Auf der Welt hat es so viele Krisenherde und wir leben hier im Paradies…

Paradies Schweiz
(Bildquelle: http://www.infoclio.ch)

Manchmal gerät man ob den furchtbaren Bildern aus der Tagesschau, der Presse oder aus dem Internet ins schiere verzweifeln. An so vielen Orten auf der Welt hat es Krisenherde: Der IS-Terror in Irak und Syrien, die Ebola-Katastrophe in Westafrika, die Ostukraine-Krise und weiteres Elend der Menschen in weiten Teilen von Nahost und Afrika.

Das Gegenteil hier bei uns in der Schweiz: Fast paradiesische Zustände und vielfach nur „Jammern auf höchstem Niveau“.
Ich frage mich dann jeweils: Soll ich nun ein schlechtes Gewissen haben, weil man das Glück hatte, hier geboren zu sein? Kann ich mich irgendwie einbringen, um das Elend der Welt ein wenig zu lindern? Soll ich einfach so leben, als gingen mich diese Krisenherde gar nichts an?

Ganz schwierige Fragen, ich weiss. Ein schlechtes Gewissen zu haben, nur weil man hier geboren wurde, ist sicher nicht angebracht. Was aber angebracht ist und wäre: Von meinem kleinen Reichtum ein wenig den Notleidenden abzugeben. Das tue ich meist in Form von kleinen Spenden an wohltätige Organisationen (zum Beispiel Fastenopfer, Ärzte ohne Grenzen). Aber mehr? Vielmehr habe ich bisher höchstens noch in meinem Blog getan, als ich in einzelnen Beiträgen gegen Missstände und Elend anschrieb.

Aber ist das genug? Bei dieser Frage bin ich nun wirklich ein wenig ratlos. Die Gefahr ist gross, dass ich kurz darüber sinniere und dann das ganze einfach wieder verdränge.
Kurze Antwort: Nein, es ist nicht genug. Es wäre wahrscheinlich meine Pflicht, mehr zu tun. Nur, was?

Auf saublöde Fragen, wie sie kürzlich Sandro Brotz in der Rundschau stellte, verzichte ich. Der Schlaumeier fragte nämlich den SVP-Mann Adrian Amstutz: „Würden Sie daheim einen syrischen Flüchtling aufnehmen – ja oder nein?“ Herr Amstutz kroch dem Rundschau-Mann auf den Leim, und antwortete schlicht und einfach: „Ja.“ Dabei wäre das Privatsache, und ginge Brotz einen feuchten Hollunder an. Aber so sind viele von diesen Fernsehleuten halt: Extrem linke Position und grosse Klappe, aber sicher kein Mitgefühl für die Notleidenden. Stattdessen elende Selbstdarsteller…

Nein, auf solche Dinge kann ich verzichten. Wie gesagt, ich bin immer noch am Überlegen, was ich neben Spenden noch tun könnte. Spontan fällt mir grad ein, dass ich mit meinem zweiten Hobby, dem Musizieren, auch einen Beitrag leisten könnte. Bei einem oder mehreren Auftritten gegen das Elend der Welt. Wo nebst Konzerten auf die Missstände hingewiesen werden könnte, und zugleich weitere Spendengelder sammeln.

Weitere Aktivitäten kommen mir hier im „Paradies“ nicht in den Sinn. Eine Reise in ein Krisengebiet scheidet aus. Da nütze ich nicht viel, denn an vielen Orten ist es brandgefährlich (Terror, Ebola).

Was ich aber dennoch ändern kann, ist meine Gesinnung hinsichtlich unserem Flüchtlingswesen. Bis anhin war ich der Meinung, dass die Schweiz genug tut. Inzwischen überzeugt mich das nicht mehr restlos. Es läge mehr Hilfe drin, auch vor Ort.

Ich sehe wohl die Probleme mit den kriminellen Asylsuchenden aus gewissen Ländern. Da sind ganz klar Missstände vorhanden. Diese müssen mit aller Härte bekämpft werden.
Aber: Die Schweiz hätte noch mehr Platz für echte Flüchtlinge. Für Flüchtlinge aus der zurzeit schlimmsten Krisenregion der Welt, Syrien und Irak. Hier müsste deutlich mehr getan werden.

Nur, wie? Direktflüge ins Krisengebiet, um einige von ihnen auszufliegen und ihnen hier Schutz zu geben? Wieso nicht. Als Schweizer und als Christ erwachte in mir zuletzt die Erkenntnis: Es ist einfach unsere Pflicht, so viel wie möglich für Mitmenschen in Not zu tun. Unkompliziert und ohne grosse Bürokratie.

Meine Überzeugung ging in letzter Zeit in die Richtung: Wenn schon Paradies, dann auch mit anderen ein Stück weit teilen. Die Schweiz könnte einige ausgewählte Flüchtlingsstätten (nicht Asylheime) vorbereiten und einigen armen und verfolgten Menschen für einige Zeit Zuflucht, Schutz und Nahrung bieten.

So könnten wir uns einbringen, um Elend lindern zu helfen. Weiter müssten wir nicht einfach so leben, als gingen uns diese Krisenherde gar nichts an. Das würde meine eingangs gestellten Gewissensbisse doch massiv beruhigen.
Und: Ich wäre mir auch nicht zu schade, ab und zu in so einer Flüchtlingsstätte auszuhelfen. Sei es beim Essen ausgeben oder halt mit dem, was ich am besten kann. Nämlich für die Flüchtlinge musizieren und ihnen dabei ein wenig Freude bereiten.

Ich bleibe aber trotz gutem Herzen auch Realist: Ist die Krise beispielsweise in Syrien/Irak vorbei, ist es auch unsere Pflicht, die hier aufgenommenen Flüchtlinge wieder heimzubegleiten.

Ich hoffe, meine heutigen Überlegungen bringen auch dich, lieber Leser, ein bisschen zum Nachdenken. Schön wäre es, wenn der Bund und die Kantone in meinem Sinne handeln würden.

feldwaldwiesenblogger

Schwingprojekt 2014: Die Woche vor dem Kilchberger Schwinget, Teil 2 mit Matthias Glarner, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger

Teil 2 der „Woche vor dem Kilchberger Schwinget“ steht an. Beim ersten Teil waren Philipp und Christoph an der Reihe. Und wie es der Zufall so will: Die beiden dürfen am Sonntagmorgen beim ersten Gang gleich gegeneinander antreten
Heute sind nun die Aussagen von Matthias, Stefan und Michael zu lesen.

Ich telefonierte für gewöhnlich die fünf Schwinger durch. Wenn ich Glück hatte, erwischte ich aufs Mal gleich zwei von ihnen.
Was ich aber rückblickend dazu sagen kann: Wenn sie mal nicht erreichbar waren und meine Nummer auf ihren Displays sahen, riefen sie mich meistens innerhalb von 24 Stunden zurück. Nachlaufen musste ich nie einem Schwinger. Da darf ich allen fünf ein grosses Kränzchen winden. Denn diese fünf Herren sind alles Spitzenschwinger, gehen nebenbei praktisch zu hundert Prozent einer Arbeit nach und haben mit Trainings, Wettkämpfen und Sponsorenterminen weiss Gott viel um die Ohren.


Matthias Glarner:

In breitestem Berner Oberländer-Dialekt fragte mich Matthias jeweils am Anfang des Gespräches: „Wiä geits?“ Gut, meinte ich dann. Man hat ja auch nicht jeden Tag einen der fünf besten Berner Schwinger am Telefon!

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Diese Woche absolviere ich zwei Schwingtrainings, ein Krafttraining und ein Ausdauertraining. Das ist alles. Am Samstag kommt die Vorbereitung, welche ich vor jedem Schwingfest mache. Nämlich ein etwa halbstündiges Aktivierungstraining.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Ich habe ein sehr gutes Gefühl und freue mich darauf. Ich werde von Gang zu Gang schauen. Wenn ich hinterher sagen kann, dass ich bei jedem Gang jeweils das Maximum gab, bin ich sehr zufrieden.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Eigentlich nicht gross. Wie schon bei Frage zwei erwähnt, werde ich von Gang zu Gang schauen.
Beim letzten Kilchberger Schwinget gewann ich vor dem Mittag drei Gänge, verlor jedoch am Nachmittag dreimal. Ich will es diesmal besser machen.“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Wir hatten mit den selektionierten Berner Schwingern zwei Zusammenzüge. Dabei wurde bei den Schwingtrainings auf eine hohe Qualität und auf eine hohe Intensität geschaut.
Des Weiteren legten wir einen Augenmerk auf die Teambildung und den Teamspirit und sagten uns: „Wir sind alles Berner!“
Soviel ich weiss, kann jeder selektionierte Schwinger am Sonntag antreten.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„Schwierig, denn es gibt mehrere Favoriten. Du kannst dabei die ersten fünf der Jahreswertung des SCHLUSSGANG‘s nehmen. Dazu noch den einen oder anderen Innerschweizer (Philipp Laimbacher, Christian Schuler, Andreas Ulrich) und einige andere noch (zum Beispiel Arnold Forrer).“
Ich sagte Matthias, dass er für mich auch ein Favorit ist. Er meinte dazu: „Ich gehöre wohl zu den ‚einige andere noch‘.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es war eine spannende Sache mit sehr guten und positiven Fragen. Zudem war es gut, dass du (gemeint ist der Schreibende) auch eine Ahnung vom Schwingen hast. Daraus gab es spannende Berichte, die ich immer gerne las.“


Stefan Burkhalter:

Nach dem Wählen von Stefan’s Nummer erklang erst immer ein rassiger Musiktitel, bevor er entweder selber abnahm oder ich bei der Combox landete. Ich kann mir gut vorstellen, dass „Burki“ mit diesem Song im Ohr des Öfteren trainiert.

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Gleich wie immer, ich mache nichts anderes.
Am Montag absolviere ich ein intensives Schwingtraining, am Dienstag ein Krafttraining und am Mittwoch mache ich Kondition.
Am Samstag aktiviere ich während gut 30 Minuten meine Muskeln.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Ich habe ein gutes Gefühl. Mein Ziel ist es, unter die ersten fünf zu kommen. Das wäre super.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Nein, ich bereite mich so vor, wie wenn das NOS, das Innerschweizerische, der Brünig oder der Schwägalp Schwinget anstehen würden.
Es bringt gar nichts, vorher gross zu schauen. Es kommt eh anders!“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Es gab nichts Spezielles. Wir hatten mit den selektionierten NOS-Schwingern einen Zusammenzug und machten intensives Schwingtraining. Dazu hielten wir eine Besprechung ab. Dabei ging es um den Ablauf des Anlasses, um pünktliches Erscheinen, wo wir uns treffen und wo wir für den Einzug einstehen müssen.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„Keiner. Es hatte jeder in dieser Saison mal einen Hänger drin, zudem stach keiner heraus. Von den 60 Schwingern können am Sonntag 40 gewinnen.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es hat mich gefreut, dass ich dabei sein konnte und dir eine Freude machte.“


Michael Nydegger:

Michael fragte ich bei der ersten Frage etwas anderes, da er bekanntlich nicht am Kilchberger Schwinget teilnehmen kann. Zudem habe ich aus dem gleichen Grund die Fragen zwei und drei etwas modifiziert.
Die Frage vier habe ich deshalb umformuliert, da mir Nydegger beim Frageblock fünf im Juli erzählte, dass sein SWS-Teilverband keine gemeinsame Trainingszusammenzüge vor dem Saisonhöhepunkt plane.

Frage 1: Wie geht es dir? Wie sieht der Heilungsverlauf deiner Verletzung aus? Wann kannst du wieder mit Schwingtraining beginnen?
„Heute war ich zur Kontrolle beim Arzt. Am Anfang verlief die Heilung meiner Schambein-Verletzung nur schleppend. Die letzten zweieinhalb Wochen war die Genesung aber gut verlaufen. Ich bin auch langsam froh, dass es zu einer Besserung kommt.

Statt einer Operation gab es intensive Therapie. Einerseits Physiotherapie und Osteopathie, andererseits zuhause Aufbautraining.

Ich muss noch warten, bis ich wieder mit dem eigentlichen Training beginnen kann. Wenn’s dann mal soweit ist, starte ich mit Krafttraining. Dann geht es weiter mit Aufbau- und später mit Schwingtraining.

Ich weiss noch nicht, ob ich bereits am Frühling wieder an Schwingfesten teilnehmen kann.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir für das SWS-Team aus?
„Ich bin sehr gespannt, und werde vor Ort als Zuschauer anwesend sein. Ich freue mich darauf!

Es wird sicher hart für meine Teamkollegen, es wird aber auch für die anderen hart. Auch wenn sie nicht zu den Besten gehören: Der eine oder andere könnte über sich hinauswachsen. Zudem: Sechs Gänge schwingen zu können ist nicht unmöglich.“

Frage 3: Was meinst du, haben deine Kollegen für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Ich weiss nicht, ob sie sich eine Taktik zurecht legen. Denn ich habe nicht mit ihnen darüber gesprochen.

Eine Taktik zu haben ist sicher gut. Sie sollte aber nicht zu stark im Vordergrund stehen. Man muss von Gang zu Gang schauen, und den Fokus auf den ersten Gang legen. So würde ich es auf alle Fälle machen.“

Frage 4: Du hast mir mal gesagt, dass es bei euch keine Teamvorbereitung gibt. War dem auch so? Oder haben sich die Athleten dennoch zusammen getan?
„Ich weiss nicht, ob es einen Zusammenzug gab. Vielleicht haben sich die Athleten zusammen getan, es entzieht sich aber meiner Kenntnis.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
Michael überlegt erst. „Das ist eine sehr interessante Frage. Es gab nämlich noch selten so viele Topfavoriten vor einem Fest mit eidgenössischen Charakter.
Vor dem ESAF war Matthias Sempach vorne raus. Letztes Jahr war er Topfavorit.
Sicher gehört Sempach wieder zu den Favoriten. Aber auch andere Berner, wie Gnägi, der vorne mitschwingen kann. Arnold Forrer schliesse ich aus.
Meine heissesten Favoriten sind Wenger und Sempach. Ich könnte mir vorstellen, dass es einer von den beiden ist.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Am Anfang ziehe ich mich bei solchen Sachen für gewöhnlich eher zurück. Es gibt Sportjournalisten, die haben vom Schwingen keine Ahnung. Dieses Mal war es schon anders, du stelltest spezifische Fragen zum Schwingen. Zudem bist du ein angenehmer Typ. Du hast auch das geschrieben, was ich gesagt habe.
Es hat Spass gemacht, und es war interessant, was die anderen gesagt haben. Es waren schon Unterschiede herauszulesen.“

Nun sind wir endgültig am Schluss meines Schwingprojektes 2014 angelangt, welches seinen Anfang im April dieses Jahres nahm. Genauer gesagt beim Joggen am 29. März. Ich schrieb an jenem Samstag einige Schwinger mit den folgenden Worten an:
„Heute Morgen hatte ich beim Joggen die Idee, acht Spitzenschwinger von heute bis zum Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget, zu begleiten, und darüber in meinem Blog zu berichten.“

Am Anfang hatte ich nicht im Sinn, von jedem Teilverband einen Schwinger auszuwählen. Dies ergab sich nach und nach. Zudem musste ich auch feststellen, dass man an Schwingerkönige nicht ohne weiteres rankommt. Dies ist auch gut so, sonst würden diese Athleten vor lauter Terminen und Anfragen regelrecht erdrückt. Mein Entscheid, Topschwinger aber nicht Könige zu nehmen, erwies sich im Nachhinein als goldrichtig.

Mir hat dieses Projekt viel Spass und Freude bereitet, und der Kontakt mit diesen fünf Spitzensportlern war eine richtige Bereicherung. Ich erfuhr dabei sehr viel Interessantes, Spannendes und Wissenswertes.

Ich möchte deshalb an dieser Stelle den fünf Schwingern Philipp Laimbacher, Matthias Glarner, Christoph Bieri, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger meinen herzlichen Dank für ihr Mitmachen aussprechen! Ich wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg sowie Freude beim Ausüben ihres Lieblingssportes.

feldwaldwiesenbloggers Schwingkolumne

Was ich aber weiterführen möchte, ist meine Schwingkolumne. Da mir der Schwingsport richtiggehend ans Herz gewachsen ist, werde ich regelmässig meine Gedanken zu unserem Nationalsport darin zum Ausdruck bringen. Nächste Woche folgt bereits die nächste!

Ich könnte mir gut vorstellen, dass ich nächstes Jahr, wenn die Saison wieder beginnt, alle zwei Wochen eine Schwingkolumne aufschalten werde. Während der Winterpause wird es vermutlich alle vier Wochen eine Kolumne geben.

Da die Saison 2014 noch läuft, sicher aber langsam dem Ende zu bewegt, gibt es bis in den Oktober hinein im Zwei-Wochen-Rhythmus „feldwaldwiesenbloggers Schwingkolumne“.

Ich habe mich in dieser Saison dank und wegen dem Schwingprojekt so intensiv mit dem Schwingsport beschäftigt, wie eigentlich noch nie in meinem Leben. Wie ich das in Zukunft neben der erwähnten Kolumne handhaben will, lasse ich einstweilen offen. Vielleicht ergibt sich in der Winterpause das eine oder andere. Ich bin zudem offen für alles, was auf mich zukommt und freue mich auf neue Herausforderungen.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

Schwingprojekt 2014: Die Woche vor dem Kilchberger Schwinget, Teil 1 mit Philipp Laimbacher und Christoph Bieri

Nun geht’s mit Riesenschritten zum Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget. Wie der SCHLUSSGANG in seiner Ausgabe von letzter Woche feststellt, kümmern sich die Medien im Vergleich zum Eidgenössichen vor einem Jahr nur sehr spärlich um diesen Anlass. Eine Pressekonferenz musste wegen mangelndem Interesse gar abgesagt werden. Wieso das so ist, kann man nur erahnen. Es hat aber auch viel mit den Werbepartnern zu tun, welche vor dem ESAF „die halben Zeitungen“ zupflasterten. Kein Wunder, sind diese Zeitungen dann auch auf den Anlass aufgesprungen…

Diesmal ist das anders. Obwohl die 60 besten Schwinger des Landes sich an einem Schwingfest messen dürfen, ist das Medienecho bisher eher klein. Jedoch: Ab Montag nahm das Interesse etwas zu. So bringt beispielsweise der BLICK täglich eine kleine Vorschauserie.

Meine Wenigkeit lässt sich aber wegen dem relativ kleinen Interesse der Schweizer Presselandschaft nicht irritieren und läutet voll Begeisterung die letzte Runde meines Schwingprojektes 2014 ein. Mit dem sechsten und letzten Frageblock an „meine“ fünf Schwinger schliesse ich diese Woche mein Schwingprojekt 2014 ab. Deshalb lautet die letzte Frage denn auch: „Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?“.


Philipp Laimbacher:

Philipp erwischte ich am Montagabend als Ersten und nach kurzem Smalltalk stellte ich ihm meine sechs Fragen.

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Ich mache eine normale Vorbereitung, wie auf ein anderes Fest auch. Dabei gibt es eigentlich keine speziellen Dinge, was ich sonst nicht auch machen würde.

Von Montag bis Mittwoch trainiere ich, und absolviere während diesen drei Tagen je ein Schwingtraining, ein Schnelltraining und noch eine bis zwei lockere Trainingseinheiten.
Am Donnerstagabend arbeite ich. Eventuell trainiere ich am Freitag nochmals.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Meine körperliche Verfassung ist gut, die Freude ist vorhanden. Aber mir etwas auszurechnen ist schwierig. Es kommt sicher auf die Einteilung und die Tagesform an. Zudem ist der Kilchberger Schwinget mit nur 60 Teilnehmern (als Vergleich: am Unspunnen Schwinget dürfen 120 Schwinger antreten) für uns Schwinger der härteste Wettkampf. Schön wäre es, vorne mitmischen zu können.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
Philipp überlegt kurz. „Meine Taktik ist eigentlich die gleiche wie bei einem anderen Kranzfest, obwohl es beim Kilchberger keine Kränze gibt. Nämlich: Auf Angriff schwingen und einen vorderen Rang erreichen. Wenn ich zudem einem Teamkamerad helfen kann, dann tue ich das gerne.“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Wir vom ISV absolvierten zwei Schwingtrainings, wo alle anwesend waren, auch die Ersatzschwinger. Es sind momentan alle selektionierten Schwinger fit, und es rutscht kein Ersatzschwinger nach.

Am letzten Donnerstag verbrachten wir zudem einen gemeinsamen Abend. Erst hatten wir Medientermine und anschliessend gingen wir zusammen Nachtessen.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„Schwierige Frage. Die Favoriten sind sicher die Berner, mit Sempach, Stucki, Wenger und Gnägi. Es wird über sie laufen. Wir Innerschweizer können ihnen höchstens die Suppe versalzen, und sind nicht die Favoriten. Das kann auch ein Vorteil sein.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es war für mich interessant. Dabei gab es interessante Fragen, wie beispielsweise über die Vorbereitung und die Ernährung sowie das Abhandeln von verschiedenen Themen, welche für die Leser sicher auch spannend waren. Dazu der Vergleich mit anderen Schwingern. Zudem war es eine angenehme Zusammenarbeit.“


Christoph Bieri:

Christoph war der zweite, welcher mir Red und Antwort stand. Er rief mich nach seinem Training am Montagabend an.

Frage 1: Wie sehen deine Vorbereitungen diese Woche noch aus?
„Diese Woche absolviere ich zwei bis drei Trainingseinheiten im Kraftraum. Ich mache Krafttraining und trainiere Spritzigkeit. Schwingtraining steht keines auf dem Programm.“

Frage 2: Wie ist dein Gefühl hinsichtlich des Kilchberger Schwingets? Was rechnest du dir aus?
„Das Gefühl ist gut, die Vorfreude ist da. Die Vorfreude kam jedoch später als vor dem Eidgenössischen Schwingfest. Dies hat sicher damit zu tun, dass die Medienpräsenz vor dem Kilchberger nicht so riesig ist wie vor dem ESAF.

Vor sechs Jahren habe ich dreimal gewonnen und dreimal verloren. Wenn ich einen guten Start erwische, liegt einiges drin, wie beispielsweise beim Weissenstein Schwinget. Dort hatte ich einen sehr guten Tag.“

Frage 3: Hast du dir für diesen Tag eine spezielle Taktik festgelegt?
„Bis jetzt noch nicht, am Freitag oder Samstag überlege ich mir eventuell eine Taktik. Es gibt eigentlich nur den Sieg, da es an diesem Fest keine Kränze gibt.

Ich werde sicher eine offensivere Schwingweise als an einem Kranzfest wählen, mit Tendenz mehr auf Sieg zu schwingen.
Bis auf Wenger, Sempach oder Stucki können die anderen an diesem Fest eigentlich nur gewinnen.“

Frage 4: Wie lief die Teamvorbereitung? Gab es dabei etwas Spezielles?
„Es gab nichts Spezielles. Die für den Kilchberger Schwinget selektionierten Schwinger haben sich nie separat getroffen. Wir hatten im Winter bereits schon mit dem gesamten NWS-Team einen Zusammenzug, seither haben wir uns zwei- oder dreimal zum gemeinsamen Training getroffen. Der letzte Zusammenzug war am Montag vor dem Schwägalp Schwinget. Vor dem ESAF gab es übrigens mehr Team-Zusammenzüge als nun vor dem Kilchberger.

Es sind, Stand heute, alle selektionierten Schwinger fit.“

Frage 5: Wer ist dein Topfavorit für den Kilchberger?
„So wie er auftritt und schwingt, ist dies in meinen Augen Matthias Sempach. Aber auch Stucki ist ein Kronfavorit. Sein Auftritt auf dem Brünig hat mich sehr beeindruckt. Wenn Chrigel einen guten Tag erwischt, ist er gleich stark wie Matthias.“

Frage 6: Dein Kommentar zum Abschluss meines Schwingprojektes 2014?
„Es war interessant. Die Häufigkeit der Fragestellungen hat für mich gestimmt und es war angenehm. Zudem war’s interessant zu lesen, was die anderen vier zu den gleichen Fragen gesagt haben. Es hat Spass gemacht!“

Es hat auch mir Spass gemacht, mich mit den fünf Schwingern sechs Mal auszutauschen und sie über verschiedene Aspekte zu befragen.
Zudem tut es gut, zu hören, dass mein Projekt auch für die Schwinger interessant war und dass wir eine angenehme Zusammenarbeit hatten.

Im zweiten Teil, welcher in den kommenden Tagen aufgeschaltet wird, erfahren wir „Die Woche vor dem Kilchberger Schwinget“ von Matthias Glarner, Stefan Burkhalter und Michael Nydegger.

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger