Meine Schwingerwoche: Ausblick auf das NOS-Teilverbandsfest in Wigoltingen

Liebe Schwingerfreunde! Wo soll ich heute beginnen? Einen Tag später, wo die Schweizer Fussball-Nati von den Franzosen regelrecht abgegrillt worden ist…

Ich musste mich heute Morgen beim Joggen erst mal sammeln. Grad mit so einer bitteren Niederlage hätte ich nicht gerechnet. Die Gründe für dieses blamable 2:5 scheinen mir zahlreich und auf die Kommentierung verzichte ich in der Folge. Denn heute gibt’s wieder eine Schwingkolumne, und darin soll’s in erster Linie ums Schwingen, und nicht um Fussball gehen.
Zudem: Beim Schwingen gewinnt in der Regel immer ein Schweizer…

Als Einstieg ins „Schwing-Geschehen“ möchte ich als allererstes Stefan Burkhalter meinen herzlichen Dank aussprechen. Denn er hat mir in dieser Woche zwei Tickets für das am übernächsten Sonntag (29. Juni) stattfindende Nordostschweizerische Teilverbandsfest (kurz NOS) zugeschickt.
An jenem Teilverbandsfest war ich erst einmal, irgendwann in den Neunziger-Jahren, als es in Hütten (Kanton Zürich) stattfand.

Ich freue mich jetzt schon darauf, in den Thurgau nach Wigoltingen zu reisen. Um dort die NOS-Cracks mal aus nächster Nähe zu beobachten. Zudem nehmen am diesjährigen NOS gleich zwei meiner Schwingprojekt-Akteure teil: Der aus diesem Verbandsgebiet stammende Stefan Burkhalter und der Innerschweizer Gast Philipp Laimbacher.

Wie stark die einzelnen Schwinger aus dem Nordostschweizer-Verband sind, ist schwer abzuschätzen, lässt sich aber teilweise aus den Resultaten der bereits stattgefundenen Kantonalen Schwingfeste ablesen. Was aber fehlt, ist der Vergleich mit den anderen Teilverbänden. Dazu eine passende Erklärung, welche Jakob Heer im Editorial der Schlussgang-Ausgabe 8 vom 3. Juni schrieb: „Der Nordostschweizerische Teilverband ist der Einzige, der an fast allen kantonalen Schwingfesten auf Gäste verzichtet. Es ist erfreulich, dass es zumindest noch vereinzelte Gremien gibt, die sich gegen den nationalen Schwinger-Tourismus wehren. Auch wertet das Vorgehen der Nordostschweizer das eigene Teilverbandsfest auf. Ende Juni in Wigoltingen duellieren sich die Gastgeber so in den meisten Fällen erstmals in dieser Saison mit auswärtigen Schwingern.“

Man kann davon halten, was man will. Ich für meinen Teil finde das Vorgehen des NOS-Verbandes völlig in Ordnung. Denn dies war, so wie ich das in Erinnerung habe, bis vor einigen Jahren in allen Teilverbänden üblich. Erst bei den Bergkranzfesten, den Teilverbandsfesten und den entsprechenden Saisonhöhepunkten (ESAF, Kilchberger oder Unspunnen) trafen die stärksten Schwinger aus den jeweiligen Teilverbänden aufeinander. Die Spannung wurde damit um einiges erhöht und bis zu den sogenannten Höhepunkten aufrechterhalten.

Daniel Bösch, die unbestrittene Nummer 1 der Nordostschweizer, trifft so am 29. Juni erstmals in dieser Saison auf Schwinger von anderen Teilverbänden.
Daniel ist nach seiner schweren Knieverletzung von letztem Jahr wieder voll genesen und ganz der „Alte“. Die drei bisher bestrittenen Kranzfesteinsätze (Glarner-Bünder, St. Galler und Zürcher Kantonales) gewann er allesamt.
Die Schwinger-Schweiz ist gespannt, wie sich Bösch im Vergleich mit den Spitzenschwingern aus den anderen Teilverbänden, allen voran den Bernern, schlägt.

Deshalb vermute ich, dass es beim Anschwingen in Wigoltingen zum Spitzenduell zwischen Daniel Bösch und Florian Gnägi kommt. Florian bestritt bisher vier Kranzfeste, holte an allen den Kranz und gewann das erste, nämlich das Mittelländische in Bern.

Klar, ich möchte die bisherigen Duelle zwischen den Bernern und den Innerschweizern, oder den Nordwestschweizern und den Bernern an den einzelnen Kantonalen (eigentlich) nicht missen. Trotzdem: Weniger wäre manchmal mehr. So bestritt Kilian Wenger wegen des besagten „Schwinger-Tourismus“ halt nicht nur das Bergfest auf dem schwyzerischen Stoos. Ein paar Wochen vorher war er auch Gast am Schwyzer Kantonalen im Muotathal. Ohne Zweifel eine Attraktion und ein „schwingerischer Leckerbissen“, ich schrieb ja auch darüber.
Aber wie Heer weiter in seinem Editorial erläuterte: Wie wäre es, wenn der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) sich dieser Sache mal annehmen, und einheitliche Richtlinien schaffen würde? Auch, und vor allem der Spannung und der Vereinheitlichung zu Liebe.


Stefan Burkhalter:

Stefan strebt an „seinem“ Teilverbandsfest sicher in erster Linie den Kranzgewinn an. Ich hoffe, dass er wieder fit ist. Denn unlängst meldete Stefan, respektive stellte ich am 12. Juni folgendes auf meine Facebook-Seite (Koni Schelbert):
„Diverse Abklärungen ergaben folgende Diagnose: Eine starke Erkältung der unteren Rückenmuskulatur liessen diese anschwellen und drückten auf den Ischiasnerv. Dies führte zu den Lähmungserscheinungen im rechten Bein. Etwas Ruhe, schmieren und salben und Stefan sollte wieder fit sein.“

Ich fragte gleichentags bei Burkhalter nach, ob er am NOS an den Start gehen kann. Er antwortete, dass er die Woche darauf (gemeint ist die nun zu Ende gehende) schon wieder zu hundert Prozent trainieren kann.
Ich bin deshalb zuversichtlich, dass er in Wigoltingen den Kranz holt.


Philipp Laimbacher:

Wie ich schon in der letzten Kolumne schrieb, stellte ich beim Bergkranzfest auf dem Stoos einen Aufwärtstrend bei Philipp fest. Dies bestätigte er mir, als ich ihm zum Kranzgewinn gratulierte: „Ja, es geht aufwärts!“

Beim NOS geht es bei Laimbacher ebenfalls darum, seine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen und den Kranzgewinn zu realisieren. Diesen traue ich ihm zu, denn die Adduktoren-Probleme im Februar dieses Jahres sind ausgeheilt, und der daraus resultierende Trainingsrückstand nun wettgemacht. Denn Philipp hat am Frühling wegen dieser Verletzung ganze vier Wochen auf das Schwingtraining verzichten müssen. Mit ein bisschen Wettkampf-Glück liegt durchaus ein Spitzenplatz am NOS drin.


Matthias Glarner:

Matthias greift ebenfalls erst übernächstes Wochenede wieder in’s Wettkampfgeschehen ein. Aber nicht in Wigoltingen, sondern an seinem eigenen Gauverbandsfest, dem Oberländischen in Sigriswil. Dort wird der Sport-Student von weiteren starken Eidgenossen, darunter die Berner Oberländer Kilian Wenger, Simon Anderegg, Bernhard Kämpf und Beat Wampfler, gefordert. Ein Spitzenplatz, wenn nicht sogar der Sieg, liegt für Glarner bei seiner derzeitigen Topverfassung absolut drin.


Christoph Bieri:

Christoph geniest morgen Sonntag Gastrecht beim Schwarzsee-Bergkranzfest. Dabei trifft er beim Anschwingen gleich auf den härtesten (und schwersten) Widersacher der Berner, nämlich Christian Stucki. In meinen Augen liegt ein Sieg gegen Stucki durchaus drin, denn heute vor zwei Wochen brachte Bieri den amtierenden Schwingerkönig beim Oberaaragauischen in starke Bedrängnis. Dabei verlor Matthias Sempach beinahe, übrigens beim Anschwingen…

Christoph Bieri befindet sich ebenfalls in einer Topverfassung, und darf sich nebst dem Kranzgewinn auch eine Spitzenklassierung als Ziel setzen. Ich traue ihm morgen durchaus den Einzug in den Schlussgang zu. Danach ist alles möglich…

Zum Schluss meiner heutigen Schwingkolumne habe ich die Schweizer Niederlage dank dem Schwingsport (fast) vergessen, und meine Kopfschmerzen sind wegen eines kleinen Malheurs während dem Match nun auch wieder weg…

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

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