Beim Schwingen naht der Saisonabschluss

schwingkolumne

Liebe Schwingsportfreunde und die, die es noch werden wollen!
Die Schwingsaison 2014 neigt sich langsam dem Ende zu. Es stehen noch vier Regionalschwingfeste an, dann ist dieses Schwingerjahr auch schon wieder Geschichte.

Für mich war das Jahr 2014 hinsichtlich Schwingen ganz besonders. Nicht nur, dass ich an so vielen Schwingfesten war wie noch nie in meinem Leben zuvor. Mein Schwingprojekt 2014 hielt mich vom Frühling bis hin zum Kilchberger Schwinget auf Trab und bescherte mir ganz schöne Kontakte und Begegnungen.

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(Bildquelle: feldwaldwiesenblog.ch)

Ich habe dabei viele interessante Gespräche geführt, las viel und erfuhr einiges über unseren Nationalsport. Meinen Blog „fütterte“ ich zudem nicht nur mit den Schwingprojekt-Texten. Dazu kamen auch Beiträge von meiner eigenen „Schwingkolumne“, welche mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen ist. Ich möchte sie nicht mehr missen.

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Den Höhepunkt meiner schwing-schreiberischen Tätigkeit ist vermutlich die Vorschau auf das Schwyzer Kantonale Schwingfest im Muotathal.
An diesem Text schrieb ich während mehrerer Wochen, und führte für den Beitrag einige interessante Interviews. Die Idee zu dieser Vorschau lieferte mir Schlussgangfilmer Jakob Niederberger.

Ein wenig bin ich auch auf mein Interview stolz, welches ich mit dem SCHLUSSGANG-Chefredaktor Manuel Röösli führen durfte. Dieses längere Interview brachte ich in drei Teil-Beiträgen.

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(Bildquelle: feldwaldwiesenblog.ch)

Und sonst? Zu kritisieren gibt es in meinen Augen nur ganz wenig, zu loben aber sehr viel. Die besuchten Feste waren alle tadellos organisiert. Wenn schon dann schon verdient Petrus wegen seinem misslichen Wetter an einigen Sommerfesten einen gehörigen Rüffel…

Der gezeigte Sport war sehr gut, teilweise sogar hervorragend. Die technischen und athletischen sowie konditionellen Fortschritte der Schwinger sind offensichtlich. Der Schwingsport ist schon längst ein Spitzensport geworden!

Wenn ich trotzdem meine leise Kritik loswerden dürfte: Ich würde meinen, dass man einige Speaker in die Pflicht nehmen müsste. Ich finde es manchmal haarsträubend, wie wenig die einen von sich geben. Gerade die Herren des gesprochenen Wortes hätten es in den Händen, an einem Schwingfest mit gezielten Informationen und Kommentare noch mehr Spannung reinzubringen.

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(Bildquelle: sinyizoupoetry.blogspot.com)

Unverständlich ist für mich ein Schwingerfreund, welcher mir anfangs Jahr beim Berchtold-Schwinget sagte, dass unser Muotathaler Speaker Hans Gwerder zu viel (!) spricht. Ich dachte mir sofort: Ist dieser Mann eigentlich noch bei Trost? Zu viel gesprochen haben soll „ds‘ Olgis Hans“?
Meine Wenigkeit ist nämlich ein Freund von guten Speakern, welche nicht nur Jodler- und Fahnenschwinger-Beiträge ankünden.

Besagter Hans Gwerder macht das jeweils ganz gut. Bei ihm ist man jederzeit bestens informiert. Nicht so bei einigen seiner Kollegen, welche das absolute Minimum an Sprechtätigkeit an den Tag legen, und es vielfach verpassen, die Spitzengänge anzupreisen.

Und damit komme ich zu einem weiteren Punkt, welcher mich allgemein ein bisschen nervt: Die geschriebene Information vor Ort. Für mich ist Schwingen nämlich längst schon ein Spitzensport geworden. Das sollte an so einem Anlass nebst dem ganzen Folklore-Teil, welcher selbstverständlich seinen berechtigten Platz hat, auch zu spüren sein. Dank Smartphones und Internet ist man inzwischen besser informiert, als die Zuschauer an einem Schwingfest. Das spricht doch Bände…

Wieso könnte an grösseren Schwingfesten nicht gleich die Notengebung an den entsprechenden Plätzen angezeigt werden? Wieso kann beispielsweise an einem Teilverbandsfest nicht die Zwischenrangliste an einer Grossleinwand eingeblendet werden? Diese Fränkli-Listen hätten wirklich langsam ausgedient…

Ich meine, das wären ja nur kleine kosmetische Verbesserungen an den sonst wirklich schönen Festen. Gehören diese alten Zöpfe wirklich noch zwingend dazu, wie das Amen in der Kirche? Ich meine nein, denn wir leben inzwischen im 21. Jahrhundert und nicht mehr irgendwo im Mittelalter.

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(Bildquelle: http://www.frankfurt-flyers.de)

Zwei weitere Kritikpunkte möchte ich zudem noch aufgreifen (wenn schon mal in Fahrt, dann richtig…): Einerseits das Kampfrichterwesen, und andererseits das Umgehen mit den Gästen. In der vergangenen Saison wurde einmal mehr beobachtet, dass umstrittene und schwache Kampfrichterleistungen den Unmut des Publikums auf sich zogen. Der SCHLUSSGANG nahm sich diesem Thema auch an, und liess dazu gestandene Kampfrichter zu Wort kommen. In meinen Augen wurde das Problem erkannt. Die Verantwortlichen nehmen sich dieser Sache sicher in der Winterpause an.
Aber: Als Verteidigung möchte ich anbringen, dass hinter Kampfrichtern auch „nur“ Menschen stecken, welche sich halt auch mal täuschen können („irren ist menschlich“).

Das zweite ist das Umgehen mit den Gästen. Ich hatte das Gefühl, diese Geschichte sei in den letzten Jahren massiv verbessert worden. Geradezu offensichtlich gab es in dieser Saison einige ganz böse Rückschritte zu beobachten. Stichwort „Florian Gnägi am NOS in Wigoltingen“, und beim geneigten Schwingfestbesucher klingeln einige (aber nicht alle) Glocken.
Wie dort Gnägi einteilungsmässig angepackt wurde, kann man einfach nicht mehr als fair bezeichnen. Demgegenüber stand die „samtene“ Einteilung von Daniel Bösch, dem Tages- und Seriensieger aus der Nordostschweiz.
Da kommt ja dann schon der Verdacht auf, dass man den Sieg unbedingt in seinen eigenen Reihen halten wollte…
Nun habe ich fertig mit Kritik!

Die Saison war lang, das Wetter im Frühling gut. Die Feste im Sommer ab und zu verregnet, aber nicht minder spannend. Dafür wurde die Schwingerfamilie beim Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget, mit beidem beschenkt: Mit einem Traumtag und Schwingsport der ersten Güteklasse.

Die schönsten Geschichten sind halt schon diejenigen, welche das Leben, und in diesem speziellen Fall das Schwingen, schreiben. Aber auch diese gehen irgendwann zu Ende, und so endet mein heutiger Beitrag hier.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

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