Sieben Fragen an die Stiftung Urwaldreservat Bödmeren

In meiner neuen Rubrik „Sieben Fragen an …“ befragte ich als zweite die Stiftung Urwaldreservat Bödmeren. Warum?
Nun, ich habe kürzlich bei einer längeren Autofahrt an möglichen Themen rund ums Muotathal studiert. Als Ergebnis ist unter anderem „der Urwald Bödmeren“ in meinem Gedächtnis gelandet.

Ich kann mich noch gut erinnern, als in meinen Jugendjahren der Bödmerenwald als „Urwald“ taxiert wurde. Böse Zungen behaupteten damals, dass dort erstens keine Elefanten anzutreffen seien und zweitens dieser Wald so wenig ein Urwald sei, wie in ihrem Garten Gold zu finden wäre.
Diese Sprüche sind in der Zwischenzeit verstummt.

Als ich nach der Autofahrt endlich wieder einen PC in die Finger kriegte, gab ich im Internet den Suchbegriff „Urwald Bödmeren“ ein. Sofort gelangte ich auf den Link zur Stiftung Urwaldreservat Bödmeren.

Auf der Homepage www.boedmeren.ch steht unter anderem: „Der Bödmerenwald liegt am Ende des Muotathals Richtung Pragelpass südlich des Bergenbodens. Im Westen wird das Gebiet durch die Alpen begrenzt. Im Süden schliesst das Chalbertal und im Osten das Karstgebiet der Twärenen (Silberen) den Bödmerenwald ab.“

Nach ein bisschen Studium auf der besagten Internetseite notierte ich mir sieben Fragen, welche ich an die Email-Adresse der Stiftung schickte.
Schon nach kürzester Zeit erhielt ich von Othmar Heinzer (Vizepräsident, Kassier und Webmaster) ausführliche und aufschlussreiche Antworten auf meine neugierigen Fragen.

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(Bildquelle: Klaus Auf der Maur)

Frage 1:
Wenn man auf Eurer Homepage www.boedmeren.ch etwas rumstöbert, fällt unter der Rubrik „Medien“ auf, dass seit 2008 kein Medienbeitrag mehr über das Urwald-Reservat Bödmeren gebracht wurde. Ist dies Zufall, mangelndes Interesse, kein Webmaster der die Internetseite „in Schuss hält“ oder gab es einfach nichts Interessantes zu berichten?

„Die Homepage wurde seinerzeit von mir initialisiert, und wird auch von mir betrieben. Ich muss leider zugeben, dass die Aktivitäten auf der Seite nicht sehr gross waren. Die Seite ist hauptsächlich da, um Interessierten die wichtigsten Informationen über das Reservat zu vermitteln, Kontakte zu unterstützen und Publikationen zur Verfügung zu stellen.
Zudem bestanden in der Projektphase unseres aktuellen Projekts „Besucherinformationen“ viele Unsicherheiten, und es haben sich wenige Informationen angeboten, welche auch publiziert werden konnten.
Im Rahmen des Projekts wird dann auch die Homepage neu aufgesetzt, und der Unterhalt wird neu definiert.“

Frage 2:
Gibt es denn zurzeit interessante Forschungs-Projekte im Urwald-Reservat? Wenn ja, welche?

„Im Rahmen des aktuellen Projektes ist eine Studie von Dr. Jan Wunder in Arbeit, welche die Waldverjüngung zum Thema hat. Gleichzeitig aber auch die bestehenden Studien bestätigt, dass im Bödmerenwald die ältesten Fichten Europas (fast 600 jährig) stehen.
Die Resultate dieser Studie werden ebenfalls im Themenweg und im Pavillon dokumentiert.“

Frage 3:
Wann wurde eigentlich die Stiftung Urwald-Reservat Bödmeren gegründet? Und: Auf wessen Initiative?

„1984 wurde auf Initiative von Walter Kälin sel. die Stiftung gegründet. Erste Gedanken in dieser Richtung hatten schon alt Kantonsförster Josef Schelbert sel., mit Professor Leibundgut von der ETH.
Das ursprünglich von der Oberallmeindkooperation OAK (als Grundeigentümerin) gepachtete Reservat umfasste 70 Hektaren. Im Jahr 2009 wurde zwischen dem Kanton Schwyz und der OAK ein erweitertes Natur- und Sonderwaldreservat von 550 Hektaren ausgeschieden.“

Frage 4:
Wann wurde dem besagten Wald das Prädikat „Urwald“ verliehen, und wieso eigentlich?

„Ursprünglich wurde der Bödmerenwald relativ willkürlich, jedoch auf Grund seiner Eigenart, „Urwald“ genannt.
Die Studie „Urwaldcharakteristiken des Bödmerenwaldes“ wurde 2006 publiziert, und von Walter Kälin initiiert. In dieser Studie werden einerseits die charakteristischen Urwald-Eigenschaften lokalisiert, und gleichzeitig die Informationen über die Nutzung übereinandergelegt. Damit wurden die Zonen mit deutlichen Urwaldcharakteristiken sichtbar gemacht. Siehe dazu auf folgendem Link: Urwaldcharakteristiken des Bödmerenwaldes – Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt.“

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(Bildquelle: Ernst Scagnet)

Frage 5:
Gibt es einen sogenannten „Mister (oder auch Misses) Urwald Bödmeren“, der oder die sich dort tipptopp auskennt und sehr viel darüber weiss?

„Felix Lüscher von der OAK Schwyz ist ein sehr fundierter Kenner des Reservats. Ebenfalls hat die erlebniswelt muotathal GmbH zertifizierte Gästeleiter, welche mit dem Thema sehr gut vertraut sind.“

Frage 6:
Werden eigentlich geführte Exkursionen im Urwald-Reservat Bödmeren angeboten? Wenn ja, wo oder bei wem muss ich mich melden, wenn ich an so einer geführten Exkursion teilnehmen möchte?

„Die erlebniswelt muotathal GmbH bietet Exkursionen im Bödmerenwald an. Wie bei Frage fünf erwähnt, mit ausgebildeten Gästeleitern.
Die OAK Schwyz macht ebenfalls jährlich eine bis zwei öffentliche Führungen, welche sehr beliebt sind. Die nächste Führung findet am 4. Oktober 2014 statt.
Pro Jahr nehmen ca. 1’000 Personen an Führungen der genannten Organisationen teil. Siehe dazu auch: Führung im und rund um das Waldreservat Bödmeren“.

Frage 7:
Last but not least: Zum Glück gibt es noch die Facebook-Seite „Urwaldreservat Bödmeren“. Denn dort habe ich aktuelle Infos und Einträge gefunden. Wird diese Seite auch von der Stiftung betrieben?
Auf der besagten Facebook-Seite habe ich gelesen, respektive aus einem geposteten Zeitungsartikel, dass ein Infozentrum und eine Urwaldspur rund ums Roggenstöckli gebaut wird. Wann soll dieser Pavillon fertig sein? Was dürfen die Besucher dort und auf der Urwaldspur erwarten?

„Nachdem jahrelang der Schwerpunkt auf Forschung ausgelegt war, hat sich die Stiftung entschlossen, ein Projekt für die Besucherlenkung zu starten. Der Pavillon ist zurzeit im Bau, der Rohbau wird noch dieses Jahr fertig gestellt. Die Eröffnung von Pavillon und Urwaldspur ist auf Mitte Juli 2015 geplant.
Der Pavillon beim unteren Roggenloch (vis-a-vis Alpwirtschaft Roggenloch) enthält eine hochwertige Ausstellung, und wichtige Informationen über den Bödermenwald sowie naheliegende Themen rund um den Wald.
Auf der Urwaldspur werden auf neun Posten verschiedene Themen im Zusammenhang mit dem Urwald nähergebracht. Gleichzeitig wird eine Broschüre mit Hinweisen zu allen neun Posten zur Verfügung gestellt.“

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(Bildquelle: Tobias Liechti)

Einen herzlichen Dank gebührt Othmar Heinzer für das Beantworten meiner sieben Fragen. Einstweilen ist mein Wissensdurst rund um das Urwaldreservat Bödmeren gestillt.

Zudem wird einem mit dem Infozentrum und der Urwaldspur rund ums Roggenstöckli unser „einheimischer Urwald“ in Bälde näher gebracht.
Meine Wenigkeit freut sich heute schon darauf, und wird nächstes Jahr mit Bestimmtheit mal die Witterung dieser Urwaldspur aufnehmen.

feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “Sieben Fragen an die Stiftung Urwaldreservat Bödmeren

  1. du hast hier bei weitem noch nicht alle Fakten erwähnt, die damals eine sehr grosse Rolle gespielt haben. Man hat dir nur Zucker um den Mund gestrichen. so long

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