Meine Schwingerwoche: Wie bereiten sich die vier Schwinger mental auf ein Schwingfest vor, und was für eine Zwischenbilanz ziehen sie nach den bisherigen Kranzfesten?

Schwingprojekt 2014:

Diese Woche widme ich mich gleich zwei Themen. Denn ich habe mich in den letzten beiden Wochen fast ausschliesslich dem Schwyzer Kantonalen im Muotathal gewidmet. Nun brennen mir wieder etliche Fragen unter den Nägeln. Deshalb rief ich unter der Woche die vier Schwinger an, und fragte sie einerseits nach einer Zwischenbilanz der bisherigen Kranzfeste, andererseits wie sie sich mental für ein Schwingfest vorbereiten.


Philipp Laimbacher:

Wie geht es dir?
„Ich bin „gsund und gfräsig“, habe keine Beschwerden und konnte auch beschwerdefrei trainieren. Am Sonntag bin ich Gast beim Luzerner Kantonalen, und hoffe, dass es gut kommt.“

Wie sieht deine Zwischenbilanz nach den bisherigen Kranzfesten aus?
„Wie eine Achterbahn, ich war zweimal Achter und zweimal Zweiter. Wenn die Tagesform nicht stimmt, ist es einfach hie und da strenger, und es lief teilweise einfach nicht nach Plan.
Ich habe bisher drei Kränze geholt. Wenn man nicht zu vorderst in der Rangliste ist, gibt es jeweils hinterher einiges zu bemängeln. Beim Schwyzer Kantonalen lief es beispielsweise nicht so. Da macht sich dann der Ehrgeiz schon bemerkbar, es beim nächsten Fest besser zu tun.“

Wie bereitest du dich mental auf ein Schwingfest vor?
„Vor einem Wettkampf bereite ich mich in der Natur vor. Ich will dann für mich allein sein, Energie tanken und dabei „runterfahren“. Ich gehe dann für mich die Abläufe durch, und was ich erreichen will.
Im Jahr 2007 besuchte ich ein mentales Seminar mit Autogenem Training. Man kann es eigentlich überall anwenden, und dabei zwei oder drei Minuten schöne Bilder abrufen. Ich versuche es fleissig anzuwenden, vor einem Schwingfest aber ganz sicher.
Das Mentale ist sicher wichtig, aber ein Detail von vielen. Das Wichtigste ist in meinen Augen die Freude, der Wille und der Ehrgeiz. Ich bin mittlerweile 31 Jahre jung, und kann dabei auch von meiner Routine zerren.“


Matthias Glarner:

Da Matthias am letzten Sonntag dank eines Gestellten von Kilian Wenger und Christian Stucki das Seeländische in Studen gewinnen konnte, widme ich den wöchentlichen Film von Jakob Niederberger diesmal ihm.
Jakob hatte glücklicherweise alle sechs Gänge von Matthias gefilmt und anschliessend die drei mit ihm geführten Interviews aufgezeichnet.

Herzliche Gratulation Matthias!

Wie geht es dir?
„Es geht mir sehr gut. Zurzeit habe ich eine Doppelbelastung mit Schwingen und dem Abschluss des Sport-Studiums an der Uni Bern. Nebenbei habe ich noch ein 20%-Pensum an einer Gewerbeschule und gebe dort Sportunterricht. Zusätzlich mache ich auch Aushilfen als Sportlehrer.

Wie sieht deine Zwischenbilanz nach den bisherigen Kranzfesten aus?
„Bis jetzt sieht sie gut aus. Ich holte bisher 3 Kränze, war einmal im Schlussgang und gewann ein Kranzfest. Beim Mittelländischen erhielt ich bei der Schlussgangniederlage einen Dämpfer. Bin aber trotzdem zufrieden und hoffe, dass es so weitergeht.“

Der nächste Kranzfesteinsatz von Matthias ist auf dem Stoos beim traditionellen Bergschwinget. Ich sprach ihn darauf an, dass der Sieg dort über die Berner laufen wird, welche mit ihrer kompletten Elite antreten werden. Auf die derzeitige Stärke der Berner angesprochen meinte Glarner: „Das macht es nicht einfacher. Es wird nicht der letzte gestellte Schlussgang gewesen sein wie beim Seeländischen zwischen Wenger und Stucki.“

Wie bereitest du dich mental auf ein Schwingfest vor?
„Es sind immer dieselben Rituale und Abläufe, wie das packen und essen vor einem Fest. 15 bis 30 Minuten vor einem Gang beginne ich mich mit meinem Gegner auseinander zu setzen. Zusätzlich beobachte ich auch das Gegnerfeld.
Ich versuche das Ganze locker anzugehen und dabei im Vorfeld nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Spezielle Techniken wende ich nicht an.“


Christoph Bieri:

Wie geht es dir?
„Gut, bin fit und zufrieden.“

Wie sieht deine Zwischenbilanz nach den bisherigen Kranzfesten aus?
„Ich holte bisher einen Kranz. Bis Mitte Juni bestreite ich an jedem Wochenende ein Kranzfest.“

Inzwischen sind es zwei Kränze, denn Christoph und ich telefonierten am letzten Dienstagabend.

„Ich habe in der Vorbereitungsphase zwei Rangschwingfeste gewonnen. Dabei habe ich teilweise gut geschwungen, teilweise auch nicht. Aber für das sind diese Feste ja auch da.
Am Basellandschaftlichen wurde ich im ersten Gang von Jürg Mahrer ausgekontert. Je länger das Fest ging, je besser lief es mir.“

Christoph belegte dann am Abend den guten Rang 2b.

Ich fragte ihn nach seinem nächsten Einsatz, dem Baselstädtischen vom Auffahrtstag. Er meinte: „Man wird sehen, bin aber zuversichtlich.“
Zum Gegner im ersten Gang sagte mir Christoph: „Ich habe gegen Simon Anderegg schon sechs oder siebenmal geschwungen. Dabei habe ich zwei oder dreimal gewonnen und ein paarmal gestellt. Es wird sicher schwierig, gegen ihn zu gewinnen, bin aber trotzdem zuversichtlich.“
Wie wir nun wissen, stellten die beiden am Donnerstag im ersten Gang. Bieri gewann in der Folge vier Gänge und musste gegen einen weiteren Berner, Matthias Siegenthaler, die Punkte teilen, was ihm letztendlich den guten Rang 3c einbrachte.

Mehr zum Baselstädtischen Schwingfest, welches ich an Auffahrt besuchte, findet man weiter unten.

Wie bereitest du dich mental auf ein Schwingfest vor?
„Ich schaue mir als Vorbereitung Videos von eigenen Gängen an, wo es mir gut lief.
Ich habe letztes Jahr mit einem entsprechenden Betreuer gearbeitet, und ein Mental-Dossier zusammengestellt, in welches ich nun vor den Wettkämpfen reinschaue.
Weiter gehe ich vor einem Schwingfest mit meinem Hund laufen, und höre gute Musik. Ich mache Dinge, die mir Spass machen.“

Angesprochen auf die Musikrichtung erzählte mir Christoph: „Vor allem AC/DC. Aber auch Rock’n’Roll bis zu Ländler-Musik, quer durch den Musikgarten. Wenn ich an das Schwingfest fahre, und dann auch beim Fest, höre ich meist AC/DC.“


Stefan Burkhalter:

Wie geht es dir?
„Gut, bin aber zur Zeit erkältet.“
Ich telefonierte mit Stefan übrigens auch letzten Dienstag.

Wie sieht deine Zwischenbilanz nach den bisherigen Kranzfesten aus?
„Meine Zwischenbilanz ist sehr gut. Ich befinde mich auf einem guten Weg und bin jetzt bei etwa 70% meiner Leistungsfähigkeit.
Ich habe diese Saison bisher drei Kränze geholt (insgesamt jetzt 85 Kränze). Am St. Galler Kantonalen habe ich den Kranz ganz knapp verpasst. Ich fühlte mich nicht ganz fit, da ich vor dem Fest von Donnerstag bis Samstag krank war. Ich bin aber dann trotzdem in Gossau angetreten. Im fünften Gang habe ich gegen Arnold Forrer sogar um den Schlussgang-Einzug gekämpft, erzielte aber leider nur ein Unentschieden. Da ich den sechsten Gang auch stellte, verpasste ich noch den Kranz. Das geht eben manchmal ganz knapp aus.“

Ich vermute, dass die drei bisherigen Kränze bereits Stefan‘s Qualifikation für den Kilchberger Schwinget ist. Er meinte dazu: „Die 57 noch aktiven Eidgenossen sollten sich wahrscheinlich qualifizieren. Zusätzlich sind noch drei Plätze zu vergeben…“

Stefan weiter: „Die Leute haben mir gesagt, dass ich dank des Thaibox-Trainings beim Schwingen nun sogar offensiver geworden bin.“

Apropos Thaiboxen: Im Juli des nächsten Jahres steigt auf der Winterthurer Schützenwiese ein ganz spezieller Wettkampf. Stefan steigt gegen den mehrfachen Thaibox-Weltmeister Azem Maksutaj, welcher ihn momentan in dieser Sportart auch trainiert, in den Ring. Angesetzt ist ein Hauptkampf mit Thaiboxen, und anschliessend schwingen beide gegeneinander einen Gang.
Ich fragte Stefan, ob dies gar sein Abschied aus dem aktiven Schwingsport sein könnte. Er winkte ab, und meinte, dass die Idee von Maksutaj kam. Dieser steigt dann zum letzten Mal in den Ring und beendet danach seine Karriere.

Wie bereitest du dich mental auf ein Schwingfest vor?
„Es kommt drauf an, ob ich an ein Rangschwinget oder an ein Kranzfest gehe. Wenn ich an ein Kranzfest gehe, steht mein Gegner für den ersten Gang meist am Freitag fest. Meine Vorbereitung startet dann sogleich und ich beginne mich auf meinen Gegner einzustellen. Ich achte dabei auf das Essen, genügend Kalorien, viel Schlaf und die Regeneration. Dazu gehört automatisch auch das Mentale.
Meine Mentale Vorbereitung ist das Fokussieren auf meinen Gegner. Dazu wende ich keine spezielle Methode an. Vielmehr schaue ich darauf, dass ich vor einem Wettkampf ein ruhiges Umfeld habe, wie beispielsweise ein gemütliches Nachtessen mit meiner Familie.“

Stefan erklärte mir, dass er im Monat Mai rekordverdächtige sechs Schwingfeste besucht. Innerhalb dieser Woche sind es gleich drei Feste: Am Sonntag bestritt er das St. Galler Kantonale, am Auffahrtstag das Pfannenstiel-Schwinget und heute Samstagabend folgt zudem das Herisauerabend-Schwinget. Sein nächster Einsatz an einem Kranzfest ist am 29. Juni, das NOS (Nordostschweizerische Teilverbandsfest) in Wigoltingen TG.

Zum Schluss meiner Schwingerwoche habe ich wie erwähnt, noch ein paar Gedanken und Eindrücke zum Baselstädtischen Schwingfest in Basel.


Am Schwingfest traf ich zwei Polizisten an. Die eine der beiden war eine hübsche und blonde Polizistin. Ich fragte sie, ob sie beide hier im Einsatz stünden, und wie viele sie insgesamt seien. Sie antwortete mir: „Für das Schwingfest sind keine Polizisten eingeteilt. Wir sind nur als Zuschauer hier. Unser Chef ist ein Schwingsport-Fan und wir begleiteten ihn auf einen Abstecher ans Schwinget.“


Im dritten Gang wurde in meinen Augen Gerry Süess Unrecht getan, als ihm ein Sieg gegen Nick Alpiger aberkannt wurde. Viele der Zuschauer in meiner Umgebung sahen einen eindeutigen Sieg. Gerry erklärte später etwas frustriert einem Sitznachbar: „Der Platzkampfrichter sagte mir „Gut“. Darauf liess ich meinen Gegner los. Die beiden Kampfrichter am Pult überstimmten aber den Platzkampfrichter und aberkannten mein Resultat.“
Meine Meinung war, dass er eindeutig gewonnen hatte. Da er in Basel aber halt „nur“ Gast war, musste er wohl „hartes Brot fressen”. Trotzdem sollte mit ihnen wie mit einem richtigen „Gast“ umgegangen werden. Nämlich fair und freundschaftlich. In diesem Fall war das wohl freundschaftlich, aber nicht fair.
Ich bin nicht naiv, und weiss, dass solche Fälle dutzende Male in einem Jahr vorkommen. Es ist ein bisschen wie beim Fussball: Der Sport lebt von den Emotionen mitsamt seinen (Fehl)entscheiden.
Gerry Süess holte glücklicherweise trotz dem unglücklich gestellten Gang mit Rang 6d den Kranz.


In Basel wurde ganz clever eingeteilt. Am Mittag hätte ich noch darum gewettet, dass Matthias Siegenthaler, einer der angetretenen Berner Gäste, im Schlussgang stehen würde. Daraus wurde dann nichts: Im vierten Gang teilte das Einteilungsgericht die besten Nordwestschweizer mit den starken Bernern ein. Christoph Bieri stellte mit Matthias Siegenthaler (Bild) und Bruno Gisler mit Simon Anderegg. Somit wurde der Weg für den wohl momentan besten Nordwestschweizer, Mario Thürig, in den Schlussgang geebnet. Dieser hatte im vierten Gang mit Patrick Waldner einen vergleichsweise „leichten“ Gegner.


Auf dem Festgelände in der Sandgrube, übrigens an einem neuen Standort, wurden auch „Bierwagen“ gesichtet, und natürlich getestet. Auf das „Sorry KEIN WASSER!“ angesprochen, meinte die schlagfertige Bierausschenkerin: „Wir sind immer für ein Spässchen zu haben!“
Übrigens: Bisher habe ich immer gedacht, dass der Hauptbestandteil von Bier, Moscht, Prosecco etc. Wasser ist. Scheinbar ist das in Basel nicht der Fall…

Ich wünsche Euch ein schönes und erholsames Wochenende!

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

Vorschau auf das Schwyzer Kantonale Schwingfest: Was erwartet Kilian Wenger im Muotathal?

Schlussgangfilmer Jakob Niederberger gab mir irgendwann im April den Input, doch etwas zum Schwyzer Kantonalen Schwingfest im Muotathal zu schreiben. Er meinte lachend, das Fest findet so quasi vor deiner Haustür statt, da liegt es doch fast auf der Hand. Ich gab ihm (auch lachend) zur Antwort, dass er Recht habe.

Darauf brütete ich ein paar Stunden über diesem „Input“. Plötzlich kristallisierte sich in meinem Kopf eine Frage: „Was erwartet Kilian Wenger beim Schwyzer Kantonalen Schwingfest im Muotathal?“

Diese Frage wollte ich unmöglich für mich alleine beantworten. Deshalb hatte ich die Idee, verschiedene Persönlichkeiten rund um den Schwyzer Schwingsport zu befragen. Ich machte mir eine Liste von 11 Namen, und begann sie ohne gross zu überlegen nach und nach „durchzutelefonieren“. Ich war in der Folge auch positiv überrascht, wie einfach und unkompliziert das ging, und wie bereitwillig mir Auskunft gegeben wurde.

Die meisten unter den Befragten kannten meinen Blog nicht, zeigten sich aber erfreut, dass ich etwas über das Schwingfest im Muotathal mache. Zudem war mein Entscheid, nur eine Frage zu stellen, goldrichtig. Teilweise sprudelte es nur so aus dem Telefonhörer, und ich mochte kaum mit schreiben nach. Ich meinte jeweils, dass das Beherrschen von „Steno“ nicht so schlecht wäre…

Jakob gab ich den Auftrag, Kilian Wenger ein „Statement“ zu entlocken. Wörtlich schrieb ich ihm in einer Email:
„Du kannst Kilian sagen, dass ich an einem Vorbericht zum Schwyzer Kantonalen schreibe, in welchem ich 11 Persönlichkeiten rund um den Schwingsport und dem Muotathal diese eine Frage gestellt habe:
„Was meinst du, was erwartet Kilian Wenger im Muotathal?“

Kilian Wenger wäre dann zur Abrundung so quasi die 12. Person. Stelle Kilian als 12. Person doch bitte die Frage:
„Was meinst du, was erwartet dich im Muotathal?“

Zudem wäre es schön, wenn es die Zeit erlaubt, wenn du Kilian nach etwas Persönlichem von ihm im Zusammenhang zum Muotathal fragen könntest:
„Gibt es eine persönliche Geschichte, Erlebnis oder ein paar Gedanken, welche Kilian in Bezug mit dem Muotathal bringen kann?“

Hier nun die einzelnen Antworten:


René Schelbert, Präsident vom Schwingklub Muotathal und Vize-OKP des Schwyzer Kantonalen:

„Kilian Wenger erwartet viele Leute, tolles Publikum und gute Stimmung. Ihn erwartet aber auch, so hoffen wir zumindest, bestes Festwetter. Kilian wird es als Gast mit harten Gegnern zu tun haben. Ihm wird nichts geschenkt.“

Ich fragte René zudem, wie es zu Stande kam, dass Kilian Wenger nun im Muotathal am Schwyzer Kantonalen teilnehmen kann.
René erklärte mir: „Heinz Suter hatte während seiner Aktivzeit drei bis vier Fans beim Schwingklub Niedersimmental. Auch gab er dort ein oder zwei Schwingkurse. Im Jahr 2004 war der Schwingklub Muotathal Gast beim Oberländischen Gaufest in Wimmis. Ein Jahr später fand im Muotathal ein Jungschwingertag statt, an welchem Kilian Wenger teilnahm. Kilian erreichte damals den Rang 5b. So blieb immer eine Verbindung zum Schwingklub Niedersimmental.

Vor dem 75 Jahr-Jubiläum unseres Schwingklubs hat Heinz Suter den Kontakt zu den Niedersimmentaler Schwingern wieder gesucht, und zwar über Beat Wampfler. Wir wollten etwas Spezielles bieten und hatten deshalb vor, den Schwingklub Niedersimmental mit dem damaligen Schwingerkönig Kilian Wenger einzuladen. Wir stellten ein Gesuch an den Präsidenten des Schwingklubs, welches vom Schwyzer Verband, dem Innerschweizerischen Verband und schlussendlich vom Eidgenössischen Schwingerverband abgesegnet wurde. Dies ist im Übrigen das normale Prozedere, wenn man einen Klub einlädt. Das Gesuch wurde, wie gesagt, von oberster Stelle bewilligt und kam so zu Stande.

Das Einladen eines Klubs wird bei einem Rangschwinget eher bewilligt, als bei einem Kranzfest. Die Beziehungen müssen in einem Gesuch begründet sind, denn es werden längst nicht alle Gesuche bewilligt. Begründete Beziehungen können über Klubs, Technische Leiter, über Schwinger und auch ehemalige Schwinger sein.

Vor dem nun stattfindenden Schwyzer Kantonalen haben wir uns wieder entschieden, den Schwingklub Niedersimmental mit Wenger einzuladen. Mit den oben begründeten Beziehungen zu jenem Berner Oberländer Schwingklub wurde uns dieses Gesuch glücklicherweise wieder bewilligt.

Zudem luden wir für das Schwyzer Kantonale im Thal auch den Schwingklub Sumiswald ein. Die Statuten sehen vor, dass man entweder einen Klub mit sechs Schwingern oder zwei Klubs mit je drei Schwingern einladen kann. Mit dem Schwingklub Sumiswald besteht auch ein guter gegenseitiger Kontakt.“


Heinz Suter, ehemaliger Spitzenschwinger und ebenfalls im OK des Schwyzer Kantonalen im Muotathal:

„Ich bin überzeugt, dass Kilian im Muotathal ein schönes und gut organisiertes Schwingfest erwartet. Ihn erwartet auch starke Konkurrenz. Dies ist ihm aber bewusst. Wenger wird es sicher nicht leicht haben. Wir freuen uns, dass er kommt.“


Philipp Laimbacher, Spitzenschwinger vom Schwingerverband am Mythen und Teilnehmer bei meinem Schwingprojekt 2014:

„Kilian Wenger erwartet im Muotathal ein gutes Fest. Viele Leute werden kommen. Im Thal sind die Feste jeweils immer gut organisiert, ja sogar perfekt. Man darf nämlich auch das Gute erwähnen, nicht nur das Schlechte.
Es wird hart für Kilian. Aber: Wenn wir irgendwo als Gäste antreten, ist es auch nicht anders.“


Geni Hasler, ehemaliger Spitzenschwinger und zurückgetretener TK-Chef des Innerschweizerischen Schwingerverbandes:

„Ihn erwartet im Muotathal ein Haufen begeistertes Schwingervolk. Die Muotathaler waren schon immer grosse Schwingerfreunde. Man wird im Thal sehr interessiertes und faires Publikum antreffen.
Weiter erwartet Wenger eine starke Gegnerschaft. Kilian hat gute Chancen zum Sieg, denn er ist nach wie vor ein starker und vielseitiger Schwinger. Die Schwyzer Schwinger werden es ihm aber sicher nicht einfach machen.
Die Saison ist noch jung, und man wird sehen, wie es beim Schwyzer Kantonalen abläuft.“


Ralf Schelbert, grosses Nachwuchstalent aus dem Bisisthal, zur Zeit leider verletzt:

„Das ist gut für’s Muotathal, dass Kilian Wenger kommt. Sowohl vom Tourismus her gesehen als auch vom Schwingsport. Er zieht sicher viele Fans an. Ich bin überzeugt, dass viele Schwingerfreunde am 18. Mai Wenger sehen wollen. Für die Jungschwinger ist sein Kommen ebenfalls sehr gut. Denn dies hebt die Motivation für das Training. Zudem macht das beim zukünftigen Schwingnachwuchs Eindruck, wenn so ein prominenter und starker Schwinger bei uns schwingt.“


Fidel Schorno, Technischer Leiter der Schwyzer Schwinger:

„Ihn erwartet fairer Schwingsport, aber ein harter Wettkampf. Denn der Kanton Schwyz hat immer noch sehr gute Schwinger. Es wird eine faire Einteilung erwartet, und der Sport wird an jenem Fest massgebend sein. Wenn Wenger gewinnt, dann hat er es sicher verdient. Aber geschenkt wird ihm sicher nichts. Kilian hat schon als Jungschwinger im Thal geschwungen, und vor zwei Jahren das Jubiläumsschwingfest gewonnen. Jetzt möchte er sicher nachdoppeln und auch das Kranzfest gewinnen.“


Simon Gerber, Journalist und Schwingberichtverfasser (u.a. für den Bote der Urschweiz):

„Es wartet auf ihn eine schwierige Aufgabe gegen die Schwyzer Elite. Der Sieg vor zwei Jahren am Jubiläumsschwingfest könnte ein gutes Omen für Wenger sein. Er möchte sicher nachdoppeln, was nicht unmöglich ist.
Kilian hat in dieser Saison bisher noch nicht restlos überzeugt, und gewann noch kein Fest. Er gehört im Muotathal trotzdem zu den Kronfavoriten. Der Fokus wird auf ihn gerichtet sein, und seine Gegner wollen ihm gestellte Gänge anhängen.
Wenger wird ein Zuschauermagnet sein. Zudem werden einige Berner ins Muotathal reisen, wie schon vor zwei Jahren.
Übrigens: Es waren gar schon zwei Schwingerkönige mit Forrer und Abderhalden an einem Schwyzer Kantonalen. Damals gewann Jörg Abderhalden.“


Dani von Euw, ehemaliger Spitzenschwinger und nun Schwingkommentator beim Radio Central:

„Kilian Wenger erwartet im Muotathal viel Sympathie und eine grosse Fangemeinde. Auch wegen seiner Teilnahme und dem Sieg beim Jubiläumsschwingfest 2012. Kilian wird gern gesehen im Thal, und wertet das Schwingfest mit seiner Art natürlich auf.
Auf ihn wartet eine harte Aufgabe mit schweren Brocken. Alle Augen werden auf Wenger gerichtet sein.
Wenn man denkt, dass beim Schwingfest vor zwei Jahren himmeltrauriges Wetter am Morgen vorherrschte, und die Zuschauer sind trotzdem zahlreich erschienen. Dies hat Kilian damals sicher riesig gefreut.
Ich freue mich irrsinnig auf diesen Anlass und erwarte ein Bombenfest mit einem herrlichen Wettkampf.“


Peter Föhn, Ständerat vom Muotathal und grosser Schwingerfreund:

„Ich habe eine Riesenfreude, dass er kommt, und bin auch stolz darauf. Kilian ist ein kompletter Schwinger, und führt seine Schwünge wie aus dem Lehrbuch durch. Für’s Muotathal ist das natürlich super, dass er kommt.
Ihn erwartet ein faires Publikum, die Muotathaler unterstützen ihn.
Einige Thaler haben ihm den Königstitel in Frauenfeld vorausgesagt, ich (leider) nicht.
Wenger wird auf Gegenwehr treffen und auf harte Brocken aus dem Schwyzer Lager. Es könnte keinen spannenderen Gang als Kilian Wenger – Andreas Ulrich geben. Denn Ulrich hat ihn während der Königszeit bezwungen.
Auch die Gebrüder Nötzli, Laimbacher und Schuler werden harte Brocken sein und Kilian fordern, ebenso Martin Grab.
Kilian muss jedoch Königsformat an den Tag legen und eine Klasse besser sein, wenn er das Fest gewinnen will. Die Schwyzer haben nämlich Supertechniker.
Ich hoffe auf zähe Gegenwehr aus unserem Lager, würde mich aber freuen, wenn er gewinnen würde. Ja, ich wäre sogar stolz fürs Muotathal.
1‘500 bis 2‘000 Zuschauer mehr als sonst erwarte ich für das Schwyzer Kantonale. Wir Muotathaler sind stolz, dass er kommt!“


Franz Föhn, Gemeindepräsident von Muotathal und Wirt in der Schwingerbeiz Alpenrösli:

„Ich beginne nicht mit dem sportlichen (lacht). Kilian Wenger erwartet bei uns im Muotathal eine der schönsten Sportanlagen im alten Ortsteil. Diese Anlage kennt er bereits und hinterlässt sicher einen Eindruck bei ihm. Sportlich wird er sich die Zähne an den Schwyzer Schwingern ausbeissen. Gewisse Athleten wie Christian Schuler und Andreas Ulrich liegen Kilian nicht so, und die beiden könnten durchaus mit ihm stellen. Weiter ist Wenger natürlich auch ein Anziehungspunkt für die Frauen, denn nebst guter Schwingerarbeit sieht er auch noch gut aus.“


Bruno Schelbert, Schwingerfreund, Velohändler und am Schwyzer Kantonalen im Rechnungsbüro beschäftigt:

„Kilian erwartet im Muotathal eine schöne Kulisse, ein schönes Fest, eine schöne Atmosphäre und einen schönen Gabentempel. Diesbezüglich hat der Schwingklub Muotathal keine Mühen gescheut. Auf Kilian warten im Thal aber auch gute Gegner.“


And last but not least: Kilian Wenger höchst persönlich

Jakob Niederberger war letzten Sonntag am Emmentalischen in Schüpbach, und stellte Kilian meine beiden Fragen (siehe weiter oben). Die Antworten und Aussagen von Wenger zeichnete der Schlussgangfilmer, immer bestens ausgerüstet mit Filmkamera und Fotoapparat, auf. Er stellte mir das Tondokument in einer Email mit den Worten zu: „Nach dem Duschen erwischte ich ihn vor der Garderobe. Im Hintergrund hörst du die Emmentaler unter der Dusche, könnte ein Jodlerklub sein. P.S.: Er hat sofort gewusst, wer der feldwaldwiesenblogger ist.“

Hier also nun Kilians Aussagen.
Zur ersten Frage: „Also, was ich erwarte und mir vorstellen kann, ist ein tipptopp organisiertes Fest, mit wunderbar vielen Zuschauern sowie eine einmalige Atmosphäre im Muotathal.“
Zur zweiten Frage: „Ich war schon mal als Nachwuchsschwinger im Muotathal, schwang damals aber nicht unbedingt gut. Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich dannzumal nur etwa drei gewonnene Gänge. Vor zwei Jahren waren wir am Frühjahrsschwinget, welches zugleich das Muotathaler Jubiläumsschwingfest war, eingeladen. Dieses Schwingfest durfte ich gewinnen. Im Schlussgang gewann ich gegen Andreas Ulrich, mit welchem ich im dritten Gang noch stellte. Deshalb habe ich einen positiven Eindruck vom Muotathal.“

Wenn man sich die verschiedenen Antworten zu Gemüte führt, erkennt man, wie ich meine, einen roten Faden. Das faire und kundige Publikum im Muotathal wird mehrfach angesprochen sowie die tadellose Organisation, wenn der Schwingklub Muotathal ein Fest durchführt. Zudem ist die Vorfreude auf Kilian Wenger im Thal und bei den Befragten gross.

Wie wir aus einigen Antworten auch entnehmen konnten, besuchte Kilian bei uns bereits zwei Anlässe. Das eine war ein Jungschwingertag im Jahre 2005, an welchem er den Rang 5b belegte. Das andere war das Jubiläumsschwingfest, welches am 22. April 2012 durchgeführt wurde. Der Schwingklub Muotathal feierte im Jahr 2012 sein 75-jähriges Jubiläum, und organisierte dazu ein königliches Fest, welches allen Teilnehmern und Zuschauern in bester Erinnerung bleiben wird. Auch ich war vor Ort, und widmete dem Fest einen Blogbeitrag: Eindrücke vom Jubiläumsschwingfest im Muotathal

Der angesprochene Jungschwingertag brachte mich auf die Idee, mir für „unser Muotithaler Kantonales“ auch etwas Spezielles, so quasi ein „Zückerchen“, einfallen zu lassen: Nach Fotos von dem besagten Jungschwingertag zu suchen.
Von diesem Anlass, welcher im Jahre 2005 stattfand, konnte ich schliesslich sogar zwei Bilder vom Jungschwinger Kilian Wenger auftreiben. Diese bekam ich von Andreas Mathys, dem Verbandsfotografen des Berner Kantonalen Schwingerverbandes (BKSV). Herzlichen Dank!
Der wertvolle Tipp mit Mathys gab mir der umsichtige Präsident des Muotathaler Schwingklubes, René Schelbert.

Kilian beim Gang gegen Thomi Pascal:

… und mit Zweig:

Der Schlussgangfilmer stellte mir der Vollständigkeit halber auch den Schlussgang vom Jubiläumsschwingfest zu:

Wenger bodigte im Schlussgang den Gersauer Andreas Ulrich, und gewann souverän mit fünf Siegen und einem gestellten Gang das Fest.
Apropos Gegner Andreas Ulrich: Dieser Gang drängt sich ja fast zum Anschwingen am 18. Mai auf, wie Peter Föhn fachkundig bemerkte.

Wer schlussendlich am Abend des Schwyzer Kantonalen die Nase vorne hat und den Muni Max heimnehmen darf, wird sich zeigen. Ich bin aber überzeugt, dass das Fest vor allem über drei Schwinger laufen wird: Einerseits über den Rothenthurmer Christian Schuler, den Sieger am Zuger Kantonalen. Andererseits über den Gersauer Andreas Ulrich, welcher ebenfalls wie Schuler in einer Topform ist. Und natürlich auch über unseren Top-Gast, Kilian Wenger. Der Berner Oberländer muss aber über sich hinauswachsen, und „Königsformat“ an den Tag legen, wenn er das Fest gewinnen will.

Ich bin überzeugt, dass unsere Gäste zwar nicht geschont, aber auch nicht unfair behandelt werden. Meiner Ansicht nach herrscht im Muotathal ein noch grösserer „Ehrenkodex“ in Sachen Fairness als in anderen Regionen der Schweiz. Mit Stolz behaupte ich dies, weil mir das auch mit in die Wiege gelegt wurde und ich nach dieser Tugend erzogen worden bin.
Diese Fairness, welche unser Thal nicht nur im Schwingsport ausmacht, sondern auch im normalen Leben, hat schon viele Auswärtige beeindruckt.

Nebst dieser wichtigen Eigenschaft wird uns im Muotathal auch eine gewisse Eigenwilligkeit, Bodenständigkeit aber auch Gastfreundschaft nachgesagt. So wurde anno 2006 ein tolles Innerschweizerisches Schwing- und Älplerfest organisiert, notabene das 100.

Damals zählten wir 8300 Besucher. Im Schlussgang gewann der Nordwestschweizer Gast Mario Thürig gegen Christian Schuler. Martin Grab klassierte sich im Rang 1b.

Diesmal erwartet das OK zwar nicht grad 8000 Zuschauer. Aber mit gut 4000 Festbesuchern wird gerechnet. Dies bestätigte mir René Schelbert bei einem Telefonat am letzten Samstag. Ich fragte ihn nach den Kapazitäten betreffs Sitzplätzen: „Wir können 2900 Zuschauern einen Sitzplatz bieten, je nach Wetter können diese aber bei den Rasensitzplätzen noch ausgebaut werden.“ Weiter fragte ich ihn wegen einer Zusatztribüne betreffs des Publikumsmagneten Wenger: „Wir werden keine Zusatztribüne aufbauen, nur schon wegen den Kosten“, meinte René realistisch. „Weitere Rasensitzplätze können wir während dem Fest jederzeit herrichten und kosten uns eigentlich nichts“, sagte er mir zum Schluss unseres Gespräches.

Ich erinnere mich, dass am Zuger Kantonalen im Jahre 2011, als Kilian in Cham Gast war, eine Zusatztribüne aufgestellt wurde. Damals war er aber auch der aktuelle Schwingerkönig und es reisten viele Fans aus dem Bernbiet an. Kilian konnte damals aber wegen einer Verletzung nicht schwingen, und war nur als Zuschauer anwesend.

Zum Schluss meiner Vorschau möchte ich alle Schwingerfreunde im Namen des Organisators, dem Schwingklub Muotathal, recht herzlich einladen, am 18. Mai ins Muotathal zu reisen, und ein paar unbeschwerte Stunden mit uns zu verbringen. Das OK hat nämlich nicht nur eine schöne Infrastruktur, eine genussvolle Festwirtschaft, mit Kilian Wenger einen Publikumsmagneten, einen sehenswerten Gabentempel und einfach ein herrliches Fest organisiert. Via Martin Horat, dem Wettermissionar aus Rothenthurm, wurde zudem bei Petrus auch prächtiges Wetter bestellt. Damit aus einem gewöhnlichen Schwingfest ein absolutes Bombenfest wird. Am kommenden Sonntag wird im Muotathal gefeiert!

Nicht umsonst heisst es, wo gefeiert wird, da lass dich nieder. In diesem Sinne:
Chömid zuänis, is Muotithal!

feldwaldwiesenblogger

Meine Schwingerwoche: Was essen die vier Schwinger während einem Schwingfest und Rückblick auf das Zuger Kantonale

Schwingprojekt 2014:

Diese Woche widme ich mich dem Thema: „Was essen und trinken Schwinger eigentlich während einem Schwingfest?“ Diese Frage kam mir vergangenen Sonntag spontan beim Mittagessen in Unterägeri in den Sinn.

Trotz sehr kühlen Temperaturen waren viele Schwingerfreunde ins Ägerital gereist und besetzten beim Mittagessen praktisch alle Tische und Bänke. Die Tageshöchsttemperaturen waren kaum höher als 12 Grad, und bei einer teils kräftigen Bise froren manche Schwingfestbesucher wie Schlosshunde am Zuger Kantonalen.

Man sah mitten im Frühling viele Zuschauer mit Winterbekleidung, Handschuhen und Mützen rumlaufen. Selbst Schwinger schützten ihr Haupt mit schönen Kappen.

Eine kleine Kritik verträgt das sonst notabene hervorragend organisierte Zuger Kantonale schon. Für mich war es ein wenig unverständlich, wieso man nebst diesen vielen Tischen und Bänken eine einzige Grillstation samt Häuschen montierte. Dies führte nämlich um die Mittagszeit zu einer sehr langen Menschenschlange und stellte die sonst schon frierenden Besucher auf eine Geduldsprobe. Wie wäre es, wenn man pro angebotenem Grillprodukt rings um den Platz verschiedene Stationen angeboten hätte? Für Würste eine separate Station, für Steaks eine andere Station, für Sandwich‘s die nächste…

Apropos Essen. Wie eingangs erwähnt, beschäftige ich mich heute mit den Ess- und auch Trinkgewohnheiten meiner vier Schwinger. Ich rief unter der Woche jeden Einzelnen an, und befragte ihn zu diesem Thema.


Philipp Laimbacher:

Philipp erzählte mir, dass er es letztes Wochenende streng hatte bei der Teilnahme an den beiden Kranzfesten. „Es geht mir aber gut“, meinte er lachend und zufrieden. Zufrieden darf der nun mittlerweile 72-fache Kranzgewinner sein: In Bern holte er seinen allerersten Kranz der Saison mit Schlussrang 8c und in Unterägeri belegte Laimbacher den hervorragenden zweiten Rang.

Beim Mittelländischen Schwingfest reüssierte Philipp vier Mal und verlor zwei Gänge. Beim Anschwingen bezwang ihn der unbequeme Hansruedi Lauper und im vierten Gang musste der Schwyzer ausgerechnet gegen Matthias Glarner unten durch.
Da Matthias Glarner auch einer meiner vier unter Beobachtung stehenden Schwinger ist, fragte ich Pippo nach einem „Statement“ zu jenem Gang. Wörtlich meinte er: „Bin ran an die Sache, und habe gedacht, dass er nicht voll kommt. Ich habe angegriffen, und er hat mich darauf ausgekontert.“

Ich fragte Schlussgangfilmer Jakob Niederberger nach einem Foto dieses Ganges. Jakob war aber, wie ich auch, nicht am BEA-Schwinget. Deshalb entlieh ich mir ein Archiv-Bild bei schlussgang.ch.

Nun aber zu den Essgewohnheiten von Philipp bei einem Schwingfest, respektive am Tag eines Wettkampfes:
„Zum Frühstück esse ich Brot, Butter und Honig. Dazu gibt’s drei Rühreier, eine Banane und einen halben Liter Wasser und zwei Kaffees.“

„Während dem Schwingfest esse ich relativ wenig. Ich nehme zwischendurch kohlenhydrathaltige Riegel und Bananen.“

„Zum Zmittag esse ich Teigwaren oder Kartoffelstock, was es halt beim Mittagsbankett so gibt. Es ist aber jeweils eine Kinderportion, nicht allzu viel.“

„Während den Schwingfesten habe ich meist keinen grossen Hunger.“

„Ich esse bereits ab dem Donnerstag vor einem Schwingfest genug Kohlenhydrate und Fleisch, damit mein Speicher voll ist.“

„Ich trinke während dem Schwingfest entweder leeres Wasser oder gebe dem Wasser isotonisches Pulver bei. Meine Tagestrinkmenge bewegt sich plus/minus um die drei Liter.“

„Nach dem Schwingfest gönne ich mir als Erholung einen Protein-Shake.“


Matthias Glarner:

Matthias bestritt, wie oben bei Philipp erwähnt, letzten Samstag auch das Mittelländische. Dabei brachte er es, wie ich es ihm in der letzten Schwingkolumne vorausgesagt habe, bis in den Schlussgang. Dort zog er gegen Florian Gnägi leider den Kürzeren. Kurz vor Ablauf des Schlussganges gewann Gnägi in der 12. Minute mit Innerem Haken und Kreuzgriff. Mättu belegte am Schluss des Tages den guten fünften Rang. Seine Statistik kann sich absolut sehen lassen: Nach dem gestellten Gang gegen den Emmentaler Matthias Siegenthaler verbuchte Glarner in der Folge vier makellose Siegkreuze mit der Note zehn und sicherte sich, auch dank eines gestellten Ganges von Christian Stucki, verdient den Schlussgang.

Einer der besiegten Gegner war Philipp Laimbacher. Genau wie diesen, bat ich den Berner Oberländer auch um einen Kommentar zu jenem Gang: „Wir bestritten bisher so um die 10 bis 12 Duelle gegeneinander. Philipp hat bisher sechs oder siebenmal gewonnen, ich drei oder viermal. Es ist fast eine 50 zu 50 Prozent Angelegenheit zwischen uns beiden, und bisher gab es meist einen Sieger bei den Direktduellen.“
Mättu sagte mir anschliessend lachend, dass er gespannt auf Philipp’s „Statement“ ist. Voilà, siehe oben!

Übrigens: Da das Wetter letzten Samstag kalt und nass war, war es ein glücklicher Umstand, dass das allererste Kranzfest der Saison „indoor“ durchgeführt worden war. In der Postfinance-Arena fanden sich 5800 Zuschauer ein und verfolgten die Schwingerarbeit der 190 angetretenen Schwinger.

Die Ess- und Trinkgewohnheiten von Matthias sehen wie folgt aus:

„Ich esse schon seit Jahren immer etwa das gleiche.“

„Vorgängig bereite ich oder meine Freundin einen Reis- oder Teigwarensalat zu.“

„An einem Schwingfest habe ich auch immer einen Sack mit kleinen Biberli und eine Packung Schoko-Balisto dabei, welche ich zusammen mit dem erwähnten Salat, in kleinen Portionen verteilt den Tag durch esse.“

„Meine Essportionen sind abhängig von meiner Tagesform und den Aussentemperaturen.“

„Zum Trinken trage ich einen Bidon auf mir, den ich mit Sirup, Wasser oder mineralhaltigen Getränken befülle. Meine Trinkmenge am Schwingtag bewegt sich zwischen sechs bis acht Litern, je nach Tagestemperatur.“

„Am Mittag trinke ich zudem einen Regenerationsshake zum Essen.“


Christoph Bieri:

Christoph’s Ess- und Trinkgewohnheiten beschrieb mir der Aargauer so:

„Am Morgen genehmige ich mir ein Sportlerfrühstück aus einem Müeslimix, Milch und Wasser.“

„Während dem Tag esse ich Energieriegel, Getreideriegel und Bananen.“

„Zum Zmittag nehme ich Trockenfleisch, Brot und einen Shake.“

„Während einem Schwingfest trinke ich isotonische Getränke und Wasser. Ich habe immer einen Bidon bei mir und trinke sehr viel. Meine Gesamttrinkmenge beträgt um die fünf Liter.“

Ich fragte Christoph zudem nach seinem Befinden: „Ich bin „zwäg“ und es geht mir sehr gut. Ich bin schwingerisch gut drauf.“

Als Bestätigung fragte ich ihn nach seinem nächsten Einsatz: „Am 18. Mai bestreite ich mein nächstes Schwingfest und starte mit dem Basellandschaftlichen in Muttenz in die Kranzfestsaison.“

Der Aargauer macht bei mir am Telefon jeweils einen ganz ruhigen und besonnenen Eindruck. Irgendwie kommt er mir dann wie ein Berner vor. Schwingerisch jedenfalls muss er sich nicht hinter den Mutzen verstecken und bewegt sich in der gleichen Liga wie die besten Berner.


Stefan Burkhalter:

Stefan rief mich am Dienstagabend an. Er war im Hallenstadion in Zürich und nahm sich vor dem Eishockey-Länderspiel Schweiz – Kanada ein paar Minuten für mich Zeit.

Die Ess- und Trinkgewohnheiten von Stefan:

„Mit viel kohlenhydrathaltigem Essen wie Kartoffeln, Reis und Fleisch beginne ich bereits am Freitag vor einem Schwingfest.“

„Während einem Wettkampf esse ich um 10 Uhr und um 15 Uhr einen Hörnli-Salat.“

„Am Mittag esse ich das Menu vom Festbankett. Da gibt‘s meistens Nudeln und Fleisch, was wir Schwinger auch gerne haben.“

„Zudem habe ich bei einem Schwingfest immer einen Shake und Äpfel als Ergänzung dabei.“

„Trinken tue ich Red Bull und Wasser sowie wegen dem Salzhaushalt eineinhalb Liter Hühnerbouillon, verteilt über den ganzen Tag. Mein gesamtes Trinkvolumen beträgt zwischen vier und fünf Litern.“

„Am Abend trinke ich dann noch einen Regenerationsshake.“

Stefan war letztes Wochenende auch an einem Kranzfest im Einsatz, und zwar am Thurgauer Kantonalen in Basadingen. Vor 2500 Zuschauern nahmen 148 Schwinger am Morgen den Wettkampf auf. Im Schlussgang gewann Nöldi Forrer gegen den Überraschungsmann Christof Schweizer mit Gammen und Nachdrücken am Boden.
Burkhalter belegte am Schluss den sehr guten Rang 3c und holte sich seinen ersten Kranz der Saison. Beim Anschwingen verlor Stefan leider gegen Forrer. In der Folge gewann er viermal mit der Note zehn und verzeichnete im dritten Durchgang einen „Gestellten“.

Diesen Zeitungsartikel-„Snapshot“ stellte mir Stefan vor dem Thurgauer Kantonalen zu. Schon der Titel „Nasenbluten gehört dazu“ und die Einleitung mit dem Hinweis, dass er Chauffeur und Leibwächter von Hausi Leutenegger ist, mit einem 14-fachen Kickboxweltmeister trainiert und bald 40-jährig wird, lassen den Schluss zu, dass es hier um eine schillernde Persönlichkeit handelt. Ich bin deshalb schon ein wenig stolz, dass dieser polarisierende und eigenwillige Schwinger bei meinem Projekt mitmacht.

Es fiel nun öfter der Ausdruck „Shake“ oder „Regenerationsshake“. Damit wir uns hier nicht mit Fremdwörtern rumschlagen, und am Ende keine Ahnung haben, um was es sich dabei handeln könnte, googelte ich diesen Begriff. Bei einem Hersteller von solch typischen „Regenerationsshakes“ fand ich folgende Erklärungen:
„Ein Regenerationsshake ist eine ausgewogene Kombination von mehrkettigen Kohlenhydraten, hochwertigen Proteinen sowie allen notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen. Die kurz-, mittel- und langkettigen Kohlenhydrate bewirken eine zeitlich gestaffelte Energiefreigabe für hartes Training und fördern die Glycogeneinlagerung und die Regeneration. Der Regenerationsshake erhöht die Aminosäurenkonzentration im Blut sowie die Aufnahmefähigkeit der Zellen und fördert damit die Proteinsynthese resp. die schnelle Erholung der beanspruchten Muskulatur.“

Wie immer an dieser Stelle habe ich noch den wöchentlichen Schlussgangfilm von Jakob Niederberger.

In einem hochstehenden Schlussgang zwischen Christian Schuler und Andreas Ulrich hatte nach gut sechs Minuten der Rothenthurmer Schuler die Nase vorne und gewann verdient vor mehr als 3000 Zuschauern das Zuger Kantonale Schwingfest in Unterägeri. Christian gewann fünf Gänge und handelte sich nur gegen das Nachwuchstalent Marco Fankhauser im zweiten Gang einen „Gestellten“ ein.

Überhaupt: Die beiden Schlussgangteilnehmer, Schuler und Ulrich, sind momentan die stärksten Schwyzer Schwinger und konnten diese Saison schon einige Akzente setzen. Christian ist in meinen Augen sogar eine Nasenlänge vor dem Gersauer und ist bereits in einer beneidenswerten Frühform.
Dahinter lauern nebst Andreas natürlich auch die Gebrüder Laimbacher. Beide sind ebenfalls in einer ausgezeichneten Verfassung, haben aber noch Luft nach oben.

Sehr viel Luft nach oben hat unser während langer Zeit bester Innerschweizer, Martin Grab. Ich bin der Meinung, dass er letzte Saison wahrscheinlich besser zurückgetreten wäre. Irgendwie tut er mir mit seinen mittlerweile unzähligen Verletzungen leid. Am Sonntag hatte ich das Gefühl, dass Martin nicht mehr richtig rund laufen kann und es ihn an einigen Stellen zwickt und schmerzt. Das Ergebnis war am Schluss denn auch ernüchternd: Der Rothenthurmer musste den Heimweg mit Rang 11 b und ohne Kranz antreten.
Im fünften Gang verlor Grab gar „platt“ gegen den Steinerberger Beat Kenel. Für viele die Überraschung des Tages, für mich aber gemäss meinen Beobachtungen überhaupt nicht.
Ich vermute, dass Martin halt ein ganz zäher Bursche ist, liebend gerne schwingt und sich nochmals fürs Kilchberger Schwinget qualifizieren möchte.
Meine Wenigkeit ist der Erste, der ihm das von Herzen gönnt!

Ebenfalls ohne Kranz musste das grosse Muotathaler Talent Ralf Schelbert (Bild oben, beim Gang mit Franz Föhn) heimkehren. Genau wie Martin Grab fehlten Ralf am Schluss 0.25 Punkte. Wieso ihm in seinem letzten Gang gegen den Rothenthurmer, und für die Zuger schwingenden, Franz Föhn statt 8.75 Punkte nur 8.50 Punkte geschrieben wurden, ist mir ein Rätsel. Der Gang hätte nicht mehr lange gedauert und Ralf verteidigte sich lange hervorragend.

Zu allem Übel und Elend fiel dann Föhn bei seinem Siegeswurf völlig unglücklich auf das linke Knie von Ralf. Dabei riss sich der junge Bisisthaler das Innenband und das Seitenband. Laut Schelbert, mit welchem ich während der Woche telefonierte, muss er sich einer Operation unterziehen und kann diese Saison vermutlich nicht mehr schwingen.
Die morgige Teilnahme am Ob-/Nidwaldner Kantonalen, wie im Bote der Urschweiz angekündigt, musste die grosse Nachwuchshoffnung leider absagen.

Zum Schluss meiner Schwingerwoche habe ich noch ein paar Eindrücke vom Zuger Kantonalen…

Viele fachkundige Zuschauer fanden trotz Wolken, kühlen Temperaturen und einer zeitweise kräftig nervenden Bise den Weg ans Zuger Kantonale.

Beim Schwingsport steht die Kirche meist noch im Dorf, so wie letztes Wochenende auch in Unterägeri.

Auch konnten sich die Lebendpreise sehen lassen. Ich meine natürlich nicht die beiden hübschen Ehrendamen, die letzten Sonntag jeweils dem Tross voranschreiten durften…
Für den Sieger gab es einen stattlichen Muni, für die nächstplatzierten zwei Rinder und ein Fohlen.

… und ein paar philosophische Gedanken, notiert am Sägemehlrand in Unterägeri:

In Schwyzer Kreisen hört man öfters die oft problematische Einteilung am Zuger Verbandsanlass. Ich könnte nach letztem Wochenende höchstens bemängeln, dass Ralf Schelbert für den Kranzgewinn nicht unbedingt Franz Föhn, einer der besten Zuger Schwinger, hätte zugeteilt werden müssen.

Was ich aber durchaus verstehe und auch Verständnis dafür habe: Es ist das Fest der Zuger und nicht der Schwyzer, und diese probieren sich mit Händen und Füssen zu wehren, dass einer der ihren am späten Nachmittag im Schlussgang stehen könnte. Zur Mittagspause sah es ja durchaus vielversprechend für die Zuger aus: Bruno Müller und Franz Föhn standen an der Spitze.
Die Verantwortlichen kamen dann halt in der Folge nicht umhin, ihre stärksten Kräfte am Nachmittag auf die bestklassierten Schwyzer loszulassen. Dabei verlor Müller im fünften Gang gegen Christian Schuler und Föhn im vierten Gang gegen Adrian Laimbacher.

Überhaupt: Bruno Müller, ein Hüne von einem Schwinger und mütterlicherseits ein halber Muotathaler, verlor am Nachmittag auch noch den vierten Gang gegen den Obwaldner Gast Benji von Ah. Da kommen bei mir schon Fragen auf, wieso Müllers Leistungskurve am Nachmittag so böse abgesunken ist. Nach drei Zehnern am Morgen dann die Ernüchterung mit zwei „8.50-Gängen“ am Nachmittag: Ich machte mir deshalb schon so meine Gedanken:
Wie stand es in Unterägeri mit Müller‘s Ernährung, welche heute in meinem Schwingprojekt das Thema war? War Bruno’s mentale Betreuung am Zuger Kantonalen nicht unbedingt optimal? Oder war er am Morgen schlicht perfekt drauf und „mähte“ alles um, was ihm in den Weg kam und am Nachmittag passte fast nichts mehr zusammen?

Als ich nach dem fünften Gang die Toilette aufsuchte, sah ich Bruno niedergeschlagen in der Nähe der Garderobe sitzen. Das hingegen wirkte auf mich, als wäre seine mentale Betreuung wirklich verbesserungswürdig…

Aber jetzt nun genug der philosophischen Schwingbetrachtungen. All jenen, welche morgen an einem der drei Kranzfeste (Emmentalisches Gaufest, Zürcher oder Ob-/Nidwaldner Kantonalfest) teilnehmen und besuchen, wünsche ich ein tolles Fest und hoffentlich anständigeres Wetter als die Meteorologen vorhersagen. Allen anderen wünsche ich einen schönen und gefreuten Muttertag!

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

Fan-Randale ausser Rand und Band?

Am Montagmorgen las ich im 20 Minuten:

Und:

„In Deutschland wurden beim Spiel HSV – Bayern München Dutzende verletzt.“ Als ich diesen Satz las, schrillten bei mir alle Alarmglocken. Zumal ich bislang nichts ausser das Resultat und einige Infos zum Spiel auf der Bayern-App gelesen habe.
Wie ja bekannt ist, konzentriere ich mich dieses Jahr auf den Schwingsport, und habe den Fussball nach hinten geschoben. Trotzdem: Bayernfan bleibt Bayernfan, auch derzeit ohne Matchbesuche.
Deshalb war ich etwas besorgt, und schrieb Marcel Heil, unserem Fanclub-Präsidenten (Bayernmünchen-Fanclub Zürich) eine „Whatsapp“: „Hallo Marcel. Laut 20 Min. gab es einige Verletzte in Hamburg. Stimmt das? Und: Wart ihr auch betroffen?“

Marcel schrieb mir zurück:
„Hallo feldwaldwiesenblogger, ja gab einen grösseren Einsatz. Wir waren nur indirekt betroffen. Wurden von der Polizei zum Gäste Parkplatz begleitet, fast ne Stunde, weil die irgendwie Frust hatten.“

Uff, ich war ich erleichtert, dass meine Kollegen vom Fanclub nicht betroffen waren. Trotzdem war mein Recherche-Geist nun hellwach, und ich begann ein wenig zu recherchieren. In einem Internet-Forum fand ich einen Augenzeugen-Bericht eines Hamburgers. Diesen gebe ich in der Folge ungekürzt wider:

„Es wird den Sturmtruppenverstehern zwar nicht in die Schablone passen, aber die Realität hält dem Wunschdenken leider mal wieder nicht Stand.

Ich bin um kurz nach 14.00 Uhr mit der AKN in Eidelstedt angekommen. Als ich aus dem Bahnhof raus kam, hab ich eben noch gesehen wie sich eine größere Gruppe Fans, augenscheinlich viele jüngere Semester, die vorher am dortigen Kiosk getrunken haben, sich in die Seitenstraße beim Edelfettwerk verdrückt haben.

Als ich zum Stadion bin, kamen mir auf der Schnackenburgallee ca. 50 bis 70 Polizisten entgegen, Schwarzhelme, fünf Mann neben einander und viele, viele hintereinander. Volle Rüstung, Tonfa am Arm. Diese Polizisten waren allerdings vollkommen friedlich. Kreuzung Farnhornstieg – Schnackenburgallee, eine Wanne an der nächsten, alles abgesperrt.

Im Stadion hat mir dann ein Bekannter erzählt, dass es ca. 13.45 Uhr vorm Stadion zu Auseinandersetzungen gekommen ist. Jojo Liebnau persönlich und vier oder fünf andere CFHHler haben sich über irgendeine, nicht näher bezeichnete Polizeiaktion furchtbar aufgeregt, rumgepöbelt usw. Daraufhin haben 20 bis 25 Polizisten in voller Rüstung versucht die CFHHler festzunehmen. Jojo hat Fersengeld gegeben und ist gerannt so schnell er konnte, während der Rest die Polizei beschimpft hat. Daraufhin hat die Polizei die vier oder fünf Mann schlichtweg zusammengeschlagen, bis keiner mehr stand. Dabei sind wohl auch zum ersten Mal Tonfas im Einsatz gewesen, aber kein Reizgas.

Daraufhin kamen von allen Seiten Fans zusammen gelaufen, hauptsächlich wohl Leute aus dem Stimmungsblock, aber nicht ausschließlich CFHHler und haben die Polizei mit absolut allem beworfen was in Reichweite war, Flaschen, Gläsern, Fahrradschlössern, Einkaufswagen inklusive.

Zu diesem Zeitpunkt hat mein Bekannter Fersengeld gegeben, um nicht selber was abzubekommen. Wie es ausging kann er nicht sagen.

Zum Anpfiff hing an der Vorderseite des Stimmungsblockes ein ACAB – Transparent. Bis zur Halbzeit offenbar kein Problem. In der Halbzeit tauchte dann plötzlich eine größere Anzahl Polizei durch den Eingang 21C auf, bewegte sich direkt zu 22C rüber und nahm das Plakat ab. Daraufhin gab es mächtig Gepöbel aus 22C.

Als Reaktion auf das Geschrei aus dem Oberrang hat die Polizei augenblicklich die ersten drei Reihen von 22C flächendeckend mit Tränen- / Pfeffer- oder anderem Reizgas eingesprüht. Das Gas hat sich sofort ausgebreitet und die komplette untere Hälfte von 22C und die oberen Reihen von 22B eingenebelt.
Daraufhin flogen aus 22C diverse Bierbecher in Richtung der Polizei, von denen allerdings die meisten 22B getroffen haben. In der Folge standen auch die letzten Reihen von 22B auf. Daraufhin ist die Polizei in beide Blöcke gleichermaßen eingedrungen und hat mit dem Tonfa auf absolute jeden erreichbaren Kopf eingeschlagen, ohne Rücksicht auf Verluste. In der Folge haben dann Leute in 22C die Fahnenstangen der großen Schwenkfahnen auseinander gerissen und sich damit zur Wehr gesetzt, die Polizei allerdings auch noch bis zum Blockausgang verfolgt als die schon auf dem Rückzug war. Inzwischen war das Reizgas dann auch schon in 23b.

Zwischenzeitlich ging es auch in anderen Blöcken zur Sache, weil Gegner und Befürworter des Polizeieinsatzes aneinander gerieten, so in 23 und 24b. Bei uns in 24B war ein Ultra-Gegner der Ansicht, jeden schubsen oder stoßen zu müssen, der das Wort „Polizei“ in den Mund nahm, bis er auf dem Rücken lag und 6 Hände an der Gurgel hatte.

Nach dem Wiederanpfiff ist mein Bruder aus dem Block raus um auf‘s Klo zu gehen und kam nach einigen Minuten wieder und hat berichtet, dass die Gewalt hinter der Kurve weiterging, wo die Polizei auf jeden Fan Jagd gemacht hat. Zu dem Zeitpunkt waren wenigstens zwei Gruppen Polizisten hinter der Nordkurve unterwegs und haben verschiedentlich Fans angegriffen und mitgenommen. Vor 24B haben die Ordner zeitweise eine Kette gebildet um diese Polizisten am Betreten des Blocks zu hindern. Nach Aussage einer Ordnerin sind dabei wohl auch Ordner von Polizisten geschlagen worden. Dabei waren wohl auch nicht nur Tonfas sondern auch Metall-Teleskopschlagstöcke im Einsatz.

Ab da kamen dann eine ganze Reihe Fans in den Block, die Reizgas abbekommen hatten und von anderen Fans mit Wasser behandelt wurden, und überall auf der Treppe zwischen 23 und 24B saßen. Zum Teil Leute aus dem angrenzenden Blöcken, die das treibende Reizgas abbekommen haben, aber auch wenigstens zwei Jungs, die im Treppenhaus auf dem Weg vom Klo von der Polizei eingesprüht wurden, und von denen einer von den Sanitätern aus dem Block gebracht werden musste.

Nach einer Weile hab ich mich dann mal auf Klo getraut, da war aber schon keine Polizei mehr zu sehen, dafür aber das Klo voller Leute die sich die Augen auswaschen mussten.“

Soweit also der Augenzeugenbericht des Hamburgers, welcher meiner Meinung nach richtig schockierend klingt. Der Bericht lässt den Schluss zu, als wäre das Geschehene beispielsweise auf dem Maidan-Platz in Kiew (Ukraine) passiert. Von Fussball, der schönsten Nebensache der Welt, keine Spur. Nur Gewalt und Gegengewalt.

Im Bericht ist übrigens ein paar Mal die Rede von „Tonfas“. Weil ich diesen Begriff nicht kannte, gab ich ihn bei Wikipedia ein: „Der Tonfa ist ein Schlagstock mit charakteristischem Quergriff mit vielfältigen Einsatzgebieten. Der Tonfa wird in der Kampfkunst, Kampfsportarten wie dem Kobudo, Ju-Jutsu und der Selbstverteidigung gebraucht. Verschiedene Polizeieinheiten verwenden den Tonfa als Waffe.“

Ich weiss nun nicht so recht, wie ich das einordnen soll. Irgendwie deckt sich vieles mit dem, was ich letzte Woche schon geschrieben habe: „Sind die Fan-Randale an Fussballspielen in letzter Zeit schlimmer geworden?“

Fan-Randale ausser Rand und Band? Ja, und Nein. Echte oder wahre Fans berichten von aggressiven bis sehr gewalttätigen Einsätzen von der Polizei. Ich vermute, dass dies nicht nur in Deutschland, sondern auch bei uns in der Schweiz so gehandhabt wird. Da der Staat mit den besagten „Hooligan-Konkordaten“ und ähnlichem bisher nicht den gewünschten Erfolg erzielte, haben sie wohl die Polizeikräfte angewiesen, massive Gewalt anzuwenden.
Das geht so natürlich auch nicht.

Es geht aber auch nicht so, wie letztes Wochenende beim Cupfinal in Rom. Schockierende Meldungen und Horrorbilder machten die Runde, wie man eingangs aus den beiden 20 Minuten-Artikeln entnehmen konnte. Angeblich wurde von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Drei Napoli-„Fan‘s“ wurden verletzt, einer davon lebensgefährlich.

Meine Meinung zu diesen Gewaltexzessen, wie eben in Italien passiert, ist ganz klar: Bringen der Staat und die Ordnungskräfte keine Ruhe und Ordnung rund um Fussballspiele zu Stande, dann werden nur noch Geisterspiele durchgeführt. Oder auch gar keine mehr. Basta!

Der Fall in Hamburg kann und darf in meinen Augen nicht mit dem in Rom gleichgesetzt werden. Einige sich aufregende und rumpöbelnde „Fans“ haben die Polizei gereizt. Diese haben halt keinen Spass verstanden, und heizten mit ihrem unverhältnismässig aggressiven Einsatz den Mob auf. Das Resultat haben wir oben gelesen.

Was wir aber auch nicht vergessen dürfen, respektive was ich in letzter Zeit erkannt habe: Die Berichterstattung der Medien über Fan-Randale bei Fussballspielen ist leider nicht (mehr) objektiv. Zu oft beten unsere Schreiberlinge und Journalisten die Polizeirapporte nach. Wie die klingen, können wir uns alle vorstellen.
Aber: Der Augenzeugenbericht von Hamburg ist auch eine subjektive Sichtweise, geschrieben zwar aus dem Blickwinkel eines, wie ich meine, absolut vernünftigen Fans.

Objektivität in der Berichterstattung ist ein absolutes Muss, aber leider nicht immer durchführbar. Deshalb war ich umso stolzer, als mir kürzlich jemand über meine Schreibweise ein Kompliment machte: Angeblich schreibe ich objektiv. Diese Meinung hingegen ist auch wieder subjektiv…

Weiter habe ich gehört, dass es auf Bayern-Seite in Hamburg ruhig blieb. Aus einem Internetforum habe ich zudem noch ein paar Bilder zum Polizeieinsatz in der Hansestadt gefunden. Wie man unschwer erkennen kann, war ein massives Polizeiaufgebot vor Ort.

Fazit meines heutigen Beitrages: Die Fan-Randale sind an einigen Orten tatsächlich ausser Rand und Band geraten (Rom). Andernorts sind sie hingegen schon fast hausgemacht respektive provokativ herbeigeführt worden (Hamburg).

Was gilt es zu tun: Mein vor Wochenfrist getätigter Aufruf an die friedlichen Fans und Ultras, endlich selber in ihren Kreisen aufzuräumen, wiederhole ich an dieser Stelle wieder. Aber auch der Mahnruf an die Politik: Behandelt die gewalttätigen Hooligans bitte endlich wie Kriminelle.
Und an die Polizei gerichtet: Unnötige Gewalt von Seiten der Sicherheitskräfte schürt, wie das Beispiel Hamburg zeigt, nur Gegengewalt. Aus kleinen Geplänkeln werden auf einmal Strassenschlachten und Ausschreitungen.

feldwaldwiesenblogger

Meine Schwingerwoche: Eine Bilanz der anderen Art vom Schwyzer Kantonalen im Muotathal

Heute ziehe ich eine Bilanz der anderen Art vom Schwyzer Kantonalen Schwingfest im Muotathal. Auf Initiative von René Schelbert (Präsident des Schwingklub Muotathal) mache ich eine Nachbetrachtung zu diesem wirklich wunderbaren und von bestem Wetter getragenen Schwinganlass.

Aus diesem Grund wird diese Woche das Schwingprojekt 2014 vernachlässigt. Nächste Woche wird in meiner Schwingkolumne mit dieser interessanten Sache aber wieder wie gewohnt weitergefahren.

Als Einstieg in die „Bilanz“ nehme ich Jakob Niederbergers Schlussgangfilm vom Schwyzer Kantonalen:

Andreas Ulrich besiegte in der achten Minute Bruno Nötzli mit Fussstich und Nachdrücken am Boden. In absolut eindrücklicher Manier mit sechs gewonnenen Gängen und einem Punktetotal von 59.75 gewann Ulrich zum ersten Mal überhaupt das Schwyzer Kantonale Schwingfest.
Dabei bodigte der Gersauer mit Bruno Müller, Beat Wampfler und Bruno Nötzli nicht weniger als drei Eidgenossen mit der Note zehn.
Dank diesem Erfolg im Muotathal übernahm Andreas Ulrich mit drei Kränzen und 11 Punkten die momentane Führung in der Jahrespunkteliste von schlussgang.ch, vor Matthias Siegenthaler mit drei Kränzen und 10 Punkten.

In meiner Vorschau von letzter Woche drehte sich mein Beitrag vor allem um unseren Top-Gast aus dem Berner Oberland, Kilian Wenger. Dieser klassierte sich im Muotathal auf dem guten Rang 3b und musste nach seinem fulminanten Start mit Siegen gegen Christian Schuler und Markus Koller in der Folge zwei gestellte Gänge hinnehmen. Geschenkt wurde dem König von Frauenfeld, wie letzte Woche verschiedentlich angesprochen, wahrlich nichts.
Der Schlussgangfilmer hat im Muotathal auch die sechs Gänge von Kilian Wenger gefilmt:

Meine Nachbetrachtungen zu „unserem“ Schwyzer Kantonalen im Thal wollte ich nicht alleine vor meinem Computer ausbrüten. Deshalb besuchte ich am letzten Dienstag die in meinen Augen wichtigsten Organisatoren dieses mit etwa 5500 Zuschauern besuchten Grossanlasses: Den OK-Präsidenten (Roland Gwerder) und den Festwirt (Pius Suter), um mit ihnen zusammen rückblickend über das Fest zu sprechen. Im Gepäck hatte ich je 12 Fragen und mein iPhone als Diktiergerät. In der Folge entwickelte sich mit beiden Herren, übrigens beides ehemalige erfolgreiche Kranzschwinger aus dem Muotathal, ein angeregtes und interessantes Gespräch.

Roland Gwerder (OK-Präsident):

Frage 1: Wie sieht deine Bilanz nach dem Schwyzer Kantonalen aus?
„Meine Bilanz ist ganz gefreut. Wir hatten sehr viel Publikum, und was wir vorbereitet hatten, konnten wir an dem Tag auch umsetzen. Wir hatten natürlich dank Petrus auch viel Wetterglück, welches das Tüpfelchen auf dem „i“ war. Viele zufriedene Leute, viele Emails und schon während dem Schwingfest bekamen wir viele Komplimente. Das Fest war also sehr geglückt. Beste Werbung fürs Schwingen und die Gemeinde Muotathal.“

Ich wies Roland darauf hin, dass ich in meiner Vorschau folgendes schrieb: „Via Martin Horat, dem Wettermissionar aus Rothenthurm, wurde zudem bei Petrus auch prächtiges Wetter bestellt.“ Roland meinte lachend: „So eine Bestellung machen wir wieder mal.“

Frage 2: Was hat dich besonders gefreut am Schwingfest?
„Dass die Leute am Morgen früh schon pünktlich gekommen sind und den ersten Gang sehen wollten. Weiter freute mich auch die friedliche Stimmung den ganzen Tag über. Es waren doch mit allen Helfern zusammen gut 5500 Personen auf dem Platz, und es brauchte keinen Sicherheitsdienst. Auf die älteren Menschen und die Kinder wurde Rücksicht genommen und geschaut. Das war wirklich ganz eindrücklich, in so einer Arena drin. Wenn man hört, was in anderen Sportarten abgeht, bei gleichen Zuschauerzahlen. Das ist leider einfach wahnsinnig.“

Frage 3: Wie viele Personen haben total mitgeholfen?
„Ich denke, es waren total etwa 250 Personen, die im Einsatz waren.“

Frage 4: Was war am schwierigsten zu organisieren?
„Zuerst einmal, ein Organisations-Komitee (OK) zusammen zu stellen, und mit den Leuten zu arbeiten. Aber wenn man mal die Leute zusammen hat, geht das meist relativ gut. Ich hatte sehr initiative Mitarbeiter, welche ich schaffen lassen konnte.
Das Schwierigste – es ist alles machbar an einem Schwingfest. Unser grosses Glück ist sicher auch unsere schöne Anlage bei den Schulhäusern, das vereinfacht vieles. Es mussten so auch nicht zusätzliche Zelte aufgebaut werden. Unsere Anlage ist übrigens mit der Kirche und den Bergen im Hintergrund auch optisch ein Hingucker. Dies wird und wurde uns von Besuchern schon öfters gesagt.“

Frage 5: Würdest du das Amt des OK-Präsidenten wieder machen?
„Nein, es ist ein ungeschriebenes Gesetz beim Schwingklub Muotathal, dass man das eigentlich nur einmal macht. Ich glaube, das hat noch kein OK-Präsident zweimal gemacht. Ich war zudem schon OK-Präsident vom Jubliläumsschwingfest anno 2012, und habe das somit nun zweimal gemacht. Da gibt es wieder einen Nachfolger, welche bei unserem Schwingklub scheints Kolonne stehen.“ Roland lacht.
Er erklärte weiter: „Kleine Anekdote am Rand: Karl Heinzer sagte einmal, es sei sogar eine Frechheit, wenn man den OKP noch ein zweites Mal machen würde.“

Frage 6: Konntest du auch einige Gänge mitverfolgen?
Ich war in der glücklicheren Lage als unser Festwirt und konnte doch einige Gänge „live“ mitverfolgen, wahrscheinlich rund die Hälfte. Ich hatte aber auch ein paar organisatorische Dinge zu erledigen, vor allem beim Speaker und mit den Medien. Am Nachmittag war ich deshalb meist beim Speaker-Wagen, wo sich auch die Medienschaffenden befanden, und ich ihre Fragen gleich beantworten konnte.“

Frage 7: Wie viele Mannstunden hast du ehrenamtlich als OK-Präsident geleistet?
„Es waren schon sehr viele Stunden. Aber ich konnte doch einiges während meiner Arbeitszeit oder am Abend erledigen. Total würde ich sagen, dass es zirka 50 Mannstunden waren.“

Frage 8: Was meinst du, wie viele Mannstunden wurden total für dieses Schwingfest geleistet?
„Ich vermute, dass es gut 3500 Stunden waren, mit allen OK-Sitzungen und allem drum und dran.“

Frage 9: Was für eine Funktion hattest du damals beim ISV 2006 (100. Innerschweizerisches Schwingfest) inne?
„Ich war Festwirt, ging damals aber fast k.o. Ich war froh, hatte ich damals einen guten Vize-Festwirt (Pius Suter). Das war sehr anstrengend, da das Fest von Freitag bis Sonntag ging. Mit einem Tag hatten wir dieses Mal mehr als genug, da am Samstag auch noch der Jungschwingertag war. Wenn wir am Samstag noch einen Unterhaltungsabend durchgeführt hätten – wir hätten wahrscheinlich nicht gewusst, woher die Helfer nehmen.“

Frage 10: War das ISV 2006 vom Aufwand und der Organisation her etwa doppelt so gross wie das Schwyzer Kantonale?
„Ja, dieses Mal hatten wir halt vergleichsweise ein einfaches Fest organisiert, ohne gedeckte Tribünen, und konnten viele Leute auch auf Rasensitzplätzen platzieren. Es war schon vieles einfacher, auch weil man die Helfer nur für einen Tag brauchte.
Damals hatten wir gut 8000 Zuschauer, diesmal etwa 5500 Zuschauer, welche wir relativ einfach „unterbringen“ konnten. Wir hatten am Sonntag Tribünensitzplätze, Rasensitzplätze und vor den Rasensitzplätzen noch Holzbretter hingelegt. So hatten wir insgesamt etwa 3800 Sitzplätze.“

Frage 11: Welchem Schwinger hattest du am Sonntag besonders die Daumen gedrückt?
„Einerseits natürlich meinem Sohn Dario, welcher am Samstag den Jungschwingeranlass gewonnen hat. Am Sonntag hat er gar nicht mal so eine schlechte Figur gemacht. Dabei wurde er einteilungsmässig hart angepackt, was ihm aber ganz sicher nicht geschadet hat. Er ist erst 17 Jahre alt und wird seinen Weg sicher machen.
Andererseits habe ich auch sehr Freude an Kilian Wenger und seiner Schwingweise. Er wurde bei uns sicher fair behandelt. Kilian hat es gefallen, ihm Thal bei uns zu schwingen. Ich denke und hoffe, dass er wieder kommen wird.“

Frage 12: Musstest du für die Gästeschwinger irgendetwas Spezielles organisieren?
„Nein, überhaupt nicht. Wir hatten ihnen einfach eine separate Garderobe zur Verfügung gestellt. Wir hätten ihnen sogar eine Übernachtungsmöglichkeit bei uns organisiert. Diese Möglichkeit wurde aber nicht genutzt.
Die Berner Schwinger waren mit Ausnahme von Kilian Wenger am Sonntagmorgen angereist. Kilian war am Samstag angereist und war in Martin Annen’s Lokal (Restaurant Schöntal, Arth), zum Nachtessen. Annen war selber ein ehemaliger erfolgreicher Kranzschwinger und Bobfahrer. Wenger übernachtete dann am Samstag privat bei einem Schwingerfreund in unserer Gegend, da es von Aeschi, seinem Wohnort im Berneroberland, schon ein wenig weit für die frühe Anfahrt gewesen wäre.“

Pius Suter (Festwirt):

Frage 1: Wie sieht deine Bilanz nach dem Schwyzer Kantonalen aus?
„Ich dachte mir vorher, dass ich das nochmals machen möchte. Die Vorbereitungen sind bereits gut gelaufen und ich hatte ein gutes OK im Rücken, und konnte auch alles gut aufteilen. Wir hatten auch super Wetter, welches uns in die Hände spielte. Wir rechneten demzufolge mit fast 5000 Zuschauern. Weiter hatten wir gute Lieferanten: Mit den Getränke-, Brot- bis zu den Fleischlieferanten war es schön zusammen zu arbeiten. Aus diesem Grund ist dieses Fest auch so gut über die Bühne gegangen und ich erhielt auch sehr viele Komplimente.“

Frage 2: Was hat dich besonders gefreut am Schwingfest?
„Besonders gefreut hat mich die Kameradschaft, auch zusammen mit den Lieferanten. Keiner wurde nervös, und wir haben alle gut kommuniziert. Es verlief alles ohne Probleme und reibungslos.
Das allerschönste ist eigentlich am Sonntagabend und am Montag „passiert“: Wir sind nach dem Schwingfest nicht sofort heim und hatten ein Riesenfest. Wir gingen noch ins Restaurant Alpenrösli und blieben bis morgens um 03.30 Uhr. Aber am Montagmorgen um 07.30 Uhr waren wieder alle auf dem Platz. Mit 35 Helfern und 48 Schülern, welche uns etwa zwei Stunden zu Hilfe kamen, hatten wir am Nachmittag um 14.30 Uhr alles aufgeräumt. Das war für mich eigentlich der positivste Aspekt.“

Frage 3: Was wurde während dem Fest am meisten getrunken?
„Bier und Kaffee. Wir verkauften 4000 Flaschen Bier und 5000 Portionen Kaffee. Am Morgen lief das Kaffee natürlich sehr gut. Man erhielt an drei stationären Orten und an zwei mobilen Wagen Kaffee.“

Frage 4: Was wurde am meisten gegessen?
„Am meisten wurden Würste gegessen. Nämlich 4100 Bratwürste und 1500 Cervelats.“

Frage 5: Wie viele Personen haben in der Festwirtschaft gearbeitet?
„Es waren total 160 Helfer bei mir eingeteilt. Wir hatten für gut 2500 Personen Platz in der Festwirtschaft.“

Frage 6: Konntest du auch einige Gänge mitverfolgen?
„Wenig“, sagte Pius lachend. Er meinte weiter:“Man hätte sie an einer Hand abzählen können.“

Frage 7: Wie viele Mannstunden hast du ehrenamtlich als Festwirt geleistet?
„Nur schon in der Vorbereitung waren es schon schätzungsweise 30 Stunden. Letzte Woche war ich jeden Abend mindesten drei bis vier Stunden fürs Schwingfest beschäftigt. Am Samstag vor dem Fest war ich den ganzen Tag auf dem Platz, von 8 bis 23 Uhr. Anschliessend konnte ich nicht gleich einschlafen und war am Sonntagmorgen um 4 Uhr als Erster wieder auf dem Festplatz. Ich musste noch ein paar Sachen parat machen, wie Tische aufstellen, ein Buffet und die Kaffeemaschinen vorbereiten. Das Ganze war um 05.30 Uhr bereit, als bereits die ersten Zuschauer eintrafen.
Am frühen Montagmorgen kam ich wie erwähnt um 4 Uhr ins Bett und um 07.30 Uhr ging‘s wieder ans Aufräumen. Ein wahres Monsterprogramm die letzten paar Tage.“

Frage 8: Was für eine Funktion hattest du damals beim ISV 2006 (100. Innerschweizerisches Schwingfest) inne?
„Ich war damals der Stellvertreter von Roland Gwerder, dem Festwirt, und führte die Grillstände.“

Frage 9: Wann hat die Festwirtschaft am Sonntag geöffnet, wann geschlossen?
„Die Festwirtschaft war von 05.30 bis 23.00 Uhr in Betrieb.“

Frage 10: Welchem Schwinger hattest du am Sonntag besonders die Daumen gedrückt?
„Adi Laimbacher drückte ich besonders die Daumen, weil ich ihn sehr gut kenne und er ein guter Kollege von mir ist. Mein Wunsch war es auch, dass sie einen so prominenten Gast wie Kilian Wenger fair einteilen. So wie ich nach dem Schwingfest gehört habe, wurde sehr gute Schwingerarbeit geleistet und auch fair eingeteilt. Und: Ich mag den Sieg Andreas Ulrich sehr gönnen, welcher wirklich ein sehr sympathischer Schwinger ist. Er war der beste am Sonntag.“

Frage 11: Gab es auch Spezialwünsche, welche ihr für die Zuschauer oder Schwinger erfüllen musstet?
„Ja, einer kommt mir grad in den Sinn. Beim Festbankett hatte es Vegetarier, welche kein Fleisch wollten, nur Sauce. Sie fragten, ob das möglich sei. Wir erklärten ihnen, dass das gehe, das normale Bankett mit Fleisch aber erst serviert werde. Sobald dies erfolgt sei, werde man das auch in die Wege leiten. Es hat dann auch geklappt und es gab keine Reklamationen.
Die Schwinger wurden gefragt, ob mit dem Service alles bestens war. Diese meinten, dass es tipptopp war und alles gut funktioniert habe. Speziell war sicher, dass das Essen und Trinken den Schwingern gratis abgegeben wurde. Das habe ich während meiner Aktivzeit als Schwinger eigentlich nie erlebt, dass das Trinken zum Essen gratis dazugehörte.“

Frage 12: Würdest du das Amt des Festwirtes wieder machen?
„Ich würde es wieder machen, wenn ich es noch nie gemacht hätte.” Pius und Roland lachten beide. Pius weiter: “Ich war jetzt dreimal dabei. Ich dachte mir, dass ich es diesmal nochmals mache, auch dank Roland, dem OKP, und der Schwingerei zu liebe. Man soll nun schauen, dass nächstes Mal ein anderer den Festwirt macht. Es gibt genug fähige Leute. Diesen werde ich auch unterstützen, wenn er meine Hilfe braucht.“

Vielen herzlichen Dank an Roland und Pius, dass sie sich für das Gespräch Zeit genommen haben. Solche Details und Auskünfte sieht und erfährt man an einem Schwingfest als Zuschauer nicht, und man kann jeweils nur ein wenig erahnen, wie viel ehrenamtliche Arbeit hinter so einem Anlass steckt. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle diesen ehrenamtlichen Helfern ein grosses Kränzchen winden und ein noch grösseres Kompliment erteilen. Ohne die vielen fleissigen und emsigen Hände könnte so ein Fest schlichtweg nicht durchgeführt werden.

Was mich immer wieder beeindruckt, ist die grosse Kameradschaft unter den Schwingern, den Funktionären und den vielen Helfern. Das ist in meinen Augen auch ein grosses Stück Schweiz!

Ich für meinen Teil verabschiede mich für heute, und bin stolz, auch ein bisschen zu der grossen Schwingerfamilie gehören zu dürfen.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

Meine Schwingerwoche: Besuch in der Eidgenössischen Schwingerstube und die Kranzfestsaison beginnt morgen für drei meiner „Schützlinge“

Letztes Wochenende war ich an keinem Schwingfest anzutreffen. Der Grund: Ich war mit meinen Cruiser-Freunden in Bern. Im „Goldenen Schlüssel“ nächtigten wir, und hatten dort eine herrliche Aussicht über Bern’s Altstadt.

Wir machten am späten Samstagnachmittag eine zweistündige Stadtführung durch die wirklich sehr schöne Bundeshauptstadt und besuchten verschiedene Sehenswürdigkeiten. Mir kam diese Führung gemütlich und locker vor, ohne Hatz und Eile. Dies liegt sicher einerseits daran, dass ich mein iPhone im Hotel vergessen habe und andererseits natürlich auch an der ruhigen und bedächtigen Art der Berner.

Am Abend landeten wir schliesslich in der alt ehrwürdigen Mahagony Hall, wo „unsere Muotathaler“ Dusty Boots ein schönes und akustisch wunderbar klingendes Konzert gaben.

Damit wir auch hier einen Bezug zum Schwingsport haben: Frontmann, Sänger, Gitarrist und Bluesharp-Spieler Alex Gwerder war vor etlichen Jahren selber ein erfolgreicher Kranzschwinger und später während einiger Zeit der persönliche Betreuer von Heinz Suter.
Nach dem Konzert machte ich ihm ein Kompliment zu ihrem gelungenen Konzert und stellte erfreut fest, dass sie seit meinem letzten Dusty Boots-Konzertbesuch in Aeschiried (auch eine Schwingerhochburg) sechs oder sieben neue Titel ins Programm aufgenommen hatten. Alex bestätigte meine Feststellung. Zudem spielte Bassmann Marcel Hertner nebst Elektrobass auch bei einigen Songs einen Stehbass. Dies seit Anfang Jahr, und wie ich fand, absolut passend und sehr gelungen.

Am Sonntag fuhren wir auf der Rückfahrt via Emmental und Entlebuch in unser geliebtes Thal heim. Dabei machten wir in Trubschachen nicht nur bei Kambly zwecks Eindeckung von Guetzli einen Halt. Wir besuchten auch den Gasthof zum Bären. Dort ist nämlich die Eidgenössische Schwinger-Stube untergebracht.

Man könnte jetzt nun meinen, dass diese Eidgenössische Schwingerstube schon seit Jahr und Tag im Bären zu Trubschachen ist. Dem ist aber nicht so. Wir blätterten ein bisschen in einem Ordner, und fanden eine Einladung zu einer Schwingertagung mit Einweihungsfeier der Schwingerstube.

Die Einweihung fand am 29. März 2003 statt, also erst vor elf Jahren.
Die Schwingerstube ist traditionell-urchig und sehr gemütlich eingerichtet.

Am wunderschönen und grossen Holztisch wird vermutlich von oberster ESV-Stelle regelmässig über dies und das rund um den Schwingsport gebrütet.

Im abgebildeten Kasten waren verschiedene Erinnerungsstücke von Chroniken, Gedenkbilder von verstorbenen Schwingern bis hin zu einem Kranz und Geschenke an den Eidgenössischen Schwingerverband zu entdecken.

Wie immer an dieser Stelle habe ich noch den wöchentlichen Schlussgangfilm von Jakob Niederberger. Dieser drehte Jakob beim Toggenburger Verbandsschwingfest in St. Peterzell. Daniel Bösch drückte an jenem Fest überzeugend seinen Stempel auf, gewann alle sechs Gänge und im Schlussgang sogar gegen Nöldi Forrer durch Abfangen eines Schlunggs. Das Fest war mit weiteren NOS-Eidgenossen sehr gut besetzt. Dies zeigt das Notenblatt von Bösch. Er bodigte neben Forrer nämlich auch die Spitzenschwinger Michael Bless und Urban Götte.
Daniel Bösch hat in der Vorbereitungsphase zwei Feste gewonnen und an einem weiteren kam er auf Rang zwei. Ein eindrückliches Comeback nach der langen Verletzungspause. Man muss kein Prophet sein, wenn man diesem Spitzenschwinger in dieser Saison sehr viel zutraut, sogar den Sieg beim Kilchberger Schwinget…

Nun beginnt sie also, die Kranzfestsaison. Bereits am Dienstagnachmittag fand ich auf Facebook die Einteilung der Spitzenpaarungen für den ersten Gang beim Mittelländischen Schwingfest. Dieses Gaufest findet morgen Samstag im Eishockeytempel des SC Bern statt.


Bereits zum Anschwingen werden vorzügliche Leckerbissen serviert. Gänge wie Wenger – Stucki lassen jedes Schwingerherz höher schlagen. Trotzdem: Obwohl die Paarungen so wunderbar klingen, ist mit etlichen gestellten Gängen zu rechnen. Keiner der Favoriten will bereits im ersten Gang zu viel riskieren und eine Niederlage einkassieren.

Fulminanter könnte eine Kranzfestsaison nicht eingeläutet werden. Ein einfaches Kranzfest mit 18 Eidgenossen, welches dank der Einladung von sechs Mythenverband-Schwingern natürlich kräftig aufgewertet wird, verspricht ein hochkarätiger Anlass zu werden.
Leider kann ich nicht dabei sein, dafür aber tags darauf beim Zuger Kantonalen in Unterägeri, wo auch 13 Eidgenossen erwartet werden.

Als Saisonvorschau brachte der Bote der Urschweiz gestern Donnerstag einen Beitrag von Simon Gerber.

Darin hat Gerber Philipp und Adi Laimbacher, Andreas Ulrich, Christian Schuler und
Martin Grab näher unter die Lupe genommen. Er ist der Ansicht, dass sich an der Hierarchie bei den Schwyzer Schwingern wenig ändern dürfte. Diese Ansicht teile ich mit ihm. Junge und vielversprechende Talente drängen zwar nach, und möchten in die Phalanx der genannten Cracks eindringen. Es liegt aber noch viel Arbeit vor ihnen.

Simon Gerber zählt denn auch einige von den hoffnungsvollen Nachwuchsschwingern auf. Als Muotathaler möchte ich vor allem ein eigenes Talent aus unserem Thal hervorheben, Ralf Schelbert. Der hoch oben im Schwarzenbach (Bisisthal) wohnende Ralf ist erst 18-jährig, hat aber das Zeug dazu, irgendwann mal ganz vorne mitschwingen zu können. Ich traue ihm zu, dass er übermorgen in Unterägeri seinen allerersten Kranz holt.

Apropos Zuger Kantonales. Einem weiteren jungen Schwinger traue ich am Sonntagnachmittag sogar das Vordringen in den Schlussgang zu: Pirmin Reichmuth. Das Riesentalent aus Cham (mit Schwyzer Wurzeln) hat bei den Frühjahresschwingfesten überzeugt (unter anderem gewann Pirmin in Cham) und ist in den Augen von vielen der kommende Mann bei den Innerschweizern.

Schwingprojekt 2014:

Da ich zurzeit an einem grösseren Bericht als Vorschau zum Schwyzer Kantonalen im Muotathal arbeite, hatte ich in der letzten Woche nicht allzu viel Zeit für meine vier „Schwinger-Schützlinge“. Dies wird sich aber spätestens nach dem Schwingfest im Thal ändern. Ich plane dann, die vier Herren mit verschiedenen Themen zu konfrontieren. Über die Reaktionen und Antworten werde ich wie gewohnt hier berichten. Mehr wird zurzeit noch nicht verraten.


Philipp Laimbacher:

Philipp beginnt seine Kranzfestsaison, wie man oben entnehmen konnte, beim Mittelländischen in Bern. Sein Gegner beim Anschwingen, Hansruedi Lauper, scheint mir für ihn nicht unbezwingbar. Dennoch ist Lauper ein unbequemer Gegner, an dem Philipp (hoffentlich) nicht seine Zähne ausbeissen wird.

Die Teilnahme einen Tag später am Zuger Kantonalen ist für ihn und seine fünf Kollegen vom Mythenverband ein kleiner Härtetest. Dabei werden die sechs Schwinger wohl an ihre Grenzen gehen müssen, vor allem am Sonntag. Eine gute Kondition ist gefragt.

Nichts ist unmöglich, und somit absolut denkbar, dass Philipp in Unterägeri im Schlussgang stehen wird. Ob dann die Kräfte für den Festsieg ausreichen werden, wage ich zu bezweifeln, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Die Schlussgang-Teilnahme beim Mittelländischen hingegen traue ich ihm nicht zu. Dies schon aus dem Grund, weil es Philipp als Gast in Bern ganz sicher nicht einfach gemacht wird, und er sich den ganzen Tag mit äusserst harten Brocken auseinandersetzen muss.


Matthias Glarner:

Wie Philipp geht Matthias beim Mittelländischen auch an den Start. Sein Gegner beim Anschwingen, Matthias Siegenthaler, bewies zuletzt eine gute Frühform. Wie Glarner übrigens auch, der das Ballenberg Schwinget gewann.
Bei diesem Gang tippe ich auf ein Unentschieden.

Beim weiteren Festverlauf wird sich zeigen, ob der hinter den beiden Schlussgang-Teilnehmern von Burgdorf, Sempach und Stucki, und hinter seinem morgigen Anschwing-Gegner Siegenthaler, der viert beste Berner am ESAF 2013, an der Spitze ein Wörtchen mitzureden vermag. Ich traue es ihm durchaus zu. Wenn Wenger, welcher noch nicht in der Form seiner besten Tage ist, morgen nicht über sich hinaus wächst, und Stucki zwei gestellte Gänge angehängt werden können, steht Matthias vielleicht beim BEA-Schwingfest im Schlussgang.


Christoph Bieri:

Von Christoph kann ich nur das berichten, was ich bereits letzten Samstag tat. Nämlich: Sein nächster Einsatz wird am 18. Mai in Muttenz sein, und zwar beim 99. Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest. Ein Blick auf seine Homepage verriet mir nichts Neues.
Vermutlich ist Christoph zurzeit in einer Regenerations- und Ruhephase, und schlägt dann am 18. Mai gleich mit einem Festsieg zu. Zutrauen tue ich es ihm alleweil.


Stefan Burkhalter:

Stefan schwingt momentan Woche für Woche fleissig an einem Schwingfest. Letzten Sonntag war er beim Thurgauer Frühjahrsschwinget in Zihlschlacht angetreten. Dabei stiess er bis in den Schlussgang vor. Da sich Stefan Burkhalter und Domenic Schneider unentschieden trennten, erbte Tobias Krähenbühl als lachender Dritter den Sieg. Krähenbühl schwang übrigens beim dritten Gang mit Stefan, und ging als Verlierer vom Platz.
Desweiteren gewann Burkhalter drei Gänge (Andreas Fässler, Armin Notz und Ernst Bühler) und stellte mit dem Neu-Eidgenossen Beni Notz. Schlussendlich landete Stefan auf dem hervorragenden Rang 3b. Herzliche Gratulation!

An diesem Wochenende startet zudem auch die Kranfestsaison in der Nordostschweiz, und zwar beim Thurgauer Kantonalen in Basadingen. Schlussgang.ch sieht zwar als Favorit Arnold Forrer vor, und stuft Stefan nur als Aussenseiter ein. Dennoch denke ich, dass der Thurgauer gute Chancen auf den Festsieg an seinem eigenen Kantonalverbandsanlass hat. An ebenso einem Thurgauer Kantonalen hat Stefan anno 1994 seinen ersten Kranz rausgeschwungen.

Meiner Meinung nach hängt für Burkhalter sehr viel davon ab, wie Arnold Forrer „drauf“ ist, und sich Stefan nicht unnötige Gestellte einhandelt. Läuft es dem Thurgauer aus Homburg, liegt durchaus die Schlussgang-Qualifikation drin. In so einem Fall ist dann alles möglich, auch ein Festsieg.

Auf der Homepage des Kranzfestes in Basadingen habe ich zwar noch keine Einteilungsliste für den ersten Gang gefunden. Dafür aber gesehen, dass dem Fest mit Corinne Schmid eine OK-Präsidentin vorsteht. Wenn das mal nicht ein gutes Omen ist…

Drei von meinen vier begleiteten Schwingern starten am Wochenende also in die Kranzfestsaison. Ich wünsche Philipp, Matthias und Stefan alles Gute, viel Erfolg, viele siegreiche Gänge und die angestrebten Kränze. Wer weiss, vielleicht wird der eine oder andere an diesem Wochenende auch als Festsieger gefeiert. Ich wünsche den drei aber auch, dass sie gesund an den Wettkämpfen antreten können, und die Schwingplätze auch wieder gesund verlassen können.

Zum Schluss meiner Schwingerwoche habe ich noch einen Schwingerwitz:
Bei einem Fussballspiel hat es unter den Zuschauern Krach gegeben. Die Sache hat ein Nachspiel mit dem Richter. „Geben Sie der Wahrheit die Ehre, Angeklagter! Haben Sie den Kläger geschlagen oder nicht?“
Schwinger: „Aber nein, sicher nicht!“
Richter: „Der Kläger behauptet aber, dass Sie ihn mit mehreren Schlägen traktiert haben.“
Schwinger: „Das kann gar nicht sein, Herr Richter. Nach dem ersten Zug lag er schon flach!“

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger