Schwingprojekt 2014: Was für Berufe und Hobbys haben „meine“ fünf Schwinger?

Heute widme ich mich den Berufen und Hobbys meiner fünf Schwinger. Denn bekanntlich sind Schwinger keine Berufssportler, und gehen mit einigen Ausnahmen einer Hundert Prozent-Beschäftigung nach. Dies erklärt sicher auch ein Stück weit die Bodenständigkeit der Schwinger. Da die Sägemehl-Athleten, genau wie ihre Fans, auch Tag für Tag ihren Lebensunterhalt mit ehrlicher Arbeit verdienen müssen, stehen diese Männer auch mit beiden Beinen auf dem Boden. Auf dem Boden der Realität, was eine gewisse Bescheidenheit mit sich bringt. Und eben genau dies macht den Schwingsport mir und unzähligen Anhängern so sympathisch.

Natürlich haben Schwinger neben ihrem geliebten Sport auch Hobbys. Vor einiger Zeit habe ich im “Schwingen. Das Magazin.” gelesen, dass beispielsweise der Appenzeller Eidgenosse Michael Bless “Schlangen züchten” als Hobby angab. Nicht gerade typisch für einen Vertreter des Schwingsportes, bei welchem viele Schwinger Ländlermusik oder die Viehzucht als ihre grössten Leidenschaften benennen.
Aber wie das halt so ist, gehen auch die Schwingerei und deren Akteure mit der Zeit: Dabei werden auch die Hobbys, wie im Fall von Bless, ausgefallener.


Philipp Laimbacher:

Philipp ist gelernter Sanitärmonteur und arbeitete nach seiner Lehre während vier Jahren auf dem Beruf. Anschliessend war er während sieben Jahren bei „Erdgas Schwyz“ als Rohrnetzmonteur angestellt. Seit zwei Jahren ist Laimbacher bei der Firma Arthur Werber im Aussendienst tätig, und betreut die Werkzeug- und Maschinenbranche. Seine Arbeitswoche sieht so aus, dass er von Montag bis Donnerstag vier Tage unterwegs ist, und am Freitag Büroarbeiten erledigt. Philipp hat ein hundert Prozent-Pensum zu absolvieren.
Er meinte weiter: „Über Sport wird bei meinen Kunden öfters geredet. Als ich bei Arthur Weber im Aussendienst angefangen habe, war es ein Vorteil, dass die Leute mich gekannt haben. Ich besuche während meiner Arbeitszeit Bauunternehmer, Gartenbauer und Plattenleger-Firmen. In diesen Gewerbebetrieben ist der Bezug zum Schwingsport recht gross, deshalb war das „viel zitierte Eis“ auch sehr schnell gebrochen.

Die Hobbys von Philipp sind das Töfffahren, das Velofahren und im Winter das Skifahren. Er erzählte mir, dass er letzte Woche von Fronleichnam bis am Sonntag während vier Tagen mit dem Töff in Frankreich unterwegs war. Dabei kann er jeweils viel Energie tanken und seinen Kopf „lüften“. Das Velofahren sei aber natürlich auch als Training fürs Schwingen zu werten.

Am Schluss unseres Telefonates wünschte ich Philipp alles Gute für das bevorstehende NOS-Teilverbandsfest, wo er beim Anschwingen auf den Schlangenzüchter Michael Bless trifft. Laimbacher erklärte mir: Mein primäres Ziel ist der Kranz. Dann schaue ich weiter.“


Matthias Glarner:

Matthias hat Polymechaniker gelernt, und dazu die Berufsmittelschule (BMS) absolviert. Anschliessend hat er ein Jahr die Passerelle besucht und dann an der Universität Bern Sportwissenschaft, Geschichte und BWL studiert.
Vielleicht ergeht es vielen Lesern wie mir, und wissen ebenfalls nicht, was mit „Passerelle“ gemeint ist. Wikipedia weiss dazu: „Die Passerelle ist in der Schweiz eine Ergänzungsprüfung zur Berufsmatura und berechtigt zur Aufnahme an einer universitären Hochschule (Universität oder ETH) in der Schweiz.“

Momentan arbeitet Glarner zu 20 Prozent als Turn- und Sportlehrer an der Gewerbeschule in Interlaken, und ist nebenbei Sommertrainer des SC Unterseen-Interlaken. Die restliche Zeit nutzt Matthias für das Erstellen seiner Masterarbeit und hofft, dass er bis Ende August die Uni ganz abschliessen kann.

Betreffs Hobbys schrieb mir Matthias: „Zeit für Hobbys habe ich nicht wirklich. Am liebsten lese ich aber Krimis oder besuche die Fussballspiele meiner Geschwister.“
Übrigens: Sein Bruder Stefan war bis zu der im Mai zu Ende gegangen Saison beim FC Zürich. Nun wechselt er auf die neue Saison hin zum FC Thun.

Am kommenden Sonntag bestreitet Matthias sein eigenes Gaufest, das Oberländische Schwingfest in Sigriswil. Dabei trifft er im Anschwingen auf den Nordwestschweizer Gast David Schmid.


Christoph Bieri:

Christoph absolvierte nach seiner Schulzeit das Bauernlehrjahr und anschliessend machte er die Lastwagenmechaniker-Lehre. Zurzeit arbeitet er als Produktmanager bei der Firma Motorex. Dort ist er im Innendienst tätig und für die Produkte der Wald- und Forstwirtschaft zuständig. Bieri hat ein Arbeitspensum von 80 – 100 Prozent. Am Telefon erklärte er mir, dass das Pensum je nach Arbeitsanfall varieren könne, und er manchmal am Freitag frei habe.

Als Hobbys gab er mir das Jassen mit Kollegen an. Er sagte mir: „Das mache ich aber nicht turniermässig.”
Weiter geht er gerne mit dem Bernhardiner laufen, welcher auf dem Bauernhof seiner Eltern zu Hause ist.
Zudem fährt Christoph, wie Philipp, auch Töff. Ihm hat es aber mehr das Motocross fahren angetan, welches der Aargauer plauschmässig mit Kollegen macht.

Christoph’s nächster Ernstkampf ist das Innerschweizerische Teilverbandsfest von übernächstem Sonntag in Cham. Er vertritt dort als Gast die Nordwestschweizer Farben.


Stefan Burkhalter:

Stefan hat Landwirt gelernt, und arbeitet zu hundert Prozent als Landwirt in Homburg im Thurgau.
Er hat mir am Telefon gesagt: „Nebenbei arbeite ich noch Teilzeit als Chauffeur und Bodyguard. Nebst Hausi Leutenegger war ich schon Chauffeur und Bodyguard von so illustren Persönlichkeiten wie Mike Tyson, Bono (von U2), Pink und Christiano Ronaldo. Zudem fahre ich auch Geschäftskunden nach München und nach St. Moritz, oder chauffiere sie zu Weihnachtsessen. Zu meiner Klientel gehören Geschäftsleute aus verschiedenen Branchen, so unter anderem auch aus der Uhrenindustrie.“

Als Hobbys nannte mir Burkhalter den Kraftsport, welcher er im Zusammenhang mit dem Schwingen betreibt. Ebenfalls zählt Stefan das Töfffahren, das Biken und Jassen zu seinen Hobbys.

Stefan tritt am nächsten Sonntag beim NOS im thurgauischen Wigoltingen so quasi zu einem Heimspiel an. Er trifft beim Anschwingen auf den Südwestschweizer Gast Thomas Glauser.


Michael Nydegger:

Michael hat mir grünes Licht für die Teilnahme an meinem Schwingprojekt gegeben (ich berichtete vor drei Tagen darüber). Als “Starterkit” habe ich ihm die Fragen geschickt, welche ich den anderen vier Schwingern bisher gestellt habe. Dies sind mit den von dieser Woche gestellten Fragen mittlerweile 11 Fragen, zusammengefasst in vier Blöcken.

Ich habe von Nydegger leider noch nichts gehört oder gelesen. Fürs erste hätte ich gerne die Antworten zu den aktuell gestellten Fragen heute präsentiert.

Ich denke, dass muss sich erst einpendeln. Denn der Start mit den verschiedenen Schwingern im Frühling harzte auch ein wenig. Nach und nach hatte ich dann die Vier beisammen. Ich sage immer: “Nicht nur den Mutigen gehört die Welt, auch den Geduldigen!”

Zusammengefasst halte ich fest: Die Hobbys der Schwinger aus meinem Projekt klingen nicht ganz so ausgefallen wie dasjenige von Michael Bless. Das Töfffahren scheint ein „kleiner“ Renner zu sein, ebenso das Jassen. Stefan hat mit seinem Teilzeit-Job als Chauffeur und Bodyguard von verschiedenen Promis eine nicht alltägliche Nebenbeschäftigung. Wer weiss, vielleicht kann ich ihm noch die eine oder andere Anekdote von Mike Tyson, Bono oder Christiano Ronaldo entlocken.

Und: Beim oben mehrmals erwähnten NOS in Wigoltingen werde ich auch vor Ort sein (ich berichtete letzte Woche darüber).
Wie schon auf dem Stoos (Philipp Laimbacher und Matthias Glarner) kann ich wieder zwei „meiner“ Schwinger beobachten (Stefan Burkhalter und Philipp Laimbacher).
Ich hoffe nun einfach, dass Wettergott Petrus ein Einsehen hat, und seine Regenschleusen am Sonntag nicht so weit offen hält, wie derzeit prognostiziert wird. Sonst müsste ich dann halt öfter im Festzelt Zuflucht suchen…

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “Schwingprojekt 2014: Was für Berufe und Hobbys haben „meine“ fünf Schwinger?

  1. Michi Schelbert schreibt:

    Hallo Koni
    Ich verstehe Deinen Groll gegen die defensive Schwingweise von Schnider. Aber ich muss auch sagen, dass ich von einem Spitzenschwinger wie Bieri Christoph mehr erwarte. Ich hab mir mal die Mühe gemacht, gegen welche Eidgenossen Bieri in dieser Saison an Kranzfesten geschwungen hat. Er traf auf zwölf Eidgenossen, siegte 3 mal (Wampfler Beat, Gloggner HJ, Stadler Remo), stellte 9 mal (Stadler Remo und Graber Willy [zweimal Note 9.00} und Laimbacher Ady, Stucki Chrigel, Sempach Thomas, 2x Sempach Matthias, Anderegg Simon und Siegenthaler Matthias alle mit Note 8.75).
    Meiner Meinung nach fehlen ihm die Siege gegen absolute Spitzenschwinger. Sehr selten holt er sich die Note 9 bei den Gestellten. Für einen Spitzeschwinger macht er viel zu wenig. Ein Spitzenschwinger muss an sich den Anspruch haben, solche Gegner einfach zu gewinnen oder man kann es noch heftiger ausdrücken zu „verchnosen“.
    In diesem Sinne hoffe ich auf offensives Schwingen.

    Gruss Michi

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