Schwingen im Muotatal: Das aktuelle Geschehen

Wie unlängst angekündigt, werde ich mich dieses Jahr in Sachen Schwingen schwerpunktmässig dem Schwingen im Muotatal widmen. Dazu habe ich mir neun Themen ausgesucht, zu denen ich in letzter Zeit einiges erfahren habe.

Beginnen möchte ich heute mit dem ersten Thema: Das aktuelle Geschehen. Dazu bin ich mit niemand geringerem als dem Schwingklub-Präsidenten, René Schelbert, zusammen gesessen. Dabei antwortete er ausführlich auf meine Fragen und erzählte viele weitere interessante Details zur Schwingerei im Muotatal.

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René Schelbert, Präsident Schwingklub Muotathal
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Als Einstieg fragte ich René, was er mir über das aktuelle Geschehen des Schwingklubs Muotathal erzählen kann, respektive was momentan ein grosses Thema ist.
„Ein wichtiges Thema ist das Schwyzer Kantonale von nächstem Sonntag“, erklärte der nicht mehr aktive Kranzschwinger. Dazu gilt zu erwähnen, dass das Gespräch eine Woche vor dem Anlass in Küssnacht stattfand.
René meinte weiter: „Das Schwyzer Kantonale ist für viele Schwinger vom Schwingklub Muotathal das wichtigste Schwingfest des Jahres. Unsere Schwinger sind gut in die Saison gestartet und zeigten an den bisherigen Rangschwingfesten gute Leistungen. Darum erhofft man sich, am Sonntagabend den einen oder anderen Erfolg feiern zu können. Schön wäre es, wenn wir einen bis drei neue Kranzschwinger hätten. Möglich ist es, aber die Leistung auf dem Platz muss stimmen.“

Wie wir nun wissen, fiel das Ergebnis mit vier (!) Neukranzern (Ralf Schelbert, Andreas Gwerder, Silvan Betschart und Theo Blaser) deutlich besser aus als erwartet. Insgesamt holten sich fünf Muotathaler Schwinger in Küssnacht den Kranz.

fünf kranzgewinner schwyzer kantonales küssnacht 2015
Die fünf Kranzgewinner vom Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfest 2015 in Küssnacht, von links nach rechts: Ralf Schelbert, Andreas Gwerder, Silvan Betschart, Theo Blaser und Carlo Gwerder
Bildquelle: René Schelbert

René meinte zum obigen Bild: „Es war wieder einmal an der Zeit, dass der Schwingklub Muotathal positiv auffiel!“
Wie ich in Erfahrung bringen konnte, hat es für die Muotathaler bisher noch nie vier neue „Kranzer“ an einem Schwingfest gegeben. Fünf Kranzgewinne am gleichen Fest gab es aber auch schon. Das letzte Mal vor zehn Jahren, am Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfest 2005 in Arth. Vier der fünf Schwinger sind nicht mehr aktiv. Alle von ihnen bekleiden heute eine wichtige Vorstandsfunktion. „Um Gottes Lohn“, wie René weiter ergänzte.

fünf kranzgewinner schwyzer kantonales arth 2005
Die Kranzgewinner 2005 in Arth, von links nach rechts: Christian Föhn (Kassier), Leo Betschart (Materialverwalter), René Schelbert (Präsident), Erwin Betschart (Technischer Leiter 1), Guido Gwerder (Technischer Leiter 2 und noch aktiver Schwinger)
Bildquelle: René Schelbert

Auf die Frage, mit was sich der Schwingklub Muotathal momentan am meisten beschäftigt, antwortete René: „Da die Schwingsaison gestartet ist, stehen die Schwingfeste im Mittelpunkt. Zudem das Training und der Nachwuchs. Beim Nachwuchs sind wir immer drauf und dran, genügend Schwinger in den Schwingkeller holen zu können.“

Freude bereitet René und seinen Kameraden vom Schwingklub nebst den anderen Schwingern zurzeit Ralf Schelbert. Ralf verletzte sich letztes Jahr beim Zuger Kantonalen in Unterägeri am Knie und erlitt einen Innenband- und Seitenbandriss. Die Saison war damals von einem Moment auf den anderen vorbei. „Es ist schön, Ralf beim Schwingen zuzusehen. Die Rückkehr nach der Verletzung ist geglückt. Die Rekrutenschule hat er auch absolviert, und der Bisisthaler ist nun gut in die Saison gestartet.“
Beim Zeitpunkt des Interviews meinte der Schwingklub-Präsident das Erreichen des Schlussganges beim Frühjahrsschwinget in Oberarth. Letzten Sonntag ist nun der erste Kranz hinzugekommen. René fügte ergänzend an: „Man muss nun schauen, dass man ihn nicht zu stark unter Druck setzt. Er sich aber auch nicht.“
Über Ralf werde ich in nächster Zeit ein Portrait erstellen, und in einen separaten Beitrag packen.

„Schön ist auch“, so René, „dass die Nachwuchsschwinger-Zahlen gegenüber vom letzten Jahr wieder grösser geworden sind. Aber es ist und bleibt immer hart. Wir dürfen jetzt nicht zurücklehnen. Wenn man sieht, wie viele immer wieder abspringen, kann man eigentlich nie genug Nachwuchs im Schwingkeller haben.“

Ein weiteres aktuelles Thema ist ein möglicher Kunstrasenplatz auf der Sportanlage Stumpenmatt, welchen der Fussballklub Muotathal bauen möchte. Auf der Stumpenmatt, bei den Schulhäusern, finden jeweils die Schwingfeste statt. Die Verantwortlichen vom Schwingklub sind mit dem FC Muotathal nun daran, eine einvernehmliche und optimale Lösung zu finden, damit beide Vereine profitieren können. Die Gespräche verlaufen in die Richtung, dass ein Kunstrasenplatz für die Fussballer und ein Naturrasenplatz für die Schwinger nebeneinander Platz finden können. „Bis jetzt war die Zusammenarbeit mit dem Fussballclub sehr fair, und sie hatten ein offenes Ohr für die Anliegen des Schwingklubs“, meinte René dazu.

Auf die Frage, ob der Schwingklub Muotathal keine Sorgen kenne, Leute für den Vorstand und die verschiedenen Ämter zu finden, sagte René: „Bis jetzt nicht. Wir waren immer in der glücklichen Lage, alle Posten zu besetzen. Es wird aber in Zukunft sicher nicht einfacher, denn so ein Amt ist immer mit Arbeit verbunden. Es hätte sicher Leute, die Zeit hätten. Aber es ist auch so, dass es oft schwierig ist, sie zu motivieren.“
Übrigens: Praktisch alle Mitglieder vom letztjährigen Organisationskomitee des Schwyzer Kantonalen in Muotathal sind oder waren im Vorstand des Schwingklubs Muotathal und trugen irgendwann mal Schwinghosen.

Als letzten Punkt fragte ich René: „Gibt’s bald wieder einen schwingerischen Grossanlass im Muotatal?“ Dazu der Schwingklub-Präsident: „Nein, vorerst nicht. Im Jahr 2020 findet turnusgemäss das nächste Schwyzer Kantonale in Muotathal statt.“

Der erste Teil meiner neunteiligen Themen-Reihe zum Schwingen im Muotatal ist nun abgehandelt. Ich bedanke mich jetzt schon bei René für die Antworten sowie Ausführungen und dass er sich Zeit nahm für das gut zweistündige Gespräch.
Beim zweiten Teil werde ich auf den Stellenwert des Schwingens im Muotatal eingehen.
Für die Zirk-Ausgabe vom Juli werde ich alle neun Teile zusammenfassen und einen entsprechenden Text verfassen.

feldwaldwiesenblogger

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