Schwingprojekt 2014: Die Woche vor dem Kilchberger Schwinget, Teil 1 mit Philipp Laimbacher und Christoph Bieri

Nun geht’s mit Riesenschritten zum Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget. Wie der SCHLUSSGANG in seiner Ausgabe von letzter Woche feststellt, kümmern sich die Medien im Vergleich zum Eidgenössichen vor einem Jahr nur sehr spärlich um diesen Anlass. Eine Pressekonferenz musste wegen mangelndem Interesse gar abgesagt werden. Wieso das so ist, kann man nur erahnen. Es hat aber auch viel mit den Werbepartnern zu tun, welche vor dem ESAF „die halben Zeitungen“ zupflasterten. Kein Wunder, sind diese Zeitungen dann auch auf den Anlass aufgesprungen…

Diesmal ist das anders. Obwohl die 60 besten Schwinger des Landes sich an einem Schwingfest messen dürfen, ist das Medienecho bisher eher klein. Jedoch: Ab Montag nahm das Interesse etwas zu. So bringt beispielsweise der BLICK täglich eine kleine Vorschauserie.

Meine Wenigkeit lässt sich aber wegen dem relativ kleinen Interesse der Schweizer Presselandschaft nicht irritieren und läutet voll Begeisterung die letzte Runde meines Schwingprojektes 2014 ein. Mit dem sechsten und letzten Frageblock an „meine“ fünf Schwinger schliesse ich diese Woche mein Schwingprojekt 2014 ab. Deshalb lautet die letzte Frage denn auch: „Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?“.


Philipp Laimbacher:

Philipp erwischte ich am Montagabend als Ersten und nach kurzem Smalltalk stellte ich ihm meine sechs Fragen.

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Ich mache eine normale Vorbereitung, wie auf ein anderes Fest auch. Dabei gibt es eigentlich keine speziellen Dinge, was ich sonst nicht auch machen würde.

Von Montag bis Mittwoch trainiere ich, und absolviere während diesen drei Tagen je ein Schwingtraining, ein Schnelltraining und noch eine bis zwei lockere Trainingseinheiten.
Am Donnerstagabend arbeite ich. Eventuell trainiere ich am Freitag nochmals.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Meine körperliche Verfassung ist gut, die Freude ist vorhanden. Aber mir etwas auszurechnen ist schwierig. Es kommt sicher auf die Einteilung und die Tagesform an. Zudem ist der Kilchberger Schwinget mit nur 60 Teilnehmern (als Vergleich: am Unspunnen Schwinget dürfen 120 Schwinger antreten) für uns Schwinger der härteste Wettkampf. Schön wäre es, vorne mitmischen zu können.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
Philipp überlegt kurz. „Meine Taktik ist eigentlich die gleiche wie bei einem anderen Kranzfest, obwohl es beim Kilchberger keine Kränze gibt. Nämlich: Auf Angriff schwingen und einen vorderen Rang erreichen. Wenn ich zudem einem Teamkamerad helfen kann, dann tue ich das gerne.“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Wir vom ISV absolvierten zwei Schwingtrainings, wo alle anwesend waren, auch die Ersatzschwinger. Es sind momentan alle selektionierten Schwinger fit, und es rutscht kein Ersatzschwinger nach.

Am letzten Donnerstag verbrachten wir zudem einen gemeinsamen Abend. Erst hatten wir Medientermine und anschliessend gingen wir zusammen Nachtessen.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„Schwierige Frage. Die Favoriten sind sicher die Berner, mit Sempach, Stucki, Wenger und Gnägi. Es wird über sie laufen. Wir Innerschweizer können ihnen höchstens die Suppe versalzen, und sind nicht die Favoriten. Das kann auch ein Vorteil sein.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es war für mich interessant. Dabei gab es interessante Fragen, wie beispielsweise über die Vorbereitung und die Ernährung sowie das Abhandeln von verschiedenen Themen, welche für die Leser sicher auch spannend waren. Dazu der Vergleich mit anderen Schwingern. Zudem war es eine angenehme Zusammenarbeit.“


Christoph Bieri:

Christoph war der zweite, welcher mir Red und Antwort stand. Er rief mich nach seinem Training am Montagabend an.

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Diese Woche absolviere ich zwei bis drei Trainingseinheiten im Kraftraum. Ich mache Krafttraining und trainiere Spritzigkeit. Schwingtraining steht keines auf dem Programm.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Das Gefühl ist gut, die Vorfreude ist da. Die Vorfreude kam jedoch später als vor dem Eidgenössischen Schwingfest. Dies hat sicher damit zu tun, dass die Medienpräsenz vor dem Kilchberger nicht so riesig ist wie vor dem ESAF.

Vor sechs Jahren habe ich dreimal gewonnen und dreimal verloren. Wenn ich einen guten Start erwische, liegt einiges drin, wie beispielsweise beim Weissenstein Schwinget. Dort hatte ich einen sehr guten Tag.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Bis jetzt noch nicht, am Freitag oder Samstag überlege ich mir eventuell eine Taktik. Es gibt eigentlich nur den Sieg, da es an diesem Fest keine Kränze gibt.

Ich werde sicher eine offensivere Schwingweise als an einem Kranzfest wählen, mit Tendenz mehr auf Sieg zu schwingen.
Bis auf Wenger, Sempach oder Stucki können die anderen an diesem Fest eigentlich nur gewinnen.“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Es gab nichts Spezielles. Die für den Kilchberger Schwinget selektionierten Schwinger haben sich nie separat getroffen. Wir hatten im Winter bereits schon mit dem gesamten NWS-Team einen Zusammenzug, seither haben wir uns zwei- oder dreimal zum gemeinsamen Training getroffen. Der letzte Zusammenzug war am Montag vor dem Schwägalp Schwinget. Vor dem ESAF gab es übrigens mehr Team-Zusammenzüge als nun vor dem Kilchberger.

Es sind, Stand heute, alle selektionierten Schwinger fit.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„So wie er auftritt und schwingt, ist dies in meinen Augen Matthias Sempach. Aber auch Stucki ist ein Kronfavorit. Sein Auftritt auf dem Brünig hat mich sehr beeindruckt. Wenn Chrigel einen guten Tag erwischt, ist er gleich stark wie Matthias.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es war interessant. Die Häufigkeit der Fragestellungen hat für mich gestimmt und es war angenehm. Zudem war’s interessant zu lesen, was die anderen vier zu den gleichen Fragen gesagt haben. Es hat Spass gemacht!“

Es hat auch mir Spass gemacht, mich mit den fünf Schwingern sechs Mal auszutauschen und sie über verschiedene Aspekte zu befragen.
Zudem tut es gut, zu hören, dass mein Projekt auch für die Schwinger interessant war und dass wir eine angenehme Zusammenarbeit hatten.

Im zweiten Teil, welcher in den kommenden Tagen aufgeschaltet wird, erfahren wir „Die Woche vor dem Kilchberger Schwinget“ von Matthias Glarner, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger