Schwingprojekt 2014: Kranzfest-Bilanz von Christoph Bieri, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger

Nachdem ich mich vor drei Tagen der Kranzfest-Bilanz von Philipp Laimbacher und Matthias Glarner gewidmet habe, nehme ich selbige heute von Christoph, Stefan und Michael unter die Lupe.

Diese Bilanzen werde ich als Einschätzung vor dem Kilchberger Schwinget, aber auch zur Bilanzierung der Saison der fünf begleiteten und beobachteten Schwinger heranziehen.

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Christoph Bieri:

Der Vertreter des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes belegt nach der Kranzfestsaison Platz zehn und weist vor dem Saisonhöhepunkt 25 Punkte und zehn Kränze auf. Rangmässig ist Christoph ein Platz hinter Matthias Glarner, welcher in der Jahrespunkteliste mit Stand vom 17. August der beste meiner fünf Schwinger ist.

Von der Kranzausbeute her ein Glanzergebnis, kam doch mit Schwingerkönig Matthias Sempach nur gerade ein weiterer Schwinger auf die gleiche Anzahl Kränze.
Der Aargauer erkämpfte sich bei jedem angetretenen Kranzfest Eichenlaub.

Zudem besiegte Bieri an den zehn Kranzfesten insgesamt sieben Eidgenossen.

Der 29-jährige Sennenschwinger ist in der SCHLUSSGANG-Wertung der zweitbeste Nordwestschweizer. Besser klassiert ist auf Rang sechs nur noch der diesjährige Schwägalp-Sieger, Mario Thürig.

Zu Buche steht für Christoph ein Kranzfestsieg, nämlich dasjenige auf dem Weissenstein, welches er sich mit den beiden Schwingerkönigen Sempach und Wenger teilen musste.
Übrigens, Christoph sagte mir im April, als ich ihn nach den Saisonzielen fragte: „Ein Ziel ist auch, ein Kranzfest zu gewinnen. Seit meinem ersten Kranzfestsieg habe ich anschliessend in jeder Saison mindestens an einem Kranzfest gewonnen.“

Weiter stand der Produkt-Manager in zwei Schlussgängen: Beim Aargauer Kantonalen und beim erwähnten Weissenstein Bergschwinget. Das Besondere daran war, dass er beide Male gegen Schwingerkönig Sempach antreten musste, und beide Male mit ihm stellte.

Desweiteren trug der in Aarwangen wohnende Bieri zwei Ehrenplätze und vier dritte Plätze davon.

Christoph startete ohne Beschwerden und in guter Verfassung in die Kranzfestsaison, und war in der Folge während sechs Festen nie schlechter als auf Rang drei klassiert.

Beim Innerschweizerischen Schwingfest in Cham kam gewissermassen eine kleine Baisse. Drei Siegen standen drei gestellte Gänge gegenüber, was schlussendlich mit 56.25 Punkten zum letzten Kranzrang reichte.

Zwei Wochen später gewann Bieri, wie oben erwähnt, auf dem Weissenstein, und liess das mittelmässige Abschneiden in der Innerschweiz vergessen.
Auf dem Solothurner Hausberg zog er einen wirklich guten Tag ein, und bodigte im vierten Gang gar den Schwingerkönig von Frauenfeld, Kilian Wenger.

Dann folgten das eigene Teilverbandsfest, das Nordwestschweizerische, und letzten Sonntag der Schwägalp Schwinget. Bei beiden Festen kam Christoph auf Platz fünf. In Zuchwil verlor er beim Anschwingen gegen Arnold Forrer und musste im sechsten Gang die Punkte mit Adrian Laimbacher teilen. Auf der Schwägalp verlor der Motocrossfahrer wieder beim Anschwingen, diesmal gegen Daniel Bösch, und musste im fünften Gang wieder einen Gestellten (Raphael Zwyssig) hinnehmen.

Meine Prognose für den Kilchberger Schwinget sehen für Christoph günstig aus. Zwar hat er in den zehn Kranzfesten mal einen kleinen Hänger hingelegt, und kam zuletzt zweimal nicht über einen fünften Platz hinaus.
Dennoch gebe ich ihm von meinen fünf beobachteten Schwingern die grössten Chancen, am Kilchberger zu reüssieren.
Warum? Ganz einfach, weil er’s drauf hat, Wenger diese Saison schon mal bezwang und gegen Sempach bereits schon dreimal stellte. Zudem: Wenn einige ganz böse Berner nicht unbedingt einen guten Tag einziehen, und für Christoph alles nach Plan läuft, liegt durchaus der Sieg drin.


Stefan Burkhalter:

Der 40-jährige Turnerschwinger belegt mit 21 Punkten Platz 14 in der SCHLUSSGANG-Wertung. Der Thurgauer erschwang sich in dieser Saison acht Kränze, und ist hinter Daniel Bösch (Platz 3) und Arnold Forrer (Platz 12) in dieser Wertung der drittbeste Nordostschweizer.

Von der Kranzausbeute und von den Rangierungen her war das für Stefan ein gutes bis sehr gutes Sportjahr. Er gewann zwar kein Kranzfest und stand auch an keinem im Schlussgang.
Wenn man aber bedenkt, dass „Burki“ wahrscheinlich einer der ältesten noch aktiven Schwinger ist, sind seine Ergebnisse umso bemerkenswerter. Meines Wissens holte sich der Landwirt nur an einem angetretenen Kranzfest nicht den Kranz, nämlich beim St. Galler Kantonalen. Wie er mir aber damals (Ende Mai) mitteilte, war er vor jenem Fest von Donnerstag bis Samstag krank.

Weiter besiegte Stefan bei den acht gewerteten Kranzfesten, an welchen er den Kranz gewann, sieben Eidgenossen. Genau gleich viele wie beispielsweise Philipp Laimbacher.

Burkhalter konnte seine Saison beschwerdefrei in Angriff nehmen. Anfangs April sagte er mir dazu folgendes: „Meine Vorbereitung begann anfangs Dezember. Sie verlief sehr motiviert und unfallfrei.“
Mit den Rängen 3, 7, 8, 5, 5, 4, 5, und 3 beeindruckte der Homburger bei den besagten acht Kranzfesten mit tollen Leistungen und Konstanz.

Einen richtigen Durchhänger konnte man diese Saison bei Stefan nicht wirklich beobachten. Einzig beim erwähnten St. Galler Kantonalen, wo er allerdings vorher krank war, und beim Bündner-Glarner (letzter Kranzrang) zeigte der konditionell starke Schwinger eine mässige Leistung.

Je länger die Saison lief, je bessere Leistungen zeigte der „Schwing-Oldie“. Der Reihe nach trat er nach den ersten Kantonalfesten am NOS, als Gast beim Innerschweizerischen, auf der Rigi, auf dem Brünig und auf der Schwägalp an. Jedes Mal holte er mit einer tollen Leistung den Kranz und war gar auf der Rigi (zusammen mit Forrer) und auf dem Brünig bester NOS-Schwinger.
Zuletzt auf der Schwägalp, in NOS-Landen, hatte Stefan wie schon die gesamte Saison, ein richtig starkes Notenblatt. Zugeteilt wurden ihm vier Eidgenossen, darunter kein geringerer als der spätere Sieger, Mario Thürig. Diesen bodigte „Burki“ im vierten Gang, und band ihn kurzzeitig ein wenig zurück.

Am eigenen Teilverbandsfest, beim Nordostschweizerischen in Wigoltingen TG, nicht weit von seinem Wohnort entfernt, schwang Stefan gegen drei Eidgenossen. Zudem wurden ihm dort gleich vier Gäste vorgesetzt, darunter auch Philipp Laimbacher. Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass der Thurgauer am Abend hinter Gnägi wohl das zweithärteste Notenblatt aufwies.

Burkhalter bewies vor allem gegen Ende der Kranzfestsaison, dass auf ihn Verlass ist, und er meist einer der besten NOS-Cracks war.

Eine Prognose für den Kilchberger Schwinget? Sicher, eine kleine Chance ist auch bei Stefan Burkhalter vorhanden, den Sieg davon zu tragen. Trotzdem dürfte es für ihn schwierig werden, da er mit seinen 40 Lenzen eigentlich den Zenit überschritten hat… Diese Saison strafte er uns deswegen aber Lügen, und wegen seines konsequenten und harten Trainings zeigte er nie eine konditionelle Schwäche.
Aber zum Kilchberger Sieg reicht es wohl nur einem absoluten Spitzencrack, wie Sempach, Wenger oder Stucki. Allenfalls noch Bösch, Bieri oder mit Aussenseiter-Chancen Philipp Laimbacher und Florian Gnägi. Ich traue Stefan zwar einen weiteren Exploit zu, aber für den Tagessieg wird es wohl nicht reichen.
Den einen oder anderen Spitzenschwinger wird und kann Burkhalter aber dennoch ärgern.


Michael Nydegger:

Der Freiburger hatte gar keine einfache Saison, und musste diese verletzungsbedingt kürzlich beenden. Michael holte sich im laufenden Jahr zwei Kränze, und belegt derzeit Rang 86 der Jahrespunkteliste (5 Punkte).

Eine Kranzfest-Bilanz zu ziehen wie bei den anderen vier Schwingern ist deshalb nicht ganz fair. Dass mehr drin gelegen wäre zeigt die Kranzausbeute von letztem Jahr, als Ende Saison sechs Kränze auf seinem Konto standen.

Der Frühling lief ganz gut, und bei seinem ersten Kranzfest der Saison, dem Neuenburger Kantonalen (25. Mai), schwang Michael Nydegger mit dem Tagessieg sogar oben aus. Im Schlussgang bodigte er Samuel Dind mit einem Kurz, und errang so seinen sechsten Kranzfestsieg.
Eine Woche später trat der Sennenschwinger beim Luzerner Kantonalen in Ruswil als Gast an, und ergatterte sich wie Philipp Laimbacher im letzten Kranzrang das begehrte Eichenlaub.
Wenn ich mich nicht irre, ist dies in diesem Jahr der einzige Kranz eines Südwestschweizers ausserhalb ihres Verbandsgebietes…

Der im Oktober 29-jahre alt werdende Maschinenbauingenieur, der momentan einzige aktive Südwestschweizer Eidgenosse, erklärte mir am 4. Juli bei einem Telefoninterview, dass seine Saisonvorbereitung ganz optimal verlief. Michael legte im Wintertraining ein Augenmerk auf die technischen Aspekte, und war guter Dinge bei Saisonbeginn.
Auf die Frage, wie er seinen momentan Formstand einschätze, erklärte mir Nydegger: „Rein körperlich bin ich tipptopp „zwäg“, und schwingerisch bin ich gut drauf. Ich kämpfe aber mit kleinen Blessuren, wegen denen ich auch schon ab und zu ein Training auslassen musste. Ich bin aber im Grossen und Ganzen zufrieden.“

Wegen diesen Blessuren nahm Michael, welcher in Oberschrot wohnt, am 6. Juli nicht am Innerschweizerischen Schwingfest teil. Stattdessen reiste er an jenem Tag nach Saint-Martin und trat beim Walliser Kantonalen an. Dort verpasste er den angestrebten Kranz leider um einen Viertelpunkt.
Eine Woche später wäre das Südwestschweizerische Teilverbandsfest (in Savièse) auf dem Programm gestanden. Der für den Schwingklub Sense schwingende Athlet musste aber leider absagen.

Am 23. Juli telefonierte ich letztmals mit Nydegger. Damals erzählte mir der 42-fache Kranzgewinner, dass er Probleme mit der Leiste habe, dies in einer Sportklinik abklären lasse und vor dem Abbruch der Saison stehe.
Wie schon erwähnt, hat der Oberschroter seine Saison inzwischen beendet. Die Abklärungen ergaben, dass es sich um eine Schambein-Verletzung handelt, welche ihn schon länger behindert.
An dieser Stelle wünsche ich Michael gute Genesung und eine erfolgreiche Rückkehr auf die Schwingplätze im nächsten Jahr.

In der zweiten Tranche blickte ich auf die Kranzfest-Bilanz von Christoph, Stefan und Michael.
Mit Ausnahme von Michael Nydegger können die anderen vier Schwinger am 7. September am Saisonfinale, beim Kilchberger Schwinget, antreten. Ich habe auch meine Einschätzung dazu abgegeben, und hoffe insgeheim, dass der eine oder andere Schwinger über sich hinauswächst.

Für mich war es schon auf dem Brünig (wo ich „live“ dabei war) eine Riesenfreude, als drei von meinen beobachteten Schwingern (Glarner, Laimbacher und Burkhalter) sehr gute Leistungen ablieferten und der eine (Glarner) gar im Schlussgang stand. Ähnliches erhoffe ich mir für Kilchberg, wo ich nun auch definitiv dabei sein kann.

Mit diesem und dem letzten Blogbeitrag habe ich eigentlich nicht nur eine Kranzfest-Bilanz gezogen, sondern gleich auch eine Bilanz der Saison für die fünf Schwinger. Denn am 7. September endet mit dem „Sahnehäubchen“ mein Schwingprojekt 2014.
In der Woche vor dem „Kilchberger“ werde ich für das Schwingprojekt die fünf Schwinger mit einem sechsten und letzten Frageblock konfrontieren.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

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