Sieben Fragen an Cornel Suter

Am 18. Dezember traf ich mich mit Cornel Suter im Café Ryser in Schwyz zum Interview. Ich hatte mich vorgängig mit sieben Frageblöcken vorbereitet und mich auf seiner Homepage cornelsuter.ch ein wenig informiert.
Cornel ist ein Muotathaler, dessen grosse Leidenschaft die Berge sind. Er ist so oft wie möglich draussen in der Natur, unternimmt im Winter Skitouren und im Sommer Bergtouren sowie Hochtouren. Der gelernte Bäcker-Konditor ist Mitglied beim SAC Mythen. Weiter muss ich Cornel an dieser Stelle nicht vorstellen, denn dies tut er bei seinen Antworten gleich selber.

Ecuador 2014,
Cornel Suter auf dem Cotopaxi (5897 Meter)
(Bildquelle: Cornel Suter)

Frage 1:
Auf deiner Homepage (www.cornelsuter.ch) schreibst du über dich, was du in deiner Freizeit machst, folgendes: „Z’Berg gah, z’Berg gah und nuäisch z’Berg gah!!!“
Wann hast du mit diesem sehr naturverbundenen Hobby begonnen, und was waren deine Beweggründe?
Was bedeutet für dich das Bergsteigen?
Wieviel Zeit pro Woche investierst du in deine intensive Freizeitbeschäftigung, aufgeteilt in Vorbereitung, Tour und Multimedia (Fotos samt Texten auf deine Homepage und Facebook stellen)?

Richtig angefangen habe ich anno 1988 mit elf Jahren, bei einer Bergtour auf den Chaiserstock (2515 Meter). Zusammen mit meinem Vater, Bernhard Gwerder und noch ein paar anderen Muotathalern.
Auf meine erste Skitour ging ich mit 15 Jahren. Von Lidernen auf den Blüemberg, und vom Blüemberg die Abfahrt ins Muotathal hinunter.

Meine Beweggründe: Ich bin draussen in der Natur aufgewachsen, in unserem schönen Tal und auf unserer Alp. Mich hat es immer in die Natur rausgezogen. Etwas Neues zu betrachten, zu erfahren wie es dort oben aussieht, oder wie es wohl an einem anderen Ort ist.
Früher ging ich viel Richtung Rupperslaui „z’Bärg“, da wir in der Nähe „z’Alp“ waren. Von dort sah ich Richtung Schärhorn und Chammlijoch samt Gletscher. Ich dachte mir immer: Irgendwann steht der Suter mal dort oben. Eines Tages war es so weit und ich war im Alter von etwa 30 Jahren auf dem Chammlijoch und dem Schärhorn.

Bergsteigen bedeutet für mich Freiheit, Erholung und etwas Neues entdecken. Wenn ich an einem Wochenende eine schöne Skitour gemacht habe, mit super Wetter und guten Verhältnissen bei der Abfahrt, zehre ich von dem noch ein paar Tage oder ein paar Wochen. Ich betrachte dann die schönen Bilder und versetze mich in diese Momente.
Man sieht immer etwas Schönes, zum Beispiel im Sommer auf Hochtouren einen schönen Sonnenaufgang.
Es ist ruhig, man ist mit den Bergen allein, manchmal ein richtiger „Wau“-Effekt.
Wenn man auf einem Berg oben ist, sieht man andere Berge, und überlegt sich: Soll ich diesen irgendwann auch besteigen? Dabei suche ich auch spezielle Aufstiege, abseits der gängigen Touren. Eine Route, die nicht jeder geht, und wo man alleine ist.

Betreffs Zeitinvestition pro Woche: Schwierig zu sagen. Ich investiere unter der Woche praktisch jeden Tag gut zwei Stunden in mein grosses Hobby. Am Wochenende, wenn das Wetter gut ist, bin ich draussen auf einer Tour. Wenn das Wetter mal nicht so gut ist, dann ruft die Homepage. Ich investiere schon relativ viel Zeit in meine Leidenschaft. Es sind so zwischen 20 bis 25 Stunden pro Woche. Dazu rechnen muss man auch den Anreiseweg.

Frage 2:
Du machst laut deiner Homepage im Sommer Bergtouren und Hochtouren. Zudem kletterst, und wanderst du. Im Winter sind es Skitouren und das Eisklettern.
Setzt du dir jeweils am Anfang einer Sommer- oder Wintersaison entsprechende Ziele?
Welche für dich wichtigen Touren hast du diesen Sommer unternommen?
Welche werden es im kommenden Winter sein?

Grundsätzlich mache ich mir nie Ziele bei den Hochtouren. Denn dies ist aus witterungsbedingten Gründen kaum machbar.
Bei den Skitouren setze ich mir schon Ziele, dieser und jener Berg zu besteigen. Weil es schon weniger anstrengend ist, denn es gibt nur den Aufstieg, die Abfahrt fährt man ja mit den Skiern.

Natürlich, für so eine Reise wie diesen Herbst nach Ecuador setzt man den Termin bereits schon ein Jahr vorher.

Ich nehme es aber meist spontan, so kommen oft die schönsten Touren.

Was wir uns für nächstes Jahr vorgenommen haben, ist eine Skitour auf drei Viertausender im Unterwallis, für welche wir drei Tage einplanen. Ich machte diese Tour bereits schon mal im Jahr 2009.

Meine beiden wichtigsten Touren diesen Sommer waren der Dom und der Nadelgrat. Der Dom (4545 Meter), der höchste Berg, welcher vollständig auf Schweizer Boden steht. Ich durfte bereits schon das zweite Mal oben stehen, das erste Mal vor ein paar Jahren. Zwei Tage später absolvierten wir den Nadelgrat mit vier Viertausendern, welche wir alle an einem Tag machen konnten. Dazu gehören das Dirruhorn (4035 Meter), Hobärghorn (4219 Meter), Stecknadelhorn (4241 Meter) und das Nadelhorn (4327 Meter). Wir hatten top Verhältnisse, bestes Wetter und stahlblauer Himmel mit hochnebelartiger Bewölkung bis etwa 3900 Meter hinauf.
Weitere schöne und interessante Touren waren die Besteigungen des Mönchs. Ich stand dieses Jahr vier Mal auf diesem Berg in den Berner Alpen. Zweimal ging ich über den Südwestgrat hinauf, zweimal über die Normalroute.

In diesem Winter nehme ich es eher spontan, je nach Wetter und Tourenpartner. Was sicher schön wäre, wäre die Besteigung des Aletschhorn, ein abgelegener Viertausender in der Jungfrauregion. Eine relativ lange Tour.

Nadelgrat
Nadelgrat
(Bildquelle: Cornel Suter)

Frage 3:
Auf deiner Visitenkarte steht: „Gerne würde ich meine Freude am Bergsteigen auch an Ihrem Anlass zeigen. Sei es nur vom Kilimanjaro (5895 Meter) oder mit anderen Touren kombiniert.“
Hast du deine Begeisterung am Bergsteigen schon an vielen Anlässen zeigen dürfen?
Was genau dürfen die Besucher von so einem Anlass erwarten?
Wann genau warst du auf dem Kilimanjaro?

Bis jetzt durfte ich das an vier Anlässen machen. Nämlich an einem Frühlingshock des SAC Mythen, bei der SAC Gotthard Ortsgruppe Pilatus, in der Bibliothek Muotathal und bei der Kantonalbank Schwyz.
Ich erzählte den Zuhörern von einer halben Stunde bis zwei Stunden über meine Touren, das Erlebte und was dabei alles passiert ist. Ich zeigte dabei ab einer DVD Filme sowie die schönsten Bilder, und kommentiere das Gezeigte.

Die nächsten Anlässe sind schon wieder in Planung. Der SAC Mythen möchte, dass ich nächstes Jahr wieder etwas an ihrem Frühlingshock erzähle.

Auf dem Kilimanjaro war ich am 3. März 2010. Ich war dort während gut zehn Tagen unterwegs, inklusive Flug und Akklimatisierung. Beim Aufstieg auf den Kilimanjaro sind es mehrere Etappen bis man auf dem Gipfel ist. Anschliessend machten wir in dieser Gegend noch eine Safari.

Frage 4:
Du bist erst grad kürzlich vom Bergsteigen mit einem Achter-Team in Ecuador (6. – 23. November) heimgekehrt. Ihr bestiegt dort den Illiniza Nordgipfel (5126 Meter), den Cotopaxi (5897 Meter) und den Chimborazo Veintimilla (6228 Meter).
Kannst du mir und meinen Lesern ein wenig von deinem Ecuador-Trip berichten?

Wir waren acht Personen, gingen privat ohne Schweizerführung oder Leitung. Mein Kollege Dominic Anthamatten organisierte diese Reise zusammen mit seiner Freundin.
Vorgängig informierten wir uns im Internet über die Berge, deren Beschaffenheit und den Schwierigkeitsgrad.
Das war eine sehr eindrückliche und interessante Reise. Man war dabei auf einem anderen Kontinent, in einem grossen Land, dass man vielleicht nur ein wenig vom TV her kennt. Die Leute sind dort arm, der Durchschnittslohn beträgt zwischen 400 und 500 Dollar.

Es gibt dort ein Indiostamm, welche die Touristen aufnehmen und gerecht auf die verschiedenen Familien verteilen. Diese Familien bieten in ihren Häusern Übernachtungsmöglichkeiten an, und stellen auch Bergführer. Denn dort ist es so, dass man für die Besteigung der Berge einen lokalen Führer haben muss.
Wir waren in einem Bergdorf auch bei so einer Familie untergebracht, und wohnten dort in einem einfachen Haus. Die Frau kochte für uns, und gab sich unglaubliche Mühe. Ihr Mann war ein lokaler Bergführer, und brachte uns auf den Imbabura (4263 Meter).

Vor Ort wird spanisch gesprochen. Mit Englisch kann man sich nur schwierig verständigen, in ländlichen Gegenden praktisch gar nicht. Dominic und seine Freundin können sehr gut spanisch, was für unsere Gruppe ein grosser Vorteil war.

Zuerst bestiegen wir die beiden Viertausender Fuya Fuya und Imbabura, sowie den Fünftausender Illiniza zum Akklimatisieren. Das Akklimatisieren ist für diese Höhe sehr wichtig.
Dabei hatten wir eigentlich immer Nebel, auch bei der Besteigung des Illiniza Nordgipfel. Das war mehr eine Nebelwanderung, was schon ein wenig auf aufs Gemüt schlug.
Die Besteigung des Cotopaxi war sehr eindrücklich und sehr emotional für mich. Es herrschte nämlich unglaublich gutes und sonniges Wetter, und auf dem Gipfel war es praktisch windstill. Die Emotionen gingen mit einem fast durch und es gab auch Tränen: „Wauw, man ist einmal hier oben!“. Der Berg weist eine wunderbare Form auf. Er ist nämlich ein Vulkan, welcher leicht aktiv ist. Man sah in den Krater hinunter, aus welchem Schwefeldämpfe empor stiegen. Diese Tour war ziemlich lang.
Die Besteigung des Cotopaxi fuhr bei mir viel mehr ein, als die Besteigung meines ersten Sechstausender, dem Chimborazo Veintimilla (6228 Meter).

Die Tour auf den Chimborazo war auch sehr eindrücklich „Wir starteten um Mitternacht, gingen sechs Stunden, und waren am Morgen um sieben Uhr auf dem Gipfel.
In einer Zweier-Seilschaft gingen wir Schritt für Schritt auf den Chimborazo. Ich hatte dabei einen 64-jährigen Mann am Seil. Nach ein paar Schritten legten wir jeweils einen Halt ein um zu verschnaufen, etwas zu trinken und die Aussicht zu geniessen. Auf dieser Höhe hat man es einfach verspielt, wenn man meint, dort schneller zu gehen. Den Chimborazo und den Cotopaxi kann man gut ohne Sauerstoff machen.

Wir legten zwischen den Bergtouren auch Erholungstage ein, wo wir mit den Menschen vor Ort in Kontakt kamen. Wir gingen auch in Thermen mit heissen Quellen, um zu entspannen und schwimmen. Die heissen Quellen werden von aktiven Vulkanen gespiesen.

Nach dem Bergsteigen besuchten wir die Galapagos-Inseln, zwei Flugstunden von Ecuador entfernt. Wir sahen dort viele verschiedene Tiere, wie Schildkröten, Seelöwen, kleinere Haien oder Seesterne.
Wir gingen auch im Meer schnorcheln, und erlebten traumhafte Sonnenuntergänge am Meer.

Ecuador 2014,
Krater des Cotopaxi
(Bildquelle: Cornel Suter)

Frage 5:
Du arbeitest zurzeit bei Strüby Holzbau in Seewen-Schwyz und hast ursprünglich mal Bäcker-Konditor gelernt.
Könntest du dir vorstellen, in Zukunft das Bergsteigen zum Beruf zu machen?
Was würde dafür sprechen, was dagegen?

Jein (lacht). Ich wurde auch schon darauf angesprochen: „Du gehst doch so viel z’Bärg. Wieso hast du den Bergführer nicht gemacht?“
Wenn ich nochmals 20 wäre, würde ich es vielleicht machen. Ich würde vielleicht schauen, ob ich bei den Gebirgsspezialisten die Rekrutenschule machen könnte. Dabei schon eine Superausbildung geniessen, und mir eine gute Basis für die Bergführerausbildung legen könnte.
Jetzt sage ich: „Ich kann nun gehen, wo hin ich grad will, und Lust dazu habe.“ Ich kann sooft auf den Höch Turm oder den Haggenspitz wie’s mir grad beliebt, oder mit den Skiern aufs Rau Stöckli und dort oben zwei Stunden lang die Aussicht geniessen.

Frage 6:
Multimedia und die Fotografie sind nebst dem „z’Berg gah“ weitere Freizeitbeschäftigungen von dir.
Verbindest du beides vor allem mit deinen Touren?
Veröffentlichst du deine Fotos vor allem auf deiner Homepage und Facebook, oder gibt es noch andere Plattformen, wo du sie veröffentlichst?
Bekommst du auch Anfragen von Zeitungen oder Magazinen, welche Interesse an deinen Fotos oder Beiträgen über das Bergsteigen bekunden, und es veröffentlichen möchten?

Mit meiner Homepage habe ich 2005 angefangen. Damals arbeitete ich bei der Schokoladen-Fabrik Felchlin, und ein Arbeitskollege von mir meinte: „Du könntest doch eine eigene Homepage unterhalten. Du gehst doch so viel in die Berge.“ Ich überlegte mir das, startete dieses Unterfangen und kam nach und nach rein.
Ich wurde wegen meiner Seite auf Touren auch schon von fremden Leuten angesprochen: „Dank deinem Beschrieb war ich auch schon auf diesem Berg.“ Oder es ergaben sich deswegen schon Begegnungen oder neue Tourenpartner, was mich sehr freute.

Ich begann zu fotografieren und kaufte mir bessere Fotoapparate. Ich fragte einige Leute, wie man gewisse Dinge fotografiert, und begann verschiedene Sachen auszuprobieren (Belichtung, Blende). Irgendwann war ich vertraut mit der Materie und kaufte mir eine Spiegelreflex-Kamera. Weiter probierte ich auch andere Objektive mit schönen Zooms oder einem super Fischauge aus. Ich pröble immer noch viel herum und lese auch verschiedene Artikel über die Fotografie.

Anfragen und Interesse für Bilder von mir gab es auch schon. Gwerder Sport Muotathal oder eine Basler Immo-Firma verwendeten beispielsweise Bilder für einen Prospekt.
Beim SAC-Auswahlführer „Zentralschweizer Alpen“ (von Bruno Müller) sind 20 Bilder von mir enthalten, was mich sehr stolz machte.
Der Gratiszeitung 20 Minuten zeigte ich auch schon Bilder von mir, welche sie hernach druckten. Eines war dabei ein Bild vom Morgen früh, wo der Vollmond über die Rigi hinaufwandert.
„Meteo“ vom Schweizer Fernsehen zeigte in ihrer Sendung auch schon mehrere Bilder von mir.

Auf andere Plattformen habe ich noch keine Bilder gestellt.

Als Gery Gick einmal auf einer Tour zum Haggenspitz dabei war, machte er hinterher spontan einen Bericht in der Schwyzer Zeitung mit Bildern von mir und meinem Kollegen. Dieser Bericht brachte viel Lob ein, auch deswegen, weil mal ein positiver und „gfreuter“ Bericht den Weg in die Zeitung fand.

Frage 7:
Beim Durchscrollen deiner Homepage fiel mir auf, dass du noch nie im Himalaya-Gebiet warst.
Wäre das in naher Zukunft eine Option, einen Achtausender oder gar den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, zu besteigen?
Und: Gibt es nächstes Jahr auch wieder so eine Reise wie „die Ecuador Reise 2014“? Wenn ja, wohin führt die dich?

Interessant wäre das sicher mal, dort „z’Bärg gah“. Aber ein Ziel? Ich sage mir immer: „Beim Mount Everest, da spielt man doch mit dem Leben.“
Im Himalaya gibt es natürlich viele schöne Berge, die grad so interessant sind wie der Höchste. Reizen täte es mich schon ein bisschen.

Wenn man Berichte sieht von Profibergsteigern wie Ueli Steck, Stephan Siegrist oder Gerlinde Kaltenbrunner, wo schon unzählige Besteigungen mit schwierigen Routen absolvierten und auch im Himalaya waren, ist man sehr beeindruckt. Und ich war schon beeindruckt, als ich das erste Mal den Dom und das Täschhorn von Saas-Fee aus sah. Die Berge im Himalaya sind noch grösser…
Ich sage nicht Nein, und wenn’s irgendwie passt mit allem Drum und Dran, wieso nicht mal dort bergsteigen. Es muss ja nicht unbedingt ein Achttausender sein. Zudem ist es auch eine Kostenfrage, denn nur schon die Reise kostet rund 50‘000 Franken. Dabei ist die Ausrüstung noch nicht gezählt.

Eine Südamerika-Reise wäre im Jahr 2015 angedacht gewesen, die fällt aber nun leider ins Wasser. Ich wurde auf einer Hochtour angefragt, da bei einer Vierergruppe ein Tourenpartner aus beruflichen Gründen ausfiel. Ich sagte spontan zu. Sie wollen diese Reise aber nun im 2016 machen, dann geht es allen vier wieder. Nun schaue ich mal, ob da noch was zu retten ist.
Sonst nehme ich es wieder spontan. Definitiv ist gar nichts geplant. Wenn irgendetwas kommt, die Route oder Tour für mich machbar ist und es für mich stimmt, dann sage ich spontan zu und bin gerne dabei.

Rupperslaui
Rupperslaui
(Bildquelle: Cornel Suter)

Herzlichen Dank an Cornel Suter für das ausführliche Beantworten meiner Frageblöcke. Seine Schilderungen und Erzählungen waren für mich sehr interessant. Dabei erfuhr ich erstens viele neue wissenswerte Dinge und zweitens hatte ich hinterher unglaublich viel Material beisammen. Da ich unmöglich alles Material für die „Sieben Fragen an“ verwenden wollte und konnte, werde ich daraus demnächst einen separaten Beitrag machen.
Da Cornel mir bei den einzelnen Antworten viele spannende Details und auch die eine oder andere Anekdote erzählte, wird der Titel des nächsten Beitrages „Von Skipeaks, Lieblingsorten und wie alles begann“ heissen.

feldwaldwiesenblogger

Meine Schreib-Woche im Überblick

Beim frühmorgendlichen Joggen heute Sonntag liess ich meine nun zu Ende gehende Schreib-Woche vor meinem geistigen Auge nochmals Revue passieren. Meine Gedanken hüpften und joggten im noch schlaftrunkenen Muotathal gleich mit.
Dabei stellte ich fest, dass diese Woche sehr interessant und abwechslungsreich ausfiel. Nach dem Laufen setzte ich mich an den PC, und begann meine Jogging-Gedanken zu formulieren. Ich muss gestehen: Am fittesten zum Schreiben bin ich jeweils am Morgen, nach einer Jogging-Runde ums Muotathal.

schreibwoche
(Bildquelle: thomaswollinger.com)

Dieses Bild passt ganz wunderbar zu meiner Leidenschaft, dem Schreiben. Denn Schreiben ist für mich nicht nur eine grosse Freizeitbeschäftigung. Es ist für mich auch eine Art von geistiger Freiheit, bei dem sich meine Gedanken ihre eigene Weite suchen dürfen. Vergleichbar mit einem Boot, welches sanft auf einem See gleiten darf, dem Horizont entgegen steuernd. Wie dabei meine Gedanken zu einem Text werden, ist für mich jedes Mal eine spannende Angelegenheit. Ich tauche dabei weit ab und vergesse praktisch für einige Zeit meine Umgebung.
Nun gleite ich über meine vergangene Woche, und lasse euch dabei teilhaben.

Am Montag legte ich nach dem schreibtechnischen Marathon von letztem Sonntag, bei welchem ich das letzte Konzert der „Dümä“ beschrieb, einen ruhigen Abend ein.

Am Dienstag bereitete ich mein bisher Geschriebenes über die Muotathaler Volksmusik für eine Besprechung mit zwei Giigäbank-Vertretern von gestern Samstag vor. Ich druckte meinen Text aus, welcher sage-und-schreibe bereits 22 Seiten beträgt…

remo inderbitzin
(Bildquelle: https://www.facebook.com/sidecarcrossinderbitzin/photos)

Am Mittwochabend traf ich mich mit Remo Inderbitzin (Balm), einem jungen aufstrebenden Motocross-Seitenwagen-Piloten, zum Gespräch. Ich wurde angefragt, ob ich eventuell Lust und Zeit hätte, die Texte für seine Facebook-Seite zu verfassen. Dies tat bisher Schwester Denise, welche nun anfangs nächstes Jahres mit Freund Cyril Gwerder („Five and a half Thumbs“) für unbestimmte Zeit nach Afrika verreist.
Nach kurzem Überlegen sagte ich zu, und erfuhr von Remo wie er sich unsere Zusammenarbeit vorstellt. Dabei einigten wir uns auf den Startschuss im Frühling, da ich bis dahin noch alle Hände voll zu tun habe mit der Muotathaler Volksmusik.
Meine Arbeit soll darin bestehen, dass ich seine Rennwochenenden zusammenfasse und den Text auf seine Facebook-Seite stelle.
Ich habe dem motivierten und sehr engagierten Motocross-Piloten den Vorschlag gemacht, dass ich zudem im Frühling vor dem Beginn seiner Saison ein Porträt über ihn erstelle. Ich schlug ihm auch vor, seine Facebook-Seite über den Winter nicht ganz verwaisen zu lassen. Damit dies nicht geschieht, werde ich für ihn Themen wie Trainingspläne, Trainingsgestaltung und Saisonvorbereitung in entsprechende Texte verfassen und aufschalten. Natürlich mit dem Hintergedanken, dass ich die verfassten Schriften auch auf meinen Blog stellen kann.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit einem Sportler aus einer für mich bisher relativ fremden Sportart.

Am Donnerstag traf ich mich zum Interview mit einem sehr interessanten Gesprächspartner zu meinen „Sieben Fragen an“. Wer ich dabei getroffen habe, verrate ich noch nicht. Nur so viel: Der Mann hatte einiges zu erzählen und ich denke, dass seine Schilderungen auch meine Leser interessieren dürften.

Am Freitag habe ich meinen letzten Blogeintrag „Das letzte Konzert der Five and a half Thumbs (Dümä)“ gekürzt. Und zwar für jemanden, welcher diesen Konzertbericht gerne in der nächsten Raiffeisenbank Muotathal-Chronik sehen möchte.
Dazu schrieb ich in einer Email zum gekürzten Bericht: „Ich habe den Konzertbericht von den Dümä gekürzt und in die entsprechende Schrift (laut Richtlinien RBM) umgewandelt. Mehr zu kürzen brachte ich einfach nicht übers Herz, denn irgendwie würde sonst etwas fehlen…
Ich hoffe, der RBM ist der Text nicht zu lang, denn er ist etwas mehr als 1,5 Seiten.“

vorbereiteter tisch
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Gestern Samstag traf ich mich mit den zwei Giigäbank-Mitgliedern zu der oben besagten Besprechung. Während gut zwei Stunden besprachen wir mein bisher Verfasstes und das weitere Vorgehen.
Ich habe dabei ein gutes Gefühl und denke, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es liegt zwar noch einiges an Arbeit vor mir. Ich werde mir aber in den Monaten Januar, Februar und März bewusst einiges an Zeit für mein Volksmusik-Projekt einplanen, damit ich es Ende März zu einem guten Abschluss bringen kann.

stefan suter
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Am Nachmittag besuchte ich mit Peter Betschart (Giigäbank) Stefan Suter (ds Stützlers). Wir interviewten ihn dabei zur Muotathaler Volksmusik.
In meinem Gepäck hatte ich wie immer mein kleines Notebook und mein iPhone als Aufnahmegerät eingepackt.
In entspannter Atmosphäre konnte ich Stefan ganz gezielt zu Lücken und Fragen in meinem bisherigen Text befragen. Natürlich kam auch der Smalltalk nicht zu kurz, und ich erfuhr nebenbei auch die eine oder andere Anekdote.
Ich betrat Stefan’s Haus um 13 Uhr, und verliess es erst um etwa 17.30 Uhr wieder. Hinterher musste ich mir eingestehen, dass der Nachmittag wie im Nu verging.
Wie ich das schon nach den Gesprächen mit Josef Inderbitzin und Kari Suter gemacht habe, werde ich das aufgenommene Tondokument ab dem iPhone protokollieren. Aus meinen Notizen werde ich einerseits Ergänzungen und Erweiterungen in meinem Text vornehmen, andererseits werde ich parallel dazu auch Blogbeiträge aufschalten.

weihnachten
(Bildquelle: http://www.gopixpic.com)

Zum Abschluss meiner Schreib-Woche möchte ich Euch, liebe Leserinnen und Leser, fröhliche und besinnliche Weihnachten wünschen. Lasst ein wenig die Seele baumeln, und entspannt Euch vom hektischen Alltag. Denn Weihnachten ist eine Zeitspanne im Jahr, wo wir uns unabhängig unserer Glaubenstiefe, so oder so Zeit füreinander nehmen dürfen und sollten.
Die Häuser sind schon längst weihnächtlich beleuchtet und erstrahlen teilweise in wunderbarem Glanz. Mögen wir doch etwas von diesem Licht und Glanz in unsere Herzen fliessen lassen.

feldwaldwiesenblogger

Das letzte Konzert der Five and a half Thumbs (Dümä)

Die Five and a half Thumbs („Dümä“) sind im Ziel, respektive hatten gestern ihren letzten Auftritt im Saal des Restaurant Sternen im Muotathal. Das Konzert war schlicht umwerfend, genial, einzigartig und voller Power.

In meinem letzten Beitrag „Vor dem letzten Konzert: Proberaumbesuch bei den Five and a half Thumbs (Dümä)“ stellte ich die Band näher vor, und liess sie dabei zu Wort kommen. Heute lasse ich mit 12 Fotos die Musik und die dazugehörige Atmosphäre von gestern Abend für sich sprechen. Die war einfach unbeschreiblich, und wie sagt man doch so schön: Bilder sagen mehr als tausend Worte.

vor dem gig
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Der Saal des Restaurants Sternen wurde wunderbar hergerichtet. Eine schöne Bühne, samt Sound- und Lichtanlage wurde aufgestellt. Kurz nach 18 Uhr war alles „ready“!

die beiden mischer
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Für den Sound war Jonas Marty verantwortlich, für das Licht Pirmin Betschart. Beide bedienten während der grossen Musikparty zuverlässig ihre Regler und trugen viel zum guten Gelingen bei.

schlatt-lee am rocken
(Bildquelle: BB / feldwaldwiesenblogger)

Pünktlich um 20.15 Uhr eröffneten wir von Schlatt-Lee den Konzertabend und begannen mit dem CCR-Klassiker „Bad Moon Rising“ loszurocken. Wir hatten grossen Spass, für die Five and a half Thumbs anheizen zu dürfen. Dabei beschallten wir das Publikum unter anderem mit „Born to be wild“, „Break the Rules“ und einem weiteren CCR-Klassiker: „Have you ever seen the rain“. Die Zuhörer wurden allmählich wach, und bei uns begann der Schweiss zu fliessen. Gegen 21.30 Uhr kamen wir mit „Rotä Wy“ von Polo Hofer zum letzten Song. Das Publikum hatte noch nicht genug, und wir legten mit dem Uriah Heep-Klassiker „Lady in Black“ noch eine Schippe drauf. Die „Zugabe, Zugabe“-Rufe wollten nicht verstummen, und wir setzten zu unserer Hymne „Gut Preis“ an. Der Saal und das Publikum waren nun auf Betriebstemperatur und wir durften zufrieden und verschwitzt an die Dümä übergeben.

viel publikum erschienen
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Im Sternensaal waren übrigens sehr viele Leute anwesend, um den „Däumlingen“ nochmals zu huldigen. Ich vermute, dass so um 350 Personen den Weg in den Muotathaler Konzertempel fanden. Eine friedliche und fröhliche Stimmung war auszumachen.

dümä1
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Dann enterten sie die Bretter, die die Welt bedeuten: Five and a half Thumbs, anno 2010 gegründet. Ihr letztes Konzert sollte nochmals eine Riesenparty werden. Das Trio begeisterte sofort und hatte das Publikum schnell im Griff. Songs wie „Rockabilly rules“, „All of me“, „That’s allright“ oder „Something’else“ liessen keine Wünsche offen. Die Jungs haben’s einfach drauf, und frönen einem Musikstil, der nicht totzukriegen ist. „All of me“ wurde beispielsweise im Jahr 1920 komponiert, und hat von ihrem Glanz noch nichts verloren. Ganz im Gegenteil: Die Dümä hauchten den alten Songs neues Leben ein. Ihre Instrumentierung, das Stehschlagzeug, der Stehbass und das Old Style-Mikrofon von Cyril passte perfekt. Es ist nicht nur schön zum Gucken, nein, die drei beherrschen ihr Spiel auch ausgezeichnet. Cyril zeigte gekonnt sein Gitarrenspiel, das an frühere Zeiten erinnerte. Beat hielt seinen Stehbass zwischen den Beinen, und zupfte brillant an den Saiten. Adi swingte und rockte an seinem Stehschlagzeug, eine wahre Freude. Viele bekannte Oldies von so namhaften Stars wie Eddie Cochrane oder Johnny Cash wurden zelebriert.

dümä2
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Dabei kam natürlich auch die Show nicht zu kurz. Beat übernahm kurzerhand die Gitarre von Cyril und stand dabei auf seinem Bass, der seinerseits nun Cyril zupfte. Adi stieg auf seine Bassdrum und bespielte sein Schlagzeug mal von einer anderen Seite. Herrlich! Ihr Sound swingte und stampfte, dabei blieb kein Fuss und kein Bein mehr ruhig.
Bei „Move it on over“ nahm Cyril eine selber gemachte Gitarre zur Hand und entlockte ihr slidend wunderbare Töne. Gegen Ende des Trio-Sets folgte der Beatles-Klassiker „Help“ und der Rolling Stones-Hit „Don’t stop“. Zum Abschluss erklangen „Blitzkrieg Bop“ von der amerikanischen Punkrockband Ramones, welches Bassmann Beat sang und „The Circus“. „The Circus“, ihre eigenwillige Eigenkomposition im Psychobilly-Stil, umrahmt mit ruhigen Bassbogen-Tönen, aber auch brachial rockiger Gitarre. „Ganz grosses Kino“, meinte unser Schlatt-Lee-Bassist Markus „Knüpul“ Betschart. Wie Recht er doch hatte!

theo, piano
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Nach einer halbstündigen Pause folgte das zweite Set der Dümä. Eingeläutet wurde es mit „Mister Sandman“, doch dieser hatte noch nichts zu suchen. Geschlafen wurde noch lange nicht. Denn mit ihren vier Gastmusikern ging die Party weiter.
Gestartet wurde mit schönen Nummern wie „Rock this Town“, „Lawdy miss clawdy“ und „Whole lotta shain“ mit Piano-Begleitung. Am Piano war „Schnellfinger“ Theo Schmidig, welcher gekonnt seine Finger über die Tasten fliegen liess. Der Mann kann nicht nur zu Ländler, auch Rock’n’Roll ist definitiv kein Fremdwort für ihn.

alexandra(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Weiter kam mit Alexandra Betschart-Suter eine wunderbare und ausdrucksstarke Sängerin auf die Bühne, welche bei „Good Golly Miss Molly“, „Wanda Jackson“, „Great Balls of fire“ oder „Run Run Rudolph“ ihr Können aufblitzen liess. Da kam schon Hühnerhaut-Stimmung auf.

beny
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Als weiterer Gast wurde Beny Betschart auf die Bühne gebeten. Der vielseitige Musiker ist nicht nur bei Country, Rock’n’Roll und Blues zu Hause, er ist auch ein begnadeter Naturjuuzer.
Mit Akkustik-Gitarre, Bluesharp und natürlich Gesang begeisterte er das Publikum und gab so wunderbare Perlen wie „Brown Sugar“, „Wonderful World“, „Rollin and Thumblin“ oder „One Horse Town“ zum Besten.

roman
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Zu guter Letzt durfte auch Roman Schmidig mit seinem Akkordeon ran. Zu „Irish“, „Mary Lou“, „Old Dan Tucker“ und „Dirty Old Town“ zeigte der exzellente Akkordeon-Spieler sein grosses Können und untermalte diese Songs mit feinen Klängen. Absolut geil!

dümä und gastmusiker
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Bevor mit „Wagon Wheel“, Beny’s Lieblingssong, das reguläre Set in einem viel umjubelten Konzert abgeschlossen wurde, griff Cyril beherzt in die Banjo-Saiten. Beat kündigte den Gitarristen als „Banjo-Picker von der Balm“ an, dieser nahm dankend an und „pickte“ gekonnt zu „East bound’n‘ down“ und dem besagten „Wagon Wheel“.
Überhaupt: Bei „Wagon Wheel“ stand das Trio mit allen Gastmusikern auf der Bühne und die Stimmung im Sternensaal war am Siedepunkt.

viel publikum, feiernd
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Das Publikum war begeistert, tanzte und klatschte zu den Songs. Eine wahre Freude!
Nach dem regulären Set folgte eine stimmungsvolle Zugabe mit „Sweet Home Chicago“, welche die Five and a half Thumbs als Trio bestritten. Es wurden nochmals alle Register der Kunst gezogen, und sogar Adi kam zu einem kurzen Solo-Gesang. Hammer!

Nach tosendem Applaus schrie das Publikum nach weiteren Zugaben. Das Trio enterte nochmals die Bühne, in ihrem Schlepptau die vier Gastmusiker. Es folgte „You never can tell“ von Chuck Berry, gesungen von Alexandra. Mit „Adios Mexico“ von den Texas Tornados verabschiedeten sich die Musiker endgültig um etwa ein Uhr in der Früh von der Bühne.
Zugleich war das auch der Abschied der Dümä von ihren Fans. Schweisstriefend, aber glücklich genehmigten sich die Musiker ein Bier und genossen ihr soeben zu Ende gegangenes Konzert.

Mir fehlen nach dem grandiosen Abend irgendwie die Worte. Es war schlicht grossartig, einzigartig, „muotathalerartig“. Der Abend war zugleich auch emotional, und das Konzert dürfte so schnell niemand vergessen.

Jetzt ist erstmals Schluss bei den Dümä. Ob für immer, das wird sich zeigen. Ich für meinen Teil bedanke mich bei Cyril, Beat und Adi, dass wir von Schlatt-Lee den Konzertabend eröffnen durften, und ich sie rund um ihren letzten Auftritt begleiten konnte. Ich wünsche den drei Jungs alles Gute für die Zukunft!

feldwaldwiesenblogger

Vor dem letzten Konzert: Proberaumbesuch bei den Five and a half Thumbs (Dümä)

Die Five and a half Thumbs, oder „Dümä“ wie man sie bei uns im Muotathal nennt, biegen in die Zielgerade ein, so quasi in den Finish: Ihr letzter Auftritt steht auf dem Programm.
Für mich war das Grund genug, für einen Moment mein Volksmusik-Projekt zu unterbrechen, und sich dieser ganz besonderen „Thaler-Angelegenheit“ anzunehmen.

Nicht dass jetzt Missverständnisse aufkommen: Nach dem Abschluss meines Schwingprojektes kontaktierte ich mal lose einige Bands, und plante über den Winter ein eigenes Musikprojekt. Dann kam die Anfrage vom Giigäbank, und ich legte das ganze Unterfangen auf Eis. Bis auf die „Dümä-Sache“. Denn die existieren erstens nach Abschluss des Volksmusik-Projektes nicht mehr, und zweitens dürfen wir von der Band Schlatt-Lee im Vorprogramm des letzten Dümä-Auftrittes spielen.
Wann ich mein eigenes Musikprojekt starte, ist momentan noch nicht ganz klar. Theoretisch ab dem 1. April 2015 (kein Scherz!), aber ich lasse mich lieber nicht auf irgendwelche Äste hinaus. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, informiere ich die beteiligten Musiker und natürlich euch, meine lieben Leser.

Nun aber zur Akte Five and a half Thumbs. Ich kontaktierte bereits schon im Juli dieses Jahres Beat Immoos, den Bassisten, und vereinbarte mit ihm mündlich, dass ich rund um ihren letzten Auftritt einen Blog-Beitrag verfassen möchte. Beat und seine Bandkollegen willigten sofort ein.

Nun ist die Zeit gekommen, die „Dümä-Sache“ in Angriff zu nehmen. Ich habe mich richtig darauf gefreut.
Erst wollte ich einen einzigen Beitrag mit Proberaumbesuch und Bericht über den letzten Auftritt schreiben. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich aber dazu entschieden, zwei Blogbeiträge zu machen. Einer über den vorgestern Donnerstag stattgefundenen Proberaumbesuch, und einer nach dem letzten Konzert.

Bevor ich mich ins Bödeli zum Proberaum der Dümmä aufmachte, welcher sich im Untergeschoss bei Alois Betschart’s Säge (ds Sagerlis) befindet, kritzelte ich ein paar Fragen auf meinen Notizblock.

dümä_proberaum
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

In einem schmucken Proberaum haben es sich Five and a half Thumbs gemütlich eingerichtet. Geprobt wird seit 2012 wöchentlich ein bis zweimal in ihrem heimeiligen Lokal.
Five and a half Thumbs, das sind Cyril Gwerder (Bärädi) – Gitarre und Vocals, Beat Immoos (Beätul) – Stehbass (Kontrabass) und Backing-Vocals sowie Adi Betschart (Sagerli) – Stehdrum und Backing-Vocals.

Als ich den Proberaum vorgestern um 19 Uhr betrat, spielten die Dümä bereits wacker. Ich richtete mich am Tisch beim Sitzplatz ein und horchte genüsslich dem swingenden Rockabilly-Sound.
Nach einem weiteren Song gesellten sich die drei dann auch zu mir. Bei einem Bier stellte ich den aufgestellten Musikern meine vorbereiteten Fragen.

Auf die Frage, wann sich die Dümä gegründet haben, meinten die Bandmitglieder: Offiziell am 1. April 2010.
Zur Bandgründung meinte Cyril: „Ich habe mir vor einigen Jahren fast gleichzeitig eine Gitarre und einen Stehbass gekauft.“ Irgendwann war Beat bei ihm zuhause im Elternhaus. Cyril drückte ihm den Bass in die Hand, er nahm sich zugleich die Gitarre. Erst wurde in der elterlichen Stube probiert, später in einem im Keller eigens eingerichteten Proberaum. Da noch kein Drummer vorhanden war, machten sich die beiden auf die Suche. Irgendwann fragten Cyril und Beat Adi an, ob er Lust hätte, mit ihnen zusammen zu spielen. Adi willigte ein, und im Januar 2010 wurde erstmals im Trio geprobt.

Im Jahr 2010 wurde intensiv in besagtem Probekeller in Cyrils Elternhaus geübt und von August bis Dezember auch sechs Konzerte gegeben.
Ein Traum von Cyril war schon immer, am ersten Muotathaler Viehmarkt im Restaurant Schützenhaus ein Konzert zu geben. Dieser Traum wurde verwirklicht, und so fand das erste offizielle Konzert dort statt. Das letzte Konzert in jenem Jahr wurde damals im Restaurant Anker in Frauenfeld gespielt. In unserer Gegend verabschiedeten sich die Dümä mit einem viel umjubelten Konzert in der American Cafe Bar Gleis in Seewen SZ von ihren Fans. Dabei waren dort auch die „Special Guests“ Alexandra Betschart-Suter (Gesang) und Theo Schmidig (Piano).

Im Gründungsjahr sagte Cyril seinen Bandkollegen schon bald, dass er Ende 2010 für ein oder zwei Jahre eine Reise nach und durch Afrika antreten werde. Die Dümä wussten, dass es dann einen längeren Unterbruch geben wird, und legten ihre Band auf Eis. Sie sagten sich: „Wenn Cyril wieder kommt, sitzen wir zusammen, und besprechen, ob wir weitermachen wollen.“
Es war dann aber bald klar, dass es weitergehen wird: Adi und Beat richteten sich nämlich im Jahr 2011 „is Sagerlis’ Säge undä innä“ einen schönen Bandraum ein, und schickten dem Gitarristen via MMS den Stand der Arbeiten.

Cyril war währenddessen auf grosser Reise, welche ihn und seine Freundin Denise Inderbitzin via Osteuropa, Türkei, Syrien und Jordanien bis hinunter nach Südafrika führte. Das Geld ging irgendwann aus, und so kehrten die beiden nach 14 Monaten, im März 2012, zurück.
Die Dümä begannen darauf in ihrem neuen Proberaum wieder mit proben. Im gleichen Jahr hatten sie im August bereits wieder ein Konzert. Dabei mussten sie nie um Konzerte anfragen, und wurden gleich wieder engagiert.

Sie spielten an vielen Orten, so beispielsweise in Luzern, Baden, Chur, Olten, Zug, in der Ausserschwyz, im Urnerland und in Zürich.
Total kamen sie seit der Bandgründung auf etwa 50 Auftritte, und hatten immer sehr viel Spass dabei.

Beim weiteren Gespräch kam ich auf ihre Instrumente zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass alle drei sich ihr Spiel autodidaktisch beibrachten.
So auch Cyril, welcher sich sein filigranes Gitarrenspiel selber aneignete. Mit 14 oder 15 Jahren begann er erst E-Bass zu spielen. Etwas später war er Bandmitglied bei den legendären, inzwischen aufgelösten Asskick. Cyril übte sich kurze Zeit später auch beim Gitarrenspiel, welches ihm so gut gefiel, dass er sich bald nur noch dem sechs-saitigen Instrument widmete.
In diesem Jahr hatten die Five and a halft Thumbs auch Unplugged-Konzerte, bei welchen der Gitarrist auch eine Akustik-Gitarre und eine Bluesharp einsetzte.

Beat hat sich sein Stehbass-Spiel auch selber beigebracht. Der Grund war simpel: Eigentlich habe er gar niemanden gekannt, der so Bass spielte. Der Bassist schaute sich zudem Videos auf YouTube an, und guckte sich dabei Sachen ab.

Adi sagte, dass Cyril und Beat gerne ein Stehdrum in ihrer Formation hätten. Er sagte zu, und schaute sich dazu auch YouTube Videos zum Selbststudium an. Das Schlagzeugspiel hat sich der Drummer ansonsten selber beigebracht und ging öfters mit Sandro Köchli üben.

dümä am proben
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Der Band-Name ist ja etwas kurios. Angeblich wegen einem fehlenden halben Daumen des Drummers… Ich fragte die Dümä, wie es dazu kam. „Wir probten erst einen Monat gemeinsam, als Adi einen Arbeitsunfall erlitt, und dabei einen halben Daumen verlor.“
Erst wurde gar befürchtet, dass Adi nicht mehr spielen konnte. Diese Sorge verflüchtigte sich dann rasch, und Beat meinte: „Mit five and a half Thumbs haben wir aber nun einen Bandnamen.“

Five and a half Thumbs ist der offizielle Namen. Im Thal hatten wohl einige Mühe, das korrekt auszusprechen, auch weil er etwas lang ist. Deshalb wurden sie schon bald „Dümä“ genannt. Auch sie übernahmen diese Kurzform. Das Trio hat deshalb ganz bewusst ihr letztes Konzert auch als „Ds letscht Dümä-Konzärt“ betitelt.

Auf ihrer Facebook-Seite steht: „Die drei Jungs aus dem Muotathal spielen kernigen Neo-Rockabilly ohne viel Schnick Schnack aber mit reichlich Emotionen à la Stray Cats.“
Ihren Musikstil betiteln sie mit Rock’n’Roll / Rockabilly. Als typische Rockabilly-Band bezeichnen sie sich aber nicht. In ihrem Programm haben sie Rockabilly-Nummern von ihren Vorbildern, den Stray Cats, aber auch Songs von Elvis, Buddy Holly, Carl Perkins und Eddie Cochrane.
Da sie gerne gute alte Musik haben, covern sie auch Stücke von Nicht-Rockabilly-Bands wie den CCR, Beatles, Rolling Stones, Johnny Cash, Ramones, Misfits oder Frank Sinatra.

Übrigens: Die Stray Cats läuteten in den 80iger-Jahren ein Revival des Rockabilly-Stils ein. Deshalb wurde ihr Stil denn auch Neo-Rockabilly bezeichnet.
Die Dümä spielen eigentlich Rock’n’Roll im Stray Cats-Stil. Rockabilly sei geil zum Spielen, da er auch Elemente vom Country, Blues und Jazz beinhalte.
Die drei haben ihr Aussehen aber deswegen nicht angepasst, eine Haartolle im Rockabilly-Look tragen sie nicht.

Im Volkshaus in Zürich gingen Cyril und Beat irgendwann vor der Bandgründung an ein Konzert der Stray Cats. Cyril war sich bis dahin gar nicht bewusst, was Rockabilly genau ist, und wie er klingt. Ihm gefiel es dabei so gut am Konzert, dass er unbedingt diesen Stil spielen wollte.
Es war deshalb von Anfang an klar, dass sie sich dieser Art von Musik widmen wollten. Denn es war auch eine Herausforderung, etwas Neues anzupacken und sich mit neuen Instrumenten wie dem Stehbass und dem Stehdrum auseinander zu setzen.

Sie kamen deshalb auch gut an bei ihren Konzerten, denn es war einfach etwas anderes. Zudem wurde diese Musik bis anhin nicht gross in unserer Gegend gespielt. Es war geradezu ein Glücksfall, und sie hatten rasch Erfolg sowie auch viele Konzertanfragen.
Für ein Trio sei diese Art Musik richtiggehend ideal, meinten die Dümä. Auch optisch bringt dieser Stil einiges, denn ein Stehdrum und ein Stehbass haben nur wenige Bands.

Die Dümä machen nach eigenen Angaben Musik für Jung und Alt. Ihre Musikanlage wurde bewusst klein gehalten, damit die drei gemeinsam mit einem Kleinbus an die Konzerte fahren konnten.

Auf die Frage, ob es einen oder mehrere Auftritte gibt, die besonders herausragen, meinten die Jungs: Im Urnerland beim Holzboden-Konzert, der erste Auftritt im Schützenhaus, der Auftritt in der Husky Lodge mit verschiedenen Gastmusikern, beide Konzerte in der Wendelstube und als Vorgruppe von Eric Sardinas im Alpenrösli Muotathal.

Lustige Anekdoten hatten die Dümä auch auf Lager. „Nach einem Auftritt im Ybrig fuhren sie über die Ibergeregg heim. Auf der Passhöhe wurde ein Pinkelhalt eingelegt. Dabei übersah Cyril, dass Beat noch nicht im Kleinbus war, und fuhr dem Unglücklichen über den Fuss…“

„Beim Eric Sardinas-Konzert haben die drei vorher extra eine Show eingeübt. Die ging so: Beat stellte seinen Stehbass etwas nach hinten, damit Cyril mit der Gitarre darauf stehen konnte. Das ging aber leider beim Auftritt im Alpenrösli schief, und der Gitarrist verlor sein Gleichgewicht. Er fiel rückwärts vom Bass auf das Schlagzeug von Sardinas Drummer, und einige Ständer kippten um.
Dabei wurde ihnen vor dem Auftritt gesagt, dass sie das besagte Drum keinen Millimeter bewegen dürfen… Eric Sardinas und Band bekamen den Vorfall aber glücklicherweise nicht mit.“

„Bei einem Auftritt im Restaurant Hirschen in Schwyz wollte Beat auch eine Showeinlage bringen. Dabei stand er mitsamt dem Stehbass auf die Bassdrum. Auch dies ging schief: Der Bassmann flog samt Instrument von der Pauke und zelebrierte angeblich dabei eine wunderbare Hechtrolle…“

dümä am sitzen
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Zwei eigene Songs hat das Trio auch gemacht: „Evils Boogie“ und „The Circus“. Sie bedauern aber, dass es nicht mehr wurden. Die Idee wäre schon gewesen, dass nach Cyrils Rückkehr von Afrika eigene Songs komponiert werden sollten.
Sie probten damals aber erst an einem Song-Set, damit sie wieder Konzerte geben konnten. Song-Ideen waren vorhanden, wurden aber nie fertig ausgearbeitet. Es folgten viele Konzerte, und die Zeit fehlte schlicht. Irgendwann wusste Cyril, dass er wieder gehen möchte, und meinte: „Wir fangen nichts Neues mehr an.“

Einen Song wollten sie aber unbedingt verewigen. Jonas Marty, welcher zurzeit mit verschiedenen Muotathaler Bands eine CD produziert, nahm mit ihnen zusammen „The Circus“ auf. Ich durfte mir den Song vorgestern anhören. Das Stück passt so gar nicht zu den gecoverten Sachen, und ist so eine Art „Psycho-Billy“, welcher sperrig daherkommt. Ein Clown stirbt, und wird mit Akustik-Gitarre und Bassbogen in den Himmel begleitet.
Nach mehrmaligem Hören entdeckt man aber die Tiefen von „The Circus“ und beginnt ihn mit allen Facetten gern zu haben.

Es gibt auch eine Demo-CD mit vier Songs, welche anno 2010 mit einem Zoom-Aufnahmegerät im Proberaum aufgenommen wurde. Sie wollten dieses Demo für Konzertanfragen benutzen, brauchten es aber ein einziges Mal.

Angeblich hatten die Dümä im ersten Jahr schon einen Manager. Ein Berufskollege von Cyril, welcher sich viel in der Rockabilly-Szene aufhielt, wollte sich um die geschäftlichen Belange kümmern. Eigentlich war es mehr Spass, bis der Herr Manager Ernst machte und sie nach einem Konzert aus purem Starrsinn nicht mehr in ein Hotelzimmer reinliess. Cyril wollte die Türe eintreten und es gab einen Riesenärger. Darauf wurde der „Manager“ gespickt.
Er hatte es scheinbar etwas auf das Geld abgesehen. Erst war er mit zehn Prozent der Gage zufrieden. Schon nach dem zweiten Konzert wollte er aber dreissig Prozent… Produktiv war der Mann auch nicht wirklich, denn er holte für sie nur ein oder zwei Konzerte rein.
Nach Cyrils Afrikareise kam der „Manager“ wieder angetanzt, und behauptete, er sei immer noch Manager. Die drei machten ihm aber dann klar, dass sein Engagement beendet sei.

Ich habe im Internet auch ein wenig nach den Dümä recherchiert, und entdeckte dort „nur“ eine Facebook-Seite und zwei alte YouTube-Videos vom allerersten Konzert (an einer Spanferkel-Party). Die Jungs sagten mir, dass sie bewusst keine Homepage unterhielten, da Facebook heutzutage vollkommen reicht. Facebook ist einfacher zu bedienen und Infos gelangen auch schneller zu den Fans.
Sie hatten bei den Konzerten meist eine Digitalkamera dabei, und liessen die Zuhörer gleich selber fotografieren. Diese Fotos wurden hinterher dann auf die Facebook-Seite gestellt.
Weiter meinten sie, wenn sie weitergemacht hätten, hätten sie wahrscheinlich einen Video-Clip zum Song „The Circus“ gedreht, und auf YouTube gestellt.

dümä-plakat
(Bildquelle: Five and a half Thumbs)

Am 13. Dezember findet nun der letzte Auftritt statt. Cyril und Denise wollen wieder fahren, diesmal für eine unbestimmte Zeit. Die neuerliche Reise, welche Ende dieses, oder anfangs nächsten Jahres starten soll, wird sie wieder nach Afrika führen. Deshalb hören die Five and a half Thumbs auf, da Cyril zum jetzigen Zeitpunkt sich nicht festlegen möchte, wie lange sie diesmal auf Reise sein werden. Es wird nun bewusst ein Schlussstrich gezogen, und ein letztes Konzert durchgeführt. Ein Comeback, irgendwann, ist zwar nicht ausgeschlossen, es ist aber momentan kein Thema.
Der Gitarrist meinte, wenn man etwas Neues starten will, muss halt auch etwas anderes abgestreift werden.

„Kommt Wehmut auf, wenn ihr an euren letzten Auftritt denkt?“ fragte ich die drei. Sofort sagten sie: „Bist jetzt überhaupt nicht. Es kommt nur Freude auf.“ Denn es ist ihnen schon länger bewusst, dass nach dem 13. Dezember Schluss sein wird. Cyril sagte seinen Kollegen nämlich schon vor einem Jahr, dass er und seine Freundin wieder eine längere Reise antreten möchten.
Im Frühling dieses Jahres wurde deshalb beschlossen, am 13. Dezember das letzte Konzert durchzuführen. Darauf starteten sie die Vorbereitungen.
Die Proben mit den Gastmusikern begannen im September. Beim letzten Konzert sind alle Gastmusiker, die jemals mit den Dümä aufgetreten sind, auch wieder dabei. Es soll dabei ein grosses Fest gefeiert werden.
Man darf sich wirklich freuen, denn es erwartet uns eine geile Musikparty.

Ich fragte Cyril und Denise: „Was zieht euch eigentlich wieder fort?“ Denise, welche während dem Gespräch auch dazu stiess, antwortete mir: „Das Abenteuer, das Fremde, das Ungewisse, kein Plan, und dass man nicht weiss, was morgen sein wird. Jeder Tag wird einfach anders sein.“ Cyril sagte ergänzend: „Neues sehen und auf Sachen verzichten.“
Cyril hatte den Traum schon als Kind, einmal nach Afrika zu fahren. Wenn er Denise nicht gefunden hätte, hätte er sich seinen Traum vielleicht nie verwirklicht. Die Eltern von Denise waren schon vor vielen Jahren in Afrika, und weckten so in ihr auch den Wunsch, mal dorthin zu fahren.
Für sie beide war es bald klar: Wenn genügend Geld vorhanden ist, kaufen sie sich einen Land Rover und fahren Richtung Afrika. Afrika auch deshalb, weil es nirgends auf der Welt einen grösseren Kontrast gibt. Sowohl von der Kultur, als auch von den Menschen, den Tieren und der Landschaft her. Das Lebensgefühl sei einfach unbeschreiblich auf diesem interessanten und riesigen Kontinent.
Nach der ersten Reise wussten sie schon bald, dass sie so eine Abenteuerreise nochmals machen möchten.

Auf die Frage „Wandert ihr aus?“ sagte Cyril: „Die erste Reise machten wir des Reisens willen. Bei der zweiten Reise lassen wir es uns offen, ob wir an einem Ort auch länger bleiben werden. Die lange Fahrt wird sie diesmal über Frankreich, Spanien und Marokko nach Afrika führen. Angedacht ist, via Mauretanien und Senegal weiterzureisen. Ein eigentliches Ziel haben sie dabei jedoch nicht.

Meine letzte Frage lautete: „Wie sieht eure Zukunft musikalisch aus?“
Beat und Adi haben nicht vor, gemeinsam weiterzumachen. Geplant sei eigentlich nichts.
Beat spielt noch in anderen Bands wie den Sinalcos und den Krolok. Zudem erklärte er, dass er nächstes Jahr bei der „Grümpiband“ auch mitmachen werde. Er lässt es sich offen, ob er irgendwann etwas Neues starten wird.
Adi meinte, dass er vorerst in keine neue Band einsteigen wird und einfach das Leben geniessen möchte. Wieder mehr Sport treiben und „z’Bärg gah“ stehen in nächster Zeit auf dem Programm.
Cyril sagte, dass er sich musikalisch in Afrika natürlich auch weiterbilden möchte. Er nimmt seine Akustik-Gitarre mit. Die Musik seit dort ganz anders als bei uns.

Nach dem Beantworten der letzten Frage stoppte ich die Aufnahme beim iPhone, und genehmigte mir beim angeregten Gespräch zusammen mit dem Trio noch einen feinen Rotwein.
Ich bedanke mich für die Gastfreundschaft bei den Dümä und wünsche ihnen alles Gute für die Zukunft!

Und so bleibt mir nur noch die Aufforderung an euch, liebe Leserinnen und Leser, so zahlreich wie möglich am Samstag, 13. Dezember ins Restaurant Sternen zu kommen, um eine Riesenparty mit den Dümä zu feiern. Ich freue mich jedenfalls riesig darauf, auch weil ich mein Scherflein mit den Schlatt-Lee beitragen darf.
Viel Spass und bis bald!

feldwaldwiesenblogger