Schwyzer Kantonales Schwing- und Älplerfest: Eine kleine Änderung bei der Einteilung und Bilder-Rückblick

Das stimmungsvolle Schwyzer Kantonale Schwing- und Älplerfest in Küssnacht ist nun schon seit vier Tagen Geschichte. Viel wurde darüber geschrieben und berichtet.
In diesem Beitrag möchte ich eine kleine Änderung bei der Einteilung erwähnen und mit meinen eigenen Bilder zurückblicken.

Kleine Änderung bei der Einteilung
Die Einteilung des Schwyzer Kantonalen Schwingfestes von Küssnacht entschied sich nämlich zu folgendem:
Alle Kranzschwinger, welche im ersten Gang gestellt oder verloren haben, bekamen im zweiten Gang einen Nichtkranzer zugeteilt. Die Änderung lag darin, dass dies bisher erst beim dritten Gang der Fall war.

Die Einteilung wollte mit dieser Änderung vor allem zwei Dinge erreichen: An der Spitze sollen sich nach zwei Gängen nicht mehr so viele Nichtkranzer befinden, und die Spannung soll dadurch erhöht werden.
Mit der bisherigen Vorgehensweise war es vielfach so, dass eine Zwischenrangliste nach zwei Gängen nicht wirklich aussagekräftig war. Zu viele Nichtkranzer befanden sich zuvorderst. Eine Zäsur erfolgte erst im dritten Gang.

In der Vergangenheit wurde diese geänderte Vorgehensweise zwar auch schon an einzelnen Schwyzer Kantonalfesten durchgeführt. Damals jedoch noch nicht konsequent, denn es wurden nur einige Paarungen im zweiten Gang so eingeteilt.

In Küssnacht wurde diese Entscheidung nun konsequent durchgesetzt. Bis auf den Rothenthurmer Alex Schuler bekamen alle Kranzschwinger, welche den ersten Gang verloren oder gestellt haben, im zweiten Gang einen Nichtkranzer.
Dabei lösten die Nichtkranzer Ralf Schelbert, Silvan Betschart, Daniel Grab und Theo Blaser ihre Aufgabe im zweiten Gang erfolgreich und ebneten sich so unter anderem ihren Weg zum ersten Kranz.

Am Frühjahresschwinget in Oberarth führte die Einteilung diese Änderung bereits so durch. Da die Verantwortlichen dort mit dem Ergebnis zufrieden waren, wurde dieses Prozedere nun auch in Küssnacht angewendet. Mit Erfolg, denn für Spannung war während dem ganzen Tag gesorgt.
Übrigens: Der definitive Entscheid, dies so durchzuführen, fiel erst am Sonntagmorgen nach dem ersten Gang. Man wollte nämlich die Resultate des ersten Ganges noch abwarten.

Rückblick mit eigenen Fotos

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Das Küssnachter Organisationskomitee verrichtete hervorragende Arbeit

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Die Lebendpreise

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Der gut bestückte Gabentempel

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Petrus war den Schwingern und den Zuschauern wohl gesinnt

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Eine würdevoll umrahmte Sonntagsstille

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Stimmige und urchige Folklore durfte auch nicht fehlen

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Hinter der Tribüne B fand das Steinstossen statt

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Der Nachwuchs durfte sich auf einem eigenen Sägemehlplatz üben

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Die beiden Athleten schreiten zum Schlussgang

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Sieger Mike Müllestein umringt von Gratulanten, dem Siegermuni, volkstümlichem Brauchtum und Medienschaffenden

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Die sechs Neukranzer von Küssnacht

feldwaldwiesenblogger

Kilian Wenger stoppte kurzfristig die Vernissage eines autobiographischen Buches – mögliche Hintergründe

kilian wenger
Brünigschwinget 2014
Bildquelle: kilianwenger.ch

Gestern berichtete der BLICK in grossen Lettern: „Knatsch vor Vernissage – Wenger stoppt Buch über ihn kurzfristig! Die Vernissage der Biographie von Schwingerkönig Kilian Wenger vom Freitag fällt kurzfristig ins Wasser. Der 24-Jährige zieht den Stecker.“
Weiter war im Beitrag zu lesen, dass die Einladungskarten zur Buchvernissage bereits verschickt worden sind. Die Präsentation des autobiographischen Buches „Kilian Wenger – vom Naturtalent ins Rampenlicht“ wurde abgesagt. Der Schwingerkönig von 2010 stoppte die Publikation des Werkes kurzfristig.
In einem Gespräch mit den Autoren, dem Verlag (Kasimir Meyer AG) und Kilian Wenger sei festgestellt worden, dass „die Ziele aktuell nicht erreicht werden können“. Pikant dabei: Dies geschah erst nach dem Versand der Einladungskarten.
Das Management von Wenger erklärte: „Das präsentierte Buch habe den Vorstellungen des Schwingerkönigs nicht in sämtlichen Teilen entsprochen. Für eine Änderung war die Zeit aber zu kurz. Das Projekt ist im Moment sistiert.“

Mich interessieren in solchen Momenten besonders die Hintergründe. Deshalb wendete ich mich in einer Email an das Management von Kilian Wenger. Als Einleitung schrieb ich: „Ich weiss, dass Sie mir höchst wahrscheinlich keine Auskunft über die Gründe für die Absage von Kilian Wenger’s Buchvernissage geben werden.
Ich kann ihnen jedoch garantieren, dass ich den Sachverhalt in meinem Blog so darstellen würde, wie er sich wirklich verhält. Ich bin ein schwinginteressierter Blogger, schreibe relativ viel übers Schwingen und habe absolut keine finanziellen Absichten. Mir geht es einzig und allein um den Schwingsport und den Schwinger als Mensch.“

Dazu fügte ich folgende fünf Fragen, die mir zu dieser Geschichte besonders unter den Nägeln brennen:
1. Wird diese Biographie trotzdem irgendwann veröffentlicht oder wird das Projekt nun definitiv beerdigt?
2. Um welche inhaltliche Differenzen handelte es sich eigentlich?
3. Hat Kilian Wenger erst die Endfassung des Buches gesehen oder war er beim Verfassen mit involviert?
4. Was gab letztlich den Ausschlag, das Projekt zu stoppen?
5. Wie sieht der Formstand von Kilian Wenger aus? Kann er am 10. Mai topfit in Boltigen am Oberländischen an den Start gehen?

Noch am selben Tag bekam ich vom Management folgende Antwort:
„Besten Dank für Ihre Rückfrage. Es ist in der Tat so, dass ich Ihnen keine weiteren News liefern kann. Es ist bezüglich dem Buchprojekt von Kilian Wenger alles gesagt worden was wichtig und relevant ist. Es ist zudem festzuhalten, dass die getroffenen Entscheide im Gremium Kilian Wenger, Autoren und Verleger abgesprochen worden sind und es deshalb
auch in dieser Hinsicht nichts Neues zu erzählen gibt.
Bezüglich Formstand kann festgehalten werden, dass sich Kilian von seiner Schulterverletzung gut erholt hat und im Moment beschwerdefrei trainieren kann. Er ist sehr motiviert und freut sich auf den Saisonauftakt in Boltigen.“

So kann ich leider keine weiteren Neuigkeiten zu dieser Geschichte liefern. Man kann höchstens mutmassen. Meine Wenigkeit tippt auf Frage drei von oben. Kilian Wenger war vermutlich beim Verfassen des Buches nicht wirklich involviert und bekam erst die Endfassung des Buches zu sehen. Dabei bemerkten er und sein Management, dass das Buch nicht sorgfältig recherchierte Hintergrundinformationen enthalten könnte.
Wenn dem nämlich so wäre, müsste man den Autoren fahrlässiges Handeln unterstellen. Gerade bei so wichtigen Persönlichkeiten ist es unabdingbar, dass man regelmässig mit dem Menschen spricht, über den man schreibt. Den Inhalt und das bereits Geschriebene mit ihm diskutiert und seine Meinung dazu einholt. Wahrscheinlich meinten es die Autoren zu gut, und haben über das Ziel hinaus geschossen.

Wie erwähnt: Dass sind nur meine Vermutungen, aber ich vermute trotzdem, dass ich auf der richtigen Fährte bin.

feldwaldwiesenblogger

Bloggen ist wie Jammen!

Genau, richtig gelesen: Bloggen ist wie Jammen! Vielfach jedenfalls. Was bloggen ist, muss ich nicht erklären. Das ist das, was ich hier fabriziere. „Jammen“ nennen wir Musiker das gemeinsame Musizieren, ohne dass wir vorher wissen, was gespielt wird.
So ist es auch beim Bloggen: Da schreibe ich meist drauf los, ohne dass ich vorher genau weiss, über was ich schreiben werde.

Klar, beide Begriffe sind dehnbar. Denn nicht alles, was ich hier auf meinem Blog mache, nennt man „bloggen“. Wenn ich beispielsweise ein Interview führe, das Gespräch niederschreibe und anschliessend einen Text verfasse, so ist das „schreiben“ wie es die Journalistenzunft tut.

Beim Jammen dasselbe: Wenn sich jemand vor einer Jam-Session (jammen kommt vom Wort Jam-Session) mit Songs vorbereitet, dann geht das in Richtung einer Bandprobe.

Beide Tätigkeiten sind im Grunde miteinander verwandt. Die grosse Gemeinsamkeit ist das Spontane, Kreative und Freie.
Ich tue beides, bloggen und jammen, fürs Leben gerne. Morgen Freitag nehme ich wieder an einer Jam-Session teil. Dabei „jammen“ wir tatsächlich. Denn niemand von den Teilnehmern weiss heute, was morgen gespielt wird.
Dasselbe mache ich heute beim Bloggen. Mir ist nach drauflos schreiben, den Gedanken freien Lauf lassen. Wie ich es beim Schreibkurs „Magie der Sprache“ am letzten Samstag geübt und gelernt habe. Aus dem Bauch heraus schreiben.

Keine Angst: Es folgen auch wieder die erarbeiteten Texte, Recherchen, Interviews und Hintergrundstorys. So habe ich letzten Samstag, nach dem Schreibkurs, ein zweistündiges Interview mit René Schelbert, dem Präsidenten des Schwingklub Muotathal, geführt. Das Gespräch ist auf meinem iPhone, und wartet nur noch auf seine Niederschrift. Dies werde ich in nächster Zeit tun, und lasse Euch Stück um Stück am Gespräch teilhaben.

Für heute hatte ich den Einfall, respektive es war gestern Mittwochabend nach dem Feierabendspaziergang, zu gewissen Stichworten los zu bloggen.

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Bildquelle: sks2015.ch

Schwingen:
Am nächsten Sonntag startet der Schweizer Nationalsport zur Kranzfestsaison. Auf dem Programm stehen das Schwyzer und das Freiburger Kantonale Schwingfest.
In Küssnacht messen sich über 200 Schwinger, und kämpfen um die begehrten Kränze und um den noch begehrteren Tagessieg.

Was mir zum Schwingen aber auch spontan einfällt, ist die immer grösser werdende Werberei mit und um die Spitzenschwinger. Während die Funktionäre sich für ihre Klubs und an den vielen Schwingfesten für einen Bratwurst und ein Bier abmühen, kassieren gewisse Spitzenschwinger saftige Werbegelder. Sie laufen und fahren mit zugepflasterten Werbeflächen durch die Gegend. Ich störe mich ein Stück weit daran. Aber nicht nur ich, auch viele Zuschauer und ehemalige Schwinggrössen haben mit der Vermarktung ihre liebe Mühe.

Mir ist schon klar, dass die besten Athleten auch in anderen Sportarten bestehen könnten, und dort einen saftigen Zahltag abholen würden. Trotzdem: Die Schwinger sollten sich immer bewusst sein, woher sie kommen, wer sie an die Spitze brachte und wer ihre Fans sowie Unterstützer sind.

Es ist noch gar nicht lange her, als Jörg Abderhalden wegen seiner vielzitierten „Rigi-Aussage“ kritisiert wurde. Sinngemäss meinte er, dass er nur wegen einem Kranz und einer Kuhglocke nicht auf jenen Berg steigen und dort so quasi gratis schwingen möchte.
Was machen andere Spitzenschwinger heute? Sie kritisierten damals den Abderhalden und holen sich heute ihren Zaster hinterrücks über zig Sponsoren rein. So kann man natürlich schon sagen, dass man gewillt ist, im Gegensatz zum „bösen“ Abderhalden, nur um Kränze und ein paar Kuhglocken zu schwingen. Der grosse Reibach wird andernorts gemacht.

Ich meine, die Schwingerei muss nicht bis zum geht nicht mehr ausgepresst und vermarktet werden. Irgendwann kommt der Bumerang. Auch der Schlussgang und schwingenonline.ch operieren mit sehr viel Werbung und Marketing. Ich weiss, ohne Geld könnten die gar nicht existieren. Ein Stück weit ist das alles völlig okay. Aber eine gewisse Grenze sollte nicht überschritten werden. Einige Schwinger und die beiden Schwingermedien sind leider momentan daran, dies zu tun…
Irgendwie wirkt das für mich befremdlich, und ich komme mir manchmal wie im Werbeland der Schwingerschweiz vor. Es scheint mir einfach nicht richtig.

Gewisse Herren schütteln sicher ihre Köpfe wegen meinen Zeilen, und sie sagen mit Recht: Der Kerl muss seine Kohle ja nicht mit schreiben, der Produktion einer Zeitung und dem Füttern einer Homepage verdienen. Richtig! Trotzdem: Ab und zu innehalten, und eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte könnte nicht schaden. Dabei meine ich die besagten Spitzenschwinger und die erwähnten Medien.

Der Eidgenössische Schwingerverband balanciert da auf einem gefährlichen Terrain zwischen urchigem Brauchtum und modernstem Marketing mit haufenweise Geld.
Es könnte mir egal sein, ist es aber nicht. Ich liebe den Schwingsport, gerade wegen seinem Amateurstatus. Dem Geld-Fussball habe ich in letzter Zeit ein wenig den Rücken gekehrt. Eben, wegen dem übermässig vielen Geld. Deshalb: Liebe Schwinger, Medien und Verantwortliche, übertreibt es nicht mit der Werbung und dem Marketing, und enttäuscht das Schwingervolk nicht.

Beachvolleyball
Bildquelle: urbansportsclub.com

Beach-Volleyball:
Mein zweites Stichwort liess mich beim gestrigen Feierabendspaziergang zur Erkenntnis gelangen, dass ich eigentlich bescheuert sein muss! Ich liess mich an meiner Arbeitsstelle zu einem firma-internen Beach-Volleyball-Turnier überreden. Von den Regeln habe ich überhaupt keine Ahnung, geschweige denn, dass ich diesen Sport schon jemals ausgeübt habe. Was tun?

Heute, am Feierabend, steht glücklicherweise ein Training auf dem Programm. Da erfahre ich hoffentlich mehr über die Regeln, die Technik und das Volleyball-Spiel im Allgemeinen. Mit gemischten Gefühlen werde ich wohl in meine Sportsachen schlüpfen: Zwischen totalem lächerlich machen bis hin zu viel Spass und einem schlummernden Talent ist vieles möglich.

Gut, ich muss jetzt da nicht ein grosses Tamtam daraus machen. Einfach spielen gehen und geniessen. Genau das werde ich nämlich tun. Denn: frisch gewagt ist halb gewonnen.

Der tiefere Sinn an diesem Turnier, so habe ich mir sagen lassen, sei das Pflegen der Kameradschaft und das Stärken des Teamgeistes innerhalb unseres Arbeitsbereiches. Darauf können wir uns natürlich einigen.
Wenn da nur nicht die Selbstzweifel wären? Man muss wissen, dass ich in den Ballsportarten nicht sehr begabt bin.
Ob’s mir Spass machen wird? Ich hoffe es.

Und so habe ich mich mit zwei unterschiedlichen Stichworten durch den heutigen Blogbeitrag gehangelt. Ich stelle grad fest, dass es sich ungewollt um zwei sportliche Dinge handelte. Kann es sein, weil ich einen zügigen Feierabendspaziergang in recht flottem Tempo absolvierte? Dabei sprudelten automatisch Gedanken zu sportlichen Tätigkeiten.

Wenn ich schon mal dran bin am „jammigen“ Bloggen. Etwas geisterte mir soeben spontan durch den Kopf: Ich habe in meinem Blog schon länger nicht mehr auf die SVP reingedroschen. Dies tat ich in den Anfangstagen des feldwaldwiesenblogs recht häufig.
Da gibt es in meinen Augen zwei Gründe. Ich habe wohl mit der Partei Frieden geschlossen, da ich wegen vielen verschiedenen Schweizerproblemen mehr und mehr die Lösungsansätze der moderaten Kräfte innerhalb der angesprochenen Partei schätze.
Der andere Punkt ist die Vernunft, welche die Partei weitgehend eingenommen hat. Einst spottend und rüpelhaft unterwegs, ist die grösste Volkspartei, eingebunden in manchen Regierungen, salonfähig geworden. Es wird grösstenteils sachpolitisch und vernünftig politisiert, was ich sehr schätze.

Nun will ich die Lobhudelei aber nicht verlängern. Sonst klopft womöglich noch der eine oder andere SVP’ler an, und möchte mich in die Partei holen. Soweit muss es dann doch nicht kommen. Ich möchte politisch unabhängig bleiben und meine Abstimmungen und Wahlen weiterhin pragmatisch vornehmen können.

Apropos SVP: Man darf gespannt sein, wie sich die beiden Quereinsteiger Roger Köppel und Magdalena Martullo-Blocher beim Wahlkampf und bei einer möglichen Wahl in den Nationalrat metzgen werden. Köppel wird es mit grosser Wahrscheinlichkeit schaffen, Martullo-Blocher wohl eher nicht. Die Bündner mögen sie nicht, da sie keine von ihnen ist und trotzdem meint für sie kandidieren zu müssen.

So, meine lieben Leserinnen und Leser, ich möchte hier nicht länger werden. Denn ihr habt sicher noch Wichtigeres zu tun, als weitere Zeilen von mir lesen zu müssen. Bis zum nächsten Mal!

feldwaldwiesenblogger

Zweiter Brief aus dem Muotatal

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Hesigen-Schneemann aus dem Jahr 2012: Klein aber oho!
Bildquelle: feldwaldwiesenblog.ch

Der Schnee schmilzt, die Wiesen werden grün. So auch in der Hesigen. Der Schneemann ist so gut wie weg, ein letzter Rest döst noch vor sich hin. Aber ringsherum grünen nicht nur die Wiesen. Ein seit dem zweiten Weltkrieg eingedohlter Bach, das Hesigenbächlein, wird wieder an die Oberfläche geholt.
Ob das jetzt nun sinnvoll oder nur Unsinn ist, wissen die Götter. Was dabei vor allem zu denken gibt, ist das scheinbar locker vorhandene Geld. Kaum wurde das Projekt im „Boten“ vorgestellt, fuhren die Bagger auf. Und schon wird alles umgepflügt, und deswegen sogar noch eine Hilfsstrasse errichtet…
Also, das liebe Geld! Für eine Renaturierung ist genügend Geld vorhanden, für einen Schulbus ins Bisistal aber nicht mehr. Ich weiss, ich weiss, das sind zwei verschiedene Geldtöpfe. Trotzdem: Geld ist Geld. Sparen ist vielerorts im Kanton angesagt, nur nicht vor der eigenen Haustür. Aber im Bisistal, da darf gespart werden. Liegt ja eh am Arsch der Welt…
Was der Bürger wohl dazu gesagt hätte, wenn’s zu einer Abstimmung gekommen wäre?

muotatal
Bildquelle: region-muotatal.ch

Apropos seine Meinung äussern können. Die älteren Herrschaften können sich noch gut erinnern, dass im Muotatal einst die CVP praktisch alleine geherrscht hatte. Daneben gab es noch die Liberalen, die sich vor allem aus zwei Familien zusammensetzten. Von der SVP war da noch weit und breit keine Spur.
Als die SVP sich national von der Bürger- und Bauernpartei zu einer grossen Rechtspopulisten-Partei zu entwickeln begann, kam sie mit etwas Verspätung irgendwann auch in unserem Tal an. Schon kurz nach der Gründung der Ortssektion sorgten sie für viel Furore, eroberten im Gemeinderat Sitz um Sitz und schickten zudem Peter Föhn als Nationalrat nach Bern.
Es ist natürlich nicht alles schlecht und verkehrt von dieser Partei. Die machen ihre Sache genauso gut oder schlecht, wie die anderen. Es braucht die verschiedenen Pole. Nur: Im Muotatal fehlt ein wenig der Gegenpol zur SVP. Da niemand eine SP-Ortsektion gründen wollte, übernahm die CVP dem Vernehmen nach eine Art Light-Version von einem Gegenpart. Geschadet hat es sicher nicht. Zu gross ist die Gefahr, dass eine Partei tut und handelt, wie es ihr grad beliebt.
Im Muotatal befinden sich glücklicherweise mehrheitlich vernünftige Leute in beiden Parteien, im Gegensatz zu Bundesbern. Unsere Kommunalpolitiker betreiben zum grössten Teil pragmatisch Sachpolitik. So bleibt die Kirche im Dorf, und die Bürger sind mehrheitlich zufrieden.

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Bildquelle: presseverein.ch

Es ist noch gar nicht so lange her, als die Weltwoche in einem Ranking das Muotatal sehr schlecht beurteilte. In Sachen Wirtschaft, deren Entwicklung und Perspektiven schiffte unser Tal kläglich ab.
Die Zukunftsperspektiven der Gemeinde sind aber intakt. Das Muotatal lebt, mehr denn je. Denn es zählt eben nicht nur das liebe Geld. Die Gemeinde funktioniert auf vielen Ebenen ziemlich gut. Trotz scheinbar schwacher Wirtschaft: Die Wirtschaften werden meist gut besucht.
Die Bürger sind sehr aktiv, und beteiligen sich in vielen Vereinen, Grüppchen, Musikformationen und irgendwelchen Organisationen rege am Gemeindeleben. Das Muotatal ist alles andere als ein Schlafdorf. Die Bürger wohnen gerne in der Gemeinde, und sind bereit, längere Arbeitswege in Kauf zu nehmen. Es ist nur logisch, dass bei gut 3500 Einwohnern, dem kargen Boden sowie der geographischen Lage wegen nur ein Teil der Einwohner ihr Einkommen in der Gemeinde verdienen kann. Der Gemeinderat und andere Verantwortliche haben es geschafft, dass kein Exitus aus der Gemeinde stattfand. Im Gegenteil. Die Jungen blieben und bleiben, bauen neue Häuser und gründen Familien.
Die Weltwoche, ein SVP-Blatt, beurteilte hier nicht das vielbeschworene Volk und deren Wohlbefinden. Sie betrachtete die nackten Wirtschafts-Fakten. Die sagten in diesem Fall aber nicht viel aus.

Das steuerbare Einkommen eines oder einer Bürgerin führte in der letzten Zeit an einigen Stammtischen im Tal zu Diskussionen. Angeheizt wurde das Ganze vom Boten der Urschweiz, der letztes Jahr irgendwann diesbezüglich Zahlen veröffentlichte. Demzufolge muss im Muotatal jemand wohnen, der eine Million Franken steuerbares Einkommen ausweist. Was für gewisse Gemeinden in der Ausserschwyz überhaupt nichts Aussergewöhnliches ist, ist im Muotatal fast eine Sensation.
Es wurde gebrütet und gehirnt, wer das sein könnte. Woher die Kohle stammt und ob da wohl alles rechtens ist. Die Mutmassungen gingen ziemlich wild hin und her. Es kann sich um jemanden handeln, der sein Geld als gut bezahlter Manager, Banker, Finanzheini, Versicherungstechniker oder Mediziner verdient. Es könnte aber auch alles ganz anders sein.

feldwaldwiesenblogger

Illgau – Ein Dorf ist fast vollkommen von der Umwelt abgeschnitten

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Illgauer Tunnel
Bildquelle: margadant-ag.ch

Dass mit dem Illgauer Tunnel etwas geschehen muss, zeigt obiges Bild. Der Strassentunnel kurz vor dem Dorfeingang gleicht mehr einer Höhle als einem Tunnel, und ist dunkel und eng. Nun wird gehandelt, und es wird etwas Neues und Zeitgemässes gebaut.

Damit auch etwas Zeitgemässes entstehen kann, griffen die Dorfältesten von Illgau zu einer aussergewöhnlichen Massnahme: Die Totalsperrung der Strasse vom Grünenwald zum Dorf, und zwar vom 13. April bis 13. Juni.
Dies führt nun dazu, dass das Bergdorf fast vollkommen von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Ich betone das Wort „fast“: Klar, es gibt noch die Holperpiste über die Ibergeregg, aber die zählt nicht wirklich als Strasse.
Der Neubau und die damit verbundene Strassensperrung ist aber auch eine Chance für unsere Nachbargemeinde.

Seit mittlerweile fünf Tagen ist unsere Nachbargemeinde, das beschauliche Illgau, fast vollkommen von der Umwelt abgeschnitten. Die feldwaldwiesenblogger-Redaktion hat sich deshalb entschlossen, das abgeschnittene Dorf zu besuchen und einen Lagebericht zu dieser Situation abzufassen.

Der Augenschein in der Sonnenstube zeigte ein sehr spezielles Bild: Nur noch pensionierte Einheimische und Mütter mit Kleinkindern im Dorf. Die Umsätze des Dorfrestaurants und des Dorfladens stiegen zudem in astronomische Höhen.
Uns wurde auch erzählt, dass man sich fühle wie zu Asterix und Obelix‘ Zeiten. Wie bitte? Ist Illgau auch umzingelt von Feinden…? „Nein, sicher nicht!“, wurde uns beteuert. Was diese Leute damit aber meinten, erfuhren wir erst, als wir das Vertrauen zu den Eingeborenen gewannen.
Im Folgenden gingen wir ganz behutsam vor und versuchten mit den Dorfbewohnern ins Gespräch zu kommen, sowie mehr über die ominöse „Obelix-Geschichte“ zu erfahren.

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Das berühmte Illgauer Seil
Bildquelle: bergbahnen.org

Morgens und abends wird nun rege „das Seil“ benutzt, denn die Illgauer kennen (noch) keine Seilbahn. Man fährt also durchs Seil runter und am Abend wieder durchs Seil hoch. Tief unten, beim Fluhhof, stehen nun haufenweise Autos herum. Ein Bote-Schreiberling bezeichnete diesen „Autofriedhof“ letzte Woche als den „Illgauer Bahnhof“. Von einer Bahn ist aber weit und breit nichts zu sehen. Nur ein Parkplatz voll mit Autos und das besagte „Seil“…

Beim Gang durchs Dorf trafen wir Seppätoni vom Oberen Gaden an. Er signalisierte, dass er mit uns sprechen würde. Bereitwillig gab er uns interessante Auskünfte. Als Erstes meinte er Pfeife rauchend: „Seit der Strassensperrung ist die Luftqualität massiv besser geworden. Es fahren kaum mehr Autos durchs Dorf, denn die befinden sich ja nun im Fluhhof unten. Die Herrschaft über die Strasse haben nun wieder die bäuerlichen Fahrzeuge, Velos und Töfflis. Auch werden wieder Ross und Wagen eingesetzt.“
Weiter ergänzte der rüstige Rentner: „Alles in allem ist das Leben langsamer geworden, so wie früher. Die Hektik ist von einem Tag auf den anderen wieder verschwunden. Man trifft auf keine Touristen mehr, die blöde Fragen stellen. Es hat auch keine verirrten Muotataler, Schwyzer oder sonstige fremden „Fötzel“ im Dorf. Es ist einfach nur schön.“

Kaum zu glauben, aber wahr. In Illgau hat die Strassensperrung zu einer vollkommenen Veränderung des Lebens geführt. Die Eingeborenen sind wieder untereinander, wie früher. Man hat wieder Zeit füreinander. Dem Schein nach fehlt es den Leuten an nichts.
Ein Blick in den Dorfladen zeigte nur leere Regale. Die Geschäftsführerin meinte schwitzend: „Die Strassensperrung ist ein Segen für uns. Die Leute kaufen wieder bei uns ein. Ja, sie hamstern richtiggehend. Bereits um 11 Uhr vormittags sind meine Regale leer.“ Auf die Frage nach Nachschub meinte sie: „Ich werde mir ab nächster Woche einen Helikopter mieten. Mit dem „Seil“ und über die „Holperpiste“ kann ich mich einfach nicht ausreichend genug eindecken. Die Wirtin vom Sigristenhaus macht übrigens auch mit. Sie hat das gleiche schöne Problem.“

Etwas später statteten wir dem Restaurant Sigristenhaus auch einen Besuch ab. Hier das umgekehrte Bild: Statt leere Regale, ein volles Gasthaus. Haufenweise Rentner am Jassen und viele Mütter am Spielen mit ihren Sirup-trinkenden Kindern. Von der arbeitenden Bevölkerung aber keine Spur. Eine rüstige Rentnerin erklärte uns: „Die gehen jeden Morgen brav ihrer Arbeit in Schwyz, im Muotatal oder sogar weiter weg nach. Dabei benutzen sie fast alle das Seil. Damit wir denen nicht die Seil- und Parkplätze streitig machen, verzichten wir bis nach dem 13. Juni auf Ausflüge. Stattdessen bleiben wir im Dorf, besuchen unser einziges Gasthaus und jassen jeden Tag um eine Meisterschaft.“
Auch hier trafen wir auf eine schwitzende Frau, die Wirtin: „Das ist bisher meine umsatzstärkste Woche. Wer kann, kommt. Eigentlich wunderbar, nur fehlt manchmal dies oder jenes, eigentlich ein Luxusproblem. Ab nächster Woche wird sich das mit dem extra gemieteten Helikopter ändern.“

illgau - dorf
Illgau
Bildquelle: illgau.ch

Wie auch immer: Der Bummel durch die autofreie Dorfstrasse liess auch mich und meine Redaktion Stress abbauen. Wir spürten den Frühling mit all unseren Sinnen. Statt hupende und surrende Autos fanden wir friedlich weidende Tiere auf den satt-grünen Wiesen, viel frische Luft und einfach nur Ruhe vor. So eine Strassensperrung täte eigentlich jedem Dorf gut.

Als Letztes wollten wir doch noch erfahren, was das Dorf Illgau mit demjenigen von Asterix und Obelix gemeinsam habe. Immer noch im Restaurant Sigristenhaus sitzend, kam plötzlich Seppätoni an unseren Tisch. Freudestrahlend ergriff er das Wort: „Ich habe gehört, dass ihr noch eine spezielle Frage habt. Ich bin genau der Richtige für eine Erklärung. Erst stopfe ich mir aber noch meine Pfeife.“ Voller Inbrunst begann Seppätoni seine Pfeife zu bearbeiten und mit frischem Tabak zu füllen.
Rauchend begann der weisshaarige Mann zu erzählen: „Also, das mit Asterix und Obelix geht folgendermassen. Es wird ja immer behauptet, dass die Bewohner von Ried-Muotathal runtergefallene Illgauer sind. An dem ist tatsächlich etwas Wahres daran. Die Geschichte spielte aber anders, als ihr im Tal unten meint.
Eines schönen Tages, vor vielen vielen Jahren, kochte unser damaliger Medizinmann einen wundervollen Trank. Der Zufall wollte es, dass Alex, der Sohn vom Medizinmann, mit seinem besten Freund Othmar in der Nähe des grossen Chessis am Spielen war. Das Chessi, ein riesiger Topf aus Metall, hing über dem Feuer, und sein Inhalt köchelte vor sich hin. Nur die alten Illgauer Geister wissen, was in diesem Topf war. Es muss ein kräfteverleihender Trank gewesen sein.“

Seppätoni legte eine kurze Pause ein, um den erloschenen Tabak in seiner Pfeife wieder zu entzünden.
„Alex und Othmar sprangen wie verrückt um das Chessi. Der kleinere und schlauere, Alex, forderte den dicklicheren und nicht sehr gescheiten Othmar heraus. Er rief ihm zu, dass er sich ja doch nicht getraue, auf den Topf zu klettern und mit einem Löffel ein bisschen von diesem Sud zu probieren. Othmar wollte das nicht auf sich sitzen lassen, und passte einen guten Augenblick ab. Als nämlich der Medizinmann kurz weg war, nahm Othmar kurzerhand eine in der Nähe stehende kleine Leiter, stellte sie an das Chessi und kletterte hinauf. Alex fand das aber nicht mehr lustig, und meinte, dass er doch nur Spass gemacht habe. Othmar liess sich aber nicht beirren und streckte bereits den Kopf in den Topf. Gerade als er mit einem Löffel etwas von dem streng riechenden Trank nehmen wollte, verlor er das Gleichgewicht und plumpste in das Chessi. Wild japsend und um sich schreiend tauchte Othmar wieder auf. Alex rief derweil so laut er konnte seinen Vater, den Medizinmann. Der kam so schnell er konnte, und erfasste mit einem Blick das Geschehen. Mit grossen Schritten eilte er zum Topf, packte Othmar und zog ihn aus dem Chessi.
Dieser schrie wie am Spiess und lief wie von der Tarantel gestochen davon. Alex und sein Vater hinterher. Wie von Sinnen rannte der übergewichtige Kleine. Alex konnte sich nicht entsinnen, ihn jemals so schnell und flink gesehen zu haben.
Othmar verschwand im Wald, hoch ob dem Fluhhof. Da passierte ihm plötzlich ein Missgeschick. Er verlor (wieder) sein Gleichgewicht, stolperte und fiel den steilen Abhang hinunter. Der runde Junge hatte Glück im Unglück und stiess an keinen Baum. Othmar rollte richtiggehend den Wald hinunter, nichts und niemand bremste ihn dabei. Nach ein paar Sekunden war die Rutschpartie vorbei, und der Knabe rollte unverletzt unten beim Fluhhof auf die Wiese. Auf jener befand sich just in dem Moment der Fluhhof-Bauer Toni. ‚Ein heruntergefallener Illgauer‘ soll der Bauer laut Überlieferung gerufen haben.
Dem kleinen Othmar hatte dieser Sturz keine einzige Schramme zugefügt. Es wird heute noch erzählt, dass der Medizinmann da wohl ein ganz besonderer Trank gebraut habe, welche dem Buben besondere Kräfte verlieh. Voller Scham habe der Medizinmann nach diesem Vorfall aber nie wieder ein Chessi angerührt und irgendein Gebräu gekocht. Im Dorf Illgau, das bekannt ist für seine phantasievollen Übernamen, nannten sie seitdem Othmar auch Obelix, und Alex, wie könnte es anders sein, Asterix.
Othmar zog einige Jahre später, als er erwachsen war, ins Ried hinunter und gründete dort eine Familie. Die Leute entsannen sich wieder des Vorfalles in seiner Kindheit und nannten ihn und seine Nachfahren von da an die heruntergefallenen Illgauer.“

Zum Schluss der Erzählung fügte Seppätoni noch mit funkelnden Augen an: „Seht ihr, nicht alle Riedter sind heruntergefallene Illgauer, nur die Nachfahren von Othmar, dem Obelix.“

Voller Eindrücke, tief beeindruckt und um eine Story reicher, fuhr die feldwaldwiesenblogger-Redaktion durchs Seil hinunter, zum Illgauer Bahnhof. Von dort ging’s schnurstracks an einen Computer, um den Lagebericht über das fast vollkommen abgeschnittene Illgau für die Nachwelt zu schreiben.

feldwaldwiesenblogger

Die Verletzungshexe im Schwingsport – ein möglicher Lösungsansatz bei den jungen Schwingern

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Am vergangenen Wochenende besuchte ich das Ballenberg-Schwingfest, welches im Freilichtmuseum Ballenberg (in der Nähe des Eingangs West) ausgetragen wurde. Viel schöner kann ein Schwingplatz nicht gelegen sein!

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Ballenberg-Schwingfest
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Beim Stichwort Ballenberg-Schwingfest komme ich zum überlegenen Sieger Matthias Glarner. Der Berner Oberländer Eidgenosse gewann nicht nur diesen Wettkampf in eindrücklicher Manier. Für Glarner bedeutete dies schon der dritte Festsieg in der noch jungen Saison. Wie mir der starke Sennenschwinger kürzlich erklärte, konnte er im Winter beschwerdefrei trainieren, und befindet sich deshalb nicht von Ungefähr in einer beeindruckenden Form. Bei den drei Festen verbuchte der Meiringer sage und schreibe 17 Siege gegenüber einem Gestellten.

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Matthias Glarner beim entscheidenden Kurzzug im Schlussgang des Ballenberg-Schwinget
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Das beschwerdefreie Training und die Topform von Matthias Glarner benutze ich als Überleitung zu der neuerlichen Verletzungshexe im Schwingsport. Schon letztes Jahr widmete ich mich bei einem Beitrag diesem Thema. Damals analysierte ich aufgrund einer Behauptung der Schwingerzeitung „Schlussgang“ die verschiedenen verletzten Schwinger, ihre Verletzungen und die Verbandszugehörigkeit. Die Fachzeitung, respektive Leute hinter „der berühmten vorgehaltenen Hand“ behaupteten, dass die Verletzungshexe nicht zufällig im Innerschweizer Lager so häufig zuschlug. Meine Analyse und der Bericht eines gut unterrichteten Informanten zeigten, dass an dieser These eigentlich nichts dran sein kann. Es musste sich um reinen Zufall handeln.

Mein Blogbeitrag zu diesem Thema wurde gerade in letzter Zeit bestätigt, und zwar hinsichtlich Zufall. Leider, muss ich anmerken. Denn jeder verletzte Schwinger ist ein Verletzter zu viel!
Im „Schlussgang“ stand kürzlich, dass jeder dritte Eidgenosse entweder verletzt oder zumindest angeschlagen ist. Auffällig ist dieses Jahr, dass die Verletzungshexe relativ stark im Lager der Berner einschlug. Von A wie Anderegg Simon bis Z wie Zenger Niklaus haben sich einige Athleten Verletzungen zugezogen, die sie entweder um Wochen, Monate oder gar die ganze Saison von den Schwingplätzen fernhält.
Ich selber war es, welcher im besagten Beitrag die Professionalität der Trainings der Berner lobte. Auch hier könnte man jetzt wieder verschiedene Theorien aufstellen. Zum Beispiel, dass dieses Jahr kein Schwingfest mit eidgenössischen Charakter auf dem Programm steht, und sich die Berner deshalb weniger professionell als letztes Jahr auf die Saison vorbereiteten. Vielleicht ist da was dran, vielleicht ist es auch nur der reine Zufall.

pirmin reichmuth
Pirmin Reichmuth
Bildquelle: schlussgang.ch

Was mir aber je länger je mehr ins Auge fällt, sind die zunehmenden Knieverletzungen bei den jungen Schwingern (vor allem Kreuzbandrisse und Meniskusverletzungen). Diese erschreckende Tatsache bringt mich zu zwei Erkenntnissen.

Erstens: Alle Schwinger, angefangen schon bei den Jungschwingern, sollten sehr viel Wert auf einen guten Trainingsaufbau legen. Dabei sollten sie in meinen Augen noch viel intensiver von gut ausgebildeten Konditionstrainern, aber auch von Fachleuten wie Sportärzten oder Orthopäden betreut werden. Diese sollten einen Fokus auf die Stabilität des Körpers und im speziellen auf die Knie legen. In der Schweiz haben wir doch mehr als genug Fachleute, die ihr Wissen vermehrt auch in diesem Bereich einbringen könnten.

Zweitens: Auffällig ist auch, dass sich deutlich mehr junge Schwinger die Kreuzbänder reissen als die älteren und routinierten Schwinger. Dies hat in meinen Augen sicher damit zu tun, dass die jungen Schwinger über eine ausgezeichnete Athletik, viel Kraft und Kondition verfügen. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist ihr noch nicht ganz ausgewachsener und ausgebauter Körper. Ihre Kräfte stehen vielfach noch zu keinem Verhältnis zu der Stabilität des Körpers.
Schwingen diese schlaksigen Jungspunde gegen einen älteren, routinierten und deutlich schwereren Schwinger, dann muss mit deutlich mehr Kraft gezogen werden als gegen einen gleichaltrigen. Dabei werden sehr grosse Kräfte freigesetzt, welche sich kontraproduktiv auswirken können. Sogenannte schwache Stellen wie die Kreuzbänder sind in solchen Situationen besonders gefährdet.
In den meisten Fällen hat dies zum Glück keine Konsequenzen. In den uns bekannten Fällen aber zogen sich so junge und hoffnungsvolle Talente wie Pirmin Reichmuth oder Ralf Schelbert einen Kreuzbandriss im Knie zu. Reichmuth innert Jahresfrist gleich zum zweiten Mal am gleichen (rechten) Knie. Das ist Tragik pur, und verursacht viel Leid.

Natürlich: Man kann die Verletzungshexe mit keinem Training oder keiner Therapie komplett ausblenden. Ich meine aber, man könnte neue Wege gehen. Einer ist mir gerade in den letzten Tagen in den Sinn gekommen. Wieso lässt man die jungen Schwinger schon so früh auf die sogenannt „Älteren“, und auch „Schwereren“ los? Ich würde meinen, dass die Alterslimite zwischen Jungschwingern und Aktiven erhöht werden müsste. In meinen Augen sogar bis zum vollendeten 21. Lebensjahr. Man könnte für die Schwinger, welche zwischen 16 und 21 Jahre alt sind, eine neue Kategorie „erfinden“. Um die Attraktivität zu erhöhen, dürften sie selbstverständlich auch bei den Schwingfesten der Aktiven mitschwingen, aber nur unter einander. Am Abend würden dann zwei Festsieger gefeiert: Einerseits jener der Kategorie der Aktiven, andererseits derjenige der Elite-Junioren. Für diese Elite-Junioren gibt es auch Kränze, und zwar an allen kranzberechtigten Anlässen, bis hinauf zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest.

Wer weiss, vielleicht findet mein Vorschlag irgendwo Gehör, und man überlegt sich das mal in Ruhe. Gut möglich, dass mir in nächster Zeit von verschiedener Seite auf die Schulter geklopft wird: „Deine Idee ist gar nicht so übel. Aber leider nicht durchführbar wegen diesem oder jenem.“
Ich hoffe so oder so, dass vermehrt auf die Gesundheit der Schwinger geachtet wird. Insbesondere auch auf die Jungschwinger, damit sich diese nicht schon in jungen Jahren derart schwer verletzen, dass eine hoffnungsvolle Karriere schon relativ schnell wieder vorbei sein kann.

Mit kräftigem Schwingergruss
feldwaldwiesenblogger

Frühlingsjogging-Gedanken

Jogger
Bildquelle: welt.de

Ich war diese Woche am Sonntag, Dienstag und Mittwoch joggen. Jedes Mal war’s ein bisschen wärmer. Just nach Ostern besann sich Petrus eines besseren, und liess den vor der Tür wartenden Frühling endlich (wieder) rein. Denn dieser lugte gegen Ende März schon mal kurz rein…

Die letzten Jogging-Gedanken hatte ich am 21. Dezember letzten Jahres: Meine Schreib-Woche im Überblick. Ich bin seither natürlich schon ein paar Mal joggen gegangen, aber wegen diversen Erkältungen, Grippe und Magen-Darm-Geschichte (Durchfall akut!) musste ich die letzten Monate öfters schweren Herzens auf meine geliebte Rennerei verzichten.

Den Trainingsrückstand bekam ich nun zu spüren. Zurückhaltend habe ich meine Einheiten gestartet, und will den Motor nicht „übersteuern“. Am Mittwochabend hatte ich endlich wieder mal ein gutes Gefühl. Bei herrlichstem Feierabendsonnenschein drehte ich eine grössere Runde, und fühlte mich recht gut dabei. Es kommt langsam wieder!

Und mit diesem „Es kommt langsam wieder!“ ist auch der Frühling nun in der Schweiz angekommen. Vergessen ist das „grusige“ Osterwetter, vorbei die Schnupfen- und Grippe-Zeit. Das Jahr schreitet voran, und mit ihm werden auch meine abgespulten Trainingskilometer zahlreicher.

Ob ich für einen Lauf trainieren soll? Vielleicht. Ich nehme es mir aber bewusst nicht vor. Will mich nicht unter Druck setzen. Dennoch wäre ein Ziel wie beispielsweise der Lauerzerseelauf („Vom Sofa zum Lauerzerseelauf“) eine Idee.

Zu sagen, man habe keine Zeit, ist in meinen Augen schwach. Die Zeit kann man sich nehmen, wenn man dann will. Der Spassfaktor ist aber auch entscheidend. Eine reine Schinder- und Quäler-Orgie soll’s ja auch nicht werden. Dabei ist das schöne und warme Wetter ein entscheidender Faktor.

Wenn die Lauferei wieder anfängt Spass zu machen, sprudeln denn auch meine Gedanken. Am 21. Dezember drehten sie sich vor allem um die Muotathaler Volksmusik und die dazugehörige Texterei. Ich habe aber dannzumal schon an dieses Jahr gedacht. Nämlich an das Sidecarcross-Team Inderbitzin.

Am Mittwoch flossen beim Joggen schon ziemlich entspannt Gedanken. So zum Beispiel auch über meinen Schreibjob für das besagte Seitenwagen-Team. Dieses Unterfangen ist nun gestartet, erste Texte sind verfasst. So für meinen Blog, die neu erstellte Facebook-Seite und auch für einen Beitrag im Bote der Urschweiz.

Bei der Schreiberei für den ersten Zeitungsbericht musste ich feststellen, dass ich ganz anders an einen Text ran muss. Anders als beim Bloggen muss ich nüchterner an ein Thema ran, und die Ichform komplett ausblenden. Etwas blauäugig schickte ich meinen Blog-Text dem Redaktor Gery Gick. Er hat das einzig richtige getan, und die zu vielen „Ichform-Passagen“ entweder rausgenommen oder umformuliert.

Inhaltlich blieb der Text bestehen, diejenigen Passagen, welche ich schon „unpersönlich“ oder themabezogen formulierte, übernahm Gery Gick auch so. Ich danke ihm für den umformulierten Text und ganz allgemein für die Möglichkeit eines Zeitungsbeitrages.

Für mich bedeutet das auch, dass ich erstens wieder etwas Neues lerne, und zweitens genau aufpassen muss, für wen oder was ich einen Text schreibe. Meine Einstellung, so hoffe ich, stimmt: Man ist immer in einem Lernprozess und hat nie ausgelernt.

Sonnenaufgang in Hannover
Bildquelle: spiegel.de

Meine Frühlingsjogging-Gedanken kreisten auch um einen neuen „Brief aus dem Muotatal“. Es ist wieder etwas am Entstehen, es fehlen aber noch ein paar Fakten. Gestern, beim Durchlesen des „Boten“ erhielt ich wieder verschiedenste Inputs. Einerseits vom „Illgauer Bahnhof“ im Ried-Muotathal und andererseits betreffs „des Kriegsopfers“, das wieder ans Tageslicht geholt wird.

Beide Zeitungsartikel habe ich mit einem entsprechenden „Senf“ getwittert und auf Facebook gestellt. Beim „Kriegsopfer“ schrieb ich: „Gutes Natur-Projekt. Nur: Das Kriegsopfer war damals bitter nötig. Nun wird es mit viel Geld rückgängig gemacht.“
Prompt antwortete jemand mit dem findigen Kommentar (mit entsprechender Übersetzung meinerseits vom Muotathaler Dialekt ins Hochdeutsche): „Habe gar nicht gewusst, dass wir jetzt von den Grünen Politiker im Gemeinderat haben?!“

Ja, so kann’s gehen. Der vom Kommentator angesprochene Gemeinderat ist zwar in der SVP beheimatet, handelt in letzter Zeit aber ziemlich grün. Wieso nicht? Es braucht immer beides, und es braucht vor allem auch immer verschiedene Ansatzpunkte. Zudem: Unsere Natur braucht auch die grüne Politik, mehr denn je.
Trotzdem: Böse Zungen würden behaupten, dass in der Schweiz noch genügend Geld für nicht wirklich Wichtiges vorhanden ist.

Die eben formulierten Gedanken habe ich natürlich nicht am Mittwoch während dem Joggen formuliert. Wie auch, der Beitrag im Boten erschien erst gestern Donnerstag. Hellseher bin ich eindeutig nicht. Vielleicht Weitseher, wobei dieses Wort so nicht existiert. Vielmehr müsste es heissen „Vorausblicker“. Aber auch das gibt es in dieser Kombination nicht…

Sei’s drum: Mit vorausblickenden Gedanken bereite ich mich dieser Tage auf verschiedene Blogbeiträge über das Schwingen im Muotatal vor. Daraus resultierend erstelle ich zudem einen Text samt Bilder. Diesen Beitrag darf ich für die Juliausgabe des „Zirk“ verfassen.
Darauf freue ich mich jetzt schon. Und dank den Texterei-Erkenntnissen, die ich oben beschrieb, weiss ich nun auch, worauf es zu achten gilt.
Ich muss mir zudem auch nichts vorwerfen: Von der Ausbildung her bin ich „nur“ Chemielaborant, und habe meiner Lebtage noch keine Ausbildung oder Kurs in Sachen „Schreiben und Texte“ besucht. Ausser natürlich das obligate Fach Deutsch in meiner Schulzeit.

Dieses Versäumnis werde ich nun aber nachholen. Am Samstag in einer Woche (18. April) besuche ich den von Andrea Schelbert angebotenen Schreibkurs „Die Magie der Sprache“. Auch darauf freue ich mich, und bin jetzt schon gespannt, was mich erwartet.

Klar, mit meiner mittlerweile bald achtjährigen Blog-Tätigkeit (Start im September 2007) habe ich mir einiges an Routine zugelegt. Zudem habe ich Texte von verschiedenen Verfassern kritisch beäugt, und auf die Technik der einzelnen Schreiber geachtet. Dabei entdeckte ich interessante Dinge, wie man einen Text wohlklingender gestalten kann. Halt „learning by doing“, denn das ist schon irgendwie mein Ding.

So langsam aber sicher komme ich von meiner Joggingrunde der Gedanken wieder zurück, an meinen Ausgangspunkt. Dies war das wieder aufgenommene Joggingtraining, und dass ich noch nicht „in Form“ bin. Daran wird nun gearbeitet. Nein, nein, nicht überhart, aber mit viel Vergnügen. Das ist es bei diesem Wetter zweifellos.

Etwas ausser Puste und verschwitzt, aber zufrieden, laufe ich ins heimische Ziel ein. Mit ein paar Stretchübungen werden die Muskeln gelockert. Die Gedanken kamen soeben auch ins Ziel und nun in diesen Text. Das Gehirn wurde beim Training wachgerüttelt, Körper und Geist sind bereit. Denn wie sagten doch schon die alten Römer: „Mens sana in corpore sano“, oder zu Deutsch „gesunder Geist in gesundem Körper.“

feldwaldwiesenblogger