anzutreffen waren.
Auf dem Bild befinden sich die drei angetretenen Tessiner mit ihrem Betreuer.

In Ibach wurde ebenfalls Neueidgenosse Torsten Betschart gesichtet. Ich meine kürzlich gelesen zu haben, dass er dieses Jahr keine Schwingfeste bestreitet, kann meine Behauptung aber nach kurzem Suchen im Internet nicht belegen. Ich vermute, dass der Eidg. Dipl. Maschinening. ETH dieses Jahr nun seinen Doktor machen will.

Schwingprojekt 2014:


Philipp Laimbacher:

Der von Philipp angekündigte Start am Frühjahrsschwinget in Ibach fiel leider ins Wasser. Ich fragte gestern bei ihm telefonisch nach, wie es ihm geht.
Laimbacher sagte mir: „Im Februar dieses Jahres bekam ich Adduktoren-Probleme, und habe diese in der Folge unter anderem beim Training in Magglingen wohl zu stark ausgereizt. Ich habe vier Wochen auf das Schwingtraining verzichtet und ging erst letzte Woche wieder in den Schwingkeller. Ich hätte zwar in Ibach antreten können, habe mich aber geschont und wollt bewusst nichts riskieren vor den Kranzfesten, damit ich dort „Vollgas“ geben kann. Beim Mittelländischen Schwingfest an der BEA in Bern (Samstag, 3. Mai) werde ich antreten. Tags darauf bestreite ich auch das Zuger Kantonale in Unterägeri.“


Matthias Glarner:

Ich habe mir in der vergangenen Woche zudem allgemeine Gedanken zu meinem Schwingprojekt 2014 gemacht. Da sich von den acht angeschriebenen Schwingern nicht alle gemeldet haben, und ich festgestellt habe, dass ich an ehemalige und aktive Schwingerkönige nicht ohne weiteres rankomme, ging ich über die Bücher. Ich sagte mir: Weniger ist mehr, und beschränke mich deshalb nun auf vier Schwinger. Aus jedem Teilverband begleite ich nun je einen, ausser dem Südwestschweizer Verband.

Bei den Bernern hat mir zwar Matthias Sempach meine vier „Startfragen“ beantwortet. Da ich aber gedenke, mich mit diesen Schwingern regelmässig auszutauschen, suchte ich mir einen Berner Schwinger, der nicht mit ganz so viel Rummel eingedeckt ist wie Sempach und Kilian Wenger.
Ich entschied mich deshalb für Matthias Glarner aus dem Berner Lager, und rief ihn am Dienstagabend an. Er war sofort bereit, bei meinem Projekt mitzumachen, und fand es auf Anhieb interessant.

Tags darauf schickte ich Matthias eine Email mit meinen vier Startfragen. Wörtlich schrieb ich ihm: „Wie du vielleicht gesehen hast, habe ich u.a. die Berner Matthias Sempach und Kilian Wenger angeschrieben. Aber an die beiden kommt man als „kleiner Blogger“ nicht wirklich heran.
Du musst aber wissen, dass du für mich überhaupt kein „Notnagel“ bist. Sondern eher ein Rettungsanker. Denn ich möchte mich jetzt auf vier Schwinger konzentrieren, mit welchen ich auch kommunizieren kann und die mir spontan zusagten.
Ich plane so eine Art wöchentliche Kolumne, wo ich über dies und das rund um den Schwingsport schreibe. Mit dem Fokus auf euch vier: Du, Philipp Laimbacher, Christoph Bieri und Stefan Burkhalter, welche ich vom Frühling bis zum Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget, mit meinem Blog begleiten möchte. Wie man erkennen kann: Von jedem Teilverband einer, ausser der Südwestschweiz. Aber da hätte ich ein sprachliches Problem…“

Noch am selben Abend stellte mir Matthias seine Antworten zu:

Frage 1: Wie verlief deine Vorbereitung auf die Saison 2014?
Mit dem Verlauf meiner Vorbereitung bin ich sehr zufrieden, war die ganze Zeit verletzungsfrei und konnte das Programm wie gewünscht durchziehen. Optimal waren sicher auch die beiden WKs im Januar/Februar in Magglingen. Für diese Möglichkeit bin ich dem BASPO und der Schweizer Armee sehr dankbar.

Frage 2: Auf was hast du im Wintertraining ein spezielles Augenmerk gelegt?
Das Wintertraining war etwa ähnlich wie in den Jahren zuvor. Ich selber habe das Gefühl, dass ich im physischen Bereich einen Schritt vorwärts machen konnte, und auch schwingerisch bin ich sicher weiter als in den Jahren zuvor. Hauptaugenmerk lag dabei auf der Bodenarbeit sowie ein paar weiteren Kombinationen aus dem Stand.

Frage 3: Wie sehen deine Ziele für die neue Saison aus?
Die Ziele sind ebenfalls ähnlich wie in den Jahren zuvor. Höhepunkte bilden sicher die drei Bergfeste auf dem Stoos, auf dem Weissenstein und auf dem Brünig sowie das Nordwestschweizerische Schwingfest in Zuchwil, wo ich das erste Mal die Berner Farben vertreten darf. Das Sahnehäubchen wird dann das Kilchbergschwinget, an welchem ich hoffentlich auch dabei sein kann.

Frage 4: Wie schätzt du deinen momentanen Formstand ein?
Ich schätze meinen Formstand als sehr gut ein, konnte wie gesagt verletzungsfrei trainieren und die Resultate an den Vorbereitungsfesten stimmen ebenfalls. Ich freue mich sehr auf den Start in die Kranzfestsaison und hoffe auf weitere positive Resultate.


Christoph Bieri:

Christoph war letztes Wochenende an keinem Schwingfest im Einsatz. Laut Agenda auf seiner Homepage wird sein nächster Einsatz am 18. Mai in Muttenz sein, und zwar beim 99. Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest.


Stefan Burkhalter:

Stefan triumphierte am Ostermontag am Schaffhauser Frühjahrsschwinget.
Auf schlussgang.ch war dazu folgendes zu lesen: „Der Schaffhauser Frühjahrsschwinget dauerte bis knapp 19 Uhr, ehe Stefan Burkhalter als Festsieger feststand. Der Thurgauer Routinier stellte im Schlussgang im Eidgenossen-Duell gegen Daniel Bösch. Weil Burkhalter mit mehr Punkten in den Schlussgang stieg, reichte ihm der Gestellte zum Tagessieg.“ Herzliche Gratulation!

Somit ist Matthias Glarner also der vierte im Bunde meines Schwingprojektes 2014. Herzlichen Dank für dein Mitmachen, Matthias!
Dieses Projekt nimmt nun mehr und mehr Konturen annimmt. Trotzdem nehme ich mein „Ding“ Woche für Woche, und mache mir jeweils schon am Montag meine Gedanken dazu. Wie man feststellen konnte, bringe ich nach Möglichkeit meine Schwingkolumne samt Inhalten des Schwingprojektes gegen Ende der Woche (Freitag oder Samstag).

Zum Schluss meiner Schwingerwoche habe ich noch eine kleine Vorschau: Am Zürcher Kantonalen Schwingfest (11. Mai, in Wila) geben Les Sauterelles im Rahmen des Unterhaltungsprogrammes am Freitagabend ein Konzert.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

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