Schweizer Nati mit Migrationshintergrund

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Schweizer Fussballnati
Bildquelle: luzernerzeitung.ch

Dieses Thema beschäftigt dieser Tage wohl nicht nur mich: Losgetreten wurde die Diskussion von Pirmin Schwegler, der sich von Trainer Vladimir Petković übergangen fühlte, respektive von seinem Kollegen Stephan Lichtsteiner unterstützt wurde. Lichtsteiner, einer der letzten „echten“ Schweizer in der Schweizer Nati?

So einfach ist das nicht. Alle Spieler in der Schweizer Nationalmannschaft verfügen natürlich über einen Schweizer Pass, neuerdings auch Breel Embolo, der junge Schwarze in Diensten des FC Basel.
Sie sind alle Schweizer, auf dem Papier. Sind sie es auch in ihren Herzen?

Hier könnte das Problem liegen: Schweizer auf dem Papier, aber nicht im Herzen. Die netten Jungs wie Xhaka, Shaqiri, Behrami und Co. sind bei uns aufgewachsen, dennoch würden sie, wenn sie könnten, am liebsten für den Kosovo auflaufen. Da wundert es natürlich niemanden, wenn nicht mit letztem Herzblut für die Schweiz gekämpft wird. Die Fans spüren das. Ist an unseren Vorwürfen etwas dran, oder tun wir diesen jungen Männern Unrecht?

Auch hier: So einfach ist das nicht. Der Coach hat die Aufgabe, die besten Spieler mit Schweizer Pass auflaufen zu lassen. Den interessiert es nicht die Bohne, ob sie Schweizer mit Migrationshintergrund oder „waschecht“ sind. Natürlich, auszusetzen gibt es eigentlich auch da nichts.
Müsste man, damit man die Fans diesbezüglich zufrieden stellen könnte, auch einen Nati-Trainer (Petković sieht sich laut Wikipedia als Schweizer und bosnischer Kroate) ohne Migrationshintergrund einstellen?

Meine Fragen drehen sich alle im Kreis: Um die „echten“ Schweizer und jene mit Migrationshintergrund. Ich will hier niemanden verletzen und schon gar keine Ausländerhatz betreiben, ganz im Gegenteil. Ich stelle mir hier einfach ein paar grundsätzliche Fragen. Zum Beispiel auch, wieso mir in letzter Zeit das Schwingen eindeutig mehr zusagt als der Fussball. Hat es auch mit den oben gestellten Fragen zu tun?

Nun, diese Frage ist etwas komplizierter und riecht nach Erklärungsbedarf. Klar, bei den Schwingern trifft man zu 99 Prozent auf Schweizer mit einem Namen, der auch meistens schweizerisch klingt. Beim Schwingen treffe ich aber auch noch auf andere Werte, die mir zusagen: Nämlich der sogenannte „Amateurstatus“ der Sportler. Praktisch keiner, ausser vielleicht König Sempach, kann es sich leisten, neben seinem Sport nicht auch noch einer Arbeit nachzugehen. Sprich: Das liebe Geld spielt beim Schwingen nicht so eine grosse Rolle wie beim besagten Fussball. Schwinger gleich Chrampfer, Fussballer gleich bequeme Secondo-Machos?

Die meisten Schwinger sind meistens immer noch Handwerker oder Landwirte. Die Arbeiter von diesen Berufen nennt man im Volksmund gerne auch „Büezer“, welche für ihr Geld „chrampfen“ müssen.
Der Unterschied hier zu den Secondos ist vermutlich kleiner als manche annehmen. Die meisten sind nämlich alles andere als bequem und arbeiten hart. Viele von ihnen sind auf dem Bau oder in industriellen Betrieben anzutreffen und verrichten Arbeiten, die oft nur noch wenige Schweizer ausüben (wollen). Eine Aussicht von jungen Leuten, aus so einem Job entfliehen zu können, könnte durchaus der Fussball sein.

Ich weiss, ich sollte nicht allzu stark verallgemeinern und Secondos mit Ausländern vertauschen. Aber so abwegig ist das gar nicht: Die Secondos sind meist die Kinder von den erwähnten ausländischen Arbeitskräften. Sie möchten, wenn sie denn könnten, etwas anderes tun, als ihre Eltern. Raus aus dem Trott. Fussballer scheint dabei eine Chance zu sein. Wer möchte es ihnen auch verübeln?
Denn Fussball können praktisch alle Kinder ohne grosse finanziellen Verpflichtungen ihrer Eltern spielen und in einem Verein ausüben. Das sieht bei vielen anderen Sportarten, wie zum Beispiel beim Skifahren, ganz anders aus… Aber das wäre wieder ein anderes Thema.

secondos
Secondos: Integrationsklasse in Schlieren ZH
Bildquelle: tagesanzeiger.ch

Die Schweiz ist natürlich längst nicht mehr nur ländlich und voller Folklore. Sie ist sehr urban geworden, gerade in den Ballungszentren Zürich – Bern – Basel – Genf. Dort ist auch der Anteil an Schweizer mit Migrationshintergrund um einiges höher als beispielsweise im beschaulichen Muotatal. In der urbanen Schweiz ist man sich gewöhnt, dass ein Schwarzer Schweizer Dialekt spricht und einen Schweizer Pass hat. Dies macht uns „Landeiern“ halt immer noch ein wenig Mühe. Aber gleich von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit zu sprechen?

Mitnichten! Das tun natürlich die linken Parteien sehr gerne. Sie sehen uns als Rückständige und Konservative, welche von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Dabei leben wir, und ich spreche da wohl einigen aus dem Herzen, alles andere als hinter dem Mond. Wir sind einfach mit den Begriffen wie Migrationshintergrund und Ausländerintegration nicht so vertraut. Wie auch? Wir wollen überzeugt und nicht überrumpelt werden.
Ich frage mich weiter: Werden wir irgendwann auch Schweizer mit Migrationshintergrund auf den Schwingplätzen antreffen?

Jein. Wenn die gleiche Entwicklung stattfinden würde wie beim Fussball, dann müsste man damit rechnen, in ein paar Jahren beim Schwingen etwas Ähnliches anzutreffen. Mit dem ist in meinen Augen nicht unbedingt zu rechnen. Einerseits, weil sich die „neuen“ Schweizer mit unseren Traditionen etwas schwertun. Dazu zähle ich halt auch das Schwingen. Andererseits auch des Geldes willen. Beim Schwingen ist die Aussicht auf viel Geld nicht unbedingt gross. Beim Fussball hingegen schon. Tue ich den Secondo-Schweizern mit meiner These hier unrecht?

Auch hier: Jein. Ist ein Junge in diesen Kreisen talentiert, dann zieht es ihn rein schon wegen der Möglichkeiten her, viel eher zum Fussball als zu einer anderen Sportart, geschweige denn zum Schwingen.

Trotzdem: Ein Unbehagen betreffs der Fussballnati ist einfach vorhanden. Ich erinnere mich an die alten Zeiten mit der Nati und den Spielern, mit welchen ich mich identifizieren konnte. Warum fällt mir das heutzutage so schwer?

Die Gründe sind, wie ich darlegte, sicher vielfältig. Es könnte aber auch mit meinem Alter zu tun haben. Früher habe ich zu meinen Idolen hochgesehen, da ich als Kind auch öfter Fussball gespielt habe. Auch schon rein wegen der körperlichen Grösse…
Es fehlt mir aber wie eingangs erwähnt der gute Geist und das Herzblut einiger Nati-Spieler. Ich spüre die Verbindung zur Schweiz zu wenig. Eben, weil einige ja auch verlauteten, dass sie gerne für ein anderes Land spielen möchten. Sowas sieht für mich aus, dass die Schweiz nicht erste Priorität ist.
Übrigens: Widerspiegelt die Nati eigentlich auch die „ethnische“ Beschaffenheit der Schweizer Bevölkerung?

Definitiv nein. Die Nati ist ein künstliches Produkt aus hochtalentierten Secondo-Schweizern, welche wegen des fussballerischen Könnens für gewöhnlich schneller eingebürgert werden und entspricht bei weitem nicht der Bevölkerungsstruktur. Die Spieler mit Migrationshintergrund haben die Überhand übernommen. Ist dies eine gesunde Entwicklung?

Diese Geschichte hat sich jetzt nun mal wegen den erwähnten Gründen so entwickelt. Deshalb könnte es mir und den anderen Gleichgesinnten völlig egal sein, wie unsere Nati aufgestellt ist und aussieht: Es geht nämlich immer noch „nur“ um Sport. Ich schrieb bewusst: „könnte“. Es ist uns natürlich nicht einfach so egal, und ich gebe zu, dass ich Mühe damit habe. Aber da es sich um die sogenannt schönste „Nebensache“ der Welt handelt, gebe ich mir auch Mühe, dies nicht zu dramatisieren.

Diskussionen wird es natürlich weiterhin geben. Auch das ist legitim. Man darf sich schliesslich in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit auch seine eigenen Gedanken machen. Von diesem Recht habe ich in diesem Beitrag einmal mehr Gebrauch gemacht.
Trotzdem: Hopp Schwiiz heute Abend im Letzigrund gegen die US-Boys von Klinsmann!

feldwaldwiesenblogger

12 Eidgenossen am Start: Vorschau auf das Rheintal-Oberländische Verbandsschwingfest in Oberriet SG

schwingkolumne

Am nächsten Sonntag, 29. März, steigt in der noch jungen Saison bereits ein hochkarätig besetztes Schwingfest: Das Rheinthal-Oberländische Verbandsschwingfest in Oberriet SG. Laut der Schwingerliste auf der entsprechenden Homepage sind nicht weniger als elf Eidgenossen am Start. Ein Schwingfest also, das mit mehr Eidgenossen bestückt ist als viele Kantonalschwingfeste. Der Grund dafür ist der 25. Geburtstag des Schwingklubs Mittelrheintal.

Ich setzte mich gestern mit dem Organisationskomitee (OK) in Verbindung, um ihnen einige Informationen zu entlocken. Das OK wird von Theo Schmid präsidiert.
Ich schickte ihnen einige Fragen zu, welche mir Theo Schmid gleich selber beantwortete.

Wieso wird das Schwingfest am kommenden Sonntag, wenn das Wetter laut Prognose nicht gut sein soll, nicht gleich in einer Sporthalle durchgeführt? Am Ostermontag wäre dies laut meinen Informationen so oder so der Fall.
Wir gehen fest davon aus, dass wir das Fest nicht verschieben müssen. Aus heutiger Sicht ist das Wetter nicht optimal, aber auch nicht so schlecht.
Wir verfügen über eine grosse Dreifach-Turnhalle, vermuten aber, dass wir darin nicht vier Sägemehlringe und eine grosse Anzahl Zuschauer unterbringen können.
In zwei Teilen der Turnhalle werden wir den Festwirtschaftsbetrieb abhalten, und in einem Teil den Ruheraum der Schwinger einrichten.

teilnehmer (schlussgang.ch)
Bildquelle: schlussgang.ch

Wie viele Eidgenossen werden nun tatsächlich teilnehmen? Auf eurer online gestellten Schwingerliste sind elf aufgeführt, auf der Homepage vom Schlussgang deren zwölf?
Wir haben auf unserer Schwingerliste elf Eidgenossen aufgeführt. Nun sieht es aber so aus, dass Andi Büsser nach einem Jahr Pause das Comeback am Rheintal-Oberländischen Verbandsschwingfest geben wird.

Auf schwingenonline.ch ist erst kürzlich ein Interview mit Andi Büsser aufgeschaltet worden. Darin erklärt der 32-jährige Turnerschwinger, dass er am Rheintal-Oberländischen nach einem Jahr Pause sein Comeback geben wird. Den Entscheid, ein Jahr Pause zu machen, fällte der NOS-Eidgenosse bereits während der Saison 2013. Damals wusste Andi Büsser nicht, ob er seine Karriere beenden oder nochmals den enormen Trainingsaufwand auf sich nehmen soll.

War es einfach, die vielen Eidgenossen zu organisieren?
Widererwarten nicht. Anscheinend ist unser Schwingfest für die Schwingergrössen interessant.
Der Grund, dass wir zwei Vereine aus „fremden“ Teilverbänden einladen durften, ist die 25-Jahr Jubiläumsfeier des Schwingklubs Mittelrheintal. Wir hatten die einmalige Chance, beim Eidgenössichen Schwingerverband (ESV) einen Antrag auf die Teilnahme von zwei „fremden“ Vereinen zu stellen.

Hat der amtierende Schwingerkönig und Kilchberg-Sieger Matthias Sempach sofort zugesagt?
Ja, was uns natürlich irrsinnig freute. Wir sind sehr stolz, einen „fremden“ König im Rheintal zu begrüssen. Am Rheintal Oberländischen Verbandsschwingfest waren mit Ernst Schläpfer, Thomas Sutter, Jörg Abderhalden und Nöldi Forrer schon „eigene“ Könige zu sehen, welche allesamt das Fest gewannen.

Für wie viele Zuschauer bietet das Schwingfest Platz?
Wir rechneten anfangs mit 2000 Zuschauern. Aufgrund der tollen Schwingerliste haben wir nun für etwa 3000 Gäste Platz geschafft. Stehplätze können wir auch genügend anbieten, da die Sportanlage Bildstöckli in Oberriet/Montlingen sehr gross dimensioniert ist. Ebenso haben wir fast unbeschränkt Parkplätze zur Verfügung.
Selbstverständlich darf jeder, der will, an unser Fest kommen.

Darf man beim Anschwingen gleich mit der Paarung Sempach Matthias – Bösch Daniel rechnen? Wann werden die Spitzenpaarungen bekannt gegeben?
Ja, darüber wird natürlich hinter den Kulissen diskutiert und spekuliert. Ich persönlich würde diese Starteinteilung gerne sehen! Unser Einteilungspräsident und deren Kollegen sind gefordert.
Ich gehe davon aus, dass die Einteilungskollegen bis am Samstagabend die Paarungen bekannt geben werden.

Rechnet ihr mit einem grossen Publikumsaufmarsch aus der Innerschweiz und aus dem Bernbiet?
Ja, wir dürfen sicherlich eine grosse Anzahl Gäste aus den fremden Teilverbänden erwarten. Vor allem aus der Innerschweiz erhielt ich grosse Resonanz. Medienschaffende interessierten sich schon früh über Akkreditierungsmöglichkeiten.
Es wurden auch einige Eintrittstickets im Vorfeld bestellt.

plakat sf
Bildquelle: schwingklub-mittelrheintal.ch

Das Geburtstagskind, der Schwingklub Mittelrheintal, ist im Vergleich zu anderen Schwingklubs noch relativ jung. Welche Schwinger sind momentan eure Zugpferde? Wie sieht’s mit dem Nachwuchs aus?
Ja, wir sind eine junge Organisation. Früher hatten wir im Rheintal in einigen Dörfern Schwingkeller. Ein über die lokalen Grenzen bekannter Keller war sicherlich derjenige von Marbach, wo vormals die Gebrüder Ruedi und Max Kobelt, wie auch Lothar Herrsche trainierten.
Im Rheintal war vor 25 Jahren eine Organisationstrukturbereinigung notwendig. So wurde sozusagen in Montligen mit dem Schwingklub Mittelrheintal ein Trainingszentrum für die Rheintaler Schwinger gegründet. Im Moment investiert der Klub viel in den Nachwuchs – Erfolge zeichnen sich ab.
Bei den Aktivschwingern haben wir Freude an Beda Corray, Remo Meier und Pascal Huber. Sie machen grosse Fortschritte, da sie auch an überregionalen Trainings teilnehmen.

Was meint ihr, wem sind neben Matthias Sempach die grössten Siegchancen am nächsten Sonntag zuzurechnen?
Als Rheintaler hofft man natürlich auf einen Exploit eines Rheintalers. Realistisch gesehen werden die Innerschweizerkollegen neben Matthias Sempach stehen, und haben mit Sicherheit auch Siegchancen. Vergessen wir auch unsere NOS-Eidgenossen nicht: Wer weiss, ob einer „durchmarschieren“ kann – vielleicht Michael Bless?

Gab‘s keine Schwierigkeiten mit dem Nordostschweizerischen Schwingerverband (NOSV), respektive brauchtet ihr eine Sondergenehmigung, da der NOSV ansonsten bei Kantonalschwingfesten auf seinem Verbandgebiet keine auswärtigen Gäste einlädt?
Ja, wir brauchten eine Genehmigung vom ESV. Mir sind bis heute keine Schwierigkeiten bekannt. Ich denke, es ist für die NOS-Schwinger eine grosse Herausforderung und auch ein Stolz, sich mit derartig hochkarätigen Gästen messen zu dürfen. Zumal es ausser der Ehre noch um nichts geht.

Wie laufen die Vorbereitungen? Seid ihr auf Kurs?
Ja, wir sind auf Kurs. Wir haben ein kompetentes OK aus Schwingerkollegen zusammenstellen können, welche es verstehen ein Schwingfest zu organisieren. Ich persönlich durfte vor 10 Jahren bereits schon einmal ein OK eines Schwingfestes leiten.

Was wünscht ihr euch am meisten für das Schwingfest?
Angenehmes Wetter ist ein grosser Wunsch – dann ist der Zuschaueraufmarsch garantiert. Wir wünschen uns ein tolles Jubiläumsschwingfest mit allerlei Schwingergrössen aus der Vergangenheit. Wir freuen uns auch sehr, wenn die Schwingerkönige der vergangenen Jahre, Arnold Ehrensberger, Silvio Rüfenacht, Adrian Käser, Ernst Schläpfer, Thomas Sutter, Jörg Abderhalden, Nöld Forrer und selbstverständlich die Schwingerkönigin Sonja Kälin, unserer Einladung Folge leisten.
Wir bieten zudem bereits ab 09:00 Uhr eine Schwingerchilbi mit musikalischer Einstimmung auf das Fest an.

plakat mit unterhaltung
Bildquelle: schwingklub-mittelrheintal.ch

Wann wird entschieden, ob das Schwingfest am Sonntag durchgeführt oder verschoben wird?
Ich gehe davon aus, dass das Fest am 29.März stattfindet. Der Wetterbericht ist nicht sehr „rosig“, aber auch nicht so schlecht, dass das Fest verschoben werden muss. Über die Durchführung des Festes gibt die Telefonnummer 1600 am Sonntagmorgen ab 06:00 Uhr Auskunft.

Nach diesen ausführlichen und interessanten Antworten von Theo Schmid müsste eigentlich nun jeder Schwingerfreund Appetit auf ein tolles Schwingfest bekommen haben. Ich jedenfalls verspüre schon einen „Riesenhunger“ und lasse mir diesen Anlass sicher nicht entgehen.

Nun bleiben mir noch zwei Dinge: Einerseits ein grosses Dankeschön an Theo Schmid für das prompte und rasche Beantworten meiner Fragen. Andererseits die Bitte an Petrus: Lass es am kommenden Sonntag, am Tag des Sommerzeitbeginns, herzhaft Frühling sein!

feldwaldwiesenblogger

Brief aus dem Muotatal

Brief aus dem Muotatal
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Heisst es nun Brief aus dem Muotatal oder Brief aus dem Muotathal, mit oder ohne H nach dem Tal? Dieser Umstand hat mich die letzten fünf Monate bei der Beschreibung der Muotataler Volksmusik begleitet, und ich wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass es dafür sogar eine Regel gibt. Spricht man von der Ortschaft als solches, dann wird Muotathal mit H geschrieben. Ist aber die ganze Talschaft gemeint, dann schreibt man’s ohne H. Eben, weil ein Tal und nicht ein Thal gemeint ist. Denn im Duden schreibt man Tal auch ohne H… Capito?
Ich schreibe deshalb nun ganz bewusst „Brief aus dem Muotatal“, weil ich das ganze Tal und alle Bewohner (also auch die Riedter, Hintertaler, Hüritaler etc.) meine.

Zustupf
Zustupf Muotathaler Sennenchilbi 2015
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Über die Sennenchilbi im Muotatal habe ich unlängst viele Fotos auf Facebook und Twitter mit Kurzkommentaren hochgeladen. Heute widme ich mich dem an diesem Anlass vorgetragenen „Zustupf“, dem sogenannten Schnitzelbank der Sennen. Diese interessieren sich nämlich längst nicht mehr nur für ihre eigene Scholle, ihre Tiere und ihren Käse. Zu reden geben bei unseren Landwirten, Älplern und Käsern, wen wundert’s, auch der Dauerbrenner Agrarpolitik. Und natürlich ebenso deren Verwalter, gemeint sind vor allem „die“ in Bern „oben“.

Weiter wurde der Atomausstieg des Bundes thematisiert. Da niemand so recht weiss, wie das gehen soll, machen unsere Sennen gleich einen Vorschlag wie man Strom sparen könnte: „Wänn all d’Liirä wieder vo Hand tätid trüllä.“

Einen kritischen Blick wird auch auf den Bau einer zweiten Gotthardröhre geworfen: Vielleicht braucht man sie, wenn nicht heute dann morgen. Aber sicher nicht wegen unseren Traktoren.

Die Wald-Rodung oberhalb der „Fillgauer-Strass“, die sogenannte Machtlosigkeit der Waldbesitzerin OAK (Oberallmeindkorporation Schwyz) und das starrsinnige Schwyzer Forstamt wurden ebenso auf’s Korn genommen. Genauso wie die Strasse von Schwyz ins Muotatal. Da aus Spargründen kein Tunnel gebaut wird, wird die Schneeräumung „ussä-umä“ künftig auf den breiteren Strassen umso aufwändiger.

hirschen muotathal
Gasthaus Hirschen in Muotathal
(Bildquelle: muotathal.ch)

Just während dem Schreiben an diesem „Brief“ plumpste ein elektronischer Brief, im Fachjargon „Email“ genannt, in mein elektronisches Postfach.
Ich erlaube mir den widerzugeben, ohne den Absender deswegen gefragt oder kontaktiert zu haben, und hoffe, es sei für ihn auch okay. Diese Email erreichte mich nämlich via meine Adresse, welche ich auf der Blogseite stehen habe. Email’s auf diese Adresse, respektive deren Absender, müssen damit rechnen, dass sie eventuell auf meinem Blog landen. Diese Freiheit lasse ich mir jetzt einfach mal so. Weiter doch nicht schlimm, oder?

„LIEBER MUOTATHALER

Am 1. Mai möchte ich das Gasthaus Hirschen in Muotathal kaufen.

Dieses Restaurant strahlt für uns sehr viel Wärme aus, und die Geschichte des Hauses fasziniert uns.

Wir sind ein Paar, welches überzeugt ist, dass man aus dem Hirschen eine super Begegnungsstätte machen kann, sowohl für Einheimische wie auch Auswärtige.
Wir bieten deshalb innovativen Leuten die Möglichkeit, das Gasthaus Hirschen zu pachten, und zwar je nach Bedürfnis. Entweder nur das Restaurant mit Küche, die vielen Zimmer separat oder als WG.
Dieses Haus hat viel Potential für unkonventionelle Sachen, und wir sind schnell begeisterungsfähig.

Das Restaurant ist ab Mai bereit, das Inventar ist vorhanden und es kann sofort begonnen werden.

Über deinen Blog habe ich schon ein paarmal geschmunzelt. Vielleicht kennst du Leute, die unser Angebot interessiert.

Wir sind wirklich für vieles zu haben.

Mit schönen Grüssen

beat & hanni affentranger, Schwyz“

Sollte jemand von meinen Lesern Interesse an der Pachtung des Hirschens bekunden, darf er sich natürlich bei mir melden. Ich teile ihm dann gerne die genaue Adresse und Telefonnummer von Beat und Hanni mit. Adressen und Telefonnummern stelle ich grundsätzlich wegen der Wahrung der Privatsphäre nicht in meinen Blog.

Da ich schon etliche Male im Hirschen verweilte und auch schon viele schöne Stunden beim Musizieren dort verbringen durfte, mache ich quasi „Gratiswerbung“ für die neuen Besitzer. Es ist mir ein Anliegen, dass das schöne Lokal auch weitergeführt wird, wie das Restaurant Sonne, welches kürzlich als „Bastards Place“ wieder eröffnete.

Muotathal
Muotatal
Bildquelle: Beat Betschart, ab muotathal.ch

Die eben erst stattgefundenen Abstimmungen bringen den Gemeinderat Muotathal wohl zum Grübeln: Die Stimmbürger lehnten zwei von drei Gemeindevorlagen mehr oder minder deutlich ab. Die Totalrevision des Reglements über die Abfallentsorgung ging mit 713 Nein gegenüber 617 Ja zwar nur knapp bachab. Die Totalrevision des Abwasserreglements erfuhr mit 914 Nein und nur 413 Ja gar eine regelrechte Abfuhr.
Der Rat muss nun nochmals über die Bücher.

Meine Wenigkeit meint dazu: Alles was in unserem Tal mit Luftverschmutzung, Abfall und Abwasser zu tun hat, ist einfach eine zähe Angelegenheit. Das eine (die medial total übertriebene Luftverschmutzung) hängt mit den beiden Abstimmungsvorlagen sehr wohl zusammen. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass der gemeine Muotataler den Abfall lieber verbrennt statt ordentlich zu entsorgen, und das Abwasser lieber als Gülle auf die Felder versprüht statt korrekt den Abwasserleitungen zur ARA zuzufügen.
Nein nein, so ist es natürlich nicht. Viel mehr möchten die Bürger beide Reglemente überarbeitet wissen, da sie mit den befürchteten Auswirkungen nicht zufrieden sind. Meine Wenigkeit mit eingeschlossen.

Zum Abschluss meines Briefes aus dem Muotatal grüsse ich ganz herzlich den Rest der Welt!

feldwaldwiesenblogger

Sieben Fragen an Nick Betschart zur Eröffnung des Bastards Place

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(Bildquelle: Facebook-Seite von Bastards Place)

Morgen Samstag, 14. März, ist es soweit: Das altehrwürdige Restaurant Sonne wird wieder eröffnet. Allerdings mit „Bastards Place“ unter neuem Namen. Als Info kann auf der Facebook-Seite von Bastards Place folgendes entnommen werden: „Schaut vorbei und geniesst ein paar Drinks in gemütlicher Saloon Atmosphäre.“

Dies veranlasste mich wieder einmal „Sieben Fragen an“ loszuwerden, und schrieb deshalb Nick Betschart, den Betreiber des neuen Lokals, an. Betschart erklärte sich bereit, mir Auskunft zu geben, und so horchte ich ihn zum Bastards Place aus.

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Bastards Place
(Bildquelle: Nick Betschart)

Frage 1: Wer betreibt und führt das Bastards Place? Wann habt ihr geöffnet?

Das Bastards Place wird von mir geführt, mit Unterstützung von Jenny Marty. Jenny wird an der Theke stehen. Ich bin jeweils am Wochenende anwesend, unter der Woche aber nicht jeden Abend.
Wir haben von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Mittwoch und Donnerstag von 16 bis etwa 22 Uhr, Freitag von 16 bis 24 Uhr und Samstag/Sonntag von 14 Uhr bis 24 Uhr.

Frage 2: Wer hatte die Idee, das Restaurant Sonne als Bastards Place wieder zu eröffnen? Wo und wann wurde das Unterfangen spruchreif?

Das war meine Idee. Ich wollte schon seit längerem im Muotatal etwas Eigenes auf die Beine stellen und etwas Rockiges und Saloon-mässiges in unser Tal bringen. Die konkrete Idee dazu hatte ich letzten Herbst.
Übrigens: Ich mietete das Restaurant Sonne letzten Herbst mal, und zwar für das Abschlussessen der Organisatoren des Muotathaler Dorffestes, welches am 1. August über die Bühne ging.

Frage 3: Wieso der Name „Bastards Place“? Hat es eine besondere Bewandtnis auf sich? Gibt’s eine Geschichte dazu?

Da ich bereits in Muotathal und in Küssnacht zwei Tätowierstudios mit dem Namen „Bastards Paradise“ besitze, war es meine Absicht, das neue Lokal ähnlich zu benennen. Zudem: Bastarde sind Mischlinge. Tätowierte wurden früher schräg angeschaut. Leute, die viel trinken auch. Das Bastards Place soll eine eigene Welt sein.

Frage 4: Auf eurer Facebook-Seite steht „ (…) in gemütlicher Saloon Atmosphäre.“ Wieso gerade Saloon-Style? Gibt’s im Muotatal nun einen Country-Schuppen?

Ein Saloon ist etwas, wo ich mich zuhause fühle. Muotatal und Saloon passt, nur schon wegen der Landwirtschaft und der Liebe zu den Tieren.
Ein Country-Schuppen wird das nicht. Rock, Country-Rock, Rockabilly, Rock’n’Roll, Blues und auch Ländlermusik wird man im Bastards Place zu hören bekommen. Ganz sicher kein HipHop, Techno und solches Zeugs.

bild 2
Bastards Place
(Bildquelle: Nick Betschart)

Frage 5: Was darf man als Gast im neuen Lokal erwarten? Spezielle Getränke, Snacks, Livemusik?

Getränkemässig werden wir etwa das gleiche Sortiment wie das Valley Pub (ebenfalls ein Lokal in Muotathal) führen. Das Ess-Sortiment wird aus Fastfood bestehen, mit mehr Auswahl als das Pub. Es wird Pizzas, Schnitzelbrot, Knoblibrot und Hamburger geben.
Das Ziel ist, ab kommendem April an jedem Samstag Livemusik anzubieten.

Frage 6: Wen möchtet ihr mit dem Bastards Place ansprechen? Wird das auch ein Lokal für Jung und Alt?

Ja, ich hoffe sehr, dass es Jung und Alt anspricht. Einerseits gibt es für die Jungen eine Lounge. Andererseits für die älteren Herrschaften auch Tische mit Stühlen, wo sie gemütlich ein Glas Wein trinken können.
Es wird deshalb ab dem frühen Samstagnachmittag bereits Livemusik geben, damit jedermann Zeit findet, irgendwann ein Stündchen Musik zu hören.
Livemusik wird es für gewöhnlich nur am Samstag geben, jeweils von etwa 14 bis 20 Uhr.

Frage 7: Gab’s bei der Vorbereitung auch Probleme? Musstet ihr auch Hindernisse, die die Eröffnung erschwerten, aus dem Weg räumen?

Nein, eigentlich nicht. Das Ganze gab viel Arbeit, und es lief gut. Ich hatte sehr viele Helfer, denen ich für ihre grosse Unterstützung meinen Dank aussprechen möchte. Diese Unterstützung hat auch vieles einfacher gemacht.

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Lounge im Bastards Place
(Bildquelle: Nick Betschart)

Ich bedanke mich bei Nick Betschart für das Beantworten meiner Fragen und den Fotos. Seine Antworten, aber auch die Bilder, machen mich neugierig, und ich werde dem neuen Lokal sicher auch bald einen Besuch abstatten.

Es ist doch immer wieder schön, wenn sich junge Leute für eine Sache stark machen und etwas wagen. Ich jedenfalls wünsche Nick Betschart alles Gute und viel Erfolg mit dem Bastards Place.

feldwaldwiesenblogger

Sprechstunde bei Doktor Armin Ablondi

bild_doktor armin ablondi
Doktor Armin Ablondi
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Doktor Armin Ablondi wurde kürzlich von Frau SH (Name der feldwaldwiesenblog-Redaktion bekannt) aufgesucht. Die gute Dame hat mitbekommen, dass nebst lokalen Persönlichkeiten auch schon so nationale Grössen wie Schwingerkönig Kilian Wenger, Weltwoche-Chef Roger Köppel oder SVP-Obermotzer Christoph Mörgeli bei dem berühmt-berüchtigten Doktor in der Sprechstunde waren. Das Ergebnis war meist erfreulich. Ausser bei Mörgeli hat bisher bei allen Patienten die Behandlung angeschlagen. Weiss der Kuckuck, was da schief lief…

Nun, Frau SH lag jetzt auch auf Ablondis Couch. Gerüchteweise ist mir zu Ohren gekommen, was genau in der Praxis gesprochen wurde.

Frau SH: „Guten Tag Herr Doktor Ablondi.“
Doktor Ablondi: „Guten Tag Frau SH, wie geht’s Ihnen?“
Frau SH: „Gar nicht gut. Mein Mann hat mich rausgeschmissen!“
Doktor Ablondi: „Wieso das denn? Was ist geschehen?“
Frau SH: „Meine angebliche Vorliebe für SVP-Männer ging ihm gewaltig auf den Kecks…“
Doktor Ablondi: „Angebliche Vorliebe für SVP-Männer? Das müssen Sie mir genauer erklären.“
Frau SH: „Nun, letzten Dezember hatte ich mich bei einer Feier nicht mehr im Griff. Ich schnappte mir wieder einen SVP-Mann, und schwupps war’s passiert…“
Doktor Ablondi: „Was ist denn passiert?“
Frau SH: „Ich trank ein bisschen zu viel und verspürte den plötzlichen Drang, einen SVP-Mann aufzureissen…“
Doktor Ablondi: „Ist es Ihnen gelungen? Haben Sie ihn flach gelegt?“
Frau SH: „Und wie! Wir waren beide voll mit K.O.-Tropfen, äh mit Zuger Kirsch, und haben uns benommen wie die Tiere. Der gute Mann hat sogar eine Schramme abbekommen…“
Doktor Ablondi: „Wie ging’s weiter?“
Frau SH: „Die Leute von der Feier haben mitbekommen, was wir getrieben haben. Wir schnappten uns ein Taxi und fuhren schleunigst davon.“
Doktor Ablondi: „Und dann?“
Frau SH: „Mein Mann nahm mich in Empfang und schimpfte lauthals mit mir. Das Wort Schlampe fiel…“
Doktor Ablondi: „Ein ganz schlimmes Wort…“
Frau SH: „Er empfahl mir am nächsten Morgen, mich bei einem Kommunikationsprofi beraten zu lassen.“
Doktor Ablondi: „Was riet dieser Ihnen?“
Frau SH: „Ich soll Schmerzen im Unterleib vortäuschen und schurstracks mich im Spital auf eine mögliche Vergewaltigung untersuchen lassen…“
Doktor Ablondi: „Oha, starker Tobak!“
Frau SH: „Ja, gewiss. Eine vorschnelle Ärztin, eine Deutsche, machte Meldung bei der Polizei. Ohne mich zu fragen…“
Doktor Ablondi: „Und dann lief alles aus dem Ruder, oder…?“
Frau SH: „Das tat es. Der SVP-Mann wurde verhaftet, wir beide gerieten in die Schlagzeilen. Grausam…“
Doktor Ablondi: „Schrecklich…“
Frau SH: „Die Geschichte zog dermassen seine Kreise, ich war machtlos… Ich musste lügen!“
Doktor Ablondi: „Lügen?“
Frau SH: „Mein Kommunikationsprofi riet mir, aus dem Zuger Kirsch K.O.-Tropfen zu machen, und mich analysieren zu lassen…“
Doktor Ablondi: „Mit negativem Ergebnis?“
Frau SH: „Gewiss. Ich war immer bei vollem Bewusstsein und nie k.o., nur beschwipst…“
Doktor Ablondi: „Kein Wunder bei dem feinen Zuger Kirsch…“
Frau SH: „Wie bitte?“
Doktor Ablondi: „Ach nichts, habe nur laut gedacht. Wie kann ich Ihnen helfen?“
Frau SH: „Mein Mann stellte mich vor die Tür, er hat genug…“
Doktor Ablondi: „Hier können Sie aber nicht bleiben…“
Frau SH: „Habe ich auch nicht vor. Ich brauche dringend Ihren Rat!“
Doktor Ablondi: „Hm, inwiefern?“
Frau SH: „Wie komme ich aus der ganzen Geschichte wieder raus?“
Doktor Ablondi: „Sie wissen aber schon, dass ich ein Doktor bin, und kein Psychologe. Ich habe für dies und das Mitteli, aber für Ihren Fall?“
Frau SH: „Ihre Behandlung von Schwingerkönig Wenger hat mich tief beeindruckt…“
Doktor Ablondi: „Ja, schon, aber der hatte ja auch ein körperliches Problem…“
Frau SH: „Das habe ich in einem gewissen Sinne ja auch. Ich leide…“
Doktor Ablondi: „Da sind Sie ein Stück weit ja auch selber schuld. Unbedarfte SVP-Männer flach legen…“
Frau SH: „Was heisst da flach legen? Diesen einen habe ich geliebt. Er versprach mir sogar, seine Frau für mich zu verlassen…“
Doktor Ablondi: „Und das haben Sie ihm geglaubt? Wie naiv sind denn Sie?“
Frau SH: „Schimpfen Sie nur mit mir, Sie haben ja Recht!“
Doktor Ablondi: „Ich habe immer Recht! Will die Kirche aber mal im Dorf lassen. Es gingen schon andere Persönlichkeiten fremd. Denken Sie nur an US-Präsident Clinton…“
Frau SH: „Ich weiss. Sowas kann immer schlimm enden. Meine Polit-Karriere steht auf dem Spiel. Die Partei möchte mich für die Nationalratswahlen aufstellen, ich bin doch nicht mehr tragbar…“
Doktor Ablondi: „Papperlapapp. Ich koche Ihnen jetzt meinen berühmt-berüchtigten Muotithaler Fänz. Der bringt Sie wieder auf die Beine und auf andere Gedanken.“
Frau SH: „Oh, vielen Dank, Herr Doktor!“
Doktor Ablondi: „Er heilt Sie auch von ihrer SVP-Männer-Sucht.“
Frau SH: „Ja ja, schon gut…“
Doktor Ablondi: „Nun essen Sie schon. Und dann entschuldigen Sie sich bei Ihrem Mann, beim SVP-Mann und allen anderen die Sie belogen haben.“
Frau SH: „Bei meinem Mann, ja. Aber bei den anderen. Muss das wirklich sein?“
Doktor Ablondi: „Ja, das muss sein. Wenn Sie mir Ihr Wort jetzt nicht an Ort und Stelle geben, sperre ich Sie ins Hölloch!“
Frau SH: „Sie haben mein Wort, Herr Doktor. Ich werde Abbitte leisten.“
Doktor Ablondi: „Na also, geht doch. Wie schmeckt der Fänz?“
Frau SH: „Ausgezeichnet. Er wirkt schon…“
Doktor Ablondi: „Soso. Was für Veränderungen spüren Sie?“
Frau SH: „Ich verspüre keine Lust mehr auf SVP-Männer. Dafür umso mehr auf Muotithaler Doktoren…“

feldwaldwiesenblogger

Muotathaler Volksmusik: Weitere Anekdoten und was an der Sennenchilbi musikalisch geboten wird

antike bibliothek (de.forwallpaper.com)(Bildquelle: de.forwallpaper.com)

Die Anekdoten zur Muotathaler Volksmusik habe ich alle beisammen. Ich werde sie noch ein bisschen redigieren, und dann ebenfalls zum Haupttext abgeben. Ob und welche davon den Weg ins Schwyzer Heft finden werden, wissen momentan wohl nur die Volksmusik-Götter.

Beim Durchlesen meiner Anekdoten-Sammlung stiess ich auf vier interessante Episoden, welche ich noch in keinen Blogbeitrag gepackt habe. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und veröffentliche sie deshalb heute.
Folgende Kurzgeschichten hat mir übrigens Werner Schelbert (Seppälers) erzählt, als ich ihm zum Thema „Muotathaler Mulörgler“ aushorchte.

Anekdote 1:
Eines Abends, als das Mundharmonika-Quartett Muotathal im Restaurant Bödeli (Meitschä) musizierte, sagte Franz Föhn (Bethälis) zu ihnen: „Wenn ihr aufhört zu spielen, gebe ich euch 20 Franken.“ Die vier gingen sofort darauf ein, und Franz gab den lustigen Musikanten die 20 Franken.
Nach einer halben Stunde sagte Franz plötzlich: „Beginnt doch wieder zu mulörgelen.“

Anekdote 2:
Eines Tages sassen ein paar Wirtshausbesucher im Restaurant Schwarzenbach und hatten es „diänig“ miteinander. Josef Schelbert (Schützähüslers Sefful) war auch dabei und stellte eine Forderung in den Raum: Alle, die kein Tänzli auf dem Schwyzerörgeli, welches sich hier im Restaurant befindet, spielen können, müssen einen Liter Wein bezahlen. Von den Anwesenden spielte darauf einer ums andere ein Stückli auf dem Örgeli. Zuletzt war Josef der einzige, welcher keinen Tanz spielen konnte, und der erste, welcher einen Liter Wein bezahlen musste.

Anekdote 3:
Kari Imhof (Hofers Kartsch) hat auch Mulörgeli gespielt. „Bliänäli“ hat ihn einmal zu sich ins Lipplisbüöl eingeladen und ihm zudem in Aussicht gestellt: Wenn er zu ihm in seine Alphütte ins Lipplisbüöl komme und ein paar Tänzli auf dem Mulörgeli spiele, dürfe Kari so viel Milch trinken wie er nur mag. Gesagt – getan, Kari kam und spielte ein paar Tänzli. Darauf stellte ihm „Bliänäli“ eine Mutte voll mit Milch auf den Tisch (etwa 8 bis 9 Liter), welche der grosse und baumstarke Mann gierig trank. Als Kari etwas später dann wieder Musik machen sollte, war er wegen der vielen Milch bereits eingeschlafen.

Anekdote 4:
Franz Betschart (Malers) hat Willi Suter (Stützlers) vor vielen Jahren öfters gehört, wie dieser auf seiner Handorgel musizierte. Franz sagte deshalb eines Tages zu Willi: „Verkauf die Kiste und kauf einen Kasten. Ich lerne dich frank und frei vergeben ‚tütschen‘.“
Mit Kiste war die Handorgel gemeint, mit Kasten das Klavier.

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(Bildquelle: schwyz-tourismus.ch)

Mein zweiter Schwerpunkt von heute ist als kleine Vorschau auf die dieses Wochenende stattfindende Sennenchilbi gedacht. Was mich vorgängig vor allem interessiert, ist die Volksmusik, welche zu diesem Anlass gespielt wird, und wo überall der Besucher nebst traditionellem Brauchtum auch urchige Ländlermusik hören kann.
Ich informierte mich dabei bei keinem geringeren als dem Sennenpräsidenten, Oskar Pfyl.

Auf der Homepage der erlebniswelt muotathal habe ich folgenden Hinweis zur Sennenchilbi gefunden:
„Nach fünf Jahren findet am 7. und 8. März 2015 wieder eine Sennenchilbi statt. Der urchige Sennentanz am Samstagabend (7. März) eröffnet die Sennenchilbi. Die Sennenmesse am Sonntagmorgen in der Pfarrkirche und das Sennenmahl in der Aula sind weitere Eckpunkte. Am Sonntagnachmittag findet der grosse Sennenchilbiumzug mit vielen traditionellen und urchigen Brauchtümern statt. Neben vielen verschiedenen Nutztieren wird auch der Alltag auf einem Land- und Alpwirtschaftsbetrieb dargestellt. Dabei kommt der gemütliche Teil sicher auch nicht zu kurz. Anschliessend an den Umzug findet in der Mehrzweckhalle noch ein kleines Unterhaltungsprogramm mit dem Zustupf statt.“

Auf der Homepage von Schwyz Tourismus war zudem zu lesen: „Die Sennengesellschaft Muotathal hat für den 7. und 8. März ein urchiges Programm zusammengestellt.“

Über dieses urchige Programm habe ich mich am Mittwochabend kurz mit Oskar Pfyl unterhalten.

Beim Sennentanz am Samstagabend, welcher ein öffentlicher Anlass in der Aula Muotathal ist, wird das Ländlertrio Chaltbächler-Gruess aus Schwyz zum Tanz aufspielen. Ein eigentliches Unterhaltungsprogramm wird es aber nicht geben.

Die Sennenmesse am Sonntagmorgen wird musikalisch vom Jodelklub Muotathal umrahmt. Zum Abschluss der Messe wird Heinz Gwerder (Wiezeners) den Alpsegen rufen.

Das anschliessende Sennenmahl findet ebenfalls in der Aula statt. Der Anlass ist öffentlich, man musste sich aber vorher anmelden.
Während dem Mahl wird auch Ländlermusik zu hören sein. Aufspielen werden die beiden einheimischen Jungmusikanten und Schwyzerörgeler Willi Betschart (Zenis) und Dominik Langenegger.
Die Jungjutzer am Mythen werden dort auch einen Auftritt haben. Bei dieser Formation sind laut Oskar Pfyl relativ viele Muotathaler dabei.

Beim nachmittäglichen Sennenchilbi-Umzug werden nebst dem urchigen Brauchtum auf einigen Wagen auch Ländlermusik-Töne zu vernehmen sein. Bei welchen wusste Oskar Pfyl nicht, denn er überliess diese Organisation den einzelnen Wagenführern.

Anschliessend findet in der Mehrzweckhalle Stumpenmatt ein Bühnenspiel, ein Unterhaltungsprogramm mit acht Programmpunkten (inklusive Zustupf), statt. Zustupf? Der Duden weiss, dass das Wort „Stupf“ althochdeutschen Ursprungs ist, und so viel wie „Stachel, Stich“ bedeutet. Für unsere Sennen ist ein „Zustupf“ ein schnitzelbank-ähnlicher Vortrag, welcher gewisse Geschehnisse aus Gesellschaft und Politik auf die Schippe nimmt. Man will mit diesem „Zustupf“ also gegen gewisse Dinge sticheln oder gegen sie „stüpfen“. Verraten wird noch nichts, nur so viel: Gereimt hat das ganze Robert Marty (Grätzers).
Weiter im Programm sind der Jodelklub und die Trachtengruppe Muotathal sowie eine Kindertanzgruppe, welche extra für die Sennenchilbi ins Leben gerufen wurde. Margrit Heinzer übte mit Kindern zwei Trachtentänze ein. Zu hören sind auch ein Büchel-Solist und die drei Naturjuuz-Kollegen Bernhard Betschart (Lipschä), Christian Gwerder (Heiris) sowie Heinz Gwerder (Wiezeners). Abgerundet wird das Ganze vom Alpsegen, welcher Oskar Pfyl rufen wird.
Am Ende des Programmes spielen Armin Ablondi, Christian Gwerder (Heiris) und Daniel Heinzer (Zeläschtis) lüpfige Ländlermusik zum Ausklang der Sennenchilbi.

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(Bildquelle: schwyz-tourismus.ch)

Zum Abschluss bleibt mir nur noch die höfliche Bitte in urchigem Muotathalerdialekt: „Chömid am nächschtä Wuchänändi doch au zuänis is Thal innä a d’Sännächilbi!“

feldwaldwiesenblogger

Schwingen im Muotathal

schwingkolumne

Liebe Schwingerfreunde. Der Winter ist kalendarisch vorbei, draussen in der Natur jedoch noch nicht ganz. Trotzdem: Die Outdoor-Schwingerei steht schon bald wieder in den Startlöchern, und hat drinnen mit einigen Hallenfesten bereits wieder gestartet. Zeit für mich, aus dem schwingerischen Winterschlaf zu erwachen, und in meinem Blog die Sägemehl-Saison 2015 einzuläuten.

Nach dem letztjährigen Schwingprojekt mit den fünf Spitzenschwingern habe ich mir in der letzten Woche konkrete Gedanken gemacht, mit was ich mich dieses Jahr beschäftigen möchte.
Dabei hatte ich die Eingebung: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Heisst, dass ich mich dieses Jahr schwerpunktmässig auf das Schwingen im Muotathal konzentrieren möchte.

Den Präsidenten des Schwingklubs Muotathal, René Schelbert, habe ich bereits kontaktiert. Ich erklärte ihm mein Unterfangen und gab ihm mündlich meine Themenliste durch. Damit ich mich etwas tiefer in die Materie reinwühlen kann, hat mich René Schelbert am Sonntag im Schwingkeller mit viel Material versorgt.

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(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

René Schelbert befand meine Themenliste übrigens als gut. Ich fragte ihn auch um einen Input seinerseits. Dazu meinte er, dass ich seinen Vater Paul doch mal aufsuchen solle. Dieser könnte mir sicher noch die eine oder andere Anekdote erzählen.

Meine Themenliste sieht also nun folgendermassen aus:
1. Das aktuelle Geschehen
2. Stellenwert des Schwingens im Muotathal?
3. Wie ist es um den Nachwuchs bestellt?
4. Porträt von der Nachwuchshoffnung Ralf Schelbert (Bisisthal)
5. Ehemalige Schwinggrössen im Muotathal
6. Kurzer Geschichtlicher Abriss des Schwingens im Muotathal
7. Anekdoten von und über die Schwingerei im Thal
8. Was für Aufgaben hat der Schwingklub-Präsident René Schelbert?
9. Die Schwingfeste 2015 im Muotathal

Das wären jetzt eigentlich meine Schwerpunkte. Aber ich bin mit neun Themen nicht ganz zufrieden, sieht irgendwie nicht komplett aus. Deshalb habe ich mich entschieden, als Punkt zehn einen weiteren Muotathaler hinzuzunehmen:
10. Was für Aufgaben hat der neue Presseschef des Schwyzer Kantonalen Schwingerverbandes (Michael Schelbert, Muotathal)?

Ich denke, mit diesen zehn Schwerpunkten bin ich für eine Weile beschäftigt. An die eigentliche Arbeit mache ich mich erst anfangs April, nach Abschluss der Arbeiten zur Muotathaler Volksmusik. Diese Vorankündigung ist aber als kleines Zückerchen für mich und meine Schwingerfreunde gedacht. Denn: Ich freue mich jetzt schon riesig auf die kommende Saison.

Für das Thema drei, „Wie ist es um den Nachwuchs bestellt?“, bot sich mir letzten Freitag die Gelegenheit, jetzt schon ein Bild unserer Jungschwinger beim Training (im Schwingkeller des Schwingklub Muotathals) zu bekommen. Dieses Foto stellte mir Michael Schelbert, der oben erwähnte Pressechef des Schwyzer Kantonalen Schwingerverbandes, zur Verfügung. Besten Dank!

jungschwingertraining im schwingkeller
(Bildquelle: Michael Schelbert)

Wie es aber um unseren Nachwuchs wirklich bestellt ist, werde ich in den nächsten Monaten erfahren. Diesem und den anderen Themen werde ich mich im Frühling und Sommer intensiv widmen.

Als Abschluss meiner ersten Schwingkolumne von 2015 führe ich für dieses Jahr zugleich etwas Neues ein. Jedes Mal wird am Schluss ein Schwung aus dem Lehrbuch des Eidgenössischen Schwingerverbandes „Das Schwingen“ vorgestellt. Dieses Lehrbuch stammt übrigens aus dem Jahr 1978, und soll in Bälde durch ein neues ersetzt werden.

Heute: Der Kurz
Im Lehrbuch wird dieser Schwung wie folgt erklärt: „Der Kurzzug ist der wohl am meisten angewandte Schwung. Er ist einer der ursprünglichsten, aber auch der naheliegendste Schwung und wird deshalb dem jungen Schwinger schon ganz am Anfang beigebracht. Der Kurz muss mit aller Konzentration, voller Wucht und äusserst explosiv ausgeführt werden. Vorbereitung, Ausführung und Wurf müssen ineinander übergehen und als eine Bewegung wirken.“

kurz
(Bildquelle: „Das Schwingen“ – Lehrbuch des Eidgenössischen Schwingerverbandes, 1978)

Mit Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger