Schwingprojekt 2014: Kranzfest-Bilanz von Philipp Laimbacher und Matthias Glarner

Diese Woche widme ich mich wieder mal meinem Schwingprojekt. Die meisten Kranzfeste (35 von 37) sind nun absolviert. Soviel ich weiss, bestreiten die fünf von mir begleiteten Schwinger keines mehr (ausstehend sind noch das Freiburger und das Waadtländer Kantonalschwingfest), und bereiten sich mit Ausnahme von Michael Nydegger auf den Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget, vor.
Michael musste nun leider, wie ich am 23. Juli berichtete („Michael Nydegger steht vor dem Abbruch der Saison“) definitiv die Saison beenden. Grund ist laut SCHLUSSGANG eine Schambein-Verletzung, welche den Freiburger schon länger behindert.

Höchste Zeit also, eine Kranzfest-Bilanz zu ziehen. Dies tue ich mit Hilfe der SCHLUSSGANG-Wertung, der offiziellen Jahrespunkteliste des Eidgenössischen Schwingerverbandes, und meinen persönlichen Beobachtungen.


Philipp Laimbacher:

Der Vertreter der Innerschweizer Farben belegt mit 21 Punkten Platz 13 in der SCHLUSSGANG-Wertung, und hat sich neun Kränze rausgeschwungen. Viel mehr Kränze, nämlich genau zehn, haben für das Jahr 2014 einzig Schwingerkönig Matthias Sempach und mein Vertreter der NWS-Schwinger, Christoph Bieri, auf ihrem Konto.

Von der Kranzausbeute her also ein tolles Resultat von Philipp, konnte er doch an jedem angetretenen Kranzfest mit dem begehrten Eichenlaub heimreisen.

Weiter besiegte Philipp bei den neun Kranzfesten sieben Eidgenossen.

Der Sattler ist in besagter Wertung drittbester Innerschweizer. Nur Christian Schuler (Platz 7) und Andreas Ulrich (Platz 10), beide aus dem gleichen Lager, liegen vor ihm.

Einen Kranzfestsieg konnte Laimbacher diese Saison leider nie verbuchen, ebenso stand er in keinem Kranzfest im Schlussgang. Zweimal aber, am Innerschweizerischen und beim Zuger Kantonalen, trug „Pipo“ den Ehrenplatz davon.
Bei einigen Kranzfesten, vor allem zu Beginn der Saison, lief es dem 31-Jährigen nicht immer nach Wunsch. Seine Adduktoren-Probleme im Februar zogen einen kleinen Trainingsrückstand nach sich. Philipp Laimbacher fand aber glücklicherweise beim ersten Bergkranzfest der Saison, demjenigen auf dem Stoos, wieder seine Form und deutete einen deutlichen Aufwärtstrend an. Anschliessend zeigte der kräftige Sennenschwinger am NOS, beim Innerschweizerischen und auf dem Brünig jeweils hervorragende Leistungen.
Auf der Schwägalp musste der begeisterte Töfffahrer mit zwei Niederlagen zu Beginn des Wettkampfes arg unten durch, ehe er sich vier Siegkreuze schreiben lassen konnte. Mit Rang vier und dem neuerlichen Kranzgewinn trug Philipp ein blaues Auge davon.

Eine Prognose für den Kilchberger Schwinget? Schwierig. Einerseits ist Philipp in einer bestechenden Form. Andererseits bereiten mir die beiden Niederlagen auf der Schwägalp ein wenig Kopfzerbrechen.
Vielleicht hat es diesen Schuss vor den Bug gebraucht, und er kam genau zum richtigen Zeitpunkt.
Aussenseiterchancen auf den Kilchberger Sieg sind vorhanden. Allerdings müsste Philipp über sich hinauswachsen und einige ganz böse Berner auf den Rücken hieven.


Matthias Glarner:

Matthias, der 29-jährige Berner Schwinger, belegt mit 28 Punkten Platz 8 in der SCHLUSSGANG-Wertung. Der Oberländer holte sich dabei wie Philipp Laimbacher auch neun Kränze, und ist hinter Matthias Sempach, Kilian Wenger, Christian Stucki und Florian Gnägi derzeit die Nummer fünf der Mutzen.

Von der Kranzausbeute und von den Rangierungen her ein gutes bis sehr gutes Resultat vom Meiringer. Glarner gewann zwei Kranzfeste (das Seeländische und zusammen mit Christian Stucki das Nordwestschweizerische Teilverbandsfest).
Zudem holte er sich an jedem angetretenen Kranzfest, genau gleich wie Philipp, den Kranz.

Matthias besiegte bei den neun Kranzfesten sechs Eidgenossen (Philipp bodigte, wie man oben lesen konnte, deren sieben).

Der Sportstudent konnte beschwerdefrei in die Saison steigen und war mit den Rängen 5, 8, 1, 6, 4, 3, 3, 1 und 6 die Konstanz in Person. Weiter stand Matthias an zwei Kranzfesten im Schlussgang, nämlich beim Mittelländischen und auf dem Brünig. Beide Male verlor er leider.

Wenn man so will, könnte man sagen, dass Glarner beim Emmentalischen mit Rang 8 und beim Berner Kantonalen (Rang 6) zwei kleine Durchhänger hatte. Zum Kranzgewinn reichte es aber alleweil.
Beim eigenen Teilverbandsfest in St. Imier waren wohl die Batterien des austrainierten Sennenschwingers ein wenig leer. Bestritt er doch vom 19. Juli (Weissenstein Schwinget) bis zum 10. August (Berner Kantonales) an vier Wochenenden hintereinander je ein Kranzfest. Dazwischen gewann er, wie erwähnt, zusammen mit Stucki das Nordwestschweizerische Teilverbandsfest. Glarner stand zwar in Zuchwil nicht im Schlussgang, er verbuchte an jenem Sonntag aber fünf blitzsaubere Siege und bezog einzig gegen Forrer einen Niederlage. Da er sich im sechsten Gang wie Stucki (gegen Forrer im Schlussgang) die Maximalnote holte, kam Matthias letztendlich auf die gleiche Punktzahl wie der Seeländer Hüne.

Auch hier wage ich eine Prognose für den Kilchberger Schwinget, und antworte ebenfalls mit „schwierig“. Matthias ist zwar in einer tollen Form, und das mässige Abschneiden am Berner Kantonalen mag ich nicht überbewerten.
Dennoch stehen ihm vier andere Berner Schwinger vor der Sonne, welche einfach zu den absoluten Topfavoriten für Kilchberg gehandelt werden müssen.
Diese Tatsache mit den vier anderen (Sempach, Wenger, Stucki und Gnägi) aus dem eigenen Lager könnte aber plötzlich zu Aussenseiterchancen gereichen. Diese sind alleweil in Takt. Nur müsste bei Matthias das gleiche eintreffen wie bei Philipp: Er müsste über sich hinauswachsen und wohl zudem einige ganz böse Berner Mitfavoriten besiegen.

Heute habe ich nun von zwei meiner fünf Projektschwinger eine Kranzfestbilanz gezogen. In den nächsten Tagen folgt dann noch ein Resumé von Christoph Bieri, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

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