Christian Stucki und seine Herausforderer

In den Ferien in St. Anton am Arlberg habe ich mir ein tolles Büchlein als Ferienlektüre reingezogen:

Im ersten Teil des 136-seitigen Büchleins ist die Biografie von Christian Stucki zu finden. Ganze 21 Seiten sind dem 144 Kilogramm schweren und 198 Zentimeter grossen Riesen, der ganz sanft sein soll, gewidmet. Ein Koloss von einem Schwinger, welcher schon als Neunjähriger die Schuhnummer 44 hatte!
Solche und andere Details aus dem noch jungen Leben des erst 29-jährigen sind dem von Christina und Christian Boss geschriebenen Werk zu entnehmen.

Der grössere Teil von „Christian Stucki und seine Herausforderer am 16. Kilchberger Schwinget“ handelt, wie der Titel besagt, von seinen Herausforderern. Auf zwei Seiten erfährt man nebst dem Geburtstag, Grösse, Gewicht, Zivilstand und Anzahl Kindern, auch den Wohnort, den oder die Trainingsorte, die berufliche Tätigkeit und die Hobbys. Desweiteren die Anzahl Kränze, die militärische Truppenzugehörigkeit samt Dienstgrad, die Lebensweisheit, die grösste Enttäuschung im Sport und jeweils eine oder zwei Episoden aus dem Leben.

Stucki tritt als Titelverteidiger am in Bälde stattfindenden Kilchberger Schwinget an. Dies war Grund genug, über ihn und seine Herausforderer ein eigenes Buch zu schreiben.
Ich meine, es ist dem Ehepaar Boss gelungen, einerseits den Sieger von 2008 feinfühlig zu porträtieren, andererseits aber auch viel Wissenswertes über die am Kilchberger antretenden Schwinger an die Schwingfreunde zu bringen.

In den Zeilen von Christina und Christian Boss steht vor allem der Mensch im Vordergrund. Über das „Schwingerbusiness“ als solches schreiben die beiden nicht gross. Das ist auch gut so, denn diese Dinge werden beispielsweise schon in der Zeitung SCHLUSSGANG abgehandelt.

Ich musste bei den Schwinger-Episoden öfters schmunzeln. Denn die „Boss-Schreibe“ liess mich öfters in meine eigene Kindheit zurückschweifen.
Da wurde über Streiche und wilde Buben geschrieben, die am liebsten draussen in der Natur bei den Tieren statt in der Schule waren. Irgendwie wie aus einer anderen Zeit…
Vermutlich leben angehende Schwinger eher auf dem Lande und verbringen ihre Kindheit öfters im Freien als sogenannte „Stadtkinder“. Dabei legen diese schon in jungen Jahren in Sachen Kraft und Geschicklichkeit eine solide Basis.

Für wen ist dieser Lesestoff, von welchem das Schweizer Radio und Fernsehen SRF das Patronat übernahm?
Ich würde sagen, für all jene, welche schwingbegeistert sind, und sich mit einer wirklich sehr detaillierten und leicht lesbaren Lektüre auf das am 7. September stattfindenden Kilchberger Schwinget vorbereiten möchten.

Ich denke aber auch, dass das kleine Büchlein ein Nachschlagewerk vor, während und nach dem Kilchberger Schwinget für Journalisten, Fernseh- sowie Radioleute und Kommentatoren sein wird.
Auch für mich hat es eine immense Bedeutung, habe ich doch schon einiges Wissenswertes über die einzelnen Schwinger erfahren.

Da der Redaktionsschluss für dieses Buch der 23. Juni 2014 war, entsprechen die Herausforderer im Buch natürlich nicht exakt den tatsächlich für den Saisonhöhepunkt qualifizierten Schwingern. Macht aber nichts, denn die porträtierten Schwinger sind mit wenigen (verletzungsbedingten) Ausnahmen allesamt in Kilchberg dabei.

Ob am 7. September tatsächlich wieder Christian Stucki auf dem Kilchberger Olymp stehen wird, wissen zurzeit die Götter. Eines darf man aber mit Sicherheit behaupten: Ein aus diesem Buch porträtierter Schwinger wird den begehrten Festsieg davontragen.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

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