Muotathaler Volksmusik: Weitere Anekdoten und was an der Sennenchilbi musikalisch geboten wird

antike bibliothek (de.forwallpaper.com)(Bildquelle: de.forwallpaper.com)

Die Anekdoten zur Muotathaler Volksmusik habe ich alle beisammen. Ich werde sie noch ein bisschen redigieren, und dann ebenfalls zum Haupttext abgeben. Ob und welche davon den Weg ins Schwyzer Heft finden werden, wissen momentan wohl nur die Volksmusik-Götter.

Beim Durchlesen meiner Anekdoten-Sammlung stiess ich auf vier interessante Episoden, welche ich noch in keinen Blogbeitrag gepackt habe. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und veröffentliche sie deshalb heute.
Folgende Kurzgeschichten hat mir übrigens Werner Schelbert (Seppälers) erzählt, als ich ihm zum Thema „Muotathaler Mulörgler“ aushorchte.

Anekdote 1:
Eines Abends, als das Mundharmonika-Quartett Muotathal im Restaurant Bödeli (Meitschä) musizierte, sagte Franz Föhn (Bethälis) zu ihnen: „Wenn ihr aufhört zu spielen, gebe ich euch 20 Franken.“ Die vier gingen sofort darauf ein, und Franz gab den lustigen Musikanten die 20 Franken.
Nach einer halben Stunde sagte Franz plötzlich: „Beginnt doch wieder zu mulörgelen.“

Anekdote 2:
Eines Tages sassen ein paar Wirtshausbesucher im Restaurant Schwarzenbach und hatten es „diänig“ miteinander. Josef Schelbert (Schützähüslers Sefful) war auch dabei und stellte eine Forderung in den Raum: Alle, die kein Tänzli auf dem Schwyzerörgeli, welches sich hier im Restaurant befindet, spielen können, müssen einen Liter Wein bezahlen. Von den Anwesenden spielte darauf einer ums andere ein Stückli auf dem Örgeli. Zuletzt war Josef der einzige, welcher keinen Tanz spielen konnte, und der erste, welcher einen Liter Wein bezahlen musste.

Anekdote 3:
Kari Imhof (Hofers Kartsch) hat auch Mulörgeli gespielt. „Bliänäli“ hat ihn einmal zu sich ins Lipplisbüöl eingeladen und ihm zudem in Aussicht gestellt: Wenn er zu ihm in seine Alphütte ins Lipplisbüöl komme und ein paar Tänzli auf dem Mulörgeli spiele, dürfe Kari so viel Milch trinken wie er nur mag. Gesagt – getan, Kari kam und spielte ein paar Tänzli. Darauf stellte ihm „Bliänäli“ eine Mutte voll mit Milch auf den Tisch (etwa 8 bis 9 Liter), welche der grosse und baumstarke Mann gierig trank. Als Kari etwas später dann wieder Musik machen sollte, war er wegen der vielen Milch bereits eingeschlafen.

Anekdote 4:
Franz Betschart (Malers) hat Willi Suter (Stützlers) vor vielen Jahren öfters gehört, wie dieser auf seiner Handorgel musizierte. Franz sagte deshalb eines Tages zu Willi: „Verkauf die Kiste und kauf einen Kasten. Ich lerne dich frank und frei vergeben ‚tütschen‘.“
Mit Kiste war die Handorgel gemeint, mit Kasten das Klavier.

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(Bildquelle: schwyz-tourismus.ch)

Mein zweiter Schwerpunkt von heute ist als kleine Vorschau auf die dieses Wochenende stattfindende Sennenchilbi gedacht. Was mich vorgängig vor allem interessiert, ist die Volksmusik, welche zu diesem Anlass gespielt wird, und wo überall der Besucher nebst traditionellem Brauchtum auch urchige Ländlermusik hören kann.
Ich informierte mich dabei bei keinem geringeren als dem Sennenpräsidenten, Oskar Pfyl.

Auf der Homepage der erlebniswelt muotathal habe ich folgenden Hinweis zur Sennenchilbi gefunden:
„Nach fünf Jahren findet am 7. und 8. März 2015 wieder eine Sennenchilbi statt. Der urchige Sennentanz am Samstagabend (7. März) eröffnet die Sennenchilbi. Die Sennenmesse am Sonntagmorgen in der Pfarrkirche und das Sennenmahl in der Aula sind weitere Eckpunkte. Am Sonntagnachmittag findet der grosse Sennenchilbiumzug mit vielen traditionellen und urchigen Brauchtümern statt. Neben vielen verschiedenen Nutztieren wird auch der Alltag auf einem Land- und Alpwirtschaftsbetrieb dargestellt. Dabei kommt der gemütliche Teil sicher auch nicht zu kurz. Anschliessend an den Umzug findet in der Mehrzweckhalle noch ein kleines Unterhaltungsprogramm mit dem Zustupf statt.“

Auf der Homepage von Schwyz Tourismus war zudem zu lesen: „Die Sennengesellschaft Muotathal hat für den 7. und 8. März ein urchiges Programm zusammengestellt.“

Über dieses urchige Programm habe ich mich am Mittwochabend kurz mit Oskar Pfyl unterhalten.

Beim Sennentanz am Samstagabend, welcher ein öffentlicher Anlass in der Aula Muotathal ist, wird das Ländlertrio Chaltbächler-Gruess aus Schwyz zum Tanz aufspielen. Ein eigentliches Unterhaltungsprogramm wird es aber nicht geben.

Die Sennenmesse am Sonntagmorgen wird musikalisch vom Jodelklub Muotathal umrahmt. Zum Abschluss der Messe wird Heinz Gwerder (Wiezeners) den Alpsegen rufen.

Das anschliessende Sennenmahl findet ebenfalls in der Aula statt. Der Anlass ist öffentlich, man musste sich aber vorher anmelden.
Während dem Mahl wird auch Ländlermusik zu hören sein. Aufspielen werden die beiden einheimischen Jungmusikanten und Schwyzerörgeler Willi Betschart (Zenis) und Dominik Langenegger.
Die Jungjutzer am Mythen werden dort auch einen Auftritt haben. Bei dieser Formation sind laut Oskar Pfyl relativ viele Muotathaler dabei.

Beim nachmittäglichen Sennenchilbi-Umzug werden nebst dem urchigen Brauchtum auf einigen Wagen auch Ländlermusik-Töne zu vernehmen sein. Bei welchen wusste Oskar Pfyl nicht, denn er überliess diese Organisation den einzelnen Wagenführern.

Anschliessend findet in der Mehrzweckhalle Stumpenmatt ein Bühnenspiel, ein Unterhaltungsprogramm mit acht Programmpunkten (inklusive Zustupf), statt. Zustupf? Der Duden weiss, dass das Wort „Stupf“ althochdeutschen Ursprungs ist, und so viel wie „Stachel, Stich“ bedeutet. Für unsere Sennen ist ein „Zustupf“ ein schnitzelbank-ähnlicher Vortrag, welcher gewisse Geschehnisse aus Gesellschaft und Politik auf die Schippe nimmt. Man will mit diesem „Zustupf“ also gegen gewisse Dinge sticheln oder gegen sie „stüpfen“. Verraten wird noch nichts, nur so viel: Gereimt hat das ganze Robert Marty (Grätzers).
Weiter im Programm sind der Jodelklub und die Trachtengruppe Muotathal sowie eine Kindertanzgruppe, welche extra für die Sennenchilbi ins Leben gerufen wurde. Margrit Heinzer übte mit Kindern zwei Trachtentänze ein. Zu hören sind auch ein Büchel-Solist und die drei Naturjuuz-Kollegen Bernhard Betschart (Lipschä), Christian Gwerder (Heiris) sowie Heinz Gwerder (Wiezeners). Abgerundet wird das Ganze vom Alpsegen, welcher Oskar Pfyl rufen wird.
Am Ende des Programmes spielen Armin Ablondi, Christian Gwerder (Heiris) und Daniel Heinzer (Zeläschtis) lüpfige Ländlermusik zum Ausklang der Sennenchilbi.

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(Bildquelle: schwyz-tourismus.ch)

Zum Abschluss bleibt mir nur noch die höfliche Bitte in urchigem Muotathalerdialekt: „Chömid am nächschtä Wuchänändi doch au zuänis is Thal innä a d’Sännächilbi!“

feldwaldwiesenblogger

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