Schwingprojekt 2014: Die Woche vor dem Kilchberger Schwinget, Teil 2 mit Matthias Glarner, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger

Teil 2 der „Woche vor dem Kilchberger Schwinget“ steht an. Beim ersten Teil waren Philipp und Christoph an der Reihe. Und wie es der Zufall so will: Die beiden dürfen am Sonntagmorgen beim ersten Gang gleich gegeneinander antreten
Heute sind nun die Aussagen von Matthias, Stefan und Michael zu lesen.

Ich telefonierte für gewöhnlich die fünf Schwinger durch. Wenn ich Glück hatte, erwischte ich aufs Mal gleich zwei von ihnen.
Was ich aber rückblickend dazu sagen kann: Wenn sie mal nicht erreichbar waren und meine Nummer auf ihren Displays sahen, riefen sie mich meistens innerhalb von 24 Stunden zurück. Nachlaufen musste ich nie einem Schwinger. Da darf ich allen fünf ein grosses Kränzchen winden. Denn diese fünf Herren sind alles Spitzenschwinger, gehen nebenbei praktisch zu hundert Prozent einer Arbeit nach und haben mit Trainings, Wettkämpfen und Sponsorenterminen weiss Gott viel um die Ohren.


Matthias Glarner:

In breitestem Berner Oberländer-Dialekt fragte mich Matthias jeweils am Anfang des Gespräches: „Wiä geits?“ Gut, meinte ich dann. Man hat ja auch nicht jeden Tag einen der fünf besten Berner Schwinger am Telefon!

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Diese Woche absolviere ich zwei Schwingtrainings, ein Krafttraining und ein Ausdauertraining. Das ist alles. Am Samstag kommt die Vorbereitung, welche ich vor jedem Schwingfest mache. Nämlich ein etwa halbstündiges Aktivierungstraining.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Ich habe ein sehr gutes Gefühl und freue mich darauf. Ich werde von Gang zu Gang schauen. Wenn ich hinterher sagen kann, dass ich bei jedem Gang jeweils das Maximum gab, bin ich sehr zufrieden.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Eigentlich nicht gross. Wie schon bei Frage zwei erwähnt, werde ich von Gang zu Gang schauen.
Beim letzten Kilchberger Schwinget gewann ich vor dem Mittag drei Gänge, verlor jedoch am Nachmittag dreimal. Ich will es diesmal besser machen.“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Wir hatten mit den selektionierten Berner Schwingern zwei Zusammenzüge. Dabei wurde bei den Schwingtrainings auf eine hohe Qualität und auf eine hohe Intensität geschaut.
Des Weiteren legten wir einen Augenmerk auf die Teambildung und den Teamspirit und sagten uns: „Wir sind alles Berner!“
Soviel ich weiss, kann jeder selektionierte Schwinger am Sonntag antreten.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„Schwierig, denn es gibt mehrere Favoriten. Du kannst dabei die ersten fünf der Jahreswertung des SCHLUSSGANG‘s nehmen. Dazu noch den einen oder anderen Innerschweizer (Philipp Laimbacher, Christian Schuler, Andreas Ulrich) und einige andere noch (zum Beispiel Arnold Forrer).“
Ich sagte Matthias, dass er für mich auch ein Favorit ist. Er meinte dazu: „Ich gehöre wohl zu den ‚einige andere noch‘.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es war eine spannende Sache mit sehr guten und positiven Fragen. Zudem war es gut, dass du (gemeint ist der Schreibende) auch eine Ahnung vom Schwingen hast. Daraus gab es spannende Berichte, die ich immer gerne las.“


Stefan Burkhalter:

Nach dem Wählen von Stefan’s Nummer erklang erst immer ein rassiger Musiktitel, bevor er entweder selber abnahm oder ich bei der Combox landete. Ich kann mir gut vorstellen, dass „Burki“ mit diesem Song im Ohr des Öfteren trainiert.

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Gleich wie immer, ich mache nichts anderes.
Am Montag absolviere ich ein intensives Schwingtraining, am Dienstag ein Krafttraining und am Mittwoch mache ich Kondition.
Am Samstag aktiviere ich während gut 30 Minuten meine Muskeln.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Ich habe ein gutes Gefühl. Mein Ziel ist es, unter die ersten fünf zu kommen. Das wäre super.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Nein, ich bereite mich so vor, wie wenn das NOS, das Innerschweizerische, der Brünig oder der Schwägalp Schwinget anstehen würden.
Es bringt gar nichts, vorher gross zu schauen. Es kommt eh anders!“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Es gab nichts Spezielles. Wir hatten mit den selektionierten NOS-Schwingern einen Zusammenzug und machten intensives Schwingtraining. Dazu hielten wir eine Besprechung ab. Dabei ging es um den Ablauf des Anlasses, um pünktliches Erscheinen, wo wir uns treffen und wo wir für den Einzug einstehen müssen.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„Keiner. Es hatte jeder in dieser Saison mal einen Hänger drin, zudem stach keiner heraus. Von den 60 Schwingern können am Sonntag 40 gewinnen.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es hat mich gefreut, dass ich dabei sein konnte und dir eine Freude machte.“


Michael Nydegger:

Michael fragte ich bei der ersten Frage etwas anderes, da er bekanntlich nicht am Kilchberger Schwinget teilnehmen kann. Zudem habe ich aus dem gleichen Grund die Fragen zwei und drei etwas modifiziert.
Die Frage vier habe ich deshalb umformuliert, da mir Nydegger beim Frageblock fünf im Juli erzählte, dass sein SWS-Teilverband keine gemeinsame Trainingszusammenzüge vor dem Saisonhöhepunkt plane.

Frage 1: Wie geht es dir? Wie sieht der Heilungsverlauf deiner Verletzung aus? Wann kannst du wieder mit Schwingtraining beginnen?
„Heute war ich zur Kontrolle beim Arzt. Am Anfang verlief die Heilung meiner Schambein-Verletzung nur schleppend. Die letzten zweieinhalb Wochen war die Genesung aber gut verlaufen. Ich bin auch langsam froh, dass es zu einer Besserung kommt.

Statt einer Operation gab es intensive Therapie. Einerseits Physiotherapie und Osteopathie, andererseits zuhause Aufbautraining.

Ich muss noch warten, bis ich wieder mit dem eigentlichen Training beginnen kann. Wenn’s dann mal soweit ist, starte ich mit Krafttraining. Dann geht es weiter mit Aufbau- und später mit Schwingtraining.

Ich weiss noch nicht, ob ich bereits am Frühling wieder an Schwingfesten teilnehmen kann.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir für das SWS-Team aus?
„Ich bin sehr gespannt, und werde vor Ort als Zuschauer anwesend sein. Ich freue mich darauf!

Es wird sicher hart für meine Teamkollegen, es wird aber auch für die anderen hart. Auch wenn sie nicht zu den Besten gehören: Der eine oder andere könnte über sich hinauswachsen. Zudem: Sechs Gänge schwingen zu können ist nicht unmöglich.“

Frage 3: Was meinst du, haben deine Kollegen für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Ich weiss nicht, ob sie sich eine Taktik zurecht legen. Denn ich habe nicht mit ihnen darüber gesprochen.

Eine Taktik zu haben ist sicher gut. Sie sollte aber nicht zu stark im Vordergrund stehen. Man muss von Gang zu Gang schauen, und den Fokus auf den ersten Gang legen. So würde ich es auf alle Fälle machen.“

Frage 4: Du hast mir mal gesagt, dass es bei euch keine Teamvorbereitung gibt. War dem auch so? Oder haben sich die Athleten dennoch zusammen getan?
„Ich weiss nicht, ob es einen Zusammenzug gab. Vielleicht haben sich die Athleten zusammen getan, es entzieht sich aber meiner Kenntnis.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
Michael überlegt erst. „Das ist eine sehr interessante Frage. Es gab nämlich noch selten so viele Topfavoriten vor einem Fest mit eidgenössischen Charakter.
Vor dem ESAF war Matthias Sempach vorne raus. Letztes Jahr war er Topfavorit.
Sicher gehört Sempach wieder zu den Favoriten. Aber auch andere Berner, wie Gnägi, der vorne mitschwingen kann. Arnold Forrer schliesse ich aus.
Meine heissesten Favoriten sind Wenger und Sempach. Ich könnte mir vorstellen, dass es einer von den beiden ist.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Am Anfang ziehe ich mich bei solchen Sachen für gewöhnlich eher zurück. Es gibt Sportjournalisten, die haben vom Schwingen keine Ahnung. Dieses Mal war es schon anders, du stelltest spezifische Fragen zum Schwingen. Zudem bist du ein angenehmer Typ. Du hast auch das geschrieben, was ich gesagt habe.
Es hat Spass gemacht, und es war interessant, was die anderen gesagt haben. Es waren schon Unterschiede herauszulesen.“

Nun sind wir endgültig am Schluss meines Schwingprojektes 2014 angelangt, welches seinen Anfang im April dieses Jahres nahm. Genauer gesagt beim Joggen am 29. März. Ich schrieb an jenem Samstag einige Schwinger mit den folgenden Worten an:
„Heute Morgen hatte ich beim Joggen die Idee, acht Spitzenschwinger von heute bis zum Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget, zu begleiten, und darüber in meinem Blog zu berichten.“

Am Anfang hatte ich nicht im Sinn, von jedem Teilverband einen Schwinger auszuwählen. Dies ergab sich nach und nach. Zudem musste ich auch feststellen, dass man an Schwingerkönige nicht ohne weiteres rankommt. Dies ist auch gut so, sonst würden diese Athleten vor lauter Terminen und Anfragen regelrecht erdrückt. Mein Entscheid, Topschwinger aber nicht Könige zu nehmen, erwies sich im Nachhinein als goldrichtig.

Mir hat dieses Projekt viel Spass und Freude bereitet, und der Kontakt mit diesen fünf Spitzensportlern war eine richtige Bereicherung. Ich erfuhr dabei sehr viel Interessantes, Spannendes und Wissenswertes.

Ich möchte deshalb an dieser Stelle den fünf Schwingern Philipp Laimbacher, Matthias Glarner, Christoph Bieri, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger meinen herzlichen Dank für ihr Mitmachen aussprechen! Ich wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg sowie Freude beim Ausüben ihres Lieblingssportes.

feldwaldwiesenbloggers Schwingkolumne

Was ich aber weiterführen möchte, ist meine Schwingkolumne. Da mir der Schwingsport richtiggehend ans Herz gewachsen ist, werde ich regelmässig meine Gedanken zu unserem Nationalsport darin zum Ausdruck bringen. Nächste Woche folgt bereits die nächste!

Ich könnte mir gut vorstellen, dass ich nächstes Jahr, wenn die Saison wieder beginnt, alle zwei Wochen eine Schwingkolumne aufschalten werde. Während der Winterpause wird es vermutlich alle vier Wochen eine Kolumne geben.

Da die Saison 2014 noch läuft, sicher aber langsam dem Ende zu bewegt, gibt es bis in den Oktober hinein im Zwei-Wochen-Rhythmus „feldwaldwiesenbloggers Schwingkolumne“.

Ich habe mich in dieser Saison dank und wegen dem Schwingprojekt so intensiv mit dem Schwingsport beschäftigt, wie eigentlich noch nie in meinem Leben. Wie ich das in Zukunft neben der erwähnten Kolumne handhaben will, lasse ich einstweilen offen. Vielleicht ergibt sich in der Winterpause das eine oder andere. Ich bin zudem offen für alles, was auf mich zukommt und freue mich auf neue Herausforderungen.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

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